Verfall, Zentralismus, Dysfunktionalität – und irgendwie zurechtkommen

Es scheint, die Leute (zumindest im ländlichen Osten) hätten sich damit abgefunden, daß es nun einfach bergab gehe und daß man zurechtkommen müsse.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

„Die Leu­te“  haben längst die Flü­gel gestreckt. Man befin­det sich im Trans­for­ma­tion­cha­os – in dem alle im Bewußt­sein leben: „Nun geht es eben zu Ende, und es war ja seit lan­gem angekündigt…“

Klei­nes Update aus der ost­deut­schen Provinz:

1. der Nah­ver­kehr. Als Kaff ist man ohne­hin abge­hängt vom gro­ßen Rau­schen der Bus­se und Bah­nen. Das weiß man, wenn man hier hin­zieht. Nur: daß jeder x‑te Bus, jede x‑te Bahn ein­fach aus­fällt („Per­so­nal­man­gel“), das gab es vor 20 Jah­ren noch nicht.

Als gran­dio­se Idee (der ÖRR berich­te­te ver­schie­dent­lich freu­de­trun­ken) wer­den weit­hin die „Ruf­bus­se“ ange­prie­sen. Super, man kann also zum ÖPNV-Preis zu gewis­sen (zuge­ge­ben sehr sel­te­nen) fest­ge­leg­ten Zei­ten einen „Ruf­bus“ außer­halb des Fahr­plans anfor­dern! Für Spar­ta­ner, die auto­frei leben wol­len, frag­los eine tol­le Idee! Gan­ze drei Fahr­zei­ten an einem Sams- oder Sonn­tag! (Aber bit­te bis Frei­tag anmelden.)

Im länd­li­chen Sach­sen-Anhalt hat­te die­ser for­mi­da­ble (hüs­tel) Ser­vice jah­re­lang groß­ar­tig funk­tio­niert. Man rief das ört­li­che Taxi­un­ter­neh­men an, man kann­te sich eh, 20-Sekun­den-Tele­pho­nat und: schwupp! Mitt­ler­wei­le geht die­se Bestel­lung aber – war­um auch immer, Nach­ha­ken blieb erfolg­los – über eine Zen­tra­le in der Lan­des­haupt­stadt Magdeburg.

War­te­schlei­fe. Dann: War­te­schlei­fe. Dann: War­te­schlei­fe … dann Aus­buch­sta­bie­rung des Namens. Nach­ha­ken, ob mit k oder ck? Gubit­schek oder Cup­itscheck oder Kupits­zek? (Dau­ert immer ca 3 Minu­ten; den Ser­vice­mit­ar­bei­tern ist die rich­ti­ge Namens­schrei­bung extrem wich­tig!) Email­adres­se bit­te, Tele­fon­num­mer bit­te, wie groß ist ihr Gepäck? Haben Sie einen Roll­stuhl? Seit Jah­ren drei­mal wöchent­lich die­ser Vor­gang… Lei­der funk­tio­niert dann das Fax zur Über­stel­lung an den loka­len Taxi­un­ter­neh­mer oft nicht; sprich: Kind sitzt im Regen und wird nicht abge­holt: „Wir ent­schul­di­gen uns.“

(Bereits mehr­fach pas­siert. Am „bes­ten“ war, als die Regio­nal­bahn mal auf offe­ner Stre­cke im Nir­gend­wo anhielt und der Schaff­ner alle Pas­sa­gie­re ein­fach aus­stei­gen ließ. Unbe­treut, was damals auch unser 10jähriges Mäd­chen betraf. Sie irr­te unauf­find­bar durch die ver­schnei­te Gegend; nach drei Stun­den Suche nach dem Kind half die Poli­zei mit.)

2. die Kir­che. Noch vor 10 Jah­ren hat­ten wir die Mög­lich­keit, an vier Orten in gut fahr­ba­rer Nähe eine katho­li­sche Sonn­tags­mes­se zu besu­chen: 9 km, 11 km, 16 km und 33 km ent­fernt. (Von „die Kir­che im Dorf las­sen“ war von Anfang an kei­ne Rede, aber das wuß­ten wir, als wir herzogen.)

Das alles ist nun zusam­men­ge­klappt, ohne daß sich die Zahl der gläu­bi­gen „Inter­es­sen­ten“ sicht­bar ver­rin­gert hät­te. Aber man nimmt es so hin; es ist eben „Trans­for­ma­ti­ons­zeit“ – ein Narr (so den­ken die Ver­ant­wort­li­chen wohl), der es nicht begreift! „Unter Coro­na“ wur­de es arg. Logisch muß­ten die Gläu­bi­gen ver­ste­hen, daß es Wich­ti­ge­res gäbe als die Hei­li­ge Mes­se, zum Bei­spiel die Gesundheit!

Mit­ten in „Coro­na“ wur­den die Sonn­tags­mes­sen in erreich­ba­rer Nähe extrem zusam­men­ge­stri­chen. „Nach Coro­na“ hat sich gezeigt, daß es so auch irgend­wie rei­che. Frau­en zele­brie­ren nun in pries­ter­li­chen Kos­tü­men „Wort­got­tes­diens­te“, na und, geht doch.

3. die Schu­len. Das ist schon län­ger ein The­ma, eigent­lich seit der Wen­de. Wo wir heu­te woh­nen, im ehe­ma­li­gen Rit­ter­gut, war nach 1945 die Dorf­schu­le. Auf dem Dach­bo­den haben wir all die alten Schul­bän­ke gefun­den. Drei davon waren restau­rier­bar und wer­den heu­te noch von unse­ren Kin­dern genutzt.

So soll­te es sein: drei, vier Dör­fer erge­ben eine Dorf­schu­le. Längst ist auch das länd­li­che Schul­sys­tems zen­tra­li­siert. Es gibt Mega­schu­len mit vier Klas­sen pro Zug. Mei­ne Toch­ter fährt 35 Minu­ten zu ihrer wei­ter­füh­ren­den Schu­le, bei man­chen Mit­schü­lern sind es 70 Minu­ten, also 140 Bus­sitz­mi­nu­ten pro Schul­tag. Es ist per­vers – und natür­lich ist es über­haupt nicht alter­na­tiv­los. Wie so oft ist es eine Fra­ge des poli­ti­schen Wil­lens. Geld ist ja da. Man müß­te es an der rich­ti­gen Stel­le einsetzen.

Auch unser Dorf­kin­der­gar­ten soll­te vor ein paar Jah­ren via Amts­wil­len geschlos­sen wer­den, da die Kin­der­zahl in einem Jahr gering­fü­gig unter „der Norm“ lag. Nur durch vehe­men­tes bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment wur­de er am Leben erhal­ten. Er blüht heute.

4. die Ämter und ihre Ter­min­ver­ga­ben. “Vor Coro­na” konn­te man zu bestimm­ten Zei­ten “auf´s Amt” kom­men – um den Paß zu ver­län­gern, ein Füh­rungs­zeug­nis zu bean­tra­gen etc. Nun ist das reich­lich kom­pli­ziert gewor­den; Online-Ter­min­ver­ga­be (die armen Senio­ren!) und unend­li­che War­te­zeit. “Nach Coro­na” ist wie ein neu­er Zeitabschnitt.

Man könn­te das Lamen­to noch ergänzen:

5. die Ärz­te, erst recht die Fach­ärz­te, 6. die Ver­ei­ne, 7. die Feu­er­weh­ren… usw, usf.; das Schlecht­re­den und das Sich-Ein­fin­den trei­ben einen Teu­fels­kreis an.

Die zustän­di­gen Ämter und Ver­wal­tun­gen haben nie gelernt, wie man ordent­lich schrumpft. Dort wer­den 08/15 zemen­tier­te Vor­ga­ben bear­bei­tet, oft ohne Sinn & Ver­stand, aber mit bein­har­ter Betonkopfmentalität.

Dabei ist Schrump­fen kei­ne Schan­de, son­dern eine Chan­ce. Eine Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land mit – sagen wir – nur 70 Mio Ein­woh­nern (ich wür­de noch deut­lich drun­ter­ge­hen) stün­de kei­nes­falls vor dem Bankrott!

Es müß­te kein „Fach­kräf­te­man­gel“ herr­schen, und dazu bräuch­te es kei­nen Diri­gis­mus, son­dern schlicht ein Umstel­len von heu­te völ­lig ver­quer­ste­hen­den Leit­plan­ken (wie etwa dem „Bür­ger­geld“.)

Es ist, wie gesagt, rein eine Fra­ge des poli­ti­schen Wil­lens. Wie man es seit den sieb­zi­ger Jah­ren ff. durch eiser­nen poli­ti­schen Wil­len geschafft hat, Hinz & Kunz an die Uni­ver­si­tä­ten zu trei­ben, so könnte/müßte man heu­te umsteu­ern. Uns feh­len kei­ne Aka­de­mi­ker, son­dern Leu­te, die ihr Feld ein­fach hand­fest bestel­len können.

Es herrscht das “Peter-Prin­zip und die Hier­ar­chie der Unfä­hi­gen”, und dem wäre rela­tiv leicht abzu­hel­fen. Die All­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe erreich­ten 1960 7 %, 1975 sprung­haft 15%, 1990 23%, 2011 36% und 2015 gigan­ti­sche 41,2% eines Jahr­gangs. Weder all­ge­mei­ner Wohl­stand noch per­sön­li­che Zufrie­den­heit haben sich dadurch ver­bes­sert. Nie hat­ten wir mehr „aus psy­chi­schen Grün­den“ Krank­ge­schrie­be­ne als heute.

NOCH ist nichts “alter­na­tiv­los” in die­sem Land. Es gäbe nur eini­ge ent­schei­den­de Wei­chen zu stel­len. Kaum ein Mensch, außer schwers­tens behin­dert, soll­te die Aus­sicht auf ein arbeits­lo­ses Grund­ein­kom­men haben. Jeder All­er­gi­ker, jeder Rücken­kran­ke, jeder psy­chisch Beein­träch­tig­te könn­te leich­ter­hand eine Arbeit aus­füh­ren. Es muß im Grun­de kei­ne “Erwerbs­un­fä­hig­keits­ren­ter” mehr geben. Was für ein elen­des Luxus­seg­ment! Und was es kostet!

Ech­te Här­te­fäl­le sind sel­te­ne Ausnahmen.

Schrump­fen­ler­nen und Stand­hal­ten müß­te ein ver­pflich­ten­der Grund­kurs für Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te und Chefs auf Regio­nal- und Lokal­ebe­ne sein. Es ist näm­lich alles mach­bar, erst recht auf nied­ri­ge­rem Niveau, in über­schau­ba­ren Grö­ßen. Unser Land leb­te schon immer aus der Pro­vinz! Ein Wert, den wir unbe­dingt hoch­hal­ten müssen!

Liber­tä­re mei­nen ja (sinn­ge­mäß): Wer‘s nicht bringt, wird halt abge­schnit­ten – das habe ich aus mei­ner eigen­tüm­lich frei -Lek­tü­re mitgenommen.

Es wäre ein Feh­ler. Man müß­te die Wei­chen nur grund­sätz­lich anders stel­len, zum Woh­le des gan­zen Lan­des. Wer nicht arbei­tet oder Ange­hö­ri­ge pflegt und betreut, muß ran. Sonst gibt´s nichts, punkt. Es wäre nicht äußerst kom­pli­ziert, und es wäre ein Segen.

Nach­trag: Die Mise­re betrifft natür­lich nicht nur den Osten. Vor vier Mona­ten besuch­te ich in Hes­sen mit mei­nem Vater eine recht ent­fern­te Post­fi­lia­le  (in mei­ner Jugend: in jedem Ort ein Post­amt!), um Voll­mach­ten zu regeln. Wir stan­den 80 Minu­ten in der Schlan­ge, übri­gens als ein­zi­ge Bio­deut­sche; Offen­bach halt. Wir leg­ten die benö­tig­ten Formulare/Ausweise etc. vor, alles soll­te sei­nen Gang gehen. Mitt­ler­wei­le (tele­pho­ni­sche Aus­künf­te: nicht mög­lich) stand mein Vater zwei wei­te­re Male an. Vor drei Wochen wur­de eine “Beschwer­de­stel­le” ein­ge­schal­tet. Wir har­ren der Din­ge. Noch immer gibts kei­ne Auskunft.

PPS: Gera­de war ich im “Net­to” zufäl­lig Zeu­gin, wie eine “Bewer­bungs­map­pe” abge­gen wur­de. Das ging so: Viel­fach gesichts­be­ring­te Kun­din reich­te der Kas­sie­re­rin einen karier­ten Zet­tel rüber. Sprach:

Hier also das Zeug für mei­ne Toch­ter, ob sie anfan­gen kann bei Ihnen. Zeug­nis hatt­se nicht, da gabs Probleme…

Net­to-Frau:

Dan­ke, egal, wir neh­men jeden.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (65)

Rheinlaender

23. August 2023 17:13

Mein Eindruck ist, dass die zunehmende Dysfunktionalität vor allem staatliche und staatlich stark regulierte Bereiche der Gesellschaft betrifft. In den Teilen der Privatwirtschaft, zu denen ich etwas sagen kann, herrscht hingegen ein eisernes Qualitätsmanagement vor, in dem alle Vorgänge mit harter Hand immer weiter optimiert (und nach Möglichkeit automatisiert) werden. Die meisten Vorgänge funktionieren dort nach meinem Eindruck schneller und zuverlässiger als noch vor einigen Jahren. So könnte man m.E. auch mit einem Staat verfahren. Ich vermute spontan, dass hier mindestens 50 Prozent der Aufgaben und 80 Prozent des Personals (Bereiche wie Sicherheit, Bildung etc. ausgenommen) bei gleichzeitiger Leistungs- und Qualitätssteigerung in den wirklich relevanten Funktionen einzusparen wären.

Hans Carl Bohr

23. August 2023 17:28

Danke für diesen Artikel. Eine Orientierungshilfe, mal wieder vor die Frage geworfen, ob es sinnvoll wäre, den verlorenen Posten im Westen zu räumen und eine vermeintlich noch verteidigungsfähige Linie im Osten zu beziehen. Erst recht in Verbindung mit den von GK im neuen Rundbrief erwähnten Plauener Verhältnissen. 

Mitleser2

23. August 2023 18:18

"„Die Leute“  haben längst die Flügel gestreckt."
Hoffen die auch nicht mehr auf die AfD? Dann wär's allerdings vorbei.

Florian Sander

23. August 2023 18:52

"Es muß im Grunde keine “Erwerbsunfähigkeitsrenter” mehr geben. Was für ein elendes Luxussegment! Und was es kostet!"
Es muss aber auch keine Milliardäre geben und keine zweistellige Anzahl von Familien, die zusammen so viel besitzt wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Deren Besitz, der mit "Leistung" und "Leistungsträgerei" nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, weil a) viel vererbt wird und "altes Geld" im Spiel ist und b) niemand, wirklich niemand SO viel leisten kann, dass er so viel Geld im Sinne des Wortes "verdient hat", ist in diesem Ausmaß durch nichts zu rechtfertigen.
Ich sehe tatsächlich auch, dass so manche "psychisch bedingte Erwerbsminderung" durch Depression & Co durch stärkeren sozioökonomischen Druck zu beseitigen wäre, da es gerade das dann nötige "sich zusammenreißen" wäre, das die Leute aus ihren depressiven Gedankenzirkeln reißt und eben dadurch wieder arbeitsfähig macht. Aber: Das alles kann man dann nicht machen, ohne auch an das ganz große Geld heranzugehen. Opfer müssen dann bitte auch von ALLEN erbracht werden, und wenn ein psychisch Kranker sich "zusammenreißen" soll, dann ist es auch verkraftbar, wenn der Multimillionär sich dann halt die nächste Yacht mal nicht mehr leisten kann.

Kositza: Zustimmung.

Florian Sander

23. August 2023 18:54

Zumal im Übrigen das Hartz-System mit "Leistungsgerechtigkeit" nichts, aber auch gar nichts zu tun hatte. Das traf nämlich nicht nur psychisch Kranke, sondern auch Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, und dann, wenn sie in höherem Älter ohne eigene Schuld arbeitslos wurden, vor dem Nichts standen, ihr Haus verkaufen mussten und sozial abstiegen, dabei parallel noch zum gläsernen Bürger wurden, nicht selten drangsaliert durch Launen auslebende Beamte. Das mag sich die "eigentümlich frei"-Redaktion nicht vorstellen können, gehört(e) aber auch zu den Lebensrealitäten in der real existierenden BRD. Ich für meinen Teil möchte dieses System nicht zurück, zumal ich im Übrigen nicht glaube, dass das Bürgergeld-System an diesen Zuständen letztlich allzu viel geändert hat. Die Schonfristen wurden nur etwas verlängert, das ist alles.

Heinrich Loewe

23. August 2023 20:08

Amen!
Ist die Misere nun 1:1 das Werk von besonders bösen, korrupten, inkompetenten Leuten / Ideologen? Also, kann man die Probleme direkt „jemandem“ zuschreiben? Also: Ist es änderbar?
Oder sind wir schlicht im „Fourth Turning“ (Strauss/Howe), dem Zusammenbruch; einer der z.B. vier Phasen des zyklischen Geschichtsverlaufes. Ist es also objektiv, unvermeidlich?
Unabhängig von der Antwort sollte jeder einzelne Tag bestritten werden: fokussiert, unerbittlich (Mangel an Versöhnung), nicht korrumpierbar. Gott, Arbeit, Familie. Die andern haben uns den Krieg erklärt - nun denn, können sie haben.
Ich sehe es fast schon mit Genugtuung, daß nichts mehr funktioniert. Es muß erst noch viel schlimmer werden vor der Besserung.

FraAimerich

23. August 2023 20:22

"Es muß im Grunde keine 'Erwerbsunfähigkeitsrente' mehr geben!"
Stilfibeln und Deutsche freilich auch nicht unbedingt...
"Was für ein elendes Luxussegment! Und was es kostet!"
Ja, schlimm. Sollen die Leute doch lieber wieder auf der Straße betteln oder gleich mit Würde aus dem Leben scheiden, wenn sie selbst die Konkurrenz von Allergikern, Rückenkranken, psychisch Auffälligen und Zeugnislosen im Kampf um Zukunftsjobs wie Pfandflaschensammler, Einkaufswagendesinfektor, Freibadaufsicht, Schulhof-Security, Intergrationshelfer oder als Individualanschlußvermittler im Regionalverkehr fürchten! 
Schließlich muß alles getan werden, um ein krankes System irgendwie noch möglichst lange am Leben zu halten! Gerade in Zeiten der Energiewende böten sich doch so viele Möglichkeiten! An unteridischen Tretmühlen und Standfahrrad-Bataillonen zur Ökostrom-Gewinnung führt nach Lage der Dinge über kurz oder lang eh kein Weg vorbei. Und ein bißchen sportliche Betätigung täte den ganzen adipösen Sozialschmarotzern und damit den Krankenkassenbilanzen doch nur gut! Einsparungen kommen den Milliardengewinnen der Pharmaindustrie zugute. Win-win! 
!
Kositza: Ah. Daß Sie nun von "Sozialschmarotzern" auf Einkaufswagendesinfektoren und die Pharamaindustrie kommen - ein SEHR schmales Brett. Ich kann Ihre Suada nicht wirklich interpretieren, nur eine Vermutung: - Sie meinen, wer als "einfacher Bürger" "dem Staat" auf der Tasche liegt, befindet sich dadurch im Widerstand? Hab ich schon oft gehört. Nur sehe ich, daß die Leute, die diese "Philosophie" leben, zusehends verwahrlosen. Nicht unbedingt äußerlich, aber innerlich.

RMH

23. August 2023 20:32

"Danke, egal, wir nehmen jeden."
Ist halt die Frage, ob das für einen Vollzeit-Job ist oder nur wieder für einen der dämlichen "Mini-Jobs".

Kositza: Hören Sie sich mal um in Werkstätten, Praxen, Betreuungseinrichtungen etc. Mittlerweile wird fast jeder Ausbildungswillige mit Kußhand genommen.

Dietrichs Bern

23. August 2023 21:06

Mein bisher nachdrücklichstes "Verfallserlebnis" ist, das ein Vergewaltiger das Gericht als freier Mann verlässt und vom Richter eine gute Integration bescheinigt bekommt. Viel mehr ist nicht drin.

RMH

23. August 2023 21:35

Kositza: Hören Sie sich mal um in Werkstätten, Praxen, Betreuungseinrichtungen etc. Mittlerweile wird fast jeder Ausbildungswillige mit Kußhand genommen.
Ich dachte, hier gings nicht um eine Lehre sondern um einen Arbeitsplatz. Ich bin durchaus vom Fach und wollte darauf hinweisen, dass nach wie vor in ganz bestimmenten Branchen man lieber Mindestlohn + evtl. gnadenhalber 50 Cent on top für Minijobber zahlt, die sich dann leichter um Zuschläge, Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bescheissen lassen ("Sie waren an dem Tag ja gar nicht im Dienstplan"), als einmal ordentlich bezahlte Vollzeitjobs anzubieten - gerade die Branche des Handels gehört dazu (und genau dort habe ich recht genaue Berufskenntnis. Auf 6 Tage Woche hat heute kaum einer mehr Bock, daher nur noch Teilzeit, Teilzeit, Teilzeit und niemand lässt sich im Lohn so schön unten halten wie Teilzeitarbeitskräfte und Mini-Jobber. Das eine greift irgendwie in das andere).
Im Übrigen werden ich als Migrationsgegner bestimmt nicht in das Horn blasen, man fände niemanden. Das Thema ist sehr vielschichtig.

Wuwwerboezer

23. August 2023 22:40

"Ist's Wahnsinn auch, so hat es doch Methode!" - W. S., Die Tragödie von Hamlet, 2. Akt, 2. Szene / Polonius

Waldgaenger aus Schwaben

23. August 2023 23:12

Zum Thema  Fachkräftemangel gibt einen guten Artikel von Alexander Horn
https://www.novo-argumente.com/artikel/ohne_produktivitaetsoffensive_ist_der_fachkraeftemangel_nicht_loesbar
Kurz: Die Produktivität wächst in D nur noch um 0,6% p.a. Die Wirtschaft um 1,6%. Dieser Abstand schwankt seit Jahren um die 1%. Dies ist die Ursache des Fachkräftemangels. Die Einwanderungsstrategie der Regierung ist für die Tonne. Was wir bräuchten wäre eine Strategie, die Produktivitätssteigerungen fördert. Stattdessen immer mehr Bürokratie und Auflagen. Damit meine ich nicht nur den Staat, sondern auch das Management. Staatliche und wirtschaftliche Eliten verschmelzen sowieso immer mehr.
Als IT-Fachkraft konnte ich mich vor dem Wahnsinn namens scrum in Rente retten. Tagesablauf in den letzten ca 20 Monaten:
9:00 meeting. Was wollen wir heute erreichen
12:00 meeting: Zwischenstand, Wer hat Probleme? Wer kann helfen?
16:00 meeting: Was haben wir erreicht? Was schaffen wir heute noch?
Vernünftiges Arbeiten, Tüfteln an Problemen etc. war unmöglich. Es ging nur darum für das nächste Meeting irgendwas vorzubereiten.
Ab 16:00 konnte man noch ein bisschen sinnvoll arbeiten. Ich machte immer früh Schluss, weil sowieso unkündbar und kurz vor der Rente. Kollegen saßen oft bis spätabends.

Utz

23. August 2023 23:18

Die einfachen Lösungen funktionieren nicht!

Den Reichen (etwas) Geld wegnehmen geht nicht, weil die sind eben deshalb reich, weil sie sich noch nie die Butter vom Brot haben nehmen lassen. Wenn man denen was wegnehmen will, sind die einfach nicht mehr da. Die Bedeutung von Nationalstaaten ist eh im Abnehmen begriffen und sowieso sind die überall zuhause, wo es für sie paßt.
Der Fachkräftemangel, bzw. die Ausdünnung der Infrastruktur wird von mehreren Seiten befeuert: Nachwuchsmangel, mangelnde Arbeitsbereitschaft derjenigen, die auch so durchgefüttert werden, Verrentungswelle bei den geburtenstarken Jahrgängen und "Work-life-balance" bei denen, die gefragte Berufe haben und es sich aussuchen können.
Unser Land geht seinem notwendigen Ende entgegen. Der Untergang hätte noch etliche Jahre hinausgezögert werden können, wenn nicht die Alt-68-er und deren Gesinnungsgenossen die Schulen gekapert hätten.

FraAimerich

23. August 2023 23:55

"Sie meinen, wer als 'einfacher Bürger' 'dem Staat' auf der Tasche liegt, befindet sich dadurch im Widerstand?"
 
Durchaus nicht. Und mit der Verwahrlosung haben Sie, werte Frau Kositza, natürlich einen Punkt. Man müßte sich näher austauschen, worin sie besteht und woher sie rührt.
 
Doch derzeit, wo allseits staatstragende Opfer der Bürger zur "Transformation der Wirtschaft" (und des Gesundheits- sowie Rentensystems) beschworen und vorbereitet werden, fiele es mir nicht im Traum ein, beiläufig mit vielleicht doch etwas leichtfertigen Aussagen zu Erwerbsunfähigkeit und Sozialhilfe die nächste Welle neoliberaler Pauperisierungspolitik von rechts zu flankieren.
 
Sicher, mehr wird man europäischen Rechtsparteien auch künftig nicht gestatten, mehr darf auch Frau Meloni in Italien nicht. Aber "im Vorfeld" Vorschub werde ich dieser absehbaren Entwicklung in keinem Fall leisten. Das war schon vor 40 Jahren meine Sache nicht. Mag mein Brett darüber ruhig noch schmäler werden. 

Le Chasseur

24. August 2023 00:35

"Netto-Frau:
Danke, egal, wir nehmen jeden."
 
Finde ich gut. Es muss auch für Leute ohne Zeugnis Jobs geben. Grundsätzlich finde ich es als Arbeitnehmer gut, wenn meine Klasse in eine etwas bessere Verhandlungssituation kommt.

limes

24. August 2023 07:45

@ Florian Sander:
Und sei selbst die Luxusjacht den Schwerreichen gegönnt: Kern des Problems mit dem grenzenlosem Anhäufen von Reichtum ist, dass dieser mannigfach dazu eingesetzt werden kann, politisch zu wirken. Und zwar so, daß dieser Reichtum und Einfluss abgesichert und weiter vermehrt wird. Bis zum Kipp-Punkt.

limes

24. August 2023 08:09

@ Dietrichs Bern:
A bissl was geht immer, vielleicht wenn Richter ihre bürgerliche Existenz verlieren, die ihre Unabhängigkeit ernst nehmen? Aktuell online bei Tichys Einblick: »Urteile erziehen die Deutschen zu Feiglingen - Weimarer Richter verurteilt – wo Lina und Mohammad straffrei ausgehen «. Zitat daraus: »Zwei Vergewaltigungen und vielfache sexuelle Übergriffe wiegen also ähnlich schwer wie ein Familienrichter, der Kinder vor einem schädlichen Eingriff schützen will. Das ist auch eine Botschaft an alle Einheimischen, dass ihr ernsthaftes Bemühen um Lösungen und Verbesserungen für die Gesellschaft auf eine Stufe gestellt werden mit den gesellschaftszersetzenden Taten von wahrhaftigen Kriminellen.« Autor: Matthias Nikolaidis.

Mitleser2

24. August 2023 09:05

Warum hängen sich hier alle an einem 6-zeiligen Absatz auf? Der lange Rest des Textes (besonders der Anfang) hat keine Bedeutung? Da geht's doch um was ganz anderes, was auch wichtig ist.

tearjerker

24. August 2023 09:06

In der Fläche entstehen Leerstellen, die auch vom Staat immer schlechter erreicht werden? Es gibt also auch noch gute Nachrichten.

Dietrichs Bern

24. August 2023 09:19

@limes: Den Fall würde ich auf etwa die gleiche Ebene stellen, Kindeswohl als Triebfeder wird als Vergehen gewertet - die nachdrückliche Schädigung von Kindern durch staatliche Maßnahmen bleibt folgenlos. Und: Ehrenwerte Motive, werden auch nicht unterstellt, die gibt es nur für Gewalttäter von Links. 

MARCEL

24. August 2023 09:52

Kenn ich auch: überfüllte Züge, kaum noch Biodeutsche bei der Arbeit, selbst unter Chirurgen, wenn Biodeutsche am Bf, dann betrunken, Polizeiauto am Bf als "Sicherheits-Placebo", Ämter als Festungen, generell hoher Stress-Pegel, Aggressionen etc. etc.
Vaclav Havel sprach einmal von demoralisierenden Gesellschaften (er meinte damit den späten Ostblock), darin sind wir genötigt zu leben. Eine effektive Art der Volks-Erpressung, alle früheren Gewährleistungen sind zu zivilen Waffen geworden. 
Daher meine Politik-Skepsis. Spätestens seit 2015 haben bei mir politische Kategorien im Denken abgenommen. Das zuvor Undenkbare ist hinzugetreten.
Bestärkt mich wiederum in der Bewunderung für Jean Raspails (und andere, z.B. Jünger "An der Zeitmauer") "Sieben Reiter verließen sie Stadt" - prophetisches Szenario.
 
 

Einsiedler

24. August 2023 10:09

Ich wohne in der Altmark, im äußersten Norden von Sachsen-Anhalt. Havelberg hat zwar ca. 6000 Einwohner , aber die Situation ist genau, wie bei Ihnen beschrieben. Man befindet sich irgendwie in der Mitte von Nirgendwo.
Seit der Plandemie geht es deutlich sichtbar schneller bergab. Von der katholischen "Gemeinde" hier vor Ort will ich gar nicht reden, im Schnitt knapp unter 10 Besucher in der Messe, Durchschnittsalter geschätzt 70 Jahre.
Immerhin werden jetzt die leerstehenden Plattenbauten mit Ukrainern aufgefüllt. Von Goldstücken  sieht man hier allerdings nichts. ¯\_(ツ)_/¯

Niekisch

24. August 2023 10:17

"Es muß im Grunde keine “Erwerbsunfähigkeitsrenter” mehr geben. Was für ein elendes Luxussegment! Und was es kostet!"
Verehrte Frau Kositza, mich trifft der Schlag! Da trifft den 48-jährigen, ständig im Streß befindlichen und hohe Sozialabgaben leistenden Ingenieur der Schlaganfall. Er wird erwerbsunfähig, bekommt, wenn es keine EU-Rente mehr gibt, bloßes "Bürgergeld" unter Verbrauch seines Vermögens  und verarmt bis zum Tode hin. Sie hingegen genießen von seiner über Jahrzehnte gezahlten Kirchensteuer  Sozialleistungen der Kirche und von den durch ihn gezahlten Steuern hohes Kindergeld,  möglicherweise BaföG der studierenden Kinder sowie sonstige Infrastruktur.  
Gehts noch? Da wird mir um den gepredigten Solidarischen Patriotismus aber nun wirklich Angst und Bange. 

Le Chasseur

24. August 2023 10:43

@ Ellen Kositza: "Sie meinen, wer als "einfacher Bürger" "dem Staat" auf der Tasche liegt, befindet sich dadurch im Widerstand?"
Also ich sehe das schon so. Ich kann es keinem verübeln, der keine Steuern mehr an den Staat zahlen will, nur damit dieser dann mit dem Geld schwulen Zuwanderen den Sauna-Besuch finanzieren kann: 
https://www.bild.de/regional/dresden/dresden-aktuell/rechnungshof-kritik-sachsen-bezahlte-sauna-fuer-schwule-fluechtlinge-85148094.bild.html
Wahlen und Demonstrationen ändern nichts, was bleibt dann noch übrig?

RMH

24. August 2023 11:03

"Grundsätzlich finde ich es als Arbeitnehmer gut, wenn meine Klasse in eine etwas bessere Verhandlungssituation kommt." @Le Chasseur
Ich begrüße das auch sehr, denn mittlerweile bekommt man auch als Ü50 wieder Angebote. Im Übrigen ist es sehr schön, wenn die Damen und Herren Personaler endlich sich auch einmal ernsthafter mit Bewerbungen auseinandersetzen dürfen, als einfach nur ein Schablone mit Häckchen machen dranlegen und wo ein Häkchen fehlt, gibt es dann eben eine Textbaustein-Absage.
Was in Deutschland noch fehlt, ist die Durchlässigkeit der Karrieren nach unten. Wenn man es wie die Mid-Life-Crisis Ikone aus dem Film "American Beauty", Lester Burnham, machen will und sagt "Ich suche einen Job mit dem geringstmöglichen Maß an Verantwortung" dann wird man keinen finden. Ein Akademiker, der schon mal jahrzehntelang als solcher gearbeitet hat, wird in Deutschland nicht als Burger-Brater eingestellt.
PS: Eat the rich musste natürlich bei dem Thema kommen.

das kapital

24. August 2023 12:17

@RMHEat the rich macht nicht satt.Allerdings hat Deutschland 20.000 transatlantische Analgymnastiker, deren Verschwinden der Demokratie einen guten Dienst erweisen könnte. Diese 20.000 beziehen ihre Macht von dort und wenden sie turbokapitalistisch transatlantisch an. Nordstream wird niemals aufgeklärt. Kernkraftwerke sind dicht. Sanktionen zerstören nicht Deutschland, sondern retten die Welt. Ein Deutschland, das zur Gegenwehr weder bereit noch in der Lage ist, im Kleinsten nicht und im Größten nicht. Ein Land, das mir unendlich widerlich geworden ist.---Die Zerstörungskraft von NATO, Blackrock, EU und Bundesregierung ist so gigantisch geworden, dass kommunal nichts mehr geht. Fraisbach und Dresden sind nur der Anfang. In dieser für die Kommunen verzweifelten Situation werden auch noch 100.000 Flüchtlinge zusätzlich durch "Familiennachzug" hier reingeschoben. Das Ergebnis sind dann kommunale Haushaltssperren bundesweit West wie Ost. Die wollen das Land endgültig zerstören. Das hat nichts Zufälliges.

Gotlandfahrer

24. August 2023 12:18

Unser Land lebte schon immer aus der Provinz!
Deswegen ja das alles. Jeder Überbau tendiert dazu, seinen Unterbau abzubauen, zu vernutzen.  Wenn der Überbau, trotz dessen, dass er es kann, sich davon abhält, ist dies eine hohe und instabile Kulturleistung, die Restverbundenheit mit dem Unterbau erfordert. So wie „kluge“ Parasiten ein symbiotisches Gleichgewicht mit ihrem Wirt herstellen, müssten es die Herrschenden vollbringen, wie gute Hirten mit einem Gegennutzen für die Viecher (uns) zu wirken. Stattdessen ersetzen sie die Schafe vorzeitig durch Kunstfasern und Sojafleisch aus dem 3D-Drucker, weil einige der Schafe gelernt haben, Kunstfasern und Sojafleisch herzustellen und dafür mit Kunstfasern und Sojafleisch belohnt werden. 
Entscheidend für unsere Herde ist es also, den Überbau mit Mitgliedern der Herde zu besetzen, um wieder Verbundenheit mit ihr herzustellen. Dazu aber müssen erst die Köter, die den Hirtenverschlag bewachen, von ihren eigentlichen Herrchen zurückgepfiffen werden.
Das Netto-Beispiel kann man als Hoffnungsschimmer verstehen: Die gesellschaftliche Discountisierung auf allen Ebenen hat nun, in einer Art ungewollter Rückstoßwirkung, doch noch die Teilhabe der qualifikationslos Gehaltenen am Leistungsprozess ermöglicht. Das ist so, als ob vorsätzlich Analphabetisierte die Gelegenheit erhalten, Buchstabennudeln zu sortieren und damit einen dünnen Verbindungsfaden zur Kultur ihrer Vorfahren spüren. So eine Art Neustart auf niedrigem Niveau.

links ist wo der daumen rechts ist

24. August 2023 14:35

Da ist er wieder, der unausrottbare rechte Sozialdarwinismus. Zitate: Es gäbe nur einige entscheidende Weichen zu stellen. Kaum ein Mensch, außer schwerstens behindert, sollte die Aussicht auf ein arbeitsloses Grundeinkommen haben. Jeder Allergiker, jeder Rückenkranke, jeder psychisch Beeinträchtigte könnte leichterhand eine Arbeit ausführen. Es muß im Grunde keine “Erwerbsunfähigkeitsrenter” mehr geben. Was für ein elendes Luxussegment! Und was es kostet! Man müßte die Weichen nur grundsätzlich anders stellen, zum Wohle des ganzen Landes. Wer nicht arbeitet oder Angehörige pflegt und betreut, muß ran. Sonst gibt´s nichts, punkt. Es wäre nicht äußerst kompliziert, und es wäre ein Segen. Nur zur Erklärung: Es geht nicht um „Sozialschmarotzer“ oder nutzlose Esser, sondern darum, daß im Sozialbudget z.B. der Löwenanteil für Pensionen draufgeht. Warum nur ist man in D und Ö nicht in der Lage, ein intelligentes Pensionssystem a’la Schweiz (dem durchdachtesten Gemeinwesen der Welt) auf die Beine zu stellen? Das ist das eine, das andere ist die Tatsache, daß sich die Produktivität seit den 70ern vervielfacht hat, aber die Reallöhne nicht im gleichen Ausmaß gestiegen sind. Früher konnte ein Einkommen eine Familie erhalten – und heute? Also: Anstieg der Löhne oder Reduktion der Arbeitszeit! Aber darüber denkt man rechterseits nicht nach, sondern überläßt das windigen „Marxisten“. Ein Armutszeugnis sondergleichen.

links ist wo der daumen rechts ist

24. August 2023 14:36

Und dieses Jammern auf höchstem Niveau!
Seien Sie doch froh, geschätzte Frau Kositza, daß Sie sieben gesunden Kindern das Leben geschenkt haben und Sie eine Existenz führen können, die Marx als   bezeichnet hätte.

Kositza: Als was? Und wie kommen Sie darauf, daß ich nicht froh bin? Froh, dankbar, glücklich, was Sie wollen. Es ist ein weitverbreiteter Fehler, Kritik mit "Jammern" zu verwechseln!

Ich habe in jungen Jahren immer davon geträumt, einmal einen eigenen kleinen Verlag zu gründen, ein geräumiges altes Haus auf dem Land zu bewohnen und mich um einen Schüppel Kinder zu sorgen (dabei dachte ich natürlich nicht an Schnellroda, sondern eher an Ottensheim – für Insider).
Wie will man das aber seit den neoliberalen Verwerfungen auf ehrliche Weise oder ohne familiäre Mitgiften erreichen?
Und in diesen Planungsunsicherheiten und dem zunehmenden Konkurrenzdruck auch unter – vermeintlich - besten Freunden übernimmt man dann selbstverständlich die Pflege eines weltfremden Familienmitglieds, nachdem sich der Rest der Familie einen Sch…. drum schert.
Und wer hält familiäre Werte hoch, wenn nicht die Rechten, rührt aber keinen Finger bei entsprechenden Pflegereformen?
Es ist diese rechte Heuchelei, die einen ankotzt.
Links wie rechts sagen uns wohlstandsverwahrloste Bürgerkinder (Söhne und Töchter von Professoren, Ärzten oder Offizieren), was wir zu tun hätten; eine Besserwisserei der Schnösel und des Schmocks, die nie einer ehrlichen Arbeit nachgegangen sind. Zumindest einer dieser Clique, der eh. österr. Kinderkanzler, muß sich jetzt pro forma vor Gericht verantworten.

Gimli

24. August 2023 15:15

Ohje, @EK, das klingt nach "guten alten Zeiten" ... die selten so gut waren, wie erinnert, aber halt dennoch lange her, also ist man vllt selber nur älter geworden? Klar ändern sich Dinge. Das war aber - auch klar - schon immer so. Nur nicht in dieser GEschwindigkeit. HAt aber mE nichts mit einem deutschen Staatsversagen zu tun. Die internationalen Märkte und Firmen sowie die Digitalisierung bestimmen Tempo und Richtung. Postschalter in jedem Ort braucht man nicht mehr, kann niemand bezahlen. Postporto klappt zum Bsp prima via App. FAchkräftemangel ist aktuell in vielen LÄndern ein Thema. Seit Jahren gibts keinen Deutschen mehr zum Spargel stechen, wen wundert, dass Erzieher, Bäcker, Koch usw auch schon unattraktiv sind? Kirche ist Spezialfall: Dort fehlt der Glaube. Was ich nicht bedaure. Den "Biodeutschen" mag ich nicht lesen, das ist hässlich (ab wann ist man denn Bio?)Kapitalismus tut nicht gut. Er fördert Innovation, aber kein gutes Klima (in doppelter Hinischt) und solange er Ressourcenverschwendung geradezu fordert und das Materielle in den Mittelpunkt stellt und alle Politik sich danach richtet, verlieren viele Menschen ihre Mitte. Wir waren gestern beim Audihändler und überlegten, ob wir unsren Q2 "verlängern" und die Antwort war ganz klar: Audi will produzieren, daher gibts Rabatt auf Neue, der 4 Jahre alte muss getauscht werden. Wir werden das (zum ersten Mal) nicht tun und die Karre "zu Ende fahren". DAs fühlt sich richtig an. Übertragbar auch auf Lebensmittel, iPhones und iPads, Klamotten, Werkzeug.

Kositza:Es GIBT per se keinen Fachkräftemangel. Man könnte das alles regeln. Es ist ein komplett falsches Anreizsystem. Was wollen Sie mir mit Kapitalismus und Nachhaltigkeit sagen? Unsere Familie betreibt bekanntlich ziemlich konsequente Konsumaskese, hier wird nicht geshoppt, Kaputtes wird repariert etc.

Utz

24. August 2023 16:19

@ das kapital
> Die wollen das Land zerstören.<
Da haben Sie recht. Aber ein gesundes Land, mit einem gesunden Lebenswillen könnte nicht so einfach zerstört werden. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen. Eine bekannte Familie von mir hat drei Kinder. Zwei davon haben MINT-Berufe und leisten es sich Teilzeit zu arbeiten, und in der restlichen Zeit - bei gutem Verdienst - das Leben zu genießen. Das dritte Kind hat weniger gelernt und übt jetzt zwei Jobs aus, ca. 55 Stunden die Woche, um über die Runden zu kommen. Das machen aber nicht alle in der Lage. Die meisten sagen dann, ich lebe lieber auf Staatskosten. Die Rechnung geht einfach nicht auf. Eine Generation, die noch eine Arbeitsmoral hatte, weil es ja für die eigenen Kinder und im weitesten Sinn für das eigene Land war, gibt es nicht mehr. Die Jungen, das sind die, die nach immer mehr Zuwanderung schreien, fragen: wozu soll ich mehr arbeiten. Sie haben keine Ideale, außer in der ganzen Welt rumzufliegen, und durch ein bißchen Flüchtlingshilfe und kostenloses Geschwätz - wir sind die Guten - ein gutes Gefühl zu bekommen. Und den Eltern, die so alt sind wie ich, denen gefällt das, sie sind unheimlich stolz: Die Jungen heute, die machen das doch toll. Wo die überall hinkommen, haben Freunde in der ganzen Welt und sie sind so engagiert für den Klimaschutz und gegen Rassismus.Ich sehe keinen Weg, gegen diesen ganzen Mist anzukommen.

Le Chasseur

24. August 2023 16:39

"Es GIBT per se keinen Fachkräftemangel."
Richtig. Woran es mangelt, sind qualifizierte Arbeitnehmer, die bereit sind, für einen Appel und 'nen Ei ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, nur um den Großteil ihres Einkommens dann dem Staat und dem Vermieter in den Rachen zu schmeißen.
 
Kositza: Wenn Ihnen Zynismus weiterhilft, nur zu! Ich hatte allerdings weder von Staatsquote noch über Lohndumping geschrieben. Im Gegenteil stimme ich Ihnen zu - niemand muß sich über den Weggang qualifizierter Kräfte ins Ausland wundern.

links ist wo der daumen rechts ist

24. August 2023 16:52

Zitat:
Seien Sie doch froh, geschätzte Frau Kositza, daß Sie sieben gesunden Kindern das Leben geschenkt haben und Sie eine Existenz führen können, die Marx als   bezeichnet hätte.
Kositza: Als was? 
Sorry, Textbaustein fiel raus. Muß natürlich „freie (i.e. nichtentfremdete) Arbeit“ heißen.
Im Übrigen bin ich der Meinung, ehe wir eine - versch(r)obene – Sozialschmarotzerdebatte führen, daß man linken und rechten Welterklärern wie Neubauer oder Sellner einen Besen oder eine Schaufel in die Hand drückt.
Ich habe vor geraumer Zeit, als mir klar wurde, daß in Ö Leistung abseits von Erbpachten und Haberer-Partien nichts zählt, bei einem der größten Arbeitgeber in der Schweiz angeheuert (Logistikbereich) und 15 bis 16 Stunden am Tag geschuftet (auch oder gerade für einen Intellektuellen keine Schande), um mir mein Privatgelehrtendasein leisten zu können. So lange, bis familiäre Pflege- bzw. Aufsichtspflichten meine Mobilität eingeschränkt haben.
Der besagte Arbeitgeber sucht übrigens weiterhin Urlaubsvertretungen…

Gimli

24. August 2023 16:59

@EK: Ich komme Ihnen ja schon mit Konsumkritik entgegen, aber Ihre Beitrag ist  ja eine Breitseite mit Streumunition. Fachkräftemangel in der Kirche zB hat mit dem Rest wenig zu tun. Wie gesagt: Deutsche Spargelstecher (Fachkräfte??) gibts seit Jahren nicht mehr --> die Preise für den deutschen krummen Rücken wollen wir Verbraucher nicht zahlen. Dieses Anreizsystem haben die Verbraucher kaputt gemacht. Köche verdienen nicht gut genug für den Stress in der Küche bei familenunfreundlichen Arbeitszeiten. Usw .. Es GIBT ihn, den Fachkräftemangel. Meine Kollgen in den USA berichten auch davon, bei einem Arbeitsmarkt, der sich vom deutschen ja wohl drastisch unterscheidet. Wenn ich Ihr Lamento als zusammenhangslose Aufzählung einzelner Beobachtungen lese (und ja nicht alles "quer" finde) und der Generalvorwurf sich nicht nur an DIE Politik richtet, sondern auch die Wählerschaft/Kundschaft in den Blick nimmt, so ist ja gut. Und wenn Sie betonen, wie nachhaltig Sie leben, dann geht ja jedem und jeder Grünen das Herz auf ... denn Grüne sind eigentlich Konservative. 

Gotlandfahrer

24. August 2023 17:20

@links ist wo der daumen…
Falsch. Sozialdarwinismus ist Auslese der Fittesten, nach Ihnen derjenigen, die durch Arbeit überleben. Das jedoch ist Ergebnis linker Mangelwirtschaft. In der Verfassung der UdSSR hieß es, wer nicht arbeitet, der soll nicht essen.
Sie projizieren Ihre Dissonanzen zu Zielkonflikten, wie Freiheit, Würde und Auskommen ins Lot zu bringen ist, auf Rechte. In den Zitaten geht es aber darum, der Auslese derjenigen entgegenzuwirken, die die fehlende Fitness aufweisen, der Verführung zu widerstehen, sich bis zur Demenz auf dem Sofa mittels Alimentierung wundzuliegen. Der angekettete Hofhund, der nur bis zum Freßnapf stapfen muss, aber auch nur darf, mag Umverteilungsgewinner sein – scheidet aber, sofern nicht gerade eine unaufmerksame Hündin in seinen Radius läuft, aus dem Gen-Pool aus. Die Dinge hingegen so einzurichten, dass Menschen nicht systematisch ihre Potentiale ungenutzt lassen, ist Rechts.
Wenn Sie ernsthaft glauben, Rechts überließe man Nachdenken über den Abfluss der Produktivitätsrenten in volksfremde Taschen den Marxisten, dann frage ich mich, mit welcher Aufmerksamkeit Sie u.a. dieses Forum verfolgen, Stichwort solidarischer Patriotismus. Welche neuen Ideen haben denn Marxisten dazu? Wo sind linke Konzepte zum Pensionssystem, außer Ausbau? Stellen Sie Rechte bitte nicht in die Reihe, in der Sie gemeinsam mit Ihrem materialistischem Alter Ego aus der Finanzwelt stehen, weil für linke Handlanger dort was abfällt.

tearjerker

24. August 2023 18:46

@lidwddri: Die Verteilungskämpfe sind real und die HKL verläuft nicht zwischen Sozialdarwinisten und den Armutszeugnis-Vergebern, sondern zwischen Familien, deren sieben Kinder die Erträge ihres Schaffens in erster Linie zur Versorgung Familienfremder und nicht der eigenen Eltern aufwenden sollen und den Profiteuren dieses Treibens: Millionen BG-Empfänger, Parteien, Kirchen, NGOs, ihnen zugeordnete Unternehmen, vom Staat Beschäftigte usw. Es ist eine verdrehte Form der Tributpflicht entstanden, die nicht nur Geld verteilt, sondern die Leister auch sozial abwertet, entwürdigt, erpresst und bedroht, Asozialtät prämiert und an Jeden Kohle verteilt, der hilft diesen Zustand zu vertiefen. Die Hysterie um Team Blau basiert darauf, dass nicht mehr alle mitspielen wollen, auch wenn deren Stammklientel erstmal nur sauer ist, dass sie selbst nicht zu den Profiteuren gehört. Der Laden ist komplett unreformierbar.

Hesperiolus

24. August 2023 22:04

I. “ Nie hatten wir mehr „aus psychischen Gründen“ Krankgeschriebene als heute. “ - ein Wunder etwa in diesem seelisch kaputten Land? - “ zusehends verwahrlosen. Nicht unbedingt äußerlich, aber innerlich” - die Leute innerhalb genauso (!) wie außerhalb ihrer oft / meist sinn- und ziellosen Beschäftigungen. Weniger darunter die Schreinermeister, Forschungsbibliothekare oder Großbauern. - “Schrumpfenlernen und Standhalten” ist der Punkt, dem ich als Anhänger des japanischen Modells zustimme; darum geht es wohl EK. “Kaum ein Mensch, außer schwerstens behindert, sollte die Aussicht auf ein arbeitsloses Grundeinkommen haben” - hier ist letzteres, das arbeitslose Grundeinkommen, das entscheidend und richtig monierte, doch etwas schroff dahin formuliert. Vorher sollte aber auch die, dazu erzogene, vorhanden deutsche untere Erwerbsbevölkerung überhaupt ersteinmal transgenerationalen Vermögensaufbau betreiben können, um derartigen Lebensfährnissen altbürgerlich entgegenstehen zu können.

Hesperiolus

24. August 2023 22:06

II.  Zeigt sich hier neoliberaler Influx der katholischen Soziallehre, wie sie unheilvoll ausgerechnet ein “Rhonheimer” vertritt. Warum immmer ... ? Ich liebes es, meine Präjudicen widerlegt zu sehen. Die ärgerniserregende nebengehende Bemerkung hat unterlaufend etwas von kollektivistischer Arbeitspflicht und sozialdarwiner Systembejahung, das im Kommentariat zu recht aufstößt. Bei EK hin und wieder mehr als bei GK, der sowas kommoder ausdrückt. - Als jemand, der bescheiden von kleinen Kapitalerträgen lebt, würde ich mir auch lieber eine Kugel - weniger in den Kopf als -  in die Brust schiessen, denn mindestlöhnend einen “Burger” für proletoide Fresser zubereiten zu müssen. - Und warum hat der als subepigonaler Schatten seines dämonischen Großmeisters J. Huxley hier provo-trollende, der metapolitischen Fassung des Zwergentums bei G. Nebel höhnende Kommentator seinen Abkömmlingen nicht bei Zeiten das Spargelzupfen beigebracht?

heinrichbrueck

24. August 2023 22:45

Wer gut verdient und keine Kinder hat, arbeitet für die Ausländer. Die Ausländer haben einen Fachkräftemangel, die Deutschen (ohne Volk) stellen die Fachkräfte. Was übrigbleibt, es bleibt jede Menge übrig, wird exportiert. Das Ausland freut sich, Geschenke werden immer willkommen sein. Gehirnwäsche, Integrationslüge, ideologischer Irrtum, quer durch das Land. Kein Volk sein zu wollen, Weg der Nachkriegskapitulation: Demographie im Niedergangsmodus, Anpassung an das Zuwanderungsniveau. Ein Volk sein zu wollen, Weg der Volksgemeinschaft (Einkommensunterschiede und Hierarchie): Rechnen lernen und Schluß mit dieser Gleichheitsheuchelei. In beiden Fällen kein Fachkräftemangel. 

Eo

24. August 2023 23:41

@ Gotlandfahrer      24. August 2023 17:20
 
 
.
Wow !  Welch eine Volte
und was für ein Return !  Sie bringen es voll auf den Punkt, daß der Sozialstaat, so wie sich dieser im linken Zeitgeist verselbständigt und aufgebläht hat, anstatt tatsächlich soziales Elend zu vermindern und abzubauen, dieses erst großflächig hervorbringt um nicht zu sagen regelrecht (heran)züchtet -- und dazu auch noch im großen Stil anzieht ...
 
Könnte mir gut vorstellen,
eine halbe Nacht lang mit Ihnen über interessante und beschwiegene Themen wie zB. Parasitismus, das Böse, die Relevanz von Mythen (und auch Märchen) und so einiges andere mehr erhellende und vertiefende Gespräche zu führen.
.
 

Dieter Rose

25. August 2023 08:55

@tearjerker
Das ging mir so schon lange durch den Kopf: die Leister sind die neuen Sklaven.
Da muss ich immer grinsen, wenn es um die Verbrechen der Weißen (und nur der Weißen, nicht auch der Araber ...) als Sklavenhalter und -händler geht.
Doppelte Maßstäbe, ein ein bekannter Denker immer wieder bemerkt.
 

MARCEL

25. August 2023 09:29

"eine verdrehte Form der Tributpflicht"
@tearjerker
Ja, letztlich ist es bereits eine Art Schutzgeld geworden.
Es hat m. E. Dimensionen angenommen, jenseits von politischen, bis dato üblichen Handlungsmöglichkeiten.

Umlautkombinat

25. August 2023 09:42

> Grüne sind eigentlich Konservative. 
 
Eher nicht. Sie sind progressiv im reaktionaerst moeglichem Sinn (Klonovsky nennt das 'Ewigmorgige'). Vor allen Dingen haben sie ein Problem mit Individuen. Ausser ihrer eigenen narzistischen "Variante", die nichts anderes auch nur akzeptieren kann. Was Gruende im unterbewussten Wissen um die eigene Limitiertheit hat. Verbunden mit einem ebensolchen Wissen, dass die Forderung von Ableitungen daraus die andere betreffen, unverfroren sind. Ein entspannteres Verhaeltnis zu Macht benoetigt ein paar Generationen. Insofern liebe ich Fruehphasen, dort sind die Dinge noch klar sichtbar.

Gimli

25. August 2023 09:43

@Gotland: Solidarischer Patriotismus? Soziale Marktwirtschaft? Ist das nicht dasselbe, nur mit nationalem Unterbau? Ohne gute ökonomische Betrachtungen  und nur mit eleganten Metaphern ist mir das nicht geheuer. So wie mir - zugegeben: Vorbehalt - das Nationale nicht geheuer ist. Biologische Analogie wäre die Zellmembran --> Abschottung ist gegen die Physik, mit Energie kommt man gegen die Entropie aber an und hält die Grenze aufrecht. Nur: Will oder muss man das? Da wir alle keine Jäger und Sammler mehr sind, sondern arbeitsteilig leben und die Produktionsmittel eben auf der Welt nicht gleich verteilt sind, wird es Migration geben. Und eben: Soziale Marktwirtschaft. Ich bin aber der Überzeugung, dass wir in absehbarer Zeit alle kaum noch arbeiten werden, da intelligente Maschinen uns das abnehmen. Marktwirtschaft adé. Das ist keine Utopie mehr und auch nicht nur Dystopie: Eine geschrumpfte Menschheit (und das wird sie (müssen): Wohlstand und Bildung hat iA schrumpfende Kinderquote zur Folge) kann sich damit arrangieren. Die einen bilden sich weiter, die andern gärtnern ... Aber das Auskommen hängt davon nicht mehr ab, geht nur um Sinngebung und Bekämpfung der Langeweile. 

Egonon

25. August 2023 14:22

Biegsame Geister allerorten. Es fehlt an Kohärenz, an Harmonie, an Klarheit.
Der Schriftsteller von Schirach, der seine Karriere nicht unmaßgeblich dem Nimbus des Großvaters, der sich ja ebenso gut auf das Erklären von unerklärbaren Zutänden verstand, leidet wohl an schweren Depressionen. Die Psyche macht nicht mit. Tragisch. Geichzeitig tritt er als aggressiver Verteidiger, wenn auch suaviter in modo, der herrschenden Zustände, der offenen Gesellschaft, die die ganz ekelhafte AfD wohl abzuschaffen gedenkt, auf. Twitter ist voll mit ostentativ psychisch kranken Menschen, die gleichzeitig das herrschende System verteidigen. 
Dass Alles mit Allem zusammenhängt kommt diesen "Irren" nicht in den Sinn. Dass das herrschende System die Krankheit provoziert ist ausgeschlossen. Dass Organisationschaos, drankonische Behörden, fremde Gesichter, Gerüche und fremdes Verhalten ganz einfach psychisch krank machen können, ist dabei doch sehr einfach einzusehen.
Gesund, stark und vital ist nach heutigen Maßstäben LTI. Doch ohne kann kein Staat gemacht werden. Stäbe biegen sich, bis sie brechen. Es knackt gewaltig.

links ist wo der daumen rechts ist

25. August 2023 16:36

@ Gotlandfahrer @ Eo
Na da haben sich ja zwei Arme im Geiste gefunden.
Ein paar Stichwörter aufschnappen und gleich die dümmsten Plattitüden vom Stapel lassen.
Ich habe z.B. von „windigen Marxisten“ gesprochen, aber Sie sehen gleich alles – Pawlowscher Reflex – affirmativ.
Nur damit wir uns richtig verstehen: ich bin für das absolute Leistungsprinzip. Und für ein klassisches Bildungsideal (humanistisches Gymnasium). Wer auf der Strecke bliebe? Die, die via familiärer Erbpacht den Leistungsanforderungen entgehen. Die dummen und faulen Reichen, die diese Art von Auslese als Naturprinzip legitimiert sehen wollen.
Aber (entfremdete) Arbeit muß sich halt lohnen. Leider hatten wir ja seit den 90ern eine Kehrtwende vom volkswirtschaftlichen zum betriebswirtschaftlichen Denken.
Deswegen bewundere ich z.B. die Schweiz (Pensionssystem als Beispiel hatte ich genannt) und habe dort gearbeitet.
Aber führen Sie weiter Ihre Spiegelgefechte und heulen Sie mit den Wölfen.

FraAimerich

25. August 2023 20:30

Eines der Hauptprobleme bei den Spiegelfechtereien hier scheint mir zu sein, daß nicht nur kaum Einigkeit darüber zu erzielen ist, wofür man streitet. Es herrschen auch die abenteuerlichsten Vorstellungen, gegen wen oder was man sich im Widerstand befindet - oder wodurch. Ich finde das ehrlich gesagt zunehmend befremdlich, nach allem, was an theoretischer Vorarbeit bereits geleistet wurde.
 
Im Nachbarstrang wird gerade wieder einmal - wie soll man es formulieren? - der Eindruck erweckt, als hätten (AfD-)Wahlergebnisse, ein paar Prozent rauf oder runter wg. Wagenknecht, irgendeine relevante Bedeutung für die herrschende Politik bzw. für die Zukunft Deutschlands. Das Ganze eingerahmt von aus der Zeit gefallenen Kommentaren von BRD-Nostalgikern, Merz-Beratern und Werteunion-Strategen. Zur Ordnung ruft mein Lieblingsprophet, der stets mahnt, das alles erst noch schlimmer kommen müsse, gleichzeitig jedoch unermüdlich das unheilvolle Wirken irgendwelcher "Kulturmarxisten" (meint er BlackRock?) beklagt, ohne die sein heidnischer Heilsplan dann doch wohl scheitern müßte wie der christliche ohne Judas. 

FraAimerich

25. August 2023 20:31

Gewiß, jeder hat sein Steckenpferd und fand auf eigenen Wegen hier her. Die Sache mit der "Mosaik-Rechten" war eine schöne Idee, wobei es natürlich nie ein Zeichen der Stärke ist, es erst mal - wie Netto - mit jedem versuchen zu wollen. Gerade dann sollte es freilich gelten, die richtigen Ideen zu organisieren. Den Sozialdarwinismus der Angelsachsen (eher protestantisch als katholisch), den Biologismus der Materialisten und die kapitalistische Gewinnsucht der Liberalen bekommt man anderswo ohnehin günstiger.
 
Ja, ich weiß - "Dann geh doch zu Netto!"

Mboko Lumumbe

25. August 2023 21:05

Es ist befremdlich, wie sich seit einiger Zeit hier Respektlosigkeit und latente Aggression Ausdruck bahnen. Offenbar mangelt es manchen hier an Frustrationstoleranz und Strategien der Resilienz. Natürlich kann es auch schlicht die Unfähigkeit zur Akzeptanz oder auch nur Tolerierung anderer Meinungen sein.

Gracchus

25. August 2023 23:47

Also die Passagen über EU-Rente und HartzIV habe ich auch als Hohn empfunden - und den Unmut einiger als verständlich. "Aus psychischen Gründen" - würde ich als Leser von Tolstoi, Shakespeare, Tschechow, die eben auch große Seelenkenner nie in Anführungszeichen setzen.
Stattdessen: warum sich nicht für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen einsetzen? Ich würde noch weiter gehen als linkswo: Löhne rauf, Arbeitszeit runter.
Warum sich nicht fragen, weshalb Depression zu einer Volkskrankheit geworden ist? 

Gracchus

25. August 2023 23:50

@FraAimerich:
"Wofür man streitet" - das ist die richtige Frage. Die meisten wollen aber nicht streiten, sondern ihre Ruhe.

Gracchus

25. August 2023 23:51

@Waldgänger
Was ist der scrum-Wahnsinn?

FraAimerich

26. August 2023 01:42

Wenn Sie möchten, werter @Mboko Lumumbe, können wir uns gerne mal bei Netto treffen, um uns persönlich besser kennenzulernen! Ich bin von Haus aus ein umgänglicher, toleranter Typ und erläutere dann gern detailliert und mit allem Respekt, weshalb die oben bezeichneten Haltungen politisch kritisiert und nicht gepflegt gehören - zumal im "neurechten" Dunstkreis! 

Gustav

26. August 2023 09:41

@ Gimli
Die schwedische Netzzeitung Nya Dagbladet, die nach Auskunft der Schrottsammelstelle nationalistisch, verschwörungstheoretisch, wissenschaftsskeptisch und des Teufels ist, hat ein geleaktes Papier des think tanks „RAND Corporation” veröffentlicht:
https://nyadagbladet.se/utrikes/shocking-document-how-the-us-planned-the-war-and-energy-crisis-in-europe/
Dort wird die Rolle der Grünen wie folgt beschrieben:
„Voraussetzung dafür, dass Deutschland in diese Falle tappt, ist die dominierende Rolle grüner Parteien und europäischer Ideologien. ‚Die deutsche Umweltbewegung ist eine höchst dogmatische, wenn nicht sogar fanatische Bewegung, was es leicht macht, sie dazu zu bringen, wirtschaftliche Argumente zu ignorieren’, heißt es unter Berufung auf die derzeitige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock und den Klimaminister Robert Habeck als Beispiele für diesen Politikertyp. ‚Persönliche Eigenschaften und mangelnde Professionalität lassen vermuten, dass es ihnen unmöglich ist, ihre eigenen Fehler rechtzeitig zu erkennen.’ Es werde also ausreichen, schnell ein mediales Bild von Putins aggressivem Krieg zu zeichnen und die Grünen damit zu glühenden und harten Befürwortern von Sanktionen – zu einer ‚Kriegspartei’ – zu machen. Dadurch werde eine ungehinderte Verhängung der Sanktionen möglich.“

Mboko Lumumbe

26. August 2023 10:14

"Löhne rauf, Arbeitszeit runter."
Solchen parolierenden Linken empfehle ich gerne:
Schaffe und erhalte doch du selbst diese Arbeitsplätze mit Bezahlung, die du von anderen forderst. Also, nur zu und mutig voran.
Dann kommt nix mehr. Nie.
---
"Warum sich nicht fragen, weshalb Depression zu einer Volkskrankheit geworden ist?"
Nie war es einfacher einen gelben Zettel zu bekommen, natürlich nicht alle, aber einige und deshalb so viele. Keiner kann anderen in den Kopf und die Seele schauen und dieser Missbrauch geht zu Lasten derer, die es wahrlich trifft.

Mboko Lumumbe

26. August 2023 10:17

@FraAimerich
Warum nicht hier? Hier haben Sie es angezettelt und gezündelt. Also, nur zu und mutig voran.

Utz

26. August 2023 12:31

> Löhne rauf, Arbeitszeit runter!<
Wenn das der Staat vorschreibt und dann der entsprechende Arbeitgeber sagt: 'Deutschland lohnt sich nicht mehr für mich, ich verlagere den Betrieb ins Ausland', was machen Sie dann? Soll es dann nur noch Staatsbetriebe geben? Die haben sich auch nie gelohnt, und dann hat sich eben irgendwann das ganze Land nicht mehr gelohnt.

FraAimerich

26. August 2023 12:35

Wieso "zündle" ich und "zettle etwas an", wenn ich auf SiN darauf verweise, was bei führenden Vertretern der "traditionellen" Neuen Rechten weitgehend Konsens war, ist und - eingedenk der Notwendigkeit gewisser taktischer Zugeständnisse - auch bleiben sollte?

Gracchus

26. August 2023 14:43

@Mboko Lumumbe
Linkswo hat es schon gesagt. Muss ich jetzt auch Minister sein, um, sagen wir, Baerbock zu kritisieren? Das ist natürlich plakativ, im Stil des Artikels, aber ein erstrebenswertes Ziel, wofür natürlich systemisch etwas geändert werden müsste. 
Mit einem gelben Schein kriegen Sie keine EU-Rente. Also hören Sie auf zu schwätzen. 
@FraAimerich hat auch nicht gezündelt. Ich stelle mir in dem Zusammenhang die Frage, ob die Rechte sich für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen, kurzum: für das Gute,  einsetzen oder einfach nur irgendeine Ideologie durchdrücken will. Ein weiteres Problem, eine psychische Hürde: dass der Feind von oben agiert, vom Machtpol aus, bringt die Rechte, jedenfalls die Konservativen, in arge Gewissensnöte.
 

links ist wo der daumen rechts ist

26. August 2023 19:09

@ Utz
Zitat:
> Löhne rauf, Arbeitszeit runter!<Wenn das der Staat vorschreibt und dann der entsprechende Arbeitgeber sagt: 'Deutschland lohnt sich nicht mehr für mich, ich verlagere den Betrieb ins Ausland', was machen Sie dann? Soll es dann nur noch Staatsbetriebe geben? Die haben sich auch nie gelohnt, und dann hat sich eben irgendwann das ganze Land nicht mehr gelohnt.
Staaten könnten klug agieren (in der „ethnischen Frage“ blicken doch auch alle gebannt nach China oder Japan) oder man holt/lockt – aktuelles Beispiel der klügsten aller Bundesregierungen – einen taiwanesischen Halbleiter-Hersteller für 10 Mrd. nach Deutschland.
Zur Erinnerung: Deutschland hatte seit der Reichsgründung immer in Abgrenzung zum angelsächsischen Raubtierkapitalismus einen dritten Weg gesucht. Bis 1989.
Im Grunde sind das heute alles mafiöse erpresserische Strukturen. Und wenn das Ganze ein gewisses Ausmaß erreicht hat, daß transnationale Konzerne Staaten in die Knie zwingen, gilt es als normal.
Man sollte halt das Maulheldentum eines freien Unternehmertums zum Wohle der Menschheit kräftig entzaubern. Ich habe vor kurzem eine Biographie von Frank Stronach gelesen. Wenn Kanada in den 90ern kein staatliches Förderprogramm für Autozubehör-Lieferanten gefahren wäre, wäre dieser eitle Stoasteirer hundertmal baden gegangen.
Von seinen sonstigen Steuertricks ganz zu schweigen:
https://www.news.at/a/frank-stronach-die-geld-tricks-neo-politikers-339435
 

links ist wo der daumen rechts ist

26. August 2023 19:28

@ Mboko Lumumbe
Zitat:
"Löhne rauf, Arbeitszeit runter."Solchen parolierenden Linken empfehle ich gerne:Schaffe und erhalte doch du selbst diese Arbeitsplätze mit Bezahlung, die du von anderen forderst. Also, nur zu und mutig voran.Dann kommt nix mehr. Nie.
Sie haben Recht, ich wird als idealistischer (= selbstausbeuterischer) Archivar, der ganze Gelehrtenbibliotheken vor dem Entsorgtwerden gerettet hat, diesen Papierkram demnächst in die Donau kippen, um ein Startup-Unternehmen mit irgendeiner Bullshit-Dienstleistung zu gründen.
Reguläre Jobs verwandle ich am besten in Praktika oder „freies Dienstnehmertum“, Sozialabgaben als Arbeitgeber erspare ich mir durch arbeitsmarktpolitische Förderprogramme (liegen für Ö im hohen zweistelligen Millionenbereich). Nach max. einem halben Jahr wechsle ich dieses Nutzvieh aus. Wenn ich expandiere und an die Börse gehe, bin ich nur mehr meinen Aktionären verpflichtet. Profit, Rendite, Prost! Wer einen Begriff wie „betriebliche Mitbestimmung“ erwähnt, wird auf Rufschädigung geklagt. 
Wär‘ ja noch schöner, wenn mir diese Sozialrevolutionäre mit ihren linken Utopien einer „sozialen Marktwirtschaft“ oder des „rheinischen Kapitalismus“ kämen. 
Damit ist seit 1989 Schluß, es lebe der angelsächsische Raubtierkapitalismus. Von wegen Umerziehung…
Röpke? Nö, das Bild von Maggie Thatcher auf dem Nachtkastl für feuchte Träume.

Mboko Lumumbe

27. August 2023 14:05

@FraAimerich 26. August 2023 12:35"Wieso "zündle" ich und "zettle etwas an"..."
Weil Sie sich offenbar von verschiedenen vorhergehenden Beiträgen und insbesondere von meinem Beitrag vom 25. August 2023 um 21:05 Uhr angesprochen fühlten und darauf geantwortet haben:
FraAimerich 26. August 2023 01:42"Wenn Sie möchten, werter @Mboko Lumumbe, ... und erläutere dann gern detailliert und mit allem Respekt, weshalb die oben bezeichneten Haltungen politisch kritisiert und nicht gepflegt gehören..."
Und ich habe Ihnen daraufhin angeboten, Ihre Erläuterungen doch hier zu schreiben, was Sie bisher nicht getan haben?!

FraAimerich

28. August 2023 00:45

@Mboko Lumumbe
 
Ich habe mich zu bestimmten befremdlichen Kommentaren im Nachbarstrang geäußert, was wiederum Sie zu befremden schien. Daraufhin wollte ich Ihnen zu verstehen geben, daß meine Kritik Ursach hat, die ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne detailliert erläutern würde. Hier, dachte ich, sollte der kurze Hinweis auf die "Sukzessionslinie" meiner Ablehnung genügen. Das war wohl zu subtil. 
 
Also: Sozialdarwinismus, Biologismus, übrigens auch Rassismus, kurz: die ganzen materialistischen Entartungen des westlichen Nihilismus, sind nicht Lösungsansätze, sondern haben uns geistig-seelisch in jenes dunkle Tal geführt, das wir jetzt alternativlos zu durchschreiten haben.
 
Leider will ein Großteil der Rechten dieses (geistige) Tal offenbar gar nicht verlassen, sondern verteidigen, sich Wagenburgen in gewissen Rückzugsgebieten einrichten und dort um das "Vorrecht" kämpfen, die Krankheiten des Modernismus um jeden Preis zu "bewahren" bzw. das eigene Siechtum auf Kosten anderer zu verlängern sowie die Lage der Friedhöfe zu bestimmen, statt einen echten Neuanfang vorzubereiten. 
 
Dagegen Lk 9,60 - oder "populistisch" mit Gandalf: "Flieht, ihr Narren!" 

Mboko Lumumbe

28. August 2023 09:23

@FraAimerich
Ja klar, Sie sind ja auch Teil der "polittherapeutischen Selbsthilfegruppe" (Nachbarstrang), ganz unsubtil. Schönen Tag.

Laurenz

28. August 2023 13:16

Mir sind die Zweifel von RMH, Niekisch, Utz, Heinrich Löwe etc. am Artikel durchaus angebracht. Der Artikel, wie auch die Debatte läuft mir bei einem so komplexen Thema viel zu oberflächlich, wenig tatsächlich analysierend. Gerade habe ich alle Beiträge dazu nochmals gelesen, was meine Laune bezüglich der Debattenführung nicht verbessert hat. Schlechte Einkommensbedingungen sind, gemäß Tietmeyer, der nicht gerade der König der Bundesbank-Präsidenten war, ganz folgerichtig eine Frage der Währungsstabilität. Dysfunktionalität entstand/entsteht, entgegen der Meinung von Rheinländer, dadurch, daß der Staat seine infrastrukturellen Kompetenzen (wie zB Autobahn- & Schienenstrangbau), wo er auf territorialen & hoheitlichen Belangen immer federführend sein muß, abgebaut & an private Unternehmen ausgelagert hat. Symptomatisch sind die permanent fallenden Standards beim Einstellungsverfahren in Pozilei & Militär. Alleine, daß da Frauen, außerhalb von Bürotätigkeiten, eingestellt werden, ist der Anfang vom Untergang. Wenn es nicht genügend adäquate Bewerber gibt, ist das einerseits einer zu schlechten Bezahlung, wie der Abschaffung der Wehrpflicht & dem schlechten Schulsystem geschuldet.

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