Vier Strategien, mit denen die AfD neutralisiert werden soll (3 und 4)

Strategie 3: das thematische Ersticken

Studien der Vergangenheit haben bereits gezeigt, daß Umfragehochs und Wachstumstendenzen der AfD maßgeblich vom öffentlichen Diskursklima und der Themensetzung abhängen. Entscheidend wirkt dabei immer noch die Resonanz des Asyl- und Migrationsthemas.

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Als das Umfra­ge­insti­tut You­Gov im Febru­ar als eines der ers­ten Insti­tu­te ein deut­li­ches Hoch über 15% für die AfD ver­zeich­ne­te, war dies zeit­gleich der Punkt, an dem sich das The­ma „Asyl und Migra­ti­on“ als wich­tigs­tes The­ma für die Deut­schen nach vor­ne schob und die Ener­gie­kri­se ablöste.

Die ange­spann­te Migra­ti­ons­la­ge wird auch wei­ter­hin anhal­ten. 2023 könn­te laut man­cher Pro­gno­sen sogar an die Kri­sen­jah­re 2015 und 2016 anknüpfen.

Spä­tes­tens ab 2020 haben wir gese­hen, daß mit einem abneh­men­den Agen­da-Set­ting in den Migra­ti­ons­de­bat­ten auch die Umfra­ge­wer­te der AfD sta­gnier­ten und zurück­gin­gen. Die AfD ist kei­ne Par­tei mit beson­de­ren pro­mi­nen­ten Aus­hän­ge­schil­dern. Sowohl die Fes­ti­gung einer Stamm­wäh­ler­schaft als auch die Her­aus­bil­dung eines ideo­lo­gi­schen Kerns ist noch ein lau­fen­der Prozeß.

Dyna­mik ent­fal­tet sich für die AfD ins­be­son­de­re über die öffent­li­che The­men­set­zung. Somit könn­te eine öffent­li­che poli­ti­sche Lethar­gie-Stim­mung durch­aus ein wei­te­res Wachs­tum brem­sen. Die tat­säch­li­chen Aus­sich­ten wei­sen aber auf eine noch schär­fe­re Pola­ri­sie­rung hin.

Wäh­rend die Fol­gen der Grenz­öff­nun­gen 2015 für die meis­ten Men­schen noch nicht ein­mal ver­daut sind, erle­ben wir jetzt unmit­tel­bar die nächs­te Wel­le, die sich nicht nur in den urba­nen Bal­lungs­räu­men ent­lädt, son­dern auch auf klei­ne Land­ge­mein­den und Kom­mu­nen aus­strahlt, wo ein Con­tai­ner­dorf nach dem ande­ren aus dem Boden gestampft wird.

Poten­ziert wird die­se Ent­wick­lung schließ­lich von der öko­no­mi­schen Kri­sen­la­ge. In der unte­ren Mit­tel­schicht zer­bricht gera­de ein gan­zer Hau­fen an Wohl­stands­il­lu­sio­nen und wirt­schaft­li­cher Gewiß­hei­ten. Die Infla­ti­ons­fol­gen fres­sen sich bis in die höhe­ren Ein­kom­mens­klas­sen. Haus­hal­te mit einem monat­li­chen Net­to­ein­kom­men von unter 3.500€ sind laut Spar­kas­sen­stu­die nicht mehr spar- und rücklagenfähig.

Nach einer gesell­schaft­li­chen Ent­span­nung und feh­len­den the­ma­ti­schen Hebeln für die AfD sieht es aktu­ell also nicht aus. Dies ist auch dadurch bedingt, daß die poli­ti­schen The­men kei­nes­wegs nur eine tem­po­rä­re Epi­so­de aus­ma­chen. Der Ukrai­ne-Krieg ist am Ende nur die Beschleu­ni­gung für die ohne­hin geplan­ten Maß­nah­men im Rah­men Trans­for­ma­ti­ons­po­li­tik der Ampel-Regie­rung gewesen.

Mit dem Jahr 2023 hat auch in der demo­gra­phi­schen Sub­stanz eine Zei­ten­wen­de statt­ge­fun­den. Die ers­ten gebur­ten­star­ken Jahr­gän­ge der Baby­boo­mer gehen nun in Ren­te und hin­ter­las­sen jähr­lich eine Erwerbs­po­ten­ti­al­lü­cke von bis zu 300.000 Men­schen, die als neue Kräf­te auf den Arbeits­markt kommen.

Das heißt: Jedes Jahr errei­chen bis zu 1 Mil­li­on Men­schen das Ren­ten­ein­tritts­al­ter, wäh­rend aber nur ca. 700.000 jun­ge Men­schen neu in das Berufs­le­ben ein­stei­gen. Die­se Tat­sa­che wird die aggres­si­ve Ein­wan­de­rungs­po­li­tik der Ampel noch wei­ter beför­dern. Die mul­ti­plen Kri­sen­her­de wer­den selbst von den eta­blier­ten Par­tei­en nicht geleug­net, und man ist bereits dar­auf ein­ge­stellt, daß vie­le Men­schen öko­no­misch zurück­ge­las­sen werden.

– – –

Stra­te­gie 4: Zuspit­zung und Polarisierung 

In den letz­ten Wochen ist die Debat­te rund um ein Ver­bot der AfD inten­si­ver gewor­den und wird inzwi­schen sogar von eini­gen pro­mi­nen­te­ren Poli­ti­kern aus SPD- und Uni­ons­krei­sen als Mög­lich­keit in Betracht gezo­gen. Auf die intel­lek­tu­ell fla­che und ermü­den­de Begrün­dung mit­tels der „wehr­haf­ten Demo­kra­tie“ will ich hier im Detail gar nicht eingehen.

Für die meis­ten klingt das Ver­bot einer Par­tei, die in den Umfra­gen bei über 20% liegt, völ­lig skur­ril. Doch in der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler-Bla­se ist man bereits eif­rig dabei, eini­ge legi­ti­mie­ren­de Begrün­dun­gen zu liefern.

So wür­den die 20% Zustim­mung für die AfD nur ein Wäh­ler­spek­trum wider­spie­geln, das über die letz­ten Jahr­zehn­te ohne­hin als rech­tes Poten­ti­al latent gewe­sen ist. Ein AfD-Ver­bot wür­de die­se Wäh­ler­mas­sen ledig­lich zwi­schen eta­blier­ten Par­tei­en und Nicht­wäh­ler­spek­trum neu ver­tei­len. Die Gefahr eines demo­kra­ti­schen Reprä­sen­ta­ti­ons­de­fi­zits sehen die For­scher dem­nach nicht.

Man will die Paria­stel­lung der AfD um jeden Preis auf­recht­erhal­ten. Das erzeugt ins­be­son­de­re für die CDU im Osten auf lan­ge Sicht einen enor­men Dis­zi­pli­nie­rungs­druck gegen­über der eige­nen Basis. Dort ist man sich der schwin­den­den Macht­op­tio­nen sehr wohl bewußt.

So ist es auch nicht ver­wun­der­lich, daß es aus­ge­rech­net der ehe­ma­li­ge Ost-Beauf­trag­te Mar­co Wan­der­witz gewe­sen ist, der die Ver­bots­for­de­rung als einer der ers­ten einbrachte.

Für die AfD schafft die­ses Span­nungs­feld aus Nor­ma­li­sie­rung und Pola­ri­sie­rung eine äußerst güns­ti­ge Aus­gangs­la­ge. Die Nor­ma­li­sie­rung hebt das erwei­ter­te Wäh­ler­po­ten­ti­al und ver­fes­tigt die Bestands­wäh­ler­schaft. Die Pola­ri­sie­rung mar­kiert die ideo­lo­gi­schen und lebens­welt­li­chen Bruch­stel­len und läßt somit wei­te­re Mobi­li­sie­rungs­re­ser­ven her­an­wach­sen. Laut einer der letz­ten INSA-Umfra­gen liegt das erwei­ter­te AfD-Wäh­ler­po­ten­ti­al bun­des­weit bereits bei 33%.

Die Aus­gren­zungs­stra­te­gie gegen­über der AfD kann als geschei­tert ange­se­hen wer­den. Es ist nur noch ein Selbst­ver­ge­wis­se­rungs­ri­tu­al, um die Domi­nanz der eige­nen Schuld­n­eu­ro­se im gesell­schaft­li­chen Dis­kurs zu hal­ten. Die AfD wächst nicht nur in einer Zeit mit einer für sie güns­ti­gen the­ma­ti­schen Bedin­gungs­la­ge, son­dern eben auch zum Trotz von Ver­fas­sungs­schutz­be­ob­ach­tung, fort­ge­setz­ter Dif­fa­mie­rung und media­ler Iso­la­ti­on. Der Werk­zeug­kas­ten des Estab­lish­ments ist abgenutzt.

Das alles bedeu­tet nicht, daß ein wei­te­res AfD-Wachs­tum oder auch nur eine Sta­bi­li­sie­rung auf einem 20% Pla­teau eine Selbst­ver­ständ­lich­keit wäre, die auch lang­fris­tig auf­grund von exter­nen Fak­to­ren kata­ly­siert wer­den könn­te. Die Her­aus­for­de­run­gen habe ich bereits zum Beginn die­ses Bei­trags skiz­ziert. Die in die Höhe wach­sen­den Äste der Par­tei brau­chen mit­tel­fris­tig auch ein robus­tes Wurzelwerk.

Umfra­gen blei­ben am Ende nur ein tem­po­rä­rer Stim­mungs­in­di­ka­tor, die jetzt aber auch dazu genutzt wer­den müs­sen – um meta­po­li­ti­sche Res­sour­cen zu schaf­fen, um sich für die Gegen­of­fen­si­ve im Kul­tur­kampf aufzurüsten.

 

 

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (30)

Joachim Datko

25. August 2023 10:42

Die AfD ist eine konservative Partei ("konservativ" lateinisch "conservare" deutsch "bewahren"). Ich bin von Anfang an AfD-Sympathisant und Wähler.
Für mich ist der Widerstand der AfD gegen die massive Einwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten besonders wichtig.
Man sollte nicht versuchen, eine neue Partei, die AfD ist erst 10 Jahre alt, durch Diffamierung zu bekämpfen. Nachdem die CDU/CSU unter Merkel und jetzt die FDP unter Lindner sich dem linksgrünen Zeitgeist angeschlossen haben, ist die AfD die einzige große konservative Partei in Deutschland.
Joachim Datko, Regensburg
 - Physiker, Philosoph
 
 

Gotlandfahrer

25. August 2023 12:01

@ Joachim Datko:
Willkommen im Club, das haben Sie erneut schön gesagt, hoffentlich nimmt man es sich bei der CDU endlich zu Herzen!
Ob die AfD nun gut beraten ist, irgendetwas von dem systematischen Mist, der uns das Land versaut, zu "konservieren", oder ob "Alternative" nicht doch eher heisst, die wichtigsten Dinge komplett anders zu machen, können wir hier ja versuchen herauszufinden. Bis dahin alles Gute!

Laurenz

25. August 2023 14:10

@DF .... schreibe mir hier seit mittlerweile vielen Jahren die Finger wund, um den SiN-Forum-Lesern klar zu machen, daß Deutschland erst mal nicht gerettet werden muß. Nur die einzelne, persönliche Betroffenheit durch den Kultur-Marxismus einer jedeweden Bundes-Junta verändert Wählerverhalten. Das hatten die meisten Rechten nie verstanden. Dort herrschte bisher der Glaube vor, Politik artikuliere sich beim Wähler über das bessere Argument. Mitnichten. Es gilt nachwievor das martialische Erziehungsprinzip, wer nicht hören will, muß fühlen. Das tut natürlich dem Rechten Individuum in der Seele weh. Denn, wie von Waldstein indirekt sagt, https://youtu.be/evaWasoEwRI sagt, blutet dem Rechten beim Niedergang der Heimat das Herz, während der Linke mit der Erfüllung seines Selbsthasses Befriedigung findet. Um eine Veränderung des sogenannten Sentiments herbeizuführen, muß der Zustand der Ex-Republik noch viel desaströser werden. Höcke hatte das vor 2 oder 3 Jahren im großen 1%-Interview klar erkannt & die Chance formuliert, in Thüringen aus eigener Kraft in Regeirungsverantwortung kommen zu können, um sich damit für den Bund in einer Vorreiter-Rolle zu qualifizieren.

Laurenz

25. August 2023 14:21

@Gotlandfahrer @Joachim Datko  .... hoffentlich nimmt man es sich bei der CDU endlich zu Herzen .... Das krankhafte, ja manische betören wollen an die Adresse der Union, ist bei der Rechten einfach nichts auszurotten. Mit Verlaub, wie blöd & dämlich kann man sein? Das passiert, wenn man politisch vor 30 Jahren in seinem Leben stehengeblieben & damit irrelevant werdend, aus der Zeit gefallen ist. Diese Union, die Sie hier zitieren, ist bereits Jahrzehnte tot.  Sie existiert nicht mehr. Sie hat nur vergessen, ihren Namen in Merkel-Union oder NeoSED umzufirmieren. Wenn Sie den Artikel richtig gelesen hätten, würden Sie, Gotlandfahrer, feststellen, daß DF im Bezug auf die Union nix von rechts oder links geschrieben hat, sondern nur über Machtoptionen. Im ersten Artikel nimmt Er darauf Bezug im Zitat des Wahlverhaltens der Ü-60-Wähler, die genauso in der nie mehr wiederkehrenden Vergangenheit leben, wie Sie.

Artabanus

25. August 2023 14:35

Das Wachstum der AFD ist einzig auf die geisteskranke Politik der restlichen Parteien zurückzuführen. Ein Verbot der AFD wäre die endgültige Errichtung einer totalitären Diktatur. Das sollte jedem klar sein und in oeffentlichen Diskussionen auch so benannt werden. 

Gotlandfahrer

25. August 2023 14:56

@ Laurenz
Gegen wunde Finger hilft Bepanthen®, wenn man denn noch keine Hornhaut entwickelt hat. Ansonsten einfach wieder hinlegen, mein Stoßgebet an die CDU-Adresse war ein kleiner Welcome-Klapps auf die Schulter des werten Herrn J.D., der noch nicht so lange hier kommentiert. Stifte in der Werkstatt wurden früher zur Materialausgabe mit dem Auftrag geschickt, fünfmal Haumiblau zu holen. Sie haben J.D. den Weg aber abgenommen, dafür mein Dank.

Laurenz

25. August 2023 14:57

@Artabanus .... Das Wachstum der AFD ist einzig auf die geisteskranke Politik der restlichen Parteien zurückzuführen..... wäre Politik in Deutschland nicht offensichtlich geisteskrank, hätte es keinen Grund gegeben, die AfD zu gründen.

Karl Otto

25. August 2023 15:34

Ich bin ziemlich sicher, wenn die Regierung sich dazu durchringen könnte, ein paar Maßnahmen zu ergreifen, die den Menschen das Gefühl vermitteln, dass die Politik bestrebt ist, ihre Lage zu verbessern, etwa Grenzkontrollen, effektive Abschiebungen, Streichung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel wie in Spanien, Wiederanfahren der Kernkraftwerke, dann hätte der Höhenflug der AfD bald ein Ende. Niemand erwartet eine großen Umbruch, aber man müsste zumindest das Gefühl bekommen, dass sich etwas tut.
Das wird natürlich nicht geschehen, warum auch immer.

Umlautkombinat

25. August 2023 15:42

@Laurenz
 
> Gotlandfahrer, ..., der Ü-60-Wähler, die genauso in der nie mehr wiederkehrenden Vergangenheit leben, wie Sie.
 
Dass Sie Kommentatoren nicht lesen koennen, das wurde hier schon oefter festgestellt, was allerdings bei @Gotlandfahrer spaetestens ab 
 
> oder ob "Alternative" nicht doch eher heisst, die wichtigsten Dinge komplett anders zu machen
 
verhindert, die Ironie zu erkennen und Sie stattdessen wieder einmal mit dem Kantholz losgehen laesst, das erschliesst sich mir nicht. Und ist dann allerdings auch nicht zu tolerieren.

AndyStueve

25. August 2023 16:19

Die AfD ist mitnichten mehr die " Ein-Thema-Partei", die sich vorwiegend gegen die Masseneinwanderung wendet. Nicht nur in Schnellroda weiß man, daß es das alles entscheidende Thema für Deutschland ist. Wird die Invasion nicht gestoppt und keine Remigration eingeleitet, stehen die Deutschen sehr bald in der Rolle einer Minderheit unter dominierenden anderen Minderheiten. Die Abschaffung des Staatswesens ist schon sehr weit gediehen, das allerdings wäre der finale Untergang Deutschlands und der Deutschen. Nichtsdestoweniger ist es äußerst wichtig, die Themen Energieversorgung, Zensur, Gendertrallala und anders massiv und ausdrucksstark zu begleiten. Da niemand außer uns dieses tut. Die rotgrüne CDU stellt den Maximalausfall einer Opposition dar und befördert täglich den Irrsinn und die Zerstörungsphantasien von rotgrün unter Mittäterschaft der zunehmend kulturmarxistischen FDP. Als langjährigesund stolzes Mitglied der AfD habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, wissend und fürchtend, daß Wahlen auch demnächst nichts ändern werden. Es gilt, den vorpolitischen Raum zu erobern und zu verteidigen. Die Macht sitzt nicht im Bundestag. Aber wem sage ich das.
 

Tageszeile

25. August 2023 16:50

Guten Tag, 
was ich hier vermisse, ist das „Aufsaugen“ der Wähler von mehreren Kleinparteien wie der „Freie Sachsen“ zum Beispiel. Diese machen mehr oder weniger örtlich viele Anhänger mobil und suchen Anschlüsse. Die vehemente Regionalität muss hier für die AFD Maßgabe sein? Interessant finde ich auch, dass bei den Auszählungen der Wahlzettel meist auf die Beamten des parteidominierenden Staatsapparates zurückgegriffen wird. Das heißt, dass bei den Auszählungen der falsch aufkommenden Stimmzettel (einige Prozent) immer die aufkommende Erststimme mitgezählt und die andere weggelassen wird. Das wird im Wahlbezirk festgelegt bei der Auszählung durch Abstimmung der Wahlzettelzähler, Wahlhelfer, also Wahlvorstände. Und hier sitzen nur Staatsdiener, die diese Stimmen insgesamt auch ablehnen könnten – doch dann währen die Linken in Leipzig untergegangen und nicht im Bundestag. Ein Augenmerk an die AFD für die nächsten Wahlen selbst Wahlvorstände zu etablieren. 

Laurenz

25. August 2023 18:06

Guten Tag @Tageszelle, Sie sind neu hier oder habe ich Sie nur immer verpaßt? In 2021 betrug die Zahl der AfD-Mitgleider gut 30.000. Es waren auch schon mal 35k. Mittlerweile könnte sich die Zahl der Mitglieder wieder der alten Marke genähert haben. Ich kann Ihnen nur empfehlen, machen Sie mit, werden Wahlhelfer oder Wahlbeobachter. Wie will man mit 30k Mann, 11.000 Kommunen, 294 Landkreise, 16 Bundesländer & den Bund, wie Europa politisch abdecken? Wenn Sie uns das verraten können, wären Ihnen viele aktive Mitbürger dankbar.
@Umlautkombinat & Gotlandfahrer @L. ... Machen Sie Sich nur lustig. Hier an dieser Stelle wurden in den letzten Jahren einfach viel zu häufig mit Meuthen'schem Appeasement die Stiefel der Union geleckt, als daß das noch irgendwie witzig sein könnte. Überlegen Sie vorher, was Sie schreiben, sonst gibt es eben verbal auf die Fresse. Wir sind hier nicht auf einem Grünen Wunschkonzert-Blog, wo Nichtwissen als Regel entschudigt ist.

Dieter Rose

25. August 2023 18:36

Sie versuchen es halt mit Spitzfindigkeiten: Martin Hahn heute in der Schwäbischen (im Volksmund Schäbige genannt)
"Sie sind demokratisch gewählt, aber keine Demokraten."
Jetzt Wähler, mach was draus!

Umlautkombinat

25. August 2023 21:13

> Überlegen Sie vorher, was Sie schreiben, sonst gibt es eben verbal auf die Fresse.
So gross kann ein Glashaus eigentlich nicht sein, ticken Sie noch ganz richtig, @Laurenz? Wenn Sie jemand in welcher Form immer auf die Fresse hauen wollen, ist es immer dienlich, genau zu wissen warum. Wenn Sie wie in dem Fall gar nicht verstanden haben, was ausgedrueckt wurde dann nehmen Sie besser mal den Fuss vom Gas. 
 

Ordoliberal

25. August 2023 21:44

@laurenz
Verblüffend, dass sich ein Mensch mit Ihren Manieren konservativ nennt. Humor und Nachsicht gehen Ihnen anscheinend völlig ab, obwohl typisch konservative Haltungen, da sie Einsicht in das ewig Menschliche voraussetzen. Nichts gegen Invektiven, aber ein Konservativer setzt sie pointiert und unterhaltsam und lässt den Gegner das Gesicht wahren. Die Lust zu demütigen ist wie der Dünkel und die moralische Gewissheit dem Kleinbürger eigentümlich.

Volksdeutscher

26. August 2023 10:34

@Laurenz - "Nur die einzelne, persönliche Betroffenheit durch den Kultur-Marxismus einer jedeweden Bundes-Junta verändert Wählerverhalten."
 Und ich schreibe mir hier die Finger wund, um Leuten wie Ihnen darzulegen, daß das deutsche Volk wert ist, gerettet zu werden. Wenn nicht, dann ist jede Sekunde, die man hier mit Schreiben verbringt, vergeudete Zeit. Nur Kampf und nichts als unermüdlicher Kampf um das Volk und für das Volk kann Veränderungen zeitigen, indem man ihm - bei aller Kritik und Härte - Trost, Verständnis und Zuversicht entgegenbringt. Es geht bei diesem Kampf nicht darum, die Veränderung seines eigenen Sentiments herbeizuführen, sondern darum, das Volk aus seiner Unmündigkeit, ob selbstverschuldet oder nicht, zu erlösen, dessen Zustand durch Herbeiführung von noch mehr Desaster nicht besser wird. Ich will mein Volk retten - nicht mich. Ich werde einst wohl untergehen, aber mein Volk soll weiterleben. Es scheint nicht nur, es sieht auch so aus, daß Sie aus der Methapher von von Waldstein falsche Folgerungen gezogen haben. Besser als das von Ihnen geprisene alttestamentarische Erziehungsprinzip ist die Gnade, die man seinem Volk angedeihen läßt, wohl wissend, daß nur derjenige, der sich zu ihm bückt, es zu seiner Höhe wird emporheben können. Wer es jedoch wie Zirkustiere behandelt, der wohl eher nicht. Jesus peitschte die Krämer aus dem Tempel, nicht das Volk.

Volksdeutscher

26. August 2023 10:58

"Die Bürger fürchten zunehmend Nachteile durch Reformen."
Die Linke, wenn sie etwas zerstören will, führt unter dem Deckmantel von herbeigeredeten "Reformationen" ständig Deformationen durch. Nichts entgeht so seiner Zerstörungswut, sei es die Sprache, die Wirtschaft, die Gesellschaft, das Volk oder die Rasse. Reformation ist seit Luther die Rechtfertigung dafür, wenn eine gesellschaftspolitische Kraft etwas "legitimerweise" und unbehelligt zerstören will. Den Rechten ist es bis dato nicht gelungen, diese Strategie zu entschärfen und ihr den betrügerischen Anschein der Heiligkeit zu nehmen, da das Volk, wie es auch aus obiger Statistik hervorgeht, immenoch glaubt, daß es sich bei Reformen um Reformen handle, wenn auch um solche, die sich unangenehm auswirken. 

Hartwig aus LG8

26. August 2023 11:54

""Sie sind demokratisch gewählt, aber keine Demokraten.""
 
Tja. Die BRD ist als Republik verfasst. Die Substantive "Demokratie" und "Demokrat" kommen im deutschen Grundgesetz kein einziges mal vor.
Beim Durchgrasen des GG ist mir der wohl recht neu gefasste Art. 21 aufgefallen. Ich halte es für wesentlich wahrscheinlicher, dass dieser Artikel gegen die AfD in Stellung gebracht wird, als ein Verbot.

Niekisch

26. August 2023 13:03

@ Volksdeutscher: Ganz einfach nur: Danke! 

t.gygax

26. August 2023 14:25

@volksdeutscher
"Jesus peitschte die Krämer aus dem Tempel,nicht das Volk..."
Sie sagen es.  Die Verachtung des eigenen Volkes-oder mancher Teile davon -schimmert bei manchen Kommentaren hier unangenehm durch. Leider.
 

tearjerker

26. August 2023 16:06

Dass die CSU erstmal die Antisemitismus-Karte gegenüber dem Koalitionspartner zieht: Überraschend und doch gleichzeitig ziemlich ausgelutscht. Will Söder unbedingt Schwarz-Grün in Bayern um sich als Scholz-Nachfolger zu bewerben? 

Phil

26. August 2023 17:44

Strategie 1: CDU wird “wieder konservativer” – unwahrscheinlichStrategie 2: Das Aufkommen einer “Sarah Wagenknecht Partei” – unwahrscheinlichStrategie 3: das thematische Ersticken – wäre der Schlüssel, aber unwahrscheinlichStrategie 4: Verbot, evtl. auf Landesverbände beschränkt – ...?

Volksdeutscher

26. August 2023 18:00

@Niekisch
Immer wieder gerne.

Le Chasseur

26. August 2023 20:31

"Dass die CSU erstmal die Antisemitismus-Karte gegenüber dem Koalitionspartner zieht: Überraschend und doch gleichzeitig ziemlich ausgelutscht. Will Söder unbedingt Schwarz-Grün in Bayern um sich als Scholz-Nachfolger zu bewerben?"
Söder will mit gar niemanden koalieren, der wäre am liebsten ein absolutistischer Gottkaiser. Er hofft ganz einfach, dass jetzt verschreckte Freie-Wähler-Anhänger zur CSU überlaufen und dann im Oktober dort ihr Kreuzchen machen. Aiwanger ist der Volkstribun, der Söder gerne wäre (bei der Demo in Erding vor einigen Wochen wurde Aiwanger bejubelt, während Söder ausgepfiffen wurde). Deswegen muss Aiwanger aus Söders Sicht beschädigt werden.

Umlautkombinat

27. August 2023 10:50

@Volksdeutscher
 
> sondern darum, das Volk aus seiner Unmündigkeit, ob selbstverschuldet oder nicht, zu erlösen
 
Ein Widerspruch in sich, weswegen "erloesen" das Wort ist, welches Kant in seiner Sentenz nie benutzt und aus demselben Grund das "selbstverschuldet" unter keinen Umstaenden relativiert haette. Damit waere seine Kernaussage inhaltslos. Muendigkeit erfordert eine Ingredienz des Eigenen, die vielleicht von aussen angeregt, aber nicht vollzogen werden kann. Schon gar nicht als Erloesung. Wird diese Eigenheit nicht final in grossem Massstab freigesetzt - und das ist bis heute nie in der Geschichte so gewesen - biegt sich letztlich unvermeidlich wieder alles in den Zustand der Unmuendigkeit in neuer oder alter Form. 
 
Ob man nun die von @Laurenz vertretene alte Meinung des ausschliesslichen Lernens durch Schmerz (hat nach meiner Meinung schon etwas fuer sich) so sieht oder nicht, das ist diskutierbar. Was mir an der Kritik daran nicht gefaellt, ist die polarisierende Gegenueberstellung des "schlechten" Eigenen gegenueber dem "guten" Dienen am Volk. Viel mehr Leute als oft gesehen machen Letzteres ohne staendig grossen moralisierenden Zauber darum zu treiben, indem sie sich inhaltlich erst einmal auf konkrete Staerken des Ersteren stuetzen.

Maiordomus

27. August 2023 12:16

@Umlautkombinat. Der Ausgang aus der selbstverschulderen Unmündigkeit geschieht weder durch Erlösung durch einen Erlöser noch durch Selbsterlösung, sondern in der Tat nur durch Besonnenheit, Klugheit in der Orientierung "an den Sachen selbst",wie es der Philosoph sagt, also eine Genauigkeit den Dingen gegenüber. Um etwas aber auf dieser Basis verändern zu können, bedarf es der Tapferkeit, freilich auch Erfahrung, Lebenserfahrung sowie kulturelle Verankerung. In diese Richtung verläuft der Prozess der Mündigwerdung, wobei immerhin die kulturelle Verankerung, beim noch interessanten Dlatko kaum oder gar nicht christlich orientiert, eine intersubjektive Basis darstellt, mit welcher man bei Wahlen wenn nicht eine Macht, aber immerhin ein Element darstellen kann. Diejenigen aber, die anderen verbal auf die Fresse glauben geben zu müssen, sind politisch nicht zurechnungsfähig, sich der enormen weissen oder schwarzen Flächen in der eigenen Orientierungsgeografie sich nicht bewusst. Eine Hypothek für jede Partei und Bewegung. 

Volksdeutscher

27. August 2023 20:27

@Umlautkombinat
Ich habe meine Behauptung nicht von Kant abgeleitet. Aber warum ist das ein Widerspruch in sich aus Ihrer Sicht?

Jan

28. August 2023 09:09

Strategie 5: Neutralisierung durch Einbindung
Diese Strategie hat man offensichtlich bei den Grünen angewendet. Die jahrzehntelangen Kämpfe zwischen Fundis und Realos waren eine Konsequenz davon. Noch 1986 wollten die Grünen "raus aus der Nato", 1999 stimmte man für die Nato-Bombardierung Belgrads. 
Als Fischer Außenminister war, las ich mal irgendwo einen Artikel (Spiegel?): Deutsche Mitarbeiter im Außenministerium frotzelten gegenüber ihren US-Kollegen anfangs, dass den Amerikanern wohl ganz bange gewesen sein muss, weil ja jetzt dieser Typ aus dem Dunstkreis des anti-imperialistischen Linksradikalismus Außenminister geworden sei. Albright erwiderte trocken: Wir waren über Fischer genau informiert und wussten, dass da jemand kommt, der unsere außenpolitische Linie voll unterstützt.   
Mit anderen Worten: Man hat in den Jahren vor der Machtübernahme daran gearbeitet, dass bei den Grünen jene Leute in die Führungspositionen kommen, welche mit US-Interessen besonders konform gehen. Vor diesem Hintergrund ist auch der kometenhafte Aufstieg Baerbocks zu sehen.

Umlautkombinat

28. August 2023 09:56

@Volksdeutscher
Ein gewollter Bezug auf Kant lag nah, wenn Unmuendigkeit und selbstverschuldet derart eng in einem Satz verwendet werden. 
 
... aber es geht auch ohne. Ich hatte es eh mehr gewaehlt, weil seine Auffassung dazu meiner entspricht. Die gewuenschte Erklaerung steht auch schon da: Unmuendigkeit ist die Beherrschung durch fremde Gedanken (auch die Bereitschaft dazu etc., aber ich halte es kurz). Der Ausweg daraus hat wesentlich mit der Essenz der Person zu tun. Deswegen kann sie nicht von aussen kommen, als Erloesung etwa. In Erweiterung kommt auch das von @Maiordomus Gesagte dazu, speziell das Denken "an den Sachen selbst". Aus diesem Grund hat m.E. Kant der auf den ersten Blick sperrigen Begriffswahl "Ausgang" Nachdenken gewidmet, weil diese Aussenwirkung nicht ausschliesst, aber das genannte Charakteristikum "selbst gehen" enthaelt. Das ist fuer etliche Dinge nicht hinreichend (die ressourcenreichsten Gegner sind m.E. persoenlich aufgeklaert, aber bekaempfen das massiv aus einem zu engen Vorteilsnahmebegriff heraus als Masseneigenschaft), aber notwendig.
 

Niekisch

28. August 2023 11:04

"Der Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit"
@ Maiordomus 27.8. 12:16:  Verehrter Meister: Kann es "Mündigkeit" und als Vorlauf "selbstverschuldete Unmündigkeit" überhaupt geben? Wie die neurowissenschaftliche Theorie des "Predictive Processing" aussagt, bildet sich infolge von Sinneswahrnehmung durch äußere Organe das ansonsten von der Außenwelt abgeschlossene Gehirn ein eigenes Modell der Welt und korrigiert seine Vorhersagen über den Zustand der Realität immer wieder, weil es zu Vorhersagefehlern kommt ( vgl. Sterzer, Philipp, Die Illusion der Vernunft, Ullstein 2022, S. 282 )
Wenn schon unser Gehirn die Welt um uns herum garnicht in realiter erkennen kann, wie können wir dann mit einem Unmündigkeits- und Verschuldensbegriff arbeiten? Wie soll eine "Orientierung an den Sachen selbst" gelingen, wenn wir ihre Realität nur sinnlich antasten können, wenn unser Gehirn sich ihrer nur annimmt, um eine eigene Realität zu schaffen. 
Leben nicht gerade deswegen alle Menschen je unterschiedlich in ihrer eigenen Welt, die eine überindividuelle Wertigkeit garnicht erst zuläßt?

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