Identität und Raum

von Felix Dirsch -- PDF der Druckfassung aus Sezession 114/ Juni 2023

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Daß die Wech­sel­be­zie­hun­gen zwi­schen Raum und natio­na­ler Iden­ti­tät seit über sie­ben Jahr­zehn­ten zu den stief­müt­ter­lich behan­del­ten Berei­chen kul­tur­wis­sen­schaft­li­cher Dis­zi­pli­nen gehö­ren, kann kaum überraschen.

Wenn über­haupt Publi­ka­tio­nen zu die­ser Ver­bin­dung erschei­nen, dann üben sie sich in Ver­su­chen his­to­ri­scher Rekon­struk­ti­on. (1) Zu nahe ste­hen sol­che Zusam­men­hän­ge den angeb­lich über­hol­ten Fach­be­rei­chen Geo­po­li­tik oder Geopsychologie.

Mit dem Pflan­zen­öko­lo­gen Hans­jörg Küs­ter ver­fügt die­se Dis­zi­plin über einen inter­na­tio­nal renom­mier­ten Gelehr­ten, der das The­ma Land­schaf­ten nicht zuletzt unter den Gesichts­punk­ten von Schön­heit und Kom­ple­xi­tät erör­tert. (2) Dar­über hin­aus ist die Stel­lung des Men­schen im Raum immer wie­der the­ma­ti­siert wor­den, aller­dings weit­hin abs­trakt. (3)  Die Prä­ge­kräf­te des Men­schen durch den Raum, beson­ders durch Boden und ter­ri­to­ria­le Eigen­hei­ten, blei­ben häu­fig unberücksichtigt.

Es paßt vor die­sem Hin­ter­grund ins Bild, wenn Hans­jörg Küs­ter den Zusam­men­hang von Land­schaft und natio­na­ler Iden­ti­tät für den Nach­barn Hol­land unter­sucht und nicht für Deutsch­land. (4) In kur­zen Betrach­tun­gen sieht er die tra­di­tio­nel­len Iden­ti­täts­mar­ker durch Nivel­lie­rung und Gleich­ma­che­rei bedroht, dar­un­ter Wind­müh­len und Dei­che, die vor­nehm­lich durch poli­ti­sche Inter­ven­tio­nen geschützt wer­den, zäh­len sie doch in beson­de­rer Wei­se zum Kul­tur­er­be der Nie­der­lan­de. Man hat zu ent­schei­den, ob gege­be­nen­falls alte Iden­ti­tä­ten zu bewah­ren oder im Ein­zel­fall sogar neu zu schaf­fen sind. Nicht nur die tra­di­tio­nell für das Land so wich­ti­gen Tul­pen kom­men zur Spra­che, son­dern eben­so Toma­ten, die sie in iden­ti­tä­rer Per­spek­ti­ve ablö­sen könnten.

Ganz so ein­fühl­sam ist Küs­ter hin­sicht­lich sei­nes eige­nen Lan­des nicht, wenn­gleich er sich jah­re­lang als Prä­si­dent des Nie­der­säch­si­schen Hei­mat­bun­des enga­giert hat. Ein skep­ti­sches Argu­ment ist jedoch auch jen­seits der (öfters nur vor­ge­scho­be­nen) ver­gan­gen­heits­kri­ti­schen Posi­ti­on stim­mig: Die Land­schafts­for­ma­tio­nen in Deutsch­land, von der Nord­see bis zu den Alpen, sind zu viel­fäl­tig, als daß man dar­aus ein­fa­che poli­tisch-kul­tu­rel­le Schlüs­se zie­hen könnte.

Anders sieht es hin­ge­gen für die Schweiz aus: Vom Arzt und Natur­for­scher Johann Jakob Scheuch­zer bis zum mehr­fa­chen Bun­des­prä­si­den­ten Phil­ipp Etter, einem der füh­ren­den katho­lisch-kon­ser­va­ti­ven Ver­tre­ter des 20. Jahr­hun­derts in die­sem Land, wur­de der Homo alpi­nus als wich­tigs­ter Grund für zen­tra­le poli­ti­sche, kul­tu­rel­le und geis­ti­ge Wei­chen­stel­lun­gen des Lan­des expo­niert. Dar­un­ter nimmt die haupt­säch­lich alpin beding­te Demo­kra­tie eine wich­ti­ge Stel­lung ein. Sie konn­te sich nach ver­brei­te­ter Mei­nung des­halb durch­set­zen, weil die Men­schen sich regio­nal und unab­hän­gig von einer Zen­tral­ge­walt orga­ni­sie­ren und die poli­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten selbst in die Hand neh­men mußten.

Ver­gleich­ba­re Ansät­ze, zuge­schnit­ten auf deut­sche Ver­hält­nis­se, sucht man ver­ge­bens. Es bleibt dem an deut­schen Land­schaf­ten und deren Prä­ge­kräf­ten Inter­es­sier­ten nichts ande­res übrig, als sich auf­zu­ma­chen, um Schät­ze ver­gan­ge­ner Zei­ten zu heben. Beson­de­re lite­ra­ri­sche Per­len ver­dan­ken wir in die­sem Zusam­men­hang dem natio­nal­pro­tes­tan­ti­schen Dich­ter­hu­ma­nis­ten jüdi­scher Her­kunft Rudolf Bor­chardt (1877 – 1945). 1925 ver­öf­fent­lich­te der gebür­ti­ge Königs­ber­ger, Ita­li­en-Emi­grant lan­ge vor 1933, erst­mals eine viel­be­ach­te­te Antho­lo­gie: Der Deut­sche in der Land­schaft. (5) Selbst ein kri­ti­scher Rezi­pi­ent wie der Ger­ma­nist Franck Hof­mann hebt im Nach­wort der Neu­auf­la­ge die Aktua­li­tät der Fra­ge Bor­chardts nach dem Men­schen und sei­nen For­mun­gen infol­ge von kul­tu­rell-natür­li­chen Ein­flüs­sen her­vor, wobei er »das Deut­sche« weni­ger gewich­ten möch­te, als es der Meis­ter tat.

Bor­chardts Samm­lung umfaßt Rei­se­be­rich­te von Deut­schen: Wege, Ber­ge, Täler und Ebe­nen aller Erd­tei­le wer­den in Form von 74 Tex­ten prä­sen­tiert, deren bekann­te­re und unbe­kann­te­re Ver­fas­ser von Johann G. ­Sul­zer bis Anton Pro­kesch von Osten rei­chen. Der erwähn­te Kom­men­ta­tor und Bor­chardt-Ken­ner, ein medio­krer Haupt­strom-Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler, könn­te ob der Aus­wahl der Schil­de­run­gen eigent­lich beru­higt sein: Eine inter­na­tio­na­le­re Aus­rich­tung der Orte ist kaum denkbar!

Erleb­nis­se vom Ara­rat wer­den eben­so dar­ge­bo­ten wie Berich­te aus dem Tal von Kasch­mir; und doch insis­tiert Bor­chardt dar­auf, daß es »der Deut­sche in der Län­der­welt der Erde« sei, »der Deut­sche in der Land­schaft, und es ist dar­um ein nur inner­halb der deut­schen geis­ti­gen Geschich­te und Cha­rak­ter­welt, nur deutsch mög­li­ches Buch«. (6) Die Berich­te ande­rer Völ­ker sei­en die­sen nicht zur Sei­te zu stel­len. Bor­chardt zeigt, inwie­fern der Deut­sche über­all auf der Welt zu Hau­se ist.

Ver­bin­dun­gen zur Poe­sie kom­men selbst von unter der Erde: Das Berg­werk gilt ihm als geheim­nis­voll offen­ba­rer See­len­ort der Deut­schen. Der jun­ge Alex­an­der von Hum­boldt, mit meh­re­ren (Reise-)Beschreibungen in der Antho­lo­gie ver­tre­ten, wirk­te in jun­gen Jah­ren als Ober­ber­grat in Preu­ßen; der nur wenig jün­ge­re Dich­ter Nova­lis arbei­te­te als Berg­as­ses­sor in der Sali­nen­ver­wal­tung von Wei­ßen­fels. Weni­ger bekann­te Gestal­ten wie der Geo­wis­sen­schaft­ler Abra­ham Gott­lob Wer­ner, der Vater der moder­nen wis­sen­schaft­li­chen Geo­gra­phie, Carl Rit­ter, und der Geo­lo­ge Leo­pold von Buch wer­den eben­falls vorgestellt.

Wei­ter ver­klam­mert das The­ma »Wald« – so Bor­chardt – Land­schaft und deut­sches Geis­tes­le­ben auf exis­ten­ti­el­le Wei­se. Sel­ten hat jemand eine viel­ge­stal­ti­ge­re Rekon­struk­ti­on der deut­schen Geis­tes­ge­schich­te zusam­men­ge­tra­gen, mit Natur- und Land­schafts­me­ta­phern aller Art. Die­se Aus­wahl kann und soll den­noch als »Ein­heit im Sin­ne der Geschich­te des deut­schen Geis­tes« gele­sen wer­den, als »Resti­tu­ti­on ver­lo­re­ner deut­scher Geis­tes­grö­ße«, wie es Bor­chardt vor­schlägt. (7) Der Ver­lags­text anläß­lich der Neu­aus­ga­be trifft die Inten­ti­on Bor­chardts, wenn vom Ziel einer groß­an­ge­leg­ten »Selbst­re­fle­xi­on über die eige­ne Her­kunft« die Rede ist.

Wie ein­sam der »schöp­fe­ri­sche Restau­ra­tor« bereits in der Lite­ra­ten­ge­mein­schaft der 1920er Jah­re war, zeigt der Ver­gleich mit dem Roman ­Alfred Döb­lins Ber­ge, Mee­re und Gigan­ten. Mit Andeu­tun­gen über Mega­citys, Gen­tech­nik und abschmel­zen­des Grön­land­eis steht in die­ser Erzäh­lung eine pla­ne­ta­risch-uto­pi­sche Zukunfts­land­schaft im Vor­der­grund. Nicht zu über­se­hen ist aller­dings, daß Bor­chardt eini­ge Akzen­te in spä­te­ren Publi­ka­tio­nen ver­scho­ben hat. In Der lei­den­schaft­li­che Gärt­ner geht es, neben aller­lei Refle­xio­nen über die Pflan­zen­welt, haupt­säch­lich um den Men­schen in der Welt. (8) Der Deut­sche als zen­tra­ler Akteur tritt indes­sen zurück.

Bor­chardt hat stets dar­auf hin­ge­wie­sen, wel­cher Autor ihn an ers­ter Stel­le inspi­riert hat: der öster­rei­chi­sche Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Josef ­Nad­ler. Die­sem gelingt es in einem vier­bän­di­gen Werk, das der Autor spä­ter in einer ein­zi­gen Abhand­lung zusam­men­faß­te, (9) her­aus­ra­gen­des deut­sches Schrift­tum im Kon­text von Zei­ten und Räu­men dar­zu­stel­len. Lite­ra­tur geht in sei­ner Per­spek­ti­ve aus den unter­schied­li­chen Land­schafts­krei­sen der deut­schen Stäm­me hervor.

Der heu­te ver­ges­se­ne Geo­graph und Schrift­stel­ler Ewald Ban­se (1883 – 1953) unter­such­te das Ver­hält­nis von Land­schaft und Seelen­leben ver­schie­de­ner Erd­tei­le. (10) In die­sem Rah­men ana­ly­sier­te er soge­nann­te seelen­geographische Räu­me. Aus­führ­lich wer­den zen­tra­le Fak­to­ren erör­tert: Land­schaft, Kli­ma, Ras­se und Welt­la­ge. Aus ihnen kon­stru­iert er ein wenig über­zeu­gen­des Seelenklima.

Die Gren­zen sei­ner Kor­re­la­ti­ons­be­trach­tun­gen hat er an eini­gen Stel­len selbst ein­ge­räumt: So ist (ihm zufol­ge) die Ver­bin­dung von Kli­ma und Ras­se nicht ein­deu­tig zu bestim­men. In toto neigt der Autor dazu, idea­le Men­schen in als ide­al ange­nom­me­nen Land­schaf­ten zu ver­or­ten. Im nor­di­schen, Ban­se zufol­ge über­le­ge­nen Teil Euro­pas über­wie­ge ein Prin­zip der Gleich­mä­ßig­keit und Aus­ge­wo­gen­heit. Hin­ge­gen domi­nier­ten in öst­li­chen Regio­nen (»Hin­ter­eu­ro­pa«) Zer­ris­sen­heit und Dis­so­nanz. (11)

Ban­se geht im Ein­klang mit einem Teil der zeit­ge­nös­si­schen Charakter­forschung von Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen räum­lich-land­schaft­li­chen Gebil­den und dem mensch­li­chen Cha­rak­ter aus. Unter­schied­li­che Men­schen­ty­pen ord­net er ver­schie­de­nen kon­zen­tri­schen Krei­sen zu: rein­ger­ma­ni­sches Kern­land, halb­ger­ma­ni­sche Rand­la­ge und unger­ma­ni­sches Fremd­land. ­Bereits Zeit­ge­nos­sen – auch sol­che, die poli­tisch nicht weit von Ban­ses NS-affi­nen Posi­tio­nen ent­fernt waren – mach­ten auf die Will­kür­lich­keit sol­cher Fest­le­gun­gen aufmerksam.

Ban­ses frü­he Bücher wur­den nach 1945 inten­si­ver rezi­piert, etwa sei­ne »mor­gen­län­di­schen« The­men. Sei­ne spä­te­ren Publi­ka­tio­nen sind weit weni­ger empi­risch aus­ge­rich­tet und blei­ben häu­fig bei sug­ges­tiv-will­kür­li­chen Andeu­tun­gen ste­hen, nicht zuletzt im Kon­text der Rasseproblematik.

Als Wis­sen­schaft­ler weit­aus aner­kann­ter als Ban­se war der Psych­ia­ter, Psy­cho­lo­ge, Hoch­schul­leh­rer, Autor und zeit­wei­li­ge Poli­ti­ker Wil­ly Hell­pach (1877 – 1955). Zu den Dis­zi­pli­nen sei­nes Fach­be­reichs Psy­cho­lo­gie, die er par­ti­ell neu fun­diert hat, zählt das Feld »Geo­psy­cho­lo­gie«. Die­se Bezeich­nung ist weit­hin aus dem Sprach­ge­brauch der Gegen­wart ver­schwun­den. Da aber die Anre­gun­gen, die Hell­pach und ande­re zu die­ser The­ma­tik gege­ben haben, nach wie vor frucht­bar sind, faßt man etli­che Erkennt­nis­se unter dem Ter­mi­nus »Umwelt­psy­cho­lo­gie« zusammen.

Die einst von der Fach­welt aner­kann­te Stu­die Die geo­psy­chi­schen Erschei­nun­gen, erst­mals 1911 erschie­nen, muß­te spä­ter kaum über­ar­bei­tet wer­den (Titel ab 1935: Geo­psy­che). The­men wie See­le, Wet­ter und Kli­ma kom­men ohne Rekurs auf den Ras­se­be­griff aus. Beson­ders inter­es­sant für die vor­lie­gen­den Betrach­tun­gen sind die Haupt­tei­le »Boden und See­le« und »Land­schaft und Seele«.

Zu sei­nen (wenn auch kri­tisch beur­teil­ten) Gewährs­leu­ten gehört der Zoo­lo­ge und Geo­graph Fried­rich ­Rat­zel, der lebens­räum­li­che Tat­be­stän­de für Pflan­zen, Tie­re und Men­schen ver­mes­sen hat. Die Boden­be­schaf­fen­heit kön­ne für Men­schen schon des­halb nicht gleich­gül­tig sein, weil sie »erd­ge­bun­de­ne Geschöp­fe« sei­en. (12) Men­schen und Völ­ker leben auf bestimm­ten Area­len und kön­nen im Kol­lek­tiv nicht will­kür­lich ver­pflanzt wer­den. Eth­ni­sche Prä­gun­gen sei­en daher nicht von ihren Wohn­or­ten zu tren­nen. Hell­pach ver­mei­det in sei­nen Aus­füh­run­gen indes­sen einen Schwach­punkt, der an eini­gen Stel­len von Rat­zels Œuvre offen­kun­dig wird: näm­lich den Hang zur geo­de­ter­mi­nis­ti­schen Deu­tung. Der Boden ist nicht allein für Prä­gun­gen aller Art ver­ant­wort­lich, auch nicht in län­ge­ren Zeit­räu­men. Er ist nach Hell­pach nur ein wesent­li­ches Element.

Hell­pach erwähnt vie­le Abhän­gig­kei­ten des Men­schen vom Boden, so im Rah­men der Woh­nungs­tek­to­nik, die vor allem an der Boden­tem­pe­ra­tur fest­ge­macht wird. Wei­ter erör­tert er auch umstrit­te­ne Phä­no­me­ne (wie Wün­schel­ru­ten und Erd­strah­len), die wis­sen­schaft­lich kaum zu klä­ren sind. Hell­pachs Über­le­gun­gen zu den mor­pho­lo­gi­schen und funk­tio­nel­len Impli­ka­tio­nen des Bodens im Hin­blick auf mensch­li­che Wesens­art sind für die dama­li­ge Zeit eher als zurück­hal­tend zu wer­ten. Die­se Ein­flüs­se hel­fen, kon­kre­te mensch­li­che und tie­ri­sche Aus­prä­gun­gen wie Grö­ße und Cha­rak­ter mit­zu­ge­stal­ten. (13) Man merkt aus spä­te­rer Sicht, daß die sei­ner­zei­ti­ge Unkennt­nis gene­ti­scher Grund­la­gen nur man­cher­lei Andeu­tun­gen in bestimm­te Rich­tun­gen erlaubte.

Auf­grund des dama­li­gen For­schungs­stan­des war es kaum mög­lich, mehr als nur an der Ober­flä­che zu krat­zen. Hell­pach ist nur eines von vie­len Bei­spie­len. Heu­te las­sen sich nicht nur his­to­ri­sche, kul­tu­rel­le und sprach­li­che Iden­ti­tä­ten von Völ­kern genau­er ange­ben, son­dern auch jene von Volks­grup­pen sowie die Aus­prä­gung regio­na­ler Typen. (14) Gemäß dem heu­ti­gen, vor allem mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Wis­sens­stand kann man auf land­schaft­lich-regio­na­ler wie natio­na­ler Ebe­ne sowohl mor­pho­lo­gi­sche Expri­mie­run­gen als auch kor­re­spon­die­ren­de gene­ti­sche Merk­ma­le dar­stel­len. (15) So zei­gen sich mar­kan­te Bevölkerungsunterschiede.

Mit einem der­ar­ti­gen wis­sen­schaft­li­chen Rüst­zeug kann man nicht nur Eth­ni­en als mensch­li­ches Dasein grun­die­ren­de »Dau­er­ge­mein­schafts­for­men« her­aus­stel­len, son­dern auch regio­nal-land­schaft­li­che Ver­bun­den­heit und Iden­ti­tä­ten. Das The­ma »Deut­sche und ihre Land­schaf­ten« ist auf die­se Wei­se wei­ter zu ver­tie­fen, unge­ach­tet der bekann­ten Über­mäch­tig­keit aller Spiel­ar­ten des Glo­ba­lis­mus, die Land­schaf­ten, Regio­nen und Natio­nen gern mit geis­ti­gen Pla­nier­rau­pen ein­eb­nen wollen.

– – –

(1) – So auch Rai­ner ­Gul­din: Poli­ti­sche Land­schaf­ten. Zum Ver­hält­nis von Raum und natio­na­ler Iden­ti­tät, Bie­le­feld 2014. Die­ser Autor stützt sich nicht zufäl­lig stark auf den his­to­rio­gra­phi­schen Klas­si­ker von Bene­dict Ander­son, der Natio­nen (und Räu­me) im Rah­men sei­nes Kon­zepts als kon­stru­iert-erfun­de­ne Gemein­schaf­ten untersucht.

(2) – So die popu­lä­re Dar­stel­lung Hans­jörg Küs­ters: Deut­sche Land­schaf­ten. Von Rügen bis zum Donau­tal, Mün­chen 2017.

(3) – Klas­sisch etwa die Ver­öf­fent­li­chung von Otto Fried­rich Boll­now: Mensch und Raum, Stutt­gart 112010.

(4) – Vgl. Hans­jörg Küs­ter: Hei­ma­ten. Von Natur, Kul­tur und Ideen gepräg­te Land­schaf­ten, Han­no­ver 2023, S. 45 – 47.

(5) – Der Deut­sche in der Land­schaft, besorgt von Rudolf Bor­chardt, Ber­lin 2018.

(6) – Rudolf Bor­chardt: »Nach­wort«, in: Der Deut­sche in der Landschaft,
S. 493 – 507, hier S. 495.

(7) – Ebd., S. 506 f.

(8) – Vgl. Rudolf Bor­chardt: Der lei­den­schaft­li­che Gärt­ner, Ber­lin 2020.

(9) – Vgl. Josef Nad­ler: Geschich­te der deut­schen Lite­ra­tur, 2., ergänz­te Auf­la­ge, Regens­burg 1961.

(10) – Vgl. Ewald Ban­se: Land­schaft und See­le. Neue Wege der Unter­su­chung und Gestal­tung, Mün­chen / Ber­lin 1928.

(11) – Bei­spie­le vgl. ebd., S. 88 ff.

(12) – Vgl. Wil­ly Hell­pach: Geo­psy­che. Die Men­schen­see­le unter dem Ein­fluß von Wet­ter und Kli­ma, Boden und Land­schaft, 6., ver­bes­ser­te Auf­la­ge, Stutt­gart 1950, S. 158.

(13) – Vgl. ebd., S. 165.

(14) – So poin­tiert Andre­as Von­der­ach: Die deut­schen Stäm­me, Belt­heim-Schnell­bach 2021.

(15) – Für Deutsch­land vgl. Andre­as Von­der­ach: Anthro­po­lo­gie Euro­pas: Völ­ker, Typen und Gene vom Nean­der­ta­ler bis zur Gegen­wart, 2., völ­lig über­ar­bei­te­te Auf­la­ge, Graz 2015, bes. S. 290 – 308.

(16) – Wil­ly Hell­pach: Ein­füh­rung in die Völ­ker­psy­cho­lo­gie, 3., neu bear­bei­te­te Auf­la­ge, Stutt­gart 1954.

 

 

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