Neuer youtube-Kanal und endlich ein Podcast mit Björn Höcke

Ein Podcast mit Björn Höcke eröffnet unseren neuen YouTube-Kanal. Alte Inhalte werden in Auswahl nach und nach wieder zugänglich gemacht. Nun kommt es darauf an, daß wir den größten Teil unserer 16 000 Abonnenten erneut erreichen und für ein Abonnement gewinnen können.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Zu unse­rem neu­en Kanal, der wie­der Kanal Schnell­ro­da heißt und die drei Pro­jek­te Ver­lag Antai­os, Insti­tut für Staats­po­li­tik und Zeit­schrift Sezes­si­on unter einem Dach bün­delt, geht es hier. Bit­te abon­nie­ren Sie.

Es ist uns bis­her nicht gelun­gen, den alten Kanal zurück­zu­be­kom­men und den Grund für sei­ne Löschung zu erfahren.

Wir haben in den ver­gan­ge­nen Tagen Mails von Lesern beant­wor­tet, in denen danach gefragt wur­de, wie es denn nun wei­ter­ge­hen kön­ne. Unse­re Ant­wort lau­te­te stets, daß die Fra­ge falsch gestellt sei. Kern­ge­sun­de und aus ana­lo­ger Zeit stam­men­de Pro­jek­te wie unse­re hän­gen nicht von Reich­wei­ten in Sozia­len Netz­wer­ken und auf Platt­for­men wie Twit­ter, Insta­gram oder You­tube ab.

Die Löschung unse­res Kanals ist daher auch eine Mög­lich­keit, inner­halb des rech­ten “Vor­felds” den Unter­schied zwi­schen Qua­li­tät und Quan­ti­tät zu erläu­tern. Für unse­re Arbeit ist es irrele­vant, ob Reit­schus­ter, Rei­chelt, Wal­l­asch, Kell­ner und xy gigan­ti­sche Abon­nen­ten- und Zugriffs­zah­len haben und ob wir selbst auf sol­che Zah­len kom­men soll­ten. Dort wird auf ande­re Wei­se gear­bei­tet und mone­ta­ri­siert, denn das Pro­blem der Finan­zie­rung kos­ten­lo­sen Inhalts muß jeder lösen, der nicht von Druck­aus­ga­ben lebt.

Pro­jek­te wie unse­re, die seit bald 25 Jah­ren wach­sen, müs­sen nicht auf Skan­da­le und schnellst­mög­li­che Bericht­erstat­tung spe­ku­lie­ren. Ein paar Tau­send Zuschau­er, die sich ein gegen jede Tik­Tok-Ent­wick­lung gedreh­tes andert­halb­stün­di­ges Video über einen kaum mehr bekann­ten Schrift­stel­ler anse­hen, sind eine völ­lig ande­re Bank als 200 000, die sich an der jüngs­ten Ver­bal­at­ta­cke auf Ricar­da Lang und am Prü­gel-Video aus dem Dort­mun­der Clan-Vier­tel erfreuen.

Wenn’s gut läuft, wäh­len die einen beim nächs­ten Mal gar nicht oder die AfD; von unse­ren Zuschau­ern aber grei­fen nach der Sen­dung ein paar hun­dert nach Klep­pers Roman Der Vater, nach Maxi­mi­li­an Krahs Poli­tik von rechts und nach den Büchern, die Ellen Kositza in ihren Vlogs bespricht (um nur drei Bei­spie­le zu nennen).

Die Vide­os unse­res Kanals sind ein zusätz­li­ches Ange­bot für den gründ­li­chen, kon­zen­trier­ten und gebil­de­ten Leser, der schon las, bevor wir film­ten, und wie­der liest, nach­dem er schau­te. Wir leben nicht von Wer­bung, son­dern von unse­rer orga­nisch gewach­se­nen Leser­schaft, die abon­niert, Bücher kauft und vor allem wirk­lich liest. Das ist das Ergeb­nis gründ­li­cher und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Arbeit.

Die poli­ti­sche­ren Vide­os wie­der­um, die wir dre­hen und die auf unse­re Nähe zur AfD hin­wei­sen, zie­len auf Bin­nen­wir­kung. Geschaut wer­den sie von allen poli­ti­schen Beob­ach­tern und vom Feuil­le­ton, von Par­tei­mit­glie­dern und Skep­ti­kern, denn sie sind von Unab­hän­gig­keit und Rele­vanz geprägt und haben Einfluß.

Zuletzt: Die Vor­trä­ge, die auf unse­ren Aka­de­mien und Tref­fen gehal­ten wer­den, zeu­gen von wis­sen­schaft­li­chem Anspruch und von der ernst­haf­ten Atmo­sphä­re unse­rer Bil­dungs- und Vernetzungsarbeit.

Hier nun der ers­te Pod­cast auf unse­rem neu­en Kanal – Ellen Kositza und ich im Gespräch mit Björn Höcke über Nicht-Urlau­be, Urlaubs­lek­tü­ren, den Umgang mit Staats­me­di­en und die Ent­wick­lung der AfD. Was wir natür­lich nicht mehr the­ma­ti­sie­ren konn­ten: Höckes Immu­ni­tät wur­de zum 7. Mal auf­ge­ho­ben – ein infla­tio­nä­rer Vor­gang: Der Geg­ner schlägt sei­ne eige­nen Schwer­ter stumpf.

Noch ein­mal: Bit­te abon­nie­ren Sie unse­ren neu­en Kanal!

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (43)

Laurenz

9. September 2023 13:17

Ich sehe diese oder jene (die politischen sind mir als Nicht-mehr-Leser lieber), aber alle Schnellroda-Videos als gesunde Pädagogik an, die mich hier & da, durchaus sehr unterhaltsam in eine andere Welt entführt.

Carsten Lucke

9. September 2023 16:43

Wunderbares, sehr gutes und wichtiges Gespräch - Dank dafür !
Fabelhafter Mensch, dieser Björn Höcke (intelligent, sympathisch, bescheiden, uneitel, empathisch ...) - kaum zu glauben, daß er sich dem derzeitigen politischen Dreck aussetzt ! Und entgegenstellt !
Aber er muß es - unbedingt ! Ich bitte darum !

Nemo Obligatur

9. September 2023 18:29

Das nenne ich mal eine doppelte erfreuliche Überraschung. Jetzt mache ich mir erst mal einen Tee und höre mir den Podcast an.
Und haben Sie recht damit, dass 1000 Zuhörer bzw. -seher auf KS ganz anders wiegen als 1 Mio., die das Video mit einem Zusammenschnitt der schönsten Tore in der Regionalliga anklicken.

Umlautkombinat

9. September 2023 18:42

Ich habe das komplett angesehen (hat das Insekt es eigentlich ueberlebt?). Ein Satz von Hoecke hat sich sehr verfangen (aus der Erinnerung):
"Wer sich als AfD-Mitglied (speziell in Funktion) markiert, wird nicht mehr in seinen buergerlichen Beruf zurueckkehren koennen."
Ganz ruhig, ohne grossen Versuch irgendeiner Relativierung gesagt. Die Implikationen - auch die an der Stelle in Bezug zur "juengsten Altpartei", "Melonisierung" etc. - muessen erst einmal sacken.

RMH

9. September 2023 20:45

Es ist schon besser, wenn man auf dem Kanal unterwegs sein dann, der am meisten verbreitet ist. Insofern: Da schaue ich wieder rein.
Das Gespräch mit H. habe ich noch nicht komplett angeschaut.
Gerade bringt die Bild: Die Wagenknecht-Partei kommt. Teile und herrsche. Die Sol.Pat-Themen werden damit angegraben bzw. erwächst hier Konkurrenz (aber gewiss nicht das Rettendefür das deutsche Volk).  Wenn der Crash kommt (wovon man überwiegend ausgehen darf), helfen Wagenknechts Sozialistenrezepte nicht weiter. Die AfD ist mit Alice Weidel und anderen kompetent im wirtschaftlichen Bereich aufgestellt. Zeit, dass sich Herr Höcke auch mal mit Volkswirtschaftslehre, Geldwerttheorie etc. und nicht nur mit Philosphie und Psychologie beschäftigt (so wie ich ihn einschätze, hat er das ggf. schon getan bzw. kann sich schnell einarbeiten). 

Der Gehenkte

9. September 2023 21:00

Werden die Literaturgespräche zwischen Kubitschek und Lehnert auch wieder zur Verfügung gestellt? Sind sie noch irgendwo zu sehen oder hören und vor allem: herunterzuladen? 

Gracchus

9. September 2023 21:58

Sehr schönes Gespräch. Dem, was ich als Mitte bezeichne, kommt Höcke ziemlich nahe. 
@Carsten Lucke: Ihre Hesse-Empfehlung neulich wäre auch was für Höcke. Sehr beeindruckt hat mich - hab's gerade gelesen - "Erinnerung an Hans", ein Meisterwerk. 
@Laurenz: Auch Ihren Tipp - "Es geschah am hellichten Tag" - teile ich, guter Film.
@RMH: Wenn man Wagenknecht googlet, kommt aktuell Lob konservativer Werte, nix Sozialismus. 

Felix Saxonia

9. September 2023 22:20

Welche eine gute Nachricht am Sonnabendabend! Freue mich auf neue Beiträge und Unterhaltungen.
Viel Glück und Wohlergehen mit dem neuen Kanal!

Der mit dem Wolf tanzt

10. September 2023 00:18

"Es ist uns bisher nicht gelungen, den alten Kanal zurückzubekommen und den Grund für seine Löschung zu erfahren."
Den Grund dürften Sie - werter Herr Kubitschek wohl kennen - aus diesem Grund wiederum werden Sie wohl auch keine Antwort erhalten.
Wozu auch?

Oberlausitz

10. September 2023 01:17

Dieser Podcast war wieder einmal eine rundum gelungene Sache.
Besonders beeindruckt war ich von Björn Höckes Schilderung des Leidensweges seines sehbehinderten Vaters. Dies deshalb, weil man Höcke nach seiner Infragestellung des Konzepts der "Inklusion" im Sommerinterview in der Presse Empathielosigkeit und sogar Sympathien für die Euthanasie unterstellt hatte.
Aus meiner ehemals aktiven Zeit her weiß ich, daß die verordnete Inklusion in den Lehrerzimmern landauf und landab heftig umstritten war. Und ich denke, das ist sie auch heute noch.
Nun, der Kampf gegen rechts ist überall. So war ich wenig überrascht, als vorhin, beim "Wort zum Sonntag", eine "Hirtin" (Pastorin) der Zeitgeistkirche den Begriff "Inklusion" ebenfalls ins Gefecht führte. Nach einer durchaus berührenden Eingangserzählung über ihr behindertes Kind kam sie bald zur eigentlichen Sache. Inklusion sei vonnöten und die gehe  nur "zu 100 Prozent". Aber zusehends höre sie Statements von solchen, die "nicht inklusiv denken, sondern exklusiv". Das sei "Selektion" und "menschenverachtend". Und weiter: "Das hatten wir schon mal. Und ich habe Angst."
Auch wenn sie seinen Namen nicht nannte, es war offensichtlich, vor welchem "Wolf" sie ihre Schäfchen warnen wollte. "Lassen Sie uns aufpassen. Den Mund aufmachen", gab sie zum Schluß als Handlungsabweisung mit auf den Weg.
Es ist erschreckend, wie umfassend - oder sollte man vielleicht besser sagen wie "totalitär"? - die ideologische Konfrontation inzwischen betrieben wird?

Maiordomus

10. September 2023 01:46

Das Ergiebigste am Gespräch war der Bereich der Pädagogik. Dabei würde es für Höcke allenfalls noch mehr bringen, statt mit Rudolf Steiner sich mit Pestalozzi zu beschäftigen, dessen massgeblicher Entdecker in Deutschland Fichte war. Es müsste aber Höckes Anliegen sein, wozu sonst Wahlsiege im mittleren Deutschland?, wieder in seinen bürgerlichen Beruf zurückzukehren, ev. auch via Wiederherstellung des Milizsystems in der Politik, dem Schmarotzerunwesen der Nur-Berufspolitik gebührt der Garaus. Leute wie Bosselmann gehören wieder anstelle v. Graf/Bayern in die Schule zurück, weil die Schule solche integrale Bildungspersönlichkeiten, wenn ich mich in ihm nicht täusche, braucht. Natürlich könnte und dürfte man mehr von Oekonomie verstehen, gilt sowohl für Höcke wie für Wagenknecht. Gegenüber Hayek, mit dem man nicht übereinstimmen muss, sollte man sich ähnlich unbefangen verhalten wie Marx gegenüber, der erstere verstand eher mehr als der letutere von Oekonomie und warnte vor dem Weg zur Knechtschaft, auf dem wir uns befinden.
Habe mir gestern Wikipedia Seite Höcke angeschaut. Hielt vor 10 Jahren eine Vorlesung über diese Institution der Gegenaufklärung. Man hätte sich vielleicht doch besser in der Sie-Form unterhalten, weil das Duzen Leute, die mit offenbleibender  Distanz dazugehören, nun mal ausschliesst. Die Literaturgespräche bleiben wichtig. Hier könnte man vielleicht mal Leopold Ziegler mit Marc Jongen thematisieren.

Carsten Lucke

10. September 2023 11:59

@ Gracchus
Meinen Sie denn nicht,, daß er Hesse gelesen hat ? Bin mir sehr sicher, daß er es tat. Er könnte ja nachgerade eine Figur aus dessen Romanen oder Erzählungen sein.
Darf ich aus "Erinnerung an Hans" mit Ihrem Einverständnis diese Passage hier verlinken (u.a. einige Wortwahl ist doch sehr interessant) ? :
https://signaturen-magazin.de/hermann-hesse--jeder-mensch-ist-mittelpunkt-der-welt.html
 

Laurenz

10. September 2023 13:13

@RMH ... Höcke & Volkswirtschaftslehre  ... vor 10 Jahren war die Frage danach eminenter. Und zwar deswegen, weil die Thematik des Schuld-Kults, der Deutschen Geschichte im allgemeinen, Migration nicht grundsätzlich im Vordergrund stehen sollte. Aber Höcke ist nun mal Geschichtslehrer. Im Laufe der letzten 10 Jahre, vermehrt die letzten 2 Jahre hat sich das alles etwas entspannt. Die Programmatik der AfD ist mittlerweile, einer Volkspartei angemessen, breit & plausibel aufgestellt. Es gibt genügend Ökonomen in der AfD. Wir hier auf der SiN, sind doch im Vergleich eher ökonomisch unterbelichtet, das Philosophische steht im Vordergrund. Und dabei ist gerade die Geschichte der Ökonomie, die immer mit der Militär-Geschichte untrennbar zusammenhängt, unglaublich spannend. Und jenseits jeglicher Theorie stehen die realen Entscheidungen im Vordergrund. Das Team Weidel/Chrupalla empfinde ich als sehr symbiotisch. Weidel offeriert Kompetenz & Chrupalla ist als Handwerker quasi einer von uns. PS: Heute abend ist Alice Weidel Gast im ARD-Sommerinterview um 18 Uhr.

FraAimerich

10. September 2023 16:08

@RMH: "Die Wagenknecht-Partei kommt. Teile und herrsche. Die Sol.Pat-Themen werden damit angegraben bzw. erwächst hier Konkurrenz (aber gewiss nicht das Rettende für das deutsche Volk)."
 
 Das "Rettende" dürfte ohnehin kaum zu benennen u. noch schwieriger umzusetzen sein, solange man unter Bemühung von Nietzsches "Sklavenmoral" leichtfertig Menschen kritisiert, die nicht von "Kapitalerträgen" zu leben vermögen, weil sie außer ihrer Arbeitskraft nichts besitzen, was sie zu Markte tragen könnten.
Wer dann noch einseitig für eine Wirtschaftsordnung plädiert, die genau auf diesem Unterschied gründet u. diesen vertieft, braucht sich nicht beklagen, wenn sich sozialistische Parteien gründen u. auch mal ein Sklavenaufstand geprobt wird.
Eine stabile Wagenknecht-Partei könnte sich wahlarithmetisch sogar als nützlich erweisen. Die AfD sollte unterm Strich nicht mehr darunter zu leiden haben als die im Parlament vertretenen linken Systemparteien. Falls es damit gelingen sollte, systemkritische Nichtwähler zu reanimieren, könnten die Verhältnisse vielleicht wirklich noch mal zum Tanzen gebracht werden. Ergäbe sich mit Wagenknecht eine echte Patt-Situation, hätte die CDU (als eigentliche Vertreterin gutbürgerlicher Sklavenmoral), ein "Alibi", die bröckelnde Brandmauer aufzugeben...
Dann müßte sich freilich erweisen, wie politisch/weltanschaulich gefestigt u. "antimelonisch" die AfD wirklich ist. Höckes diesbezüglichen Optimismus kann ich leider nicht teilen.

FraAimerich

10. September 2023 16:31

@ Laurenz: "dabei ist gerade die Geschichte der Ökonomie, die immer mit der Militär-Geschichte untrennbar zusammenhängt, unglaublich spannend."
 
In der Tat - und nicht nur historisch. Leider muß man von Ökonomie wohl so wenig verstehen wie die Linken, um die Probleme wahrzunehmen, die der sog. "Militärisch-Industrielle Komplex" uns eingebracht hat und bis heute einbringt.

Kurativ

10. September 2023 17:48

Kann man die ganzen Videos nicht auf eine DVD brennen und verkaufen? Es sind wichtige Filme dabei.

Nemo Obligatur

10. September 2023 18:55

@RMH: "Die Wagenknecht-Partei kommt. Teile und herrsche. Die Sol.Pat-Themen werden damit angegraben bzw. erwächst hier Konkurrenz"
 
Sahra Wagenknecht wird ihre neue Partei nach den Wahlen in Hessen und Bayern gründen, um erst in den ostdeutschen Landtagswahlen anzutreten. Das ist ein durchsichtiger Versuch, zu verhindern, dass dort die AfD tatsächlich stärkste Kraft wird, vielleicht sogar einen Ministerpräsidenten stellt. Allerdings denke ich, dass das nicht fruchten wird. Frau Wagenknecht ist so eine Art neuer Bernd Lucke. Sie ist zwar hochintelligent, aber genauso wenig fähig, im politischen Ringen Kompromisse zu schmieden. Die Wagenknecht-Partei wird vielleicht zwei oder drei Prozent einfahren, jedoch davon die Mehrheit von der Linkspartei. So blöd ist der Wähler nicht mehr, dass er darauf hereinfällt. Denn eine Wagenknecht-Partei wird nichts ändern, die AfD sehr wohl schon.

RMH

10. September 2023 22:32

"noch schwieriger umzusetzen sein, solange man unter Bemühung von Nietzsches "Sklavenmoral" leichtfertig Menschen kritisiert, die nicht von "Kapitalerträgen" zu leben vermögen, weil sie außer ihrer Arbeitskraft nichts besitzen, was sie zu Markte tragen könnten." @FraA., ich sehe Sklaven nicht als minderwertig an, zumal ich diesem Stande bzw. seiner neuzeitlichen Ausprägung durchaus angehöre und entwachse. Wie ich ausführte, sehe ich keine Hierarchie der Einkunftsarten in Bezug auf Gut und Schlecht. Ich kritisiere Arbeitnehmer dann, wenn sie sich in eine Art Dünkel der ehrlichen Arbeit zurückziehen und keinen offenen Blick auf Themen wie Zins, Börse und vor allem Geldmarktpolitik werfen wollen und meinen, im Zweifel müsse man nur ein bisschen trotzig-revolutionär zündeln und dann wird es wieder (die Geschichte zeigt: funktioniert so nicht).  Ein Grundpfeiler jeder sozialen Politik ist eine stabile Währung, die gerade einem Arbeitnehmer zu Gute kommt, da er sich damit buchstäblich Arbeitszeit ansparen kann, etwas aufbauen kann, sich an Unternhemen (ggf. des eigenen Arbeitgebers) beteiligen kann (nichts anderes sind Aktien) und wie ein jeder andere der so verabscheuten Hochfinanz und des Adels etwas weitergeben kann - eine stabile Währung kann also durchaus frei machen. Die Devisen-Schwäche bzw. die Schwäche des Ostblocks insgesamt, einen eigenen, echten Währungsraum zu begründen war bekanntermaßen einer der Hauptgründe (natürlich nicht der einzige), warum die bisherigen sozialistischen Versuche am Ende scheiterten.

FraAimerich

11. September 2023 00:25

@RMH: "ich sehe Sklaven nicht als minderwertig an"
 
Daß ehrt Sie natürlich. Habe ich Ihnen aber auch gar nicht vorgeworfen. Ich sehe auch sonst nicht recht, was Ihre Klarstellung gegen meinen Einwand ausrichten soll. Daß gegen den Kapitalismus letztlich leider kein Kraut gewachsen ist, habe ich doch nun auch langsam oft genug konzidiert, oder? Ich wende mich lediglich entschieden gegen die, die ihn verharmlosen, lobpreisen, gesundbeten wollen oder sich gar mit den Verheerungen identifizieren, die er auf verschiedenen Ebenen anrichtet.
So ist zwar richtig, daß es der Wirtschaft bzw. dem Markt egal ist, aus welcher Quelle das Geld fließt. Aber genau das ist ja eine der Säulen des zu beklagenden Nihilismus. Und grundsätzlich vorsichtig wäre ich damit, menschliches Verhalten in Überlebensfragen angesichts oekonomischer Zwänge "moralisch" auszudeuten und dafür gar Nietzsche zu bemühen, der in lichten Momenten zweifellos den Hammer auspacken würde angesichts der Rolle, die das "Einkommen" heute ganz allgemein bei der Begründung sozialer Werte und Hierarchien spielt.

Laurenz

11. September 2023 04:37

@RMH .. Geldmarktpolitik .... richtig, ist entscheidend..... Grundpfeiler jeder sozialen Politik ist eine stabile Währung ... richtig, zitiert von Tietmeyer.... eine stabile Währung kann also durchaus frei machen .... nichts macht mehr frei. ... Die Devisen-Schwäche des Ostblocks insgesamt war bekanntermaßen einer der Hauptgründe, warum die bisherigen sozialistischen Versuche am Ende scheiterten .... nicht nur die des Ostblocks.... der Euro scheitert & der US$ scheitert in 20-30 Jahren. .... Die Kapitalismus-Kritik von links & rechts basiert auf der Tatsache, daß man mit Arbeit nicht reich werden kann, mit Kapital schon. Wie sagte Kostolany? Man kann an der Börse ein kleines Vermögen verdienen. Wen man ein großes hat. Eine weitere Option, reich zu werden, ist politische, also militärische Macht. Aber dann hören die Optionen schon auf. Was man den linken, wie rechten Kritikern zugestehen muß, ist der Fakt, daß Zinsen, Dividenden oder Erträge immer nur durch Arbeit menschlicher, animalischer oder mechanischer Individuen erwirtschaftet werden kann. An einem bestimmten Zeitpunkt können die vorhandenen Volkswirtschaft das kumulierte Kapital nicht mehr verzinsen, der Zeitpunkt des Zusammenbruchs, des Resets. Diesen versuchen die Kapitaleigner natürlich hinauszuzögern.

Laurenz

11. September 2023 04:52

@RMH (2) Wie zB durch die bisherige 0-Zins-Politik in Kombination mit Inflation. Inflation ist eine nicht formale Steuer, welche die Normalsterblichen enteignet & Geld, sprich Vermögen, von unten nach oben verteilt. Die realen Einkünfte der arbeitenden Klasse & realen Geldvermögen aus zB Anleihen sanken. Auch die der Pensionskassen & Versorgungswerke, welche gesetzlich gezwungen sind, über 90% ihrer Anlagen in sicheren Anleihen zu investieren, die aber keinen Zinsertrag erwirtschafteten, sondern Inflationsverluste einfuhren. Während die konservativen Vermögensverwaltungen der wohlhabenden Investoren die letzten Jahren eine Rendite von 15% erwirtschafteten, von der man in etwa 9% informelle Inflation abziehen muß, was immer noch eine reine Rendite von 6% Vermögenszuwachs per annum ohne Arbeit garantierte. Es bringt nichts, den Reichen das Geld wegzunehmen. Aber man kann diese 15% Rendite oder 6% reale Einkünfte mit mehr als 25% besteuern & eine Regierung, zB die AfD wählen, die eine seriöse Notenbank-Politik betreibt. Hier haben Sie ausnahmsweise mal Recht, RMH.

Freier

11. September 2023 11:33

Kurz zum möglichen Grund für den Verlust des Kanals: Ich kann natürlich nur vermuten, aber es gibt auch andere Kanäe, die dort ähnliche Probleme haben. Youtube hat sogenannte "Strikes", also Abmahnungen, die bei Regelverstößen erteilt werden. Nach 3 davon ist der Kanal weg. Bei 100-fachem angeblichem Copyright-Verstoß wäre das ein möglicher Grund.
Ein großer Kanal, der sich mit historischen Schusswaffen befasst (Forgotten Weapons), hat das auch schon beklagt. Bei ihm besonders durch Regeländerungen ohne Bestandsschutz, was bei Schusswaffen auf Youtube wohl oft auftritt.
Seit der Causa Nasim Aghdam ist Youtube anscheinend noch intransparenter und ohne verfügbare Ansprechpartner.
 
@ Carsten Lucke:
Danke für die Buchempfehlungen unter dem anderen Artikel.

Mitleser2

11. September 2023 12:08

@RMH: "bzw. die Schwäche des Ostblocks insgesamt, einen eigenen, echten Währungsraum zu begründen ..."
Der westeuropäische Euro-Währungsraum ist also der große Erfolg ...
 
 

RMH

11. September 2023 12:59

"Der westeuropäische Euro-Währungsraum ist also der große Erfolg ..."
@Mitleser2
Habe ich nie behauptet. Der Binnenmarkt war hingegen ein großer Erfolg, doch für diesen braucht man eben gerade keinen Euro, was die 90er Jahre sehr gut bewießen haben.
@FraA.,
ich bin klarer Befürworter der Möglichkeit von privaten Eigentum. Wenn Nietzsche von Sklavenmoral spricht, dann spricht er das an die Arbeit gekettete in uns allen an. Ich bin zudem kein Libertärer sondern Anhänger der Marktwirtschaft und nicht des Kapitalismus. Der Urkniff aller Solzialisten und Marxisten war schon immer zu behaupten, dass es keine geordnete Marktwirtschaft gäbe sondern nur Kapitalismus. Das ist reinste Propaganda. Nächstes Beispiel: Wenn die UNO ein echtes Friedenswerk wäre, dann hätte sie neben der Ächtung des Angriffskrieges eine Ächtung der Spekulation auf nationale Währungen mit aufgenommen. Hat sie das?

Gracchus

11. September 2023 13:40

@FraAimerich, RMH
Wenn jemand qua Aktiendvidende an Gewinnen beteiligt wird, zu denen er nichts beigetragen hat, wäre zu hinterfragen, auf wessen Kosten dies geschieht, und wenn man dies trotzdem gutheißt, kann man nicht mit dem Leistungsprinzip kommen. Wenn Arbeiter sich mit Aktien eindecken, ändert dies auch nichts an ihrem "Sklavenstatus". Für eine funktionierende Wirtschaft ist die AG auch nicht notwendig, im Gegenteil. 
Man muss sich eine Wirtschaftsordnung ausdenken, die individuelle unternehmerische Initiativen ermöglicht und fördert, zugleich aber die sozialschädliche Verwendung von Privateigentum minimiert. 
 

LammNeumarkt

11. September 2023 20:25

Bücher erscheinen in Anbetracht von Wiki noch elitärer als früher.Daß ein politischer Sachbuch-Autor seine Leser über 300 Seiten fesseln kann, erscheint als Faszinosum. Welche politisch-weltanschauliche Programmtik paßt nicht auf 30 Seiten? Wer viel liest, kann zum Sachwalter deutscher Sprache werden und sich in diesem geistigen Rückzugsraum von dem Gros der Bevölkerung separieren, welches weiterhin intensiv ARD und ZDF konsumiert und deren Polit-Agenda und Buchempfehlungen folgt.Damit sind gesellschaftliche Schieflagen festzementiert. In einem solchen Staat haben nicht Chrupalla, Wagenknecht, Dagdelen und Jongen das Sagen, sondern Scholz, Baerbock, Strack-Zimmermann und Kiesewetter.
Das Institut für Staatspolitik könnte in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat Kontakte zu allen Parteien pflegen, insbesondere zu Linkspartei und Grünen, weil dort der Nachholbedarf in Bezug auf den Staatsparameter "Konservativität" besonders groß ist. Einige Konservative benötigen eventuell Nachhilfe in den Staatsparametern "sozial-gerecht" und "ökonomisch und ökologisch nachhaltig".Die Freie Demokratische Partei könnte sich vom Institut für Staatspolitik in Bezug auf Interpretationen von "freiheitlich-demokratischer Grundordnung" und Grundgesetz instruieren lassen.Das Institut für Staatspolitik könnte eine Mittelstellung einnehmen zwischen Bundesverfassungsgericht und Bundesamt für Verfassungsschutz, weniger paragraphen-basiert, sondern in philosophischer Ausrichtung.

Laurenz

11. September 2023 22:43

@Gracchus @FraAimerich & RMHWenn Arbeiter sich mit Aktien eindecken, ändert dies auch nichts an ihrem "Sklavenstatus". Früher gab es mehr vermörgenswirksame Leistungen. Das Problem an der arbeitenden Klasse ist, daß viele in Aktien nur den reinen Geldwert sehen. Eine Frau Klatten registriert zwar den Börsenkurs von BMW, sieht die Unternehmung BMW aber nicht als Geldwert, sondern als Unternehmung an. Da ist vom Verständnis her ein galaktischer Unterschied.
Für eine funktionierende Wirtschaft ist die AG auch nicht notwendig. Wenn Sie, Gracchus, damit die Aktiengesellschaft meinen, ist Ihre Aussage falsch. Wo soll das viele Eigenkapital der Konzerne denn herkommen? Um mehr Haftung in die Vorstandsetagen zu bringen, kann man gesetzlich alle Aktiengesellschaften auf Kommanditgesellschaften auf Aktien umstellen (KGaA), was aber schon einen revolutionären Schritt darstellen würde.

Laurenz

11. September 2023 22:50

@LammNeumarktDas Institut für Staatspolitik könnte in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat Kontakte zu allen Parteien pflegen ... Das ist naiv. Es besteht kein Interesse daran, mit Rechten zu reden.
Einige Konservative benötigen eventuell Nachhilfe in den Staatsparametern "sozial-gerecht" und "ökonomisch und ökologisch nachhaltig". ... Wie kommen Sie darauf? Die Grünen & die Sozis waren jetzt gemeinsam bereits 9 Jahre an der Regierung. Bisher waren beide Parteien nicht in der Lage, ein Verpackungspfandsystem zu entwickeln. Der Online-Handel hat das Verpackungsaufkommen auch noch verdoppelt. Man kann auch Bücher in wiedeverwendbaren Pfandverpackungen verschicken. Aber dazu braucht es eine rechtliche Grundlage. Ich kann nicht feststellen, daß es überhaupt ein echtes politisches Projekt gibt, was die Umwelt schont. Und wenn es das gäbe, wird es durch die Massenmigration aufgehoben.

Carsten Lucke

12. September 2023 19:03

@ Laurenz
Keine schlechte Idee mit den Bücherverpackungen - da könnte endlich der Schutzumschlag - die peinlichste Erfindung, seit es Bücher gibt - eine angemessene Funktion bekommen und seiner Bezeichnung würdig werden.

FraAimerich

12. September 2023 19:20

@ Laurenz: "Die Kapitalismus-Kritik von links & rechts basiert auf der Tatsache, daß man mit Arbeit nicht reich werden kann"
 
Ach was. Selbst linke Kapitalismus-Kritik ist wesentlich "breiter" aufgestellt. Rechte ohnehin. Wird von den Wirtschaftsexperten hier nur nicht wahrgenommen oder verhöhnt. 
Dem Kapitalismus inne wohnt bekanntlich der alle Grenzen überschreitende Zwang zur (Massen-)Produktion überflüssiger und schädlicher Produkter unter Bedingungen weltweiter Konkurrenz um billigste Löhne und Rohstoffe im Dienste der Profitmaximierung. Man kann ja mal drüber nachdenken, was das für Umwelt, Volksgesundheit, (Aus-)Bildung und Kultur sowie das Dasein als "Konsument" bedeutet.
 

Gotlandfahrer

12. September 2023 19:21

1/2
Das Gespräch ist ein Zeitdokument. Es zeigt, dass es die einzige Oppositionspartei und ihr Umfeld ist, wo zu gesellschaftlichen Fragen noch Vernunft, Maß, humanistische Bildung, Bodenhaftung und sogar - trotz allem - Humor zu finden sind.  Wann je hat eine angeblich so „umstürzlerische“ Kraft davon gesprochen, versöhnlich mit dem Bestandsbeamtentum gemeinsam an der Renovierung des Staatsgebäudes arbeiten zu wollen?
Im Inklusionsthema sehe ich interessantes Aufklärungspotenzial, das im Zuge einer „so war das gar nicht gemeint“-Verteidigung verschenkt würde.  „Inklusion“ klingt zwar, wie jede Schlaraffenlanderzählung, für Naivlinge verlockend.   Wie die Diskutanten ausführen, ist dieser „Kommunismus in den Schulen“ in Wirklichkeit aber eine Tortur für die „Befreiten“. Wo „Kommunismus“ und „soziale Gerechtigkeit“ für die Masse zu abstrakt bleiben, ist die Stresssituation für Behinderte im unbehinderten Umfeld sehr konkret vorstellbar, ja – zu Recht - mitleiderregend. Jeder Verantwortliche, der auch nur für zwei Cent darüber nachdenkt, muss dies erkennen können. Tut er es nicht, offenbart er sein – es mag zu esoterisch-pathetisch klingen, aber ich denke, die Zeit ist reif, auf diesen Aspekt generell mehr abzuzielen – satanisches oder, im Mindesten, dem Menschen gegenüber gleichgültiges Wesen. Was aufs Selbe hinausläuft.

Gotlandfahrer

12. September 2023 19:22

2/2
So wie auch bei eingesendeten Manuskripten meist längst Gesagtes, nur anders, aufgetischt wird, halte ich auch die fortlaufend allein am Sachargument ausgerichtete Überzeugungsarbeit daher für längst nicht mehr ausreichend. Natürlich ist dies für das politische Protokoll erforderlich. Aber die Menschen kommen nicht neu zur AfD, weil nun erstmals vernünftig argumentiert wird. Sondern weil gespürt wird, dass etwas ganz Grundsätzliches im Gange ist, etwas mit einem durchgängigen Muster: Der Verwirrung unter Vorspiegelung des Gegenteils. Teilweise wird seitens der AfD schon mit dem „das ist Wahnsinn“ der richtige Ton getroffen, doch wo bei den eh Überforderten allein die Angst vor der für ihre Unmoral drohenden Ausstoßung maßgeblich ist, müsste mehr auf die Unmoral des Gegners, in lächerlichmachender Weise, abgezielt werden. Also etwas, das – im Gegensatz zum stets wie Bittstellertum, Paragraphenreiterei, Strebertum oder Herumopfern wirkenden Argumentieren – Gewinnerzuversicht ausstrahlt.  Und damit das Letzte ist, was Satansbanden ertragen.
In diesem Zuge erscheint es mir wünschenswert, eine zukünftige Position gegenüber dem (noch) einschreitebereiten Hegemon zu formulieren (wobei die Risikoabwägung einer expliziten Aussprache selbstredend mit Vorsicht zu erfolgen hat, aber im Kleinen sollte darüber vorgedacht sein).

FraAimerich

12. September 2023 19:31

@Gracchus: "Man muss sich eine Wirtschaftsordnung ausdenken, die individuelle unternehmerische Initiativen ermöglicht und fördert, zugleich aber die sozialschädliche Verwendung von Privateigentum minimiert."
 
Ich glaube nicht, daß wir uns hier - selbst im kleinsten Kreis, bei Ausschluß überzeugter Sozialdarwinisten, die es ja auch noch gibt - auch nur darauf einigen könnten, was "sozialschädlich" ist.
Auch ist dem Kapital mit Denken nicht beizukommen. Es schafft jeden Moment neue Fakten. Es denkt nicht, es liest nicht, es grübelt nicht. Es hat stets Wichtigeres zu tun. Speziell Ihnen gegenüber erlaube ich mir - sozusagen unter "Mystikern" - einen Hinweis, der hoffentlich mehr als nur Kopfschütteln auslösen wird: Das Kapital ist das pulsierende Schiwa-Prinzip des Westens und verzehrt im wilden, ungezügelten Tanz alle "Materia" und "Vitalfunktionen" seiner "Parvati". 
 

FraAimerich

12. September 2023 20:31

@RMH: "Der Urkniff aller Solzialisten und Marxisten war schon immer zu behaupten, dass es keine geordnete Marktwirtschaft gäbe sondern nur Kapitalismus."
 
Ich wollte oben nur einen Einwand zu Ihrem Kommentar zu Wagenknecht formulieren. Ihre Schwärmerei über die "geordnete Marktwirtschaft" teile ich bekanntlich nicht. Im Gegensatz zu Ihnen ist mir auch noch kein Linker begegnet, der die "Anpassung" des Marktes an Kapitalinteressen leugnet oder mit "Sozialismus" verwechselt. Wie Sie zuletzt sogar die Reform der "Grundsicherung", die u.a. das - künftig noch anwachsende - Interesse an möglichst "flexiblen" Aufstockern und Zuverdienstoptionen für Rentner normalisiert und festschreibt. Also etwas, was vor kurzem noch weithin als "unsozial" galt, aber den Interessen "der Wirtschaft" entspricht.
 
 

G W

12. September 2023 23:25

Nochmals, und vielleicht in diesem Kommentarstrang auch abschließend, sei darauf hingewiesen, dass fast alle Videos des gelöschten Youtube-Kanals auf Schnellrodas Odysee-Seite zu finden sind. Siehe https://odysee.com/@kanalschnellroda:3 ! Ich hoffe, auf diesem wird auch das Gespräch mit Höcke noch nachgereicht werden.
Alternative Plattformen sollten hier allgemein noch viel mehr angepriesen und ausgebaut werden (vll. noch ein frei3 Kanal?). Sind sie doch, neben der unerlässlichen Sicherung auf der heimischen Festplatte, ein noch weiteres Sicherheitsnetz, welches auch beim nächsten Problem mit dem globalem Monopolisten, die eigene schöne Arbeit rettet und sofort wieder den Interessierten zugänglich macht.
Den Lesern und Zusehern fordert dies nichts ab, außer dem Verzicht auf etwas Bequemlichkeit!

LammNeumarkt

13. September 2023 11:20

FraAimerich: "Auch ist dem Kapital mit Denken nicht beizukommen. Es schafft jeden Moment neue Fakten. Es denkt nicht, es liest nicht, es grübelt nicht. Es hat stets Wichtigeres zu tun."
"Kapital" ist Ausdruck des Expansionsdrangs des Individuums. Wirtschaftspolitik unterliegt der Einbildung einen weisen Überblick über mehr oder weniger kapitalistisches oder sozial-marktwirtschaftliches Wirtschaftsgeschehen zu haben und Steuerungsfunktion bis in die weite Zukunft ausüben zu können. Das eigentliche Wirtschafts-Prinzip scheint nicht in kontrolliertem Wachstum und kontrollierter Schrumpfung zu bestehen, sondern in weiten Teilen auf Chaos/Eigendynamik zu gründen, welches konstruktiv wie destruktiv sein kann (ein Beispiel hierfür wäre die Firma UBER, welche auf unlauterem Wettbewerb gründet und Milliarden € Schäden verursacht). Ein Übermaß an Destruktivität kann zur Selbstabschaffung von 8 Milliarden Individuen führen.
Laurenz: "Die Grünen & die Sozis waren jetzt gemeinsam bereits 9 Jahre an der Regierung. Bisher waren beide Parteien nicht in der Lage, ein Verpackungspfandsystem zu entwickeln."
Die Grünen mischen sich in ihnen fremde Themengebiete ein anstatt ihr ökologisches Bewußtsein zur ökologischen Expertise weiter zu entwickeln. Reduzierung von Plastikmüll hängt zum Großteil von der Disziplin der Verbraucher ab. Für mehr Ökologie bedarf es einer grundlegenden Schulreform weg von Schwarzer Pädagogik.

Laurenz

13. September 2023 17:40

@FraAimerich & LammNeumarkt ... Sie sind in meinen Augen zu radikal in Ihren Argumentationsketten, was zu Fehlern führt. Was kann denn die Industrie (weltweit) aktuell noch für nutzloses Zeug für die Masse der Deutschen produzieren? Wessen Geld reicht denn noch für Firlefanz? Schauen Sie einfach auf die Straße. Mittelgroße Fahrzeuge sind fast nicht mehr zu sehen. Entweder Kleinwagen oder obere Mittelklasse bis Oberklasse, davon 90% Dienstwagen. Produkte besserer Qualität (zB Fahrräder) für die noch existierende Mittelschicht & Oberschicht kosten oft das 10fache der Discounter-Preise. Der Staat ist deswegen notwendig Gesetzesgrundlagen zu schaffen, weil zB von mir angesprochene Pfandverpackungen für jeden zB Buchhändler gelten müssen, eine Frage des Wettbewerbs. Man muß nicht pfand-verpackte Produkte nicht verbieten (zB Parfüm-Flakons) aber eben dann zB mit 1.000% versteuern. Man kann auch Obsoleszenz gesetzlich regeln. Hier sind auch Branchen-Spezifikationen zu berücksichtigen. Im Schwerlast-Bereich ist keine standardisierte Verpackung möglich. Ihre Vorstellungen von Konsum sind mutmaßlich zu sehr von den eigenen Erfahrungen geprägt.

Gracchus

13. September 2023 21:02

@FraAimerich
Meine Überlegungen orientieren sich an Steiners sozialer Dreigliederung; wenngleich das Konzept - anders als Steiner dachte - (zumindest derzeit noch) utopische Züge trägt - wenn Sie nicht zu Unrecht anmerken, dass keine Einigung über sozialschädliches Wirtschaften erzielt werden könne, zeigt dies, dass es zunächst einer  Bewusstseinsentwicklung bedarf -, so ist es doch lehrreich; so denke ich: Solange die Einsicht fehlt, dass menschliche Arbeitskraft keine (käufliche) Ware ist, wird es keine tiefgreifende Veränderung geben; und es gibt noch andere Dinge, die dem Warenverkehr entzogen sein sollten. 
Steiner meint übrigens, Geld sei realisierter Geist - ähnlich womöglich (müsste untersucht werden) wie Sohn-Rethel und Luhmann. Ein Geist, der - Ihnen zufolge - nicht denkt? 
Deckt sich Ihr "Schiwa-Prinzip" mit Schumpeters "kreativer Zerstörung"?

Franz Bettinger

14. September 2023 00:34

@Laurenz: Du bist der Lüge auf den Leim gegangen, Verpackungen wären (ähnlich CO2) des Teufels und müssten verhindert & bestraft (besteuert) werden. Unsinn! Noch mehr Gesetze, Verbote, Auflagen und Staat? Mehr Batterien und Windmühlen? Merkst du nicht, dass du auf Narren hörst? Verpackungen bestehen aus Blech, Glas, Papier, Pappe, Holz oder Plastik (alles aus der Natur stammend). Das einzige was wert wäre recycled zu werden, ist Blech. 

FraAimerich

14. September 2023 10:12

Werter Bettinger, in Ihrer Welt wäre ich gerne mal einige Tage zu Besuch. Es scheint da alles ganz natürlich zuzugehen und keine ernsten Probleme zu geben, scon gar nicht mit (Plastik-)Müllbergen.
Wobei ich einräume - ein wenig staune ich schon auch darüber, daß sich @Laurenz zuletzt als entschiedener Verfechter der Vermeidung unnötigen Verpackungsmülls geoutet hat. Und das, obwohl sich seinen Ausführungen zufolge sowieso kaum noch wer mehr als das Allernötigste leisten kann (außer mir scheinbar, weshalb ich mich bei der Beurteilung marktwirtschaftlicher Zusammenhänge auch stets in fehlerhaften Argumentationsketten verstricke).
Ob da bei ihm Castaneda nachwirkt oder die große Arte-Offensive zur Müllkrise letzthin, wird er uns vielleicht noch verraten. Ist aber letztlich egal. Sympathischer als der Plastikmüll-Export nach Asien, wo dann alles ganz "natürlich" entsorgt wird, scheint mir die Vermeidung unnötigen Mülls allemal.

Laurenz

14. September 2023 11:13

@Franz Bettinger @L. ... Lieber Franz, Du führst keinen einzigen Beleg ins Feld, ein schwaches Bild für einen Akademiker Deiner Klasse. Obsoleszenz existiert, in der DDR gab es die nicht, außer natürlicher Obsoleszenz durch Fehlkonstruktion, zB der Trabbi. Hier ein paar Zahlen. Hausmüll pro Kopf in Deutschland  https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/12/PD22_546_321.html#:~:text=Das%20waren%20159%20Kilogramm%20pro,oder%20speziell%20entsorgt%20werden%20muss. Verpackungsmüll pro Kopf in Deutschland https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/03/PD22_108_321.html  Teilnehmer im Elektronik-Bauteile-Handel zahlen eine Gebühr für die Entsorgung von Elektronik-Schrott. Trotzdem landet der Schrott in Ghana. https://youtu.be/4DFjA2Y1RXU

FraAimerich

14. September 2023 11:58

@Gracchus
Steiners Dreigliederung "geistert" ja nun schon sehr lange durch die kapitalismuskritische "rechts-alternative Szene". Idealismus und Sozialreform stoßen jedoch in einer materialistischen, von Kapitalinteressen bestimmten Welt, die sich gerade dadurch auszeichnet, alles Kosten-Nutzen-Rechnungen zu unterwerfen, schnell an "natürliche" Grenzen. Schon Thomas Morus hat beiläufig bemerkt, daß es schlicht unmöglich ist, erfolgreich "gute Politik" zu machen, solange alles und jedes am Wert des Geldes bemessen wird. Hier auf einen Bewußtseinswandel hinwirken zu wollen, scheint naheliegend. Bedeutet am Ende aber wohl auch nichts anderes als abzuwarten, bis der aktuelle Zyklus seinen Lauf vollendet und das Tal des Nihilismus durchschritten ist.
 
Für Steiner ist letztlich alle Materie "verdichteter Geist", substanziell also identisch. Einige Quantenphysiker vertreten heute im Anschluß an Einstein durchaus ähnliche Auffassungen. Was das Geld angeht, spielte Steiner aber wohl eher auf den "merkurischen" Charakter des Geldes als Tauschmittel und volkswirtschaftliches Agens an. Geld und Kapital sind übrigens nicht dasselbe - "denken" tut freilich weder das eine noch das andere. Auch der, der über es verfügt, denkt nur selten, allenfalls kalkuliert oder spekuliert er. Und wenn wir vom "Geist" einer Sache sprechen - auch der denkt nicht, ist sich seiner selbst oft genug nicht mal bewußt. Auch da braucht's erst einen Bewußtwerdungsprozeß; Schelling grübelte darüber.
 

FraAimerich

14. September 2023 13:11

@Gracchus
Das Schiwa-Prinzip haben bekanntlich die Inder erfunden. Parallelen zu Schumpeters "schöpferischen Zerstörung" liegen nahe, aber auf einer recht oberflächlichen Ebene, wie sie sich auch schon bei Marx selbst nachweisen läßt, der den Kapitalismus ja durchaus nicht "rein negativ" sah, sondern als Fortschrittsgarant und Durchgangsstation auf dem Weg in sein Utopia, dem alles geopfert werden darf und muß, was bremst oder sich bewußt entgegenstellt (wobei Marx und Engels nicht ganz zu unrecht davon ausgingen, daß der Kapitalismus selbst einen Großteil der Drecksarbeit zur Austilgung der die Entwicklung hemmenden Kräfte und Völker übernehmen würde)... 
Darüber hinaus anspielen wollte ich auf den Ursprung jener destruktiven Energien und Seelenzustände, die die weithin sinnlose Verzehrung menschlicher und sonstiger Ressourcen bis zur Abtötung der Vitalfunktionen der Völker und ihrer Lebensgrundlagen gleichgültig in Kauf nehmen. In der indischen Überlieferung nachzulesen - ebenso wie die unausweichlichen Folgen für die Anhänger der von Schiwa impulsierten Dämonenkönige im "Gesamt-Bewandtnis-Zusammenhang".

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