Zermürbungskrieg? Eine fahrlässige Rechnung, sagt Gastautor Uwe Jochum

Am 25. August 2023 plädierte in der Zeitung »Die Welt« der Militärtheoretiker Edward Luttwak dafür, den Krieg in der Ukraine von seiten der Ukrainer als »nationalen Befreiungskampf« zu führen, will sagen: alles zu mobilisieren, was sich an kampffähigen Männer mobilisieren läßt.

Lutt­wak kal­ku­lier­te dabei so: Für den Fall, daß sich nur fünf Pro­zent der ukrai­ni­schen Bevöl­ke­rung mobi­li­sie­ren lie­ßen, wür­den bei einer Bevöl­ke­rung von rund 30 Mil­lio­nen andert­halb Mil­lio­nen neue Sol­da­ten her­aus­sprin­gen. Und er schloß:

Mit einer sol­chen Trup­pen­stär­ke könn­te die Ukrai­ne ihre Schlach­ten gewin­nen und ihr Ter­ri­to­ri­um auf die alt­mo­di­sche Art und Wei­se befrei­en: in einem Zer­mür­bungs­krieg, so wie in den meis­ten euro­päi­schen Unabhängigkeitskriegen.

Das läuft prak­tisch auf die Mobi­li­sie­rung eines letz­ten Auf­ge­bots hin­aus, wie wir es in Deutsch­land aus der End­pha­se des Zwei­ten Welt­kriegs ken­nen. Denn was Lutt­wak hier mit einer ein­fa­chen Pro­zent­zahl — ledig­lich fünf Pro­zent, blo­ße fünf Pro­zent! — als leicht mach­bar und wün­schens­wert hin­stellt, um die Ukrai­ne wie­der kampf­fä­hig zu machen, kippt bei nähe­rem Hin­se­hen ins Unmög­lich weg. Um das zu sehen, muß man kein Mili­tär­theo­re­ti­ker sein, es genü­gen ein­fa­cher Com­mon sen­se und die Grund­re­chen­ar­ten. Ver­su­chen wir es ein­mal damit.

Die Ukrai­ne, so wis­sen wir, hat eine Bevöl­ke­rung von 30 Mil­lio­nen. Bei einem Frau­en­an­teil von, grob geschätzt, 50 Pro­zent, macht das 15 Mil­lio­nen Män­ner. Davon sind — wenn sich west­li­che Durch­schnitts­zah­len auf die Ukrai­ne über­tra­gen las­sen — wahr­schein­lich 30 Pro­zent unter 20 Jah­ren alt, kom­men also als Sol­da­ten nicht oder nur sehr bedingt in Fra­ge, und 30 Pro­zent sind älter als 60 Jah­re und sind als Sol­da­ten zunächst auch ein­mal außen vor. Blei­ben also von 15 Mil­lio­nen Män­nern noch 40 Pro­zent, die als wehr­fä­hig gel­ten kön­nen; das sind 6 Millionen.

Von die­sen wer­den min­des­tens 10 Pro­zent nicht ver­wen­dungs­fä­hig sein, und min­des­tens 10 Pro­zent wer­den sich dem Wehr­dienst durch Flucht ins Aus­land ent­zie­hen. Blei­ben, rea­lis­tisch gese­hen, nur noch rund 4,8 Mil­lio­nen Män­ner übrig, die man in den Krieg schi­cken könn­te. Das ist das Maxi­mum, wenn man nicht mit Alten und Kran­ken und Kin­dern kämp­fen will.

Nun sagt uns die Wiki­pe­dia, die ukrai­ni­schen Streit­kräf­te hät­ten 250.000 Mann akti­ver Sol­da­ten und 1.000.000 Reser­vis­ten (das waren die Anga­ben zu Kriegs­be­ginn). Das ist in der Sum­me ein Vier­tel der oben genann­ten 4,8 Mil­lio­nen, die sich über­haupt mobi­li­sie­ren und mit einer Waf­fe an die Front stel­len ließen.

War­um nur ein Vier­tel? Weil die ande­ren Drei­vier­tel Män­ner im bes­ten Alter sind und anders­wo eben­so benö­tigt wer­den wie an der Front: für den Betrieb der Kraft­wer­ke, den Erhalt der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur, die Ver­wal­tung, die Kran­ken­häu­ser, die Schu­len. Und weil ein kämp­fen­des Heer immer einen erheb­lich grö­ße­ren Troß von Nicht­kämp­fen­den braucht, die die Bewe­gung des Hee­res orga­ni­sie­ren und sei­ne Ver­sor­gung sicherstellen.

Kurz­um: 4,8 Mil­lio­nen Mann an der Front sind ein Ding der Unmög­lich­keit, und die Wahr­heit wird dar­in lie­gen, daß die Ukrai­ne für den Krieg zwi­schen 1,25 Mil­lio­nen Män­ner (jet­zi­ge Akti­ve plus Reser­vis­ten) und 2,5 Mil­lio­nen Mann (die Hälf­te der über­haupt Mobi­li­sier­ba­ren) zur Ver­fü­gung haben wird.

Lutt­waks Zah­len lie­gen also durch­aus im Bereich des Mög­li­chen. Aber es ist ein Mög­li­ches, das an der Gren­ze des Mög­li­chen liegt und unmerk­lich ins Unmög­li­che über­geht oder bereits über­ge­gan­gen ist. Denn was Lutt­wak ver­schweigt, ist die Anzahl der bereits jetzt gefal­le­nen ukrai­ni­schen Män­ner, über die es natür­lich nur Schät­zun­gen gibt, denn bei­de Sei­ten, die rus­si­sche und die ukrai­ni­sche, haben ein Inter­es­se dar­an, daß die­se Zah­len nicht öffent­lich werden.

Es gibt jeden­falls Mel­dun­gen, in denen von 400.000 gefal­le­nen Ukrai­nern die Rede ist. Soll­te das stim­men, wür­den die Ver­lus­te jetzt schon die Anzahl der zu Kriegs­be­ginn ver­füg­ba­ren Sol­da­ten über­stei­gen. Und nimmt man die Maxi­mal­mo­bi­li­sie­rungs­men­ge von 2,5 Mil­lio­nen Mann, dann sind davon jetzt bereits fast 20 Pro­zent tot oder durch Ver­let­zung kampf­un­fä­hig. Ein­satz­fä­hig sind auf ukrai­ni­scher Sei­te also nur noch zwi­schen 800.000 und maxi­mal 2 Mil­lio­nen Mann.

Wer an die­ser Stel­le rasch in der Wiki­pe­dia nach­schaut, um sich dar­über zu infor­mie­ren, wie­vie­le Sol­da­ten Ruß­land hat und als Maxi­mum mobi­li­sie­ren kann — näm­lich 1 Mio Akti­ve plus 2 Mio Reser­vis­ten plus 2–5 Mil­lio­nen wei­te­re Wehr­fä­hi­ge —, der wird zu dem Schluß kom­men müs­sen, daß die Ukrai­ne kei­ne Chan­ce hat, die­se Krieg zu gewin­nen. Sie ist fak­tisch aus­ge­blu­tet oder steht kurz vor der Ausblutung.

Wäre es um die Kampf­mo­ral der Ukrai­ner wirk­lich so gut bestellt, wie die Pro­pa­gan­da­me­di­en uns ein­re­den wol­len, müß­te Selen­ski nicht damit dro­hen, daß die Aus­mus­te­run­gen, die es seit Kriegs­be­ginn gege­ben hat, alle noch ein­mal über­prüft wer­den sol­len. Und neu­er­dings bit­tet man auf ukrai­ni­scher Sei­te sogar dar­um, die fah­nen­flüch­ti­gen Ukrai­ner aus­zu­lie­fern. Das macht man nur, wenn einem die regu­lär zur Ver­fü­gung ste­hen­den Män­ner aus­ge­hen bzw. bereits aus­ge­gan­gen sind.

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Kommentare (45)

Artabanus

15. September 2023 11:54

Die Frage ist wofür diese Männer überhaupt kämpfen und ihr Leben opfern sollen. Damit in Donezk Ukrainisch zur Pflichtsprache wird? Weit über die Hälfte der Ukrainer haben Russisch als Muttersprache. Es ist daher klar dass außer einem kleinen Prozentsatz Fanatiker niemand freiwillig dort kämpfen möchte. Der Krieg ist bereits jetzt nur noch durch brutalste Repressionsmassnahmen aufrecht zu erhalten. Die Menschen wollen Frieden, die Politiker und Journalisten wollen Krieg.

RMH

15. September 2023 12:04

Viktor Orban hat das in seinem Interview mit Tucker Carlson m.M.n. wesentlich deutlicher, kürzer und präziser auf den Punkt gebracht, als der Artikel, wenn es richtig zitiert wurde, sagte Orban:
"Was am Ende zählen wird, sind Stiefel auf dem Boden, und die Russen sind viel stärker und zahlreicher als die Ukrainer." 
und er sagte wohl auch:
"Trump ist der Mann, der die westliche Welt und wahrscheinlich die Menschheit auf dem Globus retten kann." 
Bis zur nächsten USA-Wahl, bei der aufrgund der Festkegung der Demokraten, dass Biden wieder antritt, der Sieg Trumps nur noch juristisch verhindert werden kann, wird die Ukraine vermutlich schon noch durchhalten, allen Unkenrufen zum Trotz. Und Trump wird Russland die Ukraine sicher nicht komplett schenken, da wird es einen deal geben.
PS: Quelle: 
https://www.n-tv.de/politik/Orban-Der-Dritte-Weltkrieg-koennte-an-unsere-Tuer-klopfen-article24361239.html

Le Chasseur

15. September 2023 12:25

Die Machthaber in Kiew schicken schon jetzt Alte sowie körperlich und geistig Behinderte an die Front. Das wird man noch ausweiten. Auch Frauen und Minderjährige werden über kurz oder lang eingezogen werden, es wird laufen wie in Deutschland, im April 1945: https://www.bitchute.com/video/9r49tJRUEPmh/
Bevorzugt werden Angehörige der russsichen Minderheit an die Front gezwungen:
"Damit schlägt das Regime in Kiew zwei Fliegen mit einer Klappe, denn erstens kann es so die Zahl der verhassten „Moskali“, also der ethnischen Russen in der Ukraine, reduzieren, indem diese im sinnlosen Kampf gegen die russischen Streitkräfte verheizt werden. Und zweitens soll damit in der Ukraine der Hass gegen alles Russische weiter angeheizt werden [...] Faktisch findet damit ein verdeckter Genozid statt, zumal die Zwangsrekrutierten oft praktisch ohne Ausbildung und Ausrüstung in den Kampf geworfen werden. Die hohen Verluste der Ukraine rühren auch daher, dass sie vor allem im Gebiet Saporoschje unter Androhung von Erschießungen in die Minenfelder getrieben wurden." --Thomas Röper
 
 
 

Laurenz

15. September 2023 12:40

1990 hatte die Ukraine eine Bevölkerung von knapp 52 Mio. Davon gingen viele Männer nach Polen, um dort die Dreckarbeit zu machen. Die Zahl Herrn Jochums von 30 Mio. ist wohl zu tief gegriffen. Geschätzt werden für 2023 knapp 37 Mio. Man wird das deswegen auch nicht so genau festmachen können, weil Mio. weiblicher Ukrainer permanent zwischen der Ukraine & Deutschland monatlich pendeln, um in Deutschland Bürgergeld abzugreifen. Selenskyj forderte unlängst die Auslieferung von 163k Ukrainischen Männern in Deutschland. https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/neue-zahlen-innenministerium-ausreise-flucht-vor-russlands-krieg-so-viele-maenner-kamen-aus-der-ukraine-nach-deutschland-li.318867
Der Krieg wird vor allem ökonomisch entschieden, da hat Rußland einfach die Nase vorn, vor der NATO. Das ist mit ein Grund, warum Europa vor epochalen politischen Umwälzungen steht. Die Ukrainer, die freiwillig in den Krieg zogen, sind entweder gefallen oder versehrt. 

Laurenz

15. September 2023 12:45

(2) Diejenigen, die noch übrig sind, werden keinen Bock haben, für ein hoch korruptes Oligarchen-Regime zu fallen. Auch die NATO hat keinerlei Optionen mit Kampftruppen in der Ukraine einzugreifen. Denn da ist die Moral noch beschissener. Wer will schon für eine woke Gender- & Klima-Junta zu Berlin fallen? Niemand. https://www.berliner-zeitung.de/open-source/deutsche-moral-eine-nation-fuer-die-keiner-kaempfen-will-ist-zum-scheitern-verurteilt-li.367117
Wenn das nach der Niederlage der Ukraine richtig offensichtlich wird, ist nicht nur Polen offen.

Volksdeutscher

15. September 2023 13:05

1. "....30 Prozent sind älter als 60 Jahre und sind als Soldaten zunächst auch einmal außen vor. " 
Es werden bereits ältere Männer bis 60 an den Wehrdienst herangezogen. Wenn das der Fall ist, kann man sich leicht vorstellen, in welchem Zustand die unkrainische Armee und die ukrainische Gesellschaft sind. Es scheint nicht nur, es sieht auch so aus, als wollten die Amerikaner bis zum letzten Ukrainer "kämpfen".
"....mindestens 10 Prozent werden sich dem Wehrdienst durch Flucht ins Ausland entziehen."
Ich lese fast jeden Tag auf ungarischen Nachrichtenportalen, daß etwa 10-20 tausend Menschen nur (!) von der Ukraine aus ungarisches Staatsgebiet betreten. Wieviele Menschen das täglich insgesamt sein dürften, die die Ukraine verlassen, könnte man leicht errechnen, wenn man die entsprechenden Daten vom polnischen, tschechischen und rumänischen Grenzschutz hätte. Es stellt sich bei diesen Zahlen die Frage: Wie lange kann sich ein Staat in dieser Situation halten, denn all die Geflüchteten fehlen in Wirtschaft und Produktion. Die finanzielle Unterstützung durch den Westen kann das nicht ersetzen und es ist gibt bereits Zeichen dafür, daß die Kriegsbegeisterung westlicher Länder, allen voran Amerikas, bald zum Kippen kommen könnte.
 

Tageszeile

15. September 2023 13:22

Guten Tag, 
der Blutzoll des Gebildes "Ukraine" wird gerade durch Polen erhöht, in dem die demokratische Eliteherrschaft nach EU Recht, die vor dem Hinschlachten geflohenen Ukrainer, zurückführt. Also ein Fakt, den man bei T. Röper (Anti-Spiegel) im Detail nachrecherchieren kann. Wobei ich diesen Seitenarm, der sich meist durch gute Quellenarbeit abdeckt, eher bevorzuge als diese Wikimedia Fondation.Das Ziel war ja auch einmal einen »nationalen Befreiungskampf« und das schon ab 2008 dort zu initiieren. Auch hier sind die Russen unbesiegbar, da es hier einen funktionierenden Wertekompass gibt. Nach meinem Kenntnisstand hat die Ziffernsprache der sogenannten zur Verfügung stehenden Masse an Soldaten in Beziehung zur Geburtenrate etc. der Gunnar Heinsohn breit angelegt und auch den oberen Aspekt des initiierten Befreiungskampfes analysiert.

Volksdeutscher

15. September 2023 13:29

2. Die Online-Version des konservativen Magyar Nemzet hat darüber berichtet, daß nach Angaben der ukrainischen Regierungspartei ukrainische Staatsbürger, die die Ukraine mit einer gefälschten Untauglichkeitsbescheinigung verlassen und in einem anderen Land Asyl beantragt haben, an die Ukraine ausgeliefert werden könnten/sollten. In der Ukraine gibt es in den letzten Wochen eine Reihe von Razzien gegen die Korruption in Wehrpflichtigenzentren. Es hat sich herausgestellt, daß einer Reihe von ukrainischen Staatsbürgern im Austausch gegen hohe Geldbeträge falsche Untauglichkeitsbescheinigungen für die Ausreise bekommen hatte. Derzeit können die Strafverfolgungsbehörden sie nicht erreichen, aber mit der Änderung des Strafgesetzbuchs hat die Ukraine nun den Weg der internationalen Rechtshilfe gestärkt, was die Durchführung internationaler Rechtshandlungen erleichtert. So können die Strafverfolgungsbehörden in jedem Land der Welt die Auslieferung solcher Personen an die Ukraine beantragen, wo sie sich der Strafverfolgung überantwortet würden. 

Volksdeutscher

15. September 2023 13:39

3. Es stellt sich jedoch die Frage, wie die aufnehmenden Länder die Echtheit der bereits ausgestellten Untauglichkeitsbescheinigungen überprüfen können. Nach allgemeiner Auffassung kann, wenn keine schlüssigen Beweise (z. B. Tonaufnahmen, schriftliche Beweise, an denen kein begründeter Zweifel besteht) dafür vorliegen, daß jemand zu Unrecht für wehrunwürdig erklärt wurde, die Untauglichkeit nur in Anwesenheit der betreffenden Person überprüft werden, wobei die persönliche Anwesenheit für eine ärztliche Untersuchung begrifflich erforderlich ist. Eine wichtige Garantieregel ist aber, daß die Nichtzurückweisung auch für Personen gilt, denen kein Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde, wenn ihr Leben und ihre Freiheit bedroht sind. Manche sind der Ansicht, daß für Bürger, die aus der Ukraine geflohen sind, in ihrem Heimatland eine reale Gefahr besteht und daß dies bei der Prüfung ihrer Auslieferung berücksichtigt werden sollte. In diesem Fall können die Aufnahmestaaten, in die ukrainische Staatsbürger vor den Kämpfen geflohen sind, beschließen, eine Person mit Flüchtlings-, Schutz- oder Asylstatus nicht an die Ukraine auszuliefern, da in ihrem Land eine reale Gefahr für ihr Leben besteht. 

Siriusstar

15. September 2023 13:54

Und wo ist die russische Seite? 

MarkusMagnus

15. September 2023 14:24

Frage an die Juristen hier :
Kann ich als Wehrpflichter verpflichtet werden bei einem Nato-Buendnissfall ein Land wie Polen zu schützen? In Polen??? 
Ist ein Nato-Buendnissfall gleichzeitig automatisch ein V-Fall?
Und kann ich als Wehrpflichtiger in anderen Nato Ländern in diesem Fall eingesetzt werden?
Man meint das wären einfache Fragen. Aber so einfach scheinen sie dann doch nicht zu sein. 
Ich finde das diese Fragen geklärt werden sollten bevor der Ukraine die Soldaten ausgehen. 
Gerade bei uns auf der Rechten, wo die meisten ja Wehrpflicht geleistet, Reservisten sind oder sogar Zeit- oder Berufssoldaten waren/sind,  sollte diese Fragen erörtert werden. 
Ich habe weder Lust für dieses BRD System, noch für die Nato oder die Ukraine draufgehen. 
Und schon gar nicht irgendwelche Vertreiberstaaten wie Polen zu schützen., die heute noch immer antideutsch sind 
Die meisten Rechten werden das wahrscheinlich ähnlich sehen. 
Nationale Selbstachtung. Bisschen davon habe ich auch. Bravo Frau Weidel. Ich bin gerade dabei einen nachträglichen KDV Antrag zu schreiben und würde obige Fragen gerne geklärt haben bevor wir Deutschen als Kanonenfutter herhalten sollen. 
 

Le Chasseur

15. September 2023 14:29

@Artabanus"Die Menschen wollen Frieden, die Politiker und Journalisten wollen Krieg."
Und die Politiker und Journalisten wollen Krieg, weil ihre Hintermänner Krieg wollen.

MARCEL

15. September 2023 14:36

Das Dilemma: Unter dem Mantel der Landesverteidigung werden die Ukrainer von US-Geo-Interessen militärisch ausgebeutet. Die Intelligenteren haben das gewusst und haben sich abgesetzt. 
Vielleicht macht sich der neue muslimische krim-tatarische Verteidigungsminister jetzt daran, unter den Muslimen dieser Welt Söldner zu rekrutieren? (Welcher Muslim wird aber für den Juden Selenskyj u. US-Interessen in den Kampf ziehen wollen?)
Am Rand: Die Reste des Azov-Regiments (vor allem die aus der Türkei freigelassenen Kommandeure) werden Selesnkyj den ausgebliebenen Entsatz von Mariupol nicht vergessen/verziehen haben ebenso wenig die "Blutpumpe" Bachmut.

Gimli

15. September 2023 14:49

Dass diese "Spezialoperation" nicht nur dem euphemistischen Namen nach ein durch nichts zu rechtfertigender, kriegerischer Akt ist, geht hier unter all dem humanistischen Bildungsüberbau immer wieder als eigentlich empörendes Ereignis unter. Auch unter all den Relativierungen, die sie zu rechtfertigen versuchen. Es ist doch völlig uninteressant für die Gegenwart (im Hinblick auf territoriale "Besitzansprüche"), was mal war. Entscheidend ist, was ist. Und darauf die Welt weiter aufbauen und also nach vorn schauen, als nur ewig zurück. Die Menschen sind mobil und Grenzen und Nationen sind zunehmend Rechtsräume, Lokalkolorit ist doch schon kaum einzugrenzen und auch schon innert dem Bundesgebiet so unterschiedlich, dass man mehrere Länder draus machen könnte, so man wollte, was aber einfach wirtschaftlich keinen Sinn ergibt. Insofern bin ich froh über Europa. 

Herr K aus O

15. September 2023 14:58

Wie wäre es mit deutschen Soldaten? John Kornblum hat als Elder Statesman ja schon in der Welt darüber nachgedacht, den Krieg nach Russland zu bringen. Und nur die USA und Deutschland haben die Resourcen, das zu machen.
Da ich mir kein Welt+ mehr leiste, habe ich nur gesehen, dass in der Welt kontrovers darüber diskutiert wurde (> 2000 Kommentare)
Für mich würde das bedeuten: Eventuell sorgen Ex-Wehrdienstverweigerer dafür, dass ich noch als Mann Ende 50 in den Dritten Weltkrieg eingezogen werde. Irgendwie ein Scherz, oder? 
Und gestern lärmten die Sirenen mit Fliegeralarm. Kann mir mal einer erklären, in welche Luftschutzbunker wir sollen?

Laurenz

15. September 2023 15:00

@Volksdeutscher ... was nutzt es kampfunwillige Rekruten einzuziehen? Bei der ersten Gelegenheit lassen die sich gefangen nehmen. Hierbei ist auch festzuhalten, was Herr Jochum versäumte. 4 Mio. Ukrainer sind nach Rußland geflüchtet.
@Siriusstar ... Und wo ist die russische Seite? ... Die Russen haben sich eingeigelt & führen den zermürbenden Stellungskrieg mit überlegener Artillerie. Hier spielt sich der ökonomische Verschleiß ab. Wenn der Ukrainische Druck an der Front nicht mehr zu halten ist, werden die Russen vielleicht nach Odessa vorstoßen, die Ukraine komplett vom Meer abschneiden & die Verbindung nach Transnistrien herstellen. Vielleicht wird man auch weiter versuchen, die Front zu begradigen. Aber das wird nur passieren, wenn die Verluste dabei im Rahmen bleiben. https://southfront.press/military-situation-in-ukraine-on-september-14-2023-map-update/
 

Le Chasseur

15. September 2023 17:36

@Gimli"Dass diese "Spezialoperation" nicht nur dem euphemistischen Namen nach ein durch nichts zu rechtfertigender, kriegerischer Akt ist, geht hier unter all dem humanistischen Bildungsüberbau immer wieder als eigentlich empörendes Ereignis unter. Auch unter all den Relativierungen, die sie zu rechtfertigen versuchen."
In London und New York knallten die Champagnerkorken, als die Russen einmarschiert sind. Seit 2014 hatte man diesen Einmarsch provoziert, mit den nützlichen Idioten in Kiew. Die dachten, sie würden dann im Schnellverfahren in die NATO und in die EU aufgenommen. Tja, falsch gedacht. An der Front elendlich verrecken dürft ihr. Aber der russische Angriff hat dazu geführt, dass die NATO wieder wichtig ist. Sogar zwei neue Mitglieder hat sie bekommen.
P.S.: Regen Sie sich über die Bombardierung Serbiens durch die NATO eigentlich auch so auf? Oder über den mit Lügen begründeten Angriff auf den Irak? Aber das ist wahrscheinlich wieder Whataboutism. https://www.berliner-zeitung.de/open-source/der-ungesuehnte-chemiekrieg-gegen-serbien-wer-verurteilt-endlich-die-nato-li.165044

Hesperiolus

15. September 2023 17:38

@ „Alte sowie körperlich und geistig Behinderte an die Front“  - Dem Vernehmen nach ertönt an vielen bevorzugten Urlaubsorten dieses Landes der kleinrussische Dialekt, gesprochen von dem sportlichen Anschein nach wehrfähigen Subjekten. Auch hinter dem Steuer so manches Boliden mit einschlägigem Kennzeichen sitzen nicht w / d, sondern m. Mob und Ausbeuterschicht darunter machen hufescharrenden Urlaub, während die massa miserabilis (für ihre widrigen Interessen) verbluten soll. Ein Luttwak mag einen Albert Ballin zitierend ihr zurufen: Durchhalten ! Aushalten ! Maulhalten ! . Den inneren Bogenschlag dazu verbiete ich mir hier.

Le Chasseur

15. September 2023 17:41

@MarkusMagnus"Ich bin gerade dabei einen nachträglichen KDV Antrag zu schreiben"
Gute Entscheidung, kommt aber etwas spät.

RMH

15. September 2023 19:52

1. Reine Mobilisierungsraten haben keine große Aussagekraft im Hinblick auf Verluste. Wenn Rußland mit um die 200.000 Mann einmarschiert ist und auf kleinere, taktische beweglich operierende Einheiten der Ukraine gestoßen ist, die den Einmarsch dahingehend stoppen konnten, dass sich eine Frontlinie bildete, dann kann man bei der Größe/Länge der aktuellen Frontlinie einschließlich der gegenseitigen Absicherung der Grenze zu Belarus davon ausgehen, dass bereits ohne dass ein einziger Mann gefallen sein muss, die Mannzahlen sich auf beiden Seiten enorm erhöht haben müssen.

RMH

15. September 2023 19:54

2.  Es wird wohl auch nicht entlang der geamten Frontlänge gekämpft. Bei Materialschlachten werden die Mannzahlen der Versorgungs-, Inst- und Unterstützungstruppen größer werden (bei den USA sollen bis zu 35 Soldaten auf 1 Kämpfer kommen! Das können dann auch Frauen sein, was in der Diskussion bislang nicht erwähnt wird. Die Ukraine setzt dafür auch Frauen ein). Und ein 60 jähriger kann problemlos bspw. im Nachschub (LKW Fahrer etc.) oder als Sicherungsoldat bei Flugplätzen etc. eingesetzt werden. Hinzukommt, dass es im Krieg immer einen rollenden Austausch von Einsatz- und Ruhetruppen kommt, so dass man noch mehr Soldaten braucht, damit auch immer genug halbwegs "frisch" zum Einsatz kommen bzw. damit gewechselt werden kann. Selbstredend wird es nach anderthalb Jahren Krieg auf beiden Seiten erhebliche Verluste gegeben haben, aber beide Seiten bauen nach wie vor ihr Potential noch auf - dies gilt insbesondere für Russland, welches zusätzlich auch weiterhin Truppen im restlichen Riesenreich braucht. Von daher bin ich bei Orban, am Ende wird es Russland schaffen können, aber zu welchem Preis? Zudem gibt es noch genug Eskalationspotential.

Oberlausitz

15. September 2023 20:54

@ Gimli
Die gegenwärtige ukrainische Regierung ist ein erpresserisches Unrechtsregime durch und durch. Jetzt droht ihr Chef dem Westen im Falle des Ausbleibens oder Beschneidens weiterer Zahlungen und Waffenlieferungen ("curtailing aid to the Ukraine") damit, daß er das Wohlverhalten seiner Landsleute im westlichen Ausland (=Flüchtlinge,die hier unter äußerst günstigen Bedingungen aufgenommen wurden) dann nicht mehr garantieren könne. Geht's noch?
 
 

Tageszeile

15. September 2023 22:36

@RMH: Ihr Ziffernwirrwarr ohne benannte Grundlage hinkt vorn als auch hinten. Falls Sie aus ihrem Wirrwarr einmal Lufthoheit gebrauchen, dann schauen Sie doch einfach mal bei Heinsohn nach und lassen sich dort eines Besseren belehren. In aller Plötzlichkeit werden auch Sie andere Aspekte erfahren, außer des üblichen Kastraten - Wissens.  Wollen wir doch einmal in das Gespräch kommen? Robuste feindschaftliche Essays sind längst aus der Mode gekommen - vielleicht haben Sie eine Qualität - in aller Niedlichkeit und Zuneigung - lassen Sie uns beginnen!
 

Laurenz

15. September 2023 23:02

@RMH .... der Ukraine-Krieg unterscheidet sich insoweit von anderen Kriegen, daß er grundsätzlich von der Ukraine geführt wird. Wenn es nach den Russen ginge, wird nur ein rußlandfreundliches Regime installiert & kein Ukrainer muß sterben oder darben. Die Russen haben kein Interesse daran, Ukrainer zu töten. Ganz anders als wir im II. Weltkrieg. Angenommen die Nationalsozialisten hätten 1939 nach dem Polenfeldzug kapituliert, wären die katatstrophalen Lebensbedingungen der Deutschen bis 1934 wieder weiter verschärft worden.

Volksdeutscher

16. September 2023 01:21

@Laurenz - "...was nutzt es kampfunwillige Rekruten einzuziehen?"
Solche rhetorischen Fragen stellen nur Sie und ich, die wir so etwas nicht verstehen, nicht jedoch die ukrainische Führung im Dienste Amerikas (nun ja, in funktionalem Sinne verstehen wir das, nicht jedoch in menschlichem Sinne). Die nehmen, was sie kriegen, bzw. was ihnen noch geblieben ist, ob er kampfwillig ist oder nicht. Deshalb habe auch ich die rhetorische Frage eingeworfen, in welchem Zustand die ukrainische Gesellschaft sein muß, wenn die Armee jetzt selbst nach den Sechzigjährigen grapscht. 

Sugus

16. September 2023 07:45

Die Ukraine hat nicht 30, sondern laut Wikipedia 36,7 Millionen Einwohner. In den Weltkriegen hat Deutschland fast ein Viertel seiner Bevölkerung als Soldaten mobilisiert, das wären also fast 9 Millionen Soldaten im Falle der Ukraine. Es ist aber von einem geringeren Anteil Männer auszugehen (höhere Auswanderung von Männern als Arbeitskräfte, höhere Sterblichkeit von Männern durch Alkohol & Kriminalität wie in Russland). 
Trotz der Kritik im Detail hat der Autor im Prinzip natürlich Recht: Es ist Wahnsinn anzunehmen, die Ukraine könnte das bevölkerungsmäßig stärkere Russland ausbluten. 

Laurenz

16. September 2023 09:13

@Volksdeutscher @L.   https://southfront.press/in-video-group-of-ukrainian-servicemen-chose-life-and-surrendered-near-novomayorskoe/
@Sugus ... die Ukraine könnte das bevölkerungsmäßig stärkere Russland ausbluten. ... Osteuropa wird militärisch & Zentraleuropa ökonomisch ausgeblutet. Das ist das geopolitische Ergebnis. Allerdings scheint der Ukraine-Krieg auch für die USA so teuer zu sein, daß viele Staaten der Meinung sind, die Amis würden woanders keine weiteres Faß aufmachen & wenden sich von den USA ab & Indien, China, wie Rußland zu.

Mitleser2

16. September 2023 09:33

@Herr K aus O: "Wie wäre es mit deutschen Soldaten? John Kornblum hat als Elder Statesman ja schon in der Welt darüber nachgedacht, den Krieg nach Russland zu bringen. Und nur die USA und Deutschland haben die Resourcen, das zu machen."
Wo leben Sie? Deutschland hat militärisch überhaupt keine Ressourcen, und seine finanziellen und ökonumischen Ressourcen werden gerade beseitigt.
 

Karl Otto

16. September 2023 12:35

Wenn man sich mal vor Augen hält wer die USA hasst, sind es Linksradikale, Rechtsradikale und Moslems. Also grade die, die in den letzten 200 Jahren nichts konstruktives auf die Reihe bekommen haben.
Allein schon deshalb können die Amis nicht so ganz im Unrecht sein.

Kurativ

16. September 2023 13:19

Es gibt inzwischen genug Erfahrungen über Staaten, welche durch den anglo-amerikanischen Verdauungstrakt gehen mussten. Bei der Ukraine dürfte es nicht anders aussehen. In Deutschland selber kann es jeder auf den Straßen sehen. Familiengründungen und Nachwuchs wird es dann für Fremde aus dem Reservoir der Völkerverschiebungsmacht geben. Warum also kämpfen? Im Globalismus kämpft jeder für sich selber.

MARCEL

16. September 2023 13:51

P.S. Das Schwarze Meer könnte neue "Front" werden, da verstärkt Raketen-Angriffe gegen Anlagen u. Schiffe der Schwarzmeerflotte gemeldet werden. Ziel könnte es sein, das Einlaufen eines US Flugzeugträgers durch die Meerenge möglich zu machen, um die Krim von Seeseite aus zurückzuerobern, so zumindest ein aktueller Bericht auf Overton Magazin. Eskalationsmöglichkeiten sind also immer noch gegeben! Zumal von einem Machtvakuum in Washington ausgegangen werden muss.

Le Chasseur

16. September 2023 15:18

@MARCEL"Das Schwarze Meer könnte neue "Front" werden, da verstärkt Raketen-Angriffe gegen Anlagen u. Schiffe der Schwarzmeerflotte gemeldet werden. Ziel könnte es sein, das Einlaufen eines US Flugzeugträgers durch die Meerenge möglich zu machen, um die Krim von Seeseite aus zurückzuerobern, so zumindest ein aktueller Bericht auf Overton Magazin."
Ich glaube nicht, dass Erdogan das erlaubt.

dojon86

16. September 2023 16:25

@Karl Otto Das stimmt so nicht. Keine soziale Blase in Deutschland ist amerikanisierter als die Linksgrünen. Wo ist eine Baerbock oder ein Habeck antiamerikanisch. Im Gegensatz dazu haben die Konservativen die US Kultur nie geliebt und die Politik der USA nur aus pragmatischen Gründen geschätzt. Der Grund ist einfach, dass die USA immer den Besitzstand der lokalen Eliten ihrer Vasallen garantierte und gegen jede Bewegung, die das ändern wollte, verdeckt oder auch direkt intervenierte.

Laurenz

16. September 2023 18:20

@Karl Otto ... Wenn man sich mal vor Augen hält wer die USA haßt, sind es Linksradikale, Rechtsradikale und Moslems. Also grade die, die in den letzten 200 Jahren nichts konstruktives auf die Reihe bekommen haben.Allein schon deshalb können die Amis nicht so ganz im Unrecht sein. ... Tja, Sie wurden als Junge eben nicht von US-air-force-Piloten mit Bordkanonen übers Feld gejagt, wie mein Vater. Die USA werden von allen Betroffenen mit Hirn gehaßt. Nur die Blöden holen sich den fremden Potentaten freiwillig ins Land. Ihre Reduktion ist also falsch. Sie haben wohl einfach nur zu oft bei McDoof gegessen, das trübt den klaren Blick. Oder sind die Bürger Okinawas alles Links-, Rechtsradikale oder Musels? https://youtu.be/eaCSaBhsHqU  

Laurenz

16. September 2023 18:36

@MARCELDas Schwarze Meer könnte neue "Front" werden, da verstärkt Raketen-Angriffe gegen Anlagen u. Schiffe der Schwarzmeerflotte gemeldet werden. Ziel könnte es sein, das Einlaufen eines US Flugzeugträgers durch die Meerenge möglich zu machen, um die Krim von Seeseite aus zurückzuerobern. ... https://www.merkur.de/politik/bush-tuerkei-schwarzes-meer-ukraine-russland-usa-flugzeugtraeger-bosporus-griechenland-uss-george-91852406.html Das ist schon ein enormes Risiko für die US-Navy. Flugzeugträger, hier wohl von der VI. Flotte in Tarent abkommandiert, sind nur gut gegen schwache Staaten & haben gegen Russische Hyperschall-Raketen keine Chance. https://de.wikipedia.org/wiki/Ch-47M2_Kinschal Das ist entweder reine Propaganda oder dämliche Ahnungslosigkeit. Ein näherer Blick auf die Karte hilft. Das östliche Mittelmeer wird strategisch von den modernen Russischen Korvetten im südlichen Kaspischen Meer beherrscht. Vom Norden des Kaspischen Meeres ist die Flugzeit der Russischen Marschflugkörper ins Schwarze Meer noch kürzer. Diese Korvetten sind klein, schnell & schwer zu orten. Und es gibt keine NATO-U-Boote im Kaspischen Meer. https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspische_Flottille & https://de.wikipedia.org/wiki/Kalibr

Karl Otto

16. September 2023 21:03

@Laurenz: Mein Vater wurde im Februar 1945 mit 17 Jahren eingezogen und nach Ostpreussen geschickt, um dort die Russen aufzuhalten. Nach seiner Erzählung haben er und seine Kameraden im wesentlichen versucht, sich möglichst schnell nach westen abzusetzen, um in amerikanische und nicht in russische Gefangenschaft zu geraten. Scheint mir verständlich.

RMH

16. September 2023 21:09

"Tja, Sie wurden als Junge eben nicht von US-air-force-Piloten mit Bordkanonen übers Feld gejagt, wie mein Vater. Die USA werden von allen Betroffenen mit Hirn gehaßt."
@Laurenz,
dann müssten ja alle, deren Vorfahren von den Russen abgemurkst oder vergewaltigt wurden (Tiefflieger habe die übrigens auch gehabt) und jetzt hier in der Druschba-Fraktion der AfD oder in dieser Diskussion reüssieren, gleichfalls hirnlos sein ... 

Ein Fremder aus Elea

16. September 2023 21:48

Le Chasseur,

Erdogan erlaubt's nicht?

Relevanter scheint mir die Frage, wann ein solcher Angriff aus militärischer Sicht geführt werden sollte: Vor oder nach einer Gegenoffensive?

Und in welchem Ausmaß, mit welchem operativen Ziel?

All die tollen Dinge, die die USA machen könnten! Da ist man doch sicher auf der Siegerseite! Und wenn bisher nichts gewirkt hat, dann wirkt morgen bestimmt was!

Frage: Liegt es im Interesse der USA und Englands die EU geopolitisch zu stärken?

Umlautkombinat

16. September 2023 21:53

> Russen ...Tiefflieger habe die übrigens auch gehabt
 
Auch Deutsche hatten die. Lesen Sie einmal den Anfang von "Mein Leutnant" von Granin.

Laurenz

16. September 2023 22:24

@Karl Otto @L. ... Ihr Vater war von den älteren Kameraden schlecht beraten. Meine beiden Großväter kamen als Gerippe mit 55 KG Körpergewicht aus us amerikanischer & französischer Gefangenschaft in Marseille zurück, nachdem der Vater meines Vaters krank geworden die Rheinwiesen überlebt hatte. Die beste Option war im Schnitt noch britische Gefangenschaft.
@RMH ... Ihre transatlantische Manie läßt Sie, RMH, oft nicht eine Antwort sorgfältig überdenken. Weißrussische Armeen marschierten eher Richtung Böhmen, benahmen sich auch einigermaßen. Auf das Reich zu marschierten viele Sibirjaken, die eben einer Nomadenkultur entstammen. Von daher ist der Begriff Sowjets oder Rotarmisten treffender. Die Bevölkerung in den von Deutschen besetzten sowjetischen Gebieten hatten vor den Polit-Komissaren hinter der deutschen Front mehr Angst als vor der SS. Im Bolschewismus oder Stalinismus wird jeder zum Tier, siehe Herbert Wehner.

Karl Otto

17. September 2023 08:09

Laurenz, was passierte denn mit den Deutschen, die in russische Gefangenschaft gerieten?

Laurenz

17. September 2023 22:16

@Karl Otto @L. ... Das heutige Rußland ist, wie auch das spätzaristische Rußland, Mitglied der Genver Konventionen & aller gängigen Landkriegsabkommen. Lenin trat mit der Sowjetunion kurz nach seiner Machtergreifung aus allen Konventionen aus, mutmaßlich um internationale Konsequenzen bei der brutalen Kriegsführung im Bürgerkrieg zu vermeiden. Stalin ratifizierte 1929 nur die Konvention zur Behandlung von Verwundeten. Das war's. Verstehen Sie jetzt den Unterschied zwischen Rußland & der Sowjetunion?

Karl Otto

18. September 2023 09:50

Also Rusland hat sich geändert und die USA nicht?

joama

18. September 2023 10:07

Im Gegensatz zu vielen hat mich der Ukraine-Krieg endgültig zum Pazifisten gemacht. Dass es bei diesem Krieg nicht um die Freiheit und Unabhängigkeit der Ukraine oder um die Interessen des ukrainischen Volkes geht, ist klar. Die ukrainischen Soldaten fallen für die geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen der USA. Und so ist es immer. So lange unsere Regierungen als Versallen der USA handeln, brauchen wir keine Bundeswehr. Unsere Männer würden im Falle eines Falles für Blackrock & Co sterben. Auch in den beiden Weltkriegen war es nicht anders. Die deutschen Soldaten mögen in dem guten Glauben in den Kampf gezogen sein, für ihr Volk, für ihre Familien zu kämpfen. In Wirklichkeit verbluteten sie für die Renditen des internationalen Großkapitals. Warum wohl hat das US-Amerikanische Kapital in Hitler investiert? Am Ende war Hitler ein nützlicher Idiot für diese Leute, wie nach ihm noch viele andere.
In einem Land wie der Schweiz mag es Sinn haben, in einer Armee zu dienen, die wirklich für die Freiheit und Unabhängigkeit des Landes und Volkes steht – und sei es auch nur symbolisch. In Deutschland hat das keinen Sinn. Die schlimmsten Feinde unseres Landes und unserer Demokratie sitzen in unserer Regierung, in unseren Institutionen – nicht im Ausland.

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