Sezession
31. August 2009

Schulbeginn

Ellen Kositza / 13 Kommentare

unterm rad

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Anders als in Hessen und ganz anders als in Bayern und Baden-Württemberg ( bislang hat mir noch keiner plausibel erklären können, warum allein diese beiden Südländer aus der dämlichen Sommerferienrotation ausscheren dürfen und jedes Jahr in den Hundstagen urlauben dürfen?) hat bei uns in Sachsen-Anhalt die Schule bereits vor drei Wochen wieder begonnen.

Das heißt, das kommende Schuljahr ist ein paar Wochen kürzer als das vorige, als die Ferien erst viel später endeten. In den Lehrplänen schlägt sich solche Verkürzung nicht nieder, deshalb wurde auf den soeben ausgestandenen Elternabenden auch darauf hingewiesen, daß in diesem Jahr der „häusliche Fleiß“ (wie solch schön altbackener Terminus in progressiven Schulen überleben kann?) besonders zähle. Nun gut, daran soll´s nicht mangeln.

Drüber hinaus ist das Schulthema (immerhin sind unsere Grundschüler täglich von 6.45h bis 13.15, die Großen bis 16 Uhr in Schulangelegenheiten unterwegs) ein Daueraufreger. Eine beinahe erschöpfende Überschau über den Methoden-Wahn, der die Lehrerschaft seit längerem ergriffen hat (von Kommunikationskompetenz bis Doing gender) hat Jürgen Kaube in der FAZ geliefert. Die Zeitung wartete letzte Woche zum hessischen Schulbeginn mit zahlreichen Artikeln zur schulmäßigen Leidkultur auf. 

Wir sehen grundsätzlich drei Möglichkeiten, mit Schulgrotesken umzugehen:
a) den Ärger dem Lehrer mitzuteilen und um Abhilfe zu bitten (was erstens sinnlos ist und einem zweitens einen unschönen Ruf als Querulant eintragen kann),
b)  lachen, heißt: die Aufregung runterzuschlucken. Augen zu und durch; Motto: auch wir haben unbegabte Lehrer überlebt und zahlreiche Reformen überstanden, sind an all diesen Reibungen womöglich „gewachsen“, oder
c) die Kinder, zumal die älteren, zu bitten, uns mit mancherlei Mist schlicht zu verschonen.

Allerlei Rahmenbedingungen nimmt man ohnehin für gegeben. Daß der Unterricht (gemäß dem vielplakatierten Landesmotto Sachsen-Anhalts: „Wir stehen früher auf“) bereits um 7.15 beginnt („Eingangsphase“ ab 7.00), daß zwischen Schulende und Schulbus eine Stunde liegt, daß die täglich gereichte gezuckerte Aroma H-Milch-Flasche unters Motto „Gesund leben“ fällt, daß auf dem Schulgelände eine Goldgrube namens Schülerkiosk steht, die ab halb neun Würstchen, Eis und Hamburger anbietet etc.

 Solche Dinge: Geschenkt. Das stehen wir durch. Es bleibt genug Stoff -- bereits nach 15 Schultagen! -- die man lieber kindlicherseits verschwiegen bekommen hätte. Etwa: Daß die -- wahrlich kostspielige -- Klassenfahrt mitnichten eine Wanderung oder einen Gang ins Theater, sondern einen Besuch des „größten Spaßbades Sachsen-Anhalts“ und den Eintritt in ein Cinemaxx-Kino beinhaltet (Film darf sich jeder selbst aussuchen). Oder: Daß die Schulglocke unter antiautoritären Gesichtspunkten nun abgeschafft wurde. Die Töchter berichten, daß ersatzweise nun die Lehrer oder PMs (Pädagogische Mitarbeiter) nun mit gellender Stimme und wedelnden Armen nach den Pausen zugange seien.

Oder: Daß (im Gymnasium) die letztgültige Bewertung von Schülervorträgen in die Hand der Mitschüler gelegt wird (Stichworte: Teamfähigkeit (?!), Schulung der Urteilskraft). Daß eine sogenannte Wandzeitung, die ausschließlich aus ausgedruckten Wikipedia-Artikeln besteht, eine 1 erhält. Daß eine Sozialkundelehrerin es unter etlichen Errungenschaften der verblichenen DDR für „wirklich clever“ hält, daß „die“ damals den Stinkreichen das Land einfach wegnahmen und es unter den „einfachen Leuten“ verteilten: „Fragt mal eure Eltern oder Großeltern- da sind bestimmt einige drunter, die sich als Neubauern eine Existenz aufbauen konnten!“ Daß eine Lehrerin ernsthaft (also: ohne jede kritische Anmerkung) anhand von Bildzeitungs-Artikeln „aktuelle Sachverhalte“ bearbeiten läßt. Daß im Fach MMW (Moderne Medienwelten) schon wieder gelehrt wird, wie man glitzernde Einladungskarten vielfarbig gestaltet.

Ja, meine Güte. Welcher Erwachsene erinnert sich nicht rückblickend an haarsträubende Botschaften und minderbemittelte Lehrer?  Aber: Damals stand das Elternhaus noch ganz anders in Verantwortung, da lag damals der Schwerpunkt der Erziehungstätigkeit. Seltsame Zeiten, gell, als die Mütter noch daheim rumhockten und warteten, daß endlich mal eins zum Rumerziehen wieder zur Türe hereinkam! 

Die „heimlichen Miterzieher“ waren da noch recht unbedeutend, ein bißchen Bravo-Lektüre, ein paar Schmuddelkinder nachmittags auf der Straße, die „Rappelkiste“ im Fernsehen. Dazwischen: ganz viel Entfaltungsspielraum. (Klar: Oftmals haben sich nur die Begriffe wirklich geändert. Mobbing hieß damals Hänseln, "Gewalt" hieß Klopperei. Aber, ganz sicher,  Gleichschaltung war damals variantenreicher und mobiler. ) 

Wenn ich einen Großteil der Schulkinder heute sehe, krieg ich -- sagen wir ab Klasse 4, wenn die Gesichter sich schließen -- das große Heulen oder, je nach Laune, das Kotzen. Lost kids, teils ziemlich abgefuckt, rettungslos eigentlich. Und das liegt nicht nur an der Schule. Die meisten Lehrer haben ja wenigstens einen naiven „guten Willen“, sonst wären Sie Politesse geworden oder GEZ-Eintreiber.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (13)

corvusacerbus
31. August 2009 11:59

Tja, es hilft Familie Kositza/Kubitschek nicht, wenn ich das schreibe, aber für unsereinen, der zwei Söhne groß und aus der Schule hat, ist es schon eine Erleichterung zu lesen, daß es anderen, die ihre Kinder in das öffentliche Schulsystem schicken, auch nicht besser geht, als es einem selber gegangen ist. Ich denke mit Schaudern an die eigentlich mit Vorfreude erwartete Zeit des Großelternseins, wenn die guten alten Zeiten noch viel länger her und insofern selbst in Einzelfällen nicht mehr als Referenzgröße relevant sein werden. Meine Erfahrung auf der Elternseite war immer, die Eigenständigkeit und Alltagstauglichkeit des Kindes zu bestärken. Wir sind ja früher als Schüler auch nicht zuhause vorstellig geworden, wenn's Ärger oder Unstimmigkeiten gab, jedenfalls war das im harten Kern der Klassengemeinschaft ein unausgesprochener aber praktizierter Konsens, sondern haben versucht, die Schule selber im Griff zu behalten und damals gab es wirklich nicht nur lichte Höhen zu erklimmen, sondern auch manch' dunkles Tal zu durchwandern und manchen verhaltensgestörten Lehrer zu ertragen bzw. im Klasssenverband zu managen . Was ich noch wichtig fand, die Schule ernst zu nehmen als Eltern, das den Kindern zu vemitteln und erlebbar zu machen, sie aber dennoch nicht zu ernst zu nehmen. Das Leben ist nun mal nur in einer gewissen Weite, Komplexität und Widersprüchlichkeit wahr und wirklich und das begreifen Kinder doch relativ früh im Leben, also auch, daß Bildung unendlich wichtig ist, aber die Schule dabei nur einen Teil beiträgt, und man manchmal selber eben investieren muß, wenn es die Institution nicht bringt. Es gab allerdings früher mehr eigenständig denkende und handelnde Lehrerpersönlichkeiten, nach meinem Eindruck, die im Rahmen eines vorgegebenen Lehrplans souveräner und stärker agierten, als man das heute oft findet und mit denen man, zum Wohl der Schüler, gute individuelle Absprachen treffen konnte. Es bleibt schwierig, das ist mal klar, in Schule und Gesellschaft, aber da muß man durch, als Eltern, Schüler und Großeltern.

Lukas B.
31. August 2009 14:46

Ich bin selber angehender Abiturient hier in Sachsen-Anhalt (Halle). Zu ihrer Darstellung fällt mir nur ein: Pech. Einfacher sagen kann ich es nicht. Ich bin zwar schon nicht an einem Gymnasium, dass einen guten Notendurchschnitt aufweißt, aber es funktioniert.

Die Beurteilung von Vorträgen etc. in Schülerhand zu legen ist stupide. Wir sollen zwar auch eine Einschätzung wiedergeben, aber letztendlich bewertet der Lehrer alles. Wer bei uns einen Wikipedia-Artikel bei einen Lehrer, der das auch nachprüft (machen auch die meisten bei uns) abgibt, kriegt eine dem entsprechende Note und der Person wird auch gleich klar gemacht, was das "später" für Konsequenzen haben kann.

Ich habe auch einen Lehrer, der die.Linke wählt. Er darf und hat es nicht zugegeben, doch sind seine Aussagen inklusiver seiner Vergangenheit durch aus in der Lage ihn dort zuzuordnen. (rel. junger Lehrer) Deutlich wird dies durch seine permanente Leugnung des Zusammenhangs zwischen SED und die.Linke, wenn ich behaupte sie sei linksextremistisch. Trotz allem würde ich meine Lehrer (auch diesen) als tolerant bezeichnen. Ich hab mich zwar schon durch meine "harte" Kritik an bestimmten Werten und Meinungen teilweise ins Abseits gestoßen, aber strenger bewertet oder so werde ich nicht. (z.b. rechts ist nicht nationalsozialistisch - ging bei einer Lehrerin ja garnicht)
Ich weiß nicht, wie die Situation bei ihren Kindern ist, aber bei uns zeigt sich , dass wir "ein Spielball der Bildungspolitik" (Zitat eines Lehrers) sind. Ich schätze mal, dass ein bisschen mehr als die Hälfte des Jahrgangs jetzt schon ihr Abitur haben könnte. (D.h. es sind "Sitzenbleiber").

Es kommt ziemlich häufig vor, dass ich erst halb 4 zu Hause ankomme. Ich wohne aber auch in einer (Groß)stadt, wo das Gymnasium vielleicht 3-4 km Luftlinie entfernt ist. Man hat nun acht Stunden hinter sich, kommt erschöpft nach Hause, schnell was essen, man blickt in das Hausaufgabenheft, man sieht: Oh nein. Ich muss ja bis morgen noch den Text vollständig interpretieren und dann noch für die zwei Fächer lernen. Wenn man das wirklich durchzieht dann kann man abends auch nur noch schlafen gehen. Es ist ja nicht so, dass man diese großen Hausaufgaben über das Wochenende aufbekommt, sondern gerade mal zwei Tage zeit hat.

Und über kürzere Schulzeiten versuche ich mich kurz zu fassen: Es war/ist eine absolute Hetze und wir haben teilweise Stoffgebiete weglassen müssen, die unter Umständen prüfungsrelevant sind!

Was ich bei ihren Ausführungen vermisse sind die Klassenstärken. Wir sind ja ein sehr klein geratener Jahrgang, aber wenn ich die Fünftlässler sehe. Bis zu 30 Schüler in einer Klasse. Wenn die neben uns haben können wir uns absolut nicht konzentrieren, da teilweise die Lehrer garkeine Kontrolle mehr über die Kleinen hat.

eleonoraduse
31. August 2009 18:20

Meine Kinder sind in der 12,11,10 und der 4 Klasse.Ich bin oft positiv überrascht mit welchen Themen sie sich auseinendersetzen.Natürlich darf auch die" Büßerfahrt"nach Buchenwald,die jede 10te Klasse machen muß, nicht fehlen.Mittlerweile versuchen aber auch die begleitenden Lehrkräfte das Thema nicht zu sehr zu thematisieren .Sicher gibt es auch hier "Umerziehungsspezialisten"doch die allermeisten Lehrer sind souverän und befgeisterungsfähig.Vielleicht liegt das daran,daß es sich um ein privates Gymnasium handelt und die Wahl der Fachkräfte besonders ausgeprägt ist.Auch bei uns gibt es einen Kiosk,der in den Pausen Kaffe,belegte Bröchen und sogar ,für etwas vergeßliche Schüler, Hefte und andere div. Schreibutensilien anbietet.Darüber bin ich sehr froh,denn wenn es morgens mal etwas schneller gehen muß ,können sich die Kinder für geringes Geld versorgen.

Dagegen sind die Zustände in der Grundschule sehr arg.Bei uns gibt es nun Klassenübergreifenden Unterrichtd.h.es sind immer zwei Jahrgänge zusammengfasst(1/2,3/4 oder 2/3,1/4)Die meisten Schulen haben das Projekt aufgrund der Undurchführbarkeit schon wieder aufgehoben aber unsere Schule beharrt darauf.Die Schüler sollen von Anfang an lernen alles selbständig zu "erarbeiten" und jeder macht soviel wie er schafft.Selbst die Schreibschrift zu lernen ist kein muß sondern eine freiwillige Fleißarbeit.Welch ein Glück,daß meine Tochter sich dafür entschieden hat und wenigstens eine eigene Handschrift entwickeln konnte..Leider ist sie nun in der KLasse 1/4 mit 30 Schülern dadurch leidet natürlich der ganze Unterricht.Sechsjährige mit zehnjährigen gemeinsam zu unterrichten ist ein gewagtes Unterfangen und die "Großen"bleiben mancherorts auf der Strecke.Aber im nächsten Jahr wird dann hoffentlich alles besser werden wenn sie auf die weiterführende kommt!

Toni Roidl
31. August 2009 21:46

Ich selbst war in meiner Schullaufbahn mit einem unglaublichen Panoptikum linksliberaler Freaks konfrontiert (inkl. solcher Scherze wie Mengenlehre). Ich habe es überlebt, weil ich das »non scholae, sed vitae discimus« irgendwann wörtlich genommen habe. Das ist die m.E. die wichtigste Lektion, die ich heute meinen Kindern mitgebe: Vergesst diese komischen Typen und das Schulsystem - aber saugt an Wissen auf, was ihr kriegen könnt! Das Problem ist, dass gerade in der Mittelstufe, wo man Dompteure braucht, die ganzen Lehrerwracks versammelt sind (Die Fähigen sind in den Eingangs- und Abiklassen). So anstrengend das ist, da kann man nur noch selber korrigieren. Ich weiß: Das bedeutet zusammen Hausaufgaben machen bis der Arzt kommt, die Kinder mit Büchern und Erzählungen behelligen, Ausflüge unternehmen undundund. Das Frustrierende: Der Erfolg zeigt sich erst viel später. Aber er zeigt sich, weil davon unweigerlich was hängen bleibt. Wer an »Elite« glaubt (wie z.B. Leser der Sezession ;-), muss das konsequent durchpauken. Zum Trost eine Anekdote: Meine Tochter hat heute sehr über die gemeinsam gemachten Politik-Hausaufgaben gemault. Als abends noch eine Freundin kam, hat sie ihr stolz ihr Heft präsentiert... ;-)

Martin
31. August 2009 22:01

Ich habe erst nach meiner Schulzeit Thomas Mann entdeckt (warum wurde der eigentlich nicht im Deutschunterricht behandelt ?) und habe da aus dem Roman Buddenbrooks noch gut in Erinnerung, wie am Ende des Romans aus dem Schulleben von "Hanno" Buddenbrook berichtet wird ... und da musste ich feststellen, dass dieser - damals ca. 90 Jahre alte Text - doch erstaunlich viel Schule schildert, wie ich sie auch erlebt habe. Es scheint sich also trotz der vergangenen Jahrzehnte und der alljährlich regelmäßig wiederkehrenden Bildungs- und Schuldebatten offensichtlich nicht viel geändert zu haben ... ich weis nicht, wie Schule heute aussieht, aber nach allem, was man liest und hört, wird mir schon etwas mulmig ...

... kleine Kinder sind so wiss- und lernbegierig ... was macht diese Institution im Laufe des Schullebens nur aus den Kindern ?

rjaeck
1. September 2009 13:25

Obwohl es auch bei uns (Kleinstadt) in der Grundschule eine sog. "Flex-Klasse" gibt, also wo Erst- mit Zweitklässlern teils gemeinsam, teils getrennt unterrichtet werden, haben wir uns bewußt dagegen entschieden und unsere Tochter in einer "normalen" ersten Klasse (mit Frontalunterricht!) angemeldet. Glücklicherweise hatten wir die Wahl.

Kinder sollten m. E. durch den Schulbetrieb neben der Wissensvermittlung auch Ordnung und Struktur des Tagesablaufes und ihres eigenen Handelns lernen, und es sollte dabei eine gewisse Stetigkeit herrschen. Erstaunlich war, daß fast alle Eltern, die ich mal zur sozialen Mittelschicht zählen würde, ihre Kinder in den regulären Klassen angemeldet hatten.

Auch am örtlichen Gymnasium, wo unser Großer lernt, nimmt die Lehrerschaft nicht allen vom Schulamt vorgesetzten Bewertungs- und sonstigen Unsinn unwidersprochen hin, sondern versucht, für die Schüler das Beste daraus zu machen.

Mein Fazit: Es kommt trotz teils haarsträubender (von Landespolitikern erdachter) "Reform"-Versuche und sonstigem Unsinn in großem Umfang auf das Engagement der Lehrer und Schulleiter an. Insofern hatte vielleicht auch das in den letzten Jahren auch unsere Stadt überkommene Schulsterben etwas Gutes: Durch eigene Anstrengungen der Schule erhoffte man sich aus Angst vor Schließung möglichst viele Neuanmeldungen.

Fritz
1. September 2009 22:04

Ach ja, die Schulerinnerungen. Auch die Redakteure der Zeitung "Welt am Sonntag" haben ihre Schulerinnerungen mal veröffentlicht: "Erinnerungen - Unsere Lehrer waren links":
https://www.welt.de/politik/bildung/article3833080/Erinnerungen-Unsere-Lehrer-waren-links.html

Zum Vergleich sollte auch mal nach den Schulerinnerungen aus DDR-Zeiten gefragt werden. Der sozialistische Geist der Lehrer und Lehrerinnen hat da sicherlich auch bemerkenswerte Erinnerungen bei den Kindern hinterlassen. Man wird ja mal fragen dürfen. Gerd Koenen hat am 01. März 2003 in der Berliner Zeitung einen aufschlussreichen Artikel veröffentlicht: "O sag auch du, mein Deutschland, Stalin Dank -
Die Ära des literarischen Stalinkults in deutscher Zunge". Link:
https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0301/magazinmagazinmagazin/0001/index.html

Mahler W.
1. September 2009 22:17

Anders als in Hessen und ganz anders als in Bayern und Baden-Württemberg ( bislang hat mir noch keiner plausibel erklären können, warum allein diese beiden Südländer aus der dämlichen Sommerferienrotation ausscheren dürfen und jedes Jahr in den Hundstagen urlauben dürfen?)

Stichworte: Autobahn > Stau > Ferienland

M.L.
2. September 2009 02:20

Das Schlimme sind weniger die politischen Ansichten mancher Lehrer (schon das übel genug), als die Kuschelpädagogik und die Erziehungsverweigerung von oben, damit wird die Zukunft der Kinder zuverlässig ruiniert. Aber inzwischen ist diese Art Lehrerschaft wohl schon die Negativauslese in dritter Generation, und so geht es spiralenmäßig abwärts nach unten...

Hubert
2. September 2009 19:35

Frau Kositzka, für die Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg gibt es einen Grund. Beide haben zwei Wochen Pfingstferien. Und da Pfingsten genau 50 Tage nach Ostern liegt, fallen diese freien Tage automatisch auf einen Zeitraum zwischen Mai und Juni. Weil dann die Prüfungen noch nicht abgeschlossen sind, können die Sommerferien mit genügend Abstand erst Ende Juli losgehen.
Nächstes Mal googeln sie doch einfach etwas, bevor sie sich wieder einmal über die Verschwörung der 68er ereifern. Dass diese sonst an allem schuld ist, lasse ich ihnen dann auch gerne durch.

P. Zwackelmann
3. September 2009 13:51

Hubert, Sie sind ein Armleuchter; das offenbart sich im zweiten Absatz. Mehr nicht.

Frau P.
3. September 2009 17:04

Nun ja, Gesinnungslehrer angreifen ist schwierig, wenn man gleichzeitig selbige beklatscht sobald sie aus der eigenen Ecke stammen...

Aber sei´s drum, neben Deutungshoheit zeigt einem Schule eben auch Welt auf. Ich fürchte, die deutschen Grund-, Mittel- und Oberstufen sind auf eine ratlos machende Weise durchaus repräsentativ.

Was also tun, die eigenen Kinder zu ewigen Beobachtern machen, denen nur die spöttelnde Überzeugung von der eigenen Höherwertigkeit bleibt?

Nicht dass ich darauf eine Antwort hätte. Meine Ahnungen gehen allerdings in Richtung Klarheit, Mut und Milde. Jeweils zu seiner Zeit.

Fritz
3. September 2009 21:55

Aus aktuellem Anlaß noch ein Nachtrag zu meinem Beitrag vom 01. September. Er passt zum Thema Schule und lernen. Auch wir Erwachsenen müssen lebenslang weiter lernen und fortentwickeln, heißt ja die moderne Forderung. Und so ist man nur ein wenig überrascht, wenn man liest, dass es inzwischen auch drei offizielle Werthelden gibt, die von der UNO gewählt und am letzten Samstag geehrt wurden. Unsere Medien haben dieses Event aber wahrlich stiefmütterlich behandelt. Die festgelegten Welthelden 2009 heißen: Evo Morales, Julius Nyerere und Fidel Castro. Ja ne, is klar!

Diese Weltheldenwahl wird jetzt jedes Jahr durchgeführt (immer im Dezember in der Vorweihnachtszeit in New York) und die Welthelden-Ehrung am 14. Juni (Che Guevaras Geburtstag) weltweit als Großereignis in Stadt und Land gefeiert. Der Feiertermin wurde auch deshalb auf den 14. Juni festgelegt, weil er in allen Schulen als jährliches Abschlußevent des Schuljahres gelten soll. Das ist zukünftig für alle das Jahresereignis! Wer etwas auf sich hält, trägt ein Che Guevara Shirt und ein Barett auf dem Kopf. Diese Kleidung ist natürlich verbindlich für die politische Klasse bei den offiziellen Festprogrammpunkten, beim Feiern mit den Menschen draußen im Lande. Die Schulfeiern spielen da eine wichtige Rolle für die Festigung des richtigen Welt-Bewußtseins bei der nachwachsenden Generation. Sicherlich wird die Kleidervorschrift manchem Politiker nicht gefallen, aber da geht kein Weg daran vorbei. Das ist schon eine Frage der “Global Mankind Raison”, von der UNO festgelegt und die Einhaltung in Europa von der EU-Zentrale in Brüssel genau kontrolliert. Claudia Roth (Grüne) und Oskar Lafontaine (LINKE) wir die Kluft wie angegossen passen. Angela Merkel (CDU) weiß sich jeder Situation anzupassen und wird stilsicher auch mit Che Guevara Shirt und Barett eine gute Figur machen. Und Steinmeier (SPD) erst! Der wird mit dem Barett auf dem Kopf einen Quantensprung in der Popularität erzielen können. Steinmeier sollte es bereits jetzt im Bundestagswahlkampf mal versuchen. Es bleibt das Sorgenkind Guido Westerwelle (FDP). Da will das Che Guevara Hemd und Barett so gar nicht passen. Die für das Styling zuständige Abteilung des Modehauses FDP muß deshalb für die Welthelden-Jahresfeier immer sehr große Anstrengungen unternehmen, damit der Chef einigermaßen aussieht.

Ein Kommentar zur aktuellen Weltheldenwahl: https://zettelsraum.blogspot.com/2009/09/kurioses-kurz-kommentiert-unsere-drei.html

Erläuternde Beiträge hinsichtlich der zukünftigen Bedeutung Che Guevaras für das Weltevent:
https://www.pt-magazin.de/newsartikel/datum/2007/09/12/der-buegelfreie-stauffenberg/ (von Carlos A. Gebauer)

https://www.igfm.de/Che-Guevara-eine-grosse-Luege.1101.0.html

Kommen wir nun in diesem Zusammenhang zu einer Meldung, die heute weltweit einiges Erstaunen auslöste. Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi stellte
an die UN-Vollversammlung formell einen Antrag, die Schweiz aufzulösen. Das schweizerische Staatsterritorium solle aufgeteilt und an die Nachbarländer verteilt werden. Die Welt berichtet: https://www.welt.de/politik/ausland/article4455632/Kein-Witz-Gaddafi-will-die-Schweiz-aufloesen.html

Diese Angelegenheit hängt zusammen mit dem bereits hinter den Kulissen tobenden Kampf um die Weltheldenwahl für 2010. Gaddafi sieht sich als Kandidat hierfür und versucht neben den Lobbygruppen der Afrikaner und der moslemischen Länder auch bedeutende europäische Staaten für sich zu gewinnen. Wahrscheinlich gibt es einen Deal mit den Franzosen. Die wollen nämlich unbedingt auch einen Welthelden nächstes Jahr durchbringen. Es existieren Gerüchte, dass Frankreich noch nicht schlüssig ist, ob man Robespierre, Saint-Just oder Danton ins Rennen schicken soll.
Ich tippe mal, dass der französische Kandidat Saint-Just wird ( https://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_de_Saint-Just ). Die Franzosen planen für die Welthelden-Feier im Juni 2010 die Aufbereitung des historischen Stoffes der Revolution in einem Film für die Massen weltweit in allen wichtigen Weltsprachen mit dem Titel „Glorious Bastards“. Regisseur wird der bekannte Meister André Gluckseau sein.
Zum Thema: https://www.welt.de/welt_print/article2168373/Die_dunkle_Seite_der_Revolution.html

Stoffsammlung für den Film: https://www.kreuz.net/article.6042.html

Im Kampf für die Weltheldenwahl 2010 werden sich die Russen wahrscheinlich nicht für Stalin sondern für Lenin stark machen, weil der aussichtsreicher zu präsentieren ist. Die US-Amerikaner werden für 2010 versuchen, Al Gore mit der Klimakarte durchzusetzen. Mal schauen. Die Südamerikaner werden vielleicht Hugo Chavez vorschlagen. Aber das ist, denke ich, noch zu früh. Und die Chinesen? Vielleicht Mao, aber ist die Weltlobby für diesen groß genug? Es wird jedenfalls spannend.

Unsere Kinder gehen wahrlich tollen Zeiten entgegen.

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