Rod Dreher: Lebt nicht mit der Lüge!

Das hier war ein New York Times-Bestseller. Es ist auch deshalb nicht verwunderlich, weil Rod Drehers Buch Die Benedikt-Option (2018) bereits ein großes Lesepublikum für sich gewann – geradezu gewaltig groß, zumal es sich um einen eminent christlichen Aufruf handelte.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Mit Dre­her, 1967 in Loui­sia­na gebo­ren, haben wir einen sehr cha­ris­ma­ti­schen Autor. Er ist authen­tisch und ruht sich auf kei­nem dahin­ge­sag­ten »Man müß­te mal …« aus. Es gibt hier kein unge­fäh­res »man«, kein kon­junk­ti­vi­sches »müß­te« und kein zeit­lich unbe­stimm­tes »mal«. Dies vor­weg! Dre­her berich­tet von Gesprä­chen mit ehe­ma­li­gen Dis­si­den­ten des Ost­blocks. Er, nach wie vor in den USA lebend, hört viel­fa­che Kla­gen, wonach die poli­ti­sche Wet­ter­la­ge heu­te so sei, wie es damals, im Kom­mu­nis­mus, ange­fan­gen habe.

Es sind Dis­si­den­ten aus dem alten Ost­block, die die­se Sor­ge an ihn her­an­tra­gen. Für uns Deut­sche mag sich die Befürch­tung, daß nun via »Woke­ness« ein »neu­er Kom­mu­nis­mus« dro­he, auf den ers­ten Blick abge­schmackt wir­ken. Es sind doch heu­te völ­lig ande­re Voraussetzungen!

Ja, als Euro­pä­er mag man die Sei­ten, auf denen Dre­her die Geschich­te des Kom­mu­nis­mus schil­dert, über­sprin­gen. Ken­nen wir! Aber die­ses Buch gibt dar­über hin­aus unge­heu­er klu­ge, auf­we­cken­de Impul­se. Näm­lich: Wir dür­fen uns nicht aus­ru­hen auf der ver­meint­li­chen Gewiß­heit, daß all die jun­gen Kli­ma- und Gen­der­spin­ner schon »Ver­nunft anneh­men« wür­den, sobald sie die »Safe Spaces« ihrer Uni­ver­si­tä­ten ver­las­sen und »ihr eige­nes Geld« ver­die­nen müs­sen. Nein, das tun sie nicht!

Die­se ideo­lo­gisch auf­ge­heiz­te Kli­en­tel mag eine Min­der­heit sein, aber sie bestimmt den Dis­kurs, die Lehr­plä­ne, die Poli­tik. Wir ande­ren müs­sen uns also wapp­nen. Sich ver­stel­len, so tun, als ob, oder nur zum Schein mit­ma­chen: Das alles führt ins Desas­ter. Wir müs­sen Beken­ner wer­den. Dre­her spricht mit zahl­rei­chen alten Ost-Dis­si­den­ten dar­über, wie es gelingt, stand­haft zu blei­ben. Wie zieht man Kin­der groß, die im Bewußt­sein leben müs­sen, »anders« zu sein? Wie geht man um mit der Angst vor sozia­ler Iso­la­ti­on? Basis, sagt Dre­her, sei ein »geord­ne­tes geis­ti­ges Leben«. Auch Agnos­ti­ker kön­nen aus die­sem Buch viel lernen.

Rod Dre­her: Lebt nicht mit der Lüge! Iller­tis­sen: Media Maria 2023. 272 S., 22 €

 

 

Die­ses Buch kön­nen Sie auf antaios.de bestellen.

 

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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