Über der AfD hängt das Damoklesschwert der Vernichtung, sagt Marc Jongen

Wir haben den Bundestagsabgeordneten Marc Jongen gebeten, uns zu erklären, warum er als Mitglied des Bundesvorstands der AfD den Unvereinbarkeitsbeschluß gegen die Gruppe "Revolte Rheinland" mittrug. Hier ist seine Stellungnahme, für die wir danken.

Als ich vor Mona­ten von Fer­ne wahr­nahm, dass eine Akti­vis­ten­grup­pe am Bon­ner Haupt­bahn­hof einen Regen­bo­gen Zebra­strei­fen mit den Far­ben Schwarz Rot Gold über­klebt hat, auch ein vom links-grü­nen Stadt­rat in Düs­sel­dorf instal­lier­tes ara­bi­sches Stra­ßen­schild in Karl-Mar­tell-Stra­ße umbe­nannt hat, da dach­te ich: jawohl, so muss sie sein, eine – hor­ri­bi­le dic­tu – Anti­fa von rechts.

Oder soll­te man sagen, eine Anti­g­lob. Krea­tiv, pro­vo­ka­tiv, gewalt­los, die Lin­ken mit deren eige­nen Waf­fen schla­gend und dabei neben­bei deren gan­ze Heu­che­lei bloßstellend.

Als dann vor weni­gen Tagen der Antrag in den AfD-Bun­des­vor­stand kam, die­se Grup­pe, die Revol­te Rhein­land, auf die Unver­ein­bar­keits­lis­te der Par­tei zu set­zen und zur Begrün­dung die Ver­wen­dung der Odal Rune als Zei­chen der Bewe­gung ange­führt wur­de, die schon der 7. SS-Frei­wil­li­gen-Divi­si­on als Erken­nungs­zei­chen dien­te und seit­her immer wie­der von rechts­extre­men Grup­pen benutzt wor­den ist, da war mein ers­ter Gedan­ke – warum?!

War­um nur müs­sen Akteu­re und Akti­vis­ten im patrio­ti­schen Bereich immer wie­der mit voll­kom­men kon­ta­mi­nier­ter Sym­bo­lik aus der düs­ters­ten Zeit deut­scher Geschich­te han­tie­ren? War­um die­se Anspie­lun­gen, die­se Unein­deu­tig­kei­ten? Ist es man­geln­de Geschichts­kennt­nis, eine puber­tä­re Lust an der Maxi­mal­pro­vo­ka­ti­on, oder schlicht und ein­fach Dumm­heit? Dass ein tat­säch­li­ches Ein­ver­ständ­nis mit dem his­to­ri­schen Vor­bild besteht, dem die fri­vo­le Anspie­lung gilt, möch­te ich ausschließen.

Fest steht, dass der Bun­des­vor­stand einer Par­tei, die mitt­ler­wei­le in Deutsch­land weit über 10 Mil­lio­nen Wäh­ler reprä­sen­tiert und auf der die gan­ze Hoff­nung die­ses wach­sen­den Teils unse­res Vol­kes ruht, dass sie das Ruder noch ein­mal her­um­reißt und ver­hin­dert, dass unser Land voll­stän­dig den Bach run­ter­geht – die zugleich aber von einer links-grü­nen Über­macht, die sich den Staat und sei­ne Insti­tu­tio­nen zur Beu­te gemacht hat, exis­ten­zi­ell bedroht wird –, gar nicht anders han­deln kann, als eine kla­re Tren­nungs­li­nie zwi­schen sich und einer sol­chen Him­mel­fahrts­trup­pe zu ziehen.

Das gilt allein schon des­halb, weil im bes­ten Deutsch­land aller Zei­ten immer auch eine geziel­te VS-Akti­on in Betracht zu zie­hen ist in sol­chen Fäl­len. Ist der­glei­chen schon in der eige­nen Par­tei nur sehr schwer zu ent­de­cken und zu bewei­sen, so ist es außer­halb natur­ge­mäß unmög­lich, und die Par­tei darf nicht aus falsch ver­stan­de­ner Soli­da­ri­tät mit zwei­fel­haf­ten Akteu­ren in eine der­ar­ti­ge Fal­le tappen.

Wenn uns in Zuschrif­ten der Betrof­fe­nen erklärt wur­de, es han­de­le sich nicht um die Odal Rune, son­dern um ein gespie­gel­tes R, dem Ori­gi­nal feh­le der senk­rech­te Mit­tel­strich, im Übri­gen sei die­se auch in diver­sen deut­schen Stadt­wap­pen vor­han­den und inso­fern harm­los, dann trägt das zur Klä­rung der oben arti­ku­lier­ten Rat­lo­sig­keit wenig bei, fügt aber die Erkennt­nis hin­zu, dass es die­sen jun­gen Akti­vis­ten offen­bar beliebt, den Bun­des­vor­stand für dumm zu verkaufen.

Bei auch nur gerin­ger Kennt­nis des Wesens poli­ti­scher Sym­bo­lik und vor allem der Wir­kungs­wei­se von Zei­chen im bezie­hungs­rei­chen, emo­tio­nal hoch auf­ge­la­de­nen seman­ti­schen Feld der Öffent­lich­keit, ist völ­lig klar, dass eine sol­che seman­ti­sche „Anspie­lung“ nicht zufäl­lig gewählt wird, son­dern dass die Ver­wechs­lung der Zei­chen zumin­dest bil­li­gend in Kauf genom­men wird, um unter­schwel­lig, augen­zwin­kernd eine Bot­schaft zu transportieren.

Das­sel­be gilt übri­gens für das von Revol­te Rhein­land stolz im Grup­pen­bild zur Schau gestell­te OK Zei­chen, das mitt­ler­wei­le zu einem halb iro­ni­schen, halb erns­ten Zei­chen für „White Power“ avan­ciert ist und von Ver­fas­sungs­schutz wie Anti­fa (die Gren­zen ver­schwim­men zuneh­mend), als sol­ches auch eif­rig denun­ziert wird. Auch hier kann man sich mit gro­ßen, unschul­di­gen Augen manch­mal ein biss­chen fre­cher, aber im Grun­de lie­bens­wer­ter Jungs auf den Stand­punkt stel­len: wir las­sen uns doch die­ses harm­lo­se Zei­chen vom Ver­fas­sungs­schutz nicht madig machen.

Es wei­ter­hin zu zei­gen, ist Aus­weis unse­res Wider­stands und unser Recht als freie Bür­ger. Kurz, man kann sich einen Spaß dar­aus machen, das hege­mo­nia­le Sys­tem mit sol­chem Zei­chen­spiel zu pro­vo­zie­ren. Man kann. Man darf dann aber nicht erwar­ten, eine wer­den­de Volks­par­tei in Mit­haf­tung für sol­che Spä­ße neh­men zu kön­nen, und von ihr ver­lan­gen, ernst­haf­tes­te Kon­se­quen­zen für sich selbst um einer Pro­vo­ka­ti­on wil­len in Kauf zu nehmen.

Es gibt ein Par­al­lel­uni­ver­sum, in dem gewalt­lo­se patrio­ti­sche Aktio­nen nicht als Zei­chen von Rechts­extre­mis­mus gebrand­markt wer­den, in dem es umge­kehrt nicht ohne recht­li­che Kon­se­quen­zen bleibt, etwa die erneu­te Bom­bar­die­rung Dres­dens durch Bom­ber Har­ris zu ver­lan­gen. In dem „Deutsch­land ver­re­cke!“ als Hass­re­de gilt und nicht eine objek­ti­ve Tat­sa­chen­fest­stel­lung zur Kri­mi­na­li­täts­ra­te von Migran­ten. In dem, vor allem, das Zei­gen von Sym­bo­lik gleich wel­cher Cou­leur (vor allem patrio­ti­scher Cou­leur) nicht als schlim­mer erach­tet wird als das Bege­hen schlimms­ter Gewalt­ver­bre­chen, solan­ge die­se von angeb­lich Schutz­su­chen­den began­gen werden.

In solch einem Par­al­lel­uni­ver­sum – frü­her nann­te man es die Nor­ma­li­tät – wäre es dem Bun­des­vor­stand einer patrio­ti­schen Par­tei mög­lich, sich Akti­vis­ten mit Ver­ir­rung im Bereich der poli­ti­schen Sym­bo­lik zur Brust zu neh­men und nach der Kor­rek­tur sel­bi­ger das Gan­ze als Dum­me-Jun­gen-Streich abzu­ha­ken und zur Tages­ord­nung überzugehen.

In dem Uni­ver­sum fast tota­ler links-grü­ner Hege­mo­nie, in dem wir aber tat­säch­lich aktu­ell noch leben, ist mit unver­fro­re­nen Dop­pel­stan­dards, mit voll­kom­men per­ver­tier­ten Beur­tei­lungs­maß­stä­ben und vor allem mit dem unbe­ding­ten Wil­len zur maxi­ma­len Repres­si­on bis hin zum Par­tei­ver­bot der patrio­ti­schen Oppo­si­ti­on und der Ver­nich­tung der bür­ger­li­chen Exis­tenz ihrer Mit­glie­der jeder­zeit zu rechnen.

Nichts kommt die­sem Ver­nich­tungs­wil­len mehr zupass, nichts wird skru­pel­lo­ser und gründ­li­cher aus­ge­schlach­tet, als Unklar­hei­ten in der Stel­lung der Patrio­ten zu Sym­bo­li­ken, Begrif­fen, Kon­zep­ten aus der NS Zeit. Sich dies­be­züg­lich Fehl­trit­te zu leis­ten, heißt ohne Schutz­klei­dung mit radio­ak­ti­vem Mate­ri­al zu han­tie­ren. Nichts soll­te den Patrio­ten aber leich­ter fal­len, als dies zu ver­mei­den und auf das geschmack­lo­se Spiel sol­cher Pro­vo­ka­ti­on zu verzichten.

Denn der wah­re Patrio­tis­mus wird die Lie­be zum Eige­nen nie­mals mit Abwer­tung oder Aggres­si­on gegen­über dem Frem­den ver­wech­seln und das selbst­be­wuss­te Ein­tre­ten für die eige­nen Inter­es­sen nie­mals bis zur Nega­ti­on der legi­ti­men Inter­es­sen ande­rer treiben.

Vor die­sem Hin­ter­grund waren die Reak­tio­nen aus den Krei­sen patrio­ti­scher Akti­vis­ten­grup­pen auf die Ent­schei­dung des AfD Bun­des­vor­stand, wenn­gleich bis zu einem gewis­sen Grad ver­ständ­lich, in ihrer Schär­fe unan­ge­bracht und im Gan­zen über­eilt, da offen­kun­dig nicht alle Zusam­men­hän­ge zur Kennt­nis genom­men wur­den. Zumin­dest habe ich in kei­ner der Reak­tio­nen einen Ver­weis auf den eigent­li­chen Grund der Ent­schei­dung, wie oben dar­ge­stellt, gele­sen oder gehört. Viel­mehr wird kennt­nis­frei von Angst und Gefall­sucht der dif­fa­mie­rend als „Par­la­ments­pa­trio­ten“ bezeich­ne­ten Tei­le des Bun­des­vor­stands gespro­chen, nicht ohne deren Namen in denun­zia­to­ri­scher Absicht auf­zu­lis­ten und sie von jenen abzu­he­ben, die „auf­recht geblie­ben“ sind und den Beschluss nicht mit­ge­tra­gen haben.

Wes­sen Lage­ana­ly­se aber bereits man­gel­haft ist, weil er wesent­li­che Fak­to­ren der Ent­schei­dung nicht zur Kennt­nis nimmt (oder neh­men will?), des­sen wei­te­re stra­te­gi­sche Aus­füh­run­gen und Emp­feh­lun­gen kön­nen eben­falls nur feh­ler­haft sein. Dies zu ver­ste­hen und also mehr Umsicht wal­ten zu las­sen, wäre ins­be­son­de­re von jenen zu erwar­ten, die sich als Stra­te­gen der Bewe­gung ver­ste­hen und als sol­che wahr­ge­nom­men werden.

Mir will schei­nen, dass hier auch bei hoher stra­te­gi­scher Intel­li­genz oft­mals Fehl­ur­tei­le schlicht­weg des­halb zustan­de kom­men, weil es an Erfah­rung mit dem poli­ti­schen Betrieb, zumal in Deutsch­land, aus eige­ner Anschau­ung man­gelt. Nament­lich die Über­tra­gung öster­rei­chi­scher Ver­hält­nis­se auf das grö­ße­re Nach­bar­land muss regel­mä­ßig schei­tern, wie bei­spiels­wei­se auch Gerald Grosz bit­ter erfah­ren muss­te, als er nach dem Atten­tat auf Tino Chrup­al­la, das er haut­nah mit­er­leb­te, wie­der heil­froh war, nach Felix Aus­tria zurück­keh­ren zu können.

Dort mag der Aus­druck Par­la­ments­pa­trio­tis­mus beschrei­ben­de Kraft in Bezug auf Abge­ord­ne­te und Minis­ter (!) haben, die sich tat­säch­lich ohne Not, näm­lich ohne exis­ten­zi­el­le Bedro­hung, von außer­par­la­men­ta­ri­schen Patrio­ten distan­zie­ren und zudem noch allen mög­li­chen ideo­lo­gi­schen Blöd­sinn der Lin­ken mit­ma­chen, nur um vom poli­ti­schen und media­len Estab­lish­ment akzep­tiert zu werden.

Im Deutsch­land des Jah­res 2023 geschieht hin­ge­gen nichts „ohne Not“, son­dern alles unter dem Damo­kles­schwert mög­li­cher Ver­nich­tung der Partei.

Und es geht bei sol­chen Ent­schei­dun­gen, um auch die­sem oft kol­por­tier­ten Miss­ver­ständ­nis noch ent­ge­gen­zu­wir­ken, nie dar­um, dem Ver­fas­sungs­schutz zu gefal­len. Das ist unmög­lich, denn er ist (bis auf wei­te­res) ein wei­sungs­ge­bun­de­nes Instru­ment der poli­ti­schen Kräf­te, die uns Übels­tes wol­len. Es geht ein­zig und allein um unse­re Argu­men­ta­ti­on gegen­über den Gerich­ten, deren zumin­dest Rest-Unab­hän­gig­keit wir ide­al­ty­pisch unter­stel­len müs­sen, wenn wir uns im deut­schen poli­ti­schen Sys­tem über­haupt noch sinn­voll bewe­gen wollen.

Ent­schei­dun­gen wie die jüngst zu tref­fen­de gehö­ren zu den unan­ge­nehms­ten und undank­bars­ten eines Bun­des­vor­stands. Jeder Ein­zel­fall will genau abge­wo­gen sein, es gibt kei­ne Pau­schal­kri­te­ri­en. Der Schutz der Par­tei – und damit des Lan­des – vor Gefah­ren, die der Vor­stand nicht kon­trol­lie­ren und noch weni­ger ver­ant­wor­ten kann, muss aber immer des­sen obers­te Hand­lungs­ma­xi­me sein. Dage­gen zu ver­sto­ßen kann kurz­fris­ti­ge (per­sön­li­che) Vor­tei­le brin­gen. Der Scha­den für die Par­tei und damit indi­rekt auch für ihr Vor­feld wür­de lang­fris­tig dafür umso grö­ßer sein.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE80 8005 3762 1894 1065 43
NOLADE21HAL

Kommentare (88)

t.gygax

22. Dezember 2023 17:56

Ach du meine Güte! "Viel der leeren Worte haben die Wunderlichen gemacht ", heißt es bei Hölderlin,  und soviel leere Worte,  wie sie Herr Jongen hier wortreich anbringt, hätte er sich sparen können. Warum sagt er nicht einfach die Wahrheit? Man will im System mitspielen und da stören ein paar mutige junge Leute, die eben noch nicht stromlinienförmig angepasst sind, seine heile Welt aus Illusionen.Als ob die Herrschenden das beachten würden, es geht um die Vernichtung der AFD, es ist denen völlig egal, wer oder was da sich distanziert. Schon 2016 in der Causa Gedeon in BW spielte Jongen diese Karte aus, wurde auf sezession dafür hofiert, während Gedeon,der ein wacher und nachdenklicher Mensch ist, keine Möglichkeit zur Erwiderung bekam.
Das Ergebnis des Ganzen damals: alle mutigen,  engagierten und opferbereit kämpfenden Leute wurden in BW rausgeekelt, weggeschoben, zum Teil mit üblen Methoden, einzige Ausnahme: die mutige Kämpferin Christina Baum, neben Björn Höcke eine der wenigen, die sich nicht durch Macht, Geld und Privilegien verführen ließen,  sondern denen unser Land ein Herzensanliegen ist.

deutscheridentitaerer

22. Dezember 2023 18:22

Mit der Odalrune mag das noch angehen. Aber absurd wird es, wenn dann in der Folge auch das "ok"-Zeichen als kontaminiert bezeichnet wird. Dieses Zeichen könnte ja nun nicht weiter vom Dritten Reich entfernt sein, sondern ist gegenwärtiger rechter Memekultur entsprungen. Die Ausführungen von Jongen gehen deshalb dahin, dass man sich gar keine Provokation, keinen Schwund und keine Leichtigkeit zutraut. Wenn man derart in Angst erstarrt, kann man es doch gleich sein lassen. Da rettet auch das Pathos von der AfD als letzter Hoffnung nichts (selber übrigens nicht ambiguitätsfrei, das Wording von Herrn Jongen hier)

Phil

22. Dezember 2023 18:35

In diesem 65-minütigen Podcast werden diverse juristische Maßnahmen gegen die AfD durchgespielt (bis zur Aberkennung von Bürgerrechten von z.B. Höcke). Beide Gesprächspartner sind skeptisch, dass der juristische Weg der richtige ist, weil sie sich wenig Erfolg davon versprechen, aber auch aus politischen Gründen.
https://www.podcast.de/episode/618303960/autoritaerer-demokratismus-christoph-moellers-bei-carolin-emcke-ueber-das-politikverstaendnis-der-afd

Laurenz

22. Dezember 2023 18:46

Zugegeben, Herr Jongen hat gut argumentiert.

Wasch

22. Dezember 2023 18:47

Wenn Jongen eine veränderte Form der Odal Rune zum Anlass nimmt und sich dabei auf die SS bezieht, sollte er sich vorher die notwendigen historischen Kenntnisse aneignen. Die 2. Freiwilligen Division "Prinz Eugen" war ein Verband der Waffen SS und damit eine Kampfgruppe im 2. WK. Konrad Adenauer schloss in seiner Ehrenerklärung für die Soldaten der Deutschen Wehrmacht am 17.12.1952  im Nachtrag die Angehörigen der Waffen SS ausdrücklich damit ein. Bei Jongen zählt offenbar, was der VS respektive die Antifa davon hält und nicht der korrrekte historische Hintergrund.
 

quarz

22. Dezember 2023 18:58

"Jeder Einzelfall will genau abgewogen sein, es gibt keine Pauschalkriterien."
Wäre es nicht ratsam, solche zu etablieren? Dadurch könnten derartige Situationen eher vermieden werden. Wenn es z.B. eine Liste von Symbolen gäbe, die nicht verwendet werden dürfen, dann hätten sich einerseits in jugendlichem Übermut agierende Aktivisten unstrittig selbst die Schuld daran zuzuschreiben, eine explizit formulierte rote Linie missachtet zu haben, andererseits müsste sich der Bundesvorstand nicht dem Verdacht und Vorwurf aussetzen, situationswillkürlich reagiert zu haben, nur um dem VS zu gefallen.
Klar kann man nicht jede denkbare Situation apriori durch Kriterien abfangen, aber den Willkürspielraum für die Beurteilung und mit ihm den Unterstellungsspielraum auf beiden Seiten des unglücklichen Konflikts könnte man allemal verkleinern.

Dr Stoermer

22. Dezember 2023 19:16

Danke für die ausführliche Begründung und deren Mitteilung an diesem Ort.
Wer mit eigener Haut im Feuer steht hat meinen höchsten Respekt und selbstverständlich das Recht, seine Entscheidungen auch unter Kritik aus eigenen Reihen zu treffen. Was mich generell an "Unvereinbarkeitslisten" irritiert, ist die damit einhergehende Anerkennung des herrschenden Unrechtsgedankens, ein Mensch oder eine Gruppe trüge Verantwortung dafür, was andere Menschen, mit denen sie in einer Angelegenheit zusammenarbeiten, in anderen Angelegenheiten unternehmen. Steht zB. auch die RAF oder die Ndrangheta auf der Unvereinbarkeitsliste? Oder ist man nicht erst im  Falle individueller Schuldigkeit zur Abgrenzung verpflichtet? Wird das Spiel der Getriebenwerdens nicht dadurch mitgespielt? Das Verbotsrisiko wird doch nicht dadurch gemindert, dass man das falsche Maß auch noch anerkennt, insofern liegt darin nicht einmal eine taktische Entlastung.
Zur Symbolik: Deren Nützlichkeit kann man  diskutieren, jedoch kann auch hieran gut die Unredlichkeit der Verfolger aufgezeigt werden: Wo H...kreuztragende Battaillone als lupenreine Verteidiger der universellen Werte gelten, können irgendwelche Ähnlichkeiten mit drittrangigen Zeichen kein gerichtsfester Grund für Verfassunngsfeindlichkeit sein. Zumal es zur Aufgabe einer patriotischen Partei auch gehörte, Pauschalurteile zur Geschichte des eigenen Volkes nicht 1:1 zu übernehmen.

Martha

22. Dezember 2023 19:32

Eine erschreckende Ignoranz und Arroganz offenbart sich hier bei Jongen. Seine Verteidigung ist in keinster Weise überzeugend. Die gegen die Ausgrenzung vorgebrachten Argumente hingegen, treffen sehr wohl.

AlexSedlmayr

22. Dezember 2023 19:36

Ich habe aufgehört diesen Artikel ab dem Absatz weiterzulesen, als es um das "OK-Zeichen" ging. Jemand, der auch nur etwas Bildung im Bezug auf die Debatten der letzten Jahre genossen hat, wird wissen, dass dieses Zeichen nie und zu keiner Zeit zu einem Zeichen für White Power "avanciert" ist. Es handelt sich dabei um einen Netzscherz, der genau auf das nicht mehr anders zu als geisteskrank paranoide Verhalten von Linken abzielte, überall versteckte Symbole und damit Zeichen ihrer Feinde zu sehen. Von Milchgläser bis hin zu Nummernschildern in Discount-Werbespots.
Es handelte sich dabei nie um den Versuch der Alt-Right ein Zeichen zu setzen, sondern um einen Scherz von Internettrollen, die Linken dieses Zeichen als White Power-Symbol verkaufen wollten, was diese samt Köder, Schnur und Angel schluckten.
Rechte benutzen dieses Symbol immer nur ironisch, weil sie um diesen Umstand wissen, um den Irrsinn dieser Leute, die jeden Irrsinn zu ihrer eigenen Realität machen können bloßzustellen. Verehrter Herr Jongen sie zeigen sich hier als Teil des Problems, in dem sie den Linken irgendeine Berechtigung darin zusprechen ihre Paranoia zur Realität für alle anderen zu machen.

Maiordomus

22. Dezember 2023 19:41

Aus Erfahrung sowohl in praktischer als auch metapolitischer Arbeit mit stetem Blick nach Deutschland und jeder Menge von Ärger wegen politischer Schikanierung mit einstiger Registrierung als Extremist der falschen Sorte kann ich den Ausführungen von Herrn Jongen nur wärmstens beipflichten. Derselbe hat meines Erachtens, da kenne ich Hintergründe, ohne je kindische Dummheiten angestellt zu haben, als ein hochbedeutender deutscher Gelehrter real an objektiv erarbeitetem Ruf als Intellektueller mehr riskiert als jeder angejahrte Jungspund von den Identitären.

Wasch

22. Dezember 2023 19:47

Hätte Jongen gedient, dann  wüsste er, dass diese Art der Rune ab Hauptfeldwebel aufwärts zu den Dienstgradabzeichen der Bundeswehr gehört.

Martin Sellner

22. Dezember 2023 20:00

Ich antworte hier erstmal in der KS, da der Text eindeutige Anspielungen auf meine Person enthält. Vorweg: ich schätze Marc Jongen sehr und finde es begrüßenswert, dass er sich hier äußert. Nur ein paar Punkte:- Ich hätte, wäre es mir intern durchgereicht worden, das Abstimmungsergebnis nie veröffentlicht. Da es aber nunmal schon öffentlich bekannt war, wäre es seltsam gewesen, nicht darauf einzugehen. Ich habe wirklich versucht nicht ad personam zu argumentieren.-Auf meine Kritik wird hier kaum eingegangen. Weder das RR Logo, noch das OK Zeichen stand hier wirklich zur Debatte. (Ersteres finde ich selbst nicht optimal. Zweiteres halte ich für lachhaft: will man nun jeden der die Geste macht aus der Partei werfen? Es kursieren bereits zahlreiche Bilder von Personen aus dem BuVo, auf denen sie diese Geste tätigen.) Entscheidend ist hier, ob ev. unglückliche Äußerlichkeiten, Ausdrücke einer inneren Geisteshaltung sind. Dass das bei RR nicht der Fall ist, wird hier glaube ich nicht bestritten. Ich würde die Gruppe sonst nie mit solcher Verve verteidigen! In solchen Fällen sollte man Man solidarisch sein, wie wir das zB bei Pirincci waren und ja auch bei AfD-Politikern sind, wenn sie sich mal im Ton vergreifen von "Vogelschiss" und "Schweinen" sprechen, etc. Abgrenzung ja: aber gegenüber Leuten die tatsächlich eine andere Ideologie vertreten.

Martin Sellner

22. Dezember 2023 20:01

-Entscheidend ist aber folgendes: RR ist weder groß noch für die AfD relevant genug, daß dieser spektakuläre Akt  nachvollziehbar wäre. Bei großen Gruppen wie den Freien Sachsen muß die lokale AfD eine Entscheidung treffen (wie auch immer man die beurteilt). Bei RR ist bereits der Fokus des BuVo bizarr. Erst der UVB hat Gruppe und Logo ja überhaupt bekannt gemacht!  Das hätte man wohl auch intern durch zB Aufnahmesperren regeln können. Man kann auch jederzeit mit IB und freien identitären Gruppen ins Gespräch kommen. Man hätte so ev sogar positiv und korrigierend einwirken können. Die Urgenz war mWn nicht gegeben. Der UVB ist daher kontraproduktiv, unverhältnismäßig und "spaltend". Die vorhersehbaren wütende Reaktionen gegen Verantwortliche führen bei denen zu Ärger. Das Ergebnis auf beiden Seiten: Fronten verhärten sich, Positionen radikalisieren sich. Mein Fazit: der UVB verschärft die VS-Gefahr für die AfD dadurch in seiner Gesamtwirkung.
-Ohne jetzt auf Interna einzugehen. Die RR geriet, nach meinem momentanen Wissenstand, in Wirklichkeit ins Getriebe parteiinterner Machtkämpfe. Ob Jongen das weiß, ist mir nicht bekant. Er befindet sich nun in der undankbaren Position, eine unverhältnismäßige, wohl machtpolitisch intendierte Entscheidung, ex post sachlich rechtfertigen zu müssen. Ich finde nicht, daß der Text die entscheidenden Kritikpunkte am UVB beseitigt: Relevanz, Verhältnismäßigkeit. Mehr Schaden als Nutzen. 

Martin Sellner

22. Dezember 2023 20:02

-Auf die Kritik an der "austriakischen Perspektive" gehe ich hier erstmal nicht ein. Jongen formuliert diesen, fehlgeleiteten Vorwurf, hier noch sachbezogen und höflich. Im Buschfunk kursieren derzeit, teils wüste Invektiven über "Österreicher" die es wagen Vorgänge in der BRD zu kritisieren. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, dass es mir wichtig ist, was in Deutschland geschieht.

JungspundF

22. Dezember 2023 20:45

Da Herr Jongen, als Teil des Bundesvorstands der AfD, durch und durch eindimensional und einbahnstraßenmäßig in Kategorien wie "wir repräsentieren so und so viele Wähler" (also: Ich, Partei, Wählerstimmen, Kontoverbuchung, Gefahr/Chance) denkt, ist ihm als Parteimensch inhärent.
Rechtfertigend oder gar überzeugend ist seine Ausführung jedoch nicht. Ich habe mir die letzten zwei Tage den Bundesparteitag der AfD 2022 in Riesa in Gänze angeguckt. Mit diesen Eindrücken präsent wundert es mich nun allerdings nicht, dass dieser Vorstand so entschied wie er entschied. 
Vielleicht kann zumindest die Tatsache anerkannt werden, dass sich der Vorstand diesmal genötigt sah, sich in der Blase zu rechtfertigen. Gut, sollen wir alle nun weitere fünf bis zehn Jahre warten, bis der Groschen schließlich doch noch fällt? Wie kann man nur so lernresistent immer und immer wieder sich bereits als falsch erwiesene Denkmuster wiederholen? 
Diese Partei hält systematisch an ihrer Ego... Parteienzentrik fest. Sie ist ungeeignet für einen durchdringenden Wandel. Sie ist nicht fit für die Notwendigkeiten der Zeit, es ist Scheitern mit Ansage. Sie ist einfach nicht professionell. 

Der Anspacher

22. Dezember 2023 21:16

Marc Jongens ausführlich ellenlange Erklärung überzeugt mich nicht. Oder glaubt "mein" AfD-BV ernsthaft durch Anpassung an die Maßstäbe des VS oder auch nur der Gleichstrom-Medien sich vor dem Vorwurf der rechtsradikalen "Verfassungsfeindlichkeit" schützen zu können? Lucke, Meuthen u.a waren mit ihren Einstellungen ganz böse "Rechsradikale" solange sie an der Spitze der Partei aktiv waren - nach ihrem Austritt bewarfen sie uns Parteimitglieder in den Gleichstrom-Medien mit genau diesem Schmutz den sie als Parteivorsitzende von den angeblichen Hütern des GG vorher abbekommen hatten. Hatten sie etwa ihre  politische Einstellung geändert? So lange wir Verbliebenen in der AfD die Plätze an den mit Zwangsabgaben gefüllten Futterkrippen für das Establishment bedrohen werden wir mit der - zumindest in Westdeutschland wirksamen - Keule "Rechtsradikalismus" bekämpft. Und wenn es sich durchsetzen läßt möglicherweise auch mit einem Verbot belegt. Dieses gelingt am ehesten je mehr wir uns von möglichen Unterstützern außerhalb des Partei-und Parlaments-Betriebs distanzieren. Da waren die Grünen-Funktionäre mit ihren Straßenkampf- und K-Gruppen Erfahrungen klüger. Sie hatten nie irgendwo relevante Mehrheiten in den Parlamenten - bestimmen aber mit Hilfe dieses Vorfelds bis heute unseren gesamten Politikbetrieb.
Nur zur Info: Ich bin ein in Schnellroda nicht unbedingt bejubelter "Minimalstaatler" - wenn man mich denn einsortieren möchte...
 

Leo Lobauer

22. Dezember 2023 21:45

Jongens Gedankengang ist etwas verschwurbelt. Aber Gedanken zum Thema hat er sich offensichtlich gemacht. Dass er hier "in den Kategorien des VS" denken würde, wird man ihm nicht vorwerfen können. Ich denke, seine Gedanken sind ernsthaft und man sollte diese im Positiven wie Negativen erstmals "sacken" lassen, also nicht vorschnell wegwischen.
Wie kann sich ein 'Rechts'-sein in einer Welt des linken Mainstreams in jungen Jahren öffentlich manifestieren? Allzuoft geht es hier doch zunächst nur um eine instinktiv gefühlte, letztlich aber noch oberflächliche Ablehnung linker Lebenswelten und vor allem des "als-Deutscher-bist-Du-nur-zweitklassig"-Geblubbers im Geschichts-und Sozialwissenschaftsunterricht. 
Hat Donald Trump jemals ein Zeichen der historischen Südstaaten-Bewegung kopiert? - Nein. Mit seiner blonden Haartolle, seiner roten Mütze, den überbreiten Krawatte und seinem Slogan: "You are fake news!" hat er vielmehr einen eigenen Stil gesetzt. Da, nicht also in unnötige historische Irrwege, müssen wir hin.

Kurativ

22. Dezember 2023 21:53

Bei der Odal Rune hätte ich auch so entschieden. Das war dumm. Schlauer wäre es gewesen, wenn man sich einen Regenbogen oder ein anderes Linkes Zeichen gegeben hätte. Sozusagen Tim Kellner folgend.

ofeliaa

22. Dezember 2023 22:14

,,Denn der wahre Patriotismus wird die Liebe zum Eigenen niemals mit Abwertung oder Aggression gegenüber dem Fremden verwechseln und das selbstbewusste Eintreten für die eigenen Interessen niemals bis zur Negation der legitimen Interessen anderer treiben."
Sie beschreiben hier prägnant, was ich immer wieder gedacht, bzw. versucht habe, in Worte zu fassen. Ich werde über diesen Satz noch länger nachdenken und bedanke mich insofern dafür.
Extremisten stellen in jeder Form eine Bedrohung für das eigene Land dar. Sie fahren wichtige Beziehungen und Möglichkeiten vor die Wand, sie verhalten sich zudem oft menschenverachtend und können den Fortbestand ihrer jeweilig zugehörigen Parteien gefährden. Was diese Leute immer vergessen ist, dass es hier nicht um Kriegsspielerei geht und nicht um "coole" NS-Symbolik und coolen Rechts-Rock, sondern um den Fortbestand unseres Landes. Man versucht sich in Deutschland mehr und mehr von der Vergangenheit zu lösen:  Einerseits daraus zu lernen, andererseits sich deswegen nicht immer wieder zur unmündigen Nation erklären zu lassen. Ein Balanceakt, nach wie vor. Mit dem Wiederverwenden genau solcher Zeichen, wird man uns ewig vorwerfen können, wir hätten nichts gelernt und man müsse uns klein halten. Letztendlich nimmt uns das die Souveränität. 

RWDS

22. Dezember 2023 22:16

Wenn Herr Jongen diese Gruppe als "Antifa von rechts" bezeichnet, weil man mit cleveren, friedlichen Aktionen Aufmerksamkeit erregt, dann verharmlost er doch die Antifa. Denn die ist schon längst unter der schützenden Hand des Systems zum versuchten Totschlag übergegangen. Regenbogen übermalen oder Straßenschilder wechseln kann und darf da nur der Anfang sein.
Das Verfassungsschutz-Argument finde ich zwar nachvollziehbar, aber seien wir mal ehrlich, schon Lucke war "Nazi" für das Regime. Also wieso glaubt man da noch einen Ruf zum ruinieren zu haben? Die AfD braucht nicht nur Boomer oder die ominösen Nichtwähler. Verscherzt es euch nicht mit der rechten Jugend.

The last thing we need is a right-wing climate list.

Hans Carl Bohr

22. Dezember 2023 22:32

Respekt für Herrn Jongen, dass er sich äußert. Nur: wird jetzt jeder Hauptfeld oder Hauptbootsmann der BW aus der AfD ausgeschlossen bzw. darf nicht aufgenommen werden? Nein, die Nummer mit der Rune ist doch arg zu billig. Ein wenig näher an der Küste der tatsächlichen Beweggründe entlang geschippert wäre schon angebracht gewesen. So aber bleibt es auch für Nicht-Österreicher bei der negativen Konnotation des "Parlamentspatriotismus". 

GerdNeuenfels

22. Dezember 2023 22:46

Die Runen haben ein Geschmäckle, das so manchem potentiellen AfD-Wähler nicht zusagt. Insofern kann ich die AfD-Vorstandsentscheidung, wie von Marc Jongen dargestellt, nachvollziehen.  

RMH

22. Dezember 2023 23:06

Als Wähler und Nicht-Parteimitglied fällt es mir schwer, die Aufregung, die hier manche wegen einer Zeile mehr oder weniger auf der "Unvereinbarkeitsliste" machen, nachzuvollziehen. Ich will die AfD im Parlament, ich will sie nicht in klein-klein- Debatten um irgendwelche "Revolutionäre" oder "Revoltierer" zerfasert sehen. Eine Partei will im System evolvieren, aber nicht revoltieren. Das ist ihr Zweck, dafür werden Parteien in Demokratien gegründet. Es gibt Weggabelungen, entweder man geht den einen oder den anderen Weg, aber sich eine Partei als quasi Versorgungsquelle für die Zeit, wo man selber Ü-30 wird und ins Reihenhaus ziehen will, offen zu halten, ist spießig. Also liebe Aktivisten, lasst doch einfach die AfD einmal in Ruhe und erschließt euch eure Geldquellen woanders. Das Genöle um die Fleischtöpfe, welche die AfD mittlerweile offenbar hat, ist würdelos. Ich kann Herrn Jongen und alle anderen in der AfD, die derartiges zu entscheiden haben und ein ums andere mal dann auch ihr Handeln auf Parteitagen zu rechtfertigen haben, in ihrer Entscheidung nur bekräftigen. Genau deshalb wähle ich diese Partei, weil diese den Weg der Rechtstaatlichkeit und der Demokratie gehen will.

Heinrich Loewe

22. Dezember 2023 23:09

Ich bin hier vollständig bei Herrn Jongen. Angesichts der gewaltigen politischen Herausforderungen insgesamt; dem Druck, der tagtäglich auf dem Spitzenpersonal der Partei lastet, der ganzen Niederträchtigkeiten unseres gemeinsamen Gegners usw. - angesichts dessen so eine lächerliche Lappalie wie diesen UVB so hochzublasen hier bei der sezession…ist unmöglich!
Wir 10…15 Mio müssen wie ein Mann hinter der Alternative stehen. Wir haben nur die eine.

Realito

22. Dezember 2023 23:11

Was Herr Jongen hier in seinem Gastbeitrag skizziert, ist 1 zu 1 der alte Meuthen-Kurs der vorauseilenden Unterwerfung unter das Kartell. 
Der Unterschied ist, dass die Meuthenisten regelmäßig eine  Verfassungsschutz-Beobachtung als Drohkulisse gebrauchten, während Jongen gleich ein Parteiverbot in den Raum stellt.  (Die Verfassungsschutz-Beobachtung der AfD zieht wohl mittlerweile nicht mehr, da die von Meuthen und Co verbreiteteten Warnungen vor dem Untergang der Partei im Falle der Verfassungsschutz-Beobachtung als Panikmache herausgestellt haben.)
Dieser Kurs ist für eine Partei wie die AfD geradezu selbstzerstörerisch.
Denn nicht nur werden sich die Mächtigen nicht durch vorauseilende Unterwerfung von ihrem Vorhaben, die AfD zu verbieten, abbringen lassen, sollte sie dies wirklich wollen.
Dieser Kurs läuft in der konkreten Praxis nicht nur auf eine Abgrenzung gegenüber dem Vorfeld hinaus. Er führt auch dazu, dass die AfD sich sprachlich und inhaltlich dem linksliberalistischen Mainstream "anpasst" und eine weichgespülte, emotionslose,  "Linksliberalismus-konforme" Rhetorik übernimmt, welche die breite schlafende Masse niemals aufwecken  und den Diskurs nicht verschieben kann.

Tiuri

22. Dezember 2023 23:24

Elephanten im Raum:1. Wenn die AfD verboten wird, dann sicherlich nicht, weil sie es unterlassen hat die dreihundertste Kleingruppe auf ihre Unvereinbarkeitsliste zu setzen. Insofern ist das Kernargument von Herrn Jongen vorgeschoben.
2. Allerdings stimmt sehr wohl, dass in vielen aktivistischen Gruppierungen mit NS-Anspielungen kokettiert wird. Der Umgang damit ist eine Gratwanderung und der beste Weg wäre mMn größte Härte und Klarheit nach Innen, dass so etwas nicht erwünscht ist und zugleich absolute Verschwiegenheit und Verweigerung nach Außen, wenn der politische Gegner versucht hierüber auf uns einzuwirken. Die momentane Strategie, wonach man sich entweder dumm stellt ("das ist ein Tauchersymbol/buddhistisches Zeichen/einfach nur ein germanischer Brauch") oder die Kritiker aus dem eigenen (!) Lager als Schlappschwänze verächtlich macht, ist ungenügend.

Umlautkombinat

22. Dezember 2023 23:28

Soziale Netze gehen ja an mir vorbei, das OK-Zeichen wurde umgewidmet? Gar nicht bemerkt, benutze das als Taucher seit 40 Jahren. Kann auch mal schief gehen. Einem Kollegen Fahrer auf der Autobahn, dem ich etwas Gutes signalisieren wollte, interpretierte das leider einmal als A....loch und fuehr dann 20km einen sehr aufgeregten Stil um mich herum, auch in verschiedenen Auslaendern sollte man sich das verkneifen. 
 
Aber ehrlich, wen sollen Bezugnahmen auf solcherart komplett tertiaere Nischensymbole von was ueberzeugen? Fuer wie kognitiv herausgefordert muss man sein Gegenueber halten?
 
Ich sehe hier nur wieder einen Aggressivitaetszuwachs in der bekannten "Bewerbung" des Anpassgedankens, der immer schief ging (der Wallasch uebrigens faehrt auch diesen Stil und seit ein paar Tagen auch wieder in einfacher Sprache. Ist sein persoenlicher Konflikt es eigentlich wert auch hier einmal dargestellt zu werden? Ich habe als bystander keinerlei Idee, warum der sich immer wieder einmal in Wellen am hiesigen Personal verbeissen muss).
 
Und sollte es jemand interessieren - hier im Osten waehlt niemand die AfD fuer diese Art  Einknickerei. Wird das Programm, sind die Waehler weg. Herr Jongen wird wohl informiert genug sein, um das zu wissen. Was sofort die Frage aufwirft, in welcher Rolle er eigentlich agiert.
 

Fonce

22. Dezember 2023 23:34

Nachdem 2013 mit der AfD eine Kraft, die vorher im Koma gelegen hat, wieder erwacht ist, muss sie jetzt immer noch vorsichtig einen Fuss vor den anderen setzen, und weiter das Vertrauen der seit bald einem Jahrhundert* vergausterten Leute im Land gewinnen. Nur die Proud Boys, die ungeduldig ihre Motoren aufheulen lassen, bei Laune zu halten, wäre kurzsichtig.  ─  Also Proud Boys: Stand back** and stand by.
(* und vorher auch schon ein Jahrtausend lang)
(** in the backyard)

AlexSedlmayr

22. Dezember 2023 23:34

@quarz
In einem Bundesvorstand, der offenbar die linke Paranoia vom OK-Zeichen als White Power-Symbol teilt, bin ich mir unschlüssig darüber, was da dann für Kriterien von Boomern gewählt würden, die keine Ahnung von Memes und Netzkultur haben und offenbar wie pawlowsche Hunde auf den Zuruf von Medien oder Behörden reagieren. Da haben wir dann schnell ein parteiinternes Symbole-Gesetz, wo dann auch das Lambda was ganz ganz böses ist.

Realito

22. Dezember 2023 23:39

@ Laurenz"Zugegeben, Herr Jongen hat gut argumentiert."
 
Hat er das?! Sein ganzer Gastbeitrag ist doch nur ein ellenlanger Aufruf zur Unterwerfung und Anpassung unter das Establishment.
"Passt euch an und grenzt euch schon ab - sonst kommt das böse Establishment und verbietet die AfD". So ließe sich sein ganzer Beitrag auch zusammenfassen.
 
Dabei erweist sich seine Argumentation jedoch extrem widersprüchlich:
Jongen zeichnet das Bild eines nahezu allmächtigen Establishments, welches im Besitz "fast totaler links-grüner Hegemonie" sei, und das angeblich einen "Vernichtungswillen" gegenüber der AfD habe.
Er fordert aber zugleich Unterwerfung als geeignete Abwehrstrategie gegenüber diesem Establishments. Das ergibt keinen Sinn:
Wenn das Machtkartell ohnehin den Willen hat, die AfD zu vernichten, und noch dazu über eine nahezu grenzenlose Macht verfügt, dann wird es sich auch nicht von noch so viel vorauseilendem Gehorsam und Distanzierung seitens der AfD davon abbringen lassen, diesen Willen in die Tat umzusetzen.
Um die Absurdität von Jongens Argumentation mit einer Metapher auszudrücken: Laut Jongen ist die AfD die kleine, schwache Maus, die durch besondere Unterwürfigkeit die Katze davon abhalten soll, sie zu jagen und zu fressen. 
 

Billofrights

23. Dezember 2023 00:06

Man muss es einmal so unmissverständlich formulieren, damit es den Gemeinten vielleicht klarer wird: Das gesamte Weltbild und das Aktionsgebaren, dass sich in Kreisen wie der Revolte Rheinland oder der Würzburger Teutonia abspielt, ist mit ihrer NS-Koketterie für keinerlei politische Arbeit tauglich und für keine rechtskonservative Partei in irgendeiner Weise zu gebrauchen. (Dies betrifft sogar einige Gruppen innerhalb der JA, deren Tun die AfD eher beschädigt, als dass es sie voranbringt.) Es gibt in den extremrechten Randgrüppchen von zumeist wenigen Dutzend Personen eine völlige Fehleinschätzung, was ihre Bedeutsamkeit betrifft. Sie unterliegen dem Phantasma einer selbst zugeschriebenen Vorfeld-Relevanz, die aber real nicht existiert, weil sie gar nicht in die Gesellschaft hineinreicht. Für die Wahlerfolge der AfD waren, sind und werden sie sein: unmaßgeblich. Erfolgsträger sind die tausenden Mandatsträger und Parteimitglieder, die sich auf jedem Level der politisch-demokratischen Sacharbeit anstrengen, die parlamentarische Fortschritte erzielen, und nur sie erreichen die aktuellen und erschließbaren Wählerschichten auf politikfähige Weise. Der Parteivorstand hat in seinen letzten Entscheidungen vorbildlich und verantwortungsvoll gehandelt.

Franz Bettinger

23. Dezember 2023 01:52

Natürlich sind all die Vorwürfe Richtung 3. Reich hanebüchen. Was nutzt es, das in klugen Worten logisch und historisch nachzuweisen? Nichts. Der Feind ist der Feind. Er will siegen, koste es es wolle. Und er will, solange es geht, das Gesicht des fairen Demokraten mimen. - Aber: Der Schiedsrichter ist bestochen (die Verfassungsrichter), das wissen wir. Deshalb: Auch wenn sich mir der Magen umdreht. Auch wenn ich emotional 100% auf Martin Sellner’s Seite stehe und der unserer Aktiven. Auch wenn ich selbst Opfer innerparteilicher Intrigen wurde (Dörr) und mich die Distanzeritis immer schon angekotzt hat: Warum sollten wir das riskieren? Wir sind dabei, das Spiel zu gewinnen. Die Wähler flüchten zur AfD. Der gekaufte Schiedsrichter wartet indes nur darauf, dass wir übermütig werden und einen kleinen Fehler machen. Deshalb Kurzpass spielen. Zeit gewinnen. Bei unwichtigen Dingen nachgeben. Wenigstens bis Ende 2024. Und ja, ich bin mir diesmal nicht sicher, ob mein Senf die richtige Zutat ist. Die Grünen? Die dominieren die polit. Agenden nicht weil sie richtig lägen, sondern wegen des Gegenteils, weil sie max. verrückt geworden sind: die beste Verhöhnung des gesunden Menschenverstandes. Nützliche Idioten im Sinne der globalen Sklavenhalter. Ob die Grünen und Linken das je kapieren? 

ede

23. Dezember 2023 02:03

Ich habe gewiss Respekt vor Sellner. Der Bundesvorstand hat  die "Kleinigkeit" - ob mit oder ohne Anführungszeichen, halt aus Gründen mehrheitlich anders bewertet. Der Bundesvorstand trägt nun mal die Verantwortung für die ganze Partei (eigentlich für das Land). Das ist ebenfalls zu respektieren.

deutscheridentitaerer

23. Dezember 2023 09:13

Es ist allerdings auch tatsächlich unwürdig jetzt diese Debatte zu führen, ob man jetzt doch rein darf oder nicht. Oder innerhalb der AfD zu diskutieren ob es nun eigentlich Deutsche gibt, oder ob das schon eine rechtsextreme Position ist. Diese Debatten drehen sich seit 15 Jahren im Kreis. 
 
Ich finde es auch falsch, wenn Fr. Kositza meint, es würde alles stetig besser. Klar, wenn je schiefer das kenternde Schiff liegt, desto mehr Leute kriegen mit was abgeht. Aber selbst die reden dann ja noch drüber, ob das Schiff wirklich existiert oder ob Schwimmen so schlimm ist.
 
Lassen wir die Leute doch machen und lassen stattdessen die Ruderboote zu Wasser.

Nemo Obligatur

23. Dezember 2023 09:47

Ich hätte eigentlich nur eine Frage an Herrn Dr. Jongen: Wenn die RR ein weniger zweideutiges Erkennungszeichen hätte, sagen wir eine stilisierte Sonnenblume, wären sie dann in der AfD satisfaktionsfähig? 
Machen wir uns nichts vor: Die etablierten Parteien wollen die AfD vernichten oder zumindest wieder auf Zwergformat schrumpfen. Irgendeinen Vorwand dazu werden sie schon hernehmen. Es ist inzwischen mit unterschiedlichen Landes- und Jugendverbänden ja schon ein paar Mal passiert. Die Begründung für "gesichert rechtsextrem" war und ist stets dieselbe: völkisches Verständnis der deutschen Staatsangehörigkeit. Da spielt es keine Rolle, ob eine winzige Aktivistengruppe (wie viele Mitglieder hat die RR? 50? 20? Weniger?) Kontakte zur JA hat oder nicht. Aus taktischen Gründen mag MJ recht haben, langfristig ist es nahezu egal. 

RMH

23. Dezember 2023 10:57

Ich kann dem Beitrag von Billofrights, 23. Dezember 2023 00:06, nur zustimmen. Die Bedeutung des sog. "Vorfelds" wird massiv überschätzt, ein Wirknachweis dieser Gruppen, über Schlagzeilen hinaus, ist bis heute nicht erbracht und der Verweis auf eine Art Greenpeace von rechts, wie er früher einmal als Begründung für die Existenz dieser Gruppen gebraucht wurde, unterschlägt, wie und warum Greenpeace überhaupt aus der Brennessel-Tee-Ecke heraus kommen konnte. Dieses wie und warum ist beim rechten Vorfeld nicht vorhanden (wird es auch nie sein) und die AfD könnte selbst beim besten Willen nicht dieses Wie und Warum liefern. Wenn M. Sellner ganze Bücher dazu unter Verweis auf viele Autoritäten schreiben muss und der Wirknachweis ist immer noch nicht da, dann stellt sich die Frage, ob sich hier nicht Leute eine Rolle in ein Drehbuch für einen gut budgetierten Film schreiben wollen, in dem sie eigentlich nicht vorkommen. Auch das Argument, Grenzen ziehen würde nichts helfen, da die Grenzen ja von den anderen festgelegt werden, ist nichts mehr, als das Argument des uferlosens "lassen wir es drauf ankommen" - und das ist politisch unseriös.

Heinrich Loewe

23. Dezember 2023 11:04

@Billofrights:
AMEN!

Volksdeutscher

23. Dezember 2023 11:05

Ich halte mich ausnahmsweise mal kurz, da Martin Sellner das Wesentliche dazu bereits gesagt hat. 
Aber trotzdem: So eine weitschweifige Rechtfertigung bekommt man nur selten zu Gesicht. Ich hätte nicht gedacht, aber sie ist wieder da: Die pöööhse Waffen-SS mit ihrer Odal-Rune treibt ihr Unwesen in den Köpfen anständiger AfD-Mannen und da ist freilich auch noch die tiefe Sorge des Herrn Jongen um die Partei, was das hurtige Zusammentrommeln des AfD-Standgerichts so außerordentlich wichtig und unumgänglich machte. Könnte es sein, daß diese gedrechselte Rechtfertigung mit der Waffen-SS nur dem einen Zweck dient, jeglichen Einwand gegen die Notwendigkeit, Unvermeidbarkeit und Unangreifbarkeit der Abstimmung zu suggerieren?
Ich möchte Herrn Jongen in Kenntnis setzen, daß die Odal-Rune nach wie vor Teil von Dienstgradabzeichen der Bundeswehr, also des Heeres und der Luftwaffe ist. Wie wäre es nun, die Bundeswehr prompt auf die Unvereinbarkeitsliste der AfD zu setzen mit ihren Feldwebeln, Oberfeldwebeln, Oberfähnrichen, Stabsfeldwebeln und Oberstabsfeldwebeln, um den erhofften Beifall von links und dem VS zu bekommen? 

Mboko Lumumbe

23. Dezember 2023 11:48

In diesem Zusammenhang und insbesondere aus der von Marc Jongen ausgeführten Begründungslogik des BuVo ergibt sich aus meiner Sicht nun die Frage, wie der BuVo und Marc Jongen den Ausspruch von Björn Höcke „Alles für Deutschland“ betrachtet und bewertet?
 
Hierzu wurde bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet gegen Björn Höcke und es erfolgte erweiterte Immunitätsaufhebung, es wurde Klage erhoben und die Verhandlung wird vor der großen Strafkammer in Halle stattfinden.
 
Der sachsen-anhaltische Grünen-Chef S.Striegel hatte 2021 Strafanzeige gegen Höcke erstattet - wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Höcke wird vorgeworfen, am 29.05.2021 in einer Rede in Merseburg eine verbotene Losung der Sturmabteilung (SA), der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP, verwendet zu haben. Höcke soll gewusst haben, dass es sich beim letzten Teil der Formel "Alles für unsere Heimat, alles für Sachsen-Anhalt, alles für Deutschland" um einen verbotenen Ausspruch handele, so der Vorwurf.

rotenburg

23. Dezember 2023 11:54

Danke, für den sehr treffenden Beitrag von Herrn Jongen.
Ein Vorfeld kann für eine Partei ein großer Vorteil sein, wenn sie Verbindungen in die Gesellschaft hinein schafft, hilft die Partei in relevanten Milieus zu verwurzeln und die Partei mit dem Alltag der Menschen verbindet. 
Ein Vorfeld, dass eine Brücke in eine Subkultur schlägt, in der Leute mit "Runen", Symbolen und Begriffen hantieren, die für 99 % der Bevölkerung im besten Fall fremd, im schlechtesten Fall verstörend wirken, ist nur ein Klotz am Bein. 
Man kann das am Beispiel der Grünen deutlich machen: Die Naturschutzverbände sind für die Grünen ein wichtiger Anker in bestimmte Milieus und tragen als Vorfeld aktiv zum Image und Erfolg als "Öko-Partei" bei.
Die "letzte Generation" und "Extinction Rebellion" verschrecken hingegen Wähler und treiben die Bürger zur AfD. Und spiegelbildlich verhält sich das auf der anderen Seite genauso. 
 
 
 

Adler und Drache

23. Dezember 2023 12:08

Herzlicher Dank an die Redaktion für die Arbeit, den Rittergutbewohnern und allen ihnen geistig Verbundenen ein gesegnetes, frohes Christfest!
Angesichts der bedrängenden Gegenwart gilt es, das Wort von der "großen Freude" wieder ernst zu nehmen, und die Zusage "Fürchte dich nicht!" zu erfassen und zu behalten.  

RMH

23. Dezember 2023 12:13

Noch einmal etwas grundsätzliches zum Thema Unvereinbarkeit und "Abgrenzeritis": Es ist etwas vollkommen normales, dass man bspw. als Inhaber nicht jeden reinlässt. Wenn eine Partei sagt, mit dieser oder jener Gruppierung wollen wir nichts zu tun haben und keine Personen davon als Mitglieder aufnehmen, ist das legitim und grundsätzlich zu respektieren. Wie ich oben schon geschrieben habe, hat der Vorstand sich dafür auf den Mitgliederversammlungen regelmäßig zu rechtfertigen - und alleine dort ist das Forum für derartige Diskussionen. Außenstehenden steht es nicht an, sich quasi einklagen zu wollen. Auch das IfS, Sezession und der Verlag Antaios grenzen sich immer wieder ab (ich erspare die Nennung von Beispielen), nur braucht man das dort auf keiner Liste formal festzuhalten und daher wird über diese Selbstverständlichkeiten auch keine Diskussion gestartet. Zusammengefasst: Normales wird skandalisiert. So etwas kennt man vom politischen Establishment, insbesondere von den Linken, aber da man diese ja von "rechts" in ihren Agitationsformen kopieren will, überrascht es am Ende doch nicht, wenn man sich an Unvereinbarkeitslisten künstlich hoch zieht (nochmals: Gibt es überhaupt einen von RR, der einen Mitgliedsantrag gestellt hat?)

Uwe Lay

23. Dezember 2023 12:16

Für einen Verbotsantrag gegen die AfD reicht das jetzt schon vorhandende Material bei den Verfassungsschützen der Länder aus, dazu bedürfte es nicht,auf einen nicht vollzogenen Unvereinbarkeitsbeschluß jetzt gegen diese rechte Gruppe zu verweisen. Aber zum politischen Opportunismus der AfD gehört seit ihrer Gründung die Abgrenzeritis gegen alles, was irgendwie nach "rechts" klingt.Die Intention ist dabei wohl die Hoffnung, so für die C-Parteien doch noch ein akzeptabler Juniorpartner zu werden. Politisch macht sich so die Partei zu jeder außerparlamentarischen oppositionellen Bündnispolitik unfähig, weil sie mit niemanden cooperieren will, um nicht mit  Rechten in Berührung zu kommen.

Valjean72

23. Dezember 2023 12:21

Was soll diese vorauseilende Unterwürfigkeit? Germanische Runen aus grauer Vorzeit dürfen nicht verwendet werden, da sie auch in NS-Deutschland verwendet wurden?
 
Es wurde ja von Diskursteilnehmern dankenswerterweise bereits darauf hingewiesen, dass das Dienstgradabzeichen des Hauptfeldwebels der Bundeswehr aus einer Othala-Rune besteht.
 
Auch die Worte „alles für die Heimat, alles für Deutschland!“ dürfen bekanntlich nicht mehr ausgesprochen werden, da in der NS-Zeit ähnliches gesagt wurde.
 
Die von Jongen konstatierte drohende Vernichtung der AFD umgeht diese wohl am besten durch komplette Schleifung aller Positionen, die Spitzenpolitiker der CDU/FDP (und angehängte Medienvertreter) irritieren könnten.
 
Was soll’s, die AFD wird durch die gegebenen Umstände aller Voraussicht nach ohnehin an die Macht („in Regierungsverantwortung“) gespült werden. Jongen & Co. werden dann endlich die heiß ersehnten Posten erhalten und – dessen bin ich mir sicher – ganz bürgerlich und staatstragend auftreten.
 
Ich zähle auf die Landtagswahlen im nächsten Jahr in Thüringen.

AlexSedlmayr

23. Dezember 2023 12:52

@RMH
Während ich bei der Wirksamkeit des Vorfeldes im Hinblick auf quantifzierbare Wirkungen zustimmen muss, ist der Umgang mit außerparlamentarischen politischen Gruppen und Positionierung gegenüber deren Inhalten ein Gradmesser (auch für den Wähler), wie sich eine Partei, die gerne immer ideologisch im ungefähren, rein praktischen, opportunen bleiben will, weil man sich ohne genaue Positionsbestimmung immer auch die Option offen halten kann, eigentlich was ganz anderes gewollt zu haben, um sich anderen Wählergruppen anheischig zu machen, weltanschaulich aufstellt.
Aus der AfD kommen seit ihrem Bestehen uneindeutige Signale zum Thema Volksbegriff, Ethnokulturelle Identität und deren Erhalt und die Auseinandersetzung mit Gruppen wie den Identitären zwingt die Partei dazu (oder Vertreter in ihrem Innern wie Höcke) nicht einfach die Debatten darüber immer zu vertagen sondern immer wieder klarzustellen, dass dies (auch) Teil der Parteidoktrin ist und nicht der opportune ethnische Wahl Abgreif, für den ich diese Partei nicht brauche, denn das kann ich längst mit der CDU haben. Statt da eine faulige Uneindeutigkeit drüber zu legen, ist es besser das Vorfeld ist da und sorgt dafür, dass Idealisten in der Partei Anlässe haben, um gegen den Drang zur Opportunität aufzustehen.

AvL

23. Dezember 2023 13:07

Danke für diesen Beitrag. Aus Sicht von Dr. Jongen schlüssig und folgerichtig. Interessant wäre nun die Sicht der Gegenseite im Bundesvorstand, also zum Beispiel eines Dr. Krah. Dank der guten Kontakte der Sezession zu ihm müßte es ein leichtes sein, seine Stellungnahme dazu zu bekommen.
Ansonsten, aus unserer unmaßgeblichen Sicht: ist nicht der grundsätzliche Ansatz, im System nach den Spielregeln des Systems ohne die Grundregeln des Systems ändern zu wollen, die ja grundsätzlich zum Schaden des deutschen Volkes von den Siegermächten erlassen wurden, Grundlegendes für das deutsche Volk hin zum Besseren verändern zu wollen, der Denkfehler an sich? Anders formuliert: wer glaubt, ohne Schläge des Systems etwas ändern zu können, glaubt an die Losung "Wasch meinen Pelz, aber mach mich nicht naß." Funktioniert in aller Regel nicht.

Mitleser2

23. Dezember 2023 13:10

Die meisten der derzeit prognostizierten 23% AfD Wähler wissen überhaupt nicht, was der Begriff "Vorfeld" überhaupt bedeutet. Ich bin da ganz bei Bettinger, die AfD braucht nächstes Jahr große Prozentzahlen. Die bekommt sie durch die Blockparteien, und nur sehr begrenzt durch ihr Vorfeld, oder durch ein "rechtes" Bewusstsein in der Bevölkerung. Das kann wachsen, aber erst mal muss Einfluss kommen, um z.B. Rundfunkstaatsverträge zu kündigen, damit die linksgrüne Propaganda reduziert werden kann.

Carsten Lucke

23. Dezember 2023 13:19

Die Argumente Sellners finde ich gut - nicht weniger die Jongens.
Vielleicht hätten sich die beiden (oder Stellvertreter) vorher mal "bequatschen" können, anstatt in Kauf zu nehmen, daß diese Angelegenheit so hochkochen kann ?!
Verdammte Eitelkeiten - verständlich, doch zum Schaden der Sache !

Laurenz

23. Dezember 2023 14:05

Zugegeben, Jongen hat gut argumentiert oder doch nicht? Nach dem Lesen der Pro- & Kontra - Beiträge, möchte ich noch mal auf MS & die FPÖ zurückgreifen. Eine FPÖ kann sich sehr wohl von Aktionen der Identitären distanzieren. Aber die FPÖ muß öffentlich überhaupt keine Haltung zu den Identitären einnehmen. Die Frage, ob Gaulands Fliegenschiß, von dem ich persönlich 100% überzeugt bin, der AfD geschadet hat oder nicht, ist nicht abschließend zu beantworten. Meine Essenz aus den Beiträgen liegt bei @Kurativ für das Vorfeld (Kellner) & @Leo Lobauer für die AfD. Beide Teilnehmer geben das Signal zur Attacke & nicht zum Verschanzen. (Das ist immer noch der Knackpunkt bei TV-Spektakeln, egal, ob mit Chrupalla, Gauland oder Lambrou bei Lanz, etc.) Man braucht nicht wirklich Symbole, Mehrheiten verstehen die eh nicht. Tim Kellner oder Leonard Jäger (Ketzer der Neuzeit) attackieren die Symbolik des politischen Gegners, zB die extrem diskriminierende Regenbogenflagge, die sich auch schon Sven Tritschler (AfD-NRW) desöfteren zunutze machte. Angriff sollte die Taktik des Vorfelds sein, nicht sich angreifbar machen.

SolarisPost

23. Dezember 2023 14:19

Mit 45 Jahren kritischer Beobachtung der Innen- und Außenpolitik der BRD würde ich mal tippen, dass das Verbotsverfahren kommen wird. Zu viel steht für das politisch-mediale Establishment auf dem Spiel. Dabei geht es ums Ganze. Man schaue sich die SPD-Eigentumsverhältnisse an großen Medienhäusern (z.B. DDVg, Madsack,...) an, die Verflechtung und Durchsetzung der Ministerien und Bundesbehörden mit Vetretern des globalen Finanzkapitals und des militärisch-industriellen Komplexes. Hier lägen die wirklichen Themen der AfD, im Interesse der Bevölkerung. Man gehe der Frage nach, welche Strukturen Agenda Setting betreiben und wer eigentlich die gleichförmigen Pressemiteilungen und DPA-, Nato-Verlautbarungen generiert und im Umlauf bringt, von wem letztendlich ein Wieler und der Generalarzt der Bundeswehr im Gesundheitsministerium 2020-2022 die detailierten Ausarbeitungen bekommen haben, doch nicht von Spahn und Merkel! Wer ist eigentlich auf den immerwieder gebrauchten Spruch verfallen wonach "...unsere Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine verteidigt wird..." (General Ramms, DLF, 8.16 Uhr, Freitag, 16.9. 2022), was eigentlich genau betrachtet den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllte, wenn man die Verhältnisse dort vor Ort kennen, ernst nehmen würde. Will man die ukrainischen Verhältnisse als maßgeblich und zielführend für die BRD behaupten? Was will man mit diesem Ausspruch uns eigentlich zu verstehen geben?

SolarisPost

23. Dezember 2023 14:25

In einer konzertierten Anstrengung suchen die westlichen Mainstream-Medien nach allem, was auch nur im Entferntesten nach einem Beweis für Russlands angebliche „Pläne“ gegen Europa aussehen könnte. Dieses Schreckgespenst des russischen Imperialismus wird verbreitet, um der europäischen Bevölkerung Angst einzujagen und zu argumentieren, Europa müsse Ressourcen abzweigen, um seine Logistik, Wirtschaft und Verwaltung auf einen bevorstehenden Krieg mit Russland vorzubereiten. Dies ist eine weitere Wendung im Teufelskreis des drohenden Krieges, der für Europa nichts Gutes verheißt. Für Deutschland gab es kein Problem mit deutsch-russischen Wirtschaftsverbindungen und russischer Energieversorgung, bis der Geheimdienstlich-Militärische Komplex den Maidan-Putsch von 2014 inszenierte, um die „Ukraine als  Rammbock gegen Russland“ (Andrej Fursow) einzusetzen. 
Power Structure Research: Anhand des Ringmodells/Zwiebelschalenmodells (nach H.-J. Krysmanski) bezeichnen wir schematisch den Aufbau der globalisierten Macht-Struktur. Der innere Kern ist das Gravitationszentrum der Vermögensakkumulation und gleichzeitig der Motor der übrigen Prozesse (Aufblähung des Geld-Macht-Komplexes, Geldschöpfung durch Kredit, Austeritätszwang) und bestimmt die Wertvorstellungen der politischen Eliten. Der innere Kern wird vom Geheimdienstlich-militärischen Ring umgeben und geschützt. Die Kommunikation zwischen diesen Akteuren ist herrschaftsrelevant und vollständig der Öffentlichkeit entzogen. Nur soviel als Hinweis.  

kikl

23. Dezember 2023 15:19

Die "Verirrung im Bereich der politischen Symbolik" ist also der Ausschlussgrund; die Inhalte sind es nicht. Denn dazu sagt Herr Jongen kein Wort.
"In dem Universum fast totaler links-grüner Hegemonie, in dem wir aber tatsächlich aktuell noch leben, ist mit unverfrorenen Doppelstandards..." denen man sich allerdings beugt, wenn man deren Interpretation und Standards übernimmt.
"Im Deutschland des Jahres 2023 geschieht hingegen nichts „ohne Not“, sondern alles unter dem Damoklesschwert möglicher Vernichtung der Partei."
Man fürchtet also die Vernichtung der Partei wegen der Verwendung der "Odal Rune", weil sie auch von Nazis verwendet wurde. Wenn diese Begründung tragfähig ist, dann ist die Vernichtung eh unvermeidlich, denn Höckes Parole "Alles für Deutschland" wurde bekanntlich auch von Nazis verwendet.

kikl

23. Dezember 2023 15:39

"Vor diesem Hintergrund waren die Reaktionen aus den Kreisen patriotischer Aktivistengruppen auf die Entscheidung des AfD Bundesvorstand, wenngleich bis zu einem gewissen Grad verständlich, in ihrer Schärfe unangebracht und im Ganzen übereilt, da offenkundig nicht alle Zusammenhänge zur Kenntnis genommen wurden...."
Mir scheint, dass diese Stellungnahme es auch nicht an unangebrachter Schärfe vermissen lässt. Deshalb empfinde ich dieses Lamento als beklagenswerter doppelter Standard.

Laurenz

23. Dezember 2023 15:39

@Kikl ... Möchte Sie daran erinnern... nur weil die Nationalsozialisten etwas nutzten, ist damit noch lange kein Straftatsbestand hergestellt. Das Bundesbank-Gesetz ist de facto nationalsozialistischen Ursprungs, etabliert durch den Nicht-Nationalsozialisten Ludwig Erhard oder das Reichskonkordat wird von allen Kartel-Parteien, Kirchen, inklusive der Jüdischen Gemeinde Deutschlands, unterschrieben & genutzt. 

deutscheridentitaerer

23. Dezember 2023 15:56

@RMH 
Das Vorfeld mag seinen Wirknachweis bisher schuldig geblieben sein, die rechtspopulistischen Parteien haben mittlerweile etwa ein halbes Dutzend Nachweise ihrer Unwirksamkeit erbracht.
 

Jan

23. Dezember 2023 16:03

@Uwe Lay
"Für einen Verbotsantrag gegen die AfD reicht das jetzt schon vorhandende Material bei den Verfassungsschützen der Länder aus..."
 
Null. Man findet nichts Bedeutendes, daher wird sich krampfhaft etwas aus den Fingern gesogen. Habe vor zwei Jahren die Vorwürfe für Niedersachsen gelesen: die ständige Fokussierung der AfD auf Migrantenkriminalität könnte zu Gewalt gegenüber Flüchtlingen führen usw. Man hat im Grunde nichts. Daher muss auch ein völlig verbogener Bezug zum Menschenrechtspragraph hergestellt werden. Dieser war ursprünglich eine Reaktion auf die öffentliche Herabwürdigung von Bürgern durch die Regierung im NS. Es ging um Schaukästen oder um Menschen, die mit einem Schild um den Hals durch die Öffentlichkeit geführt wurden: "Ich bin ein Schwein, weil...", "Ich bin aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen" usw. 
 
Niemals ist dieser Paragraph eingeführt worden, damit sich die Deutschen auf eigenem Staatsgebiet durch Massenmigration verdrängen lassen müssen. Eine Bevölkerungspolitik im Stil von Schröder, Merkel oder der Ampel war 1949 noch völlig undenkbar. Nirgendwo im GG steht, dass ein "ethnisch definierter Volksbegriff" verfassungsfeindlich sei. Das ist eine willkürliche, zeitgeistige und vor allem politische Interpretation der Berliner Republik, um die antideutsche Migrationspolitik der Regierung gegen jeglichen politischen Widerstand abzusichern. Noch bis einschließlich Kanzler Kohl wäre das niemals so ausgelegt worden.

Realito

23. Dezember 2023 16:28

Laurenz:
"Zugegeben, Jongen hat gut argumentiert oder doch nicht? Nach dem Lesen der Pro- & Kontra - Beiträge, möchte ich noch mal auf MS & die FPÖ zurückgreifen."
Wo bitte hat Jongen denn gut argumentiert?! Jongen hat praktisch zu 100% für die "Strategie" der Meuthen-Ära plädiert, welche die AfD bereits an den Rand des Abgrunds geführt hatte. Vorauseilende Unterwerfung und Abgrenzung gegen das parteipolitische Vorfeld - vordergründig mit dem Ziel, eine Verfassungsschutz-Beobachtung doch noch zu verhindern.
Unterwerft euch! - so könnte man den Inhalt seines Beitrags auch treffend zusammenfassen.

Noch ein Hesse

23. Dezember 2023 16:31

Mein Senf dazu: "Volksdeutscher" und "Valjean72" haben die relevanten Punkte berührt. 
Die AfD, wenn sie denn irgendwann mal an "die Macht" kommt, was auch immer das in einem besetzten Land heisst, wird vor durchaus ähnlichen Herausforderungen stehen wie die damals neue Regierung 1933. Wie werden Menschen wie Hr. Jongen - bei allem Respekt - wohl mit Millionen fanatischer und gewaltbereiter Gegner umgehen? Wie die Mitarbeit eines 50 Jahre lang unterwanderten Beamten- und Medienapparates sichern? Ich bin SEHR gespannt.
Dennoch: Frohe und gesegnete Weihnachten allen Mitlesern!

deutscheridentitaerer

23. Dezember 2023 16:36

Die Meutherer haben ohnehin verloren. Die AfD ist jetzt unsere Partei. Lassen wir Ihnen ihr kleines, gehässiges Nachtreten.

Gustav

23. Dezember 2023 16:50

Die Methodik der „Schattenregierung“ wurde in der Ära von Bernays entwickelt. Was jedoch als Taktik begann, um die Bevölkerung im Dunkeln zu halten, ist heute zu einer Strategie geworden, um Krieg gegen sie zu führen. Die Kriegsführung der 4. Generation wurde aus dem Sumpf der öffentlichen Wahrnehmungssteuerung geboren.
Die Globalisten und ihre Institutionen sind die Wurzel der Krankheit, mit der unsere Zivilisation konfrontiert ist, und solange dieses Krebsgeschwür nicht beseitigt ist, werden wir niemals Frieden haben, unabhängig davon, welche Seite des politischen Spektrums den Sieg davonträgt.
Die Linken sind in Wirklichkeit eine Mob-Armee, die von den Globalisten voll unterstützt wird und ganz deren Interessen dient. Um an die Geldeliten heranzukommen, werden wir wahrscheinlich die Linken überrollen müssen. Entweder, indem wir sie gewaltsam aus einflussreichen Positionen für die nächste Generation entfernen (was einige konservative Staaten endlich tun) oder indem wir sie ganz aus einem Staat oder Land vertreiben. Im Krieg verdienen die Menschen, die versuchen, die Freiheit zu zerstören, nicht länger die Vorteile der Freiheit.

Gustav

23. Dezember 2023 16:52

Der Schlüssel zum Verständnis der Situation liegt darin, zu akzeptieren, dass wir uns in einem Krieg befinden. Das Wachsein ist eine psychologische Operation, die von den Globalisten entwickelt wurde und die derzeit darum kämpft, das einzige Denksystem zu werden – ein moralisch relativistisches Denksystem. Es ist auf einen bestimmten Umstand angewiesen, um erfolgreich zu sein: Die Vorstellung, dass die Menschen des Westens angesichts eines psychologischen Angriffs keine Kampfhaltung einnehmen werden. Solange wir Krieg nur als Kampf mit Waffen betrachten, werden wir angesichts eines fortgeschrittenen kulturellen Bombardements gefügig bleiben.
Damit sich die Kriegsführung der 4. Generation durchsetzen kann, muss die Zielbevölkerung bestimmten Regeln folgen, während die andere Seite ohne Regeln agiert. Es muss ihnen erlaubt sein, ihren Feind mit aller Macht zu vernichten, während die andere Seite für alles, was auch nur im Entferntesten defensiv ist, ermahnt wird, auch wenn sie ihre Meinung sagt. Aber was passiert, wenn Patrioten sich nicht mehr darum scheren, ermahnt zu werden? Was passiert, wenn die Optik nicht mehr relevant ist? Was passiert, wenn es nicht mehr darum geht, in der Politik oder in den Hallen des öffentlichen Diskurses zu gewinnen, sondern darum, den tatsächlichen Brand vor unseren Augen zu gewinnen?

Monika

23. Dezember 2023 17:24

Ich stimme Marc Jongen zu und RMH und Billofrights usw. Es gibt keine Alternative zum Parlamentspatriotismus!  Aber: Wenn das Damoklesschwert der Vernichtung statt nur  über der AfD vielleicht doch über Deutschland und Europa hängen sollte, dann wäre die Alternative zum Parlamentspatriotismus  irgendwann ein Volksaufstand wie der 17. Juni, oder eine friedliche Revolution wie 1989 oder ein Bauernaufstand. So etwas in der Richtung. Und da spielt die ADHS Truppe einiger Hyperaktivisten mit kahlrasiertem Schädel und Runentatoo wohl kaum eine Rolle. Komischerweise muss ich in diesen Zeiten immer wieder an die Theorie des "Befreiungsnationalismus" von Wolfhang Strauss denken, der fern jedes rechtsextremistischen Verdachtes steht. Heute demonstrieren in Berlin die Befreiungsnationalisten für Palästina. Die Ukraine bemüht sich derweil um ihre jungen Kämpfer, die in den Westen geflohen sind . Sind das Deserteure ? Die Idee des Ethnopluralismus müsste sich mal als universalistische Idee präsentieren. ??? Vielleicht habe ich jetzt nur einen Eierlikör zu viel getrunken....:)))

Monacensis

23. Dezember 2023 17:51

Ich schätze sowohl MS als auch MJ. Das mit der Rune ist schon saublöd von der "Revolte Rheinland". Aus der Entfernung macht eine solche unnötige Provokation die Gruppierung nicht rechtsextrem, aber den Preis für politische Geschicklichkeit gewinnt sie nicht. Kann die Entscheidung Jongens daher nachvollziehen. 
Anders liegt es beim Festhalten des Volksbegriffes als Sprach- und Kulturgemeinschaft, hieran gibt es nichts zu rütteln.
 

Laurenz

23. Dezember 2023 17:51

@DeutscherIdentitärer @RMH ... die rechtspopulistischen Parteien haben mittlerweile etwa ein halbes Dutzend Nachweise ihrer Unwirksamkeit erbracht. ... Machen Sie bitte Sich & damit uns nicht lächerlich. Nur weil Sie nichts wahrnehmen, heißt das noch lange nicht, daß es 10 Mio. Wählern & uns nicht anders geht.

Realito

23. Dezember 2023 18:15

(Teil 1 von 2) Was Marc Jongen hier beschreibt, ist wirklich der komplette Wahnsinn.
Der von Jongen favorisierte Kurs der vorauseilenden Unterwerfung – in Form der Distanzeriung gegen das Vorfeld und einer inhaltlichen Selbstbeschränkung – schadet die AfD viel mehr als es eine Beobachtung je könnte. 
Die Beobachtung der Gesamt-AfD ist ohnehin unvermeidbar. Der juristische Kampf gegen die Verfassungsschutz-Beobachtung ist komplett gescheitert! Sämtliche Klagen aller anderen Gruppierungen, die mit der gleichen Begründung (sog. "ethnischer Volksbegriff") beobachtet wurden, sind gescheitert. Kein BRD-Gericht wird der AfD in einer Klage gegen den VS recht geben.
Zugleich hat sich die VS-Beobachtung auch als eine ziemlich schwache Repression erwiesen. Die AfD-Verbände in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt werden als "gesichert rechtsextrem" durch die VS-Behörden beobachtet, und sind trotzdem so stark wie nie vorher! Die VS-Beobachtung schadet der AfD also offensichtlich nicht ...

Realito

23. Dezember 2023 18:16

(Teil 2 von 2) Was der AfD allerdings wirklich schadet, ist, wenn die AfD im vorauseilender Unterwerfung unter den VS das Vorfeld vergrault und sich den Maßstäben dieser Behörde bzw. des Establishment unterwirft. Am Ende kommt dann eine emotionslose Sprache heraus, bei der schicksalsentscheidende Entwicklungen, welche die AfD jetzt dringend zur Sprache bringen müsste, nicht mehr angesprochen werden, und am Ende nicht mal mehr über den Bevölkerungsaustausch oder das "deutsche Volk" gesprochen wird.
Die AfD muss jetzt den Diskurs verschieben! Das funktioniert allerdings nicht, wenn sich die AfD vom Verfassungsschutz die Meinungsgrenzen vorschreiben lässt - und sei auch nur indirekt, um die Gerichte bei einer Klage gnädiger zu stimmen.
Der von Jongen (wie Meuthen) favorisierte Kurs läuft auf den Niedergang der AfD hinaus, wie wir ihn ja auch in der Meuthen-Ära erlebt haben.

kikl

23. Dezember 2023 18:42

@Laurenz
Gewiss, und alle Kindergeldempfänger sind auch NAZIs, denn das Kindergeld haben die NAZIs erfunden. Auf dieses intellektuelle Niveau haben wir uns herabgelassen, indem wir uns dem linken Psychoterror beugen.

marcus

23. Dezember 2023 18:49

Danke Marc Jongen für diesen Beitrag! Die Entscheidung des BV der AfD erscheint in einem anderen Licht, nachdem sie hier nachvollziehbar erläutert wurde!
 

Realito

23. Dezember 2023 19:37

@RHM
Level der politisch-demokratischen Sacharbeit anstrengen, die parlamentarische Fortschritte erzielen, und nur sie erreichen die aktuellen und erschließbaren Wählerschichten auf politikfähige Weise. Der Parteivorstand hat in seinen letzten Entscheidungen vorbildlich und verantwortungsvoll gehandelt.
Ja, klar. Gut ausgearbeite Sachanträge der AfD sind der Grund, warum Menschen die AfD wählen. (Ende der Ironie). Glauben Sie das eigentlich ernst!?
Wer die Bedeutung des Vorfeldes unterschätzt, der hat nicht verstanden, wie moderne Politik funktioniert.
Jede in der Geschichte erfolgreiche politische Partei verfügt über ein entsprechendes Vorfeld.
Selbst wenn die "Revolte Rheinland" für sich allein betrachtet in ihrer Bedeutung beschränkt sein mag. Sie ist ja nicht allein. Sie ist ja eine unter einer Vielzahl von Initativen, Gruppen und Organisationen und Medien, die in ihrer Gesamtheit eine Wirkung haben.
Die Linken und Linksliberalen erkennen die Wichtigkeit des Vorfelds, und buttern im Rahmen ihres "Kampfes gegen Rechts" jährlich Millionen-Beträge in ihr Vorfeld. 
 

Pasewalker

23. Dezember 2023 19:42

Wie die Bundeswehr die Odal-Rune verwendet, so ist das in Ordnung und keinesfalls ein Zeichen der falschen Gesinnung. Wenn Rechte das tun, ist es hingegen ganz schlimm.
Wenn Rechte die Zahlen "18" oder "88" benutzen, so ist das ein Code für "Adolf Hitler" oder "Heil Hitler". Nicht aber so bei der Bundesregierung. Deren frühere gemeinsame Vorwahl aller Bundesministerien lautet: "01888". Das wurde aber geändert. Die neue gemeinsame Vorwahl der Bundesministerien in Berlin lautet "18".
Fazit: Egal, was Rechte machen, es wird immer gegen sie ausgelegt. Warum? Weil man ihnen ihre eigenen Symbole nehmen will. 

Realito

23. Dezember 2023 19:45

Man kann nur noch mal betonen:
Ohne Vorfeld wäre die AfD nichts. Es würde sie vermutlich gar nicht geben.
Unter das Vorfeld zählen nicht nur solche Straßenaktivisten wie die Revolte Rheinland sondern auch alternative Medien, die der AfD eine ungefilterte Plattform gegen und ihre Themen verbreiten, so wie zahlreichen Personen, die in den sozialen Medien die Inhalte der AfD-Politiker verbreiten. 
Vorfeld ist im weitesten Sinne, der kein Parteimitglied ist, aber die grundlegenden weltanschaulichen Ziele der Partei teilt und sie in der Bevölkerung zu verbreiten hilft.
 
 

Dietrichs Bern

23. Dezember 2023 20:27

Viele Worte um ein Faktum: Wer glaubt, dass der Verzicht auf Runen, Zahlenspiele, Nationalsozialistische Grußformeln u. Ä.bereits "Unterwerfung" kennzeichnet, ist mutmaßlich nie der Pubertät entwachsen und interessiert sich für die Belange der Erwerbsbevölkerung genauso wenig wie Linke Gewerkschafter oder Adelige.

RMH

23. Dezember 2023 21:58

"Warum? Weil man ihnen ihre eigenen Symbole nehmen will."@Pw, Warum braucht eine Rechte Symbole, die im NS entweder missbraucht oder erfunden wurden? Warum muss man an A.H. erinnern? Die neue Rechte hat den Namen neue Rechte, wenn ich mich richtig erinnere, vor allem auch deshalb, weil sie genau mit dem Kostüm- und Devotionalien -Firlefanz der alten Rechten, den Schiffer-, Schiebermützen, Trachtenjanker und Kutscherwesten- Kitsch aufgehört hat. Aber irgendwie braucht man dann doch wohl eine Art "Szene"-Mode, was ja noch ok ist, wenn es bei Hipster-Bart und Undercut-Friese bleibt. Aber so dümmliche Neonazi-Symbolik und Runengymnastik - genau das war die neue Rechte jenseits der NPD, Germanensekten ala Rieger & Co., gerade NICHT. Irgendwie ist der Runensch. eine Art Atavismus, die man nicht mit BW-Dienstgradabzeichen rechtfertigen braucht (bei der BW ist die Odalarune eher Zufall, der aus dem Pommesdienstgradsystem entstanden ist). Und damit @Realito, genau so ein pubertär- pseudo-punkiges Vorfeld braucht absolut niemand. Das Vorfeld für den Wahlerfolg der AfD ist das konkrete Erleben der deutschen Wähler in jeder x-beliebigen deutschen Großstadt, sprich: Die REALITÄT. Da braucht es keine Agitprop mehr.

Fonce

23. Dezember 2023 22:22

«Ohne Vorfeld wäre die AfD nichts.» (von @Realito)
Das ganze passiert unter dem Vorzeichen einer für die AfD ungünstigen Vorgeschichte ihres politischen Spektralbereichs vor ca. 80 Jahren.  ─  Das  Vorfeld ist die Taube auf dem Dach, doch die sich selber aufgrund dieser Vorgeschichte nicht aufs Glatteis begebende AfD ist nicht nichts, sondern der Spatz in der Hand. // Das bedeutet nicht, dass die Taube auf dem Dach nicht trotzdem die heimliche Geliebte der AfD-ler sein kann oder dass das Vorfeld damit ihre Sympathie nicht hätte.

Sandstein

23. Dezember 2023 22:47

"Man muss es einmal so unmissverständlich formulieren, damit es den Gemeinten vielleicht klarer wird: Das gesamte Weltbild und das Aktionsgebaren, dass sich in Kreisen wie der Revolte Rheinland oder der Würzburger Teutonia abspielt, ist mit ihrer NS-Koketterie für keinerlei politische Arbeit tauglich und für keine rechtskonservative Partei in irgendeiner Weise zu gebrauchen."
Dankbar, hier wenigstens einige klare Sätze lesen zu können. Was ein Aufruhr und wieviel Geblöck - Reife Leistung so kurz vor Weihnachten. Nur soviel: ich habe persönliche genügend von diesen Aktivisten/Burschenschaftlern/Freizeitdeutschen kennengelernt. Das Problem bei dieser Bagage ist ganz simpel: die spielen das nicht, die kokettieren auch nicht, die Leben das. Jede Odalrune, jeder Scheitel ist genau so gewollt. Und denen zu erklären, dass das in der Öffentlichkeitsarbeit nicht hilfreich ist, scheitert an deren Stumpfsinnigkeit.

FraAimerich

24. Dezember 2023 01:03

Ein "pubertär-pseudo-punkiges Vorfeld" mag mitunter recht peinlich anmuten oder sogar sein. Birgt in unserer Lage aber immer noch mehr Potentialität zur Veränderung als Parteifunktionäre, die sich einen Ehrenvorsitzenden halten, der ausgerechnet die "alte Hessen-CDU" als Orientierungspunkt ausruft. Oder gar Leute, die sich zusammenfantasieren, daß die AfD absehbar "von selbst" in "Regierungsverantwortung" gespült würde und man nur weiter "stillhalten" und verstärkt "westliche" Positionen einnehmen müsse, um endlich ganz offiziell auch Systempartei werden und mitmischen zu dürfen.
Insofern sind auch die Motive des wohl trostlosesten Antaios-Kalenders aller Zeiten für 2024, von manchem schon zum "Jahr der Wende" ausgerufen, treffend gewählt und symbolisch hochbedeutsam! Oder wie ich immer sage: Lukas 9,60.

Realito

24. Dezember 2023 01:31

Jongens Argumentation lautet in etwa: "Wir grenzen uns vom bösen Vorfeld wie der RevolteRheinland ab, denn sonst kommt der böse Verfassungsschutz und oder sogar noch ein Parteiverbot. Und das obwohl der Verfassungsschutz schon längst da ist, aber der AfD offenbar gar nichts anhaben kann - siehe etwa die AfD-Landesverbände Sachen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die ganzen Warnungen vom Untergang der AfD im Falle einer VS-Beobachtung haben sich als Panikmache erwiesen.

Wenn man diese Strategie konsequent weiter führen wollte, dann müsste sich die AfD jetzt auch von Höcke, den östlichen Landesverbände, der jungen Alternative trennen. Ich vermute, dass ein Jongen da auch nichts dagegen hat.

Schon 2019 schlug Jongen vor, die AfD nach dem Vorbild der CDU/CSU in einen Ost und West-Partei zu spalten: https://www.deutschetageszeitung.de/politik/67482-afd-bundestagsabgeordneter-jongen-schlaegt-teilung-seiner-partei-in-ost-und-west-vor.html

Franz Bettinger

24. Dezember 2023 03:21

Was haben die Nazis alles verwendet, was die BRD immer noch verwendet? Die schwarz rot goldene Fahne; den Fackellauf zur Eröffnung der Olympiade; Autobahnen, VW, Sozialverbände, Sozialleistungen, Soziale Marktwirtschaft, Körperschafts-Steuer, den Guten-Morgen-Gruß und den Muttertag … Nur weil Nationale Sozialisten etwas nutzten, ist damit noch lange kein Straftat-Bestand hergestellt. Auch das Bundesbank-Gesetz (etabliert durch Ludwig Erhard, CDU) ist de facto NS Ursprungs. Ebenso das Reichs -Konkordat. Es wird von den Kirchen, inklusive der Jüdischen Gemeinde Deutschlands und allen Kartel -Parteien immer neu bestätigt, unterschrieben und genutzt. Wo ist der Aufschrei? Wir befinden uns in einem grünen Kindergarten. 

Karl Otto

24. Dezember 2023 08:01

Die AfD ist z.Z. erfolgreich wegen der katastrophalen Politik der Regierung bei gleichzeitger offensichtlicher Unfähigkeit und Unwillgkeit, diese Politik zu ändern.
Ohne jedes Vorfeld wäre sie genauso erfolgreich, und es ist einfach Unsinn, sich unnötig angreifbar zu machen.
Abgesehen davon ist das Insistieren auf solchen Symbolen ziemlich kindisch.
 

kikl

24. Dezember 2023 09:26

Ich wünsche allen fröhliche Weihnachten.
Für's Neue Jahr habe ich schon einen Vorsatz: Ich recherchiere im Januar alle Symbole, die von der "7. SS-Freiwilligen-Division" verwendet wurden und teile der AFD-Führung mit, was Sie in Zukunft alles nicht sagen darf!
Im Februar nehme ich mir die 6. SS-Division vor die Brust usw... 
Mal schauen, was die AFD am Ende des Jahres noch sagen darf. Ich prophezeihe, dass da nicht viel übrig bleibt! 

AndreasMelcher

24. Dezember 2023 10:06

Mit Jongens Logik kann man das Böse schlechthin auch in der Parteifarbe der AfD „Blau“ erkennen, gab es doch nicht nur einen „Fall Blau“, sondern gleich deren drei („Siegfried/Braunschweig“, „Unternehmen Clausewitz“, „Unternehmen Dampfhammer“) – und daran war nicht nur eine SS-Division beteiligt. Die "blaue Division" sollte Jongen bei seiner "fundierten Analyse" auch nicht außer Acht lassen. Fraglich ist, ob die AfD überhaupt eine Parteifarbe haben darf, da auch andere Farben historisch stark kontaminiert sind („Fall Weiß“, „Fall Gelb“, „Fall Grün“, „Fall Rot“, …).Das Parteikürzel der AfD kann gar als Abkürzung der Losung „Alles für Deutschland“ gedeutet werden – und das, wo jeder brave BRD-Insasse weiß, dass es korrekt „Nichts für Deutschland“ oder „Alles fürs Ausland“ heißen müsste. Die AfD nun aber gehorsamst in „NfD“ oder „AfA“ umzubenennen, birgt die Gefahr weiterer Missverständnisse in sich. Folgt man den weisen Überlegungen des großen Vordenkers Jongen wählt man lieber gleich die Bezeichnung „Tretet Deutschland sofort und unwiderruflich in die Gosse" und verbietet jede Abkürzung.

das kapital

24. Dezember 2023 11:14

Der Spaltpilz steckt schon in der AfD. Die "Klimakleber" dürfen das Brandenburger Tor zerstören, die Identitären es anscheinend nicht mal ohne Schaden anzurichten besteigen. Ganz ohne Militanz geht es nicht. Die Identitären müssen um die Symbole unserer Nation kämpfen dürfen. Nur so wird das öffentliche Bewusstsein geschaffen, das für einen echten Machtwechsel erforderlich ist. Deshalb : haltet durch, auch wenn Jongen hier die Gefahren für die AfD zu erklären versucht. Die legale und schützenswerte Nation ist größer als jede Partei.

Heino Bosselmann

24. Dezember 2023 11:36

Etwas "off topic" und abgesehen von der so oder so mystifizierten Symbolik:
1. Schwer vorstellbar, daß das linksgrün-vulgärsozialistische System mit seinen „zivilgesellschaftlichen“ Vorfeld-Anhangsvereinen (= deep state bzw. Nick Lands „Kathedrale“) innerhalb bestehender Regularien des Demokratischen und Parlamentarischen so verändert werden kann, wie es mit Blick auf wichtigste Probleme mittlerweile notwendig wäre.Klar, alles andere bedeutet Risiko. Allerdings ist der hohe Ton, mit dem namentlich die AfD Demokratie und sogar Basisdemokratie betont, recht theatralisch bis unfreiwillig komisch.
2. Neben allen anderen Risiken dürfte die AfD gerade gefährdet sein, sobald sie tatsächlich zum Teil der Exekutive würde: Wirkten dann Beamtenschaft und Verwaltungen - bislang links und woke bestimmt - problemlos mit? Wie verhielten sich dann die „demokratischen“ Gegner? Reichten die Köpfe und Kräfte aus? -

RMH

24. Dezember 2023 12:45

@AndreasMelcher, was für eine Überraschung, das Leben ist ein stets tötlich endender Prozess. Man kann alles ad infinitum herbeizitieren. Was wollen Sie uns mit Ihrem Beitrag also mitteilen, außer, dass sie fleißig Landser-Heftchen und ähnliches konsumiert haben und über dieses Stadium nicht weit hinaus gekommen sind? Nochmals, die neue Rechte und auch die Indentitären haben einstmals ganz bewusst ohne Dritte Reich Folklore gestartet, eben auch, weil sie die Militaria-Spackos und Stuka-Modellbauer nicht dabei haben wollten sondern junge Leute, die mit der Hobbykeller-Hinterzimmer-Fraktion nichts anfangen konnten. Für alte Rechte und Nazis gibt es auch noch gleich mehrere Parteien in Deutschland, also lasst die AfD in Ruhe und stärkt die Vereine, die authentischer das verkörpern, wozu ihr die AfD umbauen wollt. Ohne Jongen, ohne Weidel, ohne all die, die sich einer sachlichen Politik in der AfD verschrieben haben, wäre man nie so weit gekommen. 
"Ich zähle auf die Landtagswahlen im nächsten Jahr in Thüringen." Das dürfte wohl wirklich jeder hier machen, aber man überfrachte den guten B. Höcke nicht mit zu hohen und vor allem falschen Erwartungen, sonst geht das Genöle auch um ihn los (aber evtl. wäre das ganz heilsam).

Adler und Drache

24. Dezember 2023 12:48

Wahrscheinlich ist das Verbot oder Nichtverbot der AfD eine ganz banale Kosten-Nutzen-Abwägung. Wenn der Nutzen höher eingeschätzt wird als die Kosten und die AfD verboten wird, werden auch ohne Runen und sonstigem Kokolores genügend Gründe gefunden. Insofern würde ich Herrn Jongen zur Gelassenheit raten. Es gibt nichts, was irgendeiner von uns noch dazutun könnte, um ein Verbot wahrscheinlicher zu machen. Die AfD ist nicht deshalb nicht verboten, weil sie artig genug war, sondern weil die Kosten zu hoch sind. Wenn man sie weiterhin hoch hält, muss man sich wegen dummer Provokationen keine grauen Haare wachsen lassen. 

Fonce

24. Dezember 2023 13:06

Die Art wie Jongen argumentiert, hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass er die seltene Gabe eines Geistes wie Sherlock Holmes besitzt. Bei den Sherlock Holmes Geschichten kommen Baker Street Irregulars vor, das sind Strassenjungen, die für Sherlock Holmes manchmal geheimdienstliche Aufgaben übernehmen.  ─  Das Vorfeld müsste eigentlich so wie die Baker Street Irregulars bereitstehen, falls Jongen sie allenfalls als Geheimdienst braucht, statt sich durch ihre Aktionen dem Geheimdienst des Feindes* als Opfer vorzuwerfen.
(* Das Kartell das Professor Moriarty entspricht, der versucht Sherlock Holmes auszuschalten) 

RMH

24. Dezember 2023 13:37

"Die Meutherer haben ohnehin verloren. Die AfD ist jetzt unsere Partei. Lassen wir Ihnen ihr kleines, gehässiges Nachtreten."
@d.i.,
womit der Nachweis erbracht wurde, dass es gar nicht um das Thema der Unvereinbarkeitsbeschlüsse und der daraus resultierenden Listen geht, sondern nur, dass die vermeintlich Falschen darauf stehen. Und darum wird dann so ein Zinober veranstaltet. Selber hingegen schließt man offenbar gerne aus, erklärt für unvereinbar etc.

Trawitus

24. Dezember 2023 13:48

Ich kann sowohl Sellner als auch Jongen verstehen. Es ist keine leichte Entscheidung. Allerdings hätte man sich fragen müssen, warum eine so unbekannte Gruppierung überhaupt danach verlangt?
Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht über jedes Stöckchen des VS springen dürfen, aber natürlich sollte man auch keine Steilvorlagen liefern. Dr. Krah sagte im Podcast vom 27.11.23 sinngemäß: "Der öffentliche Diskurs ist vermint." Das Ziel muss sein, dass wir uns geschickt durch diesen Parcour bewegen, ohne dabei unser Profil zu verlieren. 
Wer jetzt einzelne AfD BV-Mitglieder als Verräter beschimpft, ist letztlich nicht besser als das, was er damit kritisieren will, weil er auch eine Form der Unvereinbarkeit zum Ausdruck bringt. Man muss die Frage inhaltlich und strategisch angehen - die emotionalen Ausbrüche zeigen nur, dass man zu diesem Kern der Fragestellung noch nicht vorgedrungen ist.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.