Es liegt etwas in der Luft, es mehren sich die Menetekel

Dieses Gedicht läßt mich nicht los:

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Welt­ende

Dem Bür­ger fliegt vom spit­zen Kopf der Hut,
In allen Lüf­ten hallt es wie Geschrei.
Dach­de­cker stür­zen ab und gehn entzwei
Und an den Küs­ten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wil­den Mee­re hupfen
An Land, um dicke Däm­me zu zerdrücken.
Die meis­ten Men­schen haben einen Schnupfen.
Die Eisen­bah­nen fal­len von den Brücken.

Es ist von Jakob van Hod­dis (1887–1942), er schrieb es 1911. Es beein­druck­te mich als Abitu­ri­ent, obwohl es in der DDR frei­lich nicht Schul­stoff war. Die 1919 von Kurt Pin­thus (1886–1975) besorg­te Antho­lo­gie expres­sio­nis­ti­scher Autoren, „Mensch­heits­däm­me­rung“, gab es aller­dings, ver­legt bei Reclam Leip­zig. Ihr war das Hod­dis-Gedicht pro­gram­ma­tisch vorangestellt.

Wir lite­ra­risch Inter­es­sier­ten der letz­ten Gene­ra­ti­on unse­res Lan­des lasen das und lasen über­haupt die Expres­sio­nis­ten intui­tiv höchst auf­merk­sam – wie gesagt: am ansons­ten gründ­li­chen Deutsch­un­ter­richt vor­bei, denn mit drei lite­ra­tur­ge­schicht­li­chen Berei­chen konn­te und woll­te die DDR aus Grün­den ihres ideo­lo­gi­schen Selbst­ver­ständ­nis­ses nichts anfan­gen – Roman­tik, Expres­sio­nis­mus und Kaf­ka. Autoren und Stof­fe zu indi­vi­dua­lis­tisch, zu sehr in Moll, ohne opti­mis­ti­sche Perspektive.

Der Expres­sio­nis­mus, ver­mit­telt auch durch Franz Füh­manns Essays „Vor Feu­er­schlün­den. Erfah­run­gen mit Georg Tra­kls Gedicht“, schlug etwas in uns an, obwohl wir damals von unse­rem „Welt­ende“ nichts wis­sen konn­ten. Aber spä­tes­tens mit Bre­sch­news Tod im Novem­ber 1982 war gewis­ser­ma­ßen aus der kon­ti­nen­ta­len Land­mas­se im Osten, deren poli­ti­sches Anhäng­sel die DDR noch war, ein seis­mo­gra­phisch spür­ba­res Grol­len zu ver­neh­men, das sich schließ­lich in einem Beben ent­lud und bis heu­te, müs­sen wir erken­nen, nicht auf­ge­hört hat, obwohl der Zusam­men­bruch der Sowjet­uni­on zunächst in Hoff­nungs­be­sof­fen­heit und die Illu­si­on vom Ende der Geschich­te mündete.

Zurück in die Gegen­wart und zum Gedicht des Jakob van Hod­dis, der eigent­lich Hans David­son hieß und sich sei­nen Künst­ler­na­men als Ana­gramm bas­tel­te. Man bele­se sich, denn die­ser Dich­ter – wie ander­seits Georg Heym oder Georg Tra­kl – per­so­ni­fi­zier­te gera­de­zu den Expres­sio­nis­mus, bis in sei­ne Umnach­tung und sein grau­si­ges Ende hinein.

Man bezie­he den Text unmit­tel­bar auf die Gegen­wart: Es liegt etwas in der Luft, es meh­ren sich die Mene­te­kel – von Kata­stro­phen­zei­chen bis zu deut­li­cher wer­den­den Defek­ten, die zunächst als fei­ne Ris­se, dann als Brü­che das Gan­ze durch­zie­hen, das doch so ver­nünf­tig, gerecht und fest gefügt schien.

Was da auf uns zurollt und sich als Geschrei in der Luft wie als Flut ankün­digt, scheint so dra­ma­tisch wie kraft­voll-destruk­tiv zu sein. Aus dem zunächst nur sir­ren­den Ton in der Höhe wird Getö­se, der Sturm bricht los, Däm­me, auf deren Schutz­funk­ti­on man sich ver­las­sen woll­te, bers­ten abseh­bar; die Men­schen schei­nen anfäl­lig: Was zunächst nur ein harm­lo­ser Schnup­fen zu sein schien, wächst sich wohl doch zu einer Pan­de­mie aus.

„Dach­de­cker stür­zen ab und gehen ent­zwei.“ Das ist tra­gisch, klingt aber so tech­nisch. Men­schen ver­let­zen sich, sie ster­ben in Unfäl­len, sie gehen nicht „ent­zwei“. Und die Tech­nik, auf die man so stolz war, ver­sagt: „Die Eisen­bah­nen fal­len von den Brü­cken.“ – Damals ist die Loko­mo­ti­ve noch das Fetisch­ob­jekt des Fort­schritts; heu­te, da es an natür­li­cher immer mehr man­gelt, mag es die soge­nann­te künst­li­che Intel­li­genz, die KI wie über­haupt die Big-Data-Maschi­ne­rie sein, mit der ver­mut­lich gleich­falls Abstür­ze vor­pro­gram­miert sind.

Mich wun­dert, wel­che Hoff­nun­gen man immer noch auf die pro­gnos­ti­sche Rech­ne­rei mit Umfra­ge­wer­ten und Wäh­ler­stim­men legt und wie man aus der Inter­pre­ta­ti­on von Bal­ken- und Tor­ten­dia­gram­men die Geschi­cke der Zukunft bewer­ten will. Was für ein irrer Demo­kra­tie­glau­be doch. Einerseits.

Ande­rer­seits wird des­we­gen mit qua­si­re­li­giö­ser Inbrunst Erlö­sung kraft des Wir­kens poli­ti­scher Par­tei­en und ihrer zu Licht­ge­stal­ten ver­klär­ten Funk­tio­nä­re erwar­tet. Man ora­kelt, ob es wohl mit der Ampel-Regie­rung zu Ende sein könn­te, wo es doch – wie bei Hod­dis – viel­mehr schon um das Gan­ze gehen mag. Kommt die Gesell­schaft ins Rut­schen oder gar dyna­misch in Bewe­gung, dürf­te Par­tei­en­geplärr sekun­där erschei­nen. Mit Bis­marck: Es kann gut sein, daß die Fra­gen der Zeit eben nicht allein durch Reden oder Majo­ri­täts­be­schlüs­se ent­schie­den werden …

Schon stan­den wüten­de Bau­ern am Deich von Schlütt­siel und block­ten Robert Habeck, das Gesicht der grü­nen Neu-Bour­geoi­sie. Der Sturm, bricht er los?

Nein, der Stil wird end­lich etwas kon­fron­ta­ti­ver, aber sofort bekam die Regie­rung das Frack­sausen. Spre­cher Hebe­streit beklag­te die „Ver­ro­hung der poli­ti­schen Sit­ten“ und fand das Dra­mo­lett „beschä­mend“, es ver­sto­ße „gegen die Regeln des demo­kra­ti­schen Miteinanders“.

Mag aber sein, die anste­hen­de Revi­si­on betrifft nicht allein die zu Kari­ka­tu­ren geschrumpf­ten Füh­rungs­fi­gu­ren, son­dern die Ber­li­ner Repu­blik und „Euro­pa“ als Gan­zes. Offen­bar hat’s der links­wo­ke Hege­mon mit sei­ner sich längst eigen­dy­na­misch for­cie­ren­den Ideo­lo­gi­sie­rung und der Herr­schaft der dau­er­tö­nen­den Phra­se über­trie­ben. Allein schon, daß es end­lich mal Win­ter wur­de, mutet vorm Hin­ter­grund der Kli­ma-Beschwö­run­gen gera­de­zu staats­feind­lich an.

In der Wei­se ist tat­säch­lich eine Bezie­hung zur Kri­sis der DDR her­stell­bar: Das staats­tra­gen­de Wie­der­ho­len der immer glei­chen, längst hoh­len Losun­gen und Begrif­fe ergreift nicht die Mas­sen, son­dern führt zum Igno­rie­ren der Trans­pa­ren­te und zu Absetz­be­we­gun­gen gegen­über Ver­ein­nah­mung. Das dümm­lich-infan­ti­le „#Wir­s­ind­mehr“ war schon das Pfei­fen im Wal­de; und immer weni­ger in der Stein­mei­er-Scholz-Habeck-Repu­blik wür­den eine Ein­la­dung zum Bür­ger­fest des Bun­des­prä­si­den­ten – „Im WIR ver­bun­den!“ – als eine Aus­zeich­nung empfinden.

Wir gehen inter­es­san­ten, dra­ma­ti­schen, aber gleich­sam hoch­ris­kan­ten Zei­ten ent­ge­gen. Einer­seits wur­de es höchs­te Zeit für eine Kor­rek­tur, denn die selbst­ge­fäl­li­ge grün­lin­ke Mei­nungs­füh­rer­schaft die­ser Repu­blik hat es längst zu weit getrie­ben und bedroht genau das, was sie in neu­ro­ti­scher Per­ma­nenz beschwört, „Viel­falt“ näm­lich, die sie aller­dings als Gleich­schal­tung und neue Uni­for­mie­rung ver­stand – gera­de nicht tole­rant, gera­de nicht welt­of­fen, son­dern eng und vormundschaftlich.

Das Pen­del schlägt also end­lich zurück, und weil sie aus ande­rer Rich­tung gar nicht kom­men woll­te kann, erfolgt die Kor­rek­tur ganz zwangs­läu­fig von rechts. Des­we­gen kann die AfD mitt­ler­wei­le vor Kraft kaum lau­fen, des­halb wür­de ihr von Saskia Esken und Gefähr­ten hek­tisch gefor­der­tes Ver­bot die Wen­de nur for­cie­ren, aber ande­rer­seits läßt sich des­we­gen immer weni­ger auf Nach­denk­lich­keit und schon gar nicht auf Demut hof­fen. Rei­chen in der AfD die Köp­fe und Kräf­te für Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein und eine neue Sta­bi­li­tät aus?

Wir wis­sen nicht, was natio­nal und inter­na­tio­nal dem­nächst so los­ge­tre­ten wird und wel­che Flut an die Däm­me drückt. Die eit­le Freu­de und etwas Häme sei­en jenen gegönnt, die all­zu lan­ge dis­kri­mi­niert, ver­un­glimpft und lächer­lich gemacht wur­den. Aber wer­den sie das Zeug dazu haben, das, was es an Insti­tu­tio­nen und Struk­tu­ren immer brau­chen wird, zu bewah­ren – oder geht zu viel „ent­zwei“, wenn mit der Bor­niert­heit des bis­he­ri­gen Estab­lish­ments auf­ge­räumt wird?

Was immer­fort beschwo­ren wur­de, das war eben nicht leben­dig, son­dern blo­ße Pro­pa­gan­da und schrä­ge selbst­er­fül­len­de Pro­phe­zei­ung: Es gibt kei­ne offe­ne Gesell­schaft, kei­ne Dis­kurs­ge­mein­schaft, ja nicht mal eine „Dis­kurs­ethik“ mehr, weil mitt­ler­wei­le der größ­te Teil selbst ver­nünf­ti­ger und ratio­na­ler Kri­tik reflex­ar­tig als „rechts­extre­mis­tisch“ patho­lo­gi­siert, iso­liert und ver­folgt wurde.

Nur: Kann von rechts eine Dis­kurs­ge­mein­schaft her­ge­stellt wer­den? Oder wird es eher dar­um gehen, alte Rech­nun­gen zu beglei­chen, was emo­tio­nal nach­voll­zieh­bar wäre, nur sind wir in Lei­den­schaf­ten eben stets in Gefahr, was, wenn die Luft von Geschrei hallt und wenn die Flut der Wut steigt, kei­ner wis­sen möchte.

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE80 8005 3762 1894 1065 43
NOLADE21HAL

Kommentare (44)

frdnkndr

5. Januar 2024 23:31

"Die eitle Freude und etwas Häme seien jenen gegönnt, die allzu lange diskriminiert, verunglimpft und lächerlich gemacht wurden."
 
Hallo Herr Bosselmann,
 
jetzt hab ich tatsächlich 'verunimpft' gelesen - ist das nicht ein witziger Verleser?
 
Danke für Ihren aktuellen Text und natürlich alles Gute Ihnen!

Dr Stoermer

6. Januar 2024 00:26

Das Gedicht trifft den Nagel auf den Kopf (mir ist, es im westdeutschen Unterricht gehabt zu haben), wie auch Ihr Menetekel-Empfinden wohl von vielen geteilt wird. Spannend wird es zu sehen sein, ob "danach" überhaupt so etwas wie eine "Diskursgemeinschaft von rechts herstellen" noch der geeignete Begriff sein kann, oder ob sich das Rechts-Links-Schema als ein Spaltungsinstrument einer dann vergangenen Epoche zugunsten etwas Neuem, ggf. einem Vernunftschema, durch Entlarvung des vorigen als ein solches, erledigt haben wird. Womöglich ist das karikaturhaft und trotzdem tatsächlich Böse der Gegenwart eine Art kontrolliertes Abbrennen der zum Süchtigmachen eingerichteten Komfortzonen, aus denen es im klassischen Fortschrittsverfahren kein Heraus mehr gegeben hätte. Sind nicht früher Bundespräsidenten wegen Bobby Cars zurückgetreten? Darf man nicht annehmen, dass ein echter Sozi oder Grüner - unter normalen Umständen - kein Interesse daran haben könnte, wie ihre "Führungsfiguren" die im Kern ja diskutablen linken Ideen in die Schrottpresse der Geschichte treiben? Da sie stattdessen mucksmäusschen still sind und das Reden und Handeln ihren Totengräbern aus eigenen Reihen überlassen spricht alles dafür, dass es keine normalen Umstände mehr sind. Ob die sich aber durch parlamentarische Mehrheitenverschiebung allein erneut herstellen lassen erscheint doch recht unwahrscheinlich. 

Laurenz

6. Januar 2024 01:44

@HB ... wann war das Leben jemals nicht risikobehaftet? Dieter Nuhr ist übrigens amüsanter in ähnlicher Mission wie Sie unterwegs, HB. https://youtu.be/4CU-khft1qA  Bei Nuhr sind wir über die Dampflok nicht wirklich hinaus gekommen. Und Sie haben diesmal, wie sonst beim Ihren Artikeln üblich, Ihre Wahrnehmung nicht sensibilisiert. Der Sieg des Westens über den Osten hat sehr wohl das Ende der Geschichte bewirkt. Das Ende der Geschichte des Westens, die Geschichte des Ostens läuft seit über 30 Jahren weiter. Das zumindest haben Sie im Artikel intuitiv erkannt. Jeder kann sich selbst überlegen, warum die Bauern vor Andreahall stehen, aber nie vor Carinhall standen. Mir wäre es lieber, die Bauern zögen nicht zum Brandenburger Tor, sondern nach Neu-Wandlitz, um dort friedlich vor den Villen der Mandatsträger zu protestieren, mit den Worten "Wir wissen, wo Ihr wohnt". Warum beschwören Sie eine Diskursgemeinschaft? Das haben die Konservativen den Alt68ern bis 1998 geboten gehabt. Dabei ist nichts Gutes herausgekommen. Wir sollten die radikale Linke von Merz bis Bartsch ehrenamtlich als Entwicklungshelfer ins weltweite Ausland schicken. Der Planet wartet nur auf diese deutschen Genies.

Franz Bettinger

6. Januar 2024 03:59

Man weiß nicht so recht, wie das gehen soll. Ab 8. Januar soll ganz Deutschland lahmgelegt werden. Die Wut der Bürger und Bauern ist verständlich. Aber ist das Mittel des Generalstreiks tauglich? Werden die Richtigen, Schuldigen blockiert & getroffen? Um dies zu erreichen, bedürfte es eines ausgeklügelten Planes. Wer aber wird mit Hamster-Käufen längst vorgesorgt sein? Wer wird sich vielleicht schon jetzt in sein Zweit-Domizil auf Madeira abgesetzt haben? Wer wird sich zur Not aus der Luft mit Austern und Kaviar versorgen lassen können? Eben! --> ff

Franz Bettinger

6. Januar 2024 04:02

Ein Generalstreik ohne externe Unterstützung hat selten Erfolg. An einem anderen 9/11, nämlich am 11.9.73 hatte ein Generalstreik der LKW-Fahrer, dem sich das Volk anschloss, das Ende des marxistischen Experiments in Chile eingeläutet. Am Ende war's das Militär, das die Regierung absetzte und die Ordnung wiederherstellte. - Der Auszug der Plebejer aus Rom 494 vor 0 war vielleicht der erste Generalstreik der Geschichte. Er endete mit einem Kompromiss. Der Aufstand in der DDR vom 17.6.53 war Protest und Streik gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen um 10 %. Er wurde blutig niedergeschlagen. Die Auslöser der Mai-Unruhen 1968 waren studentisch und damit läppisch. Aber bald streikten 10 Mio. Franzosen. Die Regierung lenkte ein. - Ende des Jahres 2019 setzte gegen die geplante Rentenreform in Frankreich ein zunächst viel versprechender Generalstreik ein. Der öffentliche Verkehr wurde massiv eingeschränkt. Die Gelbwesten genossen viele Sympathien, erreichten aber: nichts. - Ich drücke den Bauern die Daumen. 

Franz Bettinger

6. Januar 2024 05:32

Peter-Scholl-Latour sagte mal sinngemäß (in einem anderem Zusammenhang) : 'Wenn sich Maßnahmen (der Bauern) gegen die herrschenden Ganoven nicht in den Vierteln, Straßen und vor den Türen der Privat-Villen der Verantwortlichen abspielen - dazu zählen auch die verantwortlichen Kommunal-Politiker und Umsetzer - dann wird das nix. Überhaupt sind viele führerlose gleichzeitige & spontane Aktionen Erfolg-versprechender als konzertierte zentrale.‘ Ob solche Vorgehensweise vom Gesetz gedeckt ist? Grübel, grübel. Vielleicht sollte man erst mal nachfragen und sich die Gülle-Verteiler genehmigen lassen. Man will doch keine Scherereien haben. ;-) 

Nemo Obligatur

6. Januar 2024 10:27

Man merkt, werter Herr Bosselmann, dass Sie uns Westdeutschen einen Untergang voraus haben. Ihr Sensorium ist einfach feiner.
Bemerkenswert, dass Sie am Ende mit Nachdenklichkeit schließen, statt mit einem "Glückauf!" oder "Bürger, auf die Barrikaden!" nochmal nachlegen. Dieser kleine Text verdient wieder einmal weite Verbreitung. Darf man auf einen Kaplakenband hoffen?
Zum Lesen sehr zu empfehlen wäre heute übrigens auch der Text von Don Alphonso in der Welt-Online zum gleichen Thema. Leider hinter einer Bezahlschranke. Aber ein Zitat sei gestattet:
"Dort merken sie [unsere Regierung, N.O.] nun, dass es doch enorm nett von den Landwirten wäre, würde man ihnen eine Privatsphäre lassen, die sie anderen vom Impfzwang bis zum eigenen Heizkessel niemals zugestehen wollten. Sie beklagen eine Verrohung und sind nicht der Meinung, dass sie selbst schon früher einem Niedergang der bürgerlichen Freiheiten Vorschub geleistet haben. Sie fühlen sich immer noch im Recht, wenn sie andere als Schwurbler, Faktenfeinde, Klimaleugner, Diesel-Dieter, Rechtsextremisten oder gradraus Nazis bezeichnet haben."

Heinrich Loewe

6. Januar 2024 10:37

Müssen Sie unbedingt hier eine Phrase von Th. Körner verwenden, die fast jeder zuerst mit G.'s Sportpalast-Rede assoziert? Ich hab das so satt, ehrlich. Sie richten damit Schaden an, Bosselmann! Mann Mann Mann. Sind wir wieder beim Thema wie neulich mit Sellner/Jongen. Könnte nicht der Hausherr hier auf der sezession mal für strikte Hygiene sorgen?

kikl

6. Januar 2024 10:55

Ich habe Hoddis' Gedicht eigentlich nur als ironische Persiflage der Weltuntergangssekten verstanden, die es auch damals schon gab.
"Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut", tja, was man nicht alles liest...
"Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen" die hupfenden Meere wirken eher komisch als bedrohlich. Die Metapher ist absichtlich schief.
Aber vielleicht habe ich das Gedicht auch falsch verstanden.
Dass die Herrscher derzeit das Volk fürchten, das stimmt. Sie weisen ihre Furcht dadurch aus, dass sie nach den Querdenkern nun die Bauern zu "gesichert Rechtsextremen" erklären und Herrn Habeck zum Märtyrer verklären, der dem rechtsextremen Mob gerade noch entfliehen konnte. 
Ich glaube nicht, dass die Apparatschiks der Altparteien zur Einsicht und Umkehr befähigt sind. Es fragt sich nur, ob sie die demokratischen Regeln einhalten und die Zügel der Macht aus der Hand geben oder im Namen der "Demokratie" staatliche Gewalt anwenden, um ihre Macht zu sichern. Frau Esken scheint mit ihrem Wunsch nach einem Parteienverbot auf die zweite Option zu setzen.

Heino Bosselmann

6. Januar 2024 11:11

@kikl: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ihr Verweis auf die "absichtlich schiefe" Metaphorik trifft es. Gerade das jedoch, fand ich immer, verstärkt den Effekt des Unheimlichen. Was da dräut, mutet harmlos an: Hoppla, die "wilden Meere hupfen". Aber sie werden dennoch dicke Dämme zerdrücken. - Obwohl es nicht hierher gehört: So ähnlich paßt die Puppe zum Horror. Auch sie ist an sich harmlos, gleichwohl als Symbol, zumal als Abbild des Menschen, unheimlich. - Ob der recht verfinsterte Hoddis direkt ironisch verfuhr, darüber sinne ich nach ... -

kikl

6. Januar 2024 11:36

"Was da dräut, mutet harmlos an... ähnlich paßt die Puppe zum Horror"
Auf jeden Fall stellt er das Alltägliche dem Horror gegenüber. So endet jedenfalls sein Gedicht.
"Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. - harmlosDie Eisenbahnen fallen von den Brücken." - bedrohlich
Jetzt kann man denken, dass das Alltägliche in Wirklichkeit bedrohlich ist - dann ist es ein Horrorgedicht - so haben Sie es verstanden.
Oder man denkt, dass das Bedrohliche in Wirklichkeit harmlos ist - dann ist es ein komisches/ironisches Gedicht. So habe ich es verstanden. Aber ganz sicher bin ich mir nicht.
Vielleicht bezieht das Gedicht auch seine starke Wirkung aus dieser Zweideutigkeit. "Mephisto" oder auch der "Joker" zeichnen sich ja durch ihren Witz aus, der sie noch bedrohlicher Macht.

RMH

6. Januar 2024 11:48

Ich habe meine Zweifel, ob D. wie der DDR ein finale con brio mit Demonstrationen, Sturm der VS-Zentrale, Sekt-Trinkens und der wohl besten Viertelstunde Fame, hier besser: Anarchie, die dieses Land je hatte, vergönnt sein wird. Die Bauern sind eine Minderheit, denen seit 45 kein Respekt mehr entgegengebracht wird ("Ein Bauer, der nicht jammert" etc.). Und so wird D doch eher sofort in eine stille Abwicklungs- und Treuhandphase übergleitet, bei der als Rettendes allenfalls die Versorgung mit Billigbier wächst. Dafür spricht bereits die Demographie. Die gescholtenen "Boomer" gehen in Rente - und für den Staatshaushalt noch viel schlimmer, da die Rücklagen fehlen, zum großen Teil auch in Pension. In 5 Jahren wird der Peak-Jahrgang 64 in Masse soweit sein. Die Altersteilzeitprogramme laufen bereits. Der in schneller Hektik unkontrollierte demografische Entsatz in Form junger Männer aus der halben Welt, kann die frei werdenden Posten nicht einnehmen, entpuppt sich vielmehr als Heer von Taugenichtsen in der Aiwangerschen Definition ("Einer, der auf Kosten anderer lebt, obwohl er anders könnte"). Der Bestseller im Verlag Antaios hatte den Titel Finis Germania - es ist soweit.

Monika

6. Januar 2024 12:51

"Was bleibet aber, stiften die Dichter" Friedrich Hölderlin (1770-1843)
Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag von Heino Bosselmann und den Hinweis auf das Buch "Menschheitsdämmerung", das schon lange auf meiner Wunschliste steht und in der WELT einmal  das "deutscheste Buch aller Zeiten" genannt wurde. Ich möchte noch auf einen zeitgleichen "unheilvoll" klingenden  Beitrag in der NZZ vom 4.1.24 von Emmanuel Carrere hinweisen unter dem Titel "Der Spezialist für das Böse sieht schwarz für die Welt".  Carreres Buch "Das Reich Gottes" wurde von Martin Lichtmesz in der Sezession besprochen. Carreres Mutter war eine große Russlandkennerin und persönlich bekannt mit Putin. Emmanuelle Carrere war einmal mit Renaud Camus (Bevölkerungsaustausch)  befreundet, teilt aber nicht dessen Auffassung von einer Theorie des Bevölkerungsaustausches, wonach hier eine Absicht oder ein Komplott hinter diesem Ausstausch stehe. Trotzem sieht er schwarz für Frankreich und Europa und glaubt an eine Katastrophe historischen Ausmasses in nächster Zeit. Interessanter Diskussionsstoff. Da ich nicht ganz so pessimistisch bin, eher zuversichtlich, halte ich mich an die Dichter und werde das Buch bestellen. Bei ANTAIOS ! Ein gutes Neues Jahr allen.

Artabanus

6. Januar 2024 12:55

Das Gedicht von Hoddis ist mir noch aus meiner Schulzeit bekannt. Ich hielt es immer für eine Art Spott über das Bürgertum. Inzwischen erkennt man auch deutliche Anklänge auf den heute allgegenwärtigen Klimakult und die kaum vergangene Plandemie, die geradezu prophetisch wirken.
Klimakult und Plandemie sind beides Elitenprojekte, wo durch massive Propaganda Hirngespinste in reale Krisen mit massiven Verwerfungen verwandelt wurden. Hinzu kommen die Elitenprojekte Masseneinwanderung und Genderwahn. Haben wir Bürger bzw. Wähler wirklich die Möglichkeit, die von den Machteliten uns auferlegten Krisenprojekte zu beenden oder gar rückgängig zu machen? 
 

MARCEL

6. Januar 2024 12:58

Eine wahrhafte Neujahrsansprache! Trifft die Stimmung.
Die Expressionisten zogen mit vielen George-Jüngern begeistert in den Ersten Weltkrieg - geeint nur im Hass auf die satte Bürgerlichkeit ihrer Zeit.
Dieser Krieg war die wahre Revolution. Auch der zu früh verstorbene Georg Heym wäre sicher gern mitmarschiert.Triebkraft war bei all dem die Sehnsucht nach Katharsis. 
Katharsis aber vollzieht sich fast nur im/mit Blut - bei uns dann auch? Auf der britischen Seite Unherd warnte ein Kriegsreporter jedenfalls vor der Eskalationskraft des neuen Jahres.
 Soll man es fürchten oder wünschen: Lieber ein Ende mit Schrecken...?

Werner42

6. Januar 2024 14:35

Sehr geehrter Herr Bosselmann, ich freue mich immer wieder ihre nachdenklichen und reflektierten Texte zu lesen. Es gibt allen Grund nicht nur Freude an der sich zuspitzenden Lage zu haben, zu oft haben in der Geschichte Neuerungsbewegungen nicht das halten können was sie versprochen und sich eigentlich vorgenommen hatten. Auch der AfD wird das so gehen, sollte sie zunehmen auf die Regierungsseite wechseln. Vernunft, Reflektionsbereitschaft und auch Bescheidenheit wird dann sehr wichtig sein, falls eine nachhaltige Veränderung das Zierl sein soll, ohne massiv in Freiheitsrechte einzugreifen.
Der Psychotherapeut Carl Rogers hat für seine Klientenzentrierte Gesprächsführung drei Theoreme aufgestellt, die in einem Gleichklang schwingen müssen, damit ein Therapieerfolg gewährleistet sein soll:

Kongruenz (Echtheit)
Wertschätzung
Empathie

Echtheit ohne Empathie funktioniert nicht, aber auch ohne Wertschätzung gelingt ein guter Kontakt nicht.
Meiner Meinung nach lässt sich dieser Gleichklang auch gut auf die Politik übertragen, sowohl in der Kommunikation mit dem Wähler als auch in der politischen Auseinandersetzung untereinander. Und da bin ich mir nicht immer sicher ob Poltiker der neuen Rechten dieses Gleichgewicht hinbekommen...

FraAimerich

6. Januar 2024 14:44

Es spricht für die ausweglose Tragik "rechtsintellektueller Metapolitik", wenn hier zum Auftakt des "Aufbruchsjahres" 2024 ein Bosselmann-Text, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt, von zwei politikasternd-belanglosen Partei- u. Wahlanalysen eingerahmt wird.
Dazu paßt irgendwie ein Stammkommentariat, das unterm Strich nicht davon ablassen will, vor gefährlichen Begriffen oder Symbolen zu warnen und stattdessen weiter an Meloni, den späten Sieg der "geistig-moralische Wende" der 80er oder gar daran zu glauben, daß Bibi Netanjahu ein hochintelligenter Staatsmann von Format sei, der unser aller Unterstützung verdiene.

Nemo Obligatur

6. Januar 2024 16:04

@ RMH, 6. Januar 2024 11:48
Das ist in der Tat eine gute Frage, wie es mal zu Ende geht: mit einem Knall oder mit einem Winseln? Man wusste es auch damals vor 1989 nicht. Wir hatten all die Jahre auf den großen Atomkrieg gewartet, der alles wegreißen würden. Es kam bekanntlich anders. 
Staaten sind ohnehin zählebiger als man so denkt. Somalia und Afghanistan gibt es auch heute noch, deren Bevölkerung ist sogar über alle Krisen und Kriege erheblich gewachsen. Für Deutschland wird es auch irgendwie weitergehen, jedoch die "Große Transformation", wenn auch nicht ins Grüne, so wie geplant, die kann man schon förmlich mit Händen greifen.
 
@ kikl
Unabhängig vom Ergebnis, spricht es doch sehr für Sie und die anderen in diesem Forum, dass man von HBs Impulstext aus nicht zu Wutgeschrei und Eliminationsphantasien ( "...gehören weggesperrt...") in die eine oder andere Richtung kommt, wie in den Leser-Foren der großen Print-Presse. Nein, hier auf der Sezession wird das Gedicht analysiert! 
 
Solange es noch solche Leser gibt in Deutschland, muss man nicht verzagen.

Gimli

6. Januar 2024 21:28

Unglaublich für mich, wie sich Menschen an Vergangenes oder Vergängliches binden und Entwicklung (sozial, technologisch, geistig) ablehnen. Eine mir unverständliche Denkungsart, das kann ich aber als genetische oder soziale "Mitgift" ins Leben bzw in den ersten Lebensjahren akzeptieren. Intellektuell finde ich dieses spätere Beharren aber nicht. Spannend hier auch HBs Umkehrung des Vielfaltsbegriffs unter der Annahme, dass das Denken der Rechten schützenswert sei und zur Vielfalt gehöre. In der Tat, es ist in der Welt, so unsympathisch ich es auch finde (und engstirnig, rückwärtsgewandt, miefig, in gewisser Weise primtiv-tierisch). Das Menschenbild dahinter verorte ich dort, wo die Diskussionen meist kreisen: Viel Philsophie und Geschichte und teils auch unsägliche Religion und ganz viel "Meinung", aber von Naturwissenschaft keine Ahnung. Meinung zu haben, steht allen frei. Manchmal sage ich: Leider.

RMH

6. Januar 2024 22:16

@Gimli,
erst mal die Hausaufgaben machen und Voegelins "Die politische Religionen" durcharbeiten, bevor sie ihre x-te Variante von trust the science ins Forum posaunen. Dort werden Sie treffendes zur Rolle der "Wissenschaften" in einer säkularen Welt finden. Die AfD ist alles andere als Fortschrittsfeindlich - einfach einmal das Programm lesen. Der Mief von heute ist bei den Leuten, die ständig vom Klima labern, aber trotzdem in den Urlaub fliegen, dass ist primitiv, da nicht über die eigene Bedürfnisbefriedigung hinausgehend.

Monika

7. Januar 2024 11:11

"Niemandem wird geholfen, wenn die Regierung so lange wartet, bis die Menschen demonstrieren und streiken. All dem könnte man sehr einfach durch sachlichen Dialog und durch guten Willen, auch kritische Stimmen anzuhören, vorbeugen. Solchen Warnungen wurde kein Gehör geschenkt. So erntet die heutige Staatsmacht die Saat ihrer eigenen starren Haltung... Ich hoffe immer noch, daß die Staatsmacht endlich aufhört, sich wie das häßliche Mädchen zu verhalten, das den Spiegel zerschlägt, in der Meinung, er sei schuld an seinem Aussehen."
Vaclav Havel 1989

Riskante Zeiten. Was wird losgetreten? Kann eine Diskursgemeinschaft hergestellt werden? (warum nur von rechts?) Ich bin wahrlich kein Freund von Symstemchanges oder gar Umstürzen. Nicht, weil ich was gegen Umstürze oder Wechsel hätte, sondern , weil nicht absehbar ist, was danach passiert. Zwischen dem Volksaufstand des 17. Juni 1953, der niedergeschlagen wurde und der sog. Friedlichen Revolution 1989 liegen immerhin 36 Jahre. Das sollte die Neue Rechte und die alte Linke im Hinterkopf haben. 

Monika

7. Januar 2024 11:38

Ich kann es nachvollziehen, wenn einige Neue Rechte sich an den kommenden Bauernprotesten, gar Aufständen oder Streiks berauschen und den authentischen Ausdruck des Volkszorns mit eigenen metapolitischen Theorien framen wollen zwecks Machtgewinn. Auf mich wirkt diese hektische Erwartungshaltung inzwischen ziemlich unsympathisch, nicht, weil die Linke genau das kritisiert ( Rechte Bewegungen unterwandern Bauern), sondern, weil dem hart arbeitenden Volk niemand die Welt zu erklären hat ! Weder von rechts, noch von links. Im Falle von rechts gleicht dieser Versuch m.E. dem "Wettlauf zwischen Hase und Igel". Wenn der rechte Hase sich angekommen meint, ist der linke Igel schon längst da. Warum: Weil der linke Traum vom Paradies auf Erden auch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks noch lange nicht ausgeträumt ist. Die Einwanderung aus dem armen Süden in den reichen Norden ist  für Millionen Menschen die einzige Zunkunftshoffung . Daran wird sich m.E. so schnell auch nichts ändern. 

Gracchus

7. Januar 2024 13:00

Das Gedicht ist ein Evergreen. Ich lese es auch eher ironisch. Die Welt geht unter; der Bürger bemerkt dies - als Schnupfen. Haben die Katastrophen des letzten Jahrhunderts der bürgerlichen Welt viel anhaben können? Nach jeder war man doch bemüht, wieder so weiterzuwursteln wie zuvor. 
Den Begriff "Diskurs" würde ich streichen und durch das schönere "Gespräch" oder überhaupt "Sprache" ersetzen. Diskurs ist etwas, was sich gegenüber seinen Sprechern verselbständigt hat, das ist nie weit entfernt von Jargon und Geschwätz. Diskurse kann man an Unis pflegen, wo es auf nichts ankommt. Es kommt aber darauf an, dass der Sprecher für seine Worte einzustehen bereit ist. Worte und Taten müssen einander entsprechen. 

Gracchus

7. Januar 2024 13:44

Der Bauernempfang an der Fähre stellt sich als vergleichsweise harmlos dar, schon erregen sich Regierung und Regierungspresse; fehlt nur noch, dass das Innenministerium eine Guter-Böser-Protest-Verordnung erlässt. 
Der Konflikt ist ein sprachlicher, weil Regierung und Teil des Volks nicht (mehr) dieselbe Sprache sprechen und die Regierung sich taub stellt. Daher muss zunächst dieser Konflikt ausgetragen werden, damit überhaupt eine neue gemeinsame Sprache sich bilden kann. 
Es scheint mir auch ein deutsches Phänomen, dass Konflikte gescheut und mit einem angeblichen Konsens zugedeckt werden; es muss auch Gespräche geben, in denen man Tacheles reden kann, ohne dass das Gegenüber mit Kommunikationsabbruch droht. 

Gracchus

7. Januar 2024 13:53

@Gimli: Ihr Beitrag besteht nicht einmal den Test der Selbstanwendung. Da er nämlich keine Aussicht hat, in einem naturwissenschaftlichen Journal veröffentlicht zu werden, ist er - bloße Meinung, Meinung, Meinung. Die Pflicht, sich naturwissenschaftlich zu bilden, lässt sich auch nicht naturwissenschaftlich begründen. Die Natur der Naturwissenschaft stellt solche Forderungen nicht. Ignorant ist ferner die Ansicht, die Naturwissenschaften hätten keine philosophischen Grundlagen. Da Bosselmann in seinem Beitrag über Politik spricht, stellt sich die Frage, welche Rolle Naturwissenschaft dabei spielt.

Gracchus

7. Januar 2024 14:05

@Gimlis Beitrag markiert eine entscheidende Front, indem er leugnet, dass der Mensch nicht nur in der Natur, sondern auch in der Geschichte steht; er nicht nur durch seine Natur, sondern durch die Geschichte, die individuelle wie kollektive, und Kultur geprägt ist. Dabei kommt er Rassentheorien natürlich, ohne es zu ahnen, nahe. Auch will uns @Gimli Nietzsches letzten Menschen als Fortschritt verkaufen.
Wie soll da ein Gespräch möglich sein?

Volksdeutscher

7. Januar 2024 14:39

@Monika - "...sondern, weil dem hart arbeitenden Volk niemand die Welt zu erklären hat! Weder von rechts, noch von links."
Wenn ich Sie richtig verstehe, möchten Sie eigentlich sagen, daß der Wissensstand der protestierenden hartarbeitenden Bevölkerung nicht überbietbar sei, denn sie sei eh vollkommen im Bilde dessen, was um sie herum geschehe, sie bedürfe von außen also weder der intellektuellen Anregung noch Korrektur, da, was sie erkenne, die reine Erkenntnis an und für sich sei... Stimmt das? Warum schließen Sie die Intellektuellen aus der Gruppe der hartarbeitenden Bevölkerung aus? Warum denken Sie, daß nur physische Arbeit hart sein könne und sie einzig und alleine verdiene, als solche bezeichnet zu werden? Warum trennen Sie die Arbeiter von der Intelligenzia und umgekehrt? Warum ist das in der gegenwärtigen Situation Ihrer Meinung nach notwendig? Warum verklären Sie die hartarbeitende Bevölkerung und verabsolutieren Sie deren Wissens-, bzw. Erkenntnisstand?

Mboko Lumumbe

7. Januar 2024 14:47

Ja klar liegt etwas in der Luft, ganz dicke und schon viel zu lange. Doch der Sturm ist noch nicht da und das "Weltende" schon gar nicht. Nicht mal das Ende der Menschheit, zumindest nicht grundsätzlich und vollständig. Wobei manches Zeichen auf einen großen Sturm hindeutet. Und unsere deutsche Kultur und unser Wohlstand sind sehr wohl in Gefahr und bereits im Verfall und Niedergang begriffen. Da gibt es kein Vertun.
 
Dank auch für den fragenden Hinweis, ob "in der AfD die Köpfe und Kräfte für Verantwortungsbewußtsein und eine neue Stabilität" ausreichen?
 
Ergänzend und weitergehend möchte ich auf einen heutigen Artikel bei Ansage hinweisen zum Thema: "Die wirkliche Revolution ist islamisch". Der Bogen ist weit gespannt und lesenswert, wie ich finde:
>>„Der Tag X kommt nie.“ Stattdessen kommt sehr wahrscheinlich eine Entwicklung, in welcher der Islam sowohl in Deutschland als auch in der Welt eine bestimmende Rolle spielen wird.<<

Umlautkombinat

7. Januar 2024 14:54

@Gracchus - Diskurs
 
Ich habe mich lange gefragt: Was soll dieses Wort? Es kam in meiner Sozialisierung nicht vor, Diskussionen ja, und ich habe das lange als eine verkopfte Variante davon gehalten. Dann habe ich mir einmal die Bedeutung angesehen - und war mitten im Wespennest. 
 
Als dominierenden Definitionsbestandteil enthaelt es den Willen zu Realitaetserschaffung in einem extrem teuflischen Sinn und der kriminellen Energie, dies durchzusetzen. Damit sind wir bei den einschlaegigen Philosophen, Dekonstruktivisten (Foucault, Habermas, etc.), bei dieser abstrusen linken (Schwerpunkt auf "link") Weltsicht, medialen Wirkprinzipien, "Bildung", auch Politik. Begriffe wie Overtonfenster, die gesamte verfuckte Sprachbeugung, Wortverdrehung und deren Bedeutungsveraenderung - subtil oder stumpf (und schnell!),  Literaturumschreibung und vieles, vieles mehr kommt durch ihren leider tiefgreifenden "Erfolg" sofort in den Sinn.
 
Diskurs ist ein gefaehrliches Wieselwort, durch o.g. Charakteristikum zwingend eng an Propaganda und Manipulation gebunden. Ich bevorzuge Diskussion, die respektiert den Gegenueber und agiert fair (jedenfalls hat sie den Freiheitsgrad). Oder eben auch das Gespraech.

RMH

7. Januar 2024 15:04

Das Gedicht ist ein Evergreen. Ich lese es auch eher ironisch. Die Welt geht unter; der Bürger bemerkt dies - als Schnupfen. Haben die Katastrophen des letzten Jahrhunderts der bürgerlichen Welt viel anhaben können? Nach jeder war man doch bemüht, wieder so weiterzuwursteln wie zuvor. 
@Gracchus, das Gedicht ist 1911 geschrieben worden. Deutlich vor der europäischen Urkastatrophe, die heute als erster Weltkrieg bezeichnet wird (oder war dies der 30-jährige Krieg? Den würde ich als deutsche, und nicht europäische, Urkatastrophe einordnen). Wer weiß, ob das so vom Autor, der nach dem WK 1 schrittweise dem Wahnsinn verfallen ist, in Kenntnis der Katastrophe überhaupt noch geschrieben worden wäre. Heute wird sich ja auch gerne über die Weltuntergangspropheten lustig gemacht und alle, die bereits Ü-50 sind, haben ihr ganzes Leben damit verbracht, dass das Ende der Welt regelmäßig an die Wand gemalt wird. Aktuell bin ich, siehe meinen Beitrag oben, eher pessimistisch. Die Fakten verdichten sich zunehmend.

Adler und Drache

7. Januar 2024 15:16

Was ist denn dieses "Ganze", um das es gehen könnte? Kann überhaupt jemand "das Ganze" sehen? 
Das Gedicht habe ich übrigens nie ernst genommen, mir erschien es immer als Witz (und nicht mal sonderlich guter). 
Zu Romantik, Expressionismus und Kafka müsste eigentlich auch noch Karl May gezählt werden ...

Adler und Drache

7. Januar 2024 15:33

Noch ein anderer Gedanke, Herr Bosselmann: Vielleicht ist ja wirklich alles nur ein Schnupfen: die Pandemie eine normale Infektionswelle, die Klimakrise normale Wetterschwankungen, und Schlägereien und Übergriffigkeiten, die in den Medien atemlos zu Undenkbarkeiten hochgejazzt werden (besonders auch in den alternativen Medien, wenn Ausländer beteiligt sind), kamen doch früher vor jeder Dorfdisco vor ... Vielleicht sind unsere Nerven bloß überspannt und unsere Kräfte erschöpft, und vielleicht übertreiben wir (wir Deutsche, wir Europäer) deshalb relativ normale Phänomene ins Grelle, Karikatureske, Hysterische (und vielleicht sind das einfach Kennzeichen alter, verwelkender Völker). 

Laurenz

7. Januar 2024 16:46

@Adler & Drache ... Früher in den 50ern ging es brutal um Fußball. Mein Vater erzählte mir, daß bei einem Auswärtsspiel, welches Er mit Seiner Mannschaft gewann, schon mal Omas mit dem Schlachtermesser auf Ihn zukamen, wie Mannschaftsbusse dran waren. Sprechen Sie doch mal mit Muslimen. Wenn heute Ausländer beteiligt sind, geht es um Landnahme & Versklavung der Ungläubigen. https://youtu.be/fbqPrsDGW0w
@Umlautkombinat @Gracchus ...Diskurs... Eine Diskussion hat man in der Familie zur Entscheidungsfindung, oder im Kegelverein, wie man die Kasse auf den Kopf haut. Das korrekte Terminus, um politische Aussagen in den Raum zu werfen, ist die Debatte. Die Politik hat den Begriff des Diskurses gekapert, um sich den Anhauch von Wissenschaft zu erschleichen, wohl um die grassierende Bildungsferne der politischen Szene zu verschleiern.
 

Laurenz

7. Januar 2024 17:07

@Monika ... Das Grundgesetz gibt Parteien explizit den Auftrag an der Willensbildung des Volkes mitzuwirken. Dieser Artikel wurde von Parteien sicher häufig in einen Verfassungsbruch hinein überzogen. Allerdings Sie weisen Sich hier explizit als Gegner des GGs aus. Ich bin kein ausgewiesener Freund der Deutschen Bauernschaft, wobei ich Anthony-Robert Lee als den besseren Vorfeld-Aktivisten, als zB MS, erachte. Lee hat auch eine schlagkräftige, organisierte Basis hinter Sich, keine Frage. https://youtu.be/1kBofD0rOcc Aber heute rief ich, im Auftrag meiner Mutter, den Ortslandwirt an, um zu erfragen, was morgen & in der Folge geplant ist. Die Bauern & Logistik-Unternehmen des Hochtaunuskreises fahren morgen in aller Frühe über den Opel-Zoo nach der Landeshauptstadt Wiesbaden. Morgen schließt auch komplett der örtliche Gewerbeverein (Metzger, Bäcker, Tanke usw.). Am 11ten ist noch mal ähnliches geplant, wie am 12ten ein Mahnfeuer mit landwirtschaftlicher Großbeleuchtung, was auch für die lokale Einwohnerschaft sicher attraktiv ist. Ob da jetzt Rechte, Obene oder Untene mitmachen, spielt was für eine Geige? Ich habe die Befürchtung, Sie, Monika, sind ein manischer Spalter.

Monika

7. Januar 2024 17:13

@Volksdeutscher  Warum ich die hartarbeitende Bevölkerung verkläre ?

Biographisch bedingt. Mein Vater war Arbeiter und hat sehr hart gearbeitet und so ganz nebenbei eine Familie mit 4 Kindern ernährt. Er hatte Animositäten gegen Studierte und Schwätzer. Das hat sich mir eingeprägt. Und obwohl ich ein Studium abgeschlossen habe, tendiere ich gefühlsmässig immer noch mehr zu Arbeitern  als zu Studierten.
In Deutschland haben Arbeiter und Intellektuelle nie zusammen einen größeren Protest zusammengebracht. Linke Spinner gegen Arbeiter und Bauern. In Polen, Russland, generell im Osten gibt es nicht diese Trennung zwischen Arbeiter, Bauer, Studenten. Der kann ein Heizer schon mal große Lyrik schreiben. (Wolfgan Hilbig) 
Die Bauern werden wunderbar klar kommen. Sie brauchen m.E. keine "strategische Unterfütterung" ( siehe Beitrag M. Sellner) . Die Aktion Schlüttsiel war spontan und gelungen, besser als manch identitäre Aktion.

Monika

7. Januar 2024 17:38

@Volksdeutscher, ich bin generell für eine stärkere Verknüpfung von geistigen und praktischen Fähigkeiten (duales Studium). Und ein Bauernprotest ist mir deutlich sympathischer als ein Klimakleberprotest. Die Linke ist gegenüber den einfachen Leuten oft arrogant und abgehoben.   Die Rechte ? Gute Frage. Martin Sellner ist morgen in Dresden bei den Demos. ( Alles Gute zum Geburtstag ). Siehe seinen Beitrag auf telegram. Natürlich könnte aus den Protesten was Größeres werden. Es muß aber nicht. Eine "strategische Unterfütterung" durch intellektuelle rechte Aktivisten braucht es m.E. nicht.
Zusammen etwas Warmes  trinken, praktische Solidarität zeigen. Morgen wird es kalt. Gestrickte Strümpfe verteilen usw. Ins Gespräch kommen. Zuhören. Das wäre ein Anfang.

Adler und Drache

7. Januar 2024 18:05

@Umlautkombinat
"Diskurs" hat ja verschiedene Bedeutungen, bei Foucault z.B. (den ich sehr interessant finde und gar nicht als originär links bezeichnen würde) bezeichnet es gerade das Gegenteil einer Diskussion. Diskussionen sind persönliche Verhandlungen, der Diskurs findet überpersönlich statt. Eine Diskussion wird geführt, weil Leute sich dafür entscheiden, ein Diskurs läuft unabhängig von irgendjemandes Entscheidung ab. Im Blick auf historische Phänomene halte ich Diskursanalyse für unverzichtbar, weil sie Tiefenschichten und Zusammenhänge freilegt, die man mit dem Blick auf Personen oder Ereignisse nicht erfassen kann.
Kriminelles oder gar Teuflisches kann ich da nicht erkennen.   

Adler und Drache

7. Januar 2024 18:10

@Gimli
Wer keine Wurzeln in der Vergangenheit hat, ist dazu verdammt, jede "Entwicklung" persönlich mitzuvollziehen, auch die dümmste, weil er eine gute Entwicklung gar nicht von einer schlechten Entwicklung unterscheiden kann, und darauf kommt doch schließlich alles an, nicht "Entwicklung" an sich heilig zu sprechen wie ein religiöses Phänomen. 
Also bitte, geben Sie sich doch mal ein bisschen mehr Mühe beim Argumentieren! Es ist schon manchmal arg simpel, was Sie hier absondern.   

FraAimerich

7. Januar 2024 18:23

@Monika: "Die Bauern werden wunderbar klar kommen."
 
Da bin ich mir nicht ganz so sicher, aber an mangelnder "strategischer Unterfütterung" wird es im Zweifelsfall gewiß nicht liegen - und in der Tat könnten "wir" wahrscheinlich eher einiges von den Bauern lernen als umgekehrt.

Umlautkombinat

7. Januar 2024 19:17

 
@Laurenz
 
Laurenz, geben Sie nicht immer den Besserwisser. Diskussionen gibts nicht nur in Familien oder Kegelklub. Was soll dieses Beispiel eigentlich, im Deutschen moechte man damit oft eine Ridikuelisierung erzeugen. Sie - Diskussionen - sind Bestandteil jeder  zielfuehrenden Arbeit jeglicher Gruppe auch und gerade in professionellem Umfeld. Das ist elementar.
 
@Adler und Drache
 
> Foucault - links
 
Ich hatte "link" betont - ohne "s". 
 
> Kriminelles oder gar Teuflisches kann ich da nicht erkennen.   
 
In Willen zur Realitaetsschaffung schon (Redaktion: hatte ich uebrigens unterstrichen - ist der Editor hier nur Zierde?), jede Menge Beispiele standen dazu da. Denn diese Art Erschaffung ist Realitaetsverzerrung mit allen Mitteln.

Laurenz

7. Januar 2024 19:49

@Adler & Drache + Monika ... Die Nationalsozialisten analysierten & verstanden knallhart die eklatanten Schwächen der Ständegesellschaft im II. Reich mit dem daraus erfolgenden Entwurf der Volksgemeinschaft. Ob das nun irgendeinem paßt oder nicht. Sie machten sich damit, zumindest gesellschaftlich, zu den Erben der Deutschen Romantik. Hier kann man Karl May als "Volksdichter" mit einbeziehen, der in Seinen Phantasie-Reisen immer Deutsche (am liebsten Sachsen aus allen Schichten), aber auch Engländer (meistens reich) & auch mal einen polnischen Offizier traf. Hier stand schlicht die kulturelle Verbundenheit & Herzlichkeit im Vordergrund. Heute leben wir in einer nicht-tarifären Ständegesellschaft, mit Ausnahme des besitzstandswahrenden Beamtentums, welches sich, trotz Nationalsozialisten & real existierenden Sozialisten, nie angemessen reformieren konnte. Aufgrund unserer Geschichte erachte ich es durchaus als angemessen, wenn Neurechte gesellschaftliche Ressentiments weitestgehend beiseite lassen könnten. Das muß sich dann auch politisch artikulieren, indem wir immer noch existierende Stände-Privilegien möglichst abschaffen.

Waldgaenger aus Schwaben

7. Januar 2024 23:56

Zitat HB
mit drei literaturgeschichtlichen Bereichen konnte und wollte die DDR aus Gründen ihres ideologischen Selbstverständnisses nichts anfangen – Romantik, Expressionismus und Kafka.
Ich wäre wohl ein schlechter DDR-Bürger gewesen. Genau die beiden Epochen haben mich als Schüler so fasziniert, dass ich in der Stadtbibliothek  Gedichtbände von Hölderlin, Novalis und Trakl ausgeliehen habe.
Zum Thema: Ja die Stimmung kippt. Ich vernehme das im privaten Umfeld. Oder man lese nur welt.de oder focus.de und die Kommentare, die durchgelassen werden. Bevor die Dämme brechen, soll jetzt wohl Wasser kontrolliert abgelassen werden. Ich habe meine Zweifel, ob es dafür nicht schon zu spät ist. Was auch immer kommen mag, die Humanität darf nie vergessen werden. Bei aller Härte des Diskurses sind gewisse Grenzen zu achten. Galgen etc. haben auf Demos nichts zu suchen. 
Demonstrationen oder Mahnwachen vor Privathäusern von Politikern oder an deren Urlaubsorten beinhalten subtile Drohungen, auch wenn sie noch unterhalb der Strafbarkeit liegen. Manche Dinge macht man einfach nicht.
 
 
 
 
 

Gracchus

8. Januar 2024 01:01

@Umlautkombinat: Foucault hat den Begriff "Diskurs" m. E. nicht affirmiert. Er wollte damit beschreiben, wie sich Macht in modernen Gesellschaften etabliert, ausübt,  verschleiert. Wissen ist Macht, aber Macht bringt auch Wissen hervor. Mit Foucault kann man den Corona- und Klimadiskurs sehr gut und kritisch analysieren. Man kann ihm ggf. vorwerfen, dass es nach ihm keine Wahrheit gibt ausser der diskursiv erzeugten. In seinen letzten Lebensjahren hat er indes an die antike Tradition der parrhesia angeknüpft, von ihm als Wahrsprechen bezeichnet. Aber ich bin kein Foucault-Experte. 

DirkAhlbrecht

8. Januar 2024 05:33

"Reichen in der AfD die Köpfe und Kräfte für Verantwortungsbewußtsein und eine neue Stabilität aus?"
Der AfD wird es wohl zwangsläufig an (geeigneten) Köpfen mangeln. Dieses Defizit sollte durch strikte Beschränkung auf originäre staatliche Aufgaben zu beheben sein - das wäre im Übrigen auch jene Lehre, die sich aus dem kolossalen Versagen der (noch) herrschenden Klasse ziehen lässt. Da seien allerdings die zahllosen Etatisten im Volk und den zukünftig tonangebenden Parteien vor, die das dahinterliegende systemische Versagen geflissentlich ignorieren. Mal wieder, so steht zu befürchten, muss derselbe Unsinn nur irgendwie anders besser gemacht werden...

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.