Um über Remigration zu sprechen, braucht man kein “Geheimtreffen”

Gestern und heute ist viel und hysterisch über ein Geheimtreffen berichtet worden, auf dem sich in Potsdam Personen aus AfD, CDU, Publizistik und aktivistischem Vorfeld getroffen haben, um unter anderem über das Konzept "Remigration" zu sprechen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Das Recher­che­por­tal Cor­rec­tiv, vor allem staats- und stif­tungs­fi­nan­ziert, hat­te Kame­ras instal­lie­ren las­sen und einen “Gast” im Hotel ange­mel­det, um mit Foto­be­wei­sen und Augen­zeu­gen­be­richt einem ver­meint­li­chen Mas­ter­plan auf die Schli­che zu kom­men. Sogar auf dem See vor dem Hotel, auf einem Boot also, war eine Kame­ra. Das klingt nicht mehr nach Jour­na­lis­mus, aber Jour­na­lis­ten sind die Cor­rec­ti­vis­ten sowie­so nicht.

Der Bericht sug­ge­riert, es gäbe Pla­nun­gen zur Ver­trei­bung von Mil­lio­nen Aus­län­dern. Ziel sei ein homo­ge­ner Staat der Deut­schen, in Kauf genom­men wür­den bru­ta­le Sze­nen, Ent­rech­tung und Leid. Aus die­sem Grund sei der Plan nur hin­ter ver­schlos­se­nen Türen prä­sen­tiert worden.

Cor­rec­tiv war und ist sich nicht zu scha­de, von Pots­dam aus einen his­to­ri­schen Faden zur Wann­see­kon­fe­renz zu knüp­fen, auf der 1942 über die End­lö­sung der Juden­fra­ge gespro­chen wor­den war. Auf man­chen wir­ken sol­che Metho­den: Im Inter­net ban­gen nun Men­schen um das Leben von Asy­lan­ten, Schwu­len, Anders­den­ken­den, Jour­na­lis­ten und ihr eigenes.

Als ich heu­te kurz mit Björn Höcke über die­ses Spek­ta­kel sprach, stell­te sich her­aus, daß auch er vor der “Ent­hül­lung” nichts von die­sem Tref­fen gewußt hat­te. Der Grund dafür ist sim­pel: Die an “Geheim­tref­fen” inter­es­sier­ten Ver­an­stal­ter konn­ten sich aus­rech­nen, daß weder Höcke noch ich zu einem sol­chen Tref­fen gereist wären.

Die Begrün­dung: The­men, über die eine poli­ti­sche Rich­tung spre­chen muß, weil sonst nie­mand davon spricht, müs­sen nicht ins­ge­heim bespro­chen wer­den. Wir und ande­re tra­gen sie mit­tels Vor­trä­gen, Büchern, Kon­fe­ren­zen und Gesprächs­run­den in die Öffent­lich­keit. Denn nichts dar­an ist ver­bo­ten, gefähr­lich, ver­werf­lich oder unstatthaft.

Indem man sich äußert, stellt man sich ande­ren Mei­nun­gen, kri­ti­schen Stim­men und poli­ti­schen Geg­nern. Man setzt sich Miß­ver­ständ­nis­sen, Unter­stel­lun­gen und Ver­leum­dun­gen aus und wird auf kri­mi­na­li­sier­ba­ren Spiel­raum abge­sucht. Aber man ern­tet auch Ergän­zun­gen und Zustim­mung, setzt Begrif­fe und bedenkt, dies alles zusam­men­ge­nom­men, ob man sich hät­te prä­zi­ser aus­drü­cken sollen.

(Wir ver­tei­di­gen das unge­schütz­te Spre­chen, also den ers­ten, sto­chern­den, vor­füh­len­den Vor­trag, auch beim Geg­ner, er ist uns lie­ber als ein auf Nichts her­un­ter­ge­schlif­fe­nes Gehülse.)

Wie im Zusam­men­hang mit der “Ent­hül­lung” abwä­gen­der und nach­ha­ken­der Jour­na­lis­mus aus­se­hen kann, zeigt der ehe­ma­li­ge SPD-Spit­zen­po­li­ti­ker und nun als Publi­zist arbei­ten­de Mat­thi­as Brod­korb, der für den Cice­ro recher­chier­te und schrieb. Hier ist sein Bericht.

Von Ent­hül­lun­gen kann also kei­ne Rede sein. Seit jeher spricht man in der AfD und in den weit frü­her gegrün­de­ten Ver­lags­häu­sern und Redak­tio­nen über Zuzugs­be­schrän­kun­gen, Asyl­stop, Kate­go­ri­sie­rung, kul­tu­rel­le Kom­pa­ti­bi­li­tät, Abschie­bung, Rück­füh­rung, begrenz­ten Schutz­sta­tus undsoweiter.

In kei­ner Gesprächs­run­de und auf kei­nem Kon­greß nahm ich je wahr, daß jemand von Ver­trei­bun­gen und Ent­rech­tun­gen gespro­chen hät­te, wenn es um Abschie­bung und Rück­füh­rung ging. Immer ging es um Anrei­ze zur Aus­rei­se, um die not­wen­di­ge, aber nicht rup­pi­ge Kor­rek­tur der ver­hee­ren­den bevöl­ke­rungs­po­li­ti­schen Poli­tik der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te, um Zeit­räu­me von 10 bis 30 Jah­ren, inner­halb derer die­se Kor­rek­tur erfol­gen sol­le. Und es ging um eine kla­re Ent­schei­dung, für wel­che der bei­den Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten man sich ent­schei­den wür­de – wem also die Loya­li­tät gehöre.

Mar­tin Sell­ner, der als Stich­wort­ge­ber und zen­tra­ler Red­ner wäh­rend der “Geheim­kon­fe­renz” aus­ge­macht wor­den ist, hat sich über die Legi­ti­mi­tät und die Umsetz­bar­keit einer iden­ti­täts­si­chern­den Remi­gra­ti­on grund­le­gen­de Gedan­ken gemacht. Er hat im Rah­men des skan­da­li­sier­ten Tref­fens zehn Minu­ten lang dar­über gespro­chen, vor allem aber über sein im Früh­som­mer erschie­ne­nes Stra­te­gie­buch Regime Chan­ge von rechts, von dem wir Anfang die­ser Woche die 4. Auf­la­ge in den Druck gege­ben haben.

Zum The­ma Remi­gra­ti­on hat Sell­ner eine eigen­stän­di­ge Stu­die ver­faßt, sie wird Ende Febru­ar erschei­nen, ist gera­de zur abschlie­ßen­den Durch­sicht an Sell­ner zurück­ge­gan­gen und wird ab kom­men­der Woche gesetzt. Das sind ein­ge­spiel­te, lapi­da­re Vor­gän­ge im Ver­lag, nichts dar­an ist geheim oder gemein­ge­fähr­lich, und noch nie kam jemand auf die Idee, ein Buch aus unse­rem Ver­lag zu indi­zie­ren, nicht ein­mal der Ver­fas­sungs­schutz, der ja bekannt­lich das Meis­ter­stück voll­bringt, zu beob­ach­ten, was er auch ein­fach lesen könnte.

Sell­ners Manu­skript trägt den Titel Remi­gra­ti­on. Ein Vor­schlag. Man kann die­ses Buch hier vor­be­stel­len. Es ist genau das: ein Vor­schlag, und zwar einer, der so oder mit Abstri­chen zur Wahl ste­hen wird. Denn die AfD und die FPÖ möch­ten abschie­ben, remi­grie­ren, möch­ten die Ille­ga­li­tät been­den, den Scha­den mas­sen­haf­ter und unkon­trol­lier­ter Ein­wan­de­rung zunächst ein­däm­men und bemes­sen und dann reparieren.

Dut­zen­de ande­re Staa­ten haben es gar nicht erst so weit kom­men las­sen, etli­che haben ihre Poli­tik geän­dert, um wei­te­ren Scha­den zu ver­hin­dern und man­che haben damit begon­nen, das zu tun, was man mit dem Begriff “Remi­gra­ti­on” bezeich­nen und mit Vor­schlä­gen und Kon­zep­ten aus­füh­ren kann.

Das segens­rei­che ius san­gui­nis, die Volks­zu­ge­hö­rig­keit auf­grund von Abstam­mung also, gilt noch immer in vie­len euro­päi­schen Län­dern. Das ius soli, das in Deutsch­land ein­ge­führt wur­de, ist typisch für Kolo­ni­al­mäch­te und Ein­wan­de­rungs­na­tio­nen. War­um nicht dar­über spre­chen und zurück­wol­len zu dem, was sich für das alte Euro­pa gehört?

Dar­über wird zu spre­chen, in die­se Rich­tung wird zu pla­nen sein, und nichts davon wird “ent­hüllt” wer­den müssen.

“Deutsch­land. Aber nor­mal” – die­ser AfD-Slo­gan ist zugleich so wenig und so rich­tig: Was wir zu bespre­chen und zu ver­öf­fent­li­chen haben, ist Nor­ma­li­tät in fast allen Län­dern die­ser Erde. Dar­über ver­le­gen wir Bücher, dar­über hal­ten wir Vor­trä­ge, dar­um geht es auf Aka­de­mien und Som­mer­fes­ten und in den Frak­tio­nen der AfD. Das ist das poli­ti­sche Minimum.

Die Nor­ma­li­tät ist kein Geheim­nis. Sie ist ein Schock für woke Gehir­ne, sie ist im Hand­um­dre­hen plau­si­bel. Sie muß nicht aus dem Zylin­der gezau­bert werden.

Für das Gros der Wäh­ler der AfD ist die­se Nor­ma­li­tät der All­tag, und die­se Leu­te inter­es­sie­ren sich vor allem für eines nicht: Geheimtreffen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (24)

Dr Stoermer

11. Januar 2024 23:55

Danke für die präzise Einordnung.
Doch für wen diese Mühe? Für die herumhampelnden Funktionshäftlinge, deren Herren und Meister längst dabei sind, das Weite zu suchen? "Geheimtreffen", das ist doch völlig lächerlich. Wer so ein Vokabular nutzt ist am Ende. Dass deren Befindlichkeiten jetzt Karussel fahren ist so naheliegend wie unwichtig. Natürlich diskutiert alle Welt das Thema Remigration, und zwar im Rahmen nicht nur des Rechts, sondern vor allem der Sittlichkeit und des Anstandes. Kein Rechter will Rache oder Gewalt. Sondern Gedeihen durch Verantwortlichkeit. Information ist eine Holschuld, wer sich weiterhin mit hysterischem Schwachsinn befassen will, möge es tun. Aber wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Good bye Lenin, diesmal wirklich.

ede

12. Januar 2024 00:59

Gefällt mir. Sehr wohltuende Kommentierung. 

RMH

12. Januar 2024 07:55

Alles richtig, nur folgende Anmerkungen: 1. Eine nicht öffentliche Veranstaltung ist KEIN Geheimtreffen. Wo kommen wir eigentlich hin, dass alles zur Verschwörung aufgebauscht wird, wovon man nicht selber eine Art Live-Stream ins Internet stellen willen? Hier im Beitrag wird das "Geheimtreffen" fast schon eingeräumt "Die an Geheimtreffen interessierten Veranstalter konnten sich ausrechnen, daß weder Höcke noch ich zu einem solchen Treffen gereist wären." Das empfinde ich als ungenau und bei der Twitter-Wortglauberei heutiger Tage, darf man die Narrative der anderen nicht ungewollt aufgreifen. 2. Während Correctiv ihre Schauermärchen selsbtredend frei ins Netz ablädt, verbergen sich wichtige Gegenstimmen der Nicht komplett gemainstreamten Medien stets hinter paywall und verpuffen damit in ihrer eigenen Abonenntenblase, exemplarisch erkennbar an dem hier verlinkten Artikel des Cicero, aber auch am gestrigen JF-Beitrag von H. Hoffgard. Warum ist eine AfD nicht in der Lage, den Blättern zu sagen, danke, wir zahlen Euch Betrag xy, aber schaltet ihn frei? Oder denkt man, man käme damit in den Geruch der Auftragsarbeit? 3. Besonders widerlich finde ich, dass mit der Verwendung des Begriffs der Vertreibung erneut mit einem Ur-Trauma vieler Deutschen gearbeitet wird, um so verdrängte Ängste breit zu triggern. Damit stellt diese Mediaop auch eine PSYOP dar.

Nemo Obligatur

12. Januar 2024 08:18

Seit zwei Tagen laufen die Medien heiß. Wenn man die ersten Berichte las, hätte man annehmen können, MS habe Fahrpläne für Güterzüge präsentiert, mit denen unliebsame Landsleute "deportiert" würden. Wenn man näher hinschaut, darüber ist in der JF lesen, war eigentlich nicht viel. Ein rechter Aktivist sprach vor einem kleinen Kreis über die Prägung von politischen Begriffen, dazu der nachvollziehbare Wunsch nach Abschiebung der sich zu Unrecht in Deutschland aufhaltenden Personen. Das hat kurz vor der Hessen-Wahl selbst der Bundeskanzler noch erzählt.
Remigration war auch in diesem Leserforum der Sezession Thema. Der Artikel ist zwei Wochen nach dem Potsdamer Treffen erschienen. Man kann annehmen, dass er das dort Erzählte zusammenfasst. Es genügt, einen Absatz zu zitieren:
"Eine realistische Remigrationspolitik in Europa wird weder eine gewaltsame Vertreibung noch eine willkürliche Entrechtung von Bevölkerungsgruppen sein. Ihre primäre Zielgruppe sind jene, die sich über Asylbetrug einen Aufenthaltsstatus erschlichen haben, sowie Nichtstaatsbürger, die eine kulturelle, wirtschaftliche und kriminologische Belastung darstellen."
Wenn man die Leserdebatte in der FAZ und in der Welt überfliegt, hat man nicht den Eindruck, als fänden dort viele Leser Remigrationspläne anstößig. Wir haben also - wieder einmal - eine gut geölte Empörungsmaschine, während die Bürger vor allem den Zustrom von Fremden mit zweifelhaftem Aufenthaltsgrund beendet haben wollen. 
 

RWDS

12. Januar 2024 08:25

Ich teile die Einschätzung, dass so eine Heimlichtuerei eher albern wirkt und auch Fragen zur Gesinnung so mancher Teilnehmer aufwirft. Ein U-Boot wird schließlich immer dabei sein.
Aber wenn Sie schreiben, man könne das ja alles in Sellners Buch nachlesen, dann frage ich mich, wer das am Ende auch wirklich tut. 4. Auflage hin oder her. 
Nein, das hysterische Correctiv hat dafür gesorgt, dass jetzt wirklich jeder den Begriff "Remigration" kennt. Und so mancher, der um Sellner-Publikationen einen großen Bogen macht, wird vielleicht aufmerken "wie in die Richtung funktioniert das auch? 
There's no such thing as bad publicity. 

Adler und Drache

12. Januar 2024 09:21

Das Kommentariat dürfte bis auf Gimli darin übereinstimmen, dass der wirkliche Skandal der Rechtsbruch seit 2015 ist, der zu Strömen von Blut und unschuldigen Opfern bisher unbekannter Zahl (war diese zu ermitteln nicht mal die Gründungsaufgabe von Einprozent??) in unserem Land geführt hat, nicht dagegen die Debatte, wie dieser Zustand zu beenden sei. Wenigstens wird diese Debatte von einigen geführt, die deshalb selbstverständlich zu unterstützen sind.
Gleichwohl ist es hochgradig ärgerlich, dass man hier in eine neue Ibiza-Falle getappt ist. Wozu diese verdruckste, verschämte, klammheimliche Tour? Als müsste eine Partei, die bei nun fast 25 % Zustimmung steht, noch Untergrund spielen! Wahrscheinlich macht das Spaß, aber es führt zu nichts (im besten Fall!) ... Den Spieß gleich von vornherei umdrehen und den Gegner unter Rechtfertigungsdruck setzen - "Wir tun was!" Gleich die Ziele klar benennen! Und mindestens ein alternatives Medium hinzuziehen, das die Sache dokumentiert und veröffentlicht! Jetzt hat man dem Gegner eine Enttarnungs-Vorlage geliefert, dass die Sektkorken knallen, während auf unserer Seite wieder hektisch Brände gelöscht werden müssen.

Werdet erwachsen!

RMH

12. Januar 2024 10:06

@Adler und Drache, ich sehe das nicht so kritisch wie Sie. Ibiza war deutlich höher angesiedelt, da es hier (noch?) keine verdeckten Video-und Tonaufnahmen gab, die zusammengeschnitten als Kompromat einer Öffentlichkeit präsentiert wurden. Außerdem war beim Treffen kein Vizekanzler dabei. Insofern ist die Brisanz dieser Runde eine ganz andere, als solche "privaten" Treffen, wie es sie bspw. zwischen Olaf Scholz und Herrn Olearius gab und an die sich der Kanzler nicht erinnern mag. Hier wird etwas aufgebauscht, eine Mediaop Wochen später inszeniert, um von all den anderen Baustellen in diesem Land abzulenken und Stimmung für ein AfD-Verbot zu machen. Es wird immer klarer, dass das System dieses Ticket einlösen will und sei es nur als "kleines" (Parteifinanzierung). Machen wir uns nichts mehr vor. Banales wird zum Skandal hochgejazzt, um der ÖR-Medienabhängigen Wählermehrheit der Renter und Boomer ein Schreckgespenst an die Wand zu malen und um im Zweifel einer Justiz, mit der man sich selber zum Essen trifft (aka "geheime Runde"), ein paar Brocken hinzuwerfen, die sie später in ihre Textbaustein-Urteile einpflegen kann.

Le Chasseur

12. Januar 2024 10:11

"Die britische Regierung hat spektakuläre Geheimdokumente freigegeben. Demnach hatte Bundeskanzler Helmut Kohl einen radikalen Plan: Er wollte die Hälfte der in Deutschland lebenden Türken loswerden - mit Geld."
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/kohl-wollte-jeden-zweiten-tuerken-in-deutschland-loswerden-a-914318.html
"Faeser will Abschiebung von Clan-Mitgliedern auch ohne Straftat
Das Bundesinnenministerium unter Nancy Faeser (SPD) schlägt einem Medienbericht zufolge vor, Angehörige von kriminellen Clans auch ohne Begehung einer Straftat abzuschieben. "Angehörige von Gemeinschaften der Organisierten Kriminalität" sollen einem Diskussionspapier zufolge "unabhängig von einer strafrechtlichen Verurteilung" ihr Aufenthaltsrecht verlieren. Ziel der vorgeschlagenen Änderung sei es, "Angehörige sogenannter Clan-Strukturen künftig leichter abschieben zu können", sagte eine Ministeriumssprecherin nach Angaben der Zeitung."
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2023/08/berlin-bundesinnenministerin-faeser-clans-abschiebungen.html

Simplicius Teutsch

12. Januar 2024 10:30

Ach, was soll man da nach eigenen Worten der Unzufriedenheit suchen: "Geltungssüchtige Hintergrundstrategen". Wir sind „uns einig, daß solche “Geheimtreffen” seiner Parteiarbeit [Höcke] und meiner Verlegertätigkeit [Kubitschek] einen Bärendienst erweisen.“
Der Gegner triumphiert: „Geheimplan gegen Deutschland“ aufgedeckt. "Masterplan" zur millionenfachen Vertreibung von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland.
Ich habe mich gestern dem Triumphgeheul in Radio und Fernsehen eine gute Stunde lang ausgesetzt. Die Mobilmachung gegen die AfD in den Mainstream-Medien ist ohrenbetäubend.
Bin gespannt, was noch kommt und wie die AFD und ihre Führung reagiert, wenn sie jetzt durch die Medien getrieben und gejagt wird.

Monika

12. Januar 2024 10:48

@Adler und Drache, ich sehe das ähnlich wie Sie. Ich hasse sogenannte Doppelbotschaften ( double bind communication ist verwirrend und dysfunktional, dient Machtsicherung) . "Warum die verdruckste klammheimliche Tour", wenn es doch nichts zu verbergen gibt ? Das impliziert:  Vielleicht gibt es  doch etwas zu verbergen ? Herr Sellner ist getrieben wie der rasende Reporter. Auf telegram sagt er in eigener Sache: "ich bin nicht zu radikal, vielleicht nur zu früh dran, ich hätte mich auch auf Themen beschränken können, die noch irgendwie salonfähig sein können.... Der Grund meiner Verfolgung und Dämonisierung kommt daher, "weil ich heiße Eisen anpacke, die erst morgen normalisiert und heute erkämpft werden müssen, d.i. nun mal das Schicksal vom  avangardistischen Aktivismus." Ich frage: Bedeutet "Diskursverschiebung" lediglich Normalisierung (wieder sagen zu können, was heute nicht mehr möglich ist) oder gibt  es tatsächlich UNSAGBARES ?

frankeleyn

12. Januar 2024 10:50

Diese ganze Geschichte zeigt doch auf, wie sehr das Establishment zittert – wie es um jeden Preis versucht, die Kontrolle über die Erzählung zu behalten.
Personen aus dem rechten Spektrum treffen sich also, um über einen Begriff zu sprechen, der für Europa in den nächsten Jahren prägend sein wird. Daran ist eigentlich nichts auszusetzen, doch der Hegemon fürchtet sich, da er seine Machtstellung bedroht sieht. Denn macht sich der Begriff "Remigration" im öffentlichen Diskurs breit – wird er salonfähig – so schwächt sich seine Kontrolle über das Narrativ und die Schleuse, mit der viele weitere unserer Ideen in den Mainstream strömen werden, ist endgültig geöffnet.
Es folgt eine Machtdemonstration der Medien, sie zeigen: "Seht zu, wie wir diese ganze Geschichte inszenieren können. Die Öffentlichkeitsmeinung machen immer noch wir."Sie verwandeln die Maus in einen Elefanten, wollen in untenschlossenen Geistern Angst stiften, sie zur Distanzierung bewegen – "Nein, seht doch her, das war ja alles gar nicht so gemeint! Nein, ich bin keiner von diesen Rechtsextremen!"
Der Schlüssel ist, nun standhaft zu bleiben und nicht zurückzuschrecken. Wer jetzt nicht vom breiten Stein weicht, sondern mit erhobenem Haupte voranschreitet, der nimmt ihnen voll und ganz die Macht über die Erzählung.Es bietet sich gerade die einzigartige Möglichkeit, die Remigration nachhaltig in das Overton-Fenster zu verschieben. Man darf eben nur nicht mehr zurückrudern. Denn wer sich distanziert, verliert.

Karl Otto

12. Januar 2024 11:03

Das ganze ist doch wohl eindeutig im Rahmen eines anstehenden Verbotsverfahrens gegen die AfD zu verstehen, quasi al mediale Orchestrierung.
Daneben wird man bei den Medien offenbar immer hysterischer und meint allen ernstes, wenn man nur genug auf die AfD einschlägt würden die Menschen irgendwann ablassen. Der einzig wirksame Schritt zum Abstoppen der AfD, eine Politik, die zumindest den Eindruck erweckt, dass man wirklich etwas gegen die Masssenmigartion zu unternehmen gesonnen ist, ist offenbar immer noch unvorstellbar. 

Maxx

12. Januar 2024 11:32

Hab mich auch gefragt, was das sollte. Vermutlich ist es so, wie Sie schreiben, einige Selbstdarsteller wollten halt auch mal auf die Pauke hauen. 

nom de guerre

12. Januar 2024 11:33

Zunächst einmal danke für die Einordnung. Dennoch stolpere ich, ähnlich wie RMH, beim Lesen darüber, dass das Narrativ vom „Geheimtreffen“ hier und teilw. auch im Kommentariat fast schon übernommen wird. Warum ist denn plötzlich jedes Treffen zu einem Gedankenaustausch, das man nicht in welcher Art auch immer öffentlich macht, „Heimlichtuerei“ oder „Untergrund spielen“? Dass der Mainstream das so sehen möchte bzw. es so sehen muss, wenn man das Ganze nutzen will, um an einem Verbot der AfD zu arbeiten, ist eine Sache. Aber es hier zu lesen?
Um ehrlich zu sein, erinnert mich das ein bisschen an die Einstellung mancher Normalbürger, Post- und Fernmeldegeheimnis, Bankgeheimnis, Bargeld usw. brauche ja wohl nur derjenige, der etwas zu verbergen habe.

Laurenz

12. Januar 2024 12:01

Die Nummer sagt mehr über die Deutsche Medienlandschaft & die Soros-Organisation Correctiv aus, als über die AfD oder die Deutsche Rechte im allgemeinen. All diese künstlichen Schlagzeilen & AgitProp, außerhalb einer echten politischen Debatte, zeigen doch überhaupt keine Wirkung in Umfragen mehr an. Mitnichten, bundesweit ist die AfD wieder um einen %-Punkt in den Umfragen auf 24% gestiegen. In meinen Augen ist es vielmehr so, daß das faule Nachtreten in ÖRR, Relotius, Süddeutsche & Co., eher den Stimmenzuwachs der AfD befördert & das nicht erst seit gestern. Anscheinend sind die jahrezehntelangen probaten Mittel der Propaganda-Theorien in der Anwendung wirklungslos geworden, was aber bei den entsprechend ausgebildeten Kadern der Linken in allen gesellschaftlichen Bereichen noch nicht angekommen zu sein scheint. Entspannt zurücklehnen & die Show genießen, würde Tim Kellner sagen, dessen Abo-Zahl wöchtlich um 1k steigt. Hier zum Thema https://youtu.be/3BwkWyHfHmE

Olmo

12. Januar 2024 14:01

Ach Gottchen. Die kommenden Tage werden mich Freunde und deutsche Verwandte triumphierend darüber aufklären, daß die Neue Rechte eine Art Geheimsprache verwende, deren hermetische Anspielungen ich nicht verstünde. Die Wahl des Treffpunkts sei wieder ein Augenzwinkern an diejenigen gewesen, die es zu deuten wüßten usw. Daß ich hier einiges nicht verstehe, mag schon stimmen, das hat aber vermutlich eher weniger etwas mit rechter Hermetik zu tun. Ich verstehe ja allgemein nicht viel, aber daß die Masseneinwanderung (Betonung auf Masse) nicht gut für uns Einheimische ist, das verstehe ich. 

RMH

12. Januar 2024 14:45

Jetzt wird das Kontaktschuld-Spielchen um M. Sellner immer weiter voran getrieben (man beachte den "finster" blickenden M. Sellner):
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_100319680/cdu-politiker-war-gastgeber-fuer-rechtsextreme-identitaere-bewegung-und-afd.html
Von seiten etlicher, rechter, konservative, liberaler oder einfach nur sich als Demokraten fühlender Personen des sog. öffentlichen Lebens könnten jetzt gewisse Solidarisierungs-Bemühungen für die Meinungsfreiheit und damit mit M.Sellner kommen, statt einfach nur zu schweigen, in der Hoffnung, dass der Spuk bei der aktuellen Skandalinflation bald vorbei sein wird oder, was schlimmer wäre, sich fluchtartig abzugrenzen.

Jan

12. Januar 2024 16:24

@RWDS
"Ich teile die Einschätzung, dass so eine Heimlichtuerei eher albern wirkt und auch Fragen zur Gesinnung so mancher Teilnehmer aufwirft."
Bei öffentlicher Einladung durch Internetankündigung hätte die Antifa das Hotel bedroht oder auf jeden Fall versucht, die Veranstaltung zu blockieren. Auch die Antifa-Fotografen wären vor Ort gewesen.
Die Idee mit den schriftlichen Einladungen war richtig. Das Treffen diente auch dazu, dass sich bestimmte Personen und Personenkreise mal ungestört und ohne großes Aufsehen kennenlernen, die sich im realen Leben sonst nicht begegnen würden. Viele Teilnehmer hätten sich einem Spießrutenlauf durch einen Antifa-Pulk bis zum Hoteleingang nicht gegeben und wären der Veranstaltung fern geblieben. Es ging ums Netzwerken und um gegenseitigen Austausch. 
Es finden auf Mainstreamseite ständig irgendwelche Treffen in gesellschaftlichen Kreisen statt, wo Hintergrundgespräche abgehalten werden, die nicht immer sofort oder manchmal auch gar nicht den Weg in die Öffentlichkeit finden sollen. Und wieso soll man der Antifa alles auf die Nase binden, die jedes Hotel und Restaurant ins Visier nimmt?
 

Sandstein

12. Januar 2024 16:58

Danke für diesen guten Text! Mit viel Gewinn gelesen.
Ich bin mir aber gar nicht mal so sicher, ob dieses Treffen nicht ungewollt doch Vorteile bringt. Abschiebung ist natürlich ein Trigger im besten Deutschland aller Zeiten. Vielleicht ist es aber so, dass sich jetzt ein Großteil der Deutschen denkt: "naja, genau das will ich. Abschiebungen und zwar millionenfach." René Springer hat das sehr gut in einem Twitter Posting auf den Punkt gebracht. Es muss Normalität werden, und je mehr sich die sogenannte "Öffentlichkeit" aufregt, desto besser. Denen glaubt doch ein selbständig denkender Mensch eh nichts mehr. Wiegesagt, ungewollt kann das Potsdamer Treffen zu einem Wendepunkt werden. Weil seien wir ehrlich: wen interessieren Akademievorträge vor 150 Leuten? Eben. Warten wir's ab. 

Le Chasseur

12. Januar 2024 17:38

@Sandstein"Ich bin mir aber gar nicht mal so sicher, ob dieses Treffen nicht ungewollt doch Vorteile bringt. Abschiebung ist natürlich ein Trigger im besten Deutschland aller Zeiten. Vielleicht ist es aber so, dass sich jetzt ein Großteil der Deutschen denkt: "naja, genau das will ich. Abschiebungen und zwar millionenfach." [...] Es muss Normalität werden, und je mehr sich die sogenannte "Öffentlichkeit" aufregt, desto besser."
Hier nochmal das SPIEGEL-Cover mit dem Scholz-Zitat, das Götz Kubitschek ja auch schon oben in den Artikel eingebunden hat: https://cdn.prod.www.spiegel.de/images/137590ab-6bbf-49cd-b7b3-3b6519ea1903_w488_r0.7502857142857143_fpx50_fpy50.jpg

Flaneur

12. Januar 2024 18:35

Höchst amüsant diese Posse. Da erweisen sich die ihrem Selbstverständnis nach "investigativen Journalisten" von Correctiv als unfreiwillige PR-Agenten des Antaios-Verlages. Eine bessere Werbung kann man für Sellners bevorstehende Buchveröffentlichung kaum machen. Und diese kostet Antaios nicht mal etwas. In Anlehnung an Lenin kann man in Bezug auf Correctiv fast schon von "nützlichen Idioten" sprechen. Das Ganze hat nahezu die Klasse der Posse um den Loki-Verlag.

FraAimerich

12. Januar 2024 19:09

Der "finstere" Herr Sellner wurde gestern in der 3sat-"Kulturzeit" übrigens wiederholt als "einer der bekanntesten Vertreter der Neonazi-Szene" angesprochen. Bemerkenswert, daß die Moderatorin die eigene Haltung gleich zu Beginn der Sendung demonstrativ durch ein "gestürztes", auf den Boden weisendes "White Power"-Handsignal zu erkennen gab, das sie "passiv-aggressiv" länger als eine halbe Minute in die Kamera hielt. Seeing is believing...
https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/rechtsextremes-geheimtreffen-mit-afd-sendung-vom-11-01-2024-100.html
 

JungspundF

12. Januar 2024 20:16

Für mich persönlich sind mal wieder die Pappenheimer aus der sachsen-anhalter Landtagsfraktion der AfD aufgefallen. Für so einen Käse 5k Euro pro Person raushauen, überhaupt an so einer Veranstaltung teilzunehmen und sich dafür auch noch ganz stark finden...
Alle halbwegs kompetenten Leute haben nicht zufällig die Fraktion gen Bundestag verlassen. Die hohen Landtagsbezüge und Umfragewerte sind den Herren schon längst zu Kopfe gestiegen. Von Professionalität keine Spur. Aber sollen sie nur weiter ihre Aktionen durchziehen. Was besseres als Wahlkampfspenden für Hundeschulen bekommen sie ja ohnehin nicht hin. 

Laurenz

12. Januar 2024 23:12

Liebe kritischen Teilnehmer, entspannen Sie Sich bitte mal. Jeder kann sich mit jedem treffen, wenn dies auf Gegenliebe stößt. Natürlich sind manche Mitbürger wegen Kontaktschuld-Gefahr ausgeschlossen. Aber so zu tun, als gäbe es in der Bunten Deutschen Politik keine Hinterzimmer, kann nicht nur am Gedächtnisverlust des Kanzlers liegen, sondern dem ganzer Fraktionen. Ich habe zwar nichts gegen Prinzen aus Saudi-Arabien oder Emire aus Katar, aber kein Rechter Deutschlands hat bisher vor diesen Leuten den Kotau gemacht oder Waffenlieferungen genehmigt. Gibt es denn jetzt eine Kontaktschuld mit dem Britischen König, weil dessen Bruder sich an minderjährigen Mädchen zu schaffen machte? Iwo, bei der Deutschen Justiz ist sowas mittlerweile ein Kavaliersdelikt. Wenn wir auf die historischen Nationalsozialisten schauen, entschieden die sich gegen eine Bewaffnung der Ukrainer. Die aktuelle Regierung tut genau das. Das ist vielleicht das einzig rechtsradikale, verfassungswidrige in unserer Bananen-Republik. Wir können uns tatsächlich zurücklehnen, anstatt auf womögliche Fehler zu spekulieren. Wo gehobelt wird, fallen Späne.

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