Auf dem Weg nach vorn zurück, aber vor dem Ruin

Die Kette der Attacken gegen die AfD und gegen ihr Umfeld, gegen uns also, reißt nicht ab. Das war vorhersehbar. Muß ich’s aufzählen?

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Cor­rec­tiv hat­te sei­ne Stun­de und muß­te zurück­ru­dern. Björn Höckes Immu­ni­tät wur­de zum ach­ten Mal auf­ge­ho­ben, er wird sich mit­ten im Wahl­kampf in drei Gerichts­pro­zes­sen dafür recht­fer­ti­gen müs­sen, daß er mit Wor­ten spiel­te und Stei­ge­rungs­for­men anwand­te. Man will ihn hin­ter Pan­zer­glas prä­sen­tie­ren – zu sei­nem Schutz, zum Schutz derer, die er ansprin­gen könn­te? Bil­der jeden­falls wie bei ita­lie­ni­schen Mafiaprozessen …

Zuletzt ent­hüll­te der Baye­ri­sche Rund­funk, die AfD im Bun­des­tag beschäf­ti­ge hun­dert Rechts­extre­me. Daß die Defi­ni­ti­on des­sen, was rechts­extrem sei, im Zusam­men­spiel von Medi­en, Behör­den und lin­ken For­schungs­ein­rich­tun­gen fest­ge­legt wur­de und trotz aller Bemü­hun­gen ver­wa­schen bleibt, nimmt dem Zweck der Bericht­erstat­tung nicht die Spit­ze. Was auf vie­len Kanä­len laut behaup­tet wer­den kann, ist in der Welt.

Alex­an­der Kiss­ler beschrieb in der Neu­en Zür­cher Zei­tung vom 12. März, wie sich ­Bun­des­kanz­ler Scholz im Video­for­mat »Kanz­ler kom­pakt« mit ara­bi­schen und tür­ki­schen Unter­ti­teln an die im Rama­dan ver­sin­ken­den Migran­ten, eher »Mit­bür­ger«, wand­te und auch bei die­ser Gele­gen­heit nicht auf Falsch­aus­sa­gen ver­zich­ten konn­te: War­um, so fragt Kiss­ler, sei es not­wen­dig gewe­sen, erneut

von angeb­li­chen ›Depor­ta­ti­ons­plä­nen‹ zu spre­chen und so Ver­un­si­che­rung zu schü­ren, Ängs­te zu wecken und die Spal­tung der Gesell­schaft zu vertiefen.

Und wei­ter:

Für die Exis­tenz die­ser Plä­ne gibt es näm­lich kei­nen Beweis. Es han­delt sich um die Inter­pre­ta­ti­on eines Arti­kels der ­Recher­che­platt­form Cor­rec­tiv, nicht um eine beleg­te Tatsache.

Die Ant­wort gibt sich Kiss­ler mit sei­ner Auf­zäh­lung selbst: Es geht den­je­ni­gen, die mit Lügen und Unter­stel­lun­gen, ver­ba­len Auf­la­dun­gen und his­to­ri­schen Par­al­le­len ope­rie­ren, um Ver­un­si­che­rung, Angst­po­li­tik und Spal­tung, um Feind­mar­kie­rung und Vor­be­rei­tung der Bee­te, auf denen die Saat auf­ge­hen soll.

Sie täu­schen unab­hän­gi­gen Jour­na­lis­mus vor, simu­lie­ren demo­kra­ti­sche Ver­ant­wor­tung und ver­höh­nen die­je­ni­gen, die sich auf die Stra­ße trei­ben las­sen, weil sie sol­che Sor­gen ernst neh­men: daß näm­lich die AfD drauf und dran sei, auf lega­lem Wege die Macht im Staa­te zu errin­gen, um, wie dazu­mal, sich zu ermäch­ti­gen und unter­drü­ckend und depor­tie­rend ein neu­es Deutsch­land einzuläuten.

Kiss­ler gehört zu den­je­ni­gen, die das Zusam­men­spiel zwi­schen Regie­rungs­ver­tre­tern, Inlands­ge­heim­dienst, Staats­me­di­en und zivil­ge­sell­schaft­li­chem Netz­werk beschrei­ben und dabei sehr zurück­hal­tend, aber immer­hin doch auf den Ele­fan­ten im Raum hinweisen:

Was wäre, wenn die Aus­höh­lung der Demo­kra­tie längst in vol­lem Gan­ge wäre, betrie­ben von den­je­ni­gen, die vor der Oppo­si­ti­on als den »Fein­den der Demo­kra­tie« war­nen und so etwas wie eine ­akkla­ma­to­ri­sche Demo­kra­tie anstre­ben, also eine, die auf situa­ti­ver Über­rum­pe­lung, spon­ta­ner Zustim­mung, Pro­pa­gan­da­kunst und Not­stand beruht, nicht mehr auf frei­en und fai­ren Wahlen?

Für einen Publi­zis­ten wie Kiss­ler mögen sol­che Andeu­tun­gen, sol­che Denk­mög­lich­kei­ten die äußers­te Gren­ze des­sen sein, was er sich zumu­ten darf. Man kann das ver­ste­hen: Dort, von wo aus Kiss­ler schreibt, muß wei­ter­hin die Über­zeu­gung vor­herr­schen, daß die deut­sche Demo­kra­tie noch funk­tio­nie­re und daß ein Staats­streich von oben nicht stattfinde.

Wir sehen das anders – nicht natur­ge­mäß, son­dern auf­grund von Erfah­rung. Denn natür­lich waren wir alle­samt staats­treu und prä­de­sti­niert für den Dienst am Staa­te und im Staa­te (und wären es wie­der, bestün­de Hoff­nung). Daß wir es nicht mehr sind, ist das Ergeb­nis eines kol­lek­ti­ven Lern- und Abna­be­lungs­pro­zes­ses, den wir uns nicht aus­ma­len konn­ten und den wir so ganz noch immer nicht voll­zie­hen können.

Denn noch immer gehen selbst wir hier und dort von einem Irr­tum aus, von einem Miß­ver­ständ­nis, das sich durch Argu­men­te auf­lö­sen las­sen könn­te. Das ist ein Weg nach vorn zurück: erst ein­mal Grund unter die Füße bekommen.

Das ist aber auch die rech­te Geduld, die Esels­ge­duld, und damit eines der Kenn­zei­chen rech­ter Poli­tik und rech­ten Den­kens: Der Mensch, aus krum­mem Hol­ze geschnitzt, bedarf der Regeln und Insti­tu­tio­nen, des Rah­mens und der Hegung, und über Jahr­hun­der­te errich­te­te Leit­plan­ken sind zwar von heu­te auf mor­gen umge­legt, aber nicht wie­der auf­ge­stellt. Aus die­sem Grund kön­nen wir uns wohl nie an die Leicht­fer­tig­keit gewöh­nen, mit der die Fein­de unse­res Vol­kes die Staats­mit­tel gegen die Ver­fas­sung ein­set­zen und auf die­se Wei­se bei­des ruinieren.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

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Kommentare (28)

Dieter Rose

27. März 2024 13:27

Das ist keine Frohe Osteebotschaft.
Das wird wohl ein DDR-Zeitraum, der überlebt werden muss. Für viele wird es in ihrem Leben keine Änderung geben, es sei denn, das...(diesen Appell vermeide ich lieber.)

Waldgaenger aus Schwaben

27. März 2024 14:42

"Der Mensch, aus krummem Holze geschnitzt, bedarf der Regeln und Institutionen, des Rahmens und der Hegung, und über Jahrhunderte errichtete Leitplanken sind zwar von heute auf morgen umgelegt, aber nicht wieder aufgestellt."
Du sprichst ein großes Wort gelassen aus (Goethe, Iphigenie auf Tauris).
Wann standen die Leitplanken denn  je in rechter Weise? Einzelne sehr kurze Episoden irgendwo auf der Welt liessen sich finden. Warum aber gingen sie dann zu Ende?
Ich denke wir sollten uns an einem anderen Menschenbild orientieren. Der Mensch steht frei vor Gott. Seine Leitplanken sind die Sakramente, die Gott ihm entlang des Lebensweges anbietet.
 
 

A P Weber

27. März 2024 17:39

"können wir uns wohl nie an die Leichtfertigkeit gewöhnen, mit der die Feinde unseres Volkes die Staatsmittel gegen die Verfassung einsetzen"
Wenn wir Leichtfertigkeit mit dem Duden - Herkunftswörterbuch von dem Adjektiv "unbedacht", "vorschnell", "oberflächlich", "fein", oder "schwächlich" ableiten, dann trifft all das auf die Feinde unseres Volkes nicht zu: 
Sie stellen ganz bewußt, gezielt, überlegt, in feiner Abgestimmtheit und notfalls repressiv alle traditionalen Werte der Deutschen auf den Kopf, wobei das Grundgesetz von Anfang an auch Vehikel zur evolutiven Institutionenumwandlung und Internationalisierung war. 

Laurenz

27. März 2024 18:03

@Waldgänger aus Schwaben ... Man muß Ihnen hier deutlich widersprechen. GK schreibt hier über eine nötige funktionierende Verfaßtheit, Rechtsstaatlichkeit. Welche Jurispotenz böte ein Gott? Mißachtung einer Mehrheit, wie meiner Wenigkeit. Im Laufe der von GK zitierten Jahrhunderte gab es immer eine funktionierende Verfaßtheit. Wies Sie Mängel auf oder stand nicht genügend Macht hinter ihr (siehe Großer Ritterkrieg/Bauernkrieg) wurde sie durch eine neue Verfaßtheit ersetzt, die bei Versagen wieder ersetzt wurde. Die Verfaßtheit des II. Reichs & Nachbarn (hier durch EL nebenbei im Vortrag beschrieben https://youtu.be/XjG5AOQ6XAg) scheiterte an der nicht reformierten Ständegesellschaft. Gott wurde spätestens mit den Fürsten der Aufklärung ersetzt (sagen wir mit dem durchaus frommen Soldatenkönig), weil Gottes Vertreter auf Erden am heute bei Woken wieder aktuellen "rules for thee but not for me" scheiterten (https://www.n-tv.de/leute/Mark-Zuckerberg-hat-jetzt-eine-Megajacht-article24824551.html), was meist das Ende totalitärer Gesellschaften bedeutet. Was GK im Artikel aber kritisiert, ist die Aussetzung der Verfaßtheit, der Rechtsstaatlichkeit, was immer nur während Revolutionen & Putschen stattfindet.

Laurenz

27. März 2024 18:29

Ich würde jetzt nicht so schwarzmalen. Vor ein paar Jahren stellte GK eine (junge?) Autorin vor (War jetzt zu faul das Archiv zu durchforsten), die beschreibt, wie man die Zeit totalitären Wahns überlebt. Das Netz verbreitet digital die Scheißhausparolen der herrschenden Kaste exponentiell im Vergleich zur noch analogen DDR. Dadurch nutzen sich Termini, wie Nazikeulen, Staatsdelegitimierung, Haßkriminelle, Wutbürger etc.pp. auch mit exponentieller Geschwindigkeit ab. Protestierende Bauern & Querdenker, aus dem Framing gefallene, akzeptieren die neu geschaffene Realität, daß sie jetzt Neu-Nazis sind. Das mag für historisch denkende Menschen bitter sein, bleibt aber unweigerlich nicht aus. Diese neu definierten Nazis kämpfen nun zu Brüssel mit Gülle gegen DDR-demokratische Wasserwerfer der Globalpozilei.

Dr Stoermer

27. März 2024 21:57

Hoffe, nicht missverstanden zu werden (meine Treue ist unverbrüchlich): Höcke DARF sich in Gerichtsprozessen rechtfertigen. Das geht an die Substanz des Menschen und der Familie. Kaum jemand hielte dem Stand. Von Höcke glaube ich, das hoffen zu können. Die Gegenseite projiziert ihr Tun auf die Vertreter des Volkes, das Volk als Ganzes: Mafiaprozesse. Das, was die Halunken erwarten müsste.
Wir haben das Glück, nicht in Stalins Sowjetunion zu leben, wo Schauprozesse die Einschüchterung verstärkten, weil es für das Volk keine alternativen Informationskanäle und nur die eigene geschlossene Welt mit willkürlichen Erschießungen gab. Wenn Höcke „vorgeführt“ wird, wird es sein Unterstützerfeld festigen und ihm neue Empörte hinzufügen. Es gibt einen Teil, der durch die Anklagen bei den eigenen Ressentiments bleibt. Aber um die geht es nicht. Es geht immer um die nächste Salamischeibe, die von A nach B wandert, denn wer erstmal bei B ist, geht nicht zu A zurück („you cannot unsee what you saw“).
Das Schlechteste, was „uns“ passieren könnte, ist, dass „die“ sagen: OK, also ja, hier und da haben wir uns geirrt, ihr seid gar nicht so schlecht. Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte, lass mal sprechen (gerade versuchen sie es mit der Beschwichtigung zu den RKI-Dokumenten, aber selbst das wird nicht funktionieren). Aber der Punkt des „ey lass mal sprechen“ ist längst überschritten. Jetzt heißt es: Die Linie halten, der Feind ist verzweifelt. Habt weniger Vergebung!

A. Kovacs

27. März 2024 22:49

"Denn noch immer gehen selbst wir hier und dort von einem Irrtum aus, von einem Mißverständnis, das sich durch Argumente auflösen lassen könnte."
Mir ist schleierhaft, wie Sie das immer noch denken können. Die Gegner (wie Sie die Feinde nennen) wissen genau, was sie tun; da gibt es kein Missverständnis. Ich empfehle zur Erhellung der sozialistischen Motivation gern die folgenden zwei Vorträge von Daniel v. Wachter, die keinen Zweifel an der destruktiven Bösartigkeit der Gegenseite lassen: https://youtu.be/RV45zn4VDZY?si=GwyleSpa0UtS8vzn und https://youtu.be/zTmvlH-U118?si=SRD9MNvIBaN1GDnZ

Dr Stoermer

27. März 2024 23:19

Was auf vielen Kanälen laut behauptet werden kann, ist in der Welt.
Das interessiert aber kaum noch jemanden. Die meisten haben wg. Überforderung innerlich abgeschaltet. Der Durchschnitts-Bobo hält zurzeit die Fresse. Was ein Unterschied zu den Belehrungsjahren 2015ff, wo sie einem die Welt mit Studien, Statistiken, Expertenverweisen, objektiven Moralmaßstäben etc. erklärten! Herrlich, im Grunde. Man beachte die Reflexion zum Anschlag bei Moskau und „Unfall“ in Baltimore (Brücke nach Verfasser der US-Hymne benamt). Hier rein, da raus, ein wenig Bellen wie immer, das war’s bei dem, was folkt. 

Dr Stoermer

27. März 2024 23:20

Es gibt Leute, die glauben, im Ringen um die öffentliche Meinung zu stehen. Die posten auf X oder wo auch immer, als ob es dafür Punkte gäbe. Aber achtet Scholz tatsächlich auf das, was INSA „misst“? Oder ist das, was sich „die Menschen da draußen“, also auch „wir“, einmal von der Welt gedacht haben, weil es uns – gemäß Ockham – als die Welt mit den geringsten Voraussetzungen erschien, in Wirklichkeit eher die unwahrscheinlichste Gestalt einer Welt? Ist also das, was wir, mit allen Einschränkungen qua Besatzung zwar in D, vom Funktionieren des Staates dachten, womöglich etwas, was erst unter Idealbedingungen überhaupt nur hätte stattfinden können? Folglich doch eher nicht stattgefunden hat? „Idealbedingungen“, weil wir, man, das lediglich so wünschte, um nicht aufgrund Geworfenheit ins durch von uns nicht Gewogenen Gesetzte wahnsinnig zu werden?…

Franz Bettinger

28. März 2024 04:57

„...die AfD im BT beschäftige 100 Rechtsextreme“. Glaubt einer denn solcherlei Anwürfe noch? Einer von denen, auf die's ankommt; also die Wähler, die zweifeln, ob sie AfD wählen sollen? Sind die nicht längst drüber weg über solche Schwamm-Begriffe (extrem, radikal, rechts…). Wissen die nicht längst Bescheid? Und die anderen, Ewig-Gestrigen? Die können uns egal sein. Denke, das ganze Schmieren-Theater des herrschenden Regimes ekelt die Leute von Tag zu Tag mehr; und nutzt uns. Klar ist die Lage für uns nicht einfach. Wenn’s einfach wäre und man lediglich seinem Verstand und Gefühl folgen dürfte, so ganz ohne Repressalien, hätte die AfD längst die absolute Mehrheit. Linie halten! Was sonst. 

Schobbepetzer

28. März 2024 07:09

sehr guter Kommentar von Dr. Stoerner, genau so ist es!!!

Adler und Drache

28. März 2024 08:14

GKs immer seltener werdende Artikel (vom Tagebuch abgesehen) haben sehr oft den Charakter des abschließend Gesagten. Im Grunde kann man nur zustimmen, da Widerspruch offenkundiger Unsinn wäre, aber "dazu sagen" lässt sich auch nicht viel. Je älter er wird, desto mehr kommen mir seine Mitteilungen wie Karl-Barth-Texte vor, monolithisch, sie stehen für sich - noch zwei Schritte weiter, und sie werden hermetisch. 
Zum Artikel selbst mein unmaßgeblicher Senf: Mich stört die Feindschaft des "Systems" gar nicht so sehr: Was erwartet man, wenn man sich auf Kontrakurs begibt? Was mich dagegen immer wieder von neuem entsetzt, ist die eifernde, geifernde Masse. Ich las dieser Tage die Kommentare unter einem Artikel zu Pfarrer Martin Michaelis, der nun als Parteiloser auf der AfD-Liste für die Kommunalwahl in S-A antritt. Das: die Stimme des Volks - das raubt mir die Hoffnung. Die eifernde, geifernde Menge. Vor der feindlich gesonnenen Macht aufrecht und gerade zu stehen hat eine eigene Würde, aus der man eine eigene Kraft zieht. - Aber die Anwürfe und Anspeiungen der Masse haben nichts dergleichen.  

RMH

28. März 2024 11:16

Bei dem Thema darf man aber nicht die Fähigkeit zur Selbstkritik verlieren. Ich hoffe, dass diese Fähigkeit über den Druck von außen nicht verloren geht, werde aber bestimmt nicht zu einer Suada der Fehler ansetzen, denn das führt in einem öffentl. Debattenraum zu nichts (mehr). Kulturpolitisch führt kein Weg an Rechts, Konservativ & Liberal vorbei. Dazu braucht man auch nicht zwingend eine Partei. Besorgniserregend ist, dass Strukturen geschaffen wurden und werden, die schon lange nichts mehr mit der AfD alleine zu tun haben. Wenn die Partei heute die Selbstauflösung erklären würde, wären diese Mittel und Strukturen immer noch da. Menschen, die ein bisschen über den Tellerrand hinaus sehen können, wie bspw. Brodkorb, haben es klar erkannt. Der Artikel von G.K. geht in seiner Argumentation auch bewusst über das Partei-klein-klein-AfD hinaus. Für mich ist es das große Ziel, welches alle freiheitlich-demokratischen & nationalgesinnten Kräfte jetzt verfolgen sollten: Die Aufklärung darüber, dass der Kampf gegen R. in Wahrheit eine Beseitigung der freiheitlich demokr. Ordnung ist und nicht ihr Schutz. Die Union nebem dem BSW übernehmen dabei als Ventile Punkte der AfD. Ein J. Spahn könnte inhaltlich mittlerweile als AfD-Politiker durchgehen. Daran sieht man, dass es auf inhaltlich-progr. Details nicht ankommt, sodern auf Kontrolle. Die AfD entzieht sich dem Kontrollschema, also wird sie beseitigt. Ihr Umfeld sowieso. Das BSW fügt sich und darf daher ein bisschen Protest spielen, bei Abweichung von der zugedachten Rolle wird man es wegblasen.

Suedburgunder

28. März 2024 13:17

@Adler und Drache
" Die eifernde, geifernde Menge. Vor der feindlich gesonnenen Macht aufrecht und gerade zu stehen hat eine eigene Würde ..."
Wie wahr! Gerade am Triduum pascal wird es uns immer wieder bewußt.
Wünsche eine gesegnete Osterzeit

Le Chasseur

28. März 2024 14:16

@RMH
"Ein J. Spahn könnte inhaltlich mittlerweile als AfD-Politiker durchgehen."
Hä? Wieso das denn? Tritt Spahn für die Auflösung der EU ein? Ist Spahn gegen einen Krieg Deutschland vs Russland zu Gunsten der USA? Ist Spahn für einen vollkommenen Einwanderungsstopp? Ist Spahn für die Aufarbeitung der verfassungswidrigen Corona-Politik? Spahn quakt ein wenig populistisch herum, so wie Söder oder Bosbach. Das war's dann aber auch schon. Bei den wirklich wichtigen Fragen steht er diametral zur AfD. Spahn ist ein antideutscher Globalist.

LuitpoldXXIV

28. März 2024 14:25

Die Frage muss lauten: Wer ist mit dem Deutschen Volk und wer ist dagegen? Alle anderen Argumentationen sind ein Kampf mit Windmuehlen. 

Laurenz

28. März 2024 15:14

@RMH ... ich denke nicht, daß ein Verbot der AfD noch möglich ist. Das war es übrigens nie. Sonst hätte man das längst durchgezogen. Die AfD steht links von vielen rechten Parteien Europas. Da die Anfeindungen des Berliner Regimes immer mehr internationale Aufmerksamkeit erzeugen & Deutschland ökonomisch, wie militärisch als Schlußlicht fungiert, ist man sowieso nicht gerade gut auf die Top-Versager unseres Bunten Kabinetts zu sprechen. Denn, wie soll Deutschland zukünftig die vielen gewohnten Finanzspritzen finanzieren, wenn die Grünen dazu jede Basis ruinieren? Und was Spahn angeht, so schnell wird kein Corona-Paulus zum AfD-Saulus.

brueckenbauer

28. März 2024 15:44

Ich sehe, dass Menschen, die ein "Institut für Staatspolitik" aufgebaut haben, sich nur schwer von der Hoffnung trennen können, irgendwie FÜR einen (abstrakten) "Staat" arbeiten zu können oder zu dürfen. Ich kann dazu nur sagen: Es gibt ein Leben ohne und gegen den Staat - dieses Leben haben zahllose Menschen, freiwillig oder unfreiwllig, vor uns geführt. Beschäftigen wir uns mit dem, was wir von diesen Menschen lernen können.

RMH

28. März 2024 15:49

@Laurenz, bis zum ersten NPD Verbotsverfahren hat man wie viele Jahrzehnte die Partei werkeln lassen? Jetzt hat man diese Partei finanziell kastriert. Ich habe auch nicht auf ein Verbot abgestellt, sondern darauf, dass das Repressionsregime weit über den Bestand einer AfD hinaus geht. Wäre die Partei weg, gäbe es das System immer noch. Die AfD wird Scheibchenweise bekämpft, sollte das nicht reichen, um sie in den Ecke des Ungefährlichen zu drücken, wo sie keinen Schaden anrichtet, hat man immer noch ein Verbotsverfahren in der Hinterhand und vermutlich kommt wenn, dann das Verbot "light", Entzug der Finanzierungsprivilegien. 
@LeChasseur, J. Spahn ist der, der seit kurzem vom Runterdrücken der illegalen Migration auf 0 spricht, er war einer der ersten, der sich für eine Aufarbeitung der C. Politik durch den BT ausgesprochen hat, Jens Spahn lästert gegen das Bürgergeld und für die Druschba-Freunde, Antiamerikaner, Sozialpatrioten & Ossis gibts ergänzend zur Abschichtung & Aufteilung das BSW. Und genau auf so eine Koalition wird es am Ende in den neuen Ländern hinaus laufen, Union & BSW & Partei X oder Y. Oberflächlich betrachtet, braucht keiner die AfD mehr. In die Details, wie Sie, schaut die Masse nicht. 

quer

28. März 2024 17:19

Was ist "rechts" und was ist "links" bei den Deutschen? Ich bin zu der Überzeugung gelangt, daß in der DNA dieses Volkes ein Sozialismus-Gen fest verankert ist. Schließlich ist ja auch eine Sozialismusvariante hier erfunden worden. Damit meine ich nicht den A.H., sondern den K.M. Selbst Konservative sind nicht frei davon. Dies ist daran erkennbar, wenn im Zusammenhang mit politischen Forderungen, Taten und Vorstellungen das Wort "Wir" benutzt wird. "Wir" ist das Synonym für das "Kollektiv". Das (rare) Gegenstück ist das Individuum des "Ich". Dessen Vorstellung und Ziel lautet: So wenig Staat als möglich. Alles andere trägt den Keim des Untergangs in sich. Alles nur eine Frage der Zeit und dem Grad der Hybris.

Heinrich Loewe

28. März 2024 17:48

„staatstreu“, „Dienst am Staate und im Staate“
auch @Waldgänger  (++) und Laurenz (-)
Kubitschek, Sie sind viel zu staats-gläubg. Der Staat ist grundsätzlich und immer das Problem. Da muß man auch kein Libertärer dazu sein. Je länger und intensiver ich mich mit den Amerikanern befasse, desto klarer wird das im Kontrast. Wenn wir wenigstens nur deren Meinungsfreiheits-Recht hätten, nur das! Ihre ganze Verfassung ist konsequent vom Einzelnen zum Ganzen hin aufgebaut. Bei dem (von den Siegern 45 geschriebenem) Grundgesetz, das aber auch in der preußischen obrigkeitsstaatlichen Tradition steht, braucht sich niemand wundern über das, was hier gerade abgeht. Das wird nicht besser, eher schlechter.

ofeliaa

28. März 2024 19:22

Ach, gut dass mich die Kommentarspalte hier noch einmal daran erinnert, wieso ich die AfD nicht wählen kann. Austritt aus der EU? Bei euch hakt es wohl. Ich mag keine Menschen, die mir mein Land kaputt machen und ein EU-Austritt macht genau das. Ihr habt offensichtlich keine Ahnung, was für Probleme und Querelen und soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten es in Deutschland nach einem Austritt aus der EU geben würde. Lebt doch erst einmal ein paar Jahre in einem Nicht-EU-Land und informiert euch wenigstens darüber, wie es den Menschen in Grossbritannien jetzt geht. Wenn ihr Deutschland brennen sehen wollt und Leid über deutsche Familien bringen wollt, dann propagiert ruhig weiterhin den Austritt aus der EU, dann werdet ihr euer Ziel erreichen. Es kann dann locker zum Bürgerkrieg in Deutschland kommen. Die Menschen sind jetzt bereits total aggressiv und fühlen sich ungerecht behandelt. Nach einem Austritt aus der EU eskaliert das Ganze. Ausserdem möchte ich persönlich auch überhaupt nicht in einem Nicht-EU-Land leben, gibt tausend Gründe dafür, ein bisschen mehr Dankbarkeit gegenüber der EU zu zeigen. 

Laurenz

28. März 2024 21:33

@Ofeliaa .... Die AfD fordert keinen Austritt aus der EU, sondern votiert mehr für eine Föderation, ohne den demokratisch nicht legitimierten Wasserkopf von über 30k EU-Beamten, der vordergründig aus Deutschen Steuergeldern bezahlt wird. Frau Weidel kritisiert, daß Verordnungen, wie ein EU-Verbrenner-Verbot, niemand braucht. Niemand in der AfD kritisiert den Europäischen Binnenmarkt, dem übrigens auch die Schweiz angehört, ohne in der EU zu sein. Die Schweiz ist, pro Kopf, das reichste Land der Welt, zumindest was das Notenbankvermögen angeht. Die EU & ihre Vorläufer bis zurück zur Montanunion, 1951, dienen dazu, bonapartistische Tributleistungen an unsere befreundeten Nachbarn für Nicht-Krieg zu leisten. Um hier zu überzeugen, müßten Sie auch ein paar Argumente auf den Tisch legen. Ich lese keine. Deutschland ist deswegen der größte Netto-Einzahler in die EU, weil hier mit die höchsten Steuern erhoben werden, woran sich die Tribute nach Brüssel orientieren. Die Deutschen selbst, hingegen, gehören mit zu den ärmsten Europäern. Hier sehen Sie das Vermögen pro Haushalt in EU-Staaten https://de.statista.com/statistik/daten/studie/255335/umfrage/nettovermoegen-privater-haushalte-in-europa-nach-laendern/ Sobald Deutschland pleite ist, hört die EU sofort auf zu existieren. Und mit den Grünen an der Macht, ist das absehbar.

deutscheridentitaerer

28. März 2024 21:46

@Heinrich Löwe
Warum ist Amerika dann so scheiße?
@ofeliaa
Immer wieder faszinierend, welche wirren Memekomplexe in der Rechten Sphäre so herumschwirren.

Le Chasseur

28. März 2024 22:11

@RMH
"J. Spahn ist der, der seit kurzem vom Runterdrücken der illegalen Migration auf 0 spricht"
Ich weiß. Die Betonung liegt auf "illegalen". Auch Spahn hat sicherlich nichts gegen 1,5 Millionen Zuwanderer jährlich, solange sie nur legal kommen und wirtschaftlich verwertbar sind: https://www.welt.de/wirtschaft/article246185436/Migration-Wirtschaftsweise-fordert-1-5-Millionen-Zuwanderer-pro-Jahr.html
"er war einer der ersten, der sich für eine Aufarbeitung der C. Politik durch den BT ausgesprochen hat"
Anscheinend hofft Spahn auf eine Kronzeugenregelung. Er war doch einer der schlimmsten: https://www.hna.de/politik/corona-spahn-ungeimpfte-job-lohnausfall-quarantaene-lohnersatz-arbeit-bayern-deutschland-zr-90969721.html
https://www.welt.de/wissenschaft/article235318154/Corona-Spahn-will-Einschraenkungen-fuer-Ungeimpfte-und-2G-auf-lange-Zeit.html
Oder wird er sagen, "Ich habe doch nur Befehle ausgeführt"?

Le Chasseur

28. März 2024 22:17

@quer
"Ich bin zu der Überzeugung gelangt, daß in der DNA dieses Volkes ein Sozialismus-Gen fest verankert ist."
Ja. Und das ist auch sehr gut so.
@ofeliaa"Ihr habt offensichtlich keine Ahnung, was für Probleme und Querelen und soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten es in Deutschland nach einem Austritt aus der EU geben würde."
Entschuldigung, aber Sie haben offensichtlich keine Ahnung, wie gut es Deutschland ohne die EU ginge.

heinrichbrueck

28. März 2024 22:28

Der Mensch ist auch nur ein Selektionsteilnehmer, unterteilt in stark und schwach. Die Naturgesetze haben es noch nie zugelassen, daß die Schwachen eine langfristige Überlebensperspektive umsetzen könnten. Das "linke" Desaster glaubt, aus welchen Gründen wohl, zu den Starken gehören zu können.
Die meisten Menschen wären froh, in einem "DDR-Zeitraum" leben zu dürfen. Haiti wäre schlimmer. In einem Vielvölkerstaat gibt es evolutionäre Gruppenstrategien, unterteilt in schwach und stark. Die Herrschaftsform Demokratie ist der Evolution untergeordnet, also Mittel zum Zweck. Haben die Schwachen einen Plan (ihre "Führung")? 
Die Linken sind konstant berechenbar. Sie können ausgenutzt werden, mehr ist nicht drin. Ihre "westliche" Dreckskultur muß verschwinden. Ein Geisteskranker darf doch glauben, er sei normal, aber die Evolution glaubt es nicht. Die Evolution weiß immer: die Starken verdrängen die Schwachen. Evolutionsfaktoren können Gott, Freiheit, oder Sozialpolitik sein. 
Eine starke Gruppe muß immer stark sein. Die Zeit (Verlauf) ist das krumme Holz. 

Adler und Drache

28. März 2024 22:54

@quer:
"Wir" ist das Synonym für das "Kollektiv". Das (rare) Gegenstück ist das Individuum des "Ich". Dessen Vorstellung und Ziel lautet: So wenig Staat als möglich.
Das "Ich", das "so wenig Staat als möglich" fordert, ist nur ein anderes "Wir" - denn es ist ja auch wieder eine politische Forderung, und Politik ist immer Sache des "Wir". Das wahre "Ich" überwindet den Staat, oder, biblisch gesprochen, die Welt in sich selbst. 

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