Deindustrialisierung: der Vierjahresplan von Robert Habeck

Deutschland soll laut Bundesregierung weltweit als Pionier vorangehen und beweisen, daß auch eine klimaneutrale Wirtschaft Wohlstand erzeugen kann. Gleichzeitig setzen die Pläne der Bundesregierung voraus, daß die internationale Zusammenarbeit funktioniert und Deutschland gerade nicht alleine handelt. Ein Gastbeitrag von Enrico Komning, MdB und Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, über das Zerstörungswerk von Robert Habeck.

Natio­na­le Mythen sind die Sache der Lin­ken nicht. Daß Kai­ser Fried­rich Bar­ba­ros­sa aus dem Kyff­häu­ser auf­er­ste­hen wird, um Deutsch­land in Zei­ten größ­ter Not zu einen und zu ret­ten, ist ein Bild, mit dem Sozia­lis­ten, Sozi­al­de­mo­kra­ten, Grü­ne und die meis­ten Libe­ra­len im Regel­fall eher wenig anfan­gen kön­nen. Dazu müß­ten sie näm­lich auf irgend­ei­ner Ebe­ne an die Exis­tenz einer Nati­on oder eines Vol­kes glau­ben, und das tun sie nun ein­mal nicht.

Umso über­ra­schen­der macht sich der­zeit die Figur unse­res Wirt­schafts­mi­nis­ters Robert Habeck aus. Er arbei­tet an nichts ande­rem als einem natio­na­len Mythos. Der geht in etwa so: Wenn Deutsch­land die alte Form des Wirt­schaf­tens auf­gibt, alle sei­ne Stär­ken und Vor­tei­le, dann wird es wie ein Phoe­nix aus der Asche aus den Trüm­mern der alten Indus­trie auf­stei­gen und welt­weit die Rol­le eine füh­ren­de Wirt­schafts­macht einnehmen.

Man kann Robert Habeck kei­nes­wegs nach­sa­gen, das nicht offen ange­kün­digt zu haben. Bereits 2019 sag­te er, Ver­zicht sei nicht immer nur nega­tiv. Man kön­ne auch Opfer brin­gen für Idea­le und Über­zeu­gun­gen. Mitt­ler­wei­le Wirt­schafts­mi­nis­ter, drückt er das im Jah­res­wirt­schafts­be­richt 2022 der Bun­des­re­gie­rung fol­gen­der­ma­ßen aus:

Durch die Poli­tik, die er anstre­be, „dro­hen Ver­lus­te, und sie betref­fen auch Iden­ti­tä­ten, Tra­di­ti­on, das, wor­auf Men­schen stolz sind.“ Doch die­se Ver­lus­te wer­den nicht umsonst sein. Sie ermög­li­chen den „Auf­bruch Deutsch­lands zu einer treib­haus­gas­neu­tra­len Wirt­schaft“. Deutsch­land bie­te „als kli­ma­po­li­ti­scher Vor­rei­ter den Unter­neh­men bes­te Vor­aus­set­zun­gen, gewich­ti­ge neue Märk­te zu ent­wi­ckeln und zu erobern.“

„Opfer“, „Ver­lus­te“, „Auf­bruch“, „erobern“. Die Spra­che deu­tet schon ganz auf einen natio­na­len Mythos hin. Deutsch­lands Unter­neh­men wer­den durch ein Tal der Trä­nen gehen; am Ende aber wer­den sie mit neu­er Kraft die ihr zuste­hen­de Rol­le in der Welt über­neh­men und die ande­ren Natio­nen sicher durchs dann kli­ma­neu­tra­le 21. Jahr­hun­dert führen.

An Teil 1 die­ses Mythos, also der Dar­brin­gung der Opfer und der Ein­äsche­rung der „alten“ deut­schen Wirt­schaft, arbei­tet Robert Habeck der­zeit mit Hoch­druck und, man muß es lei­der sagen, mit gro­ßem Erfolg. Die kras­ses­ten Bei­spie­le sind bekannt. Der Auto­in­dus­trie, wie wir sie ken­nen und wie sie den Stand­ort Deutsch­land über Jahr­zehn­te geprägt hat, wird durch den Aus­stieg aus dem Ver­bren­nungs­mo­tor die Grund­la­ge ent­zo­gen. Sie soll sich nun auf den Märk­ten für E‑Mobilität neu erfin­den. Ähn­li­ches gilt für Mil­lio­nen von Gas- und Ölhei­zun­gen. Die sol­len im Rah­men der Wär­me­wen­de fast schon buch­stäb­lich ein­ge­äschert wer­den, um den Weg frei zu machen für Wär­me­pum­pen und ande­re, angeb­lich kli­ma­ver­träg­li­che Hei­zungs­sys­te­me. Es wird allein durch die­sen Schritt mit zusätz­li­chen jähr­li­chen Kos­ten von ca. 9 Mil­li­ar­den für die deut­schen Bür­ger gerechnet.

Die Opfer, die Robert Habeck der Wirt­schaft und den Haus­hal­ten auf­zwingt, zei­gen auch schon Wir­kung. Deutsch­land ist das ein­zi­ge Indus­trie­land welt­weit, das 2023 nicht gewach­sen ist. Selbst Ruß­land, das mit­ten in einem Krieg steckt und wirt­schaft­lich mas­siv sank­tio­niert wird, hat uns abge­hängt. Die Pro­gno­sen für 2024 sehen ähn­lich aus. Selbst die Bun­des­re­gie­rung geht nur noch von mage­ren 0,2 Pro­zent Wachs­tum aus. Was die Asche betrifft, ist Habecks Mythos schon dabei, Wirk­lich­keit zu werden.

Wie sieht es aber mit dem Phoe­nix aus? Wann kommt die Wen­de, und wie soll sie her­bei­ge­führt wer­den? An die­sem Punkt läßt sich die Nai­vi­tät der Ampel-Koali­ti­on sehr klar aufzeigen.

Einer­seits soll Deutsch­land welt­wei­tes Vor­bild sein und bei der Kli­ma­po­li­tik als Pio­nier vor­an­ge­hen. Wenn Deutsch­land die Trans­for­ma­ti­on hin zur Kli­ma­neu­tra­li­tät unbe­scha­det über­ste­hen kann, so die Hoff­nung, dann wer­den ande­re Län­der fol­gen. Im Jah­res­wirt­schafts­be­richt 2022 lau­tet die­ser Gedan­ke so:

Der Erfolg hängt eben­so davon ab, ob Deutsch­land im Zuge die­ses Weges Wohl­stand und Wett­be­werbs­fä­hig­keit bewah­ren kann. Nur wenn das gelingt, kön­nen der ehr­gei­zi­ge Weg auf allen Ebe­nen bis zum Ende beschrit­ten und ande­re Staa­ten ermu­tigt wer­den, in die glei­che Rich­tung aufzubrechen.

Auf der ande­ren Sei­te kann der deut­sche Weg aber laut Ampel-Koali­ti­on nur funk­tio­nie­ren, wenn die ande­ren Natio­nen mit­spie­len, Deutsch­land also gera­de nicht als Pio­nier vor­an­geht. Im Jah­res­wirt­schafts­be­richt 2023 ist das klipp und klar niedergeschrieben:

Zur wirk­sa­men Dekar­bo­ni­sie­rung der Indus­trie ist inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit uner­läss­lich, um auf dem glo­ba­len Markt Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen und Nach­tei­le für fort­schritt­li­che CO2-arme Pro­duk­ti­on mög­lichst gering zu halten.

Es ist wich­tig, Habecks Logik zu ver­ste­hen: Deutsch­land soll den Beweis erbrin­gen, daß es mög­lich ist, Wohl­stand und Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu bewah­ren, auch wenn man sei­ne Indus­trie mit Gewalt auf „Kli­ma­neu­tra­li­tät“ umstellt. Wenn die­ser Beweis gelingt, wer­den ande­re Län­der Deutsch­land fol­gen, und der Kli­ma­wan­del kann wirk­sam bekämpft werden.

Gleich­zei­tig kann die Umstel­lung der Indus­trie auf „Kli­ma­neu­tra­li­tät“ nur dann wirt­schaft­lich funk­tio­nie­ren, wenn Deutsch­land eben nicht allei­ne han­delt, son­dern in inter­na­tio­na­ler Zusam­men­ar­beit mit ande­ren Natio­nen. Um das ein­mal poin­tiert zusam­men­zu­fas­sen: Deutsch­land soll einer­seits vor­an­schrei­ten, ist aber ande­rer­seits dar­auf ange­wie­sen, daß die ande­ren Natio­nen im Gleich­schritt mitmarschieren.

Zu allem Über­fluß heißt es im Jah­res­wirt­schafts­be­richt 2023 übri­gens: „Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit schei­tert bisher“.

Was wir der­zeit an Nie­der­gang erle­ben, ist daher im Grun­de genom­men genau das, was in den Jah­res­wirt­schafts­be­rich­ten und den sons­ti­gen Aus­sa­gen von Robert Habeck ange­kün­digt wur­de. Wir opfern unse­re alte, funk­tio­nie­ren­de und erfolg­rei­che Indus­trie, um eine neue, „kli­ma­neu­tra­le“ Indus­trie zu ent­wi­ckeln. Da die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit jedoch laut Aus­sa­ge der Bun­des­re­gie­rung nicht funk­tio­niert, kann Deutsch­land sei­nen Wohl­stand und sei­ne Wett­be­werbs­fä­hig­keit auf die­sem Wege erwar­tungs­ge­mäß nicht bewah­ren. Daher kön­nen wir davon aus­ge­hen, daß uns die ande­ren Natio­nen auch in Zukunft nicht fol­gen wer­den. Das gesam­te Pro­jekt wird an sei­nen Wider­sprü­chen scheitern.

Vor­bild­funk­ti­on könn­te Deutsch­land nur dann aus­üben, wenn die deut­sche Bun­des­re­gie­rung auf­hö­ren wür­de, die gan­ze Welt mit ihren nai­ven links-grü­nen Heils­er­war­tun­gen zu mis­sio­nie­ren und statt­des­sen auf die zahl­rei­chen Stär­ken der deut­schen Wirt­schaft set­zen würde.

Als roh­stoff­ar­mes Land haben wir eine welt­weit erfolg­rei­che Indus­trie mit einem Gesamt­um­satz von 2,1 Bil­lio­nen Euro auf­ge­baut. Die­se Indus­trie ist nach wie vor mit­tel­stän­disch geprägt. In die­sem Bereich hät­te Deutsch­land die Mög­lich­keit, ande­ren Län­dern als Bei­spiel zu dienen.

Was wir der­zeit haupt­säch­lich brau­chen, um Deutsch­lands Mit­tel­stand und Indus­trie zu erhal­ten, sind gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te und bil­li­ge Ener­gie. In bei­den Berei­chen ver­sagt die Bun­des­re­gie­rung völ­lig. Vier Jah­re Robert Habeck bedeu­ten vier Jah­re Ein­äsche­rung der deut­schen Indus­trie. Hoff­nung auf einen Phoe­nix besteht erst für die Zeit danach.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Sezession
DE58 8005 3762 1894 1405 98
NOLADE21HAL

Kommentare (39)

Artabanus

26. April 2024 09:45

Sehr schoen den Widerspruch selbst innerhalb des "Klimanarrativs" herausgearbeitet. 
Trotzdem ist und bleibt der wichtigste Punkt diesem Klimanarrativ grundsaetzlich zu widersprechen. Der Mensch kann den CO2-Gehalt der Atmosphaere nicht wesentlich beeinflussen und CO2 kann das Klima nicht wesentlich beeinflussen. Die Praemisse der Dekarbonisierung ist somit gleich doppelt falsch.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Diskussion waere noch, dass sog. fossile Brennstoffe wohl gar keine fossile Herkunft haben und hoechstwahrscheinlich praktisch unbegrenzt vorhanden sind.

das kapital

26. April 2024 10:23

Danke für diesen Beitrag. "Hoffnung auf einen Phoenix besteht erst für die Zeit danach." Es ist ja schön, Hoffnung zu verbreiten. Aber Friedrich Merz will doch gemeinsam mit den Grünen ab 2025 weiter das Land zerstören. Wo nehme ich da die Hoffnung her ? /// Generell muss man sich klar machen. 1945 war das Land komplett zerstört. Es gab aber leistungsbereite und -fähige Menschen. Und es gab einen techno-logischen und wissenschaftlichen Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt. Vorsprung durch Technik. Das ist vorbei. Es gibt kein deutsches Facebook, Meta, Google, Amazon usw. Alles amerikanische Konzerne, die auch in D aktiv sind.Deutschland hat den Vorsprung verloren. Was jetzt stirbt oder abwandert an Gewerbe und an Industrie, das ist endgültig weg und woanders. Der Phönix fliegt nach Polen, nach China, in die USA. Hier landet der nie wieder. Rohstoffe haben wir nicht. Das "Humankapital" wandert ab. Das "Sozialkapital" wandert zu. Das Know how und der Vorsprung an Wissen und an Technik ist bereits verloren gegangen. Warum soll hier angesichts einer verrückt gewordenen Regierung noch irgendjemand arbeiten und produzieren, wenn es anderswo viel bessere Rahmenbedingungen gibt ?

das kapital

26. April 2024 10:41

„Wir machen überall in der Welt Gewinne, außer in Deutschland. Der Standort Ludwigshafen macht 1,6 Milliarden Verlust.“ Herr Brudermüller, Chef von BASF bis vor kurzem. Die sind in 91 Ländern der Welt tätig. Die werden einfach die Verluste in D runterfahren, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Wenn ich in 90 Ländern der Erde Gewinn machen kann und nur ausgerechnet in meinem Heimat-land nicht, warum sollte ich dann hierbleiben ? Heimatliebe hat auch Grenzen. Deutschland braucht BASF aber BASF braucht Deutschland nicht. Die haben die Wahl. Die sind keine Anhänger griechischer Mythologie. Sondern Anhänger zukunftsfähiger Standorte. Da ist dann eben Deutschland nicht dabei und wird aussortiert. Für die Aktionäre wäre es sowieso sinnvoller, wenn der Konzern Sitz in Dubai hat. Von dort lässt sich die Welt inzwischen besser bespielen als von hier. Die asiatischen Zukunftsmärkte sind so besser zu erreichen und zu adressieren. ///BASF ist eine absolute Erfolgsgeschichte. Bis vor wenigen Jahren auch in Deutschland. 1865 gegründet, mit Geld auch vom Königreich Bayern. Viele Generationen kamen hier in Lohn und Brot und auch die Investoren waren es zufrieden. Jetzt funktioniert nicht mehr, was 160 Jahre lang durch alle Systeme hindurch bestens funktioniert hat. Und zwar in Deutschland nicht mehr ! In den anderen 90 Ländern schon ! Deutschland funktioniert nicht mehr. Durch eigene Schuld und eigenes Versagen. Und Friedrich Merz regiert uns ab 2025 gemeinsam mit Habeck und Co weiter in Grund und Boden.

Mitleser2

26. April 2024 11:31

"Die Zeit danach" wird aber erst kommen können, wenn es tatsächlich den Niedergang auch am Arbeitsmarkt gegeben hat. Denn nur dann wird der Michl aufwachen. Keiner hat die Glaskugel, wie schnell das gehen wird. Das Problem bleibt aber: auch eine AfD-Regierung könnte nur höchst unpopuläre Maßnahmen ergreifen, denn ohne Schmerzen wird es nicht gehen.

ofeliaa

26. April 2024 11:51

Etwas Pioniergeist darf sein. Habeck sagte einmal, bei ihm Zuhause türme sich Wäsche, weil er nur noch ausser Haus arbeitet. Arbeit an seinem Mythos, mit derselben Überzeugung und Hochdruck wie z.B. rechtskonversative Denker und Politiker an ihren Themen. Überzeugt von seiner Interpretation der Realität. In dem Wissen, dass kein anderes Land das zu schätzen weiß. Wir werden nicht als Klimaretter in die Annalen eingehen. Ihm geht es ums Prinzip. Ich finde es bedenklich, dass er die Bürger dabei kaum im Blick hat. Tendenziell ist es aber schon so: In einen saueren Apfel muss man beißen. Der Planet leidet und man kann als Spezies Mensch etwas tun. Nicht umsonst ist Hirn-Körpermasse-Ratio bei der Gattung Mensch so außergewöhnlich. Umweltschutz also erst einmal ja. Nur bis wohin? Einige werden sagen: Lebt so wie wir, plus Selbstversorgung, minus Import via Schiff und Flugzeug aus China und Co., dann hätten wir diese Probleme nicht. Dies ist die Gegenagenda, nur ob diese umzusetzen ist - man hat sich an ein globalisiertes (Großstadt)leben gewöhnt, man (ich inklusive) mag es ungern aufgeben. Fazit... Ein sauerer Apfel wird es sein. Wir sind viele auf diesem Planeten. Einen Weg zu finden, ist angebracht. Wichtig wäre nur, mehr Sachlichkeit, statt Ideologie. Aber auch hier typisch Mensch, im Guten wie im Schlechten. Ideologie und Mythos sind so attraktiv wie sonst nichts auf der Welt und bringen das nötige Bling Bling.

Uwe Lay

26. April 2024 11:53

Ist es erlaubt, an den ursprünglichen Deindustriealisierungsplan Morgenthaus zu erinnern, wie ist Deutschland nach der militärischen Besiegung dauerhaft kleinzuhalten, der dann aber nicht umgesetzt wurde, da der Westen Westdeutschland als den Frontstaat wider den Osten stark machen wollte? Darf deshalb vermutet werden, daß man nun Deutschland nicht mehr als starken Frontstaat gebraucht und so nun seine Deindustriealiesierung betreiben möchte oder ist man dann ein ganz fürchterlicher Verschwörungstheoretiker? 

Maiordomus

26. April 2024 12:50

Dass Wetter und Klima, also Meteorologisches, neben dem Tod, der Sexualität und der Natur ganz allgemein, ausserdem der Krieg als Vater aller Dinge (Heraklit), in der gesamten Religionsgeschichte seit prähistorischer Zeit die das Bewusstsein der Menschen bestimmenden Leitthemen sind, ist der empirisch erforschbare Anfang und auch die Erklärung dafür, dass man selbst Kindern, die niemals zu den 500 000 wissenschaftlich bestgeprüften Personen der Menschheit gehören, als besonders erleuchteten Mitgliedern der Gesellschaft recht zu geben geneigt ist. Diese Feststellung dürfte durchaus am Anfang einer wissenschaftlichen Betrachtung stehen; an zweiter Stelle: das rationale Überlegungen von Lösungen für den einzelnen Haushalt und die Gesellschaft ohne Frageverbote. 
Man sollte indes den Leuten, die von diesem ihrem Weltbild überzeugt sind, statt Vorwürfe zu machen, einen Ausweg geben. Zum Beispiel die freie Gründung von sich selbst finanzierenden Religions- und Opfergemeinschaften, mit dem menschenrechtlichen Vorbehalt gemäss neueren Entwicklungen seit der Aufklärung, dass es eine Zwangsmitgliedschaft bei solchen Organisationen nicht geben darf, und die  subventionsberechtigte Gemeinnützigkeit einer ergebnisoffenen Debatte unterstellt werden darf. Es würde sich hier nicht um  Grenzfälle des sog. freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates handeln, sondern um dessen metapolitische Ermöglichung, einen Teil des Gesellschaftsvertrages.      

Gustav

26. April 2024 13:16

1.
Deutschland ist zu einem wirtschaftlichen Satelliten von Amerikas Neuem Kalten Krieg mit Russland, China und dem Rest Eurasiens geworden. Deutschland und andere NATO-Länder wurden aufgefordert, sich selbst Handels- und Investitionssanktionen aufzuerlegen, die den heutigen Stellvertreterkrieg in der Ukraine überdauern werden. US-Präsident Biden und die Sprecher des Außenministeriums haben erklärt, dass die Ukraine nur der erste Schauplatz einer viel umfassenderen Dynamik ist, die die Welt in zwei gegensätzliche Gruppen von Wirtschaftsbündnissen spaltet. Dieser globale Bruch verspricht ein zehn- oder zwanzigjähriger Kampf zu werden, in dem es darum geht, ob die Weltwirtschaft eine unipolare, auf den Dollar ausgerichtete Wirtschaft oder eine multipolare, auf mehrere Währungen ausgerichtete Welt sein wird, die sich auf das eurasische Kernland mit gemischten öffentlichen/privaten Wirtschaften konzentriert.

Gustav

26. April 2024 13:23

2.
Das Land, das bei diesem globalen Bruch den größten “Kollateralschaden” erleidet, ist Deutschland. Als Europas fortschrittlichste Industrienation ist Deutschland bei Stahl, Chemie, Maschinen, Automobilen und anderen Konsumgütern am stärksten von Importen russischen Gases, Öls und Metallen wie Aluminium, Titan und Palladium abhängig. Doch trotz zweier Nord-Stream-Pipelines, die gebaut wurden, um Deutschland mit preiswerter Energie zu versorgen, wurde Deutschland aufgefordert, sich vom russischen Gas abzuschneiden und zu deindustrialisieren. Dies bedeutet das Ende seiner wirtschaftlichen Vormachtstellung. Der Schlüssel zum BIP-Wachstum in Deutschland, wie auch in anderen Ländern, ist der Energieverbrauch pro Arbeitnehmer.

Gustav

26. April 2024 13:24

3.
Diese antirussischen Sanktionen machen den heutigen Neuen Kalten Krieg von Natur aus antideutsch. US-Außenminister Anthony Blinken hat gesagt, dass Deutschland das günstige russische Pipeline-Gas durch hochpreisiges amerikanisches LNG-Gas ersetzen sollte. Um dieses Gas importieren zu können, wird Deutschland in kurzer Zeit über 5 Milliarden Dollar ausgeben müssen, um Hafenkapazitäten für den Umschlag von LNG-Tankern zu schaffen. Dies wird dazu führen, dass die deutsche Industrie nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Insolvenzen werden sich ausbreiten, die Beschäftigung wird zurückgehen, und Deutschlands NATO-freundliche Führer werden eine chronische Depression und einen sinkenden Lebensstandard herbeiführen.
1-3 von Michael Hudson aus den USA

Gustav

26. April 2024 13:32

Die Demontage der deutschen Industrie seit 2022 ist ein Kollateralschaden in Amerikas geopolitischem Krieg zur Isolierung Chinas, Russlands und verbündeter Länder, deren wachsender Wohlstand und Autarkie als inakzeptable Herausforderung für die US-Hegemonie angesehen werden. Um sich auf einen langen und kostspieligen Kampf vorzubereiten, unternahmen die US-Strategen im Jahr 2022 einen präventiven Schritt, um Europa von seinen Handels- und Investitionsbeziehungen mit Russland abzubringen. Sie forderten Deutschland auf, industriellen Selbstmord zu begehen und sich von den USA abhängig zu machen. Damit wurde Deutschland zum ersten und unmittelbaren Ziel von Amerikas Neuem Kalten Krieg.
https://uncutnews.ch/michael-hudson-deutschland-als-kollateralschaden-in-amerikas-neuem-kalten-krieg/

RMH

26. April 2024 14:11

Guter Artikel, der aufs neue das Potential zeigt, welches in der AfD vorhanden ist, und deutlich macht, wie wichtig eine Alternative zu den Etablierten ist.
Derzeit geht das Ganze unter in einer Kampagne von großer Wucht (siehe aktuelle, große Titelstory des Spiegels, die online nicht mal mehr hinter paywall versteckt ist, so "wichtig" scheint das zu sein, dass man auf den Anreiz zum Kauf des Artikels und auch der Papierausgabe verzichtet). Durch den Sturm muss die Partei jetzt gehen und sie darf sich dabei vor Häutungen nicht verschließen. Der eine oder andere sollte ins Abklingbecken und danach versuchen, als Phönix aus der Asche zu steigen. Die Arbeit hat weiterzugehen, Artikel wie diese, vergleichbare Reden im Bundestag haben nach wie vor stattzufinden. Stellt Sie trotz allem, wo ihr sie trefft.

tearjerker

26. April 2024 15:22

Die Nomenklatur in Politik und Verwaltung ist panisch ausserhalb der eigenen vier Wände auf der Suche nach Verbündeten. Notfalls will man alles verschenken und opfern um die eigene Versorgung und den eigenen Status nicht zu gefährden. Man bekommt den Eindruck, als bereite man sich auf ein umfassendes Nero-Szenario vor. Dem Grossteil der Bürger scheint das wumpe zu sein. 

Utz

26. April 2024 15:32

Das alles erinnert mich an eine (afrikanische?) Geschichte, bei der ein Land in großer Not war. Dann kam ein kleines Mädchen, das von ihrem Traum erzählte, und forderte man müsse alle Rinder töten, dann würden neue, schöne, bessere Tiere erscheinen und mit dem Land ginge es wieder aufwärts. Das Volk kam der Forderung nach, es erschienen (natürlich!) keine neuen Tiere und das Volk ging unter.//Ich weiß bloß nicht mehr woher ich die Geschichte habe. Aber das ist jetzt auch nicht mehr wichtig, wir erleben sie ja gerade live.

MARCEL

26. April 2024 16:08

Darunter steckt m.E. etwas anderes: Die Schlagworte sollen die Rest-Deutschen in ihre mehr oder minder sanfte Auslöschung begleiten. 
Man lässt sie an ihrem Verschwinden sogar mitarbeiten (ohne, dass sie es merken/ merken sollen).
Die De-Industrialisierung wird ja flankiert durch allerlei kulturpsychologische Maßnahmen, die genau darauf abzielen: Cannabis-Freigabe, Geschlechter-OP's (evtl. sogar Impfzwang), Massenmigration, gezielte Wehrlosigkeit, Leistungs-Bestrafung, das Verbot, über deutsche Opfer zu trauern etc. etc. 
Man glaubt, den Nazi-Dämon ein für allemal auszutreiben, in dem man deutsches Leben "abtreibt". Die Grünen wähnen sich als Erinnyen der Geschichte. Wenn Mythos, dann hier.
Das alles sind die Folgen einer (vermeintlich "gut gemeinten") ausschließlich destruktiven, rein repressiven Vergangenheitsbewältigung - über Jahrzehnte hinweg.

Maiordomus

26. April 2024 18:37

Zu oben, auch bei der Debatte um Sellner, der aus meiner Sicht Kritik einstecken muss, aber nicht nur vernichtende Kritik, fällt auf, dass mein Augenlicht für die Korrektur von Schreibfehlern bis hin zur grammatikalischen Glättung längerer Sätze nicht auszureichen scheint; auch geht es mir nur um sinngemäss einige Mahnungen, die viel gründlicher und von allen Kritikern mit mehr Zeit ausgeführt werden müssten. So weit meine Ausführungen verständlich sind, verweisen sie lediglich auf eine allgemeine Richtung, die aber methodisch noch ausgeweitet und differenzierter als kritische Perspektive hilfreich gemacht werden könnte.
PS. Was auch die nichtlinke Presse in letzter Zeit über Kant, teilweise mit immer den gleichen Schulbuch-Gemeinplätzen, als Beiträge zum 300. Geburtstag des Denkers hält, ist vielfach kaum als Philosophie zu bezeichnen. Nahe beim Brechreiz kommt eine Würdigung Kants in der Weltwoche einher, die mit "Kaliningrad, die Geburtsstadt Kants" beginnt. Tönt etwa so wie: "Peter der Grosse gründete Leningrad".   
        

Le Chasseur

26. April 2024 19:03

Apropos Nord Stream: Die Versicherer der Nord-Stream-Pipeline wollen nicht zahlen, weil ihrer Ansicht nach ein staatlicher Akteur die Pipeline gesprengt hat: 
https://www.infosperber.ch/politik/lloyds-regierung-steckt-hinter-nord-stream-sabotage/

Maiordomus

26. April 2024 19:25

Über die Erkenntnistheorie des Klimas ist das Wesentliche gesagt worden, noch bedenkenswert u.a., dass selbst die Keplerschen Gesetze nur Näherungen seien, wiewohl in der Zuverlässigkeit um wörtlich "Welten sicherer" als was Klimapropheten als Wissen ausgeben. 
Dass geschwätzig über eine Partei erörtert wird, zuletzt über K. , offenbart weniger hier als bei Politically Incorrect Orientierungsprobleme. Krah mache es prima, erinnere immer mehr an Trump. Glaubt man im Ernst, a) das stimme? und b) eine solche Politik sei deutschlandkompatibel? und c) Trump sei von seiner Orientierung mit bestenfalls Instinkt-Denken für deutsche und europäische Vorstellungen etwas anderes als allenfalls das geringste Übel? Er ist eine Motivation, selbst für Linke, von Amerika den nötigen Abstand zu gewinnen, aber sicher kein Wegweiser, was fürstrategisches Denken nicht nur in Deutschland notwendig wäre. Von diesem Politiker geht kein massstäbliches Denken aus, zu schweigen davon, dass Trump im Gegensatz zu irgendjemandem der AfD grosses Geld bzw. Geldgeber hat, um  einer Justiz zu begegnen, die im Sinn des heiligen Klaus nicht Gerechtigkeit zum Massstab hat, sondern "das böseste Recht" hochbezahlter Anwälte, das in seiner Bosheit nur noch durch Krieg und roheste Gewalt übertroffen werden kann.  Leider ist nicht mal sicher, wie T. sich am Ende zum militärisch-industriellen Komplex verhalten wird. 
 

Rosenkranz

26. April 2024 20:39

Nein. Fangen wir bei der Autoindustrie an. Da steht ein Wandel an, den nicht Habeck verursacht hat, sondern Elon Musk und Tesla. Mich freut das, weil die Luftqualität besser wird und der Autolärm sinkt.
Industrie: Der Wandel ist angestoßen durch die CO2-Steuer. Es wird viel elektrifiziert werden z.B. Schmelzöfen, die heute noch mit Erdgas geheizt werden. Freut auch die Umwelt z.B. weniger NOx. Wärmepumpen sind auch eine feine Sache, selbst wenn sie 70 Grad Vorlauf für Bestandsbauten bringen müssen. 
Habeck macht also einiges richtig, denn der Wandel kommt so oder so. Was man ihm vorwerfen kann ist, daß er in der Energiekrise die KKW abgeschaltet hat, zu viel auf LNG setzt und zukünftig auf Wasserstoffimporte, statt auf Energieautonomie. 
Der Wandel hat begonnen. Bald stehen humanoide Roboter von Tesla und Boston Dynamics in den Produktionshallen. Darauf gilt es Antworten zu finden und nicht den Verbrenner zu fetischieren.
Und zum Schluss bedenke man seinen eigenen Lebensstil. Aber mit Frank Lisson wissen wir, daß Verzicht bei den meisten von uns nicht angesagt ist. 

Rosenkranz

26. April 2024 21:21

Eine Ergänzung noch. Wie kommt man zu der Auffassung, daß wir hier Vorreiter in dieser Entwicklung sind? 
Norwegen hat z.B. bei E-Autos eine Zulassungsrate bei 80%. Das trotz der Erdölvorkommen. Die Skandinavischen Länder Norwegen, Schweden und Finnland setzen unglaublich stark auf die Wärmepumpe, trotz der riesigen Wälder und dünnen Besiedlung. In Kalifornien stabilisieren große und kleine Batteriespeicher bereits das Netz, ähnlich unseren Pumpspeicherwerken. In vielen Ländern Europas hat man gleichzeitig begonnen, die Stahlproduktion zu elektrifizieren.  In Ungarn gibt es ein Solar-Plus-Programm wo Haushalte finanziell unterstützt werden, wenn sie eine PV-Anlage mit Speicher installieren. Polen will seine Kohlekraftwerke durch Kernkraftwerke ersetzen, was auch viel Geld kosten wird. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben gerade ihr viertes Kernkraftwerk angefahren, trotz riesiger Erdgasvorkommen und reden auch ständig von Dekarbonisierung. Ein Blick nach Außen tut gut. Man kann den Tiger nur reiten. 
 

321Alpha

26. April 2024 21:37

Neben dem hervorragend herausgearbeiteten Widerspruch besteht folgendes bisher erstaunlicherweise nicht erkanntes Problem: Es wird einfach behauptet, wenn D eine erfolgreiche Klimapolitik betreibt, würden andere Länder dem folgen. Das ist jedoch keineswegs evident angesichts der Tatsache, das ganze Kontinente wie Afrika oder Südamerika in der Vergangenheit keineswegs erfolgreiche Politik "des Westens" nachgemacht haben und der Aufstieg Chinas auch nicht gerade auf einer Kopie unseres Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells beruht. Die Behauptung wäre also zu untersuchen. Fachleute wären Ethnologen, Historiker, Soziologen und Psychologen, aber sicher keine Klimawissenschaftler, die damit gerne argumentieren.

Valjean72

26. April 2024 21:41

@Uwe Lay: "Ist es erlaubt, an den ursprünglichen Deindustriealisierungsplan Morgenthaus zu erinnern, wie ist Deutschland nach der militärischen Besiegung dauerhaft kleinzuhalten"
---
Ich weiss nicht ob es erlaubt ist aber geboten ist es mE allemal und das gilt ebenso für die Benennung von Hooton.
 
Alljene Deutsche die sprüren, ahnen, dass hier etwas grundsätzlich entgegen den eigenen vitalen, existenziellen Interessen läuft und abgespult wird und dies mitunter mehr oder weniger zaghaft ansprechen, geraten ins Visier der Gesinnungswächter. 

Liselotte

26. April 2024 22:06

@Marcel: Ja. Aber. Es kann schon sein, daß der seit den 1970ern verstärkte Schuldkult in der BRD die Blaupause warfür den Furor, mit dem seit nunmehr ca 20 Jahren auch in den den anglophonen Ländern getobt wird.Aber die regionale Ausprägung kann nicht davon ablenken, daß es überall um die gleiche Demoralisierung geht.@Gustav: ich halte Hudsons Analyse für ziemlich plausibel; der Klimawahn mit dem Irrglauben, man könne so eine Art elektrifiziertes Mittelalter ohne Energieverbrauch schaffen, begann aber schon früher.Inzwischen drückt man ihn den Deutschen allerdings mit Gewalt auf (Nordstream).@ofeliaa: Den Planeten kratzt es nicht, ob Milliarden Flöhe auf ihm rumhopsen oder nicht. Der zieht seine Bahn. Die Menschen können nur ihr Mikroklima beeinflussen. Auch mit viel  Wolkenmachen schaden sie sich allenfalls selbst, kommen aber an die Gewalt von einem richtigen Vulkanausbruch nicht ran.Was die Selbstversorgung angeht, versuchen Sies mal mit einem Kleingarten. Ich persönlich kenne das und auch die Geschichten meiner bäuerlichen Vorfahren, will das nicht und werde in der Großstadt bleiben.Davon abgesehen meine ich, wer etwas gegen CO2 in der Luft hat, soll aufhören, auszuatmen.

Gracchus

26. April 2024 23:38

Um es mit dem Heiligen postmoderner Kontinquenz zu sagen: I would to prefer not - dieser Religion angehören. Das ist Götzendienst. Irgendwie bitter, dass es ausgerechnet Habeck gelingt, wieder solche Dinge wie Opfer zu lancieren. Was aber, wenn der grüne Erfolg genau hierauf beruht: Nicht materiellen Wohlstand wollen die Deutschen, sondern: Opfer bringen. Denn Opfer bringen, gibt dem Leben Sinn. Auffällig allerdings, dass die grüne Religion bereits weitgehend exoterisch geworden ist. Von Mutter Gaia - was ich mir noch gefallen lassen würde - ist keine Rede mehr; kein lebendiger Organismus, sondern Biomechanik

Artabanus

27. April 2024 04:48

@ofeliaa
"der Planet leidet"
Es sind genau solche voellig sinnfreie Phrasen die eine ernsthafte Diskussion verhindern.
Die Diskussion sollte sich um konkrete Dinge, wie Eisbohrkerne, Stomata, Henrys Gesetz, Thermodynamik, etc. drehen wenn man den ganzen Klimaschwachsinn beenden moechte. 

Mitleser2

27. April 2024 07:06

@RMH: "Der eine oder andere sollte ins Abklingbecken und danach versuchen, als Phönix aus der Asche zu steigen."
Niemals, wer zurückweicht, hat schon verloren. Außerdem gibt es ja wohl was neues:
https://twitter.com/MathiasBrodkorb/status/1783915405842526243
 

A. Kovacs

27. April 2024 09:15

@Uwe Lay und MARCEL
Beide Kommentatoren haben in einem recht: nämlich dass es sich um Absicht handelt. Der Autor des Artikels muss natürlich auf Zitate Habecks und seines Ministeriums verweisen, die selbstverständlich eine utopische Heilsperspektive am Sanktnimmerleinstag aufweisen, wie das Linke immer machen. Nur glauben sollte man das bitte, bitte ENDLICH nicht! Wie lange noch muss ich auch auf diesen Seiten die naive Ansicht lesen, es gehe hier um "Unfähigkeit" oder "Illusion" und dergleichen. Nein! Wir haben es hier mit dem typischen linken Destruktionismus zu tun. Das Ziel ist IMMER, die bestehende Gesellschaft, ja, alles, was funktioniert, zu zerstören. The issue is never the issue, the issue is always the revolution! Alle pseudotheoretischen Begründungen sind Maske. Habeck glaubt da selbst (wie alle Linken) nur halbherzig dran; Hauptsache, er und seine Kumpane bleiben oben, als Gleichheitswächter über die Masse der Gleichgemachten. 

Laurenz

27. April 2024 09:28

@Rosenkranz ... Ihr Beitrag ist doch Satire, oder?

Le Chasseur

27. April 2024 10:26

Krahs Buch "Politik von rechts" darf nicht mehr verkauft werden:
"Das Land Baden-Württemberg hatte gegen den Verlag geklagt, weil auf dem Cover [...] ein Bild des Klosters Maulbronn abgebildet ist – für das der Verlag die Nutzungsrechte nicht angefragt hatte."
https://www.spiegel.de/politik/baden-wuerttemberg-afd-politiker-maximilian-krah-darf-sein-buch-nicht-mehr-verkaufen-a-45a61a9c-9cbd-4475-815d-7dc57b8a9053
Vermutlich ist man gerade damit beschäftigt, den Hersteller des Stuhls, der auf dem Cover von Sellners Buch abgebildet ist, ausfindig zu machen.

Naja, ist wieder kostenlose Werbung.

Kositza: Ist auch Quatsch. Bekanntlich verkaufen wir das Buch weiter und dürfen das auch. Nur das Cover wurde gewechselt.

Robespierre89

27. April 2024 20:25

In den 70ern Jahren, als die Vollbeschäftigung endete und sprunghaft die Arbeitslosigkeit auf 1 Mio. zunahm, gab es konzertierte Aktionen um der Massenarbeitslosigkeit zu begegnen. Heute bei einem Stand von 6 Mio. Arbeitslosen (das sind offizielle Zahlen – kann jeder nachlesen) nennt man das Phänomen nicht mehr Massenarbeitslosigkeit sondern Fachkräftemangel. Ich finde es verrückt wie die Wirklichkeit umgedeutet werden kann. Und alle machen es mit, selbst AFD-Politiker und Gastautoren bei der Sezession.

Liselotte

27. April 2024 21:39

@Rosenkranz (1/2): bzgl Autos: die Verbrenner waren schon in den 90ern sehr sauber, kein Vergleich zu denen die Jahrzehnte davor.Auch gab es Kohlekraftwerke mit enormen Wirkungsgrad und kaum Abgas, wg Kraft-Wärme-Kopplung (in der Nähe wurden die Häuser an Fernwärme angeschlossen). Wurden aber vorzeitig abgerissen. Man könnte gewiß einiges elektrifizieren, etwa Stadttaxis in Großstädten, aber das gleichzeitig mit einer Verringerung der Stromerzeugung einhergehen zu lassen, ist Irrsinn. Die Umstellung von Pferdedroschken auf Automobile war eine Sache von mehreren Jahrzehnten, die mit dem Ausbau der Infrastruktur (Tankstellen) einherging. Ausbau der elektrischen Infrastruktur (Stromtankstellen) ist vielleicht gut gemeint, aber nicht gut gemacht.Auch die Umstellung von Kohleöfen auf Gasthermen (zT auch Fernwärme) in Berlin dauerte Jahrzehnte. Es ist sinnlos, derlei Technikumstellungen übersKnie brechen zu wollen, mit Subventionen zugekleistert. Entweder es gibt sinnvolle Anwendungen, die dann auch von der Infrastruktur her tragbar sind, oder eben nicht. Und was Wärmepumpen fürs Haus angeht, die sind eben nicht failsafe für einen wirklich kalten Winter, wie ich ihn schon mehrfach, wenn auch nicht in den letzten Jahren, erlebt habe.

Liselotte

27. April 2024 21:44

@Rosenkranz (2/2): Wenn ich die Wahl habe, wg mangelndem Strom ausgefallene Wärmepumpe bei 10 Tagen bei -10 Grad oder wenigstens eine lauwarme Bude bei Selberheizen mit Kohlenbrikettofen, wäre ich immer für letzteres.
Die Gasheizungen waren sehr komfortabel und sauber, stanken nicht und wärmten prima. Mag sein, daß Infrarotheizungen (elektrisch) noch besser wären, aber woher den Strom nehmen bei länger -10 Grad?
Sowas geht nur bei schrittweiser Umstellung Stück für Stück, und die Leute müssen es sich leisten können, auf die neuere Technik umzustellen, und die neuere Technik muß lohnender sein in mehrerlei Hinsicht (Nutzen! Auf längere Sicht günstiger im Unterhalt! Sicherer!), nicht nur bzgl Steuerersparnis für 2 Jahre.

Liselotte

27. April 2024 21:47

@LeChausseur/Kositza: Auf Krah scheint sich das Relotiusmagazin ja wirklich einzuschießen. Er hat wohl auf TikTok eine zu gute Figur gemacht?

anatol broder

27. April 2024 23:53

der deutsche staatsfunk verfilmt einen roman von robert habeck.

Herr K aus O

28. April 2024 10:24

Die große Industrie, also eben nicht die mittelständische, sondern die, die an der Börse gehandelt wird, hat ja durchaus Vorteile von der Deindustrialisierung in Deutschland. Wetten, dass Miele noch EU Gelder für den Umzug nach Polen bekommt? Ich bin nicht sauer auf Habeck, er hat ja durchaus kauzige Ideen und "denkt" tatsächlich wie ein Philosoph, rekursiv, dialektisch usw. Ich kenne aber wirklich Leute, die seinen Wahnideen folgen. Er scheint damit einen Sinnersatz zu liefern und verspricht eine dieser Utopien, deren Scheitern demjenigen, der über etwas Hausverstand verfügt, von vornherein klar ist. Nicht Habeck ist das Problem, sondern seine Wähler, die ihn nicht auslachen, sondern bewundern. 

Adler und Drache

28. April 2024 10:38

@ofeliaa
Schön, dass Sie hier sind & mitkommentieren - unserer eingeschworenen Gemeinschaft tut ein erfrischendes Lüftchen ab & zu ganz gut. Noch schöner wär's, wenn Sie ein wenig mehr geistige Disziplin aufbrächten. Achten Sie darauf, wann & wo Sie die Truismen des gesellschaftlichen Mainstreams reproduzieren: Da sind Sie an der Stelle, an der Ihr Geist besetzt & kolonialisiert ist. Ich weiß noch, was für ein Stück Arbeit das für mich selbst war, weil es sich um Selbstverständlichkeiten handelt, die man reproduziert, ohne sich damit auseinanderzusetzen. Man ist an dieser Stelle nicht mehr (oder noch nicht) Individuum, sondern Multiplikator kollektiver Ideologeme, eine Art Kopiergerät, man haut das einfach so raus. Fangen Sie an, nicht mehr so zu reden, wie alle reden, dann wird mit der Zeit folgen, dass Sie nicht mehr so denken, wie alle denken - dass Sie wirklich eigenständig denken.   

Monika

28. April 2024 10:52

@A. Kovacs Ist die Zerstörung Absicht oder Illusion ?- Ich fürchte, es ist wirklich viel banaler. Robert Habeck versteht sich als säkularen Christen, "als jemanden, der nicht an Gott glaubt und keiner Kirche angehört, aber die Werte des Christentums teilt, die da seien: "Bewahrung der Schöpfung, Barmherzigkeit gegenüber Tier und Mensch". Habeck auf die Gretchenfrage: "Der absoluten Macht stellt das Christentum das Mitgefühl und die Barmherzigkeit entgegen." Natürlich sieht Habeck die Grünen deshalb nicht als christliche Partei, auch "wenn es Überschneidungen im Wertecodex " gibt. ( Bei Abtreibung natürlich nicht) Nun stelle man sich vor, die Deutschen Bischöfe würden dazu aufrufen, die Grünen nicht zu wählen, weil sie ein säkulares Christentum vertreten, was ja immerhin zu Erscheinungen wie der  des real-existierenden Sozialismus geführt hatte. ( siehe Nikolaj Berdjajew: Wahrheit und Lüge des Kommunismus). Ich finde diese unsauberen Begrifflichkeiten und ideologischen Vermischungen viel gefährlicher als bewußte Zerstörungen. Da weiß man immerhin, woran man ist. 

Mitleser2

28. April 2024 11:23

Die WELT meldet: "Die SPD zieht mit einem klaren Feindbild in den Europa-Wahlkampf: die AfD und ihr „Spitzel-Kandidat“ Maximilian Krah. CDU und FDP werden beim Auftakt am Rande erwähnt. "
Alles klar. Wann schießt die AfD zurück?

wbs47

28. April 2024 18:37

@ Rosenkranz
Einseitigkeit macht blind!
Am Donnerstag wurde der jüngste Bericht der US-Autosicherheitsbehörden veröffentlicht. Darin wurde die Fahrerassistenzfunktion "Autopilot" des Autoherstellers Tesla mit Hunderten von Unfällen und mehr als einem Dutzend Todesfällen in Verbindung gebracht.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.