Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das erzogen werden muß

Das Zitat in der Überschrift stammt von Immanuel Kant. Es stimmt ganz und gar, und jede Pädagogik, die das Gegenteil behauptet, ist nichts wert.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Aber was trägt Erzie­hung aus? Ist sie eine gera­de Bahn? Ums mal ganz pau­schal zu sagen: Zwei mei­ner Kin­der kamen ganz ohne Puber­täts­phä­no­me­ne aus. (Begabt, durch Sti­pen­di­en geför­dert. Bei­de bis heu­te wirk­lich extre­me Lebens­we­ge, extrem gute, sag ich, wenn auch ande­re wohl, als vom Sti­pen­di­en­ge­ber gedacht. Will so ein Sti­pen­di­en­ge­ber, daß du in ganz jun­gen Jah­ren den Dr. machst, um neben­bei vier Kin­der in die Welt zu set­zen und dann lan­ge zu pau­sie­ren?) Zwei Kin­der zeig­ten hef­ti­ge, drei gering­fü­gi­ge – Phänomene.

All die­se Klei­nen sind (mit Aus­nah­me der Jüngs­ten, die Nest­häk­chen­sta­tus hat und somit eh ALLES darf – sagen ihre älte­ren Geschwis­ter, wenn man sie fragt, und es ist wahr) mitt­ler­wei­le so groß, daß man dar­über frei reden kann. Denn alle haben – so oder so – ihr Leben ziem­lich gut im Griff und machen ihr Ding.

Die eine wird mal als „Con­so­o­mie“ abge­klatscht, die ande­re als die mit dem Aske­se-Tick. Alles befin­det sich schön im Rah­men. Alle Ent­schei­dun­gen die­ser jun­gen Erwach­se­nen mögen Grün­de haben, die sicher auch in den Erzie­hungs­me­tho­den wur­zeln. Inter­es­sant, daß es so unter­schied­lich, ja gegen­sätz­lich aus­schlägt! Daß alle sie­ben irgend­wie zusam­men­hal­ten, ist für mich ein gro­ßes Glück – wenn nicht mein über­haupt größtes!

Als Eltern muß man ohne­hin irgend­wann los­las­sen, wenn ein erwach­se­nes Kind eine ande­re Grund­satz­ent­schei­dung trifft, als man selbst es je getan hät­te – man hat ja alles gege­ben! (Behaup­te ich für mich. Die Kin­der waren immer Haupt­sa­che, egal, wie hart nach außen gekämpft wer­den mußte.)

Was dann dar­aus gemacht wird, kann man allen­falls bestau­nen – und schau­en, daß der Bezie­hungs­draht bestehen bleibt. Ich hal­te das für emi­nent wich­tig. Man darf die Bezie­hung  zu den Kin­dern nie­mals und um kei­nen Preis auf­ge­ben, kos­te es, was es wolle!

Denn ich ken­ne genü­gend Leu­te, auch aus dem „welt­an­schau­li­chen“ Nah­be­reich, die „Schluß gemacht“ haben mit ihren Kin­dern, die “aus dem Ruder” lie­fen: Wegen Homo­se­xua­li­tät; weil das Kind nach der Schei­dung zur Mutter/zum Vater hielt; weil es sich einer vega­nen Sek­te anschloß; weil es stur dem Impf­re­gime folg­te; weil es sich par­tout nicht abbrin­gen ließ von Amphet­ami­nen etc pp.

Ein sol­cher Abschied vom (erwach­se­nen) Kind mag jeweils einer gewis­sen Ver­zweif­lung geschul­det sein und einer bestimm­ten Idee von „Kon­se­quenz“ – aber es ist defi­ni­tiv nicht gut! “Kon­se­quenz” hat in Fami­li­en­ban­den mei­nes Erach­tens ohne­hin wenig zu suchen, jeden­falls nicht im gro­ßen Stil, der dann “Ver­ban­nung” hieße.

Blut soll­te stets dicker sein als Was­ser. Kin­der kön­nen fehl­ge­hen. Sie blei­ben die eige­nen Kin­der, auf Gedeih und Verderb!

Eine gute Bekann­te, die hier mit­liest, hat eine les­bi­sche Toch­ter, die wie­der­um ein Kind aus einer Samen­spen­de aus­trug. Sie, die Bekann­te, war (ist!) eine ver­dammt gute Mut­ter, hat­te ihre eige­ne (erfolg­ver­spre­chen­de) Kar­rie­re zurück­ge­stellt, um für die Kin­der da zu sein. Sie haßt natür­lich die dahin­ter­ste­hen­de Ideo­lo­gie und die­se ver­ma­le­dei­te Tech­no­lo­gie – wie hat sie der Toch­ter die Levi­ten gele­sen! Aber es bleibt ihre Toch­ter, und zwar auf Teu­fel komm raus.

Eine ande­re Freun­din hat einen Sohn, der wahn­sin­nig ver­liebt ist in eine Lin­ke. Vor eini­ger Zeit wur­de sie schwan­ger von ihm. Sie (natür­lich mit schwie­ri­ger per­sön­li­cher “Geschich­te”) will kei­ne Kin­der, mach­te daher einen Abbruch und sag­te sogar, das wür­de sie SEHR GERN immer wie­der tun. Der Sohn war dage­gen, sogar unter Trä­nen, hat der Freun­din aber letzt­lich den Rücken gestärkt. Mei­ne Freun­din hat­te dann den Kon­takt zu ihrem Kind abge­bro­chen. Für zwei­ein­halb Wochen. Denn: Er bleibt ihr Sohn.

Zurück zu mei­nen eige­nen Leu­ten: Wer je unter den Kin­dern die größ­te Zicke, der ner­vigs­te Pro­blem­bär war, wird am Tisch immer mal bespro­chen. Alle behaup­ten natür­lich, sie zähl­ten damals zu den “Ver­nünf­ti­gen” im Puber­täts­rah­men. Und dann wird (Spaß!) auf­ge­zählt und vorgehalten:

Wer bit­te ist mit Gin Tonic in der Schu­le auf­ge­fal­len? – Wer muß­te Straf­stun­den absol­vie­ren, weil sie dum­mes Zeug an die Tafel geschmiert hat? – Wer hat sich stun­den­lang im Zim­mer ver­bar­ri­ka­diert und dabei alber­ne Musik gehört? – Wer war es, wegen der es eine Klas­sen­kon­fe­renz gab? – Wer hat den Papa mit gewis­sen Kla­mot­ten zur Weiß­glut getrieben?

Jaja, so kann man gut läs­tern & genüß­lich frö­nen, wenn die kri­ti­schen Pha­sen vor­bei sind und alle ein durch­aus ver­nünf­ti­ges Leben führen!

Dabei ist „Puber­tät“ echt har­ter Tobak. Die Kin­der sind (online wie live) umge­ben von Peers, die depres­siv, eßge­stört, pro­mis­kui­tiv, que­er, auf­merk­sam­keits­ge­stört oder wenigs­tens „hoch­sen­si­bel“ sind. Wie soll da bit­te nichts abfär­ben? Leich­ter, um es biblisch zu sagen, geht ein Kamel durch ein Nadel­öhr als ein Jugend­li­cher unbe­scha­det durch die Pubertät.

Jona­than Haidt hat es in sei­nem 2024 erschie­nen Buch, man möch­te sagen: sei­ner Fibel, aber­mals auf den Punkt gebracht: „Smart­phones sind See­len­kil­ler“! (For­mu­lie­rung von Mar­tin Lichtmesz.)

Ver­zeiht Euren Kin­dern ein­fach alles. Sie sind Teil die­ser quan­ti­ta­tiv home­ma­de klei­nen Gene­ra­ti­on (denn wer, bit­te, über­schrei­tet die Zahl von sta­tis­tisch 1,3 selbst­ge­mach­ten Kin­dern?) und zudem Teil einer Kohor­te, die so gehirn­ge­wa­schen wur­de wie kei­ne zuvor. Es kann nur bes­ser werden.

Dran­blei­ben, immer. So wich­tig! Auch jedes Kind, das bereits in den soge­nann­ten Brun­nen gefal­len ist, ist der Ret­tung wür­dig. Auch wenn sie mal fehl­ge­hen, blei­ben unse­re Kin­der unse­re Leu­te, immer! Nicht nör­geln, ein­fach: dranbleiben.

Je frei­er die Insti­tu­ti­on des Vol­kes, des­to stren­ger muß die Erzie­hung sein. Das ist einer mei­ner fun­da­men­tals­ten Erziehungsgrundsätze

sag­te Adolph Dies­ter­weg. Dies­ter­weg leb­te vor rund 250 Jah­ren. Was er, Adolph D., zu einer heu­ti­gen “Dies­ter­weg-Schu­le” sagen wür­de, ist lei­der unklar.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (40)

Maiordomus

7. Mai 2026 09:45

Der Satz von Diesterweg ist weniger veraltet als der von Kant, der regelmässig als Autorität zitiert wird, wiewohl selbst seine klügsten Vorschläge nur fruchtbare Fragestellungen sind und sein damaliges Allgemeinwissen stark vorurteilsbezogen, siehe seine Bemerkungen über fremde Völker, die wikipediaähnliches Lexikonwissen waren oder Ausdruck seiner Lektüre vor allem britischer Zeitungen mit Klischees, die heute unter Rassismus subsumiert werden.  Dabei bleibt Kant als Menschenbildner tiefsinnig, siehe seine Ahnungen vom Radikal-Bösen, die ihn in die Nähe von Augustinus rücken aber auch zum strengen puritanischen Protestantismus, siehe leider zwar menschenferne Vorstellungen von Sexualität, unter dem Niveau der bestgebildeten kath. Theologen des Mittelalters. 
Nicht nur der Mensch muss erzogen werden, das galt schon immer auch für die Wolfsartigen, heute den Hund, und ohne einschlägige Gesangserziehung züchten sie keinen Kanarienvogel von Weltklasse, wobei leider gerade diese Erziehung oft Tierquälerei ist, so wie die Erziehung der Kinder der Familien Bach, Mozart und Bernoulli Menschenquälereiwar , erst recht die Erziehung von Friedrich dem Grossen. Immerhin braucht jede Erziehung Spielraum, sollte sie wirklich Spitzenresultate hervorbringen. Vgl. den besten Erziehungsroman der dt. Literatur, Anton Reiser von Karl Philipp Moritz (1785). 
  

Boreas

7. Mai 2026 10:48

Ich stimme EK zu, auch wenn ich nur einen Kronprinzen großgezogen habe. Die frühkindliche Prägung habe ich der Mutter überlassen aber ab dem 4. Lebensjahr dann aktiv versucht, mit Sauvagerie männliche Impulse zu setzen. Natürlich war ich enttäuscht, als er brausendes Jungenleben in einem Wandervogelbund wegen "Räucherkothenallergie" abwählte, mit beginnender Pubertät das Florett an den Nagel hing, obwohl er es bis zur Teilnahme an den deutschen Jugendmeisterschaften brachte und im ersten "Wuhan-Seuchenjahr nach vergeigter Reifeprüfung den mit großem Aufwand betriebenen Eintritt in das "Einjährige" bei der BW nach kurzem Intermezzo abbrach und in die "Pflege" ging, sah ich mich doch um das Erlebnis "Vereidigung des Sohnes" gebracht. Dann die Diskussion um die Impfjauche, der er zwangsläufig in seinem Beruf ausgesetzt war. Gottseidank hat meine Holde mit ihrer bedingungslosen Mutterliebe mir den Kopf gewaschen und mich auf das Wesentliche hingewiesen: "Es ist Dein Sohn, Du hast nur Ihn, er ist ein guter Mensch, steh zu ihm!" Dafür bin ich ihr heute noch dankbar, wo er mit Verlobter und deren Großvater in einer "Pflege-WG" an der Familienplanung bastelt und seinen Weg macht. Wir leben, um zu hinterlassen, auch wenn es manchmal nur ein Quentchen ist.

Rheinlaender

7. Mai 2026 10:49

Weder Schulleitung, Kollegium noch Elternbeirat dieser Diesterwegschule verfügen offenbar über die Fähigkeit, den logischen Widerspruch zwischen der Forderung nach Vielfalt und Demokratie sowie nach Ablehnung von Diskriminierung und den gleichzeitig erhobenen Forderungen nach weltanschaulicher Homogenität und Konformität zu erkennen. Oder die entsprechend vereinnahmten Personen waren zu eingeschüchtert, um ihrer Vereinnahmung zu widersprechen. Ein Oppositioneller aus dem ehemaligen Ostblock, dessen Name mir entfallen ist, meinte einmal sinngemäß, dass absurde Inhalte bei solchen kollektiven Bekundungen von Konformität durchaus gewollt seien. Erst wenn man Menschen dazu bringen könne, auch offensichtlichem Unsinn öffentlich begeistert zuzustimmen, könne man sich sicher sein, über totale Macht zu verfügen.

Monika

7. Mai 2026 11:10

Nicht nur Menschen und Tiere, selbst Pflanzen müssen erzogen werden. Vor einigen Jahre meinte mein gärtnerisch veranlagter Sohn über unseren mickrigen Mirabellenbaum im Garten: " Der Baum benötigt einen ordentlichen Erziehungsschnitt, damit er trägt." https://gartenpanda.de/erziehungsschnitt-an-baum Ich darauf im Spaß: "Den habe ich bei Dir wohl verpasst."
Ansonsten stimme ich dem Beitrag wohlwollend zu. Mit einem Vorbehalt: Die kritischen Phasen mit Kindern sind nie vorbei. Selbst die Neunzigjährige sorgt sich um die Siebzigjährige. Weshalb ich zwar keinen Kommunikationsabbruch befürwortete, aber die Möglichkeit einer inneren Distanz von der Blutsbande. Diese kommt etwa in den sog. familenkritischen Stellen als Thema im NT vor. ( Lk 14,26; Joh 2,4) . Und der pubertierende Jesus verläßt seine Eltern, weil ihm der Aufenthalt im Tempel wichtiger ist. Diese Freiheit behalte ich mir vor und gestatte sie auch meinen Kindern. Unsere Abschlussarbeit der Mittleren Reife in der Nonnenschule  lautete: "Wer nicht geschunden  wird, wird nicht erzogen" ( Menander) Keine Ahnung mehr, was ich dazu geschrieben habe. Aber ich mochte schon immer aus dem Brief an die Epheser: "Väter, reizt eure Söhne nicht zum Zorn".  

MarkusMagnus

7. Mai 2026 11:19

@ Rheinländer
"Political Correctness ist kommunistische Propaganda im Kleinen. Während meiner Studien kommunistischer Gesellschaften bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht der Zweck kommunistischer Propaganda war, zu überzeugen oder zu überreden oder gar zu informieren, sondern zu demütigen; und deshalb war sie umso besser, je weiter sie von der Realität entfernt war. Wenn Menschen gezwungen sind, zu schweigen, wenn ihnen die offensichtlichsten Lügen erzählt werden, oder – schlimmer noch – wenn sie gezwungen sind, diese Lügen auch noch selber zu wiederholen, dann verlieren sie ein für alle Mal ihren Sinn für Redlichkeit. Sich mit offensichtlichen Lügen einverstanden zu zeigen, bedeutet, dass man mit der Schlechtigkeit kooperiert und auf ein gewisse Art auch selber schlecht wird. Die Kraft, sich irgendetwas zu widersetzen, bröckelt dadurch oder wird sogar ganz zerstört..."
Theodore Dalrymple

RMH

7. Mai 2026 11:29

Es ist auch immer die Frage, was man unter Erziehung versteht. Frauen sind (potentielle) Mütter & in ihrer Sorge um Kinder betonen sie ganz natürlich den Wert von Erziehung & die Rolle, die sie dabei spielen. Alle, die beruflich damit zu tun haben, Lehrer, Erzieher, Pädagogen etc. sehen darin auch einen hohen Wert. Der Staat, Kirchen & alle, die gerne Menschen in eine gewissen Richtung bringen (oder auch biegen) wollen, natürlich auch. Insofern ist antiautoritäre Erziehung, bewusste Verwahrlosung etc. auch eine echte Erziehung, weil man damit einen Zweck erreichen will. Wie auch immer, ich selber sehe die Erziehungsmöglichkeiten als begrenzt an, also weniger hoch, als Vorgenannte. Mindestens 50%, wenn nicht mehr, sind genetische Veranlagung, die sich eben, wenn es zu keiner physiologischen Beeinträchtigung durch saufende/rauchende Mütter, falsche Ernährung in der Kindheit, schlagende Eltern etc., ihre Bahn bricht. Gerade in der Pubertät & der späteren Reifung danach zeigt sich, dass das Kind eben so ist, wie es ist. Die Elternliebe ist genau dazu da, diese Fakten anzunehmen. Das Pladoyer von E.K, dass man die Familienbande nie reißen lassen sollte, egal, welche "Kränkung" etc. man meint, erlitten zu haben, teile ich. Die Schwäche der Deutschen liegt in ihrer Neigung zum Ausufern lassen von familiären Streitigkeiten. Streit ist normal. Darüber etwas brechen oder abreißen zu lassen, eigentlich nicht, es kann aber kurzfristig bequemer sein.

Ein gebuertiger Hesse

7. Mai 2026 11:51

"Dranbleiben, immer." Was mehr muß noch gesagt werden? Nix.

Maiordomus

7. Mai 2026 12:04

Dass man seine Kinder und Kindeskinder nicht fallenlassen sollte, ist das eine, so wie es heute nachgerade eine Pflicht sein kann, sich seiner Grosseltern und Urgrosseltern zu schämen und sie für sich zu entschuldigen, wenn sie dasselbe gemacht haben was heute vielfach auch verlangt ist für die Karriere: sich heutigen zivilireligiösen Währungen anzupassen bis hin zu Theorien, die schon immer Basis religiöser Denkstrukturen waren, so die Meta-Meteorologie, der Glaubensbezug ausnahmslos aller Naturreligionen, sogar für das Vulgärchristentum unentbehrlich, wo Petrus es etwa zum Wetterheiligen brachte und die Verantwortung des Menschen für Wetter und Umwelt die nachweisbare erkenntnistheoretische Basis der Hexenprozesse darstellte, die rechllich objkektiv zu beurteilen schon im 16. Jahrhundert ein akademisches Studium voraussetzte. Diesbezüglich wurden etwa in der alten Schweiz oft  demokratische Rechte der Ungebildeten eingeschränkt, weil nur Akademiker oder zumindest ausgebildete Geistlche Experten genug für Einschätzungen der Wirkungen des Bösen seien. Im Kulturwandel gab es nie eine Garantie, dass die eigenen Nachkommen Grundsätze ihrer Eltern u. Voreltern weitertradieren, dies funktionierte schon zur Zeit v. Reformation u. Aufklärung kaum. Umgekehrt gab und gibt es unter sog. Akademikern schon immer die Vorherrschaft einer Konsens-Objektivität. Damit muss man wohl leben können.   

Le Chasseur

7. Mai 2026 12:10

@Rheinlaender
"Ein Oppositioneller aus dem ehemaligen Ostblock, dessen Name mir entfallen ist, meinte einmal sinngemäß, dass absurde Inhalte bei solchen kollektiven Bekundungen von Konformität durchaus gewollt seien. Erst wenn man Menschen dazu bringen könne, auch offensichtlichem Unsinn öffentlich begeistert zuzustimmen, könne man sich sicher sein, über totale Macht zu verfügen."
 
„Wer dich dazu bringt, Absurditäten zu glauben, bringt dich auch dazu, Ungeheuerlichkeiten zu tun.“
--Voltaire 

Maiordomus

7. Mai 2026 12:44

@Monika. Dass zur Musikerziehung angeblich Schläge gehören würden, lässt sich aus der antiken Sage über Herakles entnehmen, dazu aus den älteren Mönchsregeln, etwa derjenigen des heiligen Kolumban, die dann erst von Benedikt durch den Grundgedanken der Milde und des Masses etwas zurückgestutzt wurde, wenn auch keineswegs auf Null gebracht.
Würde Ihnen aber widersprechen, das Verhalten von Jesus seinen weltlichen Eltern gegenüber als pubertär zu relativieren, insofern 12 Jahre damals bereits ein Heiratsalter waren, kirchenrechtlich für Mädchen, für Knaben frühestes Alter für militärische Ausbildung, verbunden mit Teilnahme am Thing und Teilnahme an Grenzbegehungen, wichtigste Voraussetzung für mündige Wehrfährigkeit. Zu schweigen von der Hochbegabung, die bei Jesus zweifelsfrei vorauszusetzen ist. Die Fähigkeit, etwas besser zu wissen als die Eltern, setzt in diesem Alter oft schon ein, was den Jugendlichen durchaus mit einem Dilemma der Trauer erfüllen kann. Selber hatte ich in diesem Alter schon mehrere hundert zum Teil anspruchsvolle Bücher gelesen, was mich im Verhältnis zu meiner wenig gebildeten geliebten Mutter eher betrübte. Mein Besserwissen ihr gegenüber wurde Gegenstand früher Beichtgespräche.      

Ein gebuertiger Hesse

7. Mai 2026 13:20

Ich würde allen Kommentoren in diesem Strang vorschlagen, möglichst so nah am Thema dranzubleiben wie geht.

Sandstein

7. Mai 2026 13:39

"Die frühkindliche Prägung habe ich der Mutter überlassen aber ab dem 4. Lebensjahr dann aktiv versucht, mit Sauvagerie männliche Impulse zu setzen."
@Boreas 
..das klingt ziemlich abgeschmackt in meinen Ohren. Ein Kind ist doch kein Projekt, das man für Zeit X der Mutter überlässt ("Sabine, Wechsel du mal die Windel") und dann, wenn die Zeit gekommen ist, versucht auf eine skurril anmutende Art männlich zu prägen. "So, Jonas. Ich zeig dir mal wie ein richtiger Mann angeln geht". Ein richtiger Mann kann sich auch um sein 1 oder 2-jähriges Kind kümmern.
Zum Artikel: Heute wird doch nicht mehr erzogen. Man begleitet. Was immer das sein soll. 🤷🏼‍♂️

Monika

7. Mai 2026 13:44

@ Maiordomus, dann setzen Sie pubertär in Gänsefüßchen. Ich wollte sagen, daß begabte und eigenwillige Kinder oft um "höherer" Ziele willen sich etwas heftiger von ihren Eltern absetzen müssen. Was in frühem Jugendalter zu Konflikten führt. Etwas besser zu wissen als die Eltern und traurig zu sein über deren Ungebildetheit , das ist auch in der Literatur und im Film beschrieben worden. Etwa bei Ulla Hahn, "Das verborgene Wort" , verfilmt von Hermine Huntgeburth in "Teufelsbraten". https://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsbraten Vielleicht hatten die Eltern nicht die Möglichkeit und Chancen für eine "bessere" Ausbildung. Damit sollte man in fortgeschrittenem Alter nicht hadern. Umso wichtiger ist es, wenn auch die sog. Gesellschaft verborgene Talente fördert und die soziale Herkunft nicht zum Ausschlusskriterium wird. Es gibt einige dieser Erfolgsgeschichten . Wie umgekehrt nicht jedes Kind aus besserem Hause einen geglückten Lebensweg geht. 

MarkusMagnus

7. Mai 2026 15:38

Ein gutes Buch zu diesem Thema:
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Mutter_des_Erfolgs
Es geht um die sog. Tigermütter. Ein sehr interesantes Buch über die Erziehung bei den Asiaten. Dort geht es auch viel um Musikerziehung.
 
 
Kositza: Hatte ich damals rezensiert für die JF.

Majestyk

7. Mai 2026 17:09

Nicht nur der Mensch, auch andere Säugetiere erziehen ihre Kinder. Beim Homo Germanicus und anderen weltfremden Arten stellt sich die Frage, wie soll der Nachwuchs erzogen werden, wenn bereits die Eltern oder gar Großeltern hoffnungslos fehlgeprägt sind?
Frei nach "das Sein bestimmt das Bewußtsein", wie das Land und die Gesellschaft, so der Mensch.
 

Gracchus

7. Mai 2026 17:13

Na, da wär ich mal gern bei einem Familien-Treffen im Hause Kubitschek dabei. 
@RMH: Erziehung ist vielleicht oft nur kaschierte (weibliche) Kontrollsucht, auch ich würde die Macht der Erziehung nicht überschätzen - aber hat Erziehung keinen Einfluss darauf, welche genetischen Anlagen und wie sich entfalten?
@Maiordomus: So schlimm war Leopold Mozart nicht, der Mozart-Biographie von Martin Geck zufolge.  
 

Kositza: "Weibliche Kontrollsucht": Ein Nicht-Freund der Familie hatte einer Tochter mal geraten, sie möge sich dem Einfluß der "dominanten Mutter" besser entziehen. Sie hat´s mir sogleich berichtet, samt ihrer Antwort: "Die Mama hat sehr klare Grundsätze. Sie hat uns nie einen davon auch nur annähernd aufgezwungen, im Gegenteil. Oft fand ich ihre Reaktionen sogar zu liberal."

Le Chasseur

7. Mai 2026 17:41

"Dranbleiben, immer."
But why?

Kositza: Alles andere macht häßlich, innerlich. Ich kenne "Rechte" mit Kontaktabbruch zu ihren Kindern - weil sie homosexuell waren, sich an eine Sekte hängten, Impf-Fanatiker waren oder einfach nur, weil sie kiffende Loser waren. Ich finde das heillos. (Für beide Seiten.)Könnte mir keinen Fall vorstellen, wo es angeraten wäre, diese Blutsbande zu kappen. Die Tür muß den Kindern immer offenstehen.

Blue Angel

7. Mai 2026 20:26

Sehr guter und richtiger Artikel. Danke!

Umlautkombinat

7. Mai 2026 20:26

Könnte mir keinen Fall vorstellen, wo es angeraten wäre, diese Blutsbande zu kappen. 

Es muessen nicht Sie sein, die kappen. Und dann haben Sie u.U. keine andere Wahl, als nachzuziehen. Man sagt immer die Hoffnung sterbe zuletzt. Die die keine Ahnung haben meinen, das waere eine positive Aussage.

RMH

7. Mai 2026 21:35

"aber hat Erziehung keinen Einfluss darauf, welche genetischen Anlagen und wie sich entfalten?" @Gracchus, im kindlichen Alter kann man m. M. n. viel durch Gewährung von Zuneigung, Belohnung, Bestrafung etc. "konditionieren", dressieren etc. Mit Einsetzen der Hormone in der Pubertät & in der Zeit danach, bricht dann etliches durch oder hervor, was zuvor nicht unebdingt anerzogen war (ich vermute, hier kommen Gene ins Spiel). Eltern, die ihre Kinder unbedingt in eine bestimmte Richtung erziehen oder besser hinziehen wollen, erleben dann eine Überraschung, die sich gewaschen haben kann. Dann rumpelt es. Eltern, die hier weniger eigene Wünsche & Erwartungen an die Kinder durch "Erziehung" versucht haben zu verwirklichen, erleben diese Phase dann meist auch deutlich entspannter & ohne große Entäuschung. Das wenige, was ich bspw. bei meinen Kindern an Erziehung geleistet habe, war, dass es bestimmte Regeln in der Familie gibt, an die man sich hält & im Übrigen versuchte ich Interessen, die Kinder zeigten, zu fördern. Habe nie versucht, etwas. was ich gerne als Kind/Jugendlicher gehabt oder gemacht hätte (& ich stamme aus einfachen Verhältnisses & kenne Verzicht/Einschränkung) nun in meinen Kindern nachzuholen. Bislang läuft alles aus meiner Sicht gut, sind eigenständige Personen, kann auch jedem nur raten, wenn die passende Partnerin/ der passende Partner da ist, Kinder zu bekommen. Weniger stressig, als vielfach getan wird, Alleine, man hat eben immer eine gewisse Grundsorge um den Nachwuchs, was natürlich ist.

dojon86

7. Mai 2026 21:54

@Umlautkombinat Wohl wahr. Es müssen nicht sie sein, der kappt. Es kann auch das Kind sein. In diesem Fall zieht man nach. Die Alternative wäre, sich in Trauer zu verzehren. Das ist keine Alternative. Man kann ja die Türe einen Spalt breit offen lassen. Von allen Menschen, die es auf diesem Planeten gibt, sollte man seinen Kindern am meisten verzeihen. Wie auch die Kinder ihren Eltern am meisten verzeihen sollten. Aber am meisten verzeihen, heißt nicht, alles zu verzeihen. 

Maiordomus

7. Mai 2026 21:54

@Gracchus. Es gibt weit über 100 Mozartbiografien, oft einander abgeschrieben, allein schon die Abrichtung und Präsentation von Wunderkindern und zumal auch dieses war  nicht so , dass man in seiner Haut hätte stecken wollen. Gattin Konstanze sagte ausserdem noch kurz nach seinem Tode: "Es ist ihm jetzt auch wohler." Das weiss wirklich niemand, ausser dass es, siehe "auch", ihr, der Gattin wohler war. "Der Menschheit Genius war's", sie haben es aber wohl nicht erfasst. es war auch kein Schleck für die Angehörigen, ausser dass sie nach seinem Tode immerhin noch nicht schlecht dazuverdient haben, wenngleich kein Vergleich zu heutigen Popstar-Familien. 

Adler und Drache

8. Mai 2026 11:22

Je älter ich werde, desto skeptischer werde ich, was Erziehungsmaßnahmen betrifft. Man kann mit den besten Vorsätzen erziehen oder auch nicht - entscheidend ist am Ende dann aber doch hauptsächlich, aus welchem Holz das Kind ist. Das hat man nicht in der Hand. Das ist so, wie es ist. Im günstigen Fall kann das eigentliche Wesen des Kinds alles ausgleichen und verwandeln, selbst schwere Erziehungsfehler oder -nachlässigkeiten. Im schlechteren Fall nützt auch eine gute Erziehung wenig, und das Kind stürzt ab, etwa in die Drogensucht. 
Im einen wie im anderen Fall: Was sollte man sonst tun, außer die Tür offenhalten? Das heißt ja nicht, dass man sich auf der Nase rumtanzen lassen müsste. Aber man ist Vater oder Mutter bis zum Tod. Da gibt es keinen Notausgang. 
Die Eltern-Kind-Beziehung ist zutiefst schicksalhaft, in beide Richtungen. Keine Seite wird die andere los. Ich denke, es liegt an einem Gefühl genau dafür, dass sich junge Leute immer seltener für Kinder entscheiden. Erklärt wirds dann anders, aber ich denke, dieses tief Dräuende wird wahrgenommen, und es schreckt ab.  

MarkusMagnus

8. Mai 2026 11:39

@ Frau Kositza
Danke. Ich habe es eben im Archiv der JF gelesen.
Sie haben das Buch über die Tigermütter damals ganz schön verissen. Zurecht, aber ein bisschen Wahrheit steht doch in dem Buch.
Ich denke jede Form von Extremismus ist verkehrt. Was heute in deutschen Schulen abgeht...naja.
Eine meiner Schwestern ist Lehrerin. Das ist heute auch kein Spass mehr. Zitat von ihr:
"Früher haben die Lehrer die Schüler geschlagen, heute ist es umgekehrt." ;)
 

Maiordomus

8. Mai 2026 12:22

@Adler. Ihre Ausführungen über das Schicksalhafte des Erziehungsverhältnisses treffen den Kern der Sache und dieser laufenden Debatte. Die beiden von EK gewählten Zitate von Kant und Diesterweg, auf die ich eingangs einging, stehen in einem dialektischen Verhältnis zueinander und haben wie alle Aphorismen etwas Einseitiges an sich. Und Sie, @Adler und Drache, welches Pseudonym Johannes und Michael bedeutet, haben beim definitiven Charakter dieser im Grunde unentrinnbaren Beziehung erfasst, warum junge Leute mit der Elternschaft mehr zögern als es je in der Geschichte unseres Kulturraums der Fall war. Dieses Zögern stellt aber bei der grossen Mehrheit der Landnehmer, von reichen Expats abgesehen, eher den Ausnahmefall dar. So entsteht nach Ausfüllung lechzender Leerraum. Dabei werden Erziehungsberufe gerade von Kinderlosen noch und noch und vielfach gerne gewählt, wiewohl trotz massiv besserer Löhne als früher mehr denn je mit der Gefahr der Frustration verbunden. Im Kanton Zürich, wo schon Kindergärtnerinnen mehr verdienen als in Osteuropa ein Universitätsprofessor, sollen die höchsten staatlich bezahlten Lehrerlöhne der Welt weiter erhöht werden, weil man wie in der BRD mit Geld das Nachdenken über vernünftige Problemlösungen kompensieren will.    

RMH

8. Mai 2026 12:42

@Adler und Drache, ich stimme ihrem Kommentar zu. Ein Teil der Schicksalsbindung ist es auch, dass es für Eltern das schlimmste ist, ein Kind zu verlieren. Solche potentiellen Dramen spart man sich durch Kinderlosigkeit dann auch auch.

Monika

8. Mai 2026 13:18

Adler und Drache , auch ich stimme Ihnen zu, was das Schicksalshafte betrifft. Man hat es tatsächlich nicht in der Hand, was aus einem Kind wird. Und keine Religion, Philosophie oder sonstige Weltanschauung garantiert den Eltern das  ( zumeist im Geheimen) gewünschte Ergebnis. Linke Eltern haben rechte Kinder und umgekehrt. Katholische Elternpaare werden mit queeren Lebensformen konfrontiert oder muslimischen. Das muß man erst mal verdauen.  Bei mehren Kindern besteht das Problem des Vergleichens ( welches Kind erfüllt am ehesten die Wünsche der Eltern) und es kommt zu Rivalitäten und Konflikten, die weit ins spätere Leben reichen können. ( Siehe Kain und Abel) . Wer sich also selbst verwirklichen will, der sollte keine Kinder kriegen. Oder gar der Gefahr erliegen , ein Kind wäre ein "Lifestyle-Produkt" . Für Großeltern wird es wieder leichter. Sie haben die Freude mit dem Kind, tragen aber zumeist nicht die volle Schwere der Verantwortung. Kinder sind das pralle Leben und verheißen Zukunft. Wer das nicht will, soll halt das Hündchen spazieren fahren. 😱😵‍💫Es entgeht ihm aber so einiges.

heinrichbrueck

8. Mai 2026 17:00

Haupterziehung muß nicht perfekt sein, sie muß nur Hand und Fuß haben und vor der Adoleszenz stattfinden. 
 

Gracchus

8. Mai 2026 18:56

@Ellen Kositza: Vielleicht - ich spekuliere, nein ich scherze - hat sich die von Ihnen total dominierte Tochter einfach nicht getraut, die Wahrheit auszusprechen, wie sehr sie dominiert wird von Ihnen. "Liberal" - allmählich krieg ich den Eindruck, Ihr Rechtssein oder gar  Fascho-tum, ggf. "zertifiziert" (Florian S.) - ist nur Fassade.
"Weibliche Kontrollsucht" war natürlich nicht auf Sie gemünzt. 

Gracchus

8. Mai 2026 19:00

@Maiordomus: Ich habe erst begonnen, mich mit seiner Biographie zu beschäftigen ... es steht aber fest: Mozart himmlischste Musik komponiert - Mozart for ever! 

Thomas Franke

9. Mai 2026 00:08

Danke! 

Diogenes

9. Mai 2026 06:10

"Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das erzogen werden muß"
 
Das glaubt "der" Mensch in seinem egozentrischen/artzentrischen Wahne vielleicht. Obs am Intellekt liegt? Natürlich gehört Erziehung zum Guten oder Schlechten dazu, da der Mensch ein manipulatives Lebewesen gegenüber sich selbst und seinem Lebensraume ist. -Je nach Volks- u. Ortsgebundenheit ergibt sich die Weltbeschau/Perspektive/Draufsicht: Was für den einen Menschen dort das "Gute" ist des anderen woanders das "Schlechte". Oder: Was für das eine Menschenvolke gut ist, muss für das andere noch lange nicht gut sein. Der Gedanke alle "Menschen" gleich erziehen zu "können" stammt materialistischen Ideologien.  
 
 

Umlautkombinat

9. Mai 2026 08:36

Der Gedanke alle "Menschen" gleich erziehen zu "können" stammt materialistischen Ideologien.  

Dazu muessten sie sehr alt sein. Den Versuch der Umsetzung dieser Auffassung hat nahezu jede Art von Weltzugang ueber alle Zeiten demonstriert. 

Laurenz

9. Mai 2026 11:18

@Diogenes ... Ihr Kommentar (vielleich noch der Majestyks) ist bisher mit weitem Abstand der beste unter diesem Fred & ich wundere mich, daß er durchging. Denn, am Artikel & den Kommentaren erkennt man, daß uns unsere fremdartige Erziehung überhaupt nicht gut tut. Das, was am Artikel paßt, ist keinen Artikel wert & der Rest ist, wie die Kommentare, am Thema vorbei.

Majestyk

9. Mai 2026 16:37

@ Laurenz:
Alle Menschen gleich erziehen zu wollen ist sinnfrei bzw. kontraproduktiv. Sowas wollen nur Sozialisten. Über Erziehung kann man eh streiten, ich finde ja, daß Erziehungswissenschaften eigentlich Umerziehungswissenschaften heißen müssen. Die organisierte Erziehung dient doch eher zur Disziplinierung. Natürlich ist an unserem Erziehungssystem mal gar nichts. Wie sich bei gleicher Erziehung unterschiedliche Menschen frei nach ihren Möglichkeiten entfalten sollen erschließt sich mir nicht. 
Wenn aber Mensch passend erzogen werden soll, gibt es eh keine universelle Erziehung. Für das Mitglied einer modernen Industriegesellschaft gelten andere Anfoerderungen als für den Buschmann. Frauen und Männer sollte man ebenfalls nicht gleich erziehen, es sei denn man will vermännlichte Weiber und verweiblichte Bübchen. Dass ich der Ansicht bin, daß Orchideenfächer nur was für reiche Kinder sind erwähnte ich schon einmal. Kinder aus einfacheren Verhältnissen brauchen eine solidere Grundlage. 
Nach der Logik alle gleich zu erziehen könnte man auch sagen, es gibt eine Kultur für alle. Ich persönlich denke, die beste Erziehung besteht darin etwas positiv vorzuleben, gilt auch für Personen die führen wollen. Nicht die Reden entscheidet, sondern Handlungen und Lebensführung. Und diesbezüglich gibt es in unserer Kultur ganz schön viel Heuchelei.

Majestyk

9. Mai 2026 16:47

Im Übrigen bin ich der Ansicht, daß der im Text beschrieben junge Mann ganz dringend eine wohlmeinende Ansprache benötigt, die ihm rät, die Linke sausen zu lassen, deren Wertvorstellungen nicht passen und die sogar sein eigenes Fleisch und Blut ohne Not und Reue abtötet und wieder abtöten wird. Ich selber wünschte, auch nur ein einziger Mensch meines Umfeldes hätte mir damals geraten meine Vampirfreundin zum Mond zu schießen. Zuneigung alleine ist keine Basis und wer es mit einem Menschen gut meint, der scheut keine unbequeme Wahrheit. Die beschriebene Geschichte wird für den jungen Mann nicht gut ausgehen und er wird womöglich kostbare Jahre seines Lebens an eine Person verschwenden, die keinen Pfifferling wert ist.
Natürlich muß der junge Mensch seine eigenen Fehler machen, aber warnen sollte man trotzdem. Da kann er wenigstens hinterher nicht sagen, es hätte ihm niemand gesagt.

Diogenes

9. Mai 2026 17:24

@Sandstein
 
"Ein richtiger Mann kann sich auch um sein 1 oder 2-jähriges Kind kümmern."
 
Da wären wir wieder: Was ist "Richtig" und was ist "Falsch"? Woher und wer prägt diese Maßeinheit, diesen Maßstab? Die Hinterfragung dessen was "Gut" und was "Schlecht" sei ist der 1. Schritt vom "eigenen" Elfenbeintürmchen hinunter zu den Grundfesten, um nachzusehen obs wirklich welche gibt oder obs nur vergeistigter Treibsand ist, auf dem man bauen kann bis man verfault ist und auf bzw. indem dies Türmchen doch immer wieder wie Venedig absinkt. Der andere Teil ist Anlage aus Vererbung/Epigenetik, ist Sitte, aus Gepflogenheit (Pflegen/Pflügen-Kultivieren; siehe Herkunft des Kulturbegriffs sich aus der Volks- und Ortsgebundeheit ableitend) über Jahrhunderte in Blut übergegangen.
 
"Zum Artikel: Heute wird doch nicht mehr erzogen. Man begleitet. Was immer das sein soll."
 
So wie man eine alte Oma über die Straße begleitet? Dumme 68er-Marxisten-Spinnerei von erziehungsfeien-antiautoritären Gruppen-Einheiten (Familien). Das ist es: Die materialistische Ideologiefalle die über kurz oder lang in den Rachen des weltfressenden Molochs führt um der Menschen Rassen- u. Völkergeschlechter zu zermalmen und eine schrecklich-verstümmelte Echos ihrer einstigen Größe und Form auszuscheiden.

Diogenes

9. Mai 2026 17:44

@Umlautkombinat
"Dazu muessten sie sehr alt sein." 
Ausbeutung und Gleichmacherei existieren seit Äonen und ziehen als Materialismus oft Händchen haltend als räuberischer Gleichmacher Wunden in die Welt reißend (halt du sie dumm und in Angst, ich kontrolliere sie, beuge sie) über eben jenen Schöpfergarten hinweg. Anfällig für derlei Irrideen sind stehts die geistig Schwachen (ruf nach Gleichmacherei, Keim für Marxistische Ideologie; Weltherrschaft der Blöden (deshalb blöd, weil sie der arroganten Meinung sind den Generalschlüssel für aller Menschen und Menschenvölker Glück zu besitzen) und die Habgierigen (Kapitalanhäufung, Hochfinanzbildung mit Weltherrschaftsanspruch "World Wide Domination" - Umgesetzt durch die Außenpolitik jener Staaten deren Bankwesen und Währung sie beherrschen). Auch Erziehung zur Blödheit (durch Absenkung heimischer Bildungsstandards) durch Propaganda ist durch alle Geschichte hindurch beobachtbar/feststellbar. Da müssen wir gar nicht ins Detail gehen. 

Laurenz

10. Mai 2026 05:54

@Diogenes & Majestyk ... wer weiß schon, was richtig ist. Wenn ich hier kontroverse, unchristliche Thesen bringe, geht der Kommentar nicht durch, die Debatte ist also so schon halbiert, kastriert. Wenn wir in die Menschheitsgeschichte aller Kulturen schauen, so ist die Umwelt, das Vorleben (zB Wachdienst der Vorgesetzten), der entscheidende Faktor der Erziehung. Man kann das verurteilen, aber beim Militär konnte man schon ab 6-8 Jahren Trommelbube & Pulveräffchen (meist Waisen) werden. Ab 12 konnte man mit entsprechend Geld (der Eltern) Fähnrich werden. Die Offiziere (auf Schiffen auch der Kapitän) übernahmen die schulische Ausbildung der Fähnriche. In der Landwirtschaft oder Manufakturen war das nicht viel anders, auch wenn man da Lehrer anstellen konnte (war ja in Preußen & Habsburg relativ früh Pflicht). Auch schon im antiken Rom waren Hauslehrer die Regel, was zu einer Alphabetisierung von vielleicht 20% führte. Will aber jetzt keine Debatte der Kelten oder Platons über Schrift oder Nicht-Schrift aufmachen. Es geht hier um die Erziehung zum erwachsenen, überlebensfähigen Menschen. Es gab einige Frühwaisen, die trotzdem, ohne eigene Eltern, zu erfolgreichen Menschen wurden, wie zB Amalie Sieveking oder Edgar Allan Poe.

Franz Bettinger

10. Mai 2026 18:41

Jordan Peterson zum Thema: "Lass nicht zu, dass deine Kinder was tun, das sie Dir unsympathisch macht. - Räum erst mal dein Zimmer auf, ehe du die Welt kritisierst. - Strebe nach dem, was sinnvoll ist, nicht nach dem, was Vorteile bringt." 

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