Das Ergebnis der Bundestagswahl ist bekannt. Die Grünen sind von 14,8 auf 11,6 Prozent gefallen. Man könnte also meinen, sie hätten die Wahl verloren. Dem ist aber nur dem Anschein nach so. Die Union läßt sich von den Grünen am Nasenring durch die Manege führen.
In den Verhandlungen zum auf fragwürdige Weise beschlossenen Sondervermögen haben die Grünen erreicht, daß 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz bereitgestellt und in den Klima- und Transformationsfonds überführt werden. Der damals noch designierten Bundestagspräsidentin Julia Klöckner konnten Sie außerdem erfolgreich ein Ultimatum stellen und dadurch erzwingen, daß sie ihren Vorstellungsbesuch bei der AfD absagte.
Wie haushoch grüne Ideen die Wahl tatsächlich gewonnen haben, zeigt ein Blick in das Sondierungspapier von Union und SPD. Beide Parteien wollen offensichtlich an der sogenannten „Sozial-ökologischen Transformation“ festhalten. Bei der SPD kommt das wenig überraschend. Die Union hingegen ist die Partei Ludwig Erhards und Alfred Müller-Armacks. Sie ist in Deutschland traditionell die Partei der Sozialen Marktwirtschaft. Soziale Marktwirtschaft bedeutet eigentlich, daß der Staat die Rahmenbedingungen für den Markt festlegt und überwacht, sonst aber Industrie und Produktion den Unternehmern überläßt.
Die Ampel-Regierung hat mit der Sozialen Marktwirtschaft gebrochen. Ausdrücklich war es das Ziel von Kinderbuchautor und Wirtschaftsminister Robert Habeck, die Soziale Marktwirtschaft zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft zu transformieren. Dabei ging es darum, die deutsche Wirtschaft mit zahlreichen Eingriffen, Verboten, Förderungen und Auflagen dahin zu bringen, bis 2045 die Klimaneutralität zu erreichen.
Beispiele für diese Politik sind sattsam bekannt. Ich nenne hier nur das Heizungsgesetz. Von Marktwirtschaft kann bei dieser Transformation keine Rede sein. Es handelt sich schlicht und ergreifend um planwirtschaftliche Interventionen in den Markt.
Es ist nun aber an der Zeit, sich endgültig von dem Gedanken zu verabschieden, die Union könnte sich gegen einen so fundamentalen Eingriff in die von ihr geprägte Soziale Marktwirtschaft wehren wollen. Bereits Anfang 2024 hatte sie in ihrem Reformplan für eine starke Wirtschaft klargemacht, daß sie an der Transformation der deutschen Wirtschaft und der deutschen Industrie hin zur Klimaneutralität festhalten will.
Im aktuellen Sondierungspapier gibt es nun ein klares Bekenntnis zu den deutschen und europäischen Klimazielen. Die Zeichen stehen auf „weiter so“. Man muß sich dabei vergegenwärtigen, daß allein die Energiewende je nach Schätzung Kosten zwischen 500 Milliarden und 13,3 Billionen Euro verursachen wird! Wie das gestemmt werden soll, ohne die deutsche Wirtschaft existenzbedrohend zu belasten, steht in den Sternen.
Es heißt im Sondierungspapier außerdem, man wolle „Energieintensive Industrie CO2-neutral machen“. Dabei setze man (wie die Ampel) auf „Leitmärkte für klimaneutrale Produkte“. Was das konkret heißen kann, wird ebenfalls gesagt: „Quoten für klimaneutralen Stahl, eine Grüngasquote oder vergaberechtliche Vorgaben.“ Unternehmen soll also planwirtschaftlich vorgeschrieben werden, wie und mit welchen Komponenten sie ihre Produkte herzustellen haben.
Wie gut die Strategie, die deutsche Wirtschaft mit ständigen Interventionen in die Klimaneutralität zu zwingen, bisher funktioniert hat, kann man an den Wachstumszahlen ablesen. Entgegen dem Trend in anderen Industrienationen ist Deutschlands Wirtschaft 2023 und 2024 geschrumpft. Für 2025 sehen die Prognosen allenfalls ein minimales Wachstum voraus.
Die hochtrabenden Pläne der Union, Bürokratie abzubauen und die Wirtschaft zu entlasten, sind auf Sand gebaut, solange das Ziel der Klimaneutralität nicht aufgegeben wird. CDU/CSU verraten ihre eigene Klientel und verkaufen sie an die Grünen, nur um die Brandmauer gegenüber der AfD aufrechtzuerhalten. Friedrich Merz galt einmal als Hoffnungsträger der Konservativen in der Union. Er dürfte wie Frau Merkel als eine Ikone der Grünen enden.
Zauberer von Oz
Lernen durch Schmerz. Geht häufig schneller als durch gute Worte....