Kauft nicht bei… – wie bitte?

Ein Drogeriekampf! Rechte "boykottieren" ROSSMANN! Es ist kompliziert, und ich will es gar nicht ausbreiten, weil ich davon ausgehe, daß man über das Drama bereits informiert ist. Daß die Sachlage fluid ist und mittlerweile alle zurückrudern, tut (hier) nichts zur Sache. Viele halten diesen Kampf für völlig lächerlich, beknackt, infantil: ("Deutschland wird an der Drogeriefront verteidigt, haha!") Ich nicht.

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Wie kann man heu­te bit­te “Far­be beken­nen”? Ob einer gera­de­steht, soll­te eigent­lich an sei­nem Lebens­voll­zug zu mes­sen sein. Ist er faul oder flei­ßig? Ehr­lich oder ver­druckst? Küm­mert er sich oder küm­mert er sich nicht? Erfüllt er das, was man frü­her „die Stan­des­pflich­ten“ nannte?

Das ist lei­der alles pas­sé. Es ist so kom­pli­ziert gewor­den. Es gibt kei­ne Stan­des­pflich­ten mehr. Du kannst heu­te mit guten Grün­den vegan sein oder car­ni­vor. Du kannst Trad­wi­fe sein oder in „offe­ner Bezie­hung“. Du kannst Deutsch­land lie­ben oder abgrund­tief has­sen. Mit einer Hand­voll Argu­men­te, die du auch aus ent­le­ge­nen Abgrün­den klau­ben kannst, geht eigent­lich alles: Frau trotz Penis, „Schwarz“ trotz hel­ler Haut, anti­fa­schis­tisch mit bru­ta­ler Gewalt.

Wir leben in einem Basar. In die­sem Basar des Alles­mög­li­chen ist die Dro­ge­rie ROSSMANN aller­dings kein öläu­gi­ger Händ­ler unter vie­len, son­dern ein bedeu­ten­der Spieler.

Zu sagen, man kau­fe nun nicht mehr bei ROSSMANN, ist kein kin­di­sches, belang­lo­ses Spiel. Als Shell 1995 die Ölplatt­form Brent Spar im Atlan­tik ver­sen­ken woll­te und Green­peace dar­aus eine Kam­pa­gne mach­te, erleb­te die Ben­zin­mar­ke einen über­aus dras­ti­schen Einbruch.

Ähn­li­ches galt, als Jac­ques Chi­rac im glei­chen Jahr Kern­waf­fen­tests wie­der­auf­nahm. Der dar­auf­fol­gen­de Boy­kott fran­zö­si­scher Pro­duk­te war kein Kin­der­spaß, son­dern beein­fluß­te die Han­dels­bi­lanz hef­tig. Ähn­lich war es bei #Dele­teU­ber 2017.

Und beson­ders kraß, als die ein­ar­mi­ge (durch einen Hai­an­griff) Sur­fe­rin Betha­ny Hamil­ton 2024 als Wer­be­part­ne­rin für die ein­schlä­gi­ge Mar­ke Rip Curl einer Trans­gen­der-Per­son wich. Die Ein­brü­che bei Rip Curl bezif­fer­ten sich auf ekla­tan­te Mil­lio­nen­hö­he, zahl­rei­che Filia­len muß­ten schlie­ßen – die Kon­su­men­ten hat­ten ein­fach mit dem Geld­beu­tel abgestimmt.

Der mora­li­sche Impe­tus sol­cher (Nicht-)Kaufentscheidungen wider­strebt mir in der Hin­sicht, daß ich gegen­über jeg­li­chem „Mas­sen­wahn“ skep­tisch bin. „Kauft nicht bei…“ ist kein guter Impuls!

Nun leben wir aber in einer gesichts­lo­sen Kon­sum­welt. Die Nicht­k­auf­ent­schei­dung betrifft hier & heu­te nicht Fami­lie D. oder R., kein alt­ein­ge­ses­se­nes Geschäft von „neben­an“, son­dern einen Rie­sen, der poli­tisch agi­tiert. Angeb­lich sind Drei­vier­tel der bei ROSSMANN erhält­li­chen Non-Food-Pro­duk­te chi­ne­si­schen Ursprungs. (Konn­te es nicht ver­zi­fie­ren, aber laßt es ein Vier­tel sein.)

Ob es bei den Kon­kur­ren­ten bes­ser aus­schaut, kann ich nicht sagen. Ich wür­de gene­rell dafür plä­die­ren, sich künf­tig bei Klo­duft, Zahn­weiß, Haar-Fit, Well­be­ing-Tee, Duft­ker­zen etc. pp .zurück­zu­hal­ten und sich stets die Fra­ge zu stel­len: „Brauch ich das wirk­lich?“, „Macht es mich glück­li­cher?“, „Wären die­se 5,99 nicht anders­wo bes­ser ein­ge­setzt?“, “Von wel­chen Rei­zen laß ich mich triggern?”

Per­sön­lich habe ich mich ent­schie­den, nicht mehr bei ROSSMANN ein­zu­kau­fen. Das ist so unbe­quem (ich war tat­säch­lich Kun­din, seit ich im Osten lebe; die nächs­te ande­re Dro­ge­rie ist weit ent­fernt) wie unspek­ta­ku­lär. Mit REWE, ama­zon et al. habe ich es ähn­lich gehand­habt, als die rabi­at poli­tisch wur­den. Es sind die aller­win­zigs­ten Stell­schrau­ben im Getrie­be. Ich esse kein Fleisch aus Mas­sen­hal­tung, ich tra­ge kei­ne Klei­dung, die in Dritt­welt­län­dern gefer­tigt wur­de. Ich kau­fe mög­lichst kein Zeug bei Kon­zer­nen, die sich dezi­diert gegen mei­ne Welt­an­schau­ung richten.

Das ist sehr wenig und unterm Strich (des gesam­ten Lebens­voll­zugs) sicher immer noch inkon­se­quent. Ich lese nach wie vor Bücher aus Ver­la­gen, die has­sen, was Antai­os ist, und Antai­os ver­treibt sie sogar. Ich höre Sen­der, deren Macher uns bekämp­fen. Usw., usf.

Inso­fern hat es sicher etwas Hilf­lo­ses, Kon­se­quenz zu bemü­hen inner­halb eines Lebens, das auf Inkon­se­quenz und Kom­pro­mis­sen auf­ge­baut ist. (Ich weiß von einer Fami­lie in Thü­rin­gen, die DAS ALLES boy­kot­tiert. Sie leben nicht nur ohne Imp­fun­gen, Schu­len, Dro­ge­rie­kon­sum, son­dern sogar ohne Strom. Es scheint zu funk­tio­nie­ren. Sie zie­hen das durch. Dan­ke! Aber nein dan­ke. Für mich persönlich.)

Nicht mehr bei ROSSMANN zu kau­fen hat eine Ent­las­tungs­funk­ti­on, zumal eine sol­che Nicht-Kauf­ent­schei­dung auch ganz anonym geht. Man macht einen Schnitt, der an sich unbe­deu­tend ist und einen selbst wenig mehr kos­tet als ein Inne­hal­ten und (in die­sem Fall, für mich) einen wei­te­ren Weg. Wenn ihn Zig­tau­sen­de machen, sieht es bereits anders aus.

Gro­ße Unter­neh­men soll­ten aus mei­ner Sicht gar nichts „beken­nen“. Sie sol­len ihren Dienst tun. Wenn sie sich genö­tigt sehen, weltanschauliche/politische Bekennt­nis­se aus­zu­ru­fen, ist das ein bedenk­li­cher Schritt. Man kann hier leicht “kla­re Kan­te” zeigen.

Nicht mehr bei ROSSMANN zu kau­fen ist inso­fern ein Micro-Akt. Auch ein Aus­weich­ma­nö­ver ist ein Manöver.

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (28)

RMH

7. Dezember 2025 14:22

Nach all dem canceln, welches sich AfDler & ihre Wähler haben gefallen lassen müssen & weiterhin gefallen lassen zu haben, ist es natürlich eine berechtigte Frage, ob ab heute zurück-gecancelt wird. Bei 20-30% Wähleranteil & bestimmt noch größerem Sympathisantenanteil ist man ja mittlerweile durchaus mit beachtlicher Marktmacht ausgestattet. Die Vielschichtigtkeit & zwangsläufig damit auftretende Inkonsequenz, die damit verbunden ist, hat der Artikel gut herausgearbeitet. Der bedeutsamste Ansatz dabei ist das Reflektieren des eigenen Konsumverhaltens. Brauche ich das wirklich? Das ist der klassisch konservativere Ansatzpunkt als ein effekthascherisches, gut, dann kauf ich halt woanders. Bei R. arbeiten sicher auch zahlreiche AfD-Wähler & Sympathisanten. Die sollte man nicht im Regen stehen lassen. Wie man das dann unter einen Hut mit einem Boykott bringt, weiß ich nicht. Die Geschäftsleitung meint offenbar autoritär, im Zweifel feuere ich die dann eben, so dass diese aktuell sicher besser auch Ruhe geben. Evtl. wäre ein Aufruf, Arbeitnehmer, sucht Euch woanders einen job, eine Sache, welche den Laden auch heftig treffen kann. Ich kann mir bei dem Thema einen schlanken Fußs machen, da bei uns "dm" dominiert & die wenigen R- Filialen ohnehin nur - nach Müller - Anlaufstelle c waren.

Mauerbluemchen

7. Dezember 2025 15:11

Rossmann macht einem die Entscheidung zum Boykott ziemlich leicht, da dieser Konzern auf Billigdiscounterniveau arbeitet und man qualitativ viel besser bei der Konkurrenz aufgehoben ist. Gern würden wir Rossmann aus weltanschaulich - moralischen Gründen meiden, wenn wir diese Kette nicht seit Jahren schon wegen der miesen Waren und dem ebensoschlechten Service boykottierten.
Manche Typen sind auch ohne Brandmauer untauglich.

Ernestine

7. Dezember 2025 15:36

Ich stimme Ihnen im Großen und Ganzen zu. Da, wo wir wohnen, gibt es keinen Rossmann, nur dm und Müller. Das macht die Sache einfach. Grundsätzlich spielt die Bequemlichkeit eine gewisse Rolle. Wie komme ich als Landbewohnerin möglichst zeitsparend an nicht alltägliche Gebrauchsgegenstände, z. B. eine Mantilla oder eine Schwimmbrille für Kurzsichtige? Also, in so einem Fall: Amazon. Bioladen statt Edeka ist auch nicht. Zu teuer. Wenn ich die Möglichkeit habe, diejenigen zu unterstützen, die zum rechten Lager gehören, immer gerne. In den meisten Fällen ist dies aber nicht bekannt. Noch nicht. 

Majestyk

7. Dezember 2025 16:15

Ich dachte Wokeness sei vorbei?
Unabhängig davon ist es ja wohl ein Unterschied, ob man Shell boykottiert weil man sich mit Propaganda füttern läßt oder dem Wunsch eines Unternehmes nachkommt, welches eine bestimmte Klientel nicht bedienen möchte, ob nun Ungeimpfte, Barzahler oder Blaumitglieder und -wähler. 
Letzten Endes ist es doch so, wer anders lebt konsumiert eh weniger und was eben möglich ist regional. Global denken, national wählen, regional wirtschaften war immer meine Devise. Wäre dieses Haus mein Eigentum, ich täte alles um in der Stromversorgung so autark wie eben möglich zu werden. Ohne Strom leben wollen möchte ich nicht.
Ich habe das wenn ich mich richtig erinnere schon mehrmals geschrieben, anders wählen wird nicht reichen. Wer mehr anstrebt als Farbwechsel, wird ohnehin andere Lebensentscheidungen treffen, dort wo dies möglich ist.
Natürlich ist es unbezahlbar auch mal einen Stich zu setzen und auf die Frage "wie kann ich helfen?" zu antworten "Ach, ich würde gern so vieles kaufen, aber ich wähle ja leider blau und bin als Kunde daher nicht erwünscht, aber noch viel Erfolg mit Ihrer Strategie." Nutzt sich irgendwann ab, aber ist köstlich in so richtig verdutzte Gesichter zu sehen. 
Über eines muß man sich aber klar sein, noch mehr Spaltung braucht das Land nicht. 

Majestyk

7. Dezember 2025 16:20

@ RMH:
Unternehmen verstehen nur eine Sprache, Abstimmung mit den Füßen. Bezüglich Roßmann halte ich es schon länger so, auch wenn es umständlicher ist. Andererseits ist der größte Teil vom Warenangebot in Drogerien Nonsens.
Man kann das mal gezielt machen, siehe Budweiser, grundsätzlich wird man aber irgendwann wieder miteinder leben müssen, sonst kann man die Erneuerung des Landes gleich vergessen. 

Heinrich Loewe

7. Dezember 2025 16:22

Find ich großartig; wir machen es genau so. Wir kaufen, wo immer es geht, bei "Brüdern im Geiste (und in der Tat)" und nicht bei Leuten, die uns hassen.
Ein Ärgernis: Die Bio-Verbände und der Naturkost-Fachhandel sind fest in progressiver Hand, obwohl die Kundschaft mit Sicherheit den Proporz im Ganzen abbildet. Ich erinnere den Bauern in der Niederlausitz, der den Hirse-Anbau in Deutschland wiederbelebt hat und gedoxxed wurde, weil er für die AfD im Stadtrat sitzt. Die Täter warene v.a. Bio-Mare (Malte Reupert) in Leipzig. Meidet den!

Kurativ

7. Dezember 2025 16:34

Das schöne an solchen Stigmatisierungen: Sie halten länger als jeder Werbekampagne. Noch heute verbinde ich mit Shell die Unterstüzung der Nationalsozialisten gegen Russland, die Zustände im Nigerdelta und die Zustimmung zur Hinrichtung von friedlichen Aktivisten dort. Es ist praktisch ein Schild, welches vor jeder Filliale steht.
So ist es auch mit Rossmann. Hier hatte ein Mitarbeiter ein christliches Kreuz an einer Halskette sichtbar getragen. Muslimische Kunden hatten sich beschwert und der Mitarbeiter musste weichen. So etwas bleibt hängen.
Grundsätzlich finde ich solche Aktionen auch gut. Man kauft nicht nur eine Sache. Und man muss schauen, wie man sich damit fühlt. Wenn man das Gefühl hat, man hat den eins ausgewischt, ohne große Nachteile zu haben, dann ist das gut.
Ich mache aber anderen keinen Vorwurf, wenn sie das anders machen.
Wenn es dazu dient, dem Gegner gewaltig eins auszuwischen, bin ich auch bereit, situativ auf abzulehnende Angebote zu setzen, wenn der Gewinn das aus meiner Sicht gerade rechtfertigt. Wenn ich in der Öffentlichkeit stehen würde, sähe das anders aus.

Majestyk

7. Dezember 2025 17:47

@ Kurativ:
"Noch heute verbinde ich mit Shell die Unterstüzung der Nationalsozialisten gegen Russland"
Was war denn schlimm daran, daß Shell das Deutsche Reich unterstützte und nicht dessen Gegner? 

Andreas J

7. Dezember 2025 18:42

Eigentlich ist es fast immer die gleiche lustige Geschichte (einer narzisstisch gestörten Gesellschaft): Irgendwelche Firmenchefs können nicht der Versuchung widerstehen, sich durch woke Maßnahmen und Entscheidungen zu Lieblingen der linksmedialen Leitmedien zu machen und dann fällt ihnen das mehr oder weniger desaströs auf die Füße, siehe VW, Porsche, Rügenwalder Mühle und hoffentlich auch Rossmann und Milram. Und wer Müllermilch boykottiert und das dann stolz auf X postet, vergisst, dass es eigentlich nur noch Firmengeflechte gibt und Müller Zulieferer diverser anderer Firmen ist (die ja konsequenterweise auch boykottiert werden müssten).
 

Blue Angel

7. Dezember 2025 19:22

Begründbare Kaufboykotte finde ich gut weil man damit (siehe u. a. das Beispiel Shell) auch als ansonsten politisch weitgehend machtloser Mensch - zusamjmen mit anmderen - was bewirken kann. 
Beim Rossmann-Boykott kann ich mich leider nicht beteiligen: Bei uns gibt es keinen Drogeriemarkt in der Nähe und ich vermisse auch keinen. Kürzlich brauchten wir eine Seifendose, die ließen wir uns von einer Freundin mitbringen, m. W. von DM. 
Mit unserem lokalen Edeka hatte ich damals geklärt, daß bei ihnen JEDER einkaufen kann, der sich ordentlich benimmt (tu ich), und sie mit der (Anti-AfD-)Aktion ihrer Zentrale vor ca. einem Jahr nichts zu tun haben.
Was man auf jeden Fall immer boykottieren sollte, ist Amazon. Die Argumente dafür würden hier die Zeichenbegrenzung sprengen, daher an dieser Stelle nur eins: Dieser Globalistenmulti braucht eigentlich gar nichts mehr verkaufen sondern könnte auch locker von Strafzahlungen der Lieferanten leben. Und dann gab´s ja auch noch die (zum Glück vereitelte) Aktion/Ver***schung mit einem Antaios-Buch (Remigrationj, wenn ich mich recht entsinne)...

Dietrichs Bern

7. Dezember 2025 20:52

Zunächst erstaunt ich die Vokabel "ölaugig" - kannte ich bisher nur von Freunden aus dem Ruhrgebiet zur Beschreibung von Bevölkerungsgruppen, möglicherweise habe ich da eine Bildungslücke.
Ansonsten habe ich Roßmann-Filialen im Vergleich zur Konkurrenz als eher bruchbudenmäßig wahrgenommen, aber mittlerweile haben wir auch keine in der Nähe, brauche also auch keine Kaufentscheidung zu treffen. Ich glaube auch nicht, dass das irgendwer dauerhaft tut.

Martha

7. Dezember 2025 21:04

Man sollte soviel wie möglich boykottieren. Mein Umfeld und ich kaufen z.B. auch nicht mehr bei Rossmann, Edeka oder REWE. Wir trinken keine Fritz-Cola oder Schierker Feuerstein und und fahren nicht mit dem Flix-Bus. Die Liste ist natürlich noch viel, viel länger. Auf jeden Fall sollte jeder Boykott mit einem Brief oder einer Email verbunden sein. Nur so erfahren diese Firmen, daß und warum man sie boykottiert. Es trifft sie an der empfindlichsten Stelle: Beim Profit.

Franz Bettinger

7. Dezember 2025 21:15

Mit dem Geldbeutel abstimmen? Tut doch jeder. Ich flog Lufthansa nicht mehr, weil Passagiere dort vor 1998 zum Mitrauchen gezwungen wurden, während Singapore ein Rauchverbot hatte. Allerdings trinke ich (wie Peter Scholl-Latour) im Sommer oft und gern Coke, einfach, weil’s dafür keinen gleichwertigen Ersatz gibt. (Nein, das ist ganz und gar nicht ungesund; man gibt es aus gutem Grund gern kranken Kindern.) Ich kaufe auch grundsätzlich wegen der eingebauten Obsoleszenz (Gegenteil von Nachhaltigkeit) keine modernen Elektronik-Autos. Meine 3 sind alle >30 Jahre alt, unverwüstlich. Ich sehe kein TV, höre kein Radio, lese keine Lügenpresse. Der Spiegel wurde 2015 (oder schon vorher?) abbestellt; desgleichen Stern, Fokus... Wer sich gegen die Vernunft und gegen Rechts positioniert, hat mich verloren. Dazu gehören auch ehemalige Freunde. "Be woke? Go broke!“ Bin da konsequent. Den meisten Kram braucht man eh nicht.  
 

Laurenz

7. Dezember 2025 21:45

@EK ... Sie machen es sich mit dem Artikel etwas zu einfach, denke ich. Ihr beruflicher Kampf spielt sich in einem extrem kulturellen Raum ab, ein arg begrenzter Markt, der an einem eklatanten Mangel an Lesern, an Bücherkäufern & viel zu vielen Anbietern leidet. Wenn Sie Werke des "Klassenfeinds" empfehlen & auch dessen Bücher veräußern, führen Sie mit weit unterlegenen Mitteln in einer Flankenbewegung diesen vor. Das befähigt Sie, zumindest die Stellung zu halten, wenn nicht sogar, ohne größere Verluste, einen Raumgewinn zu verzeichnen. Anheuser-Busch hatte es mit der Marke Budweiser hart getroffen, ebenso Jaguar & Disney. Bei Disney gibt es schon wieder einen Bezug zur Film-Kultur. Disney investiert jetzt horrende Summen, alle Mitbewerber um TV-Rechte bei der UEFA aus dem Rennen zu schlagen. Schnell verlorene Reputation zurückzugewinnen, wird extrem teuer. Und da stellt sich dann immer noch die Frage, ob wirklich so viele Fußballkonsumenten bereit sind, ein Disney-Abo käuflich zu erwerben. Auch für die UEFA kann der Schuß aus der Opportunität nach hinten losgehen, wenn die Reichweite sinkt.

Kositza: Ich weiß leider ehrlich nicht, was Sie mir sagen wollen?

Laurenz

7. Dezember 2025 21:51

@EK (2) ... viel erstaunlicher ist die Hemmungslosigkeit mit der aus allen politischen Strömungen ("Kauft nicht bei AFDlern, kauft nicht bei Rossmann, etc.pp.) ein SA-Slogan benutzt wird, "Kauft nicht bei Juden", obwohl die merkantilen Juden damit ("Boycott over Nazi-Germany") angefangen hatten. Im existenziellen Sein ist Geld ein Argument, welches tatsächlich Macht ausübt, außer in Deutscher Interessen-Politik. Es ist völlig legitim, Macht auszuüben.

Ein gebuertiger Hesse

7. Dezember 2025 21:57

In der Tat, wann war eine "Wahl" schon einmal so einfach und für die "eigenen Bestände" im Geldbeutel, so derart unterschwellig wie diese, es geht um Pfennigbeträge? Wer von den hiesigen Schreibenden und Lesenden in diesen Tagen nochmal bei dem falschen Augenwisch-Anbieter einkauft, macht das Falsche und weiß es auch. Also.

Laurenz

7. Dezember 2025 22:09

@EK ... dann lesen Sie am besten nochmal Ihren Artikel & die Analyse über Ihr Eigenes Kauf-, wie Marketing-Verhalten. Nicht, daß Sie nicht plausibel agieren würden. Aber man kann nicht alles mit allem vergleichen.

das kapital

8. Dezember 2025 08:29

Wer seine Kunden verachtet, der will sie auch verlieren.Rossmann will doch keine Geschäfte mit unanständigenMenschen machen, die eine falsche Haltung zeigen.Wer nicht bei Rossmann kauft, zeigt Haltung.Wer dennoch oder gerade dort kauft,zeigt eine andere. Du musst Dich nur entscheiden.Rossmann hat sich entschieden,einen Mob zu unterstützen,der Polizisten verprügeltund 50 von ihnen verletzt.Rossmann hat sich entschieden,einen Mob zu unterstützen,der Bundestagsabgeordneteverprügelt und Deligierte.Rossmann hat sich entschiedenden DGB Mob zu unterstützen,der Journalisten verprügelt undvertreibt. Sieht nach SA Methoden aus.Wer das will, kauft bei Rossmann.Wer Freiheit will, der lässt es bleiben.

nagini

8. Dezember 2025 12:04

Das ist mein Hauptargument nicht mehr bei Instagram zu sein. Solche Meldungen bringen bei mir das Blut zum Kochen. Vor allem dann eben die Kommentarspalten. Dass ich hier lese, dass Mitarbeiter aufgrund eines Kreuzkettchens einen Betrieb verlassen müssen, bewirkt ein Magenbeschwür bei mir. Letztens wurde hier in der Gegend auch so eine kleine Zeitschrift von "Heimatblatt" zu irgendetwas umgetauft. Heimatblatt darf es einfach nicht mehr heißen. Das hörte ich im Radio. Das mit dem Magenbeschwür ist kein Witz... Nun, ich meide die Informationen über das Elend unseres Landes, jedoch bin ich wiederum froh, wenn man mich auf Konzerne hinweist, die man meiden sollte. Rossmann wird also ab heute von mir gemieden und darf gerne verrecken (finanziell gesehen). Achso und ich möchte noch anmerken, dass BMW (Familie Quant) super einflussreich ist und wohl die Migration auch feiert, weil eyyy das sind ja billige Arbeitskräfte. *kotzwürgkotzkotzwürg*Was VW angestellt hat, werde ich jetzt mal nicht googlen, ein bisschen Seelenfrieden sei mir noch gegönnt. 

RMH

8. Dezember 2025 12:52

@nagini, das Feiern der Migration finden Sie nicht nur bei den großen, sondern bis hinein in den sog. "Mittelstand", den Familienunternehmen, die größeren Handwerksbetriebe. Ich kenne selber genug derartiger Handwerksfirmen (Firmengröße zwischen 30 und 150 AN), die ganz stolz sind, weil sie es geschafft haben, bspw einen Pali zum Gas-Wasser-Scheiße- Monteur auszubilden (bekommt die Firma deshalb von mir keinen Auftrag mehr, wenn im Haus was klemmt? Ganz bestimmt nicht, denn ich bin froh, dass diese Firma ordentlich & gut arbeitet. Ein "Profiling" erlaube ich mir nicht & ich will das auch klipp & klar nicht). & im Grunde genommen ist es auch nicht das Kriegsentscheidende, ob ein paar Migranten hier zusätzlich zu all den anderen, nichtdeutsch-stämmigen Arbeitskräften arbeiten. Das Problem ist der nach wie vor nur für die Medien scheingebremste Massenzuzug einer ganzen Großsstadt pro Jahr. Die fehlenden Rückführungen von Ausreisepflichtigen & der fehlende Druck auf ausl. Stützeempfänger, hier zu arbeiten (was vermutlich 1/3 zur Ausreise bewegen kann). Beim Rest hat man sich - zumindest im Westen - an ausl. Kräfte gewöhnt & kanns nicht ändern. Immerhin: Mein Friseur ist ein Deutscher, meine KfZler auch, die genannten Handwerksbetriebe haben auch nach wie vor in der klaren Mehrheit dt Arbeitnehmer (locker 80% u mehr). Die alle schneide ich doch nicht wegen ein paar ausl. Kräften oder weil der Chef damit bei irgendeiner Provinz-IHK-Versammlung angibt.

Werner42

8. Dezember 2025 14:14

Wenn ich die Kommentare hier so lese, dann komme ich schon etwas ins grübeln und denke an den bekannten Ausspruch von Groucho Marx: "I don´t care to belong any club that will be have me as member." Zu deutsch "Ich mag keinem Club angehören der mich als Mitglied aufnimmt."
Wenn man ein paar Worte austauscht, klingt das im Artikel und bei vielen Kommentaren genauso wie eine der ökölogisch/marxisitischen  Basisgruppen der 80iger Jahre mit ihrer ewigen boykottiererei, der jammernden Betroffeneheitslyrik und einem ziemlich schlichten Antikapitalismus. 
Das ist auch das Problem der starken AFD im Osten: der nach wie vor durchtränkt ist von antikapitalistischen und antiamerikanischen propagandistischen Narrativen der SED.
Das sind Denkmuster und Begrifflichkeiten, die alles sind nur nicht rechts, zumindest nach meinem Verständnis. Vermeintliche Vorbilder wie China haben einen gnadenlosen (Staats)Kapitalismus, während Russland nur ein Vorbild für autokratische Korruptionsliebhaber ist...
Natürlich ist es das Recht eines Firmenchefs solche Entscheidungen zu treffen, ob man sie nun so beurteilt oder nicht. 

Kositza: Wer hat denn einem Firmenchef "das Recht abgesprochen", solche Entscheidungen zu treffen?

Majestyk

8. Dezember 2025 15:32

Im Grunde arbeitet man sich an Symptomen ab und nicht an der Ursache. Die Ursache dafür, daß Unternehmer sich auf eine politische Seite schlagen ist die fehlende Trennung von Staat und Wirtschaft. Es gilt eine andere Struktur zu schaffen. Zum Beispiel sollten Unternehmen nicht subventioniert werden, wenn sie sich einen politisch gewollten Fuhrpark zulegen. Eigentlich sollten Unternehmen prinzipiell niemals subventioniert werden. Gleichfalls gehören Steuererleichterungen für politische Stiftungen von Unternehmen gestrichen. Wie beim Verbraucher endet auch für Unternehmer die Haltung, sobald man draufzahlen muß.
 
Wenn Unternehmen den ganzen Nachhaltigkeits- und Diversitätskram mitmachen, so ist dies vor allem eine Anpassungsstrategie. Menschen sind halt Opportunisten, Unternehmensführer diesbezüglich nicht anders. So wie man die Politik von lobbyistischen Einflüßen befreien sollte, muß auch der Einfluß der Politik auf die Wirtschaft reduziert werden. Was anderes ist Zollpolitik im nationalen Interesse. Wenn ein Unternehmer seine Produktion ins Ausland verlagern will, kann er dies ja tun. Jene Produkte sollten bei der Einfuhr heimischen Produkten jedoch nicht gleich gestellt werden. Zollfreiheit sollte es nur innerhalb unserer Hemisphäre geben und bestimmt nicht mit Märkten, die andere gerne überschwemmen, sich selber aber abschotten. In Europa sind mehr als genug Arbeitskräfte vorhanden, es braucht keine Verlagerung nach Fernost.

Majestyk

8. Dezember 2025 16:01

@ Werner42:
"Das ist auch das Problem der starken AFD im Osten: der nach wie vor durchtränkt ist von antikapitalistischen und antiamerikanischen propagandistischen Narrativen der SED."
Sie haben antizionistisch vergessen. Schreibe ich seit zwei Jahren. Diese Prägung könnte der AfD auf die Füße fallen, gerade jetzt wo Trumps Amerika mit Brüssel und Berlin bricht, sich offen zu rechten Parteien in Europa bekennt. Ich bin nicht so naiv dahinter Altruismus zu vermuten, die USA justieren ihre Interessen neu. Es gibt aber keine Alternative zum eigenen Kulturkreis. Dazu gehören eben nicht nur die USA, sondern auch Belgien, Niederlande, Frankreich oder die Schweiz.
Die jetzt offensichtlich gewordene Abhängigkeit Deutschlands basiert doch auf dem Versuch, mit russischem Gas die fatalen Folgen vom Ausstieg aus Kohle und Kernkraft zu kaschieren. China, zumal Rotchina kann niemals Partner sein, erst recht nicht, wenn man zu einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zurückkehren will. Aber lieber schimpfen einige lieber pauschal auf den Westen, wie einst die SED. Es gibt aber kein Abendland B.
Der Zersetzungsglobalismus ist links, mit dem eindeutigen Ziel die westliche Hemisphäre zu zerstören.
Einst wurde Kapitalismus als rechts gebrandmarkt. Linke nannten Kapitalisten gern Faschisten. Auf einmal nun Antikapitalismus von rechts. Was will man damit positiv bewirken? Strauß hatte Recht. Jeder Angriff auf Marktwirtschaft und Westbindung führt zum Narrenschiff Utopia. 

Laurenz

8. Dezember 2025 16:22

@Werner42 ... Sie schauen zu viel ÖRR & lesen zu viel Relotius.

RMH

8. Dezember 2025 16:26

@Werner42,
dem Recht des Firmeninhabers, Themen zu entscheiden entspricht das Recht des Kunden, nicht mit bestimmten Firmen Geschäfte zu machen. Der Punkt, den Sie eher treffen ist doch, ob man sich dem Stil des "Campaigning" Linker anschließt oder nicht. Hier bin ich, wie in meinen Beiträgen ausgedrückt, auch eher vorsichtig, aber es gilt der alte Grundsatz, wie man in den Wald ruft ...
Firmen wie Rossmann wollen sich dezidiert Anti-AfD positionieren, da gebietet es schon die Selbstachtung jedes AfD-Wählers, dass er da nur noch im äußersten Notfall etwas einkauft. Den ersten Stein hat hier die Firma selber geworfen und das gilt für andere Firmen auch. Wer mein Geld nicht will, weil er mich als Kunden nicht will, der bekommt mein Geld auch nicht. Das ist das Spiegelbild und so funktioniert Marktwirtschaft auch. Ich sehe da kein Jammern und auch keine Betroffenheitslyrik, sondern schlichte Konsequenz im eigenen Tun. 

Majestyk

8. Dezember 2025 18:50

@ RMH:
"dem Recht des Firmeninhabers, Themen zu entscheiden entspricht das Recht des Kunden, nicht mit bestimmten Firmen Geschäfte zu machen."
Der Satz ist richtig. Im Fall von Roßmann mag die Anti-AfD -Haltung sogar eigenemn Willen entspringen. Grundsätzlich glaube ich dies eher nicht. Regiert die AfD und ändern sich Verhältnisse, wird kaum noch ein Unternehmen auf Klima, Divers und Anti-Rechts machen. Die Positionierung hat zuweilen auch damit zu tun, daß Unternehmen ebenfalls Abhängigkeiten unterliegen, Subventionen einstreichen wollen, öffentliche Aufträge ergattern oder Kredite benötigen. Unter Wölfen mußt du heulen wie ein Wolf oder wirst gefressen. 
 
Im Übrigen noch einmal. Diese Drogerieriesen sind für sich genommen schon Symptom einer kaputten Lebensführung. 80 Prozent von dem, was dort verkauft wird ist Schrott, völlig unnötig, teilweise ungesund oder umweltschädlich.
Einfaches Beispiel, warum gibt man mehr Geld für ein Duschgel aus, was letztlich verdünnt ist, statt eindeutig länger haltende und damit günstigere Seife zu kaufen, die zudem meistens sogar weniger Allergene enthält? Ein Deo kann man übrigens ganz einfach mit Wasser und Natron herstellen. Funktioniert, reizt die Haut nicht so, konditioniert den Körper nicht und ist unschlagbar günstig.

Wuwwerboezer

8. Dezember 2025 20:30

Schade, dass es m Netz die Doku über den Hänouvää-Krakensumpf nicht mehr zu sehen gibt. Diiijek Rossmann mittendrin!

Werner42

10. Dezember 2025 13:31

Was mich wirklich beunruhigt: wir steuern gerade auf die größte Wirtschaftkrise der Bundesrepublik hin und es gibt im Bundestag volkswirtschaftlich gesehen im Grunde  nur noch sozialistische Parteien, die AfD mittlerweile mit inbegriffen. Keiner will sich mehr mit Volkswirtschaftlichen Grundfragen und Wirkungszusammenhängen beschäftigen, dafür mit so albernen Boykottaufrufen im Stil der 80iger Jahre Grünen.
Alle glauben insgeheim, das da bei den Superreichen riesige Goldspeicher a la Dagobert Duck stehen, auf die man nur zugreifen muss um diverse Wohltatsversprechen des kompletten politischen Spektrums zu verteilen. Das diese Reichtümer komplett virtuell sind, ein rein theoretischen Versprechen in ihren Wert sind, das hat eine große Mehrheit nicht mehr auf dem Schirm, egal ob links, grün, konservativ oder rechts. Wir werden uns noch wundern, was da auf uns zukommt...
Und ich glaube nicht das irgendwer, links oder rechts in diesem Land psychologisch gut drauf vorbereitet ist, wenn diese bundesrepublikanische Wohlstandsblase platzt... Deshalb hat mich dieser Artikel hier so angetriggert.