Wechselstimmung?

Was bislang nicht zu hoffen war und jetzt beinahe zu fürchten ist:

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Die Ber­li­ner Repu­blik scheint einer poli­ti­schen Wen­de unaus­weich­lich entgegenzutreiben.

Um ein­mal vom irrever­si­blen Finanz­de­sas­ter der Höchst­ver­schul­dung abzu­se­hen, eben­so wie von der Pro­gno­se, daß der Sozi­al­staat spä­tes­tens in den Drei­ßi­gern den Bun­des­haus­halt spren­gen wird, hier drei Aspek­te, die eine prin­zi­pi­el­le Ände­rung ahnen las­sen. Min­des­tens dürf­te eine evo­lu­tio­när ver­lau­fen­de Reform unwahr­schein­lich sein.

1. Ideell – Die Begrif­fe der offi­zi­el­len Sprach­re­ge­lun­gen stim­men nicht mehr; eine kla­re Seman­tik offe­ner Rede ging ver­lo­ren. Eben­so wie in der End-DDR sind genau jene Phra­sen hohl, die bis zur Pene­tranz all­ge­gen­wär­tig wie­der­holt werden:

„Tole­ranz“ und „Respekt“, per­ma­nent beschwo­ren, gel­ten abstru­ser­wei­se nur für jene, zwi­schen denen ohne­hin Kon­sens besteht, also für die „lau­ten“ Wir-sind-mehr-Demo­kra­ten, die mit dem sta­tus quo iden­ti­fi­ziert sind und vor­zugs­wei­se ihre Pri­vi­le­gi­en im auf­ge­bläh­ten öffent­li­chen Dienst oder in „NGOs“ genie­ßen, bei denen es sich eher um staat­lich ali­men­tier­te Pro­pa­gan­da-Ver­ei­ne han­delt, die sich euphe­mis­tisch zur „Zivil­ge­sell­schaft“ zählen.

Zwi­schen Block­freun­den, Über­ein­stim­mern und Beken­nern bedarf es kei­ner Tole­ranz, ihrer bedür­fen um so mehr jene Kri­ti­ker, die aller­dings nicht mehr als anre­gen­de Oppo­nen­ten, son­dern direkt als Fein­de gel­ten. „Demo­kra­tie“ selbst fun­giert ver­kürzt als Titel für kri­tik­lo­se Anpas­sung. Wer sich dar­auf nicht umstands­los zurich­ten lässt, gilt mitt­ler­wei­le schnell als Geg­ner – irrer­wei­se der Demokratie.

„Viel­falt“ indes­sen kommt in begriff­li­cher Ver­en­gung nur­mehr Rele­vanz im Sin­ne eines sexu­el­len Spek­trums zu. Geschlech­ter­fra­gen avan­cier­ten – neben Ernäh­rungs­the­men – zur Haupt­sa­che eines Rest-Dis­kur­ses, bei dem es vor allem um echauf­fier­te Bekennt­nis­se geht. Mehr als alles ande­re begrei­fe man sich als „que­er“ oder „non­bi­när“, min­des­tens als „vegan“, wenn man als „auf­ge­klärt“ oder bes­ser noch als „woke“ gel­ten will.

Jeden­falls ver­steht sich „Viel­falt“ längst nicht mehr als ein Plu­ra­lis­mus diver­ser oder gar kon­trä­rer Posi­tio­nen, auf die Men­schen kraft Erkennt­nis, Erfah­rung oder Urteils­ver­mö­gen gelang­ten; erwar­tet wird statt­des­sen das mög­lichst kon­for­mis­ti­sche Gelöb­nis, folg­sam abge­lei­tet von den Maß­ga­ben der staat­lich bestimm­ten Deutungsbehörden.

„Bekennt­nis zur Demo­kra­tie“ ver­steht sich neu­er­dings also kurz­schlüs­sig als Treue­be­kennt­nis zur Ber­li­ner Repu­blik in ihrer gegen­wär­ti­gen Ver­faßt­heit. Kri­tik, ins­be­son­de­re prin­zi­pi­el­le zu bestimm­ten Berei­chen, gilt als miß­li­e­big und macht verdächtig.

„Bil­dung“, gleich­falls ein dau­er­be­an­spruch­ter Segens­be­griff, meint gegen­wär­tig alles ande­re als das Bemü­hen um Wis­sen und Befä­hi­gung, schon gar nicht die Ver­tie­fung in ein Stu­di­um des­sen, was aus immer fer­ner lie­gen­den Quel­len unse­re euro­päi­sche Iden­ti­tät spei­sen mag, nein, „Bil­dung“ ver­steht sich redu­ziert als staat­li­ches Für­sor­ge- und Ser­vice­pro­gramm, das nicht mehr über Erkennt­nis­se, son­dern über nebu­lö­se „Kom­pe­ten­zen“ zur „Teil­ha­be“ befä­hi­gen soll, wäh­rend es einst wesent­lich um die Ent­wick­lung der Per­sön­lich­keit in Ergeb­nis von Stu­di­en und akti­vem Erle­ben ging.

Wer Bil­dung erwer­ben woll­te, wer über­haupt so weit kam, sich im Sin­ne der Idee vom eige­nen Selbst eine inne­re Berei­che­rung davon zu ver­spre­chen, der mach­te nicht zuerst „Bedar­fe“ gel­tend, son­dern streng­te sich aus eige­nen Moti­ven an und hat­te sich auf­klä­re­risch-kan­ti­a­nisch sei­nes „eige­nen Ver­stan­des zu bedie­nen“. Er sen­si­bi­li­sier­te sein Sen­so­ri­um, befä­hig­te sich mathe­ma­tisch und natur­wis­sen­schaft­lich und drang lesend in geis­tes­wis­sen­schaft­li­che und lite­ra­ri­sche Bestän­de vor. Das übri­gens wird gera­de in die KI „out­ges­ourct“.

Das latei­ni­sche stu­de­re bedeu­te­te ursprüng­lich, sich zu bemü­hen und anzu­stren­gen. Mit dem Ziel eben, sich dem Reich­tum wie den Fähr­nis­sen des Lebens gegen­über posi­tio­nie­ren zu kön­nen, ori­en­tiert zu sein und in Ergeb­nis auto­no­men Urteils­ver­mö­gens cou­ra­giert zu han­deln. Selbst „Cou­ra­ge“ wird jetzt wider­sin­nig als „Staats­an­ge­paßt­heit“ verstanden.

Bil­dung bedurf­te also der Neu­gier, des Enga­ge­ments, der Ver­tie­fung und Ver­in­ner­li­chung, sowie­so des Flei­ßes, der Gründ­lich­keit und Aus­dau­er; sie erschloß eine Welt­sicht jen­seits blo­ßen dümm­li­chen Mei­nens. Nicht zuletzt bedurf­te sie der Muße.

Heu­te soll „Bil­dung“ zuge­reicht wer­den. Eltern wie Schü­ler gehen davon aus, der Staat hät­te die blo­ße Anwe­sen­heit im „Ganz­tag“ und vor die poli­ti­sche Indok­tri­nie­rung in sei­nen Bil­dungs­an­stal­ten posi­tiv zu zer­ti­fi­zie­ren und immer neue För­der­pro­gram­me auf­zu­le­gen, eben weil immer weni­ger selbst­ver­ant­wort­lich zu han­deln ver­mö­gen und, schlim­mer noch, dies im Sin­ne eines ten­den­zi­ell vor­mund­schaft­li­chen Staa­tes offen­bar gar nicht mehr sol­len. Längst kommt Bekennt­nis wie­der vor Erkenntnis.

Völ­lig erle­digt hat sich der „Dis­kurs“. Lei­den­schaft­li­che Debat­ten­kul­tur, der Streit der Mei­nun­gen und Argu­men­te ist von der Demo­kra­tie­si­mu­la­ti­on eines weit­ge­hend leer­dre­hen­den par­la­men­ta­ri­schen Betrie­bes ersetzt, dem es gegen­wär­tig pri­mär um Abwehr der „Gefahr von rechts“ geht, im enge­ren Sin­ne also um den Aus­schluß der AfD von allen Ent­schei­dungs­be­fug­nis­sen. Man­dats­trä­ger der „demo­kra­ti­schen Par­tei­en“ agie­ren in der Legis­la­ti­ve so artig wie Exekutivbeamte.

Ob man sich nun als rechts ver­steht oder nicht: Kri­tik ist fast nur noch, qua­si sys­tem­be­dingt, von rechts mög­lich, inso­fern die gesam­te Staats­rä­son einem lin­ken Selbst­ver­ständ­nis folgt, was wie­der­um der – staats­tra­gen­den – Lin­ken gar nicht als ihr Pro­blem auf­fällt. Muß es auch nicht, ist sie doch längst Nutz­nie­ße­rin der Schrumpf­form des einst „bür­ger­li­chen Staates“.

2. Öko­no­mi­sche Potenz ist Geschich­te – Exem­pla­risch nur zu einem Indus­trie­zweig: Laut „Che­mie­agen­da 2045“ befin­det sich die Pro­duk­ti­on auf dem Tiefst­ni­veau seit drei­ßig Jah­ren. Die Anla­gen sind nur zu sieb­zig Pro­zent aus­ge­las­tet, arbei­ten also unter der Ren­ta­bi­li­täts­gren­ze. Zwan­zig Pro­zent der Fir­men erwä­gen eine Ver­la­ge­rung oder gar die Stil­le­gung, zehn Pro­zent die direk­te Schließung.

Die­se Stim­mung läßt sich auf ande­re Bran­chen über­tra­gen, abge­se­hen davon, daß Deutsch­land und Euro­pa im High­tech-Bereich der Computer‑, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons- und KI-Indus­trie ledig­lich noch Kon­su­ment, kaum aber Pro­du­zent ist. Der Anschluß an Inn­no­va­ti­ons­kraft scheint in der Brei­te verloren.

Das wie­der­um kor­re­spon­diert damit, daß die „Bil­dung“ in Deutsch­land Berufs­schu­len und Lehr­be­trie­ben sowie den Hoch­schu­len immer weni­ger Absol­ven­ten über­gibt, die über aus­rei­chend Befä­hi­gung und Hal­tung ver­fü­gen.

3. Gesell­schaft­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stö­rung – Wesent­lichs­tes Anzei­chen einer gesell­schaft­li­chen Kri­se, ja einer qua­si revo­lu­tio­nä­ren Situa­ti­on ist eine immer unüber­wind­ba­rer erschei­nen­de Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stö­rung zwi­schen maß­geb­li­chen Grup­pen, die nicht mehr zu einem Kon­sens oder wenigs­tens zu einem Kom­pro­miß fin­den kön­nen, sich gegen­über ein­an­der ver­här­ten und die gefähr­li­che Pola­ri­sie­rung inner­halb der Gesell­schaft verstärken.

Von Staats wegen wird gegen­wär­tig vor allem ver­hin­dert, daß Anhän­ger der AfD gleich­be­rech­tigt in die gesamt­ge­sell­schaft­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­be­zo­gen werden.

Wider­wil­lig erträgt die Exe­ku­ti­ve sie zwar in der Legis­la­ti­ve, um der Demo­kra­tie rein de jure noch Gel­tung zu sichern, aber ansons­ten wird die Oppo­si­ti­on derb behindert:

Ver­un­glimp­fung, Kri­mi­na­li­sie­rung, Patho­lo­gi­sie­rung, min­des­tens aber Kar­rie­re­be­schä­di­gung, Berufs­ver­bot, Deban­king, weit­ge­hen­de Iso­la­ti­on – bis­her aller­dings mit dem Effekt, daß die Wider­stands­kraft gera­de im pro­pa­gan­dis­tisch for­cier­ten Gegen­wind auf­fal­lend reni­tent wächst, eine Wen­de also wahr­schein­li­cher erscheint, sogar ers­te Über­läu­fer aus­zu­ma­chen sind und der „wind of chan­ge“ spür­ba­rer wird.

Nichts jedoch regt die die Soli­da­ri­sie­rung der Aus­ge­schlos­se­nen unter­ein­an­der so an wie die Arro­ganz der sie Aus­schlie­ßen­den. Die Bor­niert­heit des poli­ti­schen Estab­lish­ments kränkt die AfD-Anhän­ger­schaft und läßt sie zusam­men­rü­cken, selbst wenn sie der pri­vi­le­gier­ter AfD-Pro­mi­nenz nicht kri­tik­los gegen­über­steht. Die hohen Zustim­mungs­ra­ten für die AfD und ihre kon­fron­ta­ti­ve Hal­tung spie­geln zuerst den Wider­wil­len gegen­über der Selbst­ge­rech­tig­keit der Regie­ren­den wider. Ein deut­lich antie­li­tä­rer Reflex.

Hin­zu kommt mal wie­der eine ost­deut­sche Beson­der­heit: Die DDRler der fünf­zi­ger, sech­zi­ger, sieb­zi­ger Geburts­jahr­gän­ge frus­trier­te nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung der Vor­trag der Bes­ser­wes­sis, sie, die Ossis, wären an sich beruf­lich nicht qua­li­fi­ziert genug. Nun hören sie, häu­fig von alt­lin­ken West­lern oder „erfah­re­nen Demo­kra­ten“, in der DDR Auf­ge­wach­se­ne wären per se poli­tisch unter­be­lich­tet bis ver­krüp­pelt und ver­stün­den die Demo­kra­tie noch immer nicht. Min­des­tens wüß­ten sie die nicht gebüh­rend zu wür­di­gen. Spül­te die ers­te Dis­kri­mi­nie­rungs­wel­le den Osten der PDS zu, so die jet­zi­ge der AfD.

Zurück zum Aus­gangs­punkt – Die Leu­te regis­trie­ren mit sen­si­bler Genau­ig­keit, daß die Phra­sen, die sie nach­spre­chen sol­len, nicht stim­men. Schon des­we­gen ver­wei­gern sie sich – zunächst in ihrem Den­ken, dann jedoch gleich­falls im Han­deln. Und han­deln kön­nen sie bis­lang spä­tes­tens im Wahl­akt. Und genau davor erstarrt gegen­wär­tig die Republik.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (143)

Artabanus

17. Dezember 2025 15:07

Der Anteil der mit dem System Unzufriedenen nimmt sicherlich immer weiter zu. Aber wie will man eine Wende bewerkstelligen? Eine absolute Mehrheit für die AFD bei Wahlen ist kaum erreichbar. Und wie bereits im Kommentarbereich zu Herrn Sellner gesagt, die EU und insbesondere die BRD steuert mit immer größerer Wahrscheinlich auf den Ausnahmezustand zu. Die Kriegsvorbereitungen laufen ja ganz offen vor unseren Augen ab. 

Majestyk

17. Dezember 2025 15:20

"Spülte die erste Diskriminierungswelle den Osten der PDS zu, so die jetzige der AfD."
Zum Teil sogar ein und denselben Wähler. Ob ich das so toll empfinde, weiß ich nicht.
Ich würde es mal so formulieren: Wer halbwegs in der Realität verankert ist, wählt, wenn er denn wählen geht, AfD. Ob die anderen bei zunehmendem wirtschaftlichen Druck wirklich aufhören, CDU oder SPD zu wählen, darf man zwar hoffen, darauf wetten würde ich nicht. Zumindest wäre ich beim Wetteinsatz zurückhaltend. Man darf auch nicht übersehen, etliche Millionen profitieren vom System so, wie es ist.

Dietrichs Bern

17. Dezember 2025 15:41

Ich nehme nicht wahr, dass es große Erkenntnisprozesse - sicher etwas mehr in Mitteldeutschland - über falsche Erzählungen gibt. Dazu sind bspw. die Wahlergebnisse nicht passend. Und: Hätten goldene Klos in der Ukraine hier zu Protesten geführt? Die grosse Masse folgt Erzählungen über Putin, Trump, AFD, Corona und Klimawandel. Bis in den Abgrund. Nichts ist eben typisch deutscher als der Nibelung.

Laurenz

17. Dezember 2025 16:00

1. Wer ehemalige Bürger der DDR bezüglich politischer Fragen beleidigt, beleidigt alle Bürger aller ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten. 2. Vordergründig kann nur der Wähler die Re-DDRisierung der politischen Kultur verhindern. 3. Die AfD ist gar nicht rechts. Hier liegt eine krankhafte Verwirrung der gesichert links-extremen Einheitsfront von Union, über SPD, Grüne bis die Linke vor. Interne AfD-Konflikte bilden die politischen Debatten in der Bonner Republik zwischen Union, FDP, Grünen & SPD ab. Das ist auch insofern konkludent, weil sich AfD-Mitglieder aus allen dieser einstigen politischen Kräfte rekrutieren. 4. Wenn sich Franziska Brantner auf einem Parteitag in Bomberjacke hinstellt, den Krieg befürwortet & die AfD als vaterlandslose Gesellen bezeichnet, probiert sie ganz formal, die AfD rechts zu überholen. 5. Hintergründig verliert Deutschland immer mehr Akzeptanz auf dem Globus. Denn auch das Deutsche Scheckbuch in der Außenpolitik, welches ab & an noch Verbindung schuf, ist in abehbarer Zeit Geschichte. Da die Deutsche Wirtschaft von der Kleinen Koalition weiter vernichtet wird, entziehen sich der gesichert linksextreme Kanzler & seine jeglichen inneren & äußeren Verbündeten, jeglichen politischen Handlungsspielraums. 6. Man kann auch nicht gegen die USA & Rußland politisch bestehen. Das geht garantiert schief.

FranzJosef

17. Dezember 2025 16:02

Stimmen die 3 Punkte (ideel, Ökonomische Potenz, Kommunikationsstörung) nicht auch für die USA vor den letzten Wahlen? Und wenn ja, was haben dann die Wahlen in den USA gebracht? Man muss ja nicht gleich Nick Fuentes recht geben oder Glenn Greenwald oder Judge Napolitano, aber die Biden-Kritiker und Trump-Anhänger, die sich nun - viele geradezu schockiert - von Trump distanzieren, werden doch zusehends mehr. Und wenn das so ist, was bedeutet es dann für Deutschland und die AFD? Was, wenn Höcke, Weidel oder Chrupalla sich so verhalten werden wie Trump, Pam Bondi, Pete Hegseth oder Marco Rubio?

Laurenz

17. Dezember 2025 16:02

@Artabanus ... welche Kriegsvorbereitungen meinen Sie? Ich sehe nur Lippenbekenntnisse. Bitte Siem Ihre Aussagen mit Fakten zu unterlegen. @Majestyk ... bis zur nächsten BT-Wahl in 2029 sterben noch fast 4 Mio. Wähler der Union weg. Das sind mindestens 9% der Wähler, wenn nicht mehr.

Ernestine

17. Dezember 2025 16:22

Dass das gegenwärtig herrschende Machtkartell den Tanker Deutschland auf einen "negativen Höhepunkt" - mit welchem Ausgang auch immer - zusteuert, wird selbst mir als "diktaturunerfahrener" Bürgerin immer deutlicher. Die Zeichen stehen in allen relevanten Bereichen auf Sturm. Mittlerweile könnte man sogar auf die Idee kommen, sich wieder dem ÖRR zuzuwenden, einfach deshalb, weil die unfreiwillige Komik der Darbietungen dem Zuschauer die als krisenhaft erlebte Realität "zu versüßen vermag". Das Ganze ist so grotesk, dass ich nicht anders kann, als herzhaft zu lachen. Ansonsten tut man, was man politisch eben vermag. Dass sich die ganze Situation irgendwann auf eine positive Weise lösen wird - ich kann's mir nicht vorstellen. Und so harren wir - erstaunlich gelassen - dem Zusammenbruch, wissend, dass wir, was immer auch kommen mag, in der Hand Gottes geborgen sind. 

RMH

17. Dezember 2025 16:39

Die Würfel sind gegen die Wand des Spieltisches im Casino BRD geworfen, aber noch lange nicht gefallen oder ausgerollt. Warten wir einfach ab, was im nächsten Jahr dabei heraus kommt.
Die Analyse von HB speist sich aus meiner Sicht, wie so oft, aus präziser Wahrnehmung und Beobachtung - er hat sein Sensorium fein justiert. Aber es existiert eben keine politische Brechstange, kein Schwinger eines Schwertes, der den gordischen Knoten auflöst. Wie im ersten Satz schon ausgedrückt: Jetzt ist Geduld und Abwarten angesagt.  Und eigentlich kann die AfD nur noch durch irgendwelche externen, unvorhersehbare Ereignisse oder durch Eskalation von internen Zoff scheitern. Letzteres ist die Hoffnung des Establishments, weshalb über jeden kleinen Disput innerhalb der AfD gerne berichtet wird.

Artabanus

17. Dezember 2025 17:30

@Laurenz
"Artabanus ... welche Kriegsvorbereitungen meinen Sie? Ich sehe nur Lippenbekenntnisse. Bitte Siem Ihre Aussagen mit Fakten zu unterlegen"
Es gibt einige Fakten:
Massive Aufrüstung auf Pump, Kriegspropaganda in den Medien, direkte Kriegsplanungen, Diebstahl von Russlaendischem Vermögen, klare Aussagen der Regierung man wolle Krieg führen(natürlich nur zur Verteidigung des Friedens).Das sind keine Lippenbekenntnisse, hier ist hartes Cash im Spiel. Tatsache ist, dass man absichtlich einen unumkehrbaren Weg beschreitet. Es wird keinen Verhandlungsfrieden in der Ukraine geben, da keiner der Akteure daran noch ein Interesse hat, oder glauben Sie, dass die EU das Russlaendische Geld zurückgeben kann? Das ist schon zum Großteil ausgegeben worden. Die BRD wird 2029 praktisch pleite sein. Eine False Flag Aktion genügt um das Pulverfass zur Explosion zu bringen. Zur Erinnerung: die USA konnten aufgrund des Krieges ihre Wirtschaftdepression der 30er Jahre beenden.

Andreas J

17. Dezember 2025 18:35

Wie rasch sich alles zum Guten wenden kann, können deutsche Wähler zuvor an der Regierungsarbeit von Reform UK und Rassemblement National beobachten. Wir werden, dank „Nazikeule“ die Letzten sein.
 

Laurenz

17. Dezember 2025 20:30

@Artabanus @L. ... das reicht einfach nicht, Artabanus, was Sie da bringen. Ein paar F-35 kaufen, ein paar Korvetten bauen, Musterungen ankündigen, eine Munitionsfabrik in Celle bauen - & die Kettenhunde von den Hinterbänken, wie Kiesewetter, loslassen & sich permanent mit genauso lächerlichen Staatschefs treffen, die auch nichts militärisch zu bieten & zu sagen haben.... die Chinesen, Russen & Amis liegen vor Lachen unterm Schreibtisch. Wie sollen Starmer, Macron & Merz einen Krieg ohne Soldaten führen, die sie nicht mal bezahlen können? Alle 3 Staaten kommen zusammen auf 30k Mann Bodentruppen, davon stehen 4k verloren in Litauen. Damit kann man ca. 60 KM der Ukrainischen Front von 1.200 KM abdecken. Und wenn die Russen wissen, daß da unerfahrenes Frischfleisch an der Front steht, liegen die 30k Mann nach 4 Wochen im Zinksarg auf dem Weg nachhause & Ihr Krieg, Artabanus, endet dann schnell in einer bedingungslosen Kapitulation Europas. https://youtu.be/4ug4vmbaowc

Gracchus

17. Dezember 2025 21:18

Weder Sellners noch Bosselmanns Analyse habe ich Substantielles hinzuzufügen; die Fronten klären sich also. Aber was wird, weiß nur der Wind. Gesellschaftlich wird man zu einem oberflächlichen us-amerikanischem Konservativismus kommen, schätze ich, die prole drift wird weitergehen, der "Kultur"-Kampf wird weitergehen, am Ende werden die westlichen Demokratien an ihren inneren Spaltungen zerbrechen. 

Artabanus

17. Dezember 2025 21:19

@Laurenz
Sie scheinen nicht mitbekommen zu haben, dass die Regierung plant von 2025 bis 2029 528 Milliarden Euro für "Verteidigung" auszugeben.
2025 62,4 MRD 
2026 82,7 MRD 
2027 93,4 MRD 
2028 136,5 MRD 
2029 153 MRD 
Der Plan ist Krieg ab 2029. Es geht eben nicht um "ein paar Korvetten". Die Sache ist ernst und kein Witz, wie Sie es darstellen wollen.
 

brueckenbauer

17. Dezember 2025 21:21

Was die zweifellos vorhandene "Kommunikationsstörung" betrifft: Lässt die sich in irgendwelchen Kategorien der Kommunikationsforschung ausdrücken, z.B. von Habermas? - Ein gutes Beispiel für den Zerfall der Argumentation zeigt die Behandlung der "Eliten": einserseits die Dämonisierung einer sog. "Elitophobie" der kleinen Leute (der Ausdruck kam in Frankreich vor ca, 10 Jahren auf), andererseits neuerdings wieder eine radikalisierte Kritik der Ungleichheit, die nach dem Verfall des Thems Klima jetzt zum neuen zentralen Gesellschaftsproblem aufgeblasen wird (gegen die Grünen, zugunsten der Linken). 

Zauberer von Oz

17. Dezember 2025 22:21

Drei Dinge fallen mir ein. Erstens: Schwarze Schwäne kommen und gehen. Wann sie kommen, ist ungewiss, dass sie kommen, ist aber gewiss. Zweitens: Kapital ist ein scheues Reh. Wenn die Stimmung kippt, werden auch Kapitalströme eine andere Richtung suchen. Drittens: Selbst am Ende des Kommunismus haben  Leute in der DDR oder der Sowjetunion den Führern zugejubelt, haben auf Militärparaden geklatscht usw. und dennoch ist die Potemkinsche Atommacht  zusammengebrochen, ohne dass auch nur ein Schuss gefallen ist. Gestrahlt hat nur Tschernobyl!

Laurenz

17. Dezember 2025 22:25

@Artabanus @L. ... Sie beschreiben genau das Problem. Wenn die Deutschen (Platz 4 der Rüstungsausgaben weltweit) Geld für das Militär ausgeben, heißt das noch lange nicht, daß das Militär auch irgendwas bekommt. Westliche Rüstungsindustrien sind dazu designt, Aktionäre reich zu machen. Hier geht es um extrem teure Waffen, die einen Orientalischen Terroristen von Esel schießen oder um böse Lateinamerikanische Drogenkuriere per Knopfdruck aus dem Wasser zu blasen. Bei der 152/155 mm Artillerie-Munition kommen wir in 2029 nicht auf annähernd Russische Zahlen, selbst dann nicht, wenn Rheinmetall die Munitions-Fabrik in Melonistan fertiggestellt hat. Die für Parteimitglieder installierte Bürokratie der Europäer ist viel zu teuer, als daß hier noch Geld übrig bliebe. Die BunteWehr müßte selbst mit den bisherigen 60, jetzt über 80 Milliarden Euro, zumindest in der Theorie, eine der schlagkräftigsten Armeen des Planeten darstellen. Aber die BunteWehr hat schon über 82k zivile Angestellte (für was?). Die alleine kosten schon im Jahr locker 5 Milliarden Euro p.a. Dank der absaufenden Wirtschaft werden Steuereinnahmen sinken, Wahlen werden verloren werden. Der Diebstahl Russischer Aktiva wird zu einem massiven Kapitalabfluß in Europa führen. Ich sehe Ihre Perspektive als Märchen an.

Artabanus

17. Dezember 2025 22:46

@Laurenz
Ich verstehe nicht, was Sie sagen wollen. Bitte klären Sie mich auf:
a) Es wird keinen Krieg geben, weil der Westen ihn niemals, unter keinen Umständen jemals gewinnen könnte und alle diesbezüglich Ihrer Meinung sind?
b) Es gibt daher von vornherein keine Absicht, Krieg zu führen, sondern nur den Wunsch möglichst viel Geld auszugeben?
Oder was sonst meinen Sie damit, meine Perspektive sei ein Märchen? Wozu glauben Sie, dass die Europäer eine ukrainische Armee von 800.000 Mann aufbauen und durchfüttern wollen? Ist das so eine Art Hobby, wie Zinnsoldaten sammeln?

Le Chasseur

17. Dezember 2025 22:58

@Zauberer von Oz
"und dennoch ist die Potemkinsche Atommacht  zusammengebrochen, ohne dass auch nur ein Schuss gefallen ist."
Naja, nicht ganz: https://de.wikipedia.org/wiki/Putschversuch_in_der_Sowjetunion_1991

Gracchus

17. Dezember 2025 23:13

@Laurenz: Was @Artabanus meint, ist wohl, das Militär mag so desolat sein wie es will, es wird die "Clique" nicht davon abhalten, in einen Krieg mit Russland zu ziehen. Völlig ausgeschlossen ist das nicht; ich glaube aber nicht, dass ein fester Plan für 2029 existiert, derzeit setze ich noch auf den Restverstand der "Clique" sowie deren Mutlosigkeit. 

ede

18. Dezember 2025 01:13

@Ernestine, was Sie über die Komik des ÖRR schreiben, nehme ich auch so wahr. Mir kommt schon der Gedanke, es könnte bewusste Diversion verzweifelter Mitarbeiter sein.
So nach der Ansage "macht mal was in Optimismus und Planübererfüllung für das einfache Volk, aber ohne Klima, Oma gegen Rechts und Gender".
Wie soll das gehen? "Na stellt euch doch nicht so an, denkt an den Bildleser von nebenan und setzt ihm einen Deutschlandhut auf, Kerkeling für Arme, so in der Richtung."
Dann kommt halt sowas voll krass Lustiges wie der Pappmerz als Fußballfan und das Nationalhuhn raus. Fehlen nur noch Mutti Merkels neue Strickmuster und Backen mit Merz.

ede

18. Dezember 2025 01:20

Achso, damit @RMH auch was von hat:
Auf den letzten Partys im Prenzlauer Berg der Verflossenen haben wir nicht „Katinka“ gesungen, sondern Ostfernsehen angemacht und Ede mit dem Huhn auf der Antenne geguckt. Es war wunderschön.

FranzJosef

18. Dezember 2025 01:27

@Artabanus
Sorry - aber mit Geld kann man keinen Krieg gewinnen. Auch mit 2 Billionen Schulden nicht. Ich empfehle noch einmal die Videos von Judge Napolitano - insbesondere seine Interviews mit Colonel Douglas Macgregor und Scott Ritter. Wenn Sie ernsthaft gegen Russland in den Krieg ziehen wollen, brauchen Sie Soldaten. Und die haben weder Deutschland, noch Frankreich, noch England. Man mag 80% der Deutschen dazu überreden, sich "impfen" zu lassen. Aber noch einmal nach Stalingrad? Womöglich mit Einsatzkommandos der Polizei gegen Saboteure? Das Bildungsniveau der Deutschen mag niedrig sein - aber DAS wissen sie. Das kommt sowohl im Geschichtsunterricht vor - was diesem ja sonst immer vorgeworfen wird, dass nur das 3. Reich vorkommt - und auch im Fernsehen wird es ständig wiederholt. Und in Hollywood-Filmen. Und noch etwas: Ich brauche Ihnen nicht erklären, was "Schuldkult" ist. Dazu gehört auch der Krieg gegen Russland: Vernichtungskrieg, Wehrmachtausstellung. Und das wissen die Soldaten nicht? Weil die so blöd sind und Putin für den neuen Hitler halten?

Artabanus

18. Dezember 2025 07:54

@FranzJosef
Wer redet von Krieg gewinnen? Krieg führen und Krieg gewinnen sind völlig verschiedene Dinge. Die Deutschen als ewige Kriegsverlierer sollten das am besten wissen. Lesen sie "1984" von George Orwell. Der ideale Krieg fürdie Regierung ist ein niemals endender Krieg "auf Sparflamme". Dies ermöglicht Totalitarismus nach innen. Genau in die Richtung bewegen wir uns doch.

RMH

18. Dezember 2025 07:59

"ich glaube aber nicht, dass ein fester Plan für 2029 existiert, derzeit setze ich noch auf den Restverstand der "Clique" sowie deren Mutlosigkeit." 
Sehe das, bis auf die Unterstellung von "Restverstand", ähnlich. Wenn man etwas im Handeln "unserer" Politiker erkennen kann, dann ist es gerade kein langfristiger Plan. Man darf Grundmotive, Pseudoideologien, die in gewisse Richtungen weisen, nicht mit langfristiger Handlungsabsicht oder gar "Verschwörung" verwechseln. "Unsere Politik" ist (mit Ausnahme von sorgsam über Jahrzehnte entwickelten Basisbausteinen wie "Klimawandel") situationsgetrieben & immer nur bis maximal Blick auf die nächste Wahl. Was "unsere Politik" kann, ist Pfründeverwaltung, Pfründeschaffung & äußerst geschicktes Absichern derselben gegen Konkurrenz. So war es nicht das Ziel, unbedingt Migranten mit einem Schlag in Massen reinzulassen (das sollte eigentlich "dosiert" erfolgen), aber "nun waren sie halt mal da" bzw. drängten ins Land, also hat man pseudopragmatisch eben den Migranten zum Retter der demograf. Probleme & des "Fachkräftemangels" erklärt, zumal es den positiven Nebeneffekt für Politiker hat, dass Deutsche Konkurrenz bekommen. RUS ist auch kein langfristiger Plan (zumindest bei den dt Politikern). Man merkt eben nur, dass einem die Unfähigkeit der Verg. um die Ohren fliegt, & jetzt wird eben herumgekittet, auch argumentativ. Wie geschrieben, man verwechsle situationsgetriebenes Bohei, bei dem man dann tief in die Mottenkiste des kalten Krieges greift, nicht mit echten Plänen oder gar einer Strategie.

RMH

18. Dezember 2025 08:23

Beim Thema Aufrüstung der BW macht @L den Punkt, wenn er auf unsere Bürokratie hinweist, die aber eben Ergbnis des Pfründeentwicklungsspiels sind, von dem ich zuvor geschrieben habe. Das unsere Politiker keine Angriffspläne gegen RUS haben, erkennt man auch daran, dass sie - situationsgetrieben & da sie eben zum großen Teil Boomer sind - den kalten Krieg mit dem Motto, wie rüsten sie eben zu Tode, wieder auflegen wollen. Gut, der Kalte Krieg ist einige Temperaturstufen wärmer aktuell, aber das Denken, möglichst viele Panzer, Schiffe, Flugzeuge, Soldaten zu haben, löse Situationen, schrecke ab oder befähige einen womöglich sogar zu echtem militiärischen Handeln, ist ein kompletter Trugschluss. Der moderne Krieg wird zukünftig maßgeblich AI-getrieben sein (so wie der Rest der Welt auch); dann kommt es auch nicht mehr auf die Überlegenheit bei der Masse an altem Armee-Material & auf die Zahl von Soldaten an. Die beiden Länder, die das zum Teil können, bzw. auf dem Weg dahin sind, sind USA & China. Die UKR unternimmt in ihrer Not auch entsprechende Versuche, hat aber eben nicht die Voraussetzungen, die USA & China haben. Limitiert wird das ganze aktuell von noch (!) unzureichender Sensorik, Vernetzung, Rechnerleistung & Energievers. Die BW schießt aktuell noch nicht mal die notwendige Zahl an Satelliten in den Weltall, bestellt aber schon Panzer &Schiffe - auch hier wieder das Kalter-Krieg-Modell: Die Amis sollen die Augen haben, wir stellen das Gerümpel an Front und Grenzen.

Le Chasseur

18. Dezember 2025 09:05

@RMH
"Wenn man etwas im Handeln "unserer" Politiker erkennen kann, dann ist es gerade kein langfristiger Plan."
"Da war so'n Fluss. Und da hat sich'n junges Mädchen immer so von einer Eisscholle zur anderen gerettet. Aber die Eisschollen wurden immer kleiner und schmolzen langsam weg.
Und dann ging's immer stromabwärts. Dann kamen da so Stromschnellen... Genauso ist das jetzt auch. Man rettet sich von einer Scholle zur anderen. Und schließlich ertrinkt man doch."
--Erika Hacker, Die Welt in jenem Sommer

Mitleser2

18. Dezember 2025 09:15

@Artabanus et al: Egal, wieviel Geld da "angeblich" reingesteckt werden wird: Mit welchen Soldaten soll denn der Krieg geführt werden, selbst ein nur "köchelnder"?
Da lachen die Russen wirklich zu Recht.
@RMH: Wenn schon KI-Kriege, dann geht es ganz ohne Soldaten. Unsere technische Infrastruktur (basierend auf Software) ist ganz leicht zu eliminieren. Dann braucht "der Russe" gar nicht kommen. Alles fällt von selbst zusammen.
Aber selbst wenn Sie den Ukr-Krieg schon als solchen Krieg sehen: die Ukr verliert jetzt, weil ihr die Soldaten ausgehen. Und das wird auch so bleiben, was territoriale Kriege angeht.

RMH

18. Dezember 2025 09:44

@Mitleser2, es ging doch - so hatte ich es verstanden - bei den Themen, auf die ich antwortete, um die Perspektive 2029 & nicht um die ganz aktuelle Lage. Die UKR macht das, was jeder Ertrinkende macht, er versucht, sich an anderen festzuklammern. Wie im untergehenden Reich wird etwas von Wunderwaffen erzählt, die man aber natürlich nicht in entscheidender Menge prod. kann. Z.T. hält die UKR aber bereits jetzt mit erstaunlich wenig Soldaten noch weitestgehend die Front, denn ein Volldurchbruch von RUS ist nicht zu verzeichnen. Das macht sie, weil sie geschickt improvisiert & eben auf den Drohnenkrieg setzt, der sich ja auch in den letzten Jahren bereits komplett verwandelt hat, von den ersten großen Kampfdrohnen, wie Bayraktar, hört man nichts mehr, und auch die USA setzen ihre "Reaper" sicher nicht mehr als echtes Frontflugzeug ein, da im Grunde veraltet. Die Entwicklungen gehen rasant. Natürlich werden immer auch noch Menschen gebraucht, aber doch nicht als Manöver-Operetten-Abschreck-Armee. Mir erscheint es so, als ob die BW einfach bei 1990 wieder anfangen soll. Mal eben 35 Jahre zu verschlafen zeigt die Kompetenz der Entscheider, die sich ja bloß nicht selber wegrationalisieren lassen wollen.

RMH

18. Dezember 2025 09:45

@LeChasseur, schön, dass Sie auf den erstaunlich unbekannt gebliebenen Film hinweisen. Death in June hat ihm ein ganzes Doppelalbum gewidmet. 

FranzJosef

18. Dezember 2025 10:00

@Artabanus
Was meinen Sie mit Krieg "führen"? Die Soldaten dafür bekommen Sie woher? Oder meinen Sie die Ukrainer, die den Krieg für uns führen? Und das geht endlos? Weil die so viele Kinder haben? 
Ich habe gerade Ostkrieg gelesen von Stephen Fritz. Speer hat die deutsche Kriegswirtschaft 1944 zu nicht für möglich gehaltenen Spitzenwerten geführt. Genützt haben die vielen Panzer und Flugzeuge nichts: Es fehlten die jungen Männer für die Front. Da hatte Stalin einfach mehr aufzubieten. Wohlgemerkt: Stalin. Nicht Roosevelt oder Churchill.
Ich bin jetzt über 60 Jahre, und seit über 40 Jahren prophezeit man mir den Weltuntergang - ob Krieg oder Waldsterben oder Finanzkatastrophe oder Staatsbankrott. Es ist nie passiert. Nie. Aber jetzt? Jetzt ganz bestimmt?

Laurenz

18. Dezember 2025 11:15

@Gracchus @L. ... Was der Teilnehmer Artabanus meint oder was ich meine, spielt doch keine Geige. Deswegen zitiere ich ja Mearsheimer oder Trump oder Putin oder Xi (der sagt, China hat kein Interesse daran, daß Rußland den Ukraine-Krieg verliert). Es gibt keinen direkten Krieg der Europäer gegen Rußland. Solch ein Krieg dauert keine Woche, weil bei uns die Munition keine Woche reicht. Verstehen Sie das nicht? Als Britannien & Frankreich in 2011 anfingen, Libyen zu bombardieren, gingen beiden Luftwaffen schon am 2. Tag die Bomben aus. Westerwelle ließ dann aus Bundeswehrbeständen Bomben an die NATO-Partner liefern. Krieg & Rüstung, vor allem Soldaten sind teuer. Kann jedem immer wieder nur Wehlers Buch über das II. Reich empfehlen. Dort findet man vor allem Zahlen & Fakten. Das II. Reich investierte 4/6 bis 4/5 seines Staatsbudgets in das Militär & trotzdem hatte es am Ende nicht gereicht.

RMH

18. Dezember 2025 11:46

"Speer hat die deutsche Kriegswirtschaft 1944 zu nicht für möglich gehaltenen Spitzenwerten geführt. Genützt haben die vielen Panzer und Flugzeuge nichts: Es fehlten die jungen Männer für die Front."
Das ist zu pauschal. Der große Fehler der Rüstung war, dass diese auf teile & herrsche aufgebaut wurde & daher zu viele untersch. Typen mit z.T. viel zu großer Komplexität, was Technik, Ersatzteile, Nachschub, Anforderung an die Ausbildung etc. anging, produziert wurden. Nicht tausend Jäger von einem Modell, sondern 150 von dem, 200 von jenem etc. - Dann mussten Jäger auch noch Bomber sein usw. Das Gleiche bei allem anderen Großmaterial. Da die Nazis keine Skrupel zur Rekrutierung von Kindern & Greisen hatten (auch Frauen dienten, wenn auch nicht an der Waffe), war das Menschenmaterial nur 1 Thema, die Haupthemen waren aber eher die genannte Verzettelung & vor allem: Es gab keinen Treibstoff bzw. zuwenig davon, für all die schönen Maschinen. Aber völlig egal,  das Ding gewinnen wir am Schreibtisch auch nicht mehr, aber aus den Fehlern kann man bis heute lernen. Ich sehe die Milliarden für die BW als kurzfristiges Strohfeuer & keinerlei aktuelles & zukunftsfähiges Konzept für eine ECHTE Armee, die auch wirklich zuschlagen kann. Im Grunde genommen haben "unsere Politiker" nämlich Angst vor echten Soldaten, mit guter Ausrüstung & Kampfkraft. Denn diese wären dann eine stete Putschgefahr, wenn man ihnen permanent so dumm kommt, wie man es die letzten 40 Jahre gemacht hat.

Majestyk

18. Dezember 2025 12:00

Warum betreibt man hier eine völlig unrealistische Angst vor Krieg und lenkt von den wirklichen Problemen ab? Steigt damit sogar in das verordnete Bedrohungsszenario ein, halt nur von der anderen Seite, diesmal Europa als Kriegstreiber, statt Rußland. All diese Weltuntergangsängste wie Angst vor Atomkrieg, Waldsterben, Ozonloch, Klima, Grippe waren doch schon immer Beschäftigungstherapien und hatten mit den echten Bedrohungen und Problemen nichts zu tun. Reale Probleme wie Altersarmut, Rentenkollaps, drohende Massenarbeitslosigkeit werden von Saturierten gern weggelächelt und Themen wie Überwachungsstaat und das drohende Freiluftgefängnis Deutschland auch eher stiefmütterlich betrachtet.
@ FranzJosef:
Richtig. Stalin warf mehr Männer in den Krieg. Davon hatte man ja genug. Ohne Stiefel aus Amerika hätten diese aber kaum marschieren können. Auch das ist Teil der Geschichte. Genau wie die Tatsache, daß diese wirtschaftliche Übermacht der USA durch eine staatsgelenkte Wirtschaft erzeugt wurde. Fakt ist, egal wer was getan hatte, Deutschland scheiterte an der Hybris, es mit drei Mächten aufnehmen zu können. Auf der politischen Ebene schafft man es jetzt auch wieder, sich zwischen alle Stühle zu setzen. Auch eine Leistung.

heinrichbrueck

18. Dezember 2025 15:01

@ brueckenbauer
Welche Art von Herrschaft ist akzeptabel?
Es gibt keine demokratische Lösung der UnsererdemokratieTM (Ideologie - antiweiß). Jede „Lösung“ bleibt ein Weiterlaufen des Stücks.
Werden die Leute anständiger? 
Jede Reform bleibt innerhalb der bestehenden Machtlogik.
Wer zwingt die Leute, anständig zu sein? (Korrespondenz zwischen Mensch und System). Anständigkeit entsteht nicht durch Zwang, sondern in der Wechselwirkung von individuellen Entscheidungen und den Rahmenbedingungen des Systems. Das Verhalten kann gesteuert werden. 
In Demokratien wird weniger Wert auf Scham und äußere Ehrregeln gelegt. Anstand entsteht stärker aus Selbstreflexion, internalisierten Werten und sozialen Normen, weniger aus unmittelbarem Zwang oder Angst vor Repression. 
Das Leben bekommt seinen Wert, so oder so. 
"Ich glaube aber nicht, dass ein fester Plan für 2029 existiert" - typisch deutsch. Glaube in der Politik. Wer keinen eigenen Plan umsetzt, setzt einen fremden Plan um. Ein Plan ist immer langfristig, jedenfalls in der Politik. 

Ekstroem

18. Dezember 2025 15:01

Die Frage taucht auf, wie der Einzelne den Veränderungsprozess, der gerade so stürmisch (Wind der Veränderung) passiert, unterstützen kann?

pasquill

18. Dezember 2025 16:12

Die Erfahrungen, die Sie als Lehrer an der Schule gemacht haben und weiterhin beobachten, ähneln denen, die ich als Lehrerin an der Universität mache, werter Herr Bosselmann. Logo, wie auch anders, landet doch das Ergebnis der im Niveau beständig sinkenden Schulbildung an den Hochschulen. Hier dieselben Befunde: Studierfähigkeit - kaum mehr vorhanden; Allgemeinbildung, insbesondere auch naturwissenschaftliche - ziemlich mau; Lesefähigkeit - unterirdisch; Schreibfähigkeit - fehlerhaft auf allen Sprachebenen. Vielen fehlt auch eine besonders wichtige Voraussetzung für die Universität: eine tragfähige Studienmotivation, ein brennendes Interesse an seinem Fach - das, woraus gute Lehrer gemacht sind. Ich unterrichte Philosophie und ich habe reihenweise Studis, die gar nicht so genau wissen, was sie da eigentlich studieren, denken, das sei das Laberfach aus der Schule und fallen aus allen Wolken, wenn sie komplexe Texte der abendländischen Philosophie lesen müssen. 

pasquill

18. Dezember 2025 16:18

Wir bilden überwiegend Lehramtsstudenten aus, also angehende Lehrer, und mich bedrückt, was ich sehe. Inzwischen findet jeder Absolvent eine Stelle an der Schule - Lehrermangel lässt grüßen -, egal, ob er seinen Abschluss nur mit Ach und Krach geschafft hat. Wenn ich mir vorstelle, welche schlecht ausgebildeten Lehrer, die ihrerseits schon schlecht  ausgebildet wurden, künftig an den Schulen landen, tuts mir um die Kinder leid, denn die Niveau-Verlusts-Spirale wird sich erbarmunsglos weiterdrehen.

FranzJosef

18. Dezember 2025 20:28

@Majestyk
Es waren nicht die Stiefel, es waren die Jeeps. Für das schnelle Vorstoßen durch die durchbrochenen Verteidigungslinien brauchte man die.
Trotzdem: Fritz betont in Ostkrieg, dass die Amis trotz ihrer drückenden materiellen Überlegenheit in Italien nicht vorankamen. Und auch die Landung in der Normandie hätte scheitern können, wenn die Wehrmacht ihre Armeen nicht hätte aufteilen müssen und man Reserven im Hinterland gehabt hätte. Hitler hätte den Krieg dann zwar immer noch nicht gewonnen, aber es hätte noch Jahre dauern können, wenn es die Ostfront mit den vielen Millionen russischen Soldaten nicht gegeben hätte.

Kurativ

18. Dezember 2025 20:58

Erschreckend ist es dann auch, wenn die Verlautbarungen der Regierung oder der Regierungsparteien oder der Regierungsmedien kaum mehr etwas mit der Wirklichkeit zu tun haben.

Majestyk

18. Dezember 2025 23:11

@ FranzJosef:
Ein bißchen mehr als ein paar Jeeps lieferten die Amerikaner schon, siehe u.a. hier. Die Sowjetunion erhielt von den Amerikanern u.a. 400.00 Jeeps & LKW aller Klassen, fast 17.000 Flugzeuge, mehr als 7.000 Panzer, 8.000 Flakgeschütze, 131.000 Maschinengewehre, 400 Boote und Schiffe, dazu Unmengen an Rohstoffen, darunter alleine 4 Mio. Tonnen Lebensmittel, 2,5 Mio. Tonnen Stahl, 2,5 Mio. Tonnen Petrochemikalien und eben 15 Mio. Paar Stiefel. Zeitgleich lieferten auch Großbritannien und Kanada zigtausende Panzer und Flugzeuge. Großbritannien wurde ja gleichfalls entsprechend ausgestattet.
Muß jeder für sich entscheiden, ob er diese Lieferungen für wichtig hält. Ich würde sagen, die beste Armee der Welt nützt nichts, wenn die Wirtschaftskraft nicht stimmt. Gegen die USA Mitte des 20. Jh. oder China heutztage kann man nicht gewinnen. Im Zweiten Weltkrieg konnten deutsche U-Boote amerikanische Frachtschiffe gar nicht so schnell versenken, wie die vom Stapel liefen. Wirtschaftskraft ist der Schlüssel, für eigentlich alles, Militär, Infrastruktur, Bildung, Wohlstand. Ohne Moos ist doof.

Laurenz

18. Dezember 2025 23:37

Um den Kriegsgläubigen den Wahnsinn unseres Kanzler-Simulanten näher zu bringen, lassen wir diesen doch am besten selbst faseln. https://www.youtube.com/shorts/FwA-IWPXpbU?feature=share Was für einen Waffenstillstand? Was für NATO-Truppen in der Ukraine? Wo sollen die herkommen? Das sind Verhandlungen ohne irgendeinen Kriegsgegner, den Russen. Also sind diese Verhandlungen des Wahnsinns fette Beute, reines Theater. Wie Mearsheimer sagt, es gibt keine Verhandlungen, egal über was Merz redet. Es muß also irgendeinen Grund geben, warum die Europäer so ein Faß aufmachen, wo nichts drin ist & Pseudo-Verhandlungen führen. Manche sind der Ansicht, daß die Ukraine in starkem Maße von Europäischen Banken finanziert wird, mutmaßlich mit einer Garantie oder zumindest einem Keepwell-Agreement der EU-Staaten. Im Falle dessen, daß es einen Kapitulationsfrieden gibt, geht die Ukraine dauerhaft in die Zahlungsunfähigkeit, in den permanenten Default. Das wird eine Finanzkrise in Europa auslösen, die von den Euro-Staaten kaum noch aufgefangen werden kann. Wenn dem so ist, wissen das die Russen auch & werden den Krieg weiterführen, bis Europa ökonomisch crasht. Wenn ich Russischer Präsident wäre, würde ich das zumindest ins Auge fassen. Merz denkt vielleicht, lieber später als früher.

Gracchus

19. Dezember 2025 00:09

@Laurenz: Stellen Sie sich doch, bevor Sie kommentieren, einfach vor, Sie säßen bei Franz Bettinger am Lagerfeuer. Das Argument ist, dass wir es mit Verrückten zu tun haben. Das ist, was Sie nicht begreifen - wobei ich schon schrieb, dass ich einen Krieg gegen Russland derzeit nicht als sehr wahrscheinlich ansehe. 

RMH

19. Dezember 2025 07:55

@Majestyk,
die massive Kriegshilfe an die UdSSR ist auch der Grund, warum man bei fast jedem WK-II-Ehrenmahl der UdSSR einen T34 findet, tunlichst darauf achtet, dass die Soldaten auf Reliefs und Statuen PPSch. & Mosin Nagant tragen ... Kann ja nicht sein, dass hier "Fremdwaffen" zu sehen sind.

RMH

19. Dezember 2025 09:02

Eingangs der Debatte habe ich geschrieben:
"eigentlich kann die AfD nur noch durch irgendwelche externen, unvorhersehbare Ereignisse oder durch Eskalation von internen Zoff scheitern. Letzteres ist die Hoffnung des Establishments, weshalb über jeden kleinen Disput innerhalb der AfD gerne berichtet wird."
Und hier schon ein erster Beleg für die Richtigkeit der These:
https://www.n-tv.de/politik/AfD-Spitzenpolitiker-in-Sachsen-Anhalt-machen-sich-schwere-Vorwuerfe-id30160743.html
Überall, wo es bezahlte Posten, Reisekostenabrechnungen, "Spesen" etc. gibt, geht es eben menschlich, allzumenschlich zu. Und selbst ohne so etwas gibts Zoff, wer jetzt der Alpha und wer der Beta ist. So ist es eben ... 

tearjerker

19. Dezember 2025 09:45

Den Parteien geht's nur darum dranzubleiben. Dafür wird man einfach alles tun. Aktuell geht's erstmal um die BW als nächster Dukatenesel. Wie der Ausnahmezustand pragmatisch zur Unterdrückung der Opposition genutzt werden wird, lässt sich in Kleinrussland studieren. Die hat auch nicht die Voraussetzungen für den grossen Konflikt und führt ihn trotzdem. Die Falkenfraktion in USA hat sich derweil in der Nato und anderen internationalen Organisationen verschanzt, um Donald den Grossen auszuwarten, und plant bereitet alles vor, während ihre Verbündeten die Mittel bewegen und aufprotzen. Vor fünf Jahren hat man das Land mit der Begründung "Sie könnten sich erkälten." komplett lahmgelegt. Da ist Krieg doch eine Möglichkeit. Wäre ja nicht das erste Mal.

Laurenz

19. Dezember 2025 09:48

@RMH ... Schmidt ist ja auch ein Vollidiot & offensichtlich ein Trojanisches Pferd. Denn, wer sonst erörtert solche Themen in der Öffentlichkeit? Besser früher loswerden als später.

MarkusMagnus

19. Dezember 2025 10:24

Mal eine Überlegung: Es hat zweimal fast die ganze Welt gebraucht, um ein kleines Land wie Deutschland zu besiegen. Das deutsche Volk hat also unbestreitbares Potenzial. Selbst heute noch.
Jetzt wollen also die, die noch vor kurzem "Soldaten sind Mörder" gebrüllt haben, eine starke Bundeswehr? Wollen sie eben nicht. Eine starke Armee ist immer auch eine potentielle Gefahr für die Herrschenden. Die wollen Kanonenfutter.
Eine wirklich starke Armee aus deutschen Patrioten will man doch gar nicht. Solche Leute hat man doch rausgemobbt. Siehe Günzel, Kubitschek usw 
@ RMH 
Ja, das zeigt die Geschichte. Deswegen haben sich manche Römer auch von einer Garde aus Germanen bewachen lassen.
"Das Einzige, was mir während des Krieges wirklich Sorgen gemacht hat, waren die deutschen U-Boote." So Churchill.
Auch heute noch. Das Einzige, was wirklich Weltspitze ist - deutsche U-Boote der Klasse 212A. Klein, aber leise und in der Lage, sich selbst an US-Zerstörer und Flugzeugträger in Schussweite heranzupirschen. Ich glaube, das ist tatsächlich die einzige Waffe von Deutschland, vor der andere Länder etwas Respekt haben. Achtung Verschwörungstheorie: Wenn (!!) es ein U-Boot war, was damals die Kursk versenkte, kann es eigentlich nur eins von deutscher Bauart gewesen sein.

FranzJosef

19. Dezember 2025 10:37

@Majestyk
Zu Ihren Zahlen:
Ich könnte jetzt nachschlagen in Ostkrieg, wie viel Panzer etc. die Russen selbst herstellten, oder wie viel Panzer man brauchte in Kursk. Oder ich könnte nachschlagen, wie viel Panzer die Deutschen 1944 produzierten. Und dann könnten wir uns über die Zahlen und deren Zuverlässigkeit streiten, oder dass Panzer nichts genützt hätten, wenn man genug Panzerfäuste gehabt hätte usw. usf. etc. pp.
Zur "Wirtschaftskraft":
Wichtiger ist IMHO etwas anderes: wenn Sie die Wirtschaftskraft hervorheben, dann steckt - wiederum IMHO - dahinter, dass die der Amerikaner höher ist als die der Russen, oder? Ich hoffe nicht, dass der Traum der Alt-Nazis dahinter steckt, dass man in Stalingrad gewonnen hätte, wenn die USA die Russen nicht so massiv unterstützt hätten. Mein Vater war dieser Ansicht. Die "slawischen Untermenschen" hätte man ansonsten doch gewiss "vernichtet"! Da steckt der Ami dahinter! Oder am besten gleich die "amerikanischen Juden". Der Führer hatte Recht! NOTABENE: Ich behaupte nicht, dass Sie das meinen. Das sei ferne! Aber es gibt IMHO solche Fantasien.

Le Chasseur

19. Dezember 2025 11:07

@MarkusMagnus "Es hat zweimal fast die ganze Welt gebraucht, um ein kleines Land wie Deutschland zu besiegen."
Ich glaube, der 2. WK hätte sehr viel schneller vorbei sein können, er wurde aber künstlich in die Länge gezogen. Spätestens nachdem die Alliierten die faktische Lufthoheit über dem Gebiet des Deutschen Reiches hatten, hätte man durch die gezielte Bombardierung neuralgischer Punkte die deutsche Kriegsführung lahmlegen können. Man unterließ das aber und bombardierte stattdessen lieber die Wohnviertel deutscher Städte.
Und die Amis hätten früher mit Bodentruppen eingreifen können, schauten aber lieber dabei zu, wie sich Deutsche und Russen gegenseitig massakrierten.

MarkusMagnus

19. Dezember 2025 11:28

"Ich hoffe nicht, dass der Traum der Alt-Nazis dahinter steckt, dass man in Stalingrad gewonnen hätte, wenn die USA die Russen nicht so massiv unterstützt hätten"
@ Franz Joseph
Wieso ein Traum? Es ist nunmal ein Fakt, dass ohne die Hilfe aus dem Westen die Sowjetunion niemals bis nach Berlin gekommen wäre. Stalingrad hin oder her. Häuserkampf ist immer übel. Die Rote Armee hat trotz absoluter Überlegenheit noch in der Schlacht um Berlin höhere Verluste gehabt als die Wehrmacht. Egal, wie man zu diesem Thema steht. Lernen wir aus den Fehlern der Vergangenheit.
Es lag dennoch nicht an der wirtschaftlichen Überlegenheit. Es lag daran, dass die Geheimdienste der Alliierten besser waren. Sie konnten ihre Geheimnisse besser schützen und unsere besser lüften. Die Entzifferung der Enigma und die mangelhafte Aufklärung, die zum Zusammenbruch der Heeresgruppe-Mitte führte, waren hier der Schlüssel. Lernen wir.
Aus den sogenannten. Nürnberger Prozessen lässt sich jedoch nicht die Lehre ziehen, dass man nicht ungestraft Verbrechen begehen darf. Die einzige Lehre aus Nürnberg ist, dass man keinen Krieg verlieren darf.

Laurenz

19. Dezember 2025 11:40

@FranzJosef, Majestyk & MarkusMagnus ... Ihre Debatten, wie man den letzten Krieg gewinnt, bleiben müßig. Der Teilnehmer @RMH vertritt hier die am meisten rationalen Gesichtspunkte. Der Vergleich zwischen US-Amerikanischer - & Russischer Wirtschaft hinkt, da es mehr als doppelt so viele US-Amerikaner gibt, als Russen. Es gibt aber 9x so viele Inder & Chinesen, wie US-Amerikaner. Die US-Amerikanische Verschuldung liegt bei 115% des BIPs, die der Russen ist durch den Krieg & Sanktionen von 3 auf ca. 20% gestiegen. Westliche Ökonomien basieren auf billiger Energie aus Rußland. Dadurch, daß der Westen als Abnehmer Russischer Energie ausfällt, wird die Russische Energie für Ostasien noch billiger als bisher, was die Ökonomien des Westens ruiniert. Dazu zählt auch die Landwirtschaft.

RMH

19. Dezember 2025 12:00

"Ich glaube, der 2. WK hätte sehr viel schneller vorbei sein können, er wurde aber künstlich in die Länge gezogen."
@LeC., den Zeitpunkt könnte man noch viel früher festlegen. März 39, "Zerschlagung der Rest-Tschechei", oder 01.09.39, Einmarsch in Polen & die Westallierten machen nichts (außer ein paar Bombardements auf dt Städte). Wäre bei einem der Punkte Frankreich wieder einmal ins Rheinland einmarschiert, wäre das zum Zeitpunkt 39 noch recht schwache "3"-Reich sehr schnell kollabiert. Nach der Eskalation zum Weltkrieg wurde "Appeasement"  zum Schimpfwort & das Ergebnis sehen wir noch heute, wenn jedem, der auf einen Waffenstillstand mit der UKR drängt & als bloße Option ins Spiel bringt, dass danach eine Normalisierung des Verhältnisses zu RUS begonnen werden sollte, sofort die Appeasement-Keule um die Ohren geschwungen wird. RUS hängte seinem Einmarsch in die UKR auch das Etikett Kampf gegen Nazis um & jeder, der zumindest mittelfristig wieder eine Normalisierung mit RUS anstrebt, macht "Appeasment" mit dem Aggressor RUS & hat "nichts aus der Geschichte gelernt". So kommt es, wenn immer alles irgendwie ideologisch aufgeladen wird und Politik & Diplomatie als Kunst des Machbaren, des Interessenausgleiches etc., als brandgefährlich denunziert wird. Ja, man kann nur hoffen, dass die Wechselstimmung sich noch mehr verfestigt.

Majestyk

19. Dezember 2025 12:45

@ FranzJosef:
Vor 30 Jahren war die Wirtschaftskraft Chinas bescheiden. Heute beliefert China die Welt. Man kann Zukunft nicht anhand der Vergangenheit voraussagen. Nützt nichts, immer wieder Goethe oder Schiller für sich zu reklamieren, die nicht einmal unserer Generation entspringen. Will man über den kulturellen Zustand Deutschlands reden, zählt das jetzt. Ich halte sogar Kritik an Zuwanderung für falsch, die auf Abwertung der Importbürger beruht, die verantworten weder unseren desolaten Arbeitsmarkt oder die Alimentierung Arbeitsunwilliger, erst recht nicht unser schrottiges Bildungswesen. Schon mein Abitur 1990 in NRW kann unmöglich auf 50er Jahre Niveau gewesen sein. Meine Zuwanderungskritik beruht vor allem darauf, daß zuerst die Eigenen dran sind.
Meinerseits gibt es keine Sympathie fürs NS-Regime. Ich glaube, daß eine derart von Ideologie getriebene Herrschaft zwangsläufig scheitern mußte. Die "Fehlentscheidungen" waren schließlich Teil der Hybris. Bezüglich US-Strategie unterschätzen Sie m.E., daß diese auf zwei Schauplätzen kämpfen mußten und es deren erster Krieg in so einer Dimension war.
 
Was den angeblich drohenden Krieg gegen Rußland angeht, glaube ich nicht, daß Rußland Europa oder Europa Rußland angreifen wird. Ich denke, man will nach innen den Eindruck vermitteln, daß Ozeanien nun im Krieg gegen Eurasien ist. Diese Art der inneren Mobilmachung benötigt man für jenen Reset.
 

MarkusMagnus

19. Dezember 2025 13:06

@ Laurenz 
Es geht darum Fehler zu vermeiden. In der heutigen Zeit, in der Deutschland relativ machtlos ist, ist das etwas einfacherer wie früher. Man muss die richtigen Lehren aus der Geschichte ziehen, nicht das was in deutschen Schulbüchern steht.
Die Lehre aus dem zweiten Weltkrieg und den sog. Nürnberger Prozessen ist nicht etwa das man keine Verbrechen begehen darf. Die Lehre ist das man keinen Krieg verlieren darf. Egal wer ihn anzettelt. 
Das es hier um die Zerschlagung Deutschlands ging und nicht etwa um Polen, sieht man ja schon alleine an der Tatsache das FR und ENG dem deutschen Reich den Krieg erklärt hat, nicht aber der SU obwohl die ebenfalls in Polen einmarschiert sind. Dieser lokale Konflikt wurde aus antideutschen Motiven zum Weltbrand.

ede

19. Dezember 2025 13:42

Zum Thema hat sich auch der großartige Thorsten Hinz am 17.12. in der JF geäußert:
"Von Gorbatschow zu Donald Trump".
Wie praktisch alles von Hinz verschrankt. Der Stein begreift einfach nicht wie sehr er sich damit schadet. 
 

Majestyk

19. Dezember 2025 14:01

@ Laurenz:
1940 lebten in den USA 132 Mio. Menschen (Volkszählung vom 1. April 1940). Die Sowjetunion kam auf 186 Mio.
Wäre eine hohe Bevölkerungszahl ein Indiz für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, wäre Bangladesch reicher als die Niederlande.
"Westliche Ökonomien basieren auf billiger Energie aus Rußland."
Das ist doch eine pauschale Behauptung. Es gibt genug westliche Staaten, die nie oder wenn dann nur wenig Gas oder Öl aus Rußland bezogen haben. Wenn z.B. Deutschland sich abhängig gemacht hat, dann durch strategische Fehlentscheidungen, ob nun herbei protestiert oder manipuliert. Wie konnte Westeuropa eigentlich den Kalten Krieg überleben, ohne von der Sowjetunion versorgt zu werden und gleichzeitig um 1990 mehr als ein Viertel aller weltweit hergestellten Güter erzeugen?
Ich sage ja nicht, daß man von Rußland nichts kaufen darf, aber was Sie schreiben ist doch sehr einseitig in der Betrachtung.

Majestyk

19. Dezember 2025 14:20

@ RMH:
Die Zerschlagung der Rest-Tschechei erfolgte nach der Besetzung des Olsagebiets durch Schlesien. Frankreich griff Deutschland 1939 an, siehe Saar-Offensive. Kann man auf viele Arten interpretieren. Wer heute behauptet, Rußland habe ein Recht gehabt, die Ukraine anzugreifen, muß dasselbe Recht historisch aufs Deutsche Reich anwenden, wenn nicht noch mehr. Deutschland verlor seine Gebiete immerhin durch Zwang, während sich die Ukraine 1991 durch Volkswille löste, mitgetragen auch von der Mehrheit der dort lebenden Russen.
Was im Deutschen Reich unter NS-Herrschaft geschah, ist eine Sache, Kriegsgründe und Interessen der Beteiligten eine andere. Mit Ruhm bekleckert hat sich keiner, von Zwergen wie Belgien oder CSR abgesehen. Was den Ukrainekrieg angeht, sitze ich zwischen den Stühlen. Ich sehe das Treiben der westlichen Oligarchie, sehe das korrupte Regime in Kiew, finde jenes in Moskau auch nicht so toll, denke, die Ukraine hat jedes Recht, ihr Land zu verteidigen, und der Westen agiert unredlich. Man läßt die Ukrainer hängen und ausbluten. Entweder man ist drin oder muß alles tun, damit der Krieg endet, und nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Im Übrigen wäre ich nie bereit für die Ukraine zu kämpfen und will auch nicht für diese den Gürtel enger schnallen, so viel Ehrlichkeit muß sein. Gesunder Egoismus geht vor Nächstenliebe.

Le Chasseur

19. Dezember 2025 15:25

@Majestyk
"Was den angeblich drohenden Krieg gegen Rußland angeht, glaube ich nicht, daß Rußland Europa oder Europa Rußland angreifen wird."
"Europa" - korrekterweise muss es "die EU" heißen - hat Russland doch schon angegriffen.

Majestyk

19. Dezember 2025 15:55

@ Le Chasseur:
""Europa" - korrekterweise muss es "die EU" heißen - hat Russland doch schon angegriffen."
Nee, müßte es nicht. Das Vereinigte Königreich, Norwegen oder die Schweiz sind nicht Teil der EU. Im Übrigen hat Rußland auch Europa angegriffen. Die Ukraine ist ein europäisches Land, in welchem russische Truppen nichts zu suchen haben, gleich in welchem Landesteil. Gilt auch für Moldawien. Ob Ihnen diese Sichtweise nun paßt oder nicht, mir paßt Ihre einseitig prorussische, proarabische und nach eigenem Bekunden nicht sonderlich auf die eigene Identität ausgerichtete Sichtweise ja auch nicht. Muß ich trotzdem mit leben, genau wie mit Ihrer eindimensionalen Betrachtung der USA oder Ihrer Liebäugelei mit dem sozialistischen BSW. 

tearjerker

19. Dezember 2025 16:17

@Majestyk: Der Zugang zu Gas aus dem Osten hat für fast ein halbes Jahrhundert Wohlstand geschaffen, die Annäherung der Interessen der Blöcke befördert, Anreize geschaffen, die europäische Teilung zu beenden, und der Bundesrepublik ermöglicht, unter ihrer Führung die Europäer in der EU unter einen Hut zu bringen. Eine im europäischen Raum beispiellose Erfolgsgeschichte, die es zu verteidigen wert ist. Strategische Fehlentscheidungen sehen anders aus: z. B. grössere Mächte aus Europa rauszudrängen, ohne deren Interessen anzuerkennen und damit die Situation zu schaffen, die der Ausgangspunkt für das Desaster in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war. Die Bundesrepublik kann einpacken, wenn sie bei ihrer jetzigen Linie bleibt, ganz ungeachtet des sonstigen Unsinns (Klima und Gedöns), mit dem man sich hier die Zeit vertreibt.

Karl Otto

19. Dezember 2025 16:23

@Majestyk: Ich frage mich schon länger, warum in den baltischen EU- und Nato-Staaten so viele Russen leben, teilweise 25% der Bevölkerung. Nach allem, was man hört, sind die mehrheitlich prorussisch gesinnt, aber sie sind nicht zurück nach Russland gegangen, obwohl sie sicher niemand aufgehalten hätte. Im Gegenteil, die Balten wären froh, die loszuwerden, schließlich haben Russen im Baltikum genau so wenig zu suchen wie Afghanen in Deutschland.
Könnte es evtl, damit zu tun haben, dass sich das Durchschnittseinkommen in den baltischen Ländern seit 1990 fast vervierfacht hat? Ist vielleicht doch das Fressen wichtiger als die Moral? Und wäre eine ähnliche Entwicklungt vielleicht auch in der Ukraine möglich?

Le Chasseur

19. Dezember 2025 16:43

@Majestyk"Übrigen hat Rußland auch Europa angegriffen."
Nein. Russland hat die Ukraine angegriffen, nachdem man alles dafür getan hat, dass sie endlich angreifen.
"Die Ukraine ist ein europäisches Land, in welchem russische Truppen nichts zu suchen haben, gleich in welchem Landesteil."
Die größte europäische Stadt ist Moskau.
Was haben eigentlich amerikanische Truppen in Europa zu suchen?

Laurenz

19. Dezember 2025 16:49

@Majestyk @L. ... Rußland ist nicht die Sowjetunion, sondern kleiner, alleine schon 40 Mio. Ukrainer weniger. Noch extremer, als @Tearjerker berichtet, schließt unsere Industrie, Gastronomie, Landwirtschaft, Büros, wandert ab, wegen der höchsten Energiekosten des Planeten. Zudem kommen die teuren Subventionen sogenannter schwachsinniger grüner Energien. Der letzte Sargnagel ist die Bürokratie. Jeder 10. - jeder 5te arbeitet nur noch für das Reportwesen. @MarkusMagnus @L. ... Vernichtungskrieg gegen Deutschland ... Das erzählen Sie dem richtigen. Mancher meint hier, das III. Reich wäre ideologisch motiviert gewesen, völlig absurd. Das III. Reich war doch nur die folgenschwere Konsequenz Alliierter Politik, eines Staates, der wie heute am verrecken ist & rein intuitiv dagegen ankämpfte. Es gab auch nur wenig Bündnisoptionen. Wer will/wollte denn mit der Sowjetunion enger paktieren? Wer, wie Sie, Fehler vermeiden will, muß die 48/49er Revolution & in der Folge die schwerwiegenden Fehler des II. Reichs analysieren. Das schlimmste an der Deutschen Frage ist, daß die Alliierten (Entente) nichts aus der Geschichte gelernt haben. Aber wir stecken die dümmsten Schwachköpfe, wie What-a-fool, ins Außenministerium, anstatt Deutschlands klügsten Kopf & der heißt ganz gewiß nicht Precht.

RMH

19. Dezember 2025 16:54

"Frankreich griff Deutschland 1939 an, siehe Saar-Offensive."
@Majestyk, was eine lächerliche Feigenblatt Aktion war.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sitzkrieg
Man darf auch nicht vergessen, dass mit der "Resttschechei" Deutschland das Arsenal einer recht modernen Armee in die Hände gefallen ist. Böhmen war auch in Folge eine Herzkammer deutscher Rüstungsproduktion.
Wie auch immer, ich will keinen 2. Weltkrieg am Debatiertisch neu entscheiden, worauf ich mit meinem Beitrag maßgeblich abgestellt habe, ist der Umstand, dass wir wieder auf eine Dynamik des Hochrüstens und des Verächtlichmachens von Interessenausgleichen hinauslaufen. Dass man die Ukraine erst in etwas hineingetrieben hat und jetzt eigentlich im Stich lässt - maßgeblich im Übrigen geschehen durch die USA - sehe ich auch so. Aber das Blutvergießen hat endlich einmal ein Ende zu haben. Deutschland 45 hat zwar maßgebliche Verluste erst mit dem Ende des Krieges gehabt (was von der offiziellen geschichtlichen Darstellungen viel zu wenig hervorgehoben wird bzw. wieder unter den Tisch gekehrt wird), aber dennoch ist das Ende der großen Kampfhandlungen so ziemlich das Positivste, was man als Deutscher für den 8. Mai 45 lagerübergreifend festhalten kann.
@tearjerker, nach Ihren Ausführungen müssten wir ja glatt noch was als Bonus oben drauf legen als Dank an die Russen, die bereits gut an uns mit ihren Gaslieferungen verdient haben. Thank got for the bomb --- in diesem Fall dann: for the russian gas.

Laurenz

19. Dezember 2025 17:09

@Majestyk @Le Chasseur ... der Teilnehmer @Le Chasseur debattiert gar nicht pro-Russisch, sondern pro-Deutsch. Um @MarkusMagnus' Wünschen nach historischem Bewußtsein gerecht zu werden, demnach Sie deswegen die Vergangenheit debattieren, muß der Blick auf Orban gerichtet werden, der als einziger Europäischer Staatschef historisches Bewußtsein besitzt & aufgrund der Schwäche Seines kleinen Staates, fast wie Bismarck agiert & zu den Weltmächten die besten Beziehungen pflegt, was ihm nur gut die Hälfte der Ungarischen Wähler dankt. Selbst in der laufenden Debatte pflegt unter den Teilnehmern immer noch @RMH das detaillierteste historische Bewußtsein. Daran sollten sich die Debattanten eine Scheibe abschneiden. Nur das Juristen-Dasein bereitet RMH Schwierigkeiten im Denken. Putin hatte 2007 zu München seine Roten Linien klar benannt & es war selten dämlich diese zu mißachten, ohne jegliche ökonomische & militärische Kompetenz, diese völlig zu ignorieren. Es bleibt sinnlos, wie eh & je, sich mit Weltmächten anzulegen. Im Krisenmodus einigen sich Weltmächte unter sich. & nur, weil wir jetzt genauso blöd, wie Franzosen & Briten agieren, macht das die Sache nicht besser. Wir stecken bis zur Nase in den geopolitischen Exkrementen.

Laurenz

19. Dezember 2025 17:17

@Karl Otto @Majestyk ... Russen im Baltikum ... hat es immer schon gegeben. Wir selbst, die Deutschen, sind, wenn Sie so wollen, zur Hälfte Russisch, die Germanen (Skytho-Sarmaten) kamen aus dem Osten. Man kann heute noch jedem Deutschen ansehen, ob er mehr skytho-sarmatisch oder mehr keltisch aussieht. Die Balten können froh sein, daß Russen nicht wie die Chinesen agieren. China mendelt die Uiguren & Tibetaner einfach weg. Umgekehrt wird ein Schuh draus, Karl Otto, die Balten können froh sein, daß die Sowjets sie nicht vertrieben hatten.

MarkusMagnus

19. Dezember 2025 17:44

@ Majestyk
"Dass man die Ukraine erst in etwas hineingetrieben hat und jetzt eigentlich im Stich lässt - maßgeblich im Übrigen geschehen durch die USA - sehe ich auch so."
Genau das meinte ich mit " aus den Fehlern lernen." Die haben mit der Ukraine das gemacht, was sie mit Polen 1939 auch gemacht haben. Und deswegen werfe ich der ukrainischen Elite vor, genau das mit Absicht getan zu haben. Sie haben ihr Land ohne Not in einen Krieg gestürzt.
Machen wir Deutschen es besser.
Es gibt nichts Positives am 8. Mai 1945 für uns Deutsche. Der Krieg gegen die deutsche Zivilbevölkerung ging da erst richtig los. Das Einzige, was aufhörte, waren die Bombardierungen. Aber auch nur aus dem Grunde. dass man die eigenen alliierten Soldaten selbst getroffen hätte.

Gebhardt

19. Dezember 2025 19:09

Starker Text! 
Zu den Kommentare, die über mögliche politische Entwicklungen spekulieren, nur eine Anmerkung: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Erlaube mir trotzdem auch einen Voranschlag dessen, was möglicherweise kommt: Soblad die deutsche Wirtschaft den kritischen Grenzwert (nach unten) überschreitet, wird genau das passieren, was 1989 im Osten passiert ist: das politische Systen wird implodieren. Allerdigs wird niemand da sein, der Deutschland wieder auf die Beine hilft, im Gegenteil, es wird zugehen, wie nach dem Einsturz eines Hauses.

Mitleser2

19. Dezember 2025 20:28

@MarkusMagnus: Die ukr. "Eliten" (was für ein Wort) haben ihre SUVs in Monaco, und ihre Gelder in entsprechenden Finanz-Oasen. Mit unserem Steuergeld. Wenn ein Rechter das wg. "Putin" irgendwie verteidigt, ist ihm nicht mehr zu helfen. 

Majestyk

20. Dezember 2025 01:01

1980 lag der Erdgasanteil beim westdeutschen Energieverbrauch bei unter 13 Prozent. Die Hälfte davon aus eigener Produktion. Die Behauptung, deutscher Wohlstand würde auf russischem Gas basieren, ist genauso ein Ammenmärchen wie die Legende, Gastarbeiter hätten Deutschland wieder aufgebaut, und basiert wohl auf ähnlichen Motiven.
Das Röhren-Gas-Geschäft brachte allen Beteiligten Vorteile, westdeutschen Unternehmen, der DDR, aber keinem mehr als der Sowjetunion, die so ihre Gasvorkommen erschließen und exportieren konnte. Das Kreditrisiko für jene Investition durfte übrigens der westdeutsche Steuerzahler übernehmen, wer eigentlich sonst.
@ Karl Otto:
Es geht auch kein Türke in die Türkei zurück, obwohl die einem gern erzählen, daß die Türkei besser ist als Deutschland und Erdogan ihr Präsident.
In den frühen 90ern zogen hunderttausende Russen nach Deutschland, Kanada oder in die USA. Ich höre wenig von umgekehrten Wanderungsbewegungen. Gilt auch für China. Gar so abschreckend kann der Westen also doch nicht sein. Die selektive Wahrnehmung der Realität, auch in rechten Kreisen, steht jener der Linken in nichts nach.

MarkusMagnus

20. Dezember 2025 04:01

@ Laurenz
"Aber wir stecken die dümmsten Schwachköpfe, wie What-a-fool, ins Außenministerium, anstatt Deutschlands klügsten Kopf & der heißt ganz gewiß nicht Precht."
Es gibt viele kluge Köpfe, gerade auch bei der AFD. Ich denke da vor Allem an Gottfried Curio. Er hat Mathematik, Physik und Musik studiert. Eine hochinteressante Mischung. Aber wiederum auch nicht, denn Musik ist technisch gesehen Physik in seiner reinsten und schönsten Form. Aber Töne können auch Glas zerspringen lassen. Angeblich hat Tesla mit sowas gearbeitet.
Schon mal etwas von Sonofusion gehört? Da geht es um kalte Fusion durch Anregung mithilfe von (Ultra)Schallwellen. Hochkompliziertes Thema. Er müsste diese Natubegebenheit in eine mathematische Formel umwandeln:
https://youtu.be/zzQGMvIFD9o?si=LIfi_JmOFV9_MILD
Ein schönes Naturschauspiel oder ist es doch mehr? Denn diese Tiere können ja ebenfalls Ultraschall zur Jagd erzeugen. 
Sehen Sie sich das bitte mal an Herr Bosselmann. 
@ Gebhardt
Wir brauchen ein Mirakel.
 
 

Laurenz

20. Dezember 2025 06:15

@MarkusMagnus @L. ... häufig höre ich Musik auch analytisch. Aber schnell landet man da bei der 12-Ton-Musik-Folter oder bei dreckigen KI-Schlagern. Curio ist zwar bewundernswert intelligent, keine Frage, aber ob Er als Diplomat geeignet ist, kann bezweifelt werden. Dazu ist Curio viel zu ehrlich & redet zu gerne, hat zu gerne Recht. Gauland wäre als Diplomat sehr gut, ist aber leider zu alt für die Reisestrapazen. Man braucht dazu jemanden, der wenig redet, weil er dann nicht oder weniger in die Gefahr kommt, das Falsche oder zu viel zu sagen. Wenn mich jemand fragen würde, entschied ich mich für Berndt. Der ist zwar auch zu ehrlich, muß aber nicht reden & man kommt leicht in Gefahr Ihn zu unterschätzen, wenn man Ihn nicht kennt, ein Vorteil.

Laurenz

20. Dezember 2025 06:26

@Majestyk ... mehr recherchieren & mehr Fakten wären bei der Debatte wirklich hilfreich & Sie würden dann weniger unsere Zeit verschwenden. 1962 war ein Tiefpunkt der Preise in den Öl- & Erdgasmärkten. Das ist 63 jahre her. Seitdem zogen besagte Energieträger massiv im Preis an, was sich in den 70ern zur Ölkrise manifestierte. Die Preise waren dann so hoch, daß sich die Exploration von Gas & Öl seit den 80ern für die Sowjetunion auch in Kältezonen lohnte. Denn, man mußte ja auch irgendwie die Weizenimporte bezahlen.

Karl Otto

20. Dezember 2025 08:13

Laurenz: Handel nutzt allen, solange es dabei ehrlich zugeht.
Bei Russland hätte dabei von Anfang an Zweifel bestehen sollen, aber Frau Merkel wollte es anders.

tearjerker

20. Dezember 2025 09:50

@RMH: So sieht's aus. Wer Interessen vor Sympathie einordnet und die neue Situation nüchtern betrachtet, kann anhand der Folgen der Angriffe auf die bundesdeutsche Energieversorgung doch nur folgern, dass die alte Ordnung offensichtlich für lange Zeit enorme Vorteile bot, die ökonomisch und gesellschaftlich positiv wirkten.

RMH

20. Dezember 2025 11:00

@Laurenz, der Vorwurf der Faktenfreiheit an @Makestyk geht danaben. Sein Beitrag #20. Dezember 2025 01:01 ist zutreffend, auch wenn Sie recht mit dem Umstand haben, dass die Verteuerung von Öl Anfang der 70er ein echter Treiber war, auf den Deutschland damals aber noch nicht mit All-In Gas reagieren konnte (1973 gabs das erste rus. Gas) sondern mit Kernkraft, Braunkohle und Subventionierung der eigenen Steinkohle reagierte. Die Abhängigkeit von Gas aus der ehem UdSSR begann maßgeblich erst viel später. Als in den 90ern & um 2000 die Gasheizung auf einmal zum wirklich maßgebenden Standard beim Heizen wurde &, was noch wesentlich entscheidender war, man die Kernenergie durch Gas ersetzen wollte & zudem die gesamte sog. "Energiewende" mit der "Brückentechnologie" (=nächsten 40-50 Jahre) Erdgas umsetzen wollte. Maßgebliche Verursacher waren Schröder, der immerhin dazu steht & dafür jetzt der Buhmann ist & A. Merkel, die sich für das Unheil, welches ihre Regierungen anrichteten, einen Orden nach dem anderen umhängen lässt & trotzig ihre Weisheiten unter die Leute bringt.

Laurenz

20. Dezember 2025 11:43

@RMH @L. ... Man brauchte nach der Grenzöffnung nur von Fulda nach Meiningen rüber fahren, um den Braunkohlegestank zu genießen. Ich habe gar nichts gegen Deutsche Kohle. Man kann sie auch, zumindest für den Notfall hydrieren, was Souveränität schafft. Der Grund für die Gasimporte liegt doch vordergründig im Komfort beim heizen, RMH. Auch Sie wären gut beraten, besser zu recherchieren, vernünftiger zu argumentieren & weniger Haare zu spalten. @Karl Otto ... mir brauchen Sie nicht mit Ihrer dämlichen Russophobie zu kommen. Wo liegt denn das Problem im Handel mit Rußland? Ich wüßte keines. Haben uns die Russen kein Gas mehr geliefert, als wir Serbien 1999 bombardiert hatten oder 2001 Soldaten nach Afghanistan schickten oder den Amis Überflugrechte im Irakkrieg 2003 gewährten oder 2011 für den Libyen-Krieg Bomben lieferten? Bei den Russen hätten von Anfang an Zweifel an Deutschland bestehen müssen.

Majestyk

20. Dezember 2025 12:16

@ RMH:
Zum Thema Steinkohlesubventionierung könnte ich einiges erzählen, verlinkte schon zur Doku: Der lange Abschied von der Kohle.
Wenn es so weiter geht wie bisher, können Sie bald jede Branche subventionieren. Dann überlebt auch kein einziger Landwirt mehr ohne Zuschüsse. Denn außerhalb Europas gibt es kein einziges Land mit solchen Auflagen. Chemie, Pharma, Papier, Kunststoff, Stahl und Auto sind schon tot, wissen es nur noch nicht.
Es ist wie immer: Der übergriffige Staat besteuert alles, was sich bewegt. Falls es sich dann immer noch regt, wird es reguliert; und wenn es aufhört sich zu bewegen, wird es subventioniert. Bekommt man weder Staatshörigen noch Sozen vermittelt. Erst recht nicht Leuten, die Angst vor Kernkraft haben oder Rüstungsexporte unanständig finden. Aber ich bin angeblich der mit der Moral.
Die Abhängigkeit von russischem Gas verdankt Deutschland vor allem Schröder u. Merkel. Man kann sich nicht von einem einzigen Land abhängig machen und dann noch von einem imperialistisch ausgerichteten Land wie Rußland. Das ist absolut unverantwortlich. Erstens hat D eigene Energieträger, z.B. Schiefergas, zweitens lautet die Grundregel: So viel Diversifikation in der Versorgung wie möglich. Die angebliche Abhängigkeit von Rußland findet vor allem im Kopf statt. Nur auf den Lieferpreis zu schauen und Folgekosten und Abhängigkeiten zu ignorieren entspringt einer realitiätsverweigernden "Geiz ist geil"-Mentalität. Das Ergebnis sieht man ja.

Majestyk

20. Dezember 2025 12:35

@ Mitleser2:
Bergbaufeinde, Kernkraftfeinde und Geopolitikverweigerer haben mit meinem Steuergeld genau diese Situation geschaffen. Ansonsten könnten uns Kriege hinterm ehemaligen Eisernen Vorhang am Popo vorbeigehen. 
Eine bestimmte Klientel behauptet doch gern, Ziel sei nicht die Ukraine, sondern indirekt Deutschland. Wer so denkt kann sich ja mal fragen, womit und warum sich Deutschland in genau jene Postion gebracht hat, Ziel werden zu können.
Gilt im Prinzip auch für den Glauben, man  könne freien Handel mit China treiben und essentielle Produktion auslagern.

Karl Otto

20. Dezember 2025 13:02

RMH: Schröder und Merkel haben uns den Russen in den Rachen geworfen.

Le Chasseur

20. Dezember 2025 13:31

@Karl Otto
"Schröder und Merkel haben uns den Russen in den Rachen geworfen."
Tatsächlich? Könnten Sie das bitte etwas näher erläutern? Zwangen die Russen Merkel und Söder also auch dazu, völlig überstürzt aus der Kernkraft auszusteigen?

Majestyk

20. Dezember 2025 13:50

@ Le Chasseur:
Es ist sinnlos, Ihnen den Unterschied zwischen einem Stationierungsvertrag mit einem Bündnispartner und einer Invasion erklären zu wollen. Deutschland hält übrigens die USA besetzt, hier der Beweis.
Setzen Sie sich halt dafür ein, daß jene Abkommen beendet werden, am besten noch gleich fürs Ende aller Rüstungskooperationen und einem Lieferstopp Richtung aller Märkte für deutsche Rüstungsgüter. Dann schafft es Euresgleichen vielleicht, Deutschland ins Auenland zu verwandeln und endlich wie Hobbits zu leben. Hoffentlich wachsen Euch dann Haare an den Füßen, Schuhe werdet Ihr Euch dann nämlich nicht mehr leisten können. Auch bei Schuhen sind Deutschlands wichtigste Absatzmärkte die europäischen Nachbarn und die USA, während man gleichzeitig den eigenen Markt mit Billigimporten aus China überschwemmt. 

Gracchus

20. Dezember 2025 14:58

Die Diskussion wäre erfreulicher, wenn sie sich mehr an den Themen, die Bosselmanns Beitrag aufwirft, in dem Russland aber mit keiner Silbe erwähnt wird, orientieren würde. Die materielle Lebensgrundlage ist zugegeben  primär, aber das Kulturelle, wozu ja auch Bildung und zivile Diskussionen gehören, folgt sogleich und steht damit auch in Wechselwirkung. Diskussionen lassen sich fruchtbar ja nur austragen, wenn irgendeine gemeinsame Basis besteht - eben Kultur. Es wäre auch für "Unentschlossene", die hier mitlesen, sicher interessant, welche Vorstellungen die Rechte hierzu hat und was sie anbietet. 

RMH

20. Dezember 2025 16:05

D ist nicht so rohstoffarm, wie uns schon seit Schulzeiten eingetrichtert wurde, es war & ist nur aufwendiger & damit teurer bei uns, Rohstoffe zu explorieren & abzubauen. Ich habe die am Ende hohen Steinkohlesubv. unter dem Gesichtspunkt der "Energiesouveränität" immer befürwortet. Dass man die Uran Minen in der DDR sofort zum Sperrgebiet gemacht, zugeschüttet & erzählt, sie wären erschöpft gewesen, ist eine der weiteren Legenden. Sogar in West-D gibt es Uran-Lagerstätten, deren Ausbeutung war aber zum einen nie gewünscht & zum anderen wäre es wieder teurer als der Weltmarktpreis geworden. Hinzukommt, dass bei sowas natürlich sofort wieder die Bevölkerung aufgewiegelt wird. Das D eine bedeutende chem Industrie hatte, die aktuell gerade abgewickelt wird, lag auch daran, dass man die Steinsalze in rieisigen Mengen zur Verfügung hatte. Erd- & Schiefergas ist auch da, aber eben teurer, als von RUS (wobei keiner so richtig nachrechnet, wenn man die Folgekosten sieht, kann die Rechnung auch anders aussehen), Lithium gibt es auch, seltene Erden sowieso. Kurzum: Keiner dachte national-strategisch. Kann preiswerter sein, als eine teure Armee oder Stellvertr. zur Sicherung der Rohstoff-Interessen zu bez., die außerhalb v. D. liegen.

FraAimerich

20. Dezember 2025 16:58

@Gracchus  - Grundgütiger, was beispielsweise Teilnehmer Laurenz für Vorstellungen zu "Menschenrechten" pflegt und unter "neurechter Flagge" verbreitet sehen möchte, hatten "Unentschlossene" doch erst kürzlich wieder zu bestaunen und ertragen. Glücklicherweise nur eine Nacht lang. Da richten die üblichen Debatten über Amis, Russen und den Atomausstieg doch deutlich weniger Schaden an. Und sind vor allem auch wohltuend unoriginell!

RMH

20. Dezember 2025 18:05

@Grachus, beim Thema Kultur habe ich, als eher kons.-liberaler, sicher keine Vorstellungen von wegen, der Staat gibt vor & sofort entwickelt sich die "Kultur" dahin oder dorthin. Teile der m.M.n. besten kulturellen Ergebnisse der letzten 300 Jahre werden von Teilen der Rechten & Erzreaktionären ohnehin als zersetzend, dekadent oder sonst unmöglich betrachtet. Da bricht bei mir dann eher der Liberale durch. Völlig unabhängig davon, ist die Frage der Energie der Kern eigentlich jeder kult. Entwicklung. Als die Menschen sich das Feuer aneigneten, kam es zu den Runden um das Lagerfeuer, bei denen Speisekultur begann, Geschichten erzählt & Lieder gesungen wurden. Einige werden die Schatten, die vom Feuer an die Hölenwände geworfen haben, gezeichnet haben. Das Höhlengleichnis gibt einen Urmythos wieder. Der Herd als zentraler Versammlungsort hat gerade in Nordeuropa mythische Bedeutung. Ob in einem Haus ein Kaminofen steht, oder der Fußboden die Wärme abstrahlt, beeinflusst Kultur mehr, als mancher denkt, vor dem Kamin liest es sich behaglicher ein Buch, als im kalt-weiß gestrichenen Haus.
In diesem Sinne, Keep your night light burning
Das schwarze Gold der Ruhr

Gracchus

20. Dezember 2025 18:24

@FraAimerich: Laurenzens Kommentare, die Sie beanstanden, sind mir entgangen. Ich sehe durchaus Ihren Punkt, aber:
1. Der rechte "Markenkern" besteht ja in Dingen wie Ehrlichkeit, Ungeschminktheit, Unverstelltheit.
2. Bleiben Laurenzens Kommentare nie - nie - unwidersprochen. "Unentschlossene" können sich also von einer ehrlichen und vielfältigen Debatte überzeugen.
3. Wahrscheinlich werden Sie aus allen Latschen kippen, wenn ich Ihnen jetzt meine neu erwachte Liebe zur katholischen Monarchie proklamiere, aber auch hier: Untentschlossene werden merken, dass es sich um eine absolute Minderheiten-Position handelt.

Gracchus

20. Dezember 2025 19:14

@RMH: Dein Kommentar weist ja in die richtige Richtung. Cultura, lat., habe ich noch als Ackerbau gespeichert. Ans Feuer musste ich für unsere Landen auch denken. Mit Kultur meine ich in erster Linie also nicht irgendeine künstlerische oder kulturindustrielle Produktion, sondern etwas, was den Alltag durchdringt und zumindest ein klein wenig über das bloß Zweckhafte, das bloße Überleben, erhebt. Dazu gehören Dinge wie Mahlzeiten, Wohnen (Schlafen), Feiern, Gesang. Ich meine letztlich etwas, worin der Mensch mit Körper, Geist und Seele einwohnen kann, und das ist ja auch Heimat.
Ist es nicht ein Paradox, dass wir trotz "Wunschökonomie" (Deleuze) in einer Kultur leben, die uns fremd geworden ist?
Von Staat habe ich ja nicht gesprochen. Ich gehöre nicht zu denen, die meinen, aus der derzeitigen Krise könnten uns der Staat oder irgendeine Partei allein retten.
 

Majestyk

20. Dezember 2025 20:12

@ Gracchus:
Kulturlandschaft braucht auch Energie, sonst wird es da zappenduster, was angesichts dessen, was auf manchen Theaterbühnen geboten wird, womöglich besser wäre. Wenn wir von Kultur reden, sollten wir zunächst klären, von welchem Kulturzeitraum wir sprechen. Ich hoffe, der heutige dekadente Freizeitpark ist nicht gemeint. 
Inhaltlich mehr Nähe zum Artikel kann man einfordern, mit dem Konsens ist das so eine Sache. Finde ich für Debatten müßig und als jemand, der nicht so ganz ins Spektrum paßt, fühle ich mich auch nicht wirklich angesprochen. Man kann ja schwerlich von "libertärer Brühe" Linientreue erwarten. :-) Wir zwei hätten vermutlich schon Probleme zu klären, mit wem wir zusammenleben wollen und unter welchen Bedingungen. Identitätspolitisch bin ich rigoroser und ich würde nicht nur sofort den Rundfunkstaatsvertrag kündigen, sondern umgehend Konkordate, Mitgliedschaften in WHO, Weltklimarat oder IGH. Den Gewerkschaftszwang hätte ich im Visier, das Berufsbeamtentum sowieso und würde alles daran setzen, sich aus der digitalen Abhängigkeit von den USA zu lösen. Außerdem braucht Deutschland eine eigene Währung. Ein Land braucht eine Währung, eine Fahne, eine Hymne und eine eigene Armee, sonst ist es keine richtige Nation. Eigentlich muß fast alles auf den Prüfstein. Was nützt eine Wechselstimmung, wenn sich hinterher nicht grundlegend etwas ändert.

Majestyk

20. Dezember 2025 20:43

@ RMH:
"Ob in einem Haus ein Kaminofen steht, oder der Fußboden die Wärme abstrahlt, beeinflusst Kultur mehr, als mancher denkt"
 
Aber hallo. Als Kind hatten wir noch Kohleherd und -ofen. Das hat vielleicht gebollert im Winter und war eine wesentlich behaglichere Wärme als Zentralheizung. Die ganzen Bauvorschriften machen aus den Häusern zwar Isolierhütten, gemütlicher werden die dadurch nicht. Die Temperatur ist geblieben, die Wärme ging verloren.
Das Lagerfeuer wurde ja irgendwann vom Fernseher abgelöst als Versammlungsort. Aber selbst das Fernsehen hat ausgedient. Ich denke die vielen Veränderungen in alltäglichen Dingen beeinflußen das Zusammenleben enorm und aus meiner "Glas halb leer" Perspektive eher negativ. Früher war halt Lametta und nach Weihnachten wurde das schön gefaltet. 

FraAimerich

20. Dezember 2025 20:55

@Gracchus - Was Ehrlichkeit, Ungeschminktheit, Unverstelltheit innerhalb der Rechten angeht, habe ich in vier Jahrzehnten sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es macht auch einen Unterschied, ob man "privat" oder im "öffentlichen Raum" diskutiert. Und im politischen Kontext kann Ehrlichkeit und "schonungslose Offenheit" eine geradezu himmelschreiende Dummheit bedeuten. - Katholische Monarchisten führen bei mir übrigens noch nicht mal zu minimaler Pulserhöhung. Eigentlich trage ich selbst meinen Zsömle im Herzen und bin ein heimlicher Anhänger vom alten Józsi. Im muslimischen Europa wird dereinst aber allenfalls das orthodoxe Christentum geduldet werden, raunten Eingeweihte mir einst zu - und könnten damit recht behalten.

Laurenz

20. Dezember 2025 22:22

@RMH ... Kann mit Ihren kulturellen Beschreibungen & Zuschreibungen sehr gut leben. Bei der Energiefrage geht es nicht darum, autark zu werden, sondern das "gewußt wie", in Neudeutsch das Know-how, in der Energiegewinnung zu behalten. Man sollte sich zumindest 1 Steinkohle-Mine, 1 Uranabbaustelle, 1 AKW etc., leisten. Das mag zwar teuer sein, bringt aber Kompetenz & diese bringt Souveränität. ... @Gracchus @RMH ... Da der Staat BRD aus sich selbst nicht reformierbar ist, crasht er einfach in absehbarer Zeit an seinen Kosten, die er verursacht. Davor haben viele Angst, aber das bringt nichts. Lieber früher, als später. ... @Gracchus @FraAimerich ... Unser Bruder Aimerich meint mutmaßlich im letzten MS-Artikel einen meiner Beiträge @Jupp Koschinsky weiter unten in der Debatte. In einen seiner linken Anwandlungen meint @FraAimerich wohl, wieder mal die Welt per Menschenrechte retten zu wollen. Da ich den Quran gelesen habe, weiß ich, was drin steht. Es gibt keine (radikalen) Islamisten. Es gibt nur den Islam, nicht mehr & nicht weniger. Wer will, daß seine Nachkommen verrecken oder zwangskonvertiert werden, wer unsere Geschichte ignoriert, macht so weiter, wie bisher. Wer nicht FraAimerichs islamisiertes Europa will, macht sich mit den Realitäten vertraut & handelt.

Gracchus

20. Dezember 2025 22:39

@FraAimerich: Ehrlichkeit war als Ideal - oder das, was man sich auf die Fahnen schreibt - gemeint. Dass es mit der Umsetzung hapert, glaube ich gern. Ehrlichkeit heißt nach meinem Verständnis auch nicht "schonungslose Offenheit" bis hin zur Schamlosigkeit (ehrlich gesagt bin ich für mehr Schamgefühl, und Offenheit ist deshalb auch so eine Sache). Im engeren politischen Kontext kommt es natürlich auf  "Reden" und "Schweigen" zum rechten Zeitpunkt an.
Hier im Forum werden aber keine politischen Entscheidungen vorbereitet oder gar getroffen, und Bosselmann hat ja den Rahmen vor- und die Themen zur Diskussion freigegeben.
Man sollte doch dem "Publikum" Rede und Antwort stehen können, was man verändern will und wohin es gehen soll. 

Laurenz

20. Dezember 2025 22:40

@FraAimerich & Gracchus ... Katholische Monarchie ... wenn sich die Katholische (oder die Protestantische (auch nix anderes als Katholiken aus 2. Hand), zB das II. Reich) Monarchien bewährt hätten, würden wir heute noch in einer leben. Ich kann Ihren Retro-Perspektiven nichts abgewinnen, wahrscheinlich eine Mehrheit, wie @Gracchus schreibt, auch nicht. Das einzige, was man der Historie abgewinnen kann, sind Faktenlagen, Ereignisse, Regeln, die gut gelaufen sind. Das sind aber weniger als jene, die schlecht gelaufen sind, quod se ipsum explicat. Deswegen wird ja die Bildungspolitik so vernachlässigt, weil damit das historische  Bewußtsein, sprich die Erinnerung verkleinert wird. Anstatt, daß Sie, meine Herren, Sich irgendeiner Nostalgie geistiger Müßiggänger hingeben (hatten wir die Tage bei der von mir zitierten Deutschen Romantik), Sich auf die Altvorderen verlassen, fordere ich Sie nochmals auf, etwas Neues, Völkisches, zumindest als Idee zu erschaffen, natürlich nicht zum reinen Selbstzweck. Nur, wer weiß, wo er herkommt, weiß auch den Weg zu finden, wo es hingeht (Carlos Castaneda).

Gracchus

20. Dezember 2025 22:54

@FraAimerich: Das klingt, als hätten Sie den neuen Roman des diesjährigen Nobelpreisträgers gelesen. Ihr Urteil?
Welche Eingeweihten haben Ihnen denn das zugeraunt? Das klingt ja, als stände schon von höherer Warte verfügt fest, dass Europa muslimisch wird - was es ja zu verhindern gilt; ich glaube, dass, falls es das wird, nur in Teilen wird. Was die katholische Kirche in Deutschland angeht, sehe ich in der Tat schwarz. 

Gracchus

20. Dezember 2025 23:07

@Majestyk: Da haben Sie ja schon sehr detaillierte Vorstellungen. 
Ich gebe zu: Ein "libertärer Staat", der eine Nation repräsentieren soll, ist für mich eine contradictio in adjecto. Da bin ich - ausnahmsweise? - Schmittianer, ein solcher Staat kann schon nicht die Frage beantworten, warum man für die Nation notfalls sein Leben geben sollte. 
Allerdings kann ich Ihr Anliegen insoweit würdigen, als ich keinen Staat will, der sich in alle Belange seiner Bürger einmischt, also eine gewisse Liberalität befürworte.

Kurativ

21. Dezember 2025 00:31

Das Auflegen von komplett neuen Formeln und Phrasen, von gesellschaftlichen  Hauptbetätigungsfeldern und Zielsetzungen durch Regierungswechsel war eine Stärke des Westens gegenüber dem Ost-Kommunismus gewesen.
Irgendwann wird es nämlich langweilig. Nicht nur für diejenigen, welche sich das über sich ergehen lassen müssen. Auch die Protagonisten merken, dass es für sie selber langweilig wird und nicht besonders überzeugend ist. Das Zeug quirlt einem einfach irgendwann die Ohren wieder raus. Eine Art der "Versteinerung" tritt ein.
Einen revolutionäre Willen gibt es auch auf der anderen Seite. Denn die Verstetigung der oben genannten Propagandabausteine und seiner ideologischen Basierung ohne freie Wahlen und Regierungswechsel sind ein revolutionärer Akt im Sinne von Berufsrevolutionären wie Lenin und Mao. Mit Regierungswechsel meine ich nicht einen Wechsel zwischen CDU, SPD und Grün, also zwischen Leuten wie Merkel und Bearbock. Der Unterschied ist praktisch nicht vorhanden. Nicht einmal Bearbock und Wadephul unterscheiden sich letztendlich in ihren Phrasen.
Der revolutionäre Akt der Alt-Parteien besteht in der Verweigerung von "Demokratie" und dem Eingestehen, dass man Scheitern kann. Eine "Hegung" von Auseinandersetzungen und Methoden des Machterhalts gibt es für diese Protagonisten nicht mehr. Sichtbar auch in einer revolutionären Übernahme der Elemente des Staates, welche eigentlich den ordnungsgemäßen Ablauf von "Demokratie" sicherstellen sollen (VS)

Maiordomus

21. Dezember 2025 08:00

@Gracchus. "Dass ich keinen Staat will, der sich in alle Belange seiner Bürger einmischt." Hier geht es um die absolute Grenze der Staatsmacht, was insbesondere den Anspruch auf das Gewissen der Bürger betrifft, was notabene nach dem Tod Hindenburgs die bedeutendste Vergewaltigung des deutschen Volkes durch Hitler war, bezüglich der Vereidigung von Millionen auf ihn persönlich. Das war im Prinzip auch ein Verstoss gegen das Erste und Zweite Gebot Gottes, worauf der Theologe Karl Barth aufmerksam machte, nach dem 2. Weltkrieg sogar als eigentlich DDR-Freund als Vorbehalt gegen die Ansprüche des Kommunismus, die ebenfalls in die gleiche Richtung gingen und gehen wie Hitler. Letztlich ist das berühmte wiewohl umstrittene Votum von Böckenförde eine Aussage in diese Ihre Richtung , Gracchus. Die Kirche bzw. Religion hat das Recht Vorbehalte zu machen dem Staat gegenüber, wenngleich sie ihn gemäss dem Bibelwort "Gebt  dem Kaiser, was des Kaisers ist" nicht schlechthin negieren darf. Aber Konkordate ä la 1933, schon 1929 sind das absolute Gegenteil der Freiheit des Christenmenshen und der Stiftung Jesu Christi, gilt letztlich für jedes kirchliche System.  

Dieter Rose

21. Dezember 2025 09:44

Sehr anregend und berührend: Ich kann für mich aus jedem Kommentar mindestens einen Satz als bemerkens- und aufbewahrenswert herausnehmen und niederschreiben - wie gegensätzlich auch manche Standpunkte sind, toll! Ein weiteres erfülltes Wochenende nach dem letzten mit dem Besuch des Gnadenfestes mit tridentinischem Gottesdienst der FFSPX in Friedrichshafen (allerdings keine Häfler zu sehen!!!). Soviele junge Menschen, so viele junge große Familien ! Man soll die Hoffnung nicht aufgeben!

Mboko Lumumbe

21. Dezember 2025 10:37

Ursache der Wechselstimmung sind weniger geniale Strategien der Rechten, sondern das Scheitern zentraler linker und grüner Leitideen. Offene Grenzen kollidieren mit Anschlägen und alltäglicher Gewalt, die Energiewende stößt an physikalische Grenzen, und klimapolitische Überregulierung hat die deutsche Wirtschaft in eine gefährliche Abwärtsspirale geführt. Der Zusammenbruch dieser Versprechen hat eine Rechte gestärkt, die vor allem von der Ablehnung linker Wokeness lebt.
 
Konservativ-Rechts steht im Gegensatz zu Wokeness, Mainstream, Links. Deren Politik verbindet moralischen Rigorismus mit dem Anspruch auf Opfer für ein fernes, abstraktes Gut. Im Kern steht stets die Idee westlicher Schuld – bei Migration, Klima, Rassismus, Geschlechterfragen. Am Ende zielen diese Ansätze darauf, zentrale Merkmale des Westens aufzulösen. Das war erfolgreich, weil es Selbstzweifel bedient: Unbehagen an westlicher Moderne, Kapitalismus, Zweifel an Kultur, Gesellschaft und Demokratie. Doch links scheitert gerade an der Realität.
 
Davon profitiert rechts, doch es müsste tiefer gehen und diese Selbstverneinung überwinden und Selbstbewusstsein für die eigene Lebensweise entstehen. Ein breites gesellschaftliches Ja zum Eigenen wäre die notwendige Reaktion auf linke Sozialismusträume.
 
Daran ändern leider auch rechte Wahlsiege nichts, weil die Menschen nur Veränderung wählen, aber in der Masse nicht wirklich dahinter stehen. Und weil links gewaltbereit ist. Wie der aufsteigende Halbmond.

FraAimerich

21. Dezember 2025 11:00

@Laurenz  -  Derjenige, der sich im Nachbarstrang positiv auf "Menschenrechte" bezogen hat, wenn auch nur seiner "originellen" Privatdefinition nach, waren doch Sie. Ernsthaft widersprochen hat dem bislang übrigens noch niemand. Noch nicht mal der Herr, der sich sonst stets zu internen Ermahnungen berufen fühlt, wenn er um Leumund und Ansehen des Forums fürchtet. Was nicht als Vorwurf gemeint ist. Man muß gewisse Aussagen ja nicht noch dadurch aufwerten, daß man sie allzu ernst nimmt. Ich würde derlei, wie ein anderer geschätzter Teilnehmer, unter "Stammtischgeschwätz" einordnen - freilich der schädlichen Art. 
Selbst glaube und beziehe ich mich übrigens nicht auf "Menschenrechte". Weise diese Unterstellung und den "Nostalgiker" in aller Form zurück. Habe noch nie versucht, einem Rad in die Speichen zu greifen oder Uhren zurück zu drehen. In der Rolle gefallen sich hier nun wirklich ganz andere.

Maiordomus

21. Dezember 2025 12:27

@Dieter Rose. Ihr Hinweis auf den Gottesdienst in Friedrichshafen lässt mich aufhorchen. Hätte ich um Ihre Bodensee-Nähe gewusst, ich hätte Sie gerne auf die Lesung von V.Mohr in Überlingen vor 3 Wochen im Stadtmuseum aufmerksam gemacht. Gelungen adventliche Vorträge.@HB. Einmal mehr hat ein Essay von Ihnen die "Limite" von 100 Beiträgen überschritten. Das spricht für die Art, wie Sie hier jenseits von ausladender Intellektualität ebenso wie nur oberflächlichem politischem Stammtisch, wiewohl politisch, hier Debatten anzuregen verstehen. 
Betr. @Precht. Als Fernseh-Philosoph war Precht für mich ein didaktisch noch anregender Volkshochschullehrer am Fernsehen. Bei den Debatten in Gefässen wie Lanz und Illner hat er indes gecheckt, dass der Ausweichraum für einen auch nur durchschnittlichen, aber gut und bisweilen charismatisch formulierenden  Intellektuellen fast nur rechts von der Mitte noch Gelegenheit zur Selbstprofilierung bietet. Insofern eine Wohltat.      

FraAimerich

21. Dezember 2025 13:01

@Gracchus  -  Mir hat "Zsömle ist weg", über alle Ironisierungen und stilistischen Eigenheiten des Autors hinweg, sehr gefallen. Aber ich bin halt auch ein sentimentaler Tropf mit viel Verständnis für ausufernde Jupiterenergien.
Meinen Verweis auf die "Eingeweihten" lesen Sie bitte als selbstironische Anspielung. Als Student der islamischen Eschatologie habe ich mich ja schon offenbart. Die im Koran anklingende endzeitliche Allianz zwischen Muslimen und orthodoxen/anti-westlichen Christen ist dabei von besonderem Interesse. Der sicherste Weg, die letzten Reste deutscher Substanz vorzeitig zu verspielen, liegt m.E. in martialischem Counter-Jihadismus und dem nachgerade starrsinnigen Bestreben, am Westen festzuhalten.

Majestyk

21. Dezember 2025 13:18

@ Gracchus:
Wieso ist eine Nation, in der man gut und frei leben kann und als mündiger Bürger behandelt wird, es weniger wert, verteidigt zu werden als ein paternalistischer Staat?
Eure Fraktion müßte mir sowieso mal erklären, warum Ihr immer nur vom Sterben redet und so wenig vom Leben. Eine Nation ist doch vor allem dann sinnvoll, wenn es sich lohnt, in ihr und für sie zu leben. Gestorben wird dann sowieso, ob man will oder nicht.

Majestyk

21. Dezember 2025 13:44

@ Gracchus:
"Bemerkte Maiordomus schon und ist absolut korrekt. In einem Forum für Fußball werden auch keine Transfers getätigt oder die Aufstellung festgelegt."
Im Grunde ist dies ein Raum, um mal laut und öffentlich denken zu können. Könnte man solche Diskussionen an heimischen Stammtischen führen (wo gibt es die noch?), würde man diese vielleicht nutzen.
Politische Diskussionen, die nicht dem verordneten Meinungsbild entsprechen, kann man heute nicht mehr in der Nachbarschaft, im Verein, auf der Arbeit, ja oftmals nicht einmal mehr im Freundeskreis oder innerhalb der Familie führen. Insofern sind Foren und Kommentare ein Ersatz.
Entschieden wird hier nichts, und zumindest ich gehe nicht davon aus, daß meine Beiträge über meine Person hinaus Sinn ergeben oder für andere Teilnehmer eine Bedeutung haben. Man kann seine Gedanken ausformulieren, bemerkt, wie sie sich anfühlen, kann diese ordnen und vielleicht auch Argumente schärfen und womöglich einen Erkenntnisgewinn erzielen. Den Lauf der Welt, die wichtigen politischen Entscheidungen, die ändert man hier nicht.

Majestyk

21. Dezember 2025 14:04

@ FraAimerich:
Wo finde ich im Islam o. orthodoxem Christentum deutsche Substanz? Deutsche Kultur basiert doch wohl auch auf Katholizismus und Protestantismus, gleichfalls auf der auch in Deutschland betriebenen Aufklärung. Es hieß doch einst „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ und nicht "Heiliges Byzantinisches Reich".
Ich gönne Ihnen ja Ihre Begeisterung für den Koran. Ihre Wunschallianz erklärt aber auch, warum wir zwei nicht zusammenpassen. Ich bin nämlich nicht bereit, mich zu unterwerfen, und für mich ist dieses Zusammenleben mit so vielen Muslimen oder jegliche Kollaboration mit dem Islam inakzeptabel.
Wo ist denn eigentlich der Unterschied zwischen einem Leben nach muslimischen oder orthodoxen Spielregeln und totalitären Gesellschaften, wo dem Einzelnen der eigene Wille abgesprochen wird?
Im Übrigen verstehe ich nicht, was der Bezug auf eine Endzeit soll. In einer Endzeit braucht man nichts mehr planen. Wenn politische Umwälzungen stattfinden, ist das nicht das Ende der Welt oder der Geschichte. Vielleicht leben noch Menschen, wenn es bestimmte Nationen, Kulturen oder Religionen nicht mehr gibt. Gab doch schon Menschen vor Christi Geburt. Eigentlich sind Christentum und Islam ziemlich jung. Im Angesicht von Jahrtausenden relativiert sich manches.

MarkusMagnus

21. Dezember 2025 14:10

Ich hatte eben ein gutes Gespräch beim Essen mit einem Heimatvertriebenen bzw. dessen Nachkommen, über die Wehrpflicht, Höcke und die AFD. Für ihn ist die AFD in manchen Dingen zu brav und harmlos.
Beispiel: Wieso sollen Leute wie Höcke (hat grdient), Nachkommen von Heimatvertriebenen, Länder wie Polen oder Tschechien schützen?
Länder, die ihre Vorfahren grausam ermordet und vertrieben haben? In denen heute noch! Gesetze in Kraft sind, die diese einzigartigen Menschheitsverbrechen legitimieren? Die es bisher nicht fertig gebracht haben, sich dafür zu entschuldigen und Entschädigung zu leisten und wie Polen noch frech "Reparationen" fordern?
Absurd.
Die AFD hat hier einen Hebel in der Hand, den sie nicht nutzt, trotz Oppositionsstatus.
"Bevor der tschechische und polnische Regierungschef sich nicht vor dem Denkmal der Vertriebenen auf Knien beim deutschen Volk entschuldigen, gibt's keine Hilfe von Patrioten." Basta!!! Und ihr Hampelmänner von den Altparteien werdet sie dazu zwingen, ansonsten könnt ihr alleine gegen die Russen kämpfen. Viel Spaß."
Die AFD sollte mal langsam anfangen, die Samthandschuhe auszuziehen. Leute wie Lucassen kann ich nicht mehr für voll nehmen.
Übrigens las ich gerade, dass Polen 1939 nicht nur Massenvernichtungswaffen besessen hat, sondern sogar als Sprengfalle eben deutsche Truppen eingesetzt hat.
Das im Bundestag richtig zur Sprache gebracht und die Kriegsschulddiskussion ist endgültig erledigt. Worauf wartet die AFD?

Gracchus

21. Dezember 2025 14:12

@Majestyk: Auf Ihren definitorischen Trick  "libertär = gut und frei leben" falle ich natürlich nicht rein. Da noch kein libertäres Gemeinwesen existiert hat, handelt es sich um reine Theorie. In einem vorherigen Kommentar habe ich mit meinen Ausführungen zu Kultur natürlich auf das "gute Leben" gezielt, was mir in der Diskussionen hier - die sich stets um das Notwendige ranken - etwas zu kurz kommt. 
Wenn ich Zeit habe, suche ich Ihnen das Schmitt-Zitat, das sich eigentlich auf den Liberalismus bezieht, raus. 
Der hier gelegentliche kommentierende @Ordoliberal jedenfalls hat wiederholt verlautbart, dass "Gemeinwohl" eine Fiktion sei.

Gracchus

21. Dezember 2025 14:19

@Majestyk II: Öffentliche Interessen existieren demnach nicht. Ein Haufen Individuen, der seinen privaten Nützlichkeitserwägungen folgt, bildet kein Volk und keine Nation. Insoweit hat es auch keinen Sinn, für die Fiktion "Volk" und "Nation" mit seinem Leben einzustehen.
Im libertären Rahmen können Sie m. E. auch schlecht Migration abblocken. Was tun Sie z. B. mit ausländischen Investoren, die hier Immobilien und Firmen aufkaufen und dann mehr und mehr Ihrer Mitarbeiter ansiedeln?
Kulturelle Assimilation können Sie in einem libertären Rahmen ebenfalls nicht fordern.

RMH

21. Dezember 2025 14:37

"die letzten Reste deutscher Substanz vorzeitig zu verspielen,"
@FraA. Was sind denn für Sie die letzten Reste deutscher Substanz? Was ist für Sie überhaupt deutsche Substanz? Werden Sie doch bitte ab und an einmal konkret. Sie ergehen sich so gerne in Bewertungen anderer Debattenteilnehmer, die immerhin regelmäßig auch konkrete Vorstellungen & Meinungen äußern und damit die Debatte am Leben erhalten. Sie hingegen deuten an, bewerten und erklären jeden, der Ihre Symbole und Andeutungen nicht sofort einzuordnen weiß, für quasi dumm. So überhöht man sich selber, setzt sich den Nimbus des Wissenden auf, ohne Debatten zu entwickeln oder voranzubringen. Das neudeutsche Modewort "toxisch" passt hier.
Also, wofür stehen Sie, was ist für Sie deutsche Substanz? Ungarische Nobelpreisträger?
Ich antworte danach gerne, was ich für deutsche Substanz halte, und falls die Debatte offen bleibt, kann gerne auch jeder andere dazu einmal 1-2 Zeilen schreiben.

RMH

21. Dezember 2025 14:51

@Gracchus, dem Ideal Staat, dessen krakenhafte Auswirkungen bei gleichzeitigem Versagen auf struktureller Ebene wir alle tagtäglich erleben, der das, was man früher als "Gesellschaftsvertrag" bezeichnet hat, zu mehr & mehr einer Einbahnstraße, also Abschöpfen & Kujonieren der Bürger unter immer mangelhafter werdenden staatlichen, substanziellen Gegenleistungen (Sicherheit, Infrastruktur, Bildung bspw.) hat werden lassen, kann man ja fast nur noch als Gegenpol das Freiheitliche entgegenhalten. Das hat dann auch nichts mehr damit zu tun, dass man sagt, libertär ist Wolkenkuckucksheim, was noch nie irgendwo funktioniert hat oder einen Praxistest hatte. Wenn die Pferde einer Kutsche tot sind, dann steigt man aus & lässt sich nicht vom Kutscher anstelle der Pferde einspannen & auspeitschen. Dann muss man den Mut haben, sich der Freiheit & dem Chaos, ein Stück weit auch der Anarchie, zu stellen. Gemeinweisen, die von neuem wieder da anfangen, wo am Ende die alten scheiterten, bilden sich von ganz alleine heraus, da sie im Wesen des Menschen angelegt sind. Ich würde also weniger libertäre oder freiheitliche Vorstellungen kritisieren als vielmehr Festhalten an Systemen, die sich gerade selbst abschaffen & dabei die Freiheit gleich mit.

MarkusMagnus

21. Dezember 2025 14:57

Entschuldigung für die Rechschreibfehler; meine Finger waren noch etwas zu fettig :).
Zitat aus Wikipedia, natürlich verharmlosend:
"Vermutlich aufgrund der Entscheidung eines einzelnen Offiziers verwendeten polnische Truppen Lostbomben zur Sprengung einer Brücke und zur Verminung einer Straßensperre in der Nähe von Jasło. Dabei wurden am 8. September 1939 zwei deutsche Soldaten getötet und zwölf verwundet."
Wieso steht das nicht in deutschen Geschichtsbüchern, wieso gibt es dazu keine Debatte im Bundestag?
Vermutungen hin oder her. Polen hat nunmal WMD besessen, was ja ein legitimrer Kriegsgrund ist (insofern es der Wahrheit entspricht). Siehe Irak.
Welche Lumpen fälschen eigentlich die Geschichtsbücher unserer Kinder? Wir müssen diesen Schuldkult loswerden. Dann macht Geschichte auf einmal richtig Spaß.

Majestyk

21. Dezember 2025 15:06

In meiner Antwort an Gracchus um 13:44 ist mir ein Fehler unterlaufen.
Die ersten zwei Sätze in Klammern "Bemerkte Maiordomus schon..." gehören natürlich zu meinem eigenen Text. In Klammern gehört hätte: "Hier im Forum werden aber keine politischen Entscheidungen vorbereitet oder gar getroffen." - Gracchus 20. Dezember 2025 22:39 
@ Gracchus:
Warum unterstellen Sie mir Äußerungen über Gemeinwesen, die ich nicht getätigt habe, oder irgendwelche Tricks? Und wie und warum soll ich darauf antworten?
Was ist eigentlich so schlimm an mündigen, selbstverantwortlichen Bügern, und warum ist die Vorstellung, daß Gemeinwesen doch zunächst mal kommunal stattfindet, nicht wert, betrachtet zu werden?
Es wäre vielleicht nicht schlecht, Sie würden nicht ständig ignorieren, was ich in vergangenen Debatten, auch mit Ihnen, geschrieben habe, und sich vielleicht mal mehr als 5 Minuten Zeit lassen für eine Antwort, oder sind Sie auch Teil der Moderation und lesen meine Kommentare schon eine Stunde, bevor diese für mich hier sichtbar werden?

Gracchus

21. Dezember 2025 15:09

@FraAimerich: Da ich kein Student der islamischen Apokalypse bin, kann ich mich dazu nicht äußern. Spontan frage ich mich, ob damit nicht arianische Christen gemeint sein könnten, und (neo-)arianische Tendenzen sind in der Westkirche heute weit verbreitet. Das orthodoxe Christentum ist aber trinitarisch und ikonodul - was mit dem Islam nicht zusammenpasst. Wie ich neulich schon kundtat, habe ich theologisch eine große Affinität zur Orthodoxie, fühle mich trotzdem als Abendländler im Sinne Kaltenbrunners - und obwohl nie Counter-Dschihadist, ist mir ein islamisches Europa eine Schreckensvision - wobei ich einräume, dass das Abendland, das ich meine, längst verschüttet ist und sichtbar nicht mehr existiert. 

Majestyk

21. Dezember 2025 15:41

"Was tun Sie z. B. mit ausländischen Investoren, die hier Immobilien und Firmen aufkaufen und dann mehr und mehr Ihrer Mitarbeiter ansiedeln?" fragt Gracchus.
Nichts. Wie ich in nicht freigegeben Kommentaren geschrieben habe, dürften Ausländer hier keinen Boden kaufen, nur pachten, ginge es nach mir. Wurde ähnlich einst in der Schweiz gehandhabt, falls ich mich richtig erinnere. Investoren, die Ihr Personal im großen Umfang mitbringen, braucht es nicht. Wobei die wenigstens arbeiten würden, anders als "Flüchtlinge" an deren Rettung ich mich angeblich beteiligen soll. Aus humanitären Beweggründen, die ich nicht empfinde.
Ausländer bekämen bei mir nur in Ausnahmefällen staatsbürgerliche Rechte, nicht pauschal nach Aufenthalt. Jeder Einbürgerung reduziert schließlich meinen Stimmrechtsanteil. Ich bin bei weitem nicht so ausländerfreundlich wie Sie und ausdrücklich kein Teil einer Menschenfamilie. Außerhalb der Festung beginnt für mich die Wildnis.
Ich habe mehr als einmal geschrieben, daß ich mir eine freie Ordnung im Innern vorstelle, also für Deutsche und möglichst viel Souveränität nach außen. Wenn ich mich nicht irre, auch in einer Antwort an Sie. Ach hier steht es ja, 19. Mai 2025 14:30. Unsere Debatten drehen sich im Kreis, wie in einer Zeitschleife. 

Majestyk

21. Dezember 2025 16:10

@ RMH:
Deutsch sind Sprache, Liedgut, Lyrik. Aber auch Essenskultur. Ich liebe traditionelle Küche und eigne mir so viel wie möglich an, in meiner Region ist die Gastronomie ja fest in fremder Hand. 
Deutsch ist die Art wie wir Weihnachten feiern, Schützenfeste, Trachten, Karneval bis Fastnacht. All das regionale Brauchtum, die Dialekte. Deutsches Bier und deutsches Brot. Deutsch sind technische Errungenschaften, Kulturgüter wie Porsche oder Mercedes, genau wie Burgen oder Kathedralen. Deutsch sind Disziplin, Fleiß, Präzision und Pünktlichkeit. Leider auch zu viel Gehorsam und eine gewisse Streitsucht oder Rechthaberei. 
Deutsch sind nicht nur die Übergroßen, sondern auch Heinz Erhard, Peter Alexander oder Nena. Leider auch Caroline Kebekus oder Oliver Welke. Deutsch ist so unglaublich vieles, die Gesichter der Menschen, der Erfahrungsschatz, gemeinsame Geschichten. Deutsch ist mein Großvater, der zwei Jahre vor meiner Geburt starb, dem ich aber im Wesen unglaublich gleichen soll, dem ich mich näher fühle als allen Verwandten, die ich lebend kennengelernt habe und auf dessen Bild ich blicke, wenn ich den Blick vom Bildschirm nehme. Und den ich tatsächlich vermisse, dumm nicht wahr?
Deutschland ist was man liebt, selbst wenn daran verzweifelt und sich verstoßen fühlt. Deutsch bin ich, gleich ob ich will oder nicht. Ich kann ja nicht anders.

Gracchus

21. Dezember 2025 16:28

@Majestyk: Kurz und bündig: Was Sie vertreten, ist entweder nicht "libertär" oder "libertär" in einem neuen, sehr eigenwilligen Sinne. 
@RMH: Ich verwahre mich nicht gegen das Freiheitliche, sondern dagegen, dass wer freiheitlich sagt, dies im Sinne des Liberalismus tut, zumal dann, wenn das, was wir heute haben, partiell dessen Produkt ist. Für kommunitäre Aspekte hat der Liberalismus bekanntlich keinen Sensus, und gegen die Übergriffigkeit des modernen, stets zumindest latent totalitären Staates bildet das atomisierte Individuum keinen Halt, es könnte aber eine kommunitäre auf heiliger Tradition beruhende Identität sein. 

Dieter Rose

21. Dezember 2025 16:35

@Maiordomus Danke für den Hinweis. Es handelt sich wohl um den Schaffhauser Kulturphilosophen Volker Mohr. Schade - die kulturellen Austausche bzw. Veranstaltungshinweise über alte Landesgrenzen zwischen Baden und Württemberg hinweg funktionieren in den hiesigen Printmedien nicht immer... Mal sehen, was ich zum Einstieg in sein Werk finde - gerade gesehen: bei Antaios, Kaplaken erschienen: Der Verlust des Ortes, wohl nicht lieferbar!!!

MarkusMagnus

21. Dezember 2025 16:39

"Ich antworte danach gerne, was ich für deutsche Substanz halte, und falls die Debatte offen bleibt, kann gerne auch jeder andere dazu einmal 1-2 Zeilen schreiben."
@RMH
Die Bildung war mal ein Teil der deutschen Substanz. Das Materielle bröckelt gerade ab. In Hessen ist vor ein paar Jahren das Dach einer Universität zuammengestürzt. Zum Glück am Wochenende. In Dresden die Brücke auf der kurz vorher noch eine S-Bahn fuhr.
Es gibt auch noch immer viele Deutsche "with good jeans"
 

Karl Otto

21. Dezember 2025 16:55

Ich kenne kein historisches Beispiel für ein gelingendes Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen auf der Basis gleicher Rechte. Entweder die Muslime verdrängen alle anderen Kulturen und zwingen ihre eigene auf (wie etwa in Pakistan), oder sie werden irgendwann von den Einheimischen vertrieben, wie etwa in Spanien.
@Majestyk: Kennen sie die Philosophie von Roger Scruton? Dürfte etwa auf ihrer Linie liegen.

Majestyk

21. Dezember 2025 18:10

@ Gracchus:
Lernen Sie erst einmal den Unterschied zwischen liberal und libertär.
Selbst wenn meine Interpretation eigenwillig ist, so ist sie deswegen nicht falsch. Es soll Menschen geben, die versuchen Dinge neu zu denken.
@ Karl Otto:
Danke, kenne ich bislang nur dem Namen nach.
Mit vielen Muslimen kann man nur unter autoritärer Herrschaft leben. Gibt aber ja auch im rechten Spektrum genug Leute, die von autoritärem Denken nicht abgeschreckt werden. Glaube auch nicht, daß z.B. die AfD nach der Wahl hingeht und von mir angesprochene Themen wie Konkordate, Gewerkschaftszwang, NGO-Mitgliedschaften oder die Größe vom Apparat ändert. Die AfD will ja auch nicht den Rundfunkstaatsvertrag kündigen, weil sie Zwangsgebühren grundsätzlich für falsch hält, sondern sich (zu Recht) benachteiligt fühlt. Es kann aber nicht anders werden, wenn alles bleiben soll wie es ist.
 

RMH

21. Dezember 2025 18:15

@Gracchus, ich mache mich hier nicht 100% dogmatisch am Liberalismus fest (daher ist das dt Wort "Freiheitlich" aus meiner Sicht recht gut), aber wenn es den zersetzenden Linksliberalismus gibt, braucht es einen reaktionären Liberalismus, um die woke-totatlitären-spezialdemokratischen-Steuer- & Zinsknechtschaftsstrukturen aufzulösen. Kern jeder Gesellschaft ist für mich Familie. Wenn diese christlich ist, um so besser. Das kann aber ein Staat nicht vorbschreiben, das muss man leben, & dieses Leben braucht Freiheit statt Bevormundung. Manches wirkt eben wie ein Zirkelschluss, evtl. ist es auch einer. Aber die Henne kommt aus dem Ei & ohne Henne kein Ei. Antike Kulturen dachten nicht linear sondern zyklisch. Am Ende des einen Zyklus muss daher mit mitnichten irgendein anarcho-libertäres Chaos stehen. Ich habe es weiter oben geschrieben, für mich ist es dem menschl. Wesen immanent, dass es immer wieder Gesellschaften, Kulturen etc. aufbaut, auch wenn es einmal kurzfristig Chaos gab. Als Christ hingegen wird am Ende kein Zyklus beginnen, es kommt am Ende des Chaos der Herr Jesus Christus wieder. Wer will ihn aufhalten? Unsere lächerlichen Staatsstrukturen? Don´t stop believin` ...

FraAimerich

21. Dezember 2025 18:26

@Gracchus  -  Das Abendland Kaltenbrunners hat sich durch Verwestlichung weitgehend selbst entheiligt, seine heilsgeschichtliche Berufung aufgegeben. Ihren Hinweis auf den Arianismus greife ich gern auf - die Verbindung zum Islam ist in verschiedener, heute zumeist verdunkelter Hinsicht gegeben. Ich kannte sogar mal einen Schriftgelehrten, der Elemente des Koran partout auf die Wulfilas-Bibel zurückführen wollte; keineswegs ganz unbegründet. Was die eschatologische Verbindung angeht, neige ich jedoch eher zur Auffassung Imran Hoseins, die im Islam freilich keineswegs unumstritten ist. Dabei geht es weniger um "theologische Übereinstimmung" als die antiwestliche Ausrichtung, die bei dem, was heutzutage auf fragwürdiger Grundlage "Neo-Arianisch" genannt wird, gerade nicht vorliegt.
 
 
@Majestyk  -  Nur weil man sich mit einer Sache geistig auseinandersetzt, muß man von ihr nicht besonders "angetan" oder gar "begeistert" sein. Es geht auch nicht um "Wunschallianzen" oder Weltuntergangsphantasien. Da verstehen Sie mich mal wieder miß. Zusammenkommen werden wir aber ohnehin nicht. - Sind im übrigen nicht Ihre eigenen - heroischen - Vorstellungen und "Lösungsansätze" im Kern aus der Not geborenes und keineswegs widerspruchfreies Wunschdenken? Das ist zwar einerseits sehr deutsch - aber mir zu dürftig, um mich auf die von Ihnen und Laurenz geforderten Konsequenzen sowie Ihre Wunschpartner einzulassen.

Gracchus

21. Dezember 2025 18:41

@Majestyk: Kein Grund, schnippisch zu werden. Zwischen "libertär" und "liberal" sehe ich tatsächlich keinen fundamentalen Unterschied. Definieren Sie doch mal lieber, was Sie unter "libertär" verstehen - es wäre hilfreich, denn nach meinem Verständnis ist es nicht libertär (= mit einem freien Markt vereinbar), Ausländern zu verwehren, hier Grund und Boden zu erwerben. Auch dürfte sich ein Libertärer nach meinem Verständnis nicht beschweren, wenn sich hier ausländische Küche breitmacht - wenn die Marktteilnehmer nunmal lieber Burger, Döner, China-Box essen als die von Ihnen zu Recht hochgehaltene regionale Küche. 

Diogenes

21. Dezember 2025 19:05

@MarkusMagnus... und wie Polen noch frech "Reparationen" fordern?
Die "Macht der Gewohnheit" zieht sich von unten bis oben durch Schichten, Ämter, das Wesen des Einzelnen wie des Ganzen hindurch. Erst wenn die Geschichtsbücher sich ändern, ändert sich auch die Perspektive auf das "Böse", welche die (einheimischen) Antideutschen zur Fremdtümelei und Unkenntlichmachung bis ins Absolute des Eigenen antreibt! Was wir Verrat nennen, ist deren "Heiligstes Gebot". 
Der Film "Der Meister und Margarita", erzählt von der Kraft die "Böses" will und "Gutes" schafft. Schauen wir in den Abgrund; bekämpfen die Ungeheuer des Mechanikus Diabolo und sehen dabei zu, nicht selbst Werkzeug dessen zu werden. 

Majestyk

21. Dezember 2025 19:48

@ FraAimerich:
Warum antworten Sie mir auf Fragen mit Wertungen? Ich habe meine Antwort an Sie jetzt dreimal durchgelesen und finde keine einzige Abwertung, die Sie auf sich beziehen müßten, es sei denn, Sie wären Moslem. Und selbst die werte ich nicht ab, will nur nicht mit denen zusammenleben, erst recht nicht nach deren Bedingungen. Begeisterung ist doch auch kein negativer Begriff. Um richtig gut in einer Sache zu werden oder tiefere Kenntnisse zu erlangen, braucht es doch Begeisterung, echtes Interesse und Engagement.
Nein, ich verstehe Sie wirklich nicht. Und dabei habe ich mir sogar Mühe gegeben, die nicht sehr gut versteckten Spitzen gegen mich oder RMH zu überlesen. Inwiefern sind es Wunschallianzen, wenn man feststellt, wer die besten Kunden sind? Wer ein Geschäft betreibt, muß sich mit Lieferanten und Kundschaft gleichermaßen gutstellen oder kann sein Geschäft aufgeben. Und da ist für mich ganz klar, die Nähe zu China macht unser Geschäft kaputt, und ohne unsere europäischen Nachbarn und auch den USA als Absatzmärkte können wir einpacken. Können sich manche leisten, meine Wenigkeit aber nicht. Wovon sollen Leute wie ich leben, sollte Deutschland mit den anderen westlichen Ländern brechen und stattdessen auf den Orient setzen? Und wie wird man dann diejenigen los, die hier die Kriminalstatistik nach oben treiben? Engländer, Schotten, Amis, Argentinier oder Australier sind ja eher selten darunter.

Majestyk

21. Dezember 2025 20:12

@ Gracchus:
Gemessen an Ihren süffisanten Bemerkungen enthält mein Ratschlag keine Schnippischkeit. Sollten Sie als Anwalt wegstecken können.
Es macht sich keine ausländische Küche breit, es machen sich Ausländer breit und die bringen ihre Küche mit. Bei Ihrem Beruf sollten sich wissen, daß die schon alleine dadurch Wettbewerbsvorteile haben, weil Finanzamt und Co. nicht so genau hinschauen. Das ist kein fairer Wettbewerb. 
Dass ich irgendwem sein Essen vorschreiben will haben Sie gelesen, ich allerdings nicht geschrieben. 
Im Übrigen muß niemand seinen Markt mit Leuten teilen, die ihren Markt mit allen Tricks abschotten und seien es Umweltauflagen. Trump hat das erkannt und schlägt zurück. Deutschland u. Europa sollten das mit China auch tun und vor allem hier mal für faire Marktbedingungen sorgen. Eine subventionierte Wirtschaft ist jenen gegenüber unfair, die nicht subventioniert werden. Das schafft nur Abhängigkeiten und am Ende Gleichschaltung.Anderen die Wirtschaft kaputt machen ist auch ein kriegerischer Akt. Genau wie organisierte Kriminalität einschleusen. 
Es hat auch nichts mit freiheitlichem Denken zu tun, Ausverkauf von Boden zuzulassen oder alle möglichen Fremden einzubürgern. Der Freiheitliche ist doch nicht staatenlos oder weniger patriotisch, außer in der vorurteilsbehafteten Wahrnehmung von Leuten wie Ihnen. Der Freiheitliche ist auch weder kulturlos, noch gefühlskalt. 

Gracchus

21. Dezember 2025 21:25

@Majestyk: Ich hatte Sie gebeten, mir zu erklären, was Sie unter "libertär" verstehen. Weltweit ungehemmten Freihandel anscheinend nicht. Sehr viel schlauer bin ich aber aus Ihren Ausführungen nicht geworden. Sie sprechen - fällt mir plötzlich auf - auch nicht mehr von "libertär", sondern von "freiheitlich". Da ich schon in meiner ersten Antwort "Liberalität" zugestanden habe und mich gegen "Freiheitlichkeit" nicht wende, erscheint mir die Diskussion als eine solche um des Kaisers Bart. 

Gracchus

21. Dezember 2025 22:09

@RMH: Ich setze die These dagegen und sehe mich aufgrund der derzeitigen Entwicklungen darin bestätigt, dass eine Gesellschaft, die nichts Heiliges mehr kennt, dem Untergang geweiht ist, und stimme mit @FraAimerich darin überein, dass das Abendland sich entheiligt hat (halte anders als er jedoch eine Umkehr für möglich, für wie wahrscheinlich steht auf einem anderen Blatt). Jesus hat nicht umsonst die Händler aus dem Tempel geworfen, und das wäre für heute ebenfalls notwendig (für Idioten: das ist keine antisemitische Chiffre, und "Händler" steht hier nicht für "Juden"). Man kann einwenden, dass Heilige des Westens sei der Mensch selber oder seine Würde, aber - ein "Aber", das wohl kaum ausgeführt zu werden braucht - ohne Bezug zum Schöpfer wird daraus leicht Selbstvergötzung.
Der Liberalität habe ich meinen Tribut gezollt. Um aber etwas aus Chaos Ordnung zu schaffen oder gegen ungerechte Herrschaft wirksam Widerstand zu bilden, sehe ich liberale Prinzipien nicht als hilfreich an.

Ein gebuertiger Hesse

21. Dezember 2025 22:25

Jesses!, was verhakt sich das Kommentariat hier mal wieder, kurz vor Weihnachten. Und entfernt sich von dem eigentlichen Aufsatz immer weiter. Ein bißchen mehr Tuchfühlung halten, bittschön.

FraAimerich

21. Dezember 2025 22:28

@Majestyk  -  Habe nicht über China oder Wirtschaftsfragen gesprochen, sondern über den Islam, Europa und den von einigen angestrebten Schulterschluß mit dem Zionismus bzw. Laurenzens "Ethnostaat"-Vorbild Israel.
Wagte diesbezüglich anzumerken, daß ich diesen - gleichwohl heroischen -Ansatz für unrealistisches Wunschdenken halte. Wenn das schon wieder zuviel der "Spitzen" oder gar "selbstüberhöhenden Andeutungen" war, kann ich auch nicht helfen.

Diogenes

21. Dezember 2025 23:43

@Gracchus: Woher die Worte kommen und wer sie prägte klärt im Allgemeinen dessen Informationsstand. Aber ich bin ganz bei Ihnen: Warum soll ich mir von in ihrer Ideologie befangenen Leuten den Begriff "Nationalsozialismus" erklären lassen, die gleichzeitig z.B. ein Problem damit haben, die Plutokratie des Begriffs "Libertär" herauszuarbeiten? Nein, nein, so knacken wir keine Atomkerne. - Direkt an die Wurzel, an den Kern heran, auch wenn das heißt sich mit dem "Bösen/Feindbild" im Spiegelbild zu messen! Ist man denn so viel besser als das, was reflektiert wird? Nein, ist man nicht noch schlimmer, gar im übertrumpfen gegenseitiger Grausamkeit? Das liegt im Auge des Betrachters und des Zeitgenössichen.  

RMH

22. Dezember 2025 08:08

@MarkusMagnus, Ihr Argument oben, #21. Dezember 2025 14:57, ist kein besonders taugliches, da damals alle größeren & mitleren Militärmächte trotz erster Versuche der internationalen Eindämmung (1925) chemische Waffen (manche ggf. auch biolog.) hatten. Selbstverständlich hatte auch die Wehrmacht - über Forschungsprojekte hinaus - in den 30er Jahren chemisches Waffen & da D Weltspitze in der chem. Forschung war, gab es auch schon Nervengifte wie Tabun etc. Wenn in Polen also Offiziere ins falsche Regal gegriffen haben, besagt das sehr wenig & hat keinen Einfluss auf die Schulddebatte. Man kann eher behaupten, dass es Hitlers höchst eigenes Erlebnis mit Chemiewaffen war, dass er dafür sorgte, dass auf diese Arsenale nicht zurückgegriffen wurde. Die Allierten haben bekanntermaßen Chemiewaffen auch bei der ersten Invasion in Italien vorsoglich dabei gehabt bzw. mitgenommen (da gab es den bekannten Vorfall in einem ital. Hafen, nachdem ein US-Frachter versenkt wurde), aber nicht eingesetzt, da diese von D bis zum Schluss aus gutem Grund nicht eingesetzt wurden. Am Ende landete der giftige Dreck in der Ostsee, wo er heute mühsam & teuer geborgen werden muss.

RMH

22. Dezember 2025 11:06

"Der Liberalität habe ich meinen Tribut gezollt. Um aber etwas aus Chaos Ordnung zu schaffen oder gegen ungerechte Herrschaft wirksam Widerstand zu bilden, sehe ich liberale Prinzipien nicht als hilfreich an."
@Gracchus, die Erzählung der Unfreiheit, die unter aktuellen Bedingungen ja alles andere als eine irreale Märchenerzählung ist & im Gegensatz dazu den Mythos der Freiheit zu setzen, ist das, was eine Opposition machen kann. Es ist ihr historisch nachweisbar größtes Zugpferd nach Essen für alle (wenn es Hunger gab) etc. Der Mythos von der Freiheit ist im Übrigen einer der wenigen, nachweisbar mobilisierenden Mythen im Sinne Sorels. Eine AfD, die nicht freiheitlich wäre, wäre keine Opposition & keine, die irgendwelche größeren Blumentöpfe gewinnen kann. Im Übrigen führt Freiheit nicht autom. zu libertinen Ausschweifungen & gerade das Christentum ist die Religion, welche die Freiheit maßgeblich in den Mittelpunkt der eigenen Heilslehre stellt. Der freie Mensch entscheidet sich in freier Entscheidung für Jesus & nimmt die Gnade Gottes an. Der Christ kann erst danach dem Kaiser geben, was des Kaisers ist, weil er zuvor Gott gebenen hat, was Gottes ist. Daher bitte keine Angst vor der Freiheit. Ggf doch ab & an neben der kath. Lehre auch bei den Protestanten reinschauen, insbesondere beim alten, deutschen Augustinermönch Luther.

Leidender

22. Dezember 2025 17:18

Man muß nicht hochbegabt sein, um Physik zu studieren. Feynman wurde nicht Teil der "Termites" (IQ 125), dito Shockley und Alvarez.
Laurenz biß an, war mir klar. Habe nichts gegen ihn, doch sein Unverständnis, daß ohne Gott Moral nicht zu setzen ist, ist einfach ermüdend dumm. David Hume wußte es. Sinn, Zahlen und Gesetze der Fundamentallogik (z. B. A=A) sind keine Materie.
Laurenz hat recht, daß  Rußland überlegen ist. Dieser Krieg ist wohl erst zuende, wenn die Ukraine in Schutt und Asche liegt. So sieht es Vox Day, IQ 150, der aber auch versteht, daß der Atheismus ein Irrweg und Moral ohne Jesus Christus nicht zu setzen ist. S. dessen Band "The Irrational Atheist". Laurenz konnte es bisher nicht widerlegen. Auch Chris Langan, IQ 195-210, ist gegen die heutigen Eliten, arbeitete als Türsteher und Bauarbeiter. Seine CTMU, ein metaphysisch-mathematischer Gottesbeweis, ist nicht direkt christlich, aber tlw. kompatibel.
Selbst ein Thorsten Heitzmann, IQ 150+, hat mathemathisch wenig drauf, wie er in einem Livegespräch mit einer GEZ-Tante meinte. Und IQ ist objektiv aussagekräftiger als Schulnoten.
Denn glaubte ich nicht an eine ewige Verdammnis, dann würde ich natürlich meine Birne wegschießen. Da kann ein Atheist nichts gegen sagen, Menschenopfer und Kindstötungen standen bei den Heiden ander Tagesordnung. Noch heute werden Mädchen in China & Indien gemordet, bei uns Neuheiden heißt es Schwangerschaftsabbruch. (Und ich sage das als jemand, der sein Leben haßt.)

Majestyk

22. Dezember 2025 22:41

"Moral ohne Jesus Christus nicht zu setzen ist"
Also kennen 6 Milliarden Menschen keine Moral und Moral existiert erst seit ca. 2.000 Jahren? Interessant. 

Maiordomus

23. Dezember 2025 10:15

@Majestyk hat recht. Es erregt aber Kopfschütteln,  für wie selbstverständlich bei den Ahnherren der abendländischen Ethik, Platon, Aristoteles, den 7 Weisen (vielleicht mit Ausnahme von Heraklit) die Sklavengesellschaft noch genommen wurde. Dostojewskij rief aus: "Ihr Leugner Gottes und Christi, habt ihr noch nicht gesehen, dass alles in der Welt ohne Christus Schmutz und Sünde wird?" Dies warPerspektive des altrussischen Glaubens einer christlich geprägten Gesellschaft. Wahr ist vielmehr, dass Moral ohne Religion, d.h. die Berührung durch das Heilige, mit der Zeit ins Leere tappt. Zu den bedeutendsten Durchbrüchen in der Geschiche der Moral gehörten die Dominikaner, so Franz von Vittoria und B. de Las Casas, welche als wohl fast erste die angebliche Minderwertigkeit eroberter primitiver Völker ernsthaft in Frage stellten. Den Dominikanern verdanken wir aber auch den Hexenhammer (1486/87), als dessen bleibende "Errungenschaft" die strafwürdige Verantwortung des Menschen für negative Entwicklungen bei Wetter und Klima zu nennen ist, ein Abfallprodukt sogenannter Aufklärung. Um den Hexenhammer zu verstehen u. korrekt zu handhaben, bedurfte es schon immer eines akad. Studiums als Vermittlung gefährlicher Halbbildung mit Ausnahme je einer Minderheit der Besten.     

Diogenes

23. Dezember 2025 18:41

1/2
 
@Maiordomus hat mit dem Begriff "Abendländisch" unrecht, da er die Geschichte des Kontinents so auf die des Christentums reduziert, als ob es davor keine Moral innerhalb der Sippen, Stämme, Völker, gegeben hätte. Zur Zeit der erwähnten hellenischen Philosophen, ab einem gewissen Zeitpunkt (ich meine es war Plutarch), kam der Begriff "Europa" für die nördlischen Lande außerhalb der Grenzen der hellenisch-zentrischen Geoerfassung bzw. Reichsgrenzen auf. Und "Heidentum": Das Wort ist diabolisch/feindbildlich geprägt. - Es wirft alles was außerhalb der Religion steht zu einem Haufen ohne Unterschied zusammen (in der Art von "Mutlikulti" als Schlagwort); das, was sich der Glaubenskontrolle und des Gehorsamprädigens der Kirchen entzog, entzieht und entziehen wird. 

Diogenes

23. Dezember 2025 18:41

2/2
 
Ist Ihnen der Begriff "Hexenkartothek" geläufig?  Und all das, steht im Zeichen von Wechselstimmung. Der ideologischen Einfallt der zentralisierten Großen gegenüber der dezentralisierten Mehrfaltigkeit der Kleinen in der Worthohheit und Wortbestimmtheit. Wer will, kann heute alles an Wissen erfahren (oberflächliches, wie tiefgründiges) - außerhalb der Zentren der Macht und Mächtigen die sich auf eine Begrenzung von Wissen und ein volksverspottendes Geschichtsbild geeinigt haben, damit all die Hamsterräder im Streben nach Materialismus berannt werden. Und nein, ich täusche mich nicht in der Annahme daß im Materialismus die Wurzel von Kapitalismus und Kommunismus gleichermaßen begründet liegt. Liberal/Libertär ist nur deren blinde Hure, denn auch in der Gleichmacherei liegt deren Ursprung. Was aussagen mag? Besinnung auf das Erbe unserer Ahnen. Das ist mehr als Kultur; das ist woraus Kultur wächst - Erklärung warum wir Deutschen Verhaltensweisen und Volksaussehen aufweisen, die uns von anderen scheiden lassen.
 
Zu Ihrer Frage im anderen Strang: Merkel war keine Kernphysikerin (?). Das. was Sie antreibt und macht (auch in Vergangenheitsform), zeichnet sie als Verräterin an Volk, Heimat und Nation aus. Darüber herrscht Konsens im nat. Widerstand gegen die polit. Agenda int. Hochfinanz/Plutokratie. Und nein, ich stamme mütterlicherseits aus Hessen und den Chatten ab, die Kernreaktoren sowjetrussischer Bauart sind mir zu dumm. Damit beschäftige ich mich nicht. 

Gracchus

23. Dezember 2025 20:29

@RMH: Vielleicht genügt erstmal, wenn ich heute noch Bachs Weihnachtsoratorium höre? Und du vergisst: Staatsfrömmigkeit ist doch eher ein protestantisches Ding. Und ich habe ja gar nicht gegen Freiheit gesprochen, ich spreche auch nicht für die AfD und auch nicht für mehr Staat. Ich setze Freiheit voraus, und ich wiederhole mich, ich glaube nicht, dass allein Staat oder Partei die jetzigen Krisen, z. B. Bildungskrise, bewältigen können, insoweit kommt es auf Freiwilligkeit der Bürger an. Was ich aber eigentlich meinte: Die AfD mag sich Freiheit auf die Fahnen schreiben, sie selbst ist intern nicht nach "liberalen Prinzipien" organisiert. Erfahrungsgemäß setzt "Liberalität" erst ein, wenn sich Herrschaft etabliert hat. Dann ist fraglich, ob sich das Freiheitspathos nicht inzwischen abgenutzt hat.

Majestyk

23. Dezember 2025 20:39

@ RMH:
"Der freie Mensch entscheidet sich in freier Entscheidung für Jesus"
 
Oder er entscheidet sich dagegen und ist deswegen nicht per se weniger wertvoll oder unmoralischer. Angesichts der Dinge, die Christenmenschen tun oder getan haben, empfinde ich christliche Selbstüberhöhung als nicht so angemessen. Kann mir auch nicht vorstellen, daß dies wirklich im Sinne des Religionsstifters geschieht. Redete Jesus nicht auch von Demut?
Dieses christlich sein muß man ja leben und beweisen. Die reine Behauptung und Mitgliedschaft in einer Kirche kann dafür ja wohl kaum ausreichen. Das wäre ja so, als wäre man ein sozial eingestellter Mensch, weil man ein Parteibuch der SPD sein Eigen nennt. Finde den einen oder anderen Genossen jetzt aber eher begrenzt sozial.
@ Maiordomus:
Wie kommt es, daß einst doch auch christliche Europäer mit Sklaven handelten und sich diese hielten, es dennoch schafften, dies mit dem christlichen Glauben im Einklang zu bringen. Immerhin waren die Portugiesen oder die weißen Sklavenhalter in den amerikanischen Südstaaten auch Christen. Gab es seinerzeit theologische Gründe, mit denen dies rechtfertigt wurde?
Ich frage aus echter Neugier, weil ich das nicht nachvollziehen kann, daß man etwas glaubt, aber dann etwas ganz anderes lebt.
 

Gracchus

23. Dezember 2025 23:35

@Diogenes: Ihnen könnte das Streigespräch zwischen Inga Zingsen (?) und David Engels auf Auf1 gefallen. Der Begriff "Abendland" hat sich m. W. erst in christlicher Zeit gebildet.

Gracchus

23. Dezember 2025 23:43

@Majestyk: Eine Teil-Antwort: Paulus hat zwar die Gleichheit aller Christen in Christus gepredigt, aber auch, dass jeder - auch der Sklave - in seinem Stand verharre. Wie man damit aber Sklavenhandel gerechtfertigt hat, wird Maiordomus sicher besser erklären können.
Da morgen Heilig-Abend ist, kann man ja darüber meditieren, warum und wozu Christus geboren wurde. Um Moralvorschriften, die ja längst existierten, zu machen? Um ein moralisches Vorbild zu geben? 
 

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