Kleine Ketzerei

Die Turbulenzen der Politik können nicht die Hauptfrage unseres Daseins verdecken, sondern werfen sie im alltagsdramatischen Erleben immer neu auf:

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Sind wir letzt­lich auf uns zurück­ge­wor­fen, also Teil eines rein natu­ra­lis­tisch und reduk­tio­nis­tisch anzu­se­hen­den Pro­zes­ses, dabei kom­for­ta­bler- bzw. elen­der­wei­se aus­ge­stat­tet mit einem Bewußt­sein, oder wir­ken in allem doch geis­ti­ge Wesen­hei­ten, die alles Sein tra­gen, es beein­flus­sen, för­dern oder stö­ren, mit­hin auch uns hal­ten und bestimmen?

Reli­gio­nen gehen in offen­siv indi­ka­ti­vi­scher Rede davon aus, ja sind davon über­zeugt, weil es vom höhe­ren und damit eigent­li­che­ren Wir­ken – Angeb­lich? – siche­re, ja unab­weis­li­che Zeug­nis­se gäbe. Denen die einen trau­en, die ande­ren – und davon immer mehr – jedoch nicht, weil sie die Gül­tig­keit die­ser Ver­si­che­run­gen bezwei­feln und weil ihnen selbst nun mal kei­ne sol­chen gege­ben wur­den oder weil sie die, säku­lar abge­stumpft, nicht empfingen.

Wer sich etwa mit der Anthro­po­so­phie Rudolf Stei­ners beschäf­tigt, die nicht nur von einer, son­dern von der geis­ti­gen Welt kün­det, wird über­rascht davon sein, mit wel­cher Genau­ig­keit von die­ser Welt, ihren Hier­ar­chien und ihrem Wir­ken gespro­chen wird. Und wer nicht zum Mit­be­ken­ner wer­den möch­te, obwohl es einen ja sehr ver­lockt, wird min­des­tens still fra­gen, wes­halb über Stei­ner hin­aus selbst in der Anthro­po­so­phi­schen Gesell­schaft bis­lang kein Zwei­ter auf­stand, der die Kun­de in sei­ner Wei­se ver­tie­fend gar fortsetzte …

So wie alle Hei­li­gen der Chris­ten­heit zwar wie­der­um – zuerst durch ihr Han­deln – ein star­kes Bei­spiel gaben, aber das, was ihnen geof­fen­bart schien, nicht plau­si­bler ver­mit­teln konn­ten, als es durch den sagen­haf­ten Ursprung geschah.

Mys­te­ri­um fidei … – „Dei­nen Tod, o Herr, ver­kün­den wir, und dei­ne Auf­er­ste­hung prei­sen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Dabei blieb es. Und alles Begeh­ren dar­über hin­aus muß wohl als Unge­duld gel­ten. Trost spen­det allein die Annah­me, daß man sich nicht allein auf Escha­to­lo­gie ver­las­sen muß, son­dern mei­nen darf, das Wun­der­ba­re wir­ke schon jetzt in der Welt und vor­zugs­wei­se in unse­rer Gat­tung wei­ter. Die reli­giö­se Mys­tik fand dafür sogar Begrif­fe, u. a. in der Spra­che von Jacob Böh­me oder Ange­lus Sile­si­us.

Den phi­lo­so­phisch Über­bil­de­ten hin­ge­gen ist mit Kants „Kri­tik der rei­nen Ver­nunft“ und allem, was dar­aus ent­lang der Geschich­te der Epis­te­mo­lo­gie so wur­de, ohne­hin der Zugang zum Tran­szen­den­ten verschlossen.

Gleich­wohl quält selbst die ratio­nals­ten Natu­ren, so sie sich nicht völ­lig ans Öko­no­mi­sche ver­lie­ren, zuwei­len eine meta­phy­si­sche Sehn­sucht – spä­tes­tens, wenn sie Wun­der­ba­res oder Kata­stro­pha­les erle­ben bzw. erlei­den. Und noch eines bleibt sowie­so, eine Theo­lo­gie des Als-ob. Oder noch Karl Barth: Gott als das radi­kal Ande­re, wir in von ihm getrenn­ten Raum, nur von sei­ner Offen­ba­rung zu durchbrechen.

Was alle im Sin­ne eines ech­te Exis­ten­ti­als unaus­ge­spro­chen ver­bin­det, ist der Zwei­fel. Inter­es­sant in die­sem Zusam­men­hang, daß genau die­ser Zwei­fel, so wich­tig und pro­duk­tiv, in der Poli­tik als Schwä­che gilt und dort fast eben­so aus­ge­schlos­sen wer­den soll wie im Glau­ben. Alle Poli­tik spricht ja gleich­falls im indi­ka­ti­vi­schen Duk­tus der Glau­bens­be­kennt­nis­se. Ist das vermessen?

Es erregt jeden­falls auf­fal­lend wenig Abwehr. Was wie­der­um auf Erlö­sungs­wün­sche hin­deu­tet, die sich eine Mehr­heit fata­ler­wei­se von der Reli­gi­on nicht mehr, um so mehr aber von der Poli­tik zu erwar­ten scheint. AfD-Chat­grup­pen sind dafür gera­de ein ein­drucks­vol­les Bei­spiel: Wenn wir erst regie­ren, dann end­lich wird es final rund­um licht!

Die unfrei­wil­lig bit­te­re Komik sol­cher Ver­hei­ßun­gen dürf­te nicht nur den nach­denk­li­che­ren Beob­ach­tern auffallen:

Daß man heu­te an ein poli­ti­sches Werk mit eben­sol­cher Selig­keit und Inbrunst zu glau­ben meint wie frü­her an ein Mys­te­ri­um. Und dies dann sogar mit der eige­nen Ver­nunft begrün­det. Was für ein Wag­nis doch. Ver­dammt dün­nes Eis!

Der Mensch, die­ses fra­gi­le Wesen, die­ses „Schilf­rohr im Wind“ (Blai­se Pas­cal), sucht nach Halt, hat eine Ahnung wohl unmit­tel­ba­rer von sei­ner Ver­lo­ren­heit als von Sicher­heit, inso­fern es uns ja tat­säch­lich täg­lich umbla­sen kann und wir schnel­ler ver­zwei­felt als glück­lich sind. Aber um so mehr bedarf es des­we­gen der Beschwö­rungs­for­meln, der Ritua­le, des Gebe­tes und der Gewiß­heit der Ver­ge­bung aller Sün­den, die wir uns immer­fort auf­la­den. Und um so mehr zie­hen uns Ver­spre­chun­gen an.

Solan­ge dies reli­gi­ös erfolgt, mag man die nun glau­ben oder anzwei­feln, aber die Reli­gi­on bie­tet dafür immer­hin einen fes­ten Raum und ein glau­bens­ge­schicht­lich gewach­se­nes Gebäu­de, als Platz­hal­ter für ein Reich, das nicht von die­ser Welt ist. Wird’s aber poli­tisch, spielt sich die mal dort­hin, dann wie­der dahin argu­men­tie­ren­de Poli­tik als Reli­gi­ons­er­satz auf, droht es gefähr­lich zu wer­den – in der Wei­se bereits all­zu vie­ler his­to­ri­scher Beispiele.

Darf man die Kir­che immer­hin als ein Schiff in stür­mi­scher See auf­fas­sen, im erwei­ter­ten Sin­ne als eine Arche in den Fähr­nis­sen der Welt, so ist ver­gli­chen damit die Poli­tik nicht mal ein Wrack­teil, an das man sich hal­ten könn­te, nur so schwimm­fä­hig wie ein nas­ses Wahlprogramm.

Wo Poli­ti­ker Wort und Ges­tus der Pro­phe­ten kopie­ren, wo sie über den all­zu selbst­si­che­ren Indi­ka­tiv hin­aus sogar zuneh­mend den Impe­ra­tiv bevor­zu­gen, da mel­de sich das wich­ti­ge Exis­ten­zi­al des Zwei­fels und die einst wesent­li­che, heu­te all­zu ver­ges­se­ne Hal­tung der Demut. Mit Bekennt­nis­sen blei­be man außer­halb des reli­giö­sen Rau­mes acht­sam. Min­des­tens dort.

Ein „Super­wahl­jahr“ ist alles ande­re als ein hei­li­ges Jahr. Selbst die Erleuch­te­ten aus der AfD-Gemein­de soll­ten das im stil­len wissen.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (218)

Ernestina

21. Januar 2026 12:17

Ich muss Ihnen recht geben! Was man da zur Zeit z. B. im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg an "Halleluja-Rufen" - "Wir gewinnen und werden die Politikwende einleiten!" - hört, entlockt mir ein ungläubiges Staunen... Glauben die das wirklich? Oder geht es nur darum, die Wahlkämpfer und Wähler bei der Stange zu halten? Aus der Chatgruppe des KV bin ich seit einigen Monaten raus. Meine Anregungen, doch realistisch zu bleiben, verhallten entweder ungehört oder stießen auf heftigste Gegenrede, bis hin zur offenen Gotteslästerung. Ich vermute, denkende Spitzenpolitiker, wie z. B. Björn Höcke, wissen genau um den Ernst und die schiere Aussichtslosigkeit (?) der Lage. Doch was tun? Als Politiker bleibt nur das Versprühen von Hoffnung... Vielleicht ist das auch ab und zu der persönliche Rettungsanker...

Freichrist343

21. Januar 2026 12:17

Der 8. März 2026 wird der wichtigste Tag aller Zeiten sein. Die AfD wird in BW die Grünen überholen. Die AfDler sollten mit Anthroposophen und Sozialkonservativen (wie Darwin Dante) zusammenarbeiten.
https://jlt343.wordpress.com

Laurenz

21. Januar 2026 12:23

@HB ... warum tun Sie Sich das an, auf der Katholischen Indymedia diesen Artikel zu publizieren? Wollen Sie keine Kontroverse? Keine Debatte? Das gesichert linksextreme Gehabe auf der SiN in religiösen Fragen hieß früher Inquisition, heute CancelCulture oder NetzDG. Wodurch unterscheiden Sich Ihre Kollegen EK, ML & CS noch von Lenin Günther, der in seiner Religion (Religion ist zuvorderst immer Politik) dasselbe will, was die 3 genannten SiN-Autoren schon auf der SiN praktizieren? Wir alle wissen, das Deutsche Wahlvolk mag keine innerparteilichen Streitigkeiten in der Öffentlichkeit, wird als Schwäche interpretiert. Aber, wo letztendlich sollen dann die Kontroversen ausgetragen werden, wenn nicht hier? Tichys & Achse zensieren auch. Aber da geht mittlerweile wesentlich mehr. Achijah Zorn (Protestant) & Anna Diouf (Sänger & Katholik) schreiben regelmäßig Artikel mit religiösem Bezug. https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/vorwort-zum-sonntag/eine-kleine-freiheitslehre/ da geht es ganz anders ab (hab da denselben Avatar). Frau Diouf neigte früher auch zu inquisitorischer Zensur, bis ich mich Maximilian Tichy per Epost beschwerte. Seitdem wird auch unter Diouf-Artikeln debattiert.

Ernestina

21. Januar 2026 12:31

Und was ich noch vergessen habe: Gekämpft wird natürlich von meiner Seite weiter! Da halt ich's mit David Engels' Idee vom Hesperialismus, Transzendenz eingeschlossen...

Gracchus

21. Januar 2026 13:07

Ist religiöses Sprechen nicht primär "imperativisch", namentlich Gebot und Gebet, Anruf, erst dann Aussage? Hierauf hat Rosenstock-Huessy seine gesamte Sprachlehre aufgebaut. 
Politiker sind ja dazu da, Befehle zu erteilen. Ob diesen Folge geleistet wird, ist dann ihr Risiko. Ich würde @Laurenz umdrehen: Alles Politische ist religiös.
@Laurenz: Ihren Kommentar hätte ich gradseläätz (saarl. - k. A., wie übersetzbar) nicht freigeschaltet. 
 
 
 

MarkusMagnus

21. Januar 2026 13:16

@ Ernestina
Ich sehe keine Aussichtslosigkeit. Und ich bin nicht unbedingt als Optimist bekannt. Unsere Gegner laufen auf 99%, eine Steigerung ist kaum noch möglich, während wir gerade mal etwa 10% unseres Potentials mobilisiert haben. Wir haben noch eine Menge Luft nach oben. 
Widersprüche werden sich vielleicht sogar von selbst "auflösen", wie jetzt wieder in Connewitz zu beobachten war. Der Gegner ist selbst stark fragmentiert, wenn es hart auf hart kommt.
Brutal gesagt:
Vielleicht schlagen sie sich gegenseitig tot und wir brauchen nur noch etwas Öl ins Feuer giessen. Hier ein bisschen und da ein bisschen...
Und was übrig bleibt, wird remigriert.

Laurenz

21. Januar 2026 13:22

@Ernestina ... Religion & Politik sind identisch. Es geht nie um die Gegenwart, in der es keine Erlösung gibt, sondern immer nur um die Zukunft, in der, wie HB schreibt, die Erlösung versprochen wird. In der Politik ist es leichter, die Möglichkeiten des Machbaren in Entscheidungsfindungen rational mit einzubeziehen. Religionen sind meist schwarz/weiß totalitär, entweder oder, totalitär links. Es gibt in der Religion, ähnlich Schwangerschaften, kein ein bißchen Auferstehung oder Erlösung nach Gefechtslage. Das hat damit zu tun, daß Politik im dieseits stattfindet, Religion im dieseits das jenseits tangieren soll, ein etwas makabres Versicherungs-Business. Linke haben das jenseits (Paradies der Werktätigen) ins diesseits verlegt, was nicht funktioniert. Das ist die Frage erlaubt, warum links im jenseits funktionieren soll? ... @Freichrist343 ... die AfD könnte mit vielen zusammenarbeiten, ist aber mittlerweile so groß, daß sie das nicht nötig hat. Das ist auch völlig konkludent. Wer mit der AfD zusammenarbeiten will, kann einfach Mitglied dieser Partei werden. Ansonsten haben Sich Frau Dr. Fürst (FPÖ) & Herr Sellner (Identitäre) schon desöfteren zur Zusammenarbeit geäußert. Beide sagten mehr oder weniger dasselbe. Es gibt Phasen kongruenten Vorgehens & Zeiten, in denen man getrennt marschiert.

RMH

21. Januar 2026 13:23

"AfD-Chatgruppen sind dafür gerade ein eindrucksvolles Beispiel: Wenn wir erst regieren, dann endlich wird es final rundum licht!"
Ist das so? Ich selber bin in keinen solchen Chat-Gruppen, bin ja auch kein Parteimitglied, kenne nicht einmal eines persönlich (also im echten Leben), aber diese Schilderung löst in mir, als Wähler dieser Partei, schon ein kleines bisschen Fremdschämgefühle aus. Hat denn keiner dort "Politik als Beruf" von Max Weber gelesen? Oder kennt keiner zumindest uralte Binsenweisheiten wie "Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben", "Man zerteilt nicht das Fell des Bären, bevor er erlegt ist" etc. ?
So wichtig gute Stimmung für die Motiviation in einer politischen Partei ist, so wenig darf man die Rechnung ohne den Wirt machen.

Majestyk

21. Januar 2026 13:30

@ Laurenz:
Lag ich mit meiner Andeutung (konnten Sie nicht lesen), ob Sie der Inquisition zum Opfer gefallen sind, doch richtig. Die Frage muß tatsächlich gestellt werden. Ist hier auch eine innere Debatte erlaubt oder nur Debatten über Gegner und ansonsten Applaus. Speziell in jüngerer Zeit bemerke ich eine zunehmende Moralisierung bei allen möglichen Themen. Man bewertet Trump, Israel oder Industrie moralisch, als ob das in irgendeiner Form sachdienlich wäre.
Diese Kritikunfähigkeit findet sich allerdings nicht nur auf SiN, wo Betrachtungen eh gerne philosophisch übersteigert werden, sondern in fast allen Foren. Gerade jene mit blauen Herzen nehmen mittlerweile eine Unbelehrbarkeit an, wie man sie früher von Grünen kannte, und ersetzen gerne Wissen mit Glauben.
Gleichfalls werden Oppositionspolitiker im In- wie Ausland verehrt, als seien sie der Messias, aber medial gesteinigt, sobald sie sich erlauben, nicht so zu funktionieren, wie erwartet oder erhofft.
So werden Debatten zu Glaubenskriegen, und dann ist es vorbei mit interessenbasierter Politik, noch ehe ein Machtwechsel vollzogen werden kann. Überzeugungen sind wichtig, Glaube sei jedem Menschen gestattet, aber die Religion sollte man aus der Politik heraushalten, dogmatisches Denken sowieso.
Genau dies hat Deutschlands Absturz verursacht, als der Wirtschaftsriese BRD vergaß, weltpolitisch ein Zwerg zu sein, und Faschingskommandanten glaubten, die Spielregeln ändern zu können, nach denen die Welt sich dreht.

Laurenz

21. Januar 2026 13:32

@Gracchus ... HB hat mutmaßlich meinen Kommentar freigeschaltet. Um mal Ihren Verführer & angeblichen Erlöser frei zu zitieren, "Wer zur Zensur greift, wird durch die Zensur umkommen." Sie argumentieren nicht logisch, Gracchus. Erst wird das Parteiprogramm geschrieben, dann Politik gemacht. Bei den Christen (Katholiken) dauerte es 300 Jahre bis zum Konzil von Nicäa, wo man sich endlich auf das himmlische Partei-Programm zwangseinigen konnte & erst ab da betrieb man effizient Politik im diesseits.

Majestyk

21. Januar 2026 13:33

"@Laurenz: Ihren Kommentar hätte ich gradseläätz (saarl. - k. A., wie übersetzbar) nicht freigeschaltet." scheibt Gracchus und beweist einmal mehr, was er unter Redefreiheit versteht.

RMH

21. Januar 2026 13:37

@Laurenz, da sind Sie ja wieder. So sehr ich den Spruch "Zensur verfeinert den Stil" als generelles Prinzip ablehne, so sehr ist er speziell Ihnen für alle Ihre regelmäßigen Religions-Rants anzuempfehlen. Sie steigern sich da mittlerweile ausnahmslos so rein, dass es regelmäßig irrational, unsachlich und zu sehr persönlich betroffen wirkt. Drüber stehen, nicht persönlich werden (fällt Ihnen bekanntermaßen schwer) und mit kühlem Verstand das Irrationale argumentativ angehen. Das Beachten des in der Tat abgestandene Spruchs "Fortiter in re, suaviter in modo." oder umgedreht "Suaviter in modo, fortiter in re." hilft sicher weiter. Bei Ihnen kann daher zur Abwechslung in der Tat eine Stiländerung weiterhelfen. Gibt genug hier, die auch keine Anhänger der Pius-Brüder, des Katholische etc. sind, geschweige denn Christen, und deren Inhalte sind regelmäßig zu lesen. Und das ist auch gut so.

Mitleser2

21. Januar 2026 13:39

Das Problem der AfD im Superwahljahr wird sein, dass die Weltpolitik von der Innenpolitik ablenkt oder sie sogar dominiert. Und dass dann die Schafe zusammenrücken, bis zum Befolgen der EU-Rhetorik. Geht ja schon los. "Wir" müssen gegen Trump zusammenstehen. Schlechtes Timing. 

Laurenz

21. Januar 2026 13:48

@Majestyk @L. ... es gibt in jeder Redaktion Rote Linien. Früher hieß das auf der SiN Kopfschuß-Lyrik, deren Publikation die Existenz aller aufs Spiel setzt. Aber jetzt sind wir (die SiN-Gemeinde) spätestens seit der Corona-Diktatur, wo sich gemäßigte Alternative Medien entschlossen, einen härteren Ton zu implementieren, dabei, die intellektuelle Deutungshoheit rechter Politik an andere Plattformen zu verlieren. Vielleicht ist das ja auch gewünscht & der Chef will Sich mehr auf das Publizistische des Verlagshauses zurückziehen. Aber wer kann das schon wissen, außer der Chef Selbst? Aus meiner Sicht, kann man sich dann aber Scheindebatten sparen. Auch die Auswahl der Autoren läßt nach. Es wäre klüger gewesen, den Streit im MAGA-Lager der Republikaner in den USA einen Polit-Profi, wie Sellner, schreiben zu lassen & nicht einen Feuilleton-Autoren.

Gracchus

21. Januar 2026 13:56

@Majestyk: Ach, und was verstehe ich darunter? 

Majestyk

21. Januar 2026 14:17

@ Laurenz:
"Sie argumentieren nicht logisch, Gracchus." 
Für einen Juristen erschreckend häufig. Im zensurfreien Raum würde mancher Teilnehmer keinen einzigen Stich machen. Irren ist menschlich. Ich liege auch zuweilen daneben, mußte mich selbst über die Jahre korrigieren. Auch ich spekuliere über Intentionen, um eigene Standpunkte zu prüfen. Ein langer Weg für jemanden, der zum katholischen Sozialdemokraten erzogen werden sollte.
Der Fehler beginnt dort, wo ich jegliche Korrektur ausschließe, weil ich dem Gegner in Debatten oder generell im politischen Raum das Wort untersage. So erhalte ich zwar im ersten Moment ein Stimmübergewicht, das muß sich aber nicht mehr an der Realität justieren. Beste Beispiele sind Migrationspolitik oder Energiewende.
Es ist ja erstaunlich, daß ein Larry Fink in Davos zugibt, daß man jahrelang Migration und Green-Deal-Kritiker mundtot gemacht hat, diese aber recht behalten haben und man nun keine weitere Migration wolle, weil man auf KI setze. Und weil man für KI stabile Energieversorgung benötigt, sind auch Wind und Solar tot.
Trump hat insofern gewirkt, als dem Erhalt von Macht alles andere untergeordnet wird und selbst dessen Gegner einknicken, um den eigenen Einfluß nicht zu verlieren. Damit ist Trump aber eben nicht bloß Dealmaker, sondern tatsächlich politischer Gestalter dank Machtausübung. So geht interessengeleitete Politik.

Le Chasseur

21. Januar 2026 14:40

@Laurenz
"die AfD könnte mit vielen zusammenarbeiten, ist aber mittlerweile so groß, daß sie das nicht nötig hat."
Sie glauben also, dass die AfD in absehbarer Zeit auf Bundesebene mindestens 51% der Mandate holt und es dann auch in ausreichend vielen Bundesländern AfD-Alleinregierungen gibt, so dass die AfD "durchregieren" kann? Wenn dies nämlich nicht der Fall ist, käme die AfD in der durch Politikverflechtung geprägten Bundesrepublik ohne Bündnispartner nicht weit.
AfD-Alleinregierungen halte ich auf Landesebene für realistisch (vor allem im Osten), auf Bundesebene dagegen für nahezu ausgeschlossen. Grundvoraussetzung dafür wäre ein charismatischer Spitzenkandidat. Den hat die AfD aber nicht.

Ernestina

21. Januar 2026 14:54

@MarkusMagnus: Danke für Ihre Gegenrede! Ich bin froh, dass es noch Leute wie Sie gibt, die Optimismus ausstrahlen! Wunder gibt es immer wieder... Das stimmt!

Ernestina

21. Januar 2026 15:01

@Laurenz: Also, ich habe durchaus Auferstehungserfahrungen im Diesseits erlebt, z. B. wenn nach Phasen tiefster seelischer Dunkelheit wieder die Sonne scheint. Dann ist Verwandlung geschehen, vom Tod zum Leben. Warum soll sich Ähnliches nicht im politischen bzw. gesellschaftlichen Bereich vollziehen können?

Monika

21. Januar 2026 15:08

Unseren lieben Herrn Bosselmann treibt die Spannung zwischen der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen (als Existenzial und nicht als subjektive Bedürftigkeit eines Menschen) und der pseudoreligiösen Antwort der Politik darauf doch gewaltig um. Warum eigentlich? Und wieso ist das eine Ketzerei ? Es ist nicht mal eine kleine Ketzerei! Auch "philosophisch Überbildeten" ist der Zugang zum Transzendenten nicht verschlossen. Im Gegenteil. Siehe Blaise Pascal (Memorial, Gott Abraham, Isaak, Jakob nicht der Gott der Philosophen). Wladimir Solowjew berichtet poetisch von drei mystischen Erfahrungen (Sophia) "Nicht mein Gedanke war's, der Dich erschuf/Nein, tiefste Wirklichkeit war dies Erleben". Das passt natürlich nicht mit der Vorstellung einer politischen Erlösungsmacht zusammen. Weiterführende Gedanken zum Wesen der Macht finden sich bei Romano Guardini "DIE MACHT". Er beschreibt den wesentlichen Unterschied von weltlicher und religiöser Macht auch im Hinblick auf die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen.

Laurenz

21. Januar 2026 15:10

@RMH @L. ...Haben Sie in bald 10 Jahren meiner Kommentare auf der SiN jemals gelesen, daß ich die Christen hier gerne zensiert sähe? Ich hatte maximal darum gebeten, in realpolitischen Debatten Religion außen vor zu lassen, weil diese unser Lager spalten (interessiert aber die Religiösen/linker Flügel nicht), aber niemals versucht, theologische Debatten zu diskreditieren, insofern man überhaupt von Debatten sprechen kann, sind eher Ergüsse + (wie @Majestyk schreibt,) Applaus-Orgien, wie in der Volkskammer. Ich habe meinen Ton in diesen fast 10 Jahren bereits eklatant geändert, zivilisiert. Ihr Kommentar, moderaten Ton, Stärke in der Sache fordernd, ist eben gesichert linksextrem. Es ist nichts anderes, exakt dasselbe, wie das, was Lenin Günther bei Lanzwurst von Nius forderte. Da diese verfassungsfeindlichen Äußerungen Günthers keine Konsequenzen nach sich ziehen, es existiert keine politische Verantwortungsübernahme mehr in diesem Land, ist es für Günther nicht so schlimm, für Lanzwurst schon. Precht, der die letzten Monate immer mehr dissidental bezüglich der Meinungsfreiheit agiert, kann sich doch in den gewohnten Podcasts mit Lanzwurst nicht mehr blicken lassen.

RMH

21. Januar 2026 15:17

"und Sozialkonservativen"
@Freichrist343: Was soll das sein? Anhänger der ersten oder zweiten Internationalen?

MarkusMagnus

21. Januar 2026 15:23

@ Ernstine
Ich sehe das relativ nüchtern. Die Masseneinwanderung soll uns als Volk vernichten. Punkt.
Die haben aber Leute aus aller Herren Ländern angekarrt, die sich oftmals selbst spinnefeind sind. Araber gegen Türken, Türken gegen Kurden, Schiiten gegen Suniten, Zionisten gegen Antizioniszen, Iraner gegen Exiliraner, ISiS gegen Yeziden usw. Klar, man versucht die allesamt gegen den weissen, christlichen Deutschen aufzuhetzen, aber das funktioniert auch immer weniger. Gerade unter diesen Gruppen gibt es oft viel mehr Gewalt untereinander als sie gegen uns Deutsche anwenden, was natürlich nicht an die grosse Glocke gehängt wird.
Schön blöd, wenn wir das nicht ausnutzen könnten. Vielleicht können wir "denen" das Ding noch komplett herumdrehen.
So gesehen sind wir immer noch die stärkste "Minderheit" unter allen anderen. Minderheit deswegen, weil Grüne, Antifas usw. natürlich schon abgezogen wurden.
Wenn wir zusammenhalten, schlagen wir den Teufel aus der Hölle.

Laurenz

21. Januar 2026 15:31

@Ernestina @L. ... muß das immer wieder betonen, bin kein Atheist. Bevorzuge sogar mehr Spiritualität, als von der Amtskirche geboten wird & orientiere mich an modernen Spiritualisten, wie Castaneda, Hellinger oder Tolle. Es ist nicht so, daß diese 3 gar nichts interpretieren würden, was am optimalsten wäre, aber sie interpretieren, vermenschlichen also das Göttliche weitaus weniger als Religionen. Man kann zwar Spiritualität kollektiv wahrnehmen, ist aber schwieriger, in der Masse gefährlich. Die Nationalsozialisten waren da am erfolgreichsten. Im kulturellen Bereich, Fußball oder Konzerte, ist es akzeptabel. Stimme auch @MarkusMagnus zu. Das, was wir erleben, mag schlimm sein. Aber, was ist das schon gegen eine Bombennacht in Dresden, hungernde Kinder oder Stalingrad? Wenn man will, positiv denkt, kann man die Gegenwart überleben. ... @Le Chasseur @L. ... mit unserem Verhältniswahlrecht gab es nur ein einziges Mal eine 1-Parteien-Mehrheit, 1957. Aber weil jetzt mehr Parteien mitmischen, die teils an der 5%-Hürde scheitern, braucht man keine 51% mehr, wie 1957. Bei einer Mehrheit der AfD geht nur das Machbare, was keine HB-Erlösung darstellt, weil sich auch die AfD mit den Institutionen arrangieren muß.

RMH

21. Januar 2026 15:37

"Es ist nichts anderes, exakt dasselbe, wie das, was Lenin Günther bei Lanzwurst von Nius forderte. Da diese verfassungsfeindlichen Äußerungen Günthers keine Konsequenzen nach sich ziehen, es existiert keine politische Verantwortungsübernahme mehr in diesem Land, ist es für Günther nicht so schlimm, für Lanzwurst schon."
@Laurenz, da übertreiben Sie wieder & verstehen meinen Kommentar #21. Januar 2026 13:37, falsch. In einem kleinen Forum privater Verleger wie diesem, gibt es nunmal Hausherren & keine Meinungsfreiheit im klas. Sinn, da sich die Meinungsfreiheit, klas. liberal, als Abwehrrecht des Bürgers, von dessen Zusammenschlüssen & Unternehmen & Medien gegen den Staat gestaltet. In einem priv. Rahmen wie hier herrscht Hausrecht. Und mein Kommentar war lediglich der Rat, was von Ihnen & anderen evtl. als anmaßend empfunden werden kann, es einmal mit einem anderen Stil zu probieren, um den Hausherren das Freischalten zu erleichtern. Wenn ein D. Günther als MP & damit Repräsentant des Staates in einem öftl-rechtl. Medium auf eine zugespitzte Frage platt "Ja" antwortet, dann ist das zwar ehrlich, aber eher als Angriff auf die Meinungsfreiheit zu sehen, da er nach staatl. Regulierung (Verbot von ganzen Medien) ruft, als wenn in einem privaten, nicht öfftl-rtl Forum die Teilnehmer über die Freischalt-Praxis der Inhaber schreiben.

MarkusMagnus

21. Januar 2026 16:00

"Beste Beispiele sind Migrationspolitik oder Energiewende."
@ Majestykt
Das beste Beispiel lassen sie wohlweislich aus - den Schuldkult samt Verfolgung von Gedankenverbrechen. Ich bin aus bestimmten, persönlichen Gründen dagegen immun, aber viele Deutsche leider nicht. Sonst hätten wir sowas wie die Grünen nie geduldet. Ich habe die übrigens auch mal gewählt, aber da war ich jung und wusste nicht, wie antideutsch die in Wirklichkeit sind. Meine These ist ja, dass antideutsche Schuldkultprediger meistens auch Kinder- oder Frauenschänder sind. Kann die AfD nicht mal eine Art Stipendium vergeben, um diese Zusammenhänge zu untersuchen?
Und wir brauchen Emotionen, um "unsere" Eliten davonzujagen, die unsere Frauen und Kinder hier zum Freiwild gemacht haben. Am Besten bei Putin im Bergwerk Teppiche knüpfen :)
Ohne diesen antideutschen Kult wären alle anderen negativen Erscheinungen hier so nicht möglich gewesen. Schon gar keine Masseneinwanderung.
Auch die Amis haben ihren Schuldkult, dort geht es eben um Sklaverei, bei den Engländern und Franzosen um Kolonialismus. Immer schön angepasst an das jeweilige Land.

MarkusMagnus

21. Januar 2026 16:22

@ Laurenz 
Tolle ist ein wunderbarer Mensch, der mir persönlich sehr geholfen hat, das Leben wieder zu geniessen. Leider habe ich ihn noch nie live gesehen. Er ist nicht besonders gross, aber innerlich ein ganz grosser. Mein Lieblingsbuch von ihm ist "Das Leben im Jetzt".
Auch die Philosophie von Bruce Lee ist nicht zu verachten. Das Leben ist ein Kampf. Tu, was du tun musst.
"Empty your mind. Be shapeless, formless...like water. Water can flow or it can crash... - Be water, my friend."

Laurenz

21. Januar 2026 16:23

@RMH @L. ... Dr. Berndt & selbst Dr. Krah, Beides Katholiken (oder der Kultur-Christ Höcke), sind in Ihren politischen Äußerungen bezüglich Ihres Glaubens wesentlich vorsichtiger, als die Redaktion. Das hat damit zu tun, daß Beide (alle 3) gewählt werden wollen, die Redaktion nicht. Trotz dieses Unterschiedes forderte die Redaktion, in den Sendungen "Am Rande der Gesellschaft", von allen 3en darauf keine Rücksicht in den säkularen Ländern der einstigen DDR zu nehmen, was man durchaus als "übergriffig" bezeichnen kann. Erzähle Ihnen das deswegen, weil jeder immer die anderen als schwach in der Argumentation, den falschen Ton wählend, empfindet. Natürlich hat der Chef hier das Hausrecht. Aber Sie schreiben was Falsches. Das Forum ist öffentlich, jeder kann lesen, was hier veröffentlicht wird & jeder, der will, kann seine Kommentare der Redaktion anbieten. Der Chef gilt in Deutschland als die persönliche AvantGarde der Neuen Rechten. Was soll denn die Debatten der Neuen Rechten (zu denen auch Atheisten, Heiden, sonstwas gehören) von der Linken unterscheiden? Die Christliche Einheitsfront? Jetzt, wo fast 1 Mio. Christen pro Jahr wegsterben & kaum ersetzt werden? Insofern ist der HB-Artikel immer weniger eine kleine Ketzerei.

Caroline Sommerfeld

21. Januar 2026 16:58

@MarkusMagnus: Können Sie mir Ihren E-Mail-Kontakt schicken an [email protected]? Ich habe etwas zu Ihrem Simon-Thema.

Umlautkombinat

21. Januar 2026 17:20

Laurenz ist kuerzlich mit einer der Autorinnen zusammengestossen, nachdem sie ihn erst zensiert und dann nach einem ihm gemaessen Ausbruch nach dem Motto "Hier seht, so sind sie." vorfuehren wollte. Das verschwand dann, wohl auch weil vier Finger immer zurueckzeigen. Mir ging es im selben Strang auch so, nur still und leise. Geht gar nicht, ich kommentiere die Themen der Frau nicht mehr, solange das so weiter betrieben wird. Mag ihr persoenlich zusagen, zielfuehrend ist es nicht.
Verstehe seit Jahren nicht, warum man nicht einmal anders entzerrt. Beispiel: Viele Leute nehmen das Wort thread in den Mund, ohne zu wissen, wie das einmal verwendet wurde. Das ist naemlich nicht einfach ein singulaerer Strang oder eine Leiter, wie es das aktuelle dumbass Internet fast ausschliesslich verwendet, sondern Teil einer Baumstruktur, wie es frueher ueblich war. Das splittet eine Diskussion modular und macht sie handlich. Auch die Wortwaende werden seltener, das plumpe 1500-Zeichen-Limit wird unnoetiger. Die Kommentare der Moderatoren sind normale Kommentare mit Bezugsmoeglichkeit potentieller Antwort. Jeder Kommentator hat die Wahl, an welchen Aspekt er sich in der Baumstruktur anhaengt. Keine Raketenwissenschaft.
Nehmen wir die Diskussion hier als Bsp., dann wirft HB mindestens zwei Themen in den Raum, das nach Glaube an sich und das der Verbindung zur Politik. Geht mit Baum wunderbar separat, Atheisten und Christen schlagen sich die Koepfe in einem Teil ein, 'Realos' im anderen.

Laurenz

21. Januar 2026 17:27

@MarkusMagnus @L. ... Speziell bei Tolle ist es schwierig, Seine Bücher durchzulesen, weil der Verstand sich gegen den Herrschaftsverlust wehrt. Es ist daher praktikabler (ähnlich auch bei Hellinger), die Hörbücher Tolles zu konsumieren, zB zum Einschlafen. Man knüpft dann die nächste Nacht an jenem Punkt wieder an, an den man sich noch erinnern kann.

Monika

21. Januar 2026 17:43

Daß Politik per se (egal, ob rechts oder links oder sonstwas) kein neues Heilsgeschehen ist, ist keine Ketzerei, sondern Fakt! Was aber, wenn die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen sich ausschließlich auf Politik richten kann, weil sie etwa keinerlei Zugang zu einer Religion findet, auch nicht zu der christlichen, weil auch sie ihm verdächtig ist, oftmals gar zu Recht. Wo läßt sich ein außenpolitischer Bezugspunkt überhaupt festmachen? Der tschechische Dissident, Dramatiker, später Politiker Václav Havel spricht von einer "antipolitischen Politik". Darunter versteht er eine Politik nicht als Technologie oder Manipulation der Macht oder Kunst des Praktischen, sondern als praktizierte Sittlichkeit, als Dienst an der Wahrheit. Das kann man naiv oder dumm finden, aber wo bleibt außerhalb des Gewissens der letzte Bezugspunkt, dem Diktat des Politischen zu entkommen? Havel spricht von dem, "was sich unserem Begreifen und unserer Manipulation entzieht, was aber gerade deshalb dieser Welt einen festen Hintergrund, Ordnung und Maß gibt"...ff

Monika

21. Januar 2026 17:53

1/2 Havel aus Politik und Gewissen im Zitat: "Die Lebenswelt birgt in sich von ihrem Wesen selbst her die Annahme des Absoluten, das sie begründet und begrenzt, beseelt und leitet, ohne das sie undenkbar, absurd oder überflüssig wäre und das uns nur still zu respektieren bleibt; jeder Versuch, es zu verachten, es sich untertan zu machen oder sogar durch etwas anderes zu ersetzen, wird in dieser Welt als ein Ausdruck des Stolzes verstanden, für den man immer schwer bezahlen muß - wie Don Juan und Faust dafür bezahlt haben."
Und ja, wir sind derzeit auf uns selbst zurückgeworfen. Und auch eine rechte Politik kann das Absolute nicht ersetzen.

Kurativ

21. Januar 2026 18:18

Diese Frage ist relativ einfach: Glaube und Erkenntnis sind zwei völlig unterschiedliche Kategorien des Denkens. Sie haben eher weniger als irgend etwas miteinander zu tun. Auch die Frage, was zuerst kommt, ist schon falsch. Jedes von beiden zu seiner Zeit. Natürlich einsichtig ist, dass es ohne Erkenntnis nicht geht (wie man hier sieht). Aber bei der Kategorie Glaube ist es auch so. Nicht erst bei der Religion. Denn die Kategorie "Glaube" kann auch ohne Religion vorkommen und beschreibt einen Vorgang im Gehirn, welcher sich um ein Dogma oder ein Abfolge oder ein System von Dogmen kümmert.

Majestyk

21. Januar 2026 18:28

@ MarkusMagnus:
"Ich habe die übrigens auch mal gewählt, aber da war ich jung und wusste nicht, wie antideutsch die in Wirklichkeit sind."
Sehen Sie, ich habe die nie gewählt, war nie gegen Kernkraft, Industrie, Rüstungsexporte, dafür stets gegen Einbürgerungen, Frauenquoten, offene Grenzen. Da Sie jünger sind als ich, finde ich es erstaunlich, daß Sie von Deutschfeindlichkeit und Arbeitsmarktfeindlichkeit der Grünen nichts mitbekommen haben. 
Schuldkult ist eine Erfindung der Linken zum Zweck der Gegnerbekämpfung. Schuldfragen haben Alliierte schon früh nicht mehr interessiert, siehe Gehlen, von Braun. Der Mossad rekrutierte einst Otto Skorzeny, um das ägyptische Raketenprogramm zu sabotieren. Andere Länder priorisieren Interessen, keine Ideologie.
Der Schuldkult wurde sogar internationalisiert und zu Weißscham und Kolonialscham ausgebaut. Die 68er waren schließlich eine internationale Bewegung.

MarkusMagnus

21. Januar 2026 18:42

@ Caroline Sommerfeld
Ich habe Ihnen geschrieben. Danke für ihre Bemühungen. 

Majestyk

21. Januar 2026 18:53

@ Kurativ:
Statt Glaube könnte man auch von Überzeugungen reden. Dem Glauben wohnt zunächst ja nichts Negatives inne. Negative Eigenschaften entstehen erst mit der Religion. Irgendetwas glaubt letztlich jeder Mensch, selbst wenn er bekundet, nicht zu glauben. Zur "Spiritualität" braucht es keine Religion. Zur Ausübung von Macht oder der Errichtung von Hierarchien schon.

Franz Bettinger

21. Januar 2026 19:42

@HB: "Sünden, die wir uns immerfort aufladen.“ Solche Sentenzen höre ich immer wieder auf SiN. Ich weiß nicht, welche Sünden Sie sich immerfort aufladen, Herr Bosselmann. Das ist doch ein religiöser Wahn! Leben wir denn in verschiedenen Welten? Auch glaube ich, sehr einfach das Gute und Rechte und das Böse und Falsche erkennen zu können. Demut? Oh ja, die kenne ich auch. Und wie nötig sie ist! 

Franz Bettinger

21. Januar 2026 19:51

@Gracchus: Falls Sie Saarländer sind, würde ich Sie gern kennenlernen. Das saarländische „Gradseläätz“ bedeutet „zum Trotz“ oder "jetzt erst recht“. 

Majestyk

21. Januar 2026 19:56

@ Mitleser2: "Das Problem der AfD im Superwahljahr wird sein, dass die Weltpolitik von der Innenpolitik ablenkt oder sie sogar dominiert. (...) . Geht ja schon los. "Wir" müssen gegen Trump zusammenstehen. Schlechtes Timing. "
Bezüglich Trump ist es ja nicht nur eine Anbiederung ans Establishment, sondern zeigt, daß man selber unfähig ist, die Moral aus dem Spiel zu lassen. Wie will man so rein interessengeleitete Politik garantieren? Welchen Profit darf Deutschland von dänischen Besitzungen kolonialen Ursprungs erwarten? Was hat DK je für Deutschland getan, z.B. im oder nach dem Krieg? Wird DK nun die AfD politisch unterstützen, aus Dank für die Vertretung dänischer Interessen? Seit wann ist es eigentlich üblich geworden, daß man als Oppositionspartei zu allen außenpolitischen Themen seinen Senf dazu geben muß? Hier spielt die Musik. Speziell die Auslassungen des Chefs von "Generation Deutschland" verheißen für die Zukunft keine Verbesserung. Ideologie vor Interessen und dazu eine große Portion Realitätsverleugnung. Das wäre einem Franz-Josef Strauß nie passiert. Ich wähle AfD aus dem Wunsch nach einer Rückkehr zu einer Politik auf dem Boden trockener, bürgerlicher Vernunft und nicht, damit blaue Kommandanten auf dem Narrenschiff Utopia übernehmen.

Mitleser2

21. Januar 2026 20:10

@Majestyk: Zum Schuldkult haben Sie alles gesagt. Wer das gerade als Rechter nicht hören will, dem ist nicht zu helfen. Wernher von Braun ist das Paradebeispiel, wie die "Sieger" das gesehen haben. 

Le Chasseur

21. Januar 2026 20:24

@Majestyk
"Seit wann ist es eigentlich üblich geworden, daß man als Oppositionspartei zu allen außenpolitischen Themen seinen Senf dazu geben muß?"
Man muss natürlich nicht, aber da der Wähler ungern die Katze im Sack wählt, empfiehlt es sich schon, sich zu einem Thema, das die Menschen umtreibt, deutlich zu positionieren. Ich verstehe auch nicht, was Sie sich von einer fortgesetzten Buckelei gegenüber Trump erhoffen. Der Mann ist ein Schulhof-Bully. Wenn der kein Contra bekommt, macht der immer weiter.

Beta Jas

21. Januar 2026 20:29

@MarkusMagnus: Sie sind sich "spinnefeind", inwiefern? Das es dort geschichtliche Konflikte zwischen den "Konfessionen" des Islam gibt auch, ethnisch getragen - unter den Arabern, zwischen den Türken und Arabern und Afrikanern zu den Arabern -, ist bekannt, aber diese können in der Fremde gerade in Europa beiseite gewischt werden, wenn man gemeinsam hier als Islam oder nur "als die Migranten", die von einem anderen Kontinent kommen, auf andere, die Europäer, trifft. Wenn Israel gegen den Gazastreifen vorgeht, dann finden sie zum Beispiel hier und auch in ihrer Heimat schnell zusammen. Desweiteren geht es bei dieser Frage eigentlich nur darum, ob sie eins sicher gemeinsam haben, wenn es auch vielleicht da Verluste gibt. Eine kaum im westlichen Sinne manipulierte Sexualität und Fortpflanzung, wo hier Frauen sich das "Recht" herausnehmen, mit einer bestimmten Chemie oder einem Arzt manuell in diese destruktiv einzugreifen, haben diese Menschen währenddessen noch eine demografische Zukunft. Da ist es dann egal, ob sie geschichtlich diese oder jene Feindschaft in sich haben; sie haben gemeinsam eine Zukunft, die in der Fremde, in Europa, auch die Feindschaften beiseite wischt oder eben die Europäer bzw. - wie Sie es merkwürdig nennen - den "weißen christlichen Deutschen" demografisch offensiv zur Seite wischt.

Beta Jas

21. Januar 2026 20:34

@Laurenz "AfD könnte mit vielen zusammenarbeiten, ist aber mittlerweile so groß, daß sie das nicht nötig hat. Das ist auch völlig konkludent. Wer mit der AfD zusammenarbeiten will, kann einfach Mitglied dieser Partei werden."
Eine Behauptung wird nicht wahr, indem man dafür ein Fremdwort noch unterstützend verwendet. Die AfD wird eben keine 51% bekommen, dementsprechend wird die politische Haltung, die noch hauptsächlich von der AfD vertreten wird, darauf hoffen müssen, dass es eine psychologische Wende in der CDU geben wird oder sogar in Teilen der SPD, wo ich mir vage auf Landesebene vielleicht etwas vorstellen kann oder einfach dies dazu führt, dass man sich an Dänemark orientiert.
Übrigens: Bei solchen Aussagen, wie "wer mit ihr zusammenarbeiten will, soll Mitglied werden", frage ich mich, ob hier passiv-aggressiv provoziert werden soll, mit einer offensichtlich intellektuell falschen Analyse und Aufforderung.

Franz Bettinger

21. Januar 2026 20:44

@Gracchus: Das saarländische „Gradseläätz“ bedeutet "Jetzt erst recht!“. Wörtlich vielleicht: "Gerade Ihnen zum Leid!“
Eine Lanze für @Laurenz! Auch wenn er ein enfant terrible ist, ist er mir einer der Liebsten, Unterhaltsamsten. Sein Geschrei enthält fast immer mehr Saft als das vieler Wohlanständiger. Lesen Sie doch vorbei an den persönlichen Invektiven! „... Was Lenin Günther bei Lanzwurst forderte…“ solche Stilblüten sind herrlich, knapp und erfrischend! 

Ein gebuertiger Hesse

21. Januar 2026 21:10

Sehr gut, @Majestyk, Sie nennen dankenswerterweise einmal wieder Dinge, ohne die - für uns - alles andere alles andere bleiben darf/soll/muß.

RMH

21. Januar 2026 21:12

"Der Mann ist ein Schulhof-Bully. Wenn der kein Contra bekommt, macht der immer weiter."
Offensichtlich mit Erfolg, wenn man den gerade über die Ticker gehenden Meldungen zur Grönlandfrage trauen kann.
@LeC., es wird ohnehin mal langsam Zeit, dass Sie ihren bräsigen Alt-BRD-Antiamerikanismus/Antizionismus grundlegend durchdenken. Denn nur mit postgymnasialer Oberstufen Arroganz kommt bei diesen Themen nicht weiter, gerade nicht, wenn es um deutsche Interessen geht. Sie errinnern mich mit Ihrer Empörungflut ohnehin regelmäßig an viele meiner Lehrer (bayerisches Gymnasium - passt ja zu Ihrer Provinienz).

Majestyk

21. Januar 2026 21:30

@ Mitleser2:
Lesen Sie hierzu mal meinen Kommentar vom 10. Dezember 2024 15:57. Die Morgenthau-Ideologie der Grünen kommt aus dem Innern. Der Satz "Wir müssen Lobbyisten für die Ausländer sein, denn heute muss es der Hans nicht länger mit der Grete treiben.“ stammt von Heiner Geißler. Aber man kann argumentieren, so viel man will und dies auch belegen können. Manchen sind ihr Glaube und historische Ressentiments (die einst eine Rechtfertigung hatten, heute aber eben nicht mehr) wichtiger als die Realität. Macht man nichts dran.

Le Chasseur

21. Januar 2026 21:57

@RMH
"es wird ohnehin mal langsam Zeit, dass Sie ihren bräsigen Alt-BRD-Antiamerikanismus/Antizionismus grundlegend durchdenken."
https://www.youtube.com/watch?v=BWgRUjI2StI
 
 
 

Majestyk

21. Januar 2026 21:57

@ Le Chasseur:
"Der Mann ist ein Schulhof-Bully."
Nein, der Mann stoppt den von Links ausgelösten Absturz seines Landes. Sein Auftreten nichts anderes als das Echo auf die Verachtung von Links gegenüber konservativen Amerikanern, auch die grundsätzliche Arroganz von Europäern. Zudem Reaktion auf persönliche Schmähungen und die einzige Sprache, die Linke und Opportunisten verstehen. Nur Europa glaubt noch, Trump aussitzen zu können. Bislang hatte Trump in fast allen Belangen recht. Dass ich Ihnen als erklärten Feind des Westens, mit Ihren antikapitalistischen Überzeugungen, dies nicht begreiflich machen kann, ist logisch.
Der Mann macht, was ich auch tun würde, wenn ich Macht hätte. Er nimmt sich die Peitsche und schlägt die regelbasierte internationale Grundordnung in Stücke und nimmt den Linken all ihre Spielzeuge weg. Spielzeuge, die nun von Ihnen und anderen Rechten verteidigt werden. Die UNO ist aber nicht die Welt, die EU verkörpert nicht Europa, und Grönland ist nicht einmal Teil der EU. Deutschland hat weder Ansprüche bezüglich Grönland noch verfügt es über militärische Macht. Und warum die nationale Opposition glaubt, EU-Positionen vertreten und die Reihen gegen Trump schließen zu müssen, erschließt sich wohl nur Eingeweihten.

Majestyk

21. Januar 2026 21:59

@ Ein gebuertiger Hesse:
Mir ist ein Rätsel, wie sich etwas ändern soll, wenn alles bleiben muß, wie es schon immer war. Trump verändert die internationale Ordnung. Natürlich aus Eigennutz. Aber genau das lockert die Fesseln für alle. 
 

Gracchus

21. Januar 2026 22:01

@Franz Bettinger:
Ja, so lässt sich "Gradseläätz" übersetzen, ich denke nur, solche Dialekt-Ausdrücke haben einen unübersetzbaren Mehrwert, z. B. auch "Ich hann di Flemm" oder "kloor".
Natürlich bin ich Saarländer, leider im Exil des H. Wüst - gerne können wir uns kennenlernen.
Und @Laurenz kann ich ab - "katholisches Indymedia" finde ich natürlich amüsant -, nur ... irgendwann ist es halt drüber, wenn es um religiöse Themen geht. 
 
 

MarkusMagnus

21. Januar 2026 22:11

@BetaJos
"Sie sind sich "spinnefeind", inwiefern?"
Keine Ahnung :) 
https://youtu.be/7nxO9k4O4c8?si=1iHIrewKt7fVh-Km
Kurden zerlegen syrisches Restaurant...usw.
"in der Fremde, in Europa, auch die Feindschaften beiseite wischt oder eben die Europäer bzw. - wie Sie es merkwürdig nennen - den "weißen christlichen Deutschen" demografisch offensiv zur Seite wischt."
Ganz ehrlich: Was aus Frankreich, England usw. wird ist mir relativ egal. Sie wollten es so, sie haben dafür!!! gekämpft.  Und wenn ich diesen degenerierten Robinson sehe, dann sehe ich alles. Sinnlos.
Haben die Dänen nicht zigtausende deutsche Kinder nach dem Krieg verhungern lassen? Na also...
Wir müssen uns mit Russland und Ungarn gut stellen, alles andere ist Zeitverschwendung.
 
 
 

Laurenz

21. Januar 2026 22:33

@Beta Jas @L. ... In Sachsen-Anhalt reichen nach Umfrage mutmaßlich 46%. Überlegen Sie, wie lange die Alt68er brauchten, an die Macht zu kommen. Genau, 30 Jahre. Da hat die AfD Zeit bis 2043. Es ist einfach eine Frage der persönlichen Betroffenheit, wie jeder einzelne Bürger durch die desaströse Politik unserer Junta in Mitleidenschaft gezogen wird. Umso mehr Brüssel & Berlin die Daumenschrauben anziehen, das Land im Galopp herunter wirtschaften, umso mehr Opposition wird geschaffen. Die Angriffsfläche reicht von innenpolitischer Opposition auch ins Außenpolitische. Wenn der Motor Deutschland nicht mehr läuft, leidet ganz Europa. In Polen läuft es zwar gut, aber die Polen sind weit davon entfernt, die ökonomische Rolle Deutschlands übernehmen zu können. ... @RMH @Le Chasseur ... korrekt, RMH, wir brauchen gar keinen Anti-Ismus, wir brauchen einen Pro-Germanismus. Warum debattieren wir Gaza, Grönland, Venezuela, Taiwan oder die Ukraine & kehren nicht vor unserer eigenen Haustüre? Wenn es legitim ist, Grönland & die Ukraine einzukassieren, ist es auch legitim, unsere fremdokkupierten Gebiete zurückzuerlangen. Einfach unsere Interessen in den Raum stellen & Deutsch denken.

RMH

22. Januar 2026 08:02

@LeC, dass Sie Pispers goutieren, dieser Inkarnation des gammas, nicht mal beta, der aber gern alpha wäre, aber schon beim In-den-Spiegel-schauen feststellt, dass Ehrgeiz beim Wadenbeißen die letzte Zuflucht des Versagers ist, statt sich stoisch & in Würde mit seiner Biersäufer-Hackfresse abzufinden, bestätigt meinen obigen Beitrag. Ihre Empörungswelle, die Sie regelmäßig hier mit Dutzenden von Links, YT-Videos & anderen vermeintlichen Autoritätszeugen scholastisch ablassen, rückt Sie mitten in den Bereich der Grünen, Linken, SPD & deren Helfershelfer von der Union. Empörung ist Zeichen von Luxus von den Kreisen, die sich primär über den Staat, seine Verteilungsmechanismen & seinen Versorgungssystemen unterhalten - der Mief des seit 20 Jahren getragenen Beamten-Jackets wabert dabei immer mit. Diese Kreise haben sich das Land zur Beute gemacht, halten es im Würgegriff ihrer von jeglicher Transzendenz befreiten, platt materialistisch- narzisstischen Selbstverwirklichungsgier, bei der die Toten der anderen immer die Garnitur auf der eig. bräsigen Selbstgerechtigkeit sind. Zum Glück gibt es Leid, denn sonst wüsste man nicht, wohin man mit seinen Finger zeigen kann. Die Empörung dient nicht den Opfern, sondern dem eigenen Ego. Kann man alles machen & für die nächsten Jahre wird das Pensions- & Rentensystem noch halten, auch wenn die Dampflock D aus dem letzten Loch pfeifft. Danach wird die Platte abgeräumt. Patriotismus geht anders.

Laurenz

22. Januar 2026 09:36

@RMH & Le Chasseur ... Es ist schade, RMH, daß Sie die Debatte mit Le Chasseur zu emotional führen. Pispers ist 68 & trat das letzte Mal vor knapp 10 Jahren auf, was ein ziemliches Glück ist, denn Pispers war weitaus gefährlicher, als die heutigen gesichert linksextremen Amateur-Kaschberln von Böhmermann bis Kebekus. Hier ist es vielleicht auch interessant zu wissen, daß Pispers sein Studium für Anglistik & Katholische Theologie auf Lehramt abgeschlossen hat. Pispers präsentiert durchaus historisch gut recherchierte Fakten, ohne aber die linken Konsequenzen zu benennen. Als Beispiel, wenn er sagt, "Muslime sind Leute, die ihre Religion ernst nehmen, für Katholiken unvorstellbar," spricht Pispers die Wahrheit, aber eben ohne die Auswirkungen dieses Zustands zu beleuchten. Wollte man Pispers entgegenzutreten, muß man gut vorbereitet sein, Sie sind es nicht, RMH. Der von Ihnen besprochene Anti-Amerikanismus/-Zionismus ist als Informationskompetenz wichtig. Man muß wissen, mit wem man es zu tun hat. Aber man sollte davon nicht seine politischen Entscheidungen abhängig machen. Der Konflikt der MAGA-Bewegung wird hier völlig seitenverkehrt in den Medien abgebildet, auch auf der SiN, auch von Le Chasseur, wenn Er einfach ohne Kommentar nur Pispers zitiert.

RMH

22. Januar 2026 09:57

@Laurenz, wie Sie sehen, rant kann ich auch & es ist doch schön, wenn wir kurz die Rollen getauscht haben. Pispers ist natürlich besser, als all die heutigen Haltungs-Mediokren, da er tatsächlich eine Haltung hat, wenn auch eine impotente. Aber genug, Sie haben recht, dass man das "Anti" abräumen kann & dafür das "Pro" setzen soll. Statt Ostgebiete würde mir schon langen, wenn die dorthin transferierten Arbeitsplätze wieder zurückkommen. @Mitleser2 hat auch recht, wenn er auf die mediale Ablenkung von der Lage im Inneren auf die Außenpolitik hinweist. Wenn sich auf einmal alle einig sind, dass Trump der Schulhof- Bully ist, dann brauchts auch keine AfD, die bei Banketten von dessen Anhängern teilnimmt & im Übrigen ja nur das Sprachrohr "Moskaus" sei. Rote Socken Kampagne reloaded + der böse Ami, mehr geht nun wirklich nicht.  Die Wahrheit liegt nach wie vor im Fiskalischen. Unser Establ. versucht eine Art wirtschaftliches Perpetuum Mobile zu konstruieren, in dem die Wirts. maßgeblich durch Staatskonsum, Subventionen, Rüstung, Investitionen in Infrastruktur etc. am Leben gehalten wird. Diese Wirtschaft soll mit ihren Steuern & denen ihrer Arbeitnehmer dann wieder den Staatssäckel füllen. Dass dafür trotz größten Steuereinnahmen aller Zeiten auch die größten Schulden aller Zeiten notwendig sind, geht viel zu sehr unter bzw. sind wir hier eben der Frosch, dessen Wasser, in dem er sitzt, so langsam nicht mehr nur lauwarm ist.

FraAimerich

22. Januar 2026 10:16

Vielleicht hat sich @Le Chasseur auch nur etwas Humor bewahrt und beherrscht die "Kunst des Zitats". Es könnte also weniger um das "Auftrumpfen" mit einer vermeintlichen "Autorität" als schlicht um die Pointe der Aussage gegangen sein...
Darüber beim Morgenkaffee mit knapp 1500 Zeichen in Aufregung zu geraten, während man beim Gegenüber das Reiten auf der "Empörungswellen" kritisiert, ist freilich auch nicht ohne Komik.
Klare Worte über Trump und Amerikanismus findet man inzwischen übrigens eher hier. 

Laurenz

22. Januar 2026 10:25

@RMH ... vielleicht tauschen wir ja öfter die Rollen, als Ihnen & Gracchus lieb ist. Die eigene Subjektivität wahrzunehmen, ist nicht unbedingt die Stärke von politisch interessierten. Auch, wenn Sie in der ökonomisch-politischen Beleuchtung unseres informellen neo-bolschewistischen Staates Recht haben, verwässern Sie hier die Debatte. Natürlich läßt der Chef es zu, daß wir die Ukraine oder Grönland debattieren. Aber finden Sie nicht, daß wir auf uns selbst bezogen, mehr nüchterne Sachlichkeit walten lassen sollten? Wenn Sie ein Profi-Beispiel für einen Politiker haben wollen, der mit Emotionen & klarem Kopf auf den Milimeter genau arbeitet, nehmen Sie Meloni.

Le Chasseur

22. Januar 2026 10:56

@RMH
"dass Sie Pispers goutieren (...) mit seiner Biersäufer-Hackfresse"
Müsste ich mich entscheiden zwischen dem Gesicht Pispers und der orange angeschmierten, aufgedunsenen Junk-Food-Fress-Visage eines Trump, dann müsste ich nicht lange überlegen.

Le Chasseur

22. Januar 2026 11:08

@Majestyk
"Deutschland hat weder Ansprüche bezüglich Grönland"
Hat das irgendwer behauptet?
"Und warum die nationale Opposition glaubt, EU-Positionen vertreten und die Reihen gegen Trump schließen zu müssen, erschließt sich wohl nur Eingeweihten."
Vermutlich hat die AfD-Führung auch keine Lust, in einer Welt zu leben, in der ausschließlich das Gesetz des Dschungels herrscht, und erkannt, dass Deutschland alleine auf der Weltbühne nichts zu melden hat, gemeinsam mit den anderen europäischen Ländern dagegen schon. Das heißt nicht, dass ich die EU in ihrer jetzigen Form gut finde.
Abgesehen davon steht die große Mehrheit der Deutschen auf der Seite Grönlands. Das könnte man natürlich mit dem Bonmot des großen Demokraten und Biersäufers Franz-Josef Strauß "Vox populi, vox Rindvieh" beiseite wischen.

Maiordomus

22. Januar 2026 11:09

@HB. Insofern Sie sich auf Jacob Boehme berufen, befinden Sie sich in einem ganz anderen Rayon als selbst auch die Steinerianer und die Kantianer, von letzteren es gemäss Nietzsche ein Missverständnis ist, ihren Meister als angeblichen Zertrümmerer der Metaphysik misszuverstehen, weil gerade der "imperativische Gottesbeweis" im Vergleich etwa zu den fünf Wegen des Thomas von Aquin auf einen noch entschlosseneren, durchaus zivilrelgiösen Gottesglauben hinaiusläuft in Richtung dessen, was Nietzsche den höchsten Wert bzw. die höchsten Werte nannte im Gegensatz zu seiner "Umwertung aller Werte". Nur bleibt festzuhalten, dass der spindeldürre Kant nun mal im Gegensatz zu Meister Eckhart, Luther und Boehme kein religiöses Genie war, wobei man indes gerade bei Eckhart und Boehme noch zu lernen hat, dass es noch höhere Werte als das Nationale gibt, letzteres ein Gesichtspunkt übrigens, den Nietzsche ganz ablehnte. @HB muss sich indes belehren lassen, dass zwar Karl Barth ein von Kierkegaard beeinflusster dialektischer Theologe war, dass aber "Gott als der ganz andere" eine Kierkegaardsche Errungenschaft ist, letztlich aber von Eckharts These "got ist niht" vorgespurt. Hier geht es um das absolute religiöse Musikgehör.      

Valjean72

22. Januar 2026 11:12

@MarkusMagnus:
Vergessen Sie Tommy Robinson. Vor ein paar Tagen bin ich zufällig auf ein Interview mit Steve Laws gestoßen, den ich vorher überhaupt nicht kannte.
Geführt wurde dieses auf YT veröffentlichte Video, vom dem ehemaligem BBC-Journalisten Andrew Gold.
Man mag nicht in allen Positionen mit Steve Laws übereinstimmen - insbesondere in der radikal-konsequenten Ausprägung bestimmter Positionen -, aber die Art und Weise, wie er in diesem Interview konsequent seine Positionen vertritt, nötigt mir Respekt ab.

Laurenz

22. Januar 2026 11:42

@Maiordomus @HB ... solange Sie 5 oder 10 historische Hanswurste brauchen, um den Versuch zu starten, HB in die Defensive zu treiben, bleibt Ihr Kommentar Schall & Rauch. Warum schreiben Sie HB nicht das, was Sie denken & begründen das? ... Als ob irgendeine Aussage über wissenschaftlich nicht beweisbare Phänomene mehr Gewicht erhielte, weil sie von Nietzsche, Kant oder Thomas von Aquin geäußert wurde. Mit Verlaub, das interessiert niemanden. Für manchen Leser mag es kurzweilige Unterhaltung sein, aber mehr eben auch nicht. ... @Le Chasseur @Majestyk ... "Abgesehen davon steht die große Mehrheit der Deutschen auf der Seite Grönlands." ... Genaus mein Humor. Eine Bresche für 50k Grönländer schlagen wollen, sich aber von Polacken, Russen, Froschfressern, Tschechen & muslimischen Invasoren das eigene Land abnehmen lassen. Ich hoffe Sie sind nicht krank oder so, Le Chasseur.

Olmo

22. Januar 2026 11:52

Was haben eigentlich alle gegen Schulhof-Bullys? Die haben auch Gefühle, und irgendwer muss die Rolle halt spielen ;)
https://www.youtube.com/watch?v=42fpphVmlk8

FraAimerich

22. Januar 2026 12:53

@Laurenz  -  Niemand hat versucht, "HB in die Defensive zu treiben"; @Maiordomus hat eine kleine gelehrte Korrektur angebracht und eingeordnet. Man hätte auch noch zu Heidegger und ins Dao hinüberleiten, ferner sogar noch auf Christian Illner als Propheten des "Nichts" verweisen können, obwohl dieser inzwischen leider seinen "unseriösen" Zottelbart gestutzt hat...
Warum Sie als Heidenkind selbst bei so vergleichsweise versöhnlichen Aussichten pampig werden, verstehe wer will. 

Majestyk

22. Januar 2026 13:03

Pispers habe ich in den 90er Jahren mal im persönlichen Gespräch kennengelernt. Ich formuliere mal vorsichtig. Klar 68er geprägter Pädagoge.
Natürlich kann man über Pispers dennoch lachen. Das Problem bei Linken ist ja nicht, daß sie immer die falschen Fragen stellen würden. Sie geben nur leider gleich noch die Antworten und liegen diesbezüglich stets daneben. 
Wie man sich als AfD-Sympathisant, Coronakritiker, Systemkritiker oder was auch immer für den begeistern kann und ihn als Vorbild betrachtet, erschließt sich mir nicht. Der hat seine Verachtung gegenüber allem, was nicht links ist, öffentlich zum Ausdruck gebracht. Eh immer schön, Leute bei "Kabarettisten" klatschen zu sehen, die ihnen im Grunde verbal ins Gesicht spucken. Vielleicht braucht das deutsche bildungsbürgerliche Publikum das auch, sozusagen als Buße. Wo wir schon über Erlösung sprechen.

heinrichbrueck

22. Januar 2026 13:07

Man kann sich auch ins Grab zweifeln. Manchmal ist ein Problem einfach kein Problem. Dann gibt es auch keine Lösung des Problems. 
Das Leben ist so kurz; man sollte sich die Probleme geschickter aussuchen. Die Deutschen brauchen einen Kaiser und Könige. Der Feind wußte schon, was er zu beseitigen hat. So werden in der Politik Probleme gelöst. Die Problemstellung war klar, an der Umsetzung konnte gearbeitet werden. Welche Rolle spielte die Religion? Politik war das Werkzeug. Ein Volk ohne gegenseitiges Vertrauen ist todesschwach, es hat keine Überlebensstärke. 
Religion ist ein spirituelles Kraftfeld; dabei sollte nicht der Fehler gemacht werden, den spirituellen Menschen als Batterie eines Aufladungszentrums zu sehen.  

Gracchus

22. Januar 2026 13:07

@Laurenz: Das geht nicht. @Maiordomus hat auf Geistesgrössen Bezug genommen, die Bosselmann selbst erwähnt hat. Der Kommentar gehört mehr zum Thema als jeder einzige der ihrigen, die einen gewissen Unterhaltungswert haben, mehr aber auch nicht. Ginge es nach Ihnen und Ihrem neuen Kumpel Majestyk - wiewohl jeder weiß, dass Sie beide sich wie Trump und Musk bei einer Steuerreform zerstreiten würden - läse man hier nur noch:
Macht - Interesse - Interesse - Macht - Wahlen gewinnen - Macht - schlechter gehen - Interesse - Wahlen - Macht.
Ein Qualitätsmedium wie SiN kann sich das nicht leisten.

Gracchus

22. Januar 2026 13:12

Bei mir ist endlich der Lichtspielführer eingetroffen. Beim ersten Aufschlagen landete ich - ehrlich - bei Glaube und Religion, d. h. Carl Theodor Dreyer, einem meiner liebsten Regisseure. 
Festzuhalten ist: Trump hat es noch nicht geschafft, das Kino aus seiner "Sackgasse" (Lichtmesz im Vorwort) herauszuführen und die Qualität der heimischen Hollywood-Produktion zu verbessern. 

Majestyk

22. Januar 2026 13:24

@ Le Chasseur:
Nö. Die AfD macht es wie Beckenbauer und interessiert sich nicht mehr für ihr Geschwätz von gestern. Emanzipation von der EU, gar ein Dexit sind ja blöd, wenn Futtertröge winken. Eine Partei ist eine Partei ist eine Partei. 
Wenn Sie an der Seite von Importbürgern stehen, an der Seite von Rußland, Gaza, nun noch Grönland. Ist da da noch Platz für Deutschland? Stay woke!
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die EU zerstört werden muß. Damit die Menschen in Europa frei atmen können, ohne für die eigenen Abgase Steuern zu zahlen.
 
 

Monika

22. Januar 2026 13:30

Liest man die Leserkommentare von hinten nach oben, fällt auf, daß ein Teil der Foristen, wie in anderen Beiträgen auch, überhaupt nicht auf die Gedanken des Verfassers eingeht, sondern diese Kommentarfunktion lediglich zur Selbstdarstellung oder zum Geschwätz nutzt.  Das ist traurig und auch eine gewisse Ignoranz und Unhöflichkeit gegenüber dem Autor. Nicht jeder muß zu jedem Beitrag etwas sagen. Mir jedenfalls gefällt es als Theologin sehr gut, daß sich Herr Bosselmann der Frage nach der Religion oder dem Numinosen sozusagen außerkirchlich und außertheologisch annähert. Das finde ich sehr spannend. Danke. Vielleicht dazu ein Buchtipp , etwa William James, Die Vielfalt religiöser Erfahrung oder Whitehead: Wie entsteht Religion. 

Majestyk

22. Januar 2026 13:30

@ RMH:
"Statt Ostgebiete würde mir schon langen, wenn die dorthin transferierten Arbeitsplätze wieder zurückkommen."
Und genau deswegen ist all das Gerede von den europäischen Freunden kompletter Unsinn. Gäbe es keine EU, könnte ein wirtschaftlich stärkeres Deutschland den reinen Nehmerländern wie Polen die Rahmenbedingungen für Handelsbeziehungen diktieren, und die Pralinenpickerei von Ländern wie Dänemark fände auch ihr Ende.
Stattdessen liegt Deutschland in der Mitte von Europa wie eine Torte auf dem Tisch, und jeder kann sich mal bedienen, um mal auf den naheliegenderen Vergleich zu verzichten.

RMH

22. Januar 2026 13:38

@Gracchus, in Ihrer Aufzählung #22. Januar 2026 13:07 fehlt noch, dass zusätzlich dann so Leute wie ich regelmäßig auch mit "it´s the economy ..." & "Freiheit" dazwischen kaspern.
Zum Lichtspielführer: Den habe ich jetzt auch erhalten. Muss ich aber erst noch anlesen. "Trump hat es noch nicht geschafft, das Kino aus seiner "Sackgasse" (Lichtmesz im Vorwort) herauszuführen und die Qualität der heimischen Hollywood-Produktion zu verbessern."
Hollywood - insbesondere, wenn man die großen Streaming Dienste und "Serien" Produzenten einschließt - hat es aber sehr schnell geschafft, maßgebliche Massenserien herzustellen, die u.a. dem "Bully"- & Deal-Maker-Typen as part oft american way of life huldigen & damit haben sie den Anschluss an die MAGA-Mehrheiten hergestellt. Ich würde sogar die These aufstellen, dass vor der erneuten Wahl Trumps zum Präsidenten ein klarer Schwenk zum us-patriotischen Lager & MAGA- Anschlussfähigen stattgefunden hat & dass Trump ohne diesen Kurswechsel nicht so stark gewonnen hätte, wie er gewonnen hat.  

Maiordomus

22. Januar 2026 13:43

@Gracshus. Sie sehen richtig, dass es einerseits allgemeines zB. weltanschauliches Orientierungswissen gibt, zu dessen Ergründung man Kant kennen darf, seine Unterscheidung transzendent/ transzendental, sonst lieber schweigen. Das muss aber ein kluger praktischer Politiker wie Chruppala nicht unbedingt wissen im Gegensatz zu Grundlagen des Grundgesetzes. Der Malermeister musste sich jüngst im TV verspotten lassen, weil "Metapher" nicht zu seinem Wortschatz gehöre. Zum theoretischen Metawissen gehört indes seit Aristoteles die Differenzierung zw. theoret. u. praktischen Grundlagen, methodisches Wissen über Wertbildung. Auf diesem Gebiet waren Nietzsche, Scheler, Wittgenstein,Wiener Schule, Popper, Chomsky Weltspitze. Auch theol. Grundlagen muss man, ob gläubig oder nicht, einordnen können, siehe die je tausendseitigen Standardwerke von Sartre und Lütkehaus über das Nichts. Nietzsche hat den zivilreligiösen Charakter von Sozialismus u. Nationalismus als Pseudoreligion gedeutet, der im heutigen Mainstream um die zivilreligiöse Dimension des Glaubensgehaltes v. Wetter/Klima ergänzt wurde. Nietzsche hielt indes Ungläubige, welche den "Tod Gottes" durch eine Ideologie/Ersatzreligion ersetzen, für "unvollständige Nihilisten", gleichbedeutend bei ihm für im Diskurs unvermeidlich "herumstehende Dummköpfe".

Ekstroem

22. Januar 2026 13:43

@heinrichbrueck "Die Deutschen brauchen einen Kaiser und Könige." Vielleicht ist das eine Lösung. Diese wird von einem alten Kämpen der Wahrheitsbewegung nach fast genau einer Stunde in einem YT-Gespräch ins Spiel gebracht: https://www.youtube.com/watch?v=2ebMFh-ap44 Das alles hat komplexe rechtliche Aspekte, die besprochen werden - und zurzeit wohl aktuell werden. Es gibt sicher auch andere Möglichkeiten. Jedenfalls ist da einiges im Gang. Der Wind der Veränderung weht. 

Monika

22. Januar 2026 13:47

In seinem Vorwort zu dem Buch von William James "Die Vielfalt religiöser Erfahrung " schreibt Peter Sloterdijk über den Autor ( William James): "Durch sein melancholisches Naturell war für James jede Flucht in einen positiven Glauben von vornherein versperrt. Sein Weg war der einer einfühlsamen und anregbaren Metareligiosität, in der das Interesse an Religion die Religion selbst ersetzten mußte." ..." So ist James der natürliche Verbündete derer, die Gründe haben, sich durch Interesse an der Religion von der Religion selbst zu emanzipieren." ( Sloterdijk). Dieser Gedanke hat etwas sehr Befreiendes! 

Maiordomus

22. Januar 2026 13:53

@Majestik. Ihr Ceterum censo betr. Zerstörung der EU: Sie übertreiben und erweisen sich im Vergleich zu Ihrer verständnisvollen Einleitung @13.24 im unteren Teil als praktisch schlecht beratener politisch-ökonomischer Amateur mit kontraproduktivem Geschwätzfaktor. Die sog. Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, wie sie ursprünglich hiess, mit der zum Beispiel die Schweiz 1972 dank dem sehr geschickten Bundesrat Schaffner und in Verbindung mit der Efta ein Freihandelsabkommen abschloss, war im Hinblick auf Entlastungen im gegenseitigen Handelsverhältnis ein klarer Fortschritt, der zum Wohlstand Europas beigetragen hat. In diese Richtung dürfte wohl die EU rückabgewickelt werden, wobei dieser Prozess ein komplexer Vorgang ist. Die Herren Orban und Blocher, aber auch die Dame Weidel könnten Ihnen das in einem privaten Gespräch, wenn sie Zeit fänden dafür, noch angemessen erklären.        

Le Chasseur

22. Januar 2026 14:16

@Majestyk
"Wenn Sie an der Seite von Importbürgern stehen, an der Seite von Rußland, Gaza, nun noch Grönland. Ist da da noch Platz für Deutschland?"
Also nochmal: Meiner Ansicht nach hat Deutschland zusammen mit Verbündeten gegenüber den Großmächten USA und China mehr Gewicht als alleine. Wenn nun einer dieser Verbündeten von einer Großmacht dazu genötigt werden soll, einen Teil seines Territoriums abzutreten, dann finde ich es gut, wenn man sich an dessen Seite stellt. Wie könnte man sonst erwarten, dass einem selber beigestanden wird, wenn man unter Druck gerät? Man handelt also auch im eigenen Interesse.
Übrigens: Dänemark war bei allen außenpolitischen Abenteuern der Amis (Afghanistan, Irak usw.) mit von der Partie. Sie sehen ja, wie die Amis (also die US-Regierung) es den Dänen danken. Die USA wollen keine Partner, sondern Vasallen .

RMH

22. Januar 2026 14:50

@Monika,
der Beitrag von H.B. ist thematisch bereits recht weit bzw. wird sehr viel angesprochen. Mit Hinweisen auf eine Heilserwartung bei den AfD Mitgliedern, Chat-Gruppen etc., wurde das Tor zu berühmten "breiten Diskussion" geöffnet. Das bei einer breiten Diskussion dann auch auf Beitrage der Debattenteilnehmer geantwortet wird bzw. diese dann untereinander diskutieren, ohne dass es einen konkreten Bezug zum Text des Autors hat, erscheint mir normal und hat wenig mit Selbstdarstellung zu tun. Überhaupt, wer kennt hier wen persönlich und wer promotet mit seinen Beitrage ganz konkret etwas eigenes? Stellt sich mithin selber dar? 
Es geht doch hier eher wie in einem Debating-Club zu, nur dass es nicht die klaren Regeln gibt, wie bei förmlichen Debattier-Veranstaltungen. Es gibt auch keine Juroren - außer einem ehrenamtlichen, sich offenbar in dieser Rolle Gefallenden ;) - die hier Punkte vergeben. Bei anderen Debatten hätte ihre Ermahnung, beim Thema zu bleiben, mehr Grundlage.

Laurenz

22. Januar 2026 14:54

@Gracchus, FraAimerich & Maiordomus ... Sie haben alle vollkommen Recht, HB hat mit den Zitaten/Bezügen (Steiner, Heilige, Jesus, Böhme, Silesius, Kant, Barth, Pascal, Kirche) angefangen, was ich jetzt auch nicht so prickelnd finde, es ist auch bei HB besser, wenn Er aus Sich heraus schreibt, aber ich empfand es beim Lesen als nebensächlichen theologisch historischen Abriß bekannter Tagediebe. Die Frage, die man hier aus verlegerischer Sicht stellen darf, ist die Frage nach der Auflage, also der gedruckten Reichweite. Im Gegensatz zu echten Klicks, wird schätzungsweise nur jedes 10. gekaufte Buch gelesen. Es ist doch nicht mein Problem, wenn Sie meinen, die SiN bräuchte noch Debatten, die Sie theologisch führen wollen. Das wurde wie viele Jahre praktiziert & hat wie viel gebracht? So ganz anders, als die politische Geistesarbeit, die in Schnellroda verrichtet wurde. Mit den Mitteln, die dem Chef & Co. zur Verfügung standen, eine exorbitante Leistung. Was wollen Sie mit Ihren Debatten in einer Welt, in der Bärböcken Schwierigkeiten hat vom Teleprompter abzulesen? Wenn @MarkusMagnus ein Tolle Buch zitiert, dann deswegen, weil Er den Inhalt in Seinem realen Leben umsetzen kann, schreibt Er. Genau das meine ich.

RMH

22. Januar 2026 15:03

"Sie sehen ja, wie die Amis (also die US-Regierung) es den Dänen danken. Die USA wollen keine Partner, sondern Vasallen." Nach allem, was bis heute so durchsickert, haben sich die Dänen über die Köpfe der Grönländer hinweg ganz partnerschaftlich mit den "Amis" geeinigt, dass diese die faktische Militärkontrolle ausüben können (sprich, für DK wird es billiger) & mitentscheiden, wer, außer DK & USA, Rohstoffe von dort bekommen darf oder nicht. M. M. n. richtiger wäre gewesen, wenn man den "Amis" gesagt hätte, legt ein klares Kaufangebot auf den Tisch, den Kaufpreis erhalten nur die Grönländer & nicht der Staat DK & nur die Grönländer stimmen per Volksentscheid darüber ab. Vorher sagt ihr zu, dass ihr jedes Ergebnis des Referendums ohne nachherige milit. Korrektur akzeptiert. Wäre ein völlig unemotionaler Vorgang, bei dem die Grönländer am Ende entscheiden. So hingegen hat sich DK seine EX-Kolonie bis auf Weiteres wirtschaftl gesichert, spart bei der milit. Sicherung des Gebiets & das alles, ohne die Grönländer vorher zu fragen, ob sie weitere Militärbasen, Rakentabschussanlagen etc. auf ihrem Land überhaupt wollen. Wenn man das jetzt als Respekt vor den Grönländern verkauft ... und vor allem als Zeichen, dass sich die NATO & die EU gegenüber Trump "durchgesetzt" hätte, ihn quasi in die Schranken gewiesen hätte, gut, wer das meint, der glaubt auch dem heute journal alles.

Laurenz

22. Januar 2026 15:10

@FraAimerich, Gracchus & Maiordomus (2) ... Warum erzählen Sie uns dann nicht, wie sonst im üblichen HB-Stil, wie Sie täglich, wöchentlich oder monatlich Steiner, Kant & Jesus umsetzen. Das wäre es doch, worauf es wirklich ankommt. Aus persönlichen Erzählungen & Artikeln weiß ich, daß K & K sehr wohl versuchen, Ihre Haltung auch im Alltag umzusetzen, ob mit Ziegen, Garten, Gästen, Bedürftige oder Kindern. Bin, wenn ich hier schreibe auch nie schlecht gelaunt, meist lächle ich süffisant, ich schreie auch innerlich nicht, wie @Franz Bettinger unterstellte. In meinem Alter kann ich mir solch cholerische Kapriolen gar nicht mehr erlauben. Mit meinem Schreibstil, über den Sie hier & da gerne herziehen, habe ich mich mit mir selbst geeinigt. Ich will natürlich Aufmerksamkeit für meine Ideen & Haltung erheischen. Wenn Sie ehrlich zu Sich Selbst sind, geben Sie zu, daß ich in diesem Hause damit bei Ihnen sehr erfolgreich bin. HB kann mich gerne korrigieren, aber ich habe Ihn so verstanden, daß Er die politischen oder religiösen Erlösungsversprechen anzweifelt, zumindest nur auf das menschliche Machbare, auch in der Vorausschau, reduzieren will. Das ist das Anliegen in meinem Verständnis.

Laurenz

22. Januar 2026 15:25

@Le Chasseur @Majestyk ... Sie kommen an der Blödheit von Staatsmännern & ihrer dann doch wirksamen Propaganda nicht vorbei. Britannien & Frankreich ruinierten die Macht Europas im letzten Jahrhundert durch 2 Weltkriege, die sie innereuropäisch entfesselten. Dies geschah im Selbstverständnis von riesigen Kolonialmächten, anstatt gemeinsam die USA & die UdSSR militärisch & politisch zu zerschlagen. Selbst 80 Jahre nach dem letzten Kriegende haben Franzosen & Briten diesen kolonialen Größenwahn mental noch nicht verlassen können. Jetzt, wo die Resultate dieser Weltkriege offenbar werden, verdängt die Europäische Seele immer noch die historische Faktenlage. Die Kriege gegen Kaiserreich & III. Reich waren die größten Fehler der Europäischen Geschichte. Man wird auch in Zukunft, wie Maiordomus schreibt, nur eine ökonomische Einigung Europas erwirken, nur selten eine politische & schon gar keine militärische. Man kann nur, wie Orban, diplomatisch geschickt die Weltmächte balancieren. Wenn Rußland das Baltikum okkupiert, oder die USA Grönland, China Taiwan, glauben Sie ernsthaft Russen, Chinesen & Amerikaner schießen aufeinander? Nicht plausibel. Inder & Chinesen prügeln sich im Himalaya nur, schießen aber nicht.

Maiordomus

22. Januar 2026 15:31

@Majestix. Wie die Lateiner unter den zumal Älteren hier wissen, beginnt der Ausspruch des Römers Cato mit "Ceterum c e n se o", nicht censo, fortgesetzt mit  "Carthaginem esse delendam": Im übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden müsse. Wie ich bei allem Respekt vor Ihnen oben festhalte, liegen Sie mit der Forderung nach "Zerstörung" der EU nicht im Sinne von deren Gründungsidee durch im Vergleich zu heute durchaus intelligente und vernünftige Politiker, die damals sogar das Wort "Abendland" im Munde führten. Sodann war die Europäische Wirtschaftsmeinschaft EWG im Ursprung alles andere als irgendwas, das sich wie  ein europäischer Bundesstaat verstehen liess, dagegen wehrte sich zumal der General de Gaulle mit Händen und Füssen. Auch Strauss wollte Europa durchaus nicht so verstanden haben, weswegen zumindest anfänglich der für SiN und Criticon seinerzeit wichtige Armin Mohler lange an seiner Seite stand. Auch Wilhelm Röpke warnte schon in seinem Todesjahr 1966 vor einem bürokratischen und eurokratischen Europaverständnis. Wohingegen wegen Kaltem Krieg Adenauer noch für eine Europ. Verteidigungsgemeinschaft einstand, was Frankreich verhinderte.     

Maiordomus

22. Januar 2026 16:38

@L. Die bedeutendste je geführte theologische Debatte, so Popper in einem Vortrag in St. Gallen 1989, war im 12. Jahrhundert über die Bedeutung der Universalien, das Verhältnis des Einzelfalls zum allgemeinen Fall, es wurde, nachdem es ursprünglich nur um theologische Gegenstände handelte, zur Basis des naturwissenschaftlichen Denkens. Auch für das Verständnis der lutherischen Reformation ist dieser Streit an der Uni Paris wichtig, zu schweigen vom ganzen Hegelianismus, zu dem der Marxismus eine Fussnote ist. Und die abendländische Lehre von der Person, siehe Grundgesetz Menschenwürde, entzündete sich ursprünglich über die Personen in der Dreifaltigkeit, ist nun mal so. Und wie das "umzusetzen" und zunächst zu verstehen sei, durfte ich vor 47 Jahren in einer Diplomlektion betr "Gott ist tot" nach Heidegger bei über 40 Wortmeldungen von Beteiligten dartun, das geht in einer Debatte mit 1 500 Zeichen hier nicht, es ist schon gut, dass im Vergleich zur Jungen Freiheit hier wenigstens doch etwas ausführlicher debattiert werden kann. Einiges wird hier schon seit Jahren erörtert. Und natürlich sollte man sich um Spitzenwissen bemühen. Daneben gibt es indes durchaus auch hochstehende Vereinfachungen, was HB auf kommunikativem Niveau vielfach kann. Dialog bedeutet Auslegeordnung mit Hinweisen.    
 
 
   

Le Chasseur

22. Januar 2026 16:41

@RMH
"Wenn man das jetzt als Respekt vor den Grönländern verkauft ... und vor allem als Zeichen, dass sich die NATO & die EU gegenüber Trump "durchgesetzt" hätte, ihn quasi in die Schranken gewiesen hätte, gut, wer das meint, der glaubt auch dem heute journal alles."
Ist das jetzt an mich gerichtet? Ich habe lediglich geschrieben, dass ich es gut finde, dass Deutschland Dänemark in der Grönland-Frage beisteht. Eine zeitlang stand immerhin eine militärische Übernahme durch die USA im Raum. Wenn die Grönländer sich in einem freien Referendum dafür entscheiden würden, dass sie Teil der USA werden wollen, dann hätte ich kein Problem damit. Nur will das der überwiegende Teil der Grönländer offenbar nicht, nach allem, was ich bislang zu dem Thema gehört und gelesen habe.

Umlautkombinat

22. Januar 2026 17:34

@Maiordomus

Dialog bedeutet Auslegeordnung mit Hinweisen.    

Das ist eine Privatdefinition. In Ihrem und anderen Faellen hier zu oft auf totem Wissen, zusaetzlich eingeschraenkt auf spezifische Felder. Das genuegt nicht.

Karl

22. Januar 2026 17:43

Etwas Metakommunikation: Die zunehmende Gereiztheit, Besserwisserei, Oberlehrerhaftigkeit, Selbstgefälligkeit und stellenweise auch die Respektlosigkeit einzelner Kommentatoren und Autoren sowie die religiöse, insbes. katholische Schlagseite dieses Forums trübt zunehmend meinen Geist. Es muss nicht jeder über die zum Thema jeweils spezifische Qualifikation verfügen, um etwas äußern zu dürfen. Gerade Überqualifizierte kommen in ihren Äußerungen oft nicht zum Punkt und verirren sich in irrelevanten Details und Verästelungen. Manche Kommentatoren schreiben leider auch seltsame, unangemessene und ideologisch beeinflusste, provokante Texte. In all dem könnte Demut und Gelassenheit geübt werden.
Außerdem fehlen mir hier seit geraumer Zeit tiefer analysierende, fundiertere Artikel wie z.B. der von Lutz Meyer zum schönen Traum vom gewaltfreien Leben (Februar 2017) (weshalb schreibt dieser Autor leider schon lange nicht mehr für die Sezession?). Stattdessen wird man mit flachen Erlebnisberichten, mit dem Lob des Katholizismus und alltagspraxeologischen politischen (Wahl-) Analysen, die von der Tapete bis zur Wand reichen, abgespeist. Als wenn die Luft raus wäre aus einem einstmals anspruchsvollen Projekt. Ich stimme mit @Laurenz überein, dass „die Auswahl der Autoren nachlässt“. 

Laurenz

22. Januar 2026 18:07

@Maiordomus @L. ... Die bedeutendste je geführte theologische Debatte ... ist nur für Sie wichtig & Ihresgleichen, 0,01% der Bevölkerung? Politisch ist die Nummer völlig irrelevant, weil weder Kirche, noch Politik sich daran orientieren. Man orientierte sich an Brzeziński, Schacht (Erhard) oder Keynes & Milei verneint Machiavelli in Davos. Warum beschäftigen Sie Sich mit dem universitären Lumpenpack, anstatt Sich mit Leuten zu beschäftigen, die meßbar etwas leisteten oder tatsächlichen Einfluß generierten? Glauben/Religion muß man fühlen, nicht denken, weil dies einen diametralen Widerspruch darstellt. Im Politik-Geschäft, wie HB hier schreibt, muß man wissen & Glauben verkaufen. Mit Bonaparte hatten die Kirchen fertig, kämpften sich aber politisch zurück, weil Kirche Politik machen will & keine Theologie. Seit 1933 ist die Kirche ein politisch korrupter Mafia-Laden. Benedikt/Ratzinger ist der kommerziell meist verkaufte zeitgenössische theologische Autor. Der spielt aber bei Ihnen gar keine Geige, was zeigt, wie sehr Sie hier an der Realität vorbeischreiben. Und was konnte Benedikt XVI als Papst schon von Seinen Ideen umsetzen? Im Grunde ist Benedikt in Seinen theologischen Ambitionen an der Kirche gescheitert.

RMH

22. Januar 2026 18:57

"Als wenn die Luft raus wäre aus einem einstmals anspruchsvollen Projekt. Ich stimme mit @Laurenz überein, dass „die Auswahl der Autoren nachlässt“. 
@Karl, kann ich für die Druckausgabe der Sezession überhaupt nicht bestätigen. Im Gegenteil, hier hatte ich aufgrund der allg. CancelCulture, des Kontaktschuld-Mobbings etc. eine zeitlang befürchtet, es traut sich bald kein Autor über den harten Kern hinaus mehr, bei der Sezession etwas zu veröffentlichen (von wegen damit droht EdeKa etc.) & man beginnt sich im eigenen Saft zu drehen. Die letzten Jahrgänge der Sezession haben gezeigt, dass diese Befürchtung zum Glück nicht eingetreten ist. Die letzten Jahrgänge waren durchweg stark. Beim Netzauftritt SiN kann aber auch nicht alles, was im Heft ist, gleichzeitig laufen, dafür muss man Verständnis haben. Das SiN etwas ist, was nebenbei von Leuten gemacht wird, die eigentlich andere Hauptaufgaben haben, war auch von Anfang an bekannt. Das Thema Internet-Info-Seite mit Kommentarbereich lässt ganz unabhängig von SiN allgemein nach, siehe auch Reitschuster & Co. Liegt evtl. auch daran, dass es typische Boomer & GenX Medien sind. Alle Jüngeren haben anderen Medienkonsum.

Majestyk

22. Januar 2026 19:32

@ Maiordomus 13:53:
Ja, dem Wohlstand Europas, aber was ist mit dem Wohlstand der Deutschen? Dass das Großkapital von der EU begeistert ist, kann man nachvollziehen, gleichfalls ist das Wohlwollen von Iren, Spaniern, Polen oder Slowaken verständlich, aber was ist mit dem deutschen Ottonormal? Wenn die EU, die eben nicht mehr die EWG ist (wohlgemerkt, ich rede über die EU), angeblich so großartig sein soll, warum sträuben sich dann manche Schweizer mit Händen und Füßen gegen einen Beitritt? Sind Sie für einen EU-Beitritt der Schweiz? Und falls Sie es nicht sein sollten, warum sollte ich in der EU verbleiben wollen?
Ich habe nichts gegen eine Zollunion. Wäre es bei den ursprünglichen EWG-Mitgliedern geblieben, hätte man auch über ein Zusammenwachsen nachdenken können. Dafür sind Nord-, Süd-, West-, Osteuropa aber kulturell zu unterschiedlich. Die EU ist auch mitnichten ein demokratisches Projekt, welches dem Wohl europäischer Völker dient. Dieser Moloch oder Leviathan ist unkontrollierbar, und die Existenz dieses Elitenprojekts gefährdet die Zukunft jeglicher europäischer Kultur. Sie müßten Ihre Schweiz doch eigentlich auch nicht wiedererkennen können. Was ist denn nun wichtiger - Bilanzen oder Fortbestand der eigenen Kultur?

Mitleser2

22. Januar 2026 19:56

@Karl: Die religiöse Fixierung vieler kürzlicher Beiträge und Kommentare fällt mir auch auf. SiN mag sich als Avantgarde sehen, driftet aber m.E. dadurch in Sphären ab, die mit der Lebenswirklichkeit auch rechter Kreise wenig zu tun haben. Mir erscheint das fast wie eine Flucht vor der gesellschaftlichen Realität. Dazu dann noch die antizionistische Schlagseite aus einer Ecke. Mich als Naturwissenschaftler und AfD-Wähler kann das nicht zufriedenstellen.

Gracchus

22. Januar 2026 20:02

@Laurenz 14:54 und 15.10: Sie wissen doch, dass Sie meine Sympathie haben. Gegen Ihren Stil habe ich gar nichts. Muss man Ihnen aber alles erklären, wie z. B. RMH den Unterschied zwischen Daniel Günther und der SiN-Redaktion? 
Da ich nicht zur SiN-Redaktion gehöre, kann ich nichts zu Zweck oder Selbstverständnis von SiN sagen. Aber immerhin so viel: Auch ohne hohe Reichweite kann man Einfluss ausüben, wenn man die Leute erreicht, auf die es ankommt (wie z. B. mich - Scherz). 
Ich gebe Ihnen recht, dass Religion oder Philosophie erst da interessant werden, wenn man danach lebt. Da würde mich auch interessieren, wie Castaneda, Tolle, Hellinger von Ihnen umgesetzt wird.
Nicht jeden Autoren, auf den man sich bezieht, zumal wenn negativ, muss man im Leben "umsetzen".
Ansonsten gebe ich Ihnen recht, dass Bosselmanns Beitrag zum politischen Realismus aufruft. Wird dies jetzt in den einschlägigen Chat-Gruppen diskutiert? 

Gracchus

22. Januar 2026 20:11

@Monika: Von Ihrem Sloterdijk-Zitat fühle ich mich überaschenderweise ertappt bzw. gut getroffen. Das William-James-Buch habe ich noch gar nicht gelesen, dafür umso mehr von seinem Bruder Henry, einem der größten, der mir mit zunehmenden Alter immer wichtiger wird. Der Vater der beiden war übrigens Swedenborgianer. 

Gracchus

22. Januar 2026 20:15

Ob die EU völlig rückabgewickelt werden muss oder noch reformierbar ist - das ist in der Tat eine entscheidende Frage; letztlich schwer zu beantworten. In der jetzigen Form ist die EU eine echte Gefahr, und das in vielerlei Hinsicht.  

Gracchus

22. Januar 2026 20:20

@RMH: Ich kenne diese Serien nicht, weil ich Serien hasse. Lichtmesz spricht vom eigentlichen Kino. Das ist tot.
Am liebsten schaue ich mir Hollywood-Filme aus den Jahren 1940 - ca. 60 an. Komödien, Western, Film noir. 

Karl

22. Januar 2026 21:20

@RMH: Die Druckausgabe wird hauptsächlich mit den allfälligen Verdächtigen bestückt, evtl. nicht zuletzt wg. CancelCulture/Kontaktschuld? Wirklich frischer Wind kommt – so mein Eindruck – nicht auf. Dieselben Autoren - andere Themen. Das hinterlässt einen Eindruck von Bekanntheit, Redundanz. Die Denkwelten manifestieren sich ja in den Texten. Alter Wein in neuen Schläuchen. Solch ein Empfinden lösen diese Texte oft in mir aus. Wie Sie sagen: „man beginnt, sich im eigenen Saft zu drehen“. 
Eine Internetplattform wie SiN nebenbei zu führen scheint mir etwas gewagt, denn m.M.n hat diese doch weitaus mehr Leser als die Druckausgabe. Genaue Zahlen habe ich aber leider nicht. Vielleicht sollte mehr Aufmerksamkeit auf die Pflege von SiN gelegt werden, um vor allem neue Interessenten und Suchende nicht von vornherein zu verprellen.
@Mitleser2: Danke für Ihre Unterstützung bezüglich der religiösen Fixierung. Auch ich sehe eine dezidiert antizionistische Schlagseite als kritisch. 

Gracchus

22. Januar 2026 22:35

1/2 @Karl & Mitleser 2: Weil ich es gerade bei Lichtmesz las und um Sie zu triggern, hier ein Zitat von Andrej Tarkowskij, dem "Schutzheiligen der Filmkunst" (Lichtmesz):
"Eine Zivilisation ohne Spiritualität, ohne Glauben an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele ist nichts weiter als eine Ansammlung von Tieren. Es ist keine Zivilisation mehr, es ist Niedergang, das Ende."
Religion liegt m. E. in der Luft, ganz unaufgeregt, sie wird in den nächsten Jahren mehr Bedeutung gewinnen. Natürlich kann man darin Realitätsflucht sehen (Opium), je nachdem, wie sie gebraucht wird. 

Gracchus

22. Januar 2026 22:46

2/2 @Karl & Mitleser 2: "Flucht vor der gesellschaftlichen Realität" - was ist denn die gesellschaftliche Realität?, heutzutage oft ein Fluchtzusammenhang. Im Übrigen gehöre ich zur gesellschaftlichen Realität, ich schätze, meine ist aber anders als die Ihrige. 
Ausserdem ist es nicht verkehrt, sich mal aus der eigenen Lebenswirklichkeit herauszubewegen bzw. andere Wirklichkeiten - und sei es nur in Form fremder Gedanken - in die eigene aufzunehmen. Denn - um nochmals Sloterdijk zu zitieren - nur der Teufel holt die Leute dort ab, wo sie stehen.

anatol broder

22. Januar 2026 23:41

«um so mehr bedarf es deswegen der gewißheit der vergebung aller sünden, die wir uns immerfort aufladen.» (bosselmann)
«dass dafür trotz größten steuereinnahmen aller zeiten auch die größten schulden aller zeiten notwendig sind, geht viel zu sehr unter.» (rmh 9:57)
danke.

Kurativ

22. Januar 2026 23:59

@Majestyk: "Glaube" klingt zunächst nur religiös, aber die deutsche Sprache bietet auch "daran glauben" an. Eine Wertung würde ich rauslassen. Der von HB genannte "Zweifel" ist dann schon Erkenntnis, genauso wie KRV von Kant, wo sich ein Glaube auf einen gestirnten Himmel reduziert.
@Monika. Sehr sympathisch, dass Sie auf den fehlenden Bezug zum Ausgangstext hinweisen. Es fliegen die Gedanken oft höher als in grünen Ortsversammlungen. Die Politik ist auch dogmatisch, und dann aber schnell an der Realität gescheitert. 

Maiordomus

23. Januar 2026 06:39

@Majestik. Verstehe Sie sehr gut; befürwortete 1972 den Handelsvertrag meines Landes mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, wiewohl meine ganz rechten Weggefährten auch dies ablehten. Dabei leistete ich 1993 in einem halben Dutzend Kantone Hintergrundarbeit gegen den Beitritt des Landes zum Europ. Wirtschaftsraum EWR, was nur knapp, aber wesentlich, verhindert werden konnte. Entsprechend bin ich auch der Meinung, dass es sich lohnt, für die Erhaltung der integralen Neutralität und gegen die Zerstörung des Landes durch Masseneinwanderung Opfer zu bringen, allenfalls für dieses Ziel, Nichtunterwerfung unter die EU, einen Teil eines allenfalls noch vorhandenen auch kleinen finanziellen Erbteils als wahres Erbe für Kinder und Enkel zu opfern. Das bedeutet nicht, sich nicht ebenfalls für eine vernünftige ökonomische internationale Ordnung zu engagieren. Trumps Erpressungsspiel mit den Zöllen scheint nachweisbar nicht nachhaltig zu sein.     

Maiordomus

23. Januar 2026 07:03

@Umlautkombinat. Sie schreiben von "totem Wissen", vielleicht wenn hier auf das Universalienproblem, Kant, Nietzsches Moralkritik hingewiesen wird, hingegen scheinen Sie idiotisches d.h. im griechischen Sinn rein privatsubjektives Herumschieben von Stammtischgeschwätz und Zitaten aus dem Internet oder sagen wir mal die heutigen Sportresultate für lebendiges Wissen zu halten. Nicht dass man Buchgelehrsamkeit, vgl. Fausts Adlatus Wagner, überschätzen sollte, jedoch die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens, womit sich heute gewiss weniger als 5% der Hochschulabsolventen befassen und was im Gymnasium kaum vermittelt wird, nicht unterschätzen. Warum gilt 1+1=2? Dass es so ist, weiss jeder, aber warum? Vgl. noch H. Conrad-Martius: "Husserl, unser Meister, lehrte uns das Sehen." Lesen Sie mal auf Lateinisch nach im Original oder bei Einstein, wie Kepler überhaupt auf seine damals unbewiesenen Gesetze gekommen ist, oder Newton auf das Gesetz des fallenden Apfels. Dass 99% der Christen die Dreifaltigkeit nicht ergründen können, ändert nichts daran, dass, falls Erkenntnis ein Lebensziel wird genau so wie das tägliche Brot, dieses Unergründliche durchaus ergründbar sein kann. Bisher am besten erklärte es ein Japaner aus Kyoto.            

Maiordomus

23. Januar 2026 07:27

Noch Schlussbemerkung: Wenn hier von Nietzsche, Boehme, Kant, Husserl, Wittgenstein die Rede ist, dann gewiss nicht im lexikalischen Sinn oder gar als Autoritäten. Die Errungenschaft von Kant besteht nicht im Rechthaben, sondern in seiner Auslegeordnung des Dialogs, womit er die Leistungen von Sokrates und den Nominalisten ergänzt hat. Um wiederum Kant zu kritisieren oder auch Wittgenstein, müsste man indes vorerst verstehen, so wie man zum Beispiel in der Mathematik zu absolut Fortgeschrittensten gehören müsste, bis man sehen könnte, dass selbst Mathe nicht ausschliesslich eine exakte Wissenschaft ist. Letzteres trifft jedoch für das praktische Leben zu 99,999 usw. Prozent zu. Noch gut finde ich, das möchte ich noch zu den "Hegemonie"-Ideologen sagen, vgl. Strang Seidel/Kaiser, was Willi Schlamm als sein rechtes "Programm" verkündete: "Das Einmaleins, die Zehn Gebote und Mozart." Eine prima Kurzformel, wobei beim Einmaleins immerhin Euklid, Leibniz und Frege dahinterstecken, allenfalls noch der Kusaner, Pascal und die mathematische Moderne.    

RMH

23. Januar 2026 08:13

"Die Druckausgabe wird hauptsächlich mit den allfälligen Verdächtigen bestückt,"
@Karl, definiere hauptsächlich ...
natürlich gibt es eine Kernmannschaft an Autoren auch bei der Druckausgabe. Wir könnten jetzt einmal die Jahrgänge durchgehen & nachsehen, wie sich das darstellt, etliche haben nur Einzelveröffentlichungen, manche ein paar mehr, die einen gehen, die anderen kommen. Dass die Veröffentlichung eines Beitrages nicht an seinem Inhalt, sondern am Ort der Veröffentlichung gemessen wird (siehe die noch nicht so lange zurück liegenden Anwürfe an einen Historiker, der es gewagt hatte, vor vielen Jahren wenige Artikel bei der Sez zu veröffentl), ist aus m. Sicht Ausdruck unserer, am Ende doch spezifisch dt Kultur, die eine Kultur der Geistesfreiheit hat, aber nicht der Meinungsfreiheit. Entsprechende Mimosen sind die meisten von uns, wenn jemand anderes einmal dezidiert eine Meinung oder gar ein Bekenntnis öffentlich äußert, das uns komplett widerstrebt oder irgendeinen "wunden" Punkt berührt. Zur Meinungsfreiheit gehört dann auch die Gegenrede.
Zurück zur Zeitschrift: In Heft 129 zähle ich alleine 14 Autoren, darunter auch solche, die noch nicht lange dabei sind oder neu, in Heft 128 sind es 16. Die neueren Jahrgänge habe gerade gezeigt, dass es der Sez. gelungen ist, weiterhin Autoren zu gewinnen.

Maiordomus

23. Januar 2026 09:31

@RMH. Ihre Beiträge finde ich regelmässig argumentativ zielorientiert und zugegebenermassen wohl für die Mehrheit der Leserschaft kommunikativer als die meinigen, welche nichtsdestoweniger einfach als elitär gemeint sind, nur jeweils an Grundlagen appellieren.  Wen Sie sich jetzt über SiN allgemein äussern, möchte ich bei überzeugter Verteidigung theoretischen Denkens meinetwegen auch mit Anleihen bei Gramsci doch daran erinnern, dass ein Denken, das sich als "rechts" versteht, es sei denn man halte sich an die Definitionsversuche von Kuehnelt-Leddihn, der "rechts" faktisch mit "gerecht unter Vorbehalt der Gottesfurcht" gleichsetzt, dass also "rechtes Denken" zumal als politisches Denken nun mal seinerseits auf seine Weise einseitig bleibt bei aller Legitimität des Anliegens, an vergessene Wahrheiten zu erinnern. Dabei ist freilich die aristotelische Mitte in keiner Weise mit CDU-Zentrismus zu verwechseln, insofern die wahre Mitte gemäss A. "das Vollkommenste ist, was einer erreichen kann", es gibt 1000 Möglichkeiten sie zu verfehlen und die je zutreffende ist leider auch nur situativ. Noch Kompliment für Ihren oder Gracchus Filmgeschmack. Unter den älteren Hollywood-Filmen scheint mir Hitchcocks "Schatten eines Zweifels" ein Meisterwerk betr. anthropolog. Erkenntnis, die in der Familie beginnen muss, siehe Sophokles, nicht nur Freud.    

Le Chasseur

23. Januar 2026 09:44

@Karl 
"Auch ich sehe eine dezidiert antizionistische Schlagseite als kritisch."
Vielleicht wären Sie auf Tichys Einblick besser aufgehoben.

Laurenz

23. Januar 2026 09:46

@Gracchus, Maiordomus & RMH (@Karl, Mitleser2 & Majestyk) ... mein Kommentar, bezüglich der Dürftigkeit einschlägiger Philosophen ging nicht durch, weil die Redaktion wohl der Meinung von Maiordomus ist. Wenn Gracchus Andrej Tarkowskij zitiert, verwässert Er unsere Debatte. Es ist ja nicht so, daß die Christen die Beseeltheit erfunden hätten, es gab sie schon immer. Es ist umgekehrt, das Christentum reduzierte die Beseeltheit. Sie alle kommen nicht daran vorbei, daß die zwangschristianisierten Staaten Europas mit der Einführung als Staatsreligion in den staatspolitischen & zivilisatorischen Abstieg gerieten. Einhergehend mit der Renaissance, der Aufklärung, dem theologischen Gelaber, dem weltlichen Machtverlust der Kirche, wurde das Christentum seines wesentlichen Inhaltes völlig entkernt, dem wahrhaftigen & ernsthaften Glauben mit aller Konsequenz. Wer über Glauben labert, glaubt nicht wirklich, weil er den Glauben denkend beweisen muß, ein Paradoxon. Wer glaubt, geht in den Kreuzzug. Die 10. Gebote dürfen Sie getrost den Hasen gegen. Weder Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten, sonstige glauben an den Schrott. Das /4 der Menschheit, das daran glaubt, setzt sich damit in eine schwache, degenerierende Position, die das Römische Reich zerstörte, & die wir heute zu spüren kriegen.

Laurenz

23. Januar 2026 10:05

@Gracchus, Maiordomus & RMH (2) ... man hat mich bezüglich der SiN-Autoren falsch verstanden. Ich wollte Diese keineswegs schlecht machen. Mit Auswahl meinte ich, wer wann zu welchem Thema schreibt. DF schreibt mir zB mit Seiner statistischen Genauigkeit zu wenig. @Anatol Broder hat ohne Worte mit einem kleinen Abriß zur Schuldenpolitik klar unsere größte Schwäche benannt. Wenn der ökonomisch fast blinde @Maiordomus, den anderen ökonomisch fast blinden @Majestyk maßregeln will, kommen wir in eine links-grüne inkompetente Debatte zur EU, zur EWG & zur Montanunion. Philosophische & theologische Debatten haben den geraumen Vorteil, daß man niemandem & nichts irgendwas beweisen muß. Man schlägt sich die Zitate von Hinz & Kunz um die Ohren, was nur die persönliche Stimmung hebt, wenn man die Illusion des Rechthabens genießt. Einen kompetenten Ökonomen (welche die AfD durchaus besitzt) zu Wort kommen zu lassen, zieht ganz andere, ziemlich streitbare Konsequenzen nach sich, auch für das Renommee des Ökonomen selbst & produziert viel mehr Kontroversen, was zeigt, was wirklich zählt.

Umlautkombinat

23. Januar 2026 10:13

Jetzt werden Sie mal nicht untermassig, @Maiordomus und bauen Strohmaenner aus "Internetwissen" und Stammtischgeschwaetz auf. Das sind nicht meine Diskussionsgrundlagen. Etwas was Sie wissen koennten, wenn Sie mich hier eine Weile verstehend lesen. Totes Wissen gefaellt Ihnen nicht? Ueberraschung: Das ist trotz des Attributes nicht einfach an Zeit gebunden. Im Internet kursiert jede Menge davon, es hat noch ein paar andere Ausdrucksmoeglichkeiten als Papier und ist dadurch auch entschieden aggressiver.
 
Mit Buechern der hier bevorzugten Art hat es aber gemein, dass es sich Ressourcen des Gehirns krallt und in einseitiger Weise dieses beschaeftigt. Ein Grund dafuer, warum ich ausser Bezuegen auf Buecher genauso ungern auf tagesaktuelle Nachrichten (das "nach-richten" ist der Grund, da es eine Formierung beinhaltet) zurueckgreife bzw. diese ueberhaupt "konsumiere" (auch so ein Wort).

Martin Barkhoff

23. Januar 2026 11:07

Kleine Korrektur:        Lieber Herr Bosselmann, die eigentliche Anthroposophie ist ja nun Wissenschaft und keine Religion. Eine Wissenschaft sollte ein System sich gegenseitig stützender Gedanken sein, Einsichten und Probiergedanken = Hypothesen, die durch neue Einsichten und Beobachtungen der Möglichkeit radikalster Umgestaltung ausgesetzt sind. Als Wissenschaftler hat man keine Überzeugungen oder Hoffnungen. Es trägt einen allein die je gegebene Sicht und Einsicht. Und jeder Wissenschaftler wird nur von seinerErkenntnis getragen, nicht von der Wissenschaft oder einer speziellen, etwa anthroposophischen Geisteswissenschaft. ~ Wer etwas weniger Volatiles sucht, kann nicht Wissenschaftler sein. Klar doch: die meisten Anthroposophieanhänger sind keine Wissenschaftler. Aber die wissen das auch. Die eigentlichen Geisteswissenschaftler leben aber schon sehr radikale Erkenntnisdramen. ~ Es gibt allerhand Schauende in der anthroposophischen Szene und die besten sind im Austausch, um die Schauungen für das wissenschaftliche Gedankenbauen nutzbar zu machen. Die Schauungen werden ja überhaupt erst wertvoll, wenn sie gedanklich verwoben werden. Deshalb ist zB im Katholischen der Gedankenverweber Urs von Balthasar wichtiger als seine Seherin Adrienne von Speyer. Auch weine Wenigkeit spielt in der anthroposophischen Szene nicht eine Rolle nicht wegen seiner auch vorhandenen Geisterlebnisse, sondern wegen seiner mehr oder weniger wissenschaftlichen Verarbeitung solcher . . .

Karl

23. Januar 2026 11:41

@Gracchus: Spiritualität und „Religion“ sind für mich zwei Paar Schuh. Und „Filmkunst“/Kino wird überschätzt. Spiritualität (keine „Religion“) mag „in der Luft liegen“. Fraglich aber, ob das Dabeisein konstruktiv wäre/ist oder nicht. Sie sprechen selbst von einem „Fluchtzusammenhang“. Ja, Spiritualität kann auch zur „Realität“ – besser wohl "subjektiven Lebenswirklichkeit" - werden. Das mag stabilisierend und erfüllend sein. Dass es nicht verkehrt ist, „sich aus der eigenen Lebenswirklichkeit herauszubewegen“ will ich gar nicht anzweifeln.
@RMH: Jetzt anzufangen Artikel bestimmter Autoren zu zählen ist m.E. etwas übertrieben. Ich spreche von meinem Eindruck und meinem Empfinden, was nicht auf Zahlen beruht. Vielleicht bewirkt die „Kernmannschaft“ diesen Eindruck; und wer als Gastautor ausgewählt wird. In aller Regel kommen zumeist wohl konvergierende Meinungen zusammen. 
@ Le Chasseur: Danke für Ihre Fürsorglichkeit, aber wo ich „gut aufgehoben“ bin, lassen Sie mal bitte meine Sorge sein.

Carsten Lucke

23. Januar 2026 12:09

@ RMH  8.13
Zustimmung !
"Kleine Ketzerei" von mir : Das Heft hat allein der Einstellung des "Phonophor" wegen die Qualität behalten bzw. wiederhergestellt !

Artabanus

23. Januar 2026 12:11

Religion und Politik sind ursprünglich immer miteinander verbunden gewesen. Die Erklärung der Religion zur reinen Privatsache ist relativ spät erfolgt und hat vermutlich mehr Probleme erzeugt als beseitigt. Ich spreche hierbei nicht davon, ob man irgendetwas glauben soll oder nicht. Es ist nämlich ein Irrglaube, Glaube und Religion als synonym anzusehen. Religion ist für das Individuum verzichtbar, ein Staat ohne einheitliche Staatsreligion ist meiner Meinung nach nicht lange überlebensfähig.

Majestyk

23. Januar 2026 13:47

@ Artabanus:
"Religion ist für das Individuum verzichtbar, ein Staat ohne einheitliche Staatsreligion ist meiner Meinung nach nicht lange überlebensfähig."
Der erste Satzteil ist eine reine Behauptung und wird bereits durch meine Existenz widerlegt. Mir fehlt diesbezüglich nichts. Der zweite Satzteil widerlegt sich durch die Tatsache, daß die wenigsten Staaten eine einheitliche Staatsreligion besitzen. 
Nach der Logik einer einheitlichen Staatsreligion hätten Preußen und Bayern nie zueinander finden können. 

Le Chasseur

23. Januar 2026 13:52

@Artabanus
"ein Staat ohne einheitliche Staatsreligion ist meiner Meinung nach nicht lange überlebensfähig."
Was ist für Sie "nicht lange"? Ich denke nicht, dass eine einheitliche Staatsreligion für den Bestand eines Staates unbedingt erforderlich ist, auch wenn sie wahrscheinlich förderlich ist. Es kommt auf die Religionen an. Bspw. stelle ich mir das Zusammenleben von Hindus und Nicht-Hindus problematisch vor.

Maiordomus

23. Januar 2026 14:06

@Martin Berckhoff. Mit dem Marxismus hat die Anthroposophie, auf die ich in einzelnen nicht unwesentlichen Details durchaus hohe Stücke halte, gemeinsam, dass es sich hier um eine "wissenschaftliche Weltanschauung" handelt. Es ist ein Konzept, das an seiner eigenen Widersprüchlichkeit zu scheitern droht, sofern man sich desselben nicht bewusst ist. 
@L. Was wirklich zählt? Selbst Begründer der modernen Nationalökonomie, nämlich Adam Smith, und noch mehr die Ahnväter der Physik, u.a. Newton und Kepler, dachten viel theologischer als Sie es sich vorstellen, vgl. auch die Jugendschriften von Karl Marx, die ich in der Debatte um die Kolumne Bosselmann angedeutet habe. Theologisch wird es nämlich immer dann, wenn man sich ein Weltbild zu zimmern gedenkt, ein Gesichtspunkt, für den Sie immerhin schon dann und wann kritisches Verständnis manifestiert haben.  . 

Majestyk

23. Januar 2026 14:32

@ Maiordomus:
Trumps "Erpressungen" haben immerhin dazu geführt, daß im Nahen Osten eine relative Ruhe eingekehrt ist und sich Russen und Ukrainer zusammen mit den USA an einen Verhandlungstisch setzen.
Darüber bringt Trumps Stil gerade die Weltgesundheitspolizei WHO gehörig unter Druck und der IPCC beginnt auch an Einfluß zu verlieren. Ist vielleicht nicht alles im Sinne der Schweiz, die ja immerhin nahezu alle 3–4 Buchstabenorganisationen beheimatet, aber es geschieht auch in meinem Sinn, wenn Migrationsmus, Impfzwänge und Green Deal beerdigt werden. Und sollte Trumps Zollpolitik Chinas Einfluß eindämmen, dann hat er auch diesbezüglich meine Zustimmung.
Trump mag Ihnen oder anderen zu vulgär auftreten, mit "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß" kommt man nicht weiter. Wer wirklich etwas ändern will, muß auch die Dinge hinterfragen können, in die er hinein geboren wurde.
Wenn man Trump oder die USA kritisieren will, dann bleibt noch genug, siehe US-Datenkraken oder deren Finanzmonopol.

Laurenz

23. Januar 2026 14:35

@Artabanus ... ein Staat ohne einheitliche Staatsreligion ist meiner Meinung nach nicht lange überlebensfähig. ... eine hanebüchene Behauptung. Wollen Sie in einem der 52 Islamischen Staaten leben oder im christlichen Absolutismus? Der Volksanghörige @HeinrichBrück schlägt in diesem Debattenstrang, Deutscher Geschichte hohnlachend, in dieselbe dämliche Kerbe. Bonaparte ist nicht an seiner Säkularisierung gescheitert, sondern an der Französischen Identität mit ihren Plündereien im eroberten Europa. An den Schwierigkeit, andere zu plündern, scheitert Frankreich auch heute. Sie tun so, als ob sich das säkulare Deutschland, seit 1815 in das II. Deutsche Reich mündend, schlecht entwickelt hätte, meinen Sie das wirklich? Wenn etwas falsch lief, dann das Scheitern der Revolution von 1848/49 & der Herrschaft des degenerierten Adels. Wer wollte schon für Kaiser & den privilegierten Adel, als es darauf ankam, an einem Strang & in die Schlacht ziehen & fallen? Da war selbst im III. Reich die Kampfmoral, auch an der Heimatfront, besser. Es ist nicht so, daß eine Parteien-Oligarchie, wie unsere oder ein echte Demokratie mit Mehrheitswahlrecht & Direktwahl besser agieren würden, als der linksextreme woke Adel. Aber das Deutsche Volk kann dann keinem die Schuld geben, wenn es den Untergang selbst wählt.

Waldgaenger aus Schwaben

23. Januar 2026 16:01

Die Beschäftigung mit Kant hat meinen Glauben verstärkt. In der Kritik der Vernunft 2. Auflage schreibt er: 
Die leichte Taube, die im freien Fluge die Luft teilt, könnte die Vorstellung fassen, daß sie im luftleeren Raum noch besser fliegen werde. 
Unmittelbar im Anschluss formuliert Kant ausdrücklich, dass die Vernunft einen Prüfstein (Probierstein) in der Erfahrung benötigt. Sinngemäß heißt es dort, dass die Vernunft zwar aus sich selbst Prinzipien entwirft, ihre Ansprüche aber nur an der Erfahrung erproben und begrenzen kann. Ohne diesen Prüfstein verliert sie jede sichere Orientierung.
Damit ist der Vernunft ihr Platz zugewiesen. Hat man erstmal nicht nur intellektuell sondern auch emmotional erkannt, dass der Vernunft eine prinzipiell unüberwindbare Grenze gesetzt ist und wagt man dann den Spung in den Glauben, dann stellt sich die Frage: Wenn es einen Gott gibt, der uns Menschen, die wir den gestirnten Himmel über uns und moralische Gesetz in uns erkennen können, wie würde solch ein Gott uns entgegen kommen? 
Ich lande dann bei der römisch-katholischen Kirche.. Sie bietet ein Modell, in dem Kants Einsicht in die Begrenztheit der Vernunft institutionell aufgefangen wird. Der Glaube wird nicht privatisiert oder irrationalisiert, sondern in eine Form gebracht, die sich der Vernunft stellt, ohne sich von ihr beherrschen zu lassen.

Umlautkombinat

23. Januar 2026 17:07

@Waldgaenger

dass die Vernunft einen Prüfstein (Probierstein) in der Erfahrung benötigt.

Ich war gespannt, wie Ihr Text zu Ende geht, und zwar mit einer Frage im Sinn. Schreiben Sie ihn mit derselben Anforderung an den Glauben. 

Majestyk

23. Januar 2026 18:21

@ Laurenz:
"Aber das Deutsche Volk kann dann keinem die Schuld geben, wenn es den Untergang selbst wählt."
Wort. 
Bezüglich 1848 und linkem Adel sind wir auf einer Linie. Die deutsche Kampfmoral, auch der Heimatfront, war im 2. Weltkrieg höher als im 1. Teil. Ist gut dokumentiert.
Apropos Kampfmoral. Eine solche wird für den 1. Weltkrieg, auch den ANZAC-Truppen und Kanadiern beschieden, auch wenn gerade die Australier und Neuseeländer von der britischen Führung gerne verheizt worden. Auch den Doughboys wird eine gute Moral bescheinigt, allerdings war deren militärische Führung katastrophal.
M.E. ergibt sich gute Moral aus Begeisterung. Auch der einfache Soldat will wissen, wofür er kämpft, und eine Führung, die er respektieren kann. Die Moral der Grande Armée war laut Quellen nicht so übel. Von Napoleon soll der Satz stammen "Eine Armee marschiert mit dem Bauch."
Wenn man das Ganze auf die zivile Welt überträgt, identifizieren sich Arbeitskräfte doch auch mehr mit ihrem Betrieb, wenn sie sich respektiert und wertgeschätzt fühlen. Gleichfalls hat jede politische Führung mehr Rückhalt, auch bei unbequemen Projekten, wenn sie nicht bloß Gehorsam einfordert, sondern sich tatsächlich Respekt verdient. Einfach nur sagen "Gehorche!", das reicht nicht. Was man predigt, muß man vorleben. Gilt für alle Lebensbereiche.

Maiordomus

23. Januar 2026 18:34

@Waldgänger. Kant konnte nicht testen, ob eine Taube im luftleeren Raum fliegen kann; trotzdem eine vorwärtsschauende Bemerkung, wie Einstein es vielfach praktizierte, im Zweifelsfall aber skeptisch. Ich wäre glücklich, wenn das, was Sie ausführen, im Schlussabschnitt, wahr wäre. Ist leider bei der Mehrheit der Katholiken, wohl auch noch gläubig praktizierenden, leider nicht anzunehmen. Sehr wünschbar wäre, die Kirche würde Meister Eckhart, ihren weisesten Ketzer, rehabilitieren. Wird schon deshalb schwieriger, weil Nationalsozialisten zum Teil Eckhart für ihre Esoterik beanspruchten, in keiner Weise aber betr. dessen mystische Substanz. Obwohl näher bei der alten Messe als bei der neuen, kann ich einiges an der reformatorischen Kritik derselben nachvollziehen. Bei der tridentinischen, noch heutigen Messe gibt es unbiblische Aussagen wie "Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund." Es ging in der Bibel um einen geheilten Knecht. Die "Seele" im Zustand ihres Erschaffenseins und der schöpferischen Idee ist auf keinen Fall "krank", das lässt sich auch nicht mit der sog. Erbsünde erklären.

karl theodor

23. Januar 2026 18:59

@Ernestina: "Also, ich habe durchaus Auferstehungserfahrungen im Diesseits erlebt, z. B. wenn nach Phasen tiefster seelischer Dunkelheit wieder die Sonne scheint. Dann ist Verwandlung geschehen, vom Tod zum Leben. Warum soll sich Ähnliches nicht im politischen bzw. gesellschaftlichen Bereich vollziehen können?" Ihre Zeilen sind oft sehr schön weil sie Zuversicht ausstrahlen. Aber ein Rundgang durch das Ruhrgebiet lässt für mich alle Hoffnung zum Teufel gehen. Da ist Dunkelheit und die Sonne wird nicht wieder aufgehen. Alles kaputt.

Gracchus

23. Januar 2026 19:31

@Laurenz: Angenommen jemand sagte zu Ihnen: "Wer an die deutsche Nation glaubt, geht KZs bauen" - wie fänden Sie eine solche Aussage? Ich kann Ihnen sagen, wie ich eine solche Aussage fände - beleidigend, aber vor allem geschmacklos; und ich würde das Gespräch mit dieser Person abbrechen. Und auf genau diesem Niveau bewegt sich Ihre Aussage: "Wer glaubt, geht in den Kreuzzug". Folglich ist jedes Gespräch mit Ihnen für mich beendet. 

Gracchus

23. Januar 2026 20:03

@Maiordomus: Danke - "Im Schatten des Zweifels" werde ich mir jetzt ansehen; halte Hitchcock für einen der besten. 

Gracchus

23. Januar 2026 20:05

@Majestyk: @Artabanus schrieb doch: Religion ist für das Inviduum verzichtbar.

Gracchus

23. Januar 2026 20:11

@Karl: Die Unterscheidung "Religion" und "Spiritualität" ist mir geläufig, ich halte sie aber für künstlich und meine tatsächlich, Religion liege wieder in der Luft; in der Not suchen Menschen verbindlichere Formen. Da die Blogbetreiber selber eine religiöse Ader haben, geben Sie eben auch christlichen Stimmen Raum. Ich weiß nicht, weshalb man darüber diskutieren muss. Im Bereich der Metapolitik geht es um alles oder kann es - auch um Kulturelles. Mir scheinen Rechtskonservative da Nachholbedarf zu haben. Die Lehre muss doch sein, dass man dieses Feld nicht der Linken überlässt. Sekundär hat das auch Einfluss auf Politik und Wirtschaft. 

Waldgaenger aus Schwaben

23. Januar 2026 21:02

@Umlautkombinat
Der Badeschluss droht. Deshalb verzeihe man mir unsaubere Formulierungen. Zu Ihrer Frage: Kant meint mit "Erfahrung" hier intersubjektiv überprüfbare Tatsachen.  Dafür gibt es keinen Probierstein im Glauben. Wenn ich sage: Wasser gefriert bei 0° C und Sie glauben mir das nicht, dann kann ich Sie auffordern heute Nacht einen Becher mit Wasser und ein Thermometer vor die Türe zu stellen.
Eine Glaubensaussage kann nicht in dieser Weise überprüft werden. Der atheitsische Irrtum besteht nun darin, zu behaupten es gäbe nichts außerhalb der intersubjektiv überprüfbaren Wirklichkeit. Kant hat hier die Kopernikanische Wende eingeleitet: Die Welt richtet sich nicht nach unserem Verstand. Unser Verstand richtet sich nach der Welt. Mit Konrad Lorenz gesprochen: Unser Verstand passt zur Welt wie der Huf des Pferdes zur Steppe. Der Galube an ein Nichts außerhalb des Überprüfbaren ist ein Glaube wie jeder andere. Nicht aufgeklärter, nicht wissenschaftlicher.
1/2

Waldgaenger aus Schwaben

23. Januar 2026 21:04

2/2 
 
@Umlautkombinat
Hier kommt nun der Agnostizismus ins Spiel. Wir wissen nichts über die Welt jenseits des durch die Erfahrung erkennbaren, also schweigen wir besser davon. Dagegen lässt sich wieder Kant anführen:
„Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse: dass sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann, denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die sie aber nicht beantworten kann; denn sie übersteigen alles Vermögen der menschlichen Vernunft.“ 
Die Vernunft kann diese Fragen nicht abweisen. Es bleibt ihr deshalb nur der Sprung in den Glauben.

Waldgaenger aus Schwaben

23. Januar 2026 21:08

@Maiordomus
Man muss zwischen der katholischen Kirche als Ideal und der realen Kirche mit all ihren Mängeln unterscheiden. Die letztere nähert sich der ersteren im Meer der Zeit an und entfernt sich wieder. 

FraAimerich

23. Januar 2026 21:37

@Maiordomus  -  Ausgerechnet einen der ergreifendsten und trostreichsten Sätze der tridentinischen Messe als "unbiblisch" zu bezeichnen, fiele mir nicht ein.
Kapernaum/Kafarnaum ist ein besonderer Ort. Der in Palästina entstandene Midrasch Kohelet Rabba verweist auf die wohl urspüngliche Bezeichnung Kfar Naḥūm ("Dorf Nachums"). Der jüdische Name Naḥūm bedeutet "Tröster".
Der Zusammenhang zur Feier der Kommunion ist gegeben. In Kafarnaum sprach Jesus über das "Himmelsbrot" des "ewigen Lebens": "Wer mein Fleisch ißt und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm." (Joh. 6,56)
Daß die Seele "Schaden nehmen", des "ewigen Lebens" verlustig gehen bzw. ihr "Heil" im Materialismus verlieren kann, lesen wir auch bei Luther. (Matth. 16,26)
 

Majestyk

23. Januar 2026 23:14

@ Gracchus:
"@Majestyk: @Artabanus schrieb doch: Religion ist für das Inviduum verzichtbar."
Stimmt. Und ich bin nicht unfehlbar. :-)

Kurativ

23. Januar 2026 23:38

Was Politik und Religion jetzt auf den Punkt unterscheidet, kann ich auch nichtr genau sagen. Was noch bemerkenswert für mich ist, das ist die Entgrenzung: Bei einer Religion gibt es Grenzen in der Praxis. Die würde man in seinem System nie ohne Folgen überschreiten. In der Politik gilt die Regel, der Zweck heiligt die Mittel. Notfalls werden auch die eigenen Grenzen gegenüber anderen überschritten weil nur der Sieg zählt. Das kann man bei der Runde von Tilo Chrupalla und Hubertus Heil Fernsehen gut sehen. Ein Schaupspiel der kompletten geschmacklichen Entgrenzung.

Laurenz

24. Januar 2026 01:27

@Gracchus (2) ... lese alle Achse- & Tichys-Artikel über Christenverfolgung weltweit, im Grunde ein einziges Jammergeschrei. Wer soll denn die verfolgten Christen retten, wenn nicht die Christen?

Umlautkombinat

24. Januar 2026 10:08

> Der atheitsische Irrtum besteht nun darin, zu behaupten es gäbe nichts außerhalb der intersubjektiv überprüfbaren Wirklichkeit. 
Sie unterschaetzen hier die Auspraegungen die Atheismus moeglich sind, ohne seinen Rahmen zu verlassen. Ich bin ja ein agnostischer Atheist. Die Grenzen meiner Erkenntnisfaehigkeit liegen also auch durch mich akzeptiert im Dunkeln. Sie moegen auch ganz prinzipiell limitiert sein, aber keine dieser vorstellbaren Limitierungen ist von einer Art, die zwingend Glauben uebernatuerlicher Art als Aufloesung erfordert. Oder einen "Sprung" dorthin, das hat im sprachlich gewaehlten Stil wieder einen gewissen zarten Ansatz von versuchter Aufwertung. Fuer mich waere das resignativ und als Aufloesung inakzeptabel. Mir sind tausend fehlgeschlagene Versuche von Vernunft zur Erklaerung eines Phaenomens lieber als ein solcher Abstieg, um den "Sprung" auch einmal expliziter aus anderer Warte zu bezeichnen. Unbekannt ja, prinzipiell unerkennbar, ja. Glauben an Uebernatuerliches, nein. Warum auch, es ist nur offen, unbekannt, unerkennbar meinetwegen (das ist aber weiterhin offen). Ein Gott muss trotzdem nicht hineingefuellt werden. Warum auch? Weil ich moegliche Leere nicht aushalte? 

RMH

24. Januar 2026 10:22

@WaS u Umlautautkombinat,
bei Kant darf man in der Debatte, die Sie führen, nicht stehen bleiben. Evtl. kommen Sie mit Wittgenstein weiter. Nach W. bildet die Sprache die Welt ab. Daher sind all die "Glaubensbereiche", das Mystische sprachlich eigenlicht nicht zu erfassen oder wenn sie versucht werden, in Sprache zu fassen, immer unter dem Verdacht, unlogisch auf den Empfänger der Sprachbotschaft zu wirken (vermutlich würde W. sogar das Verdikt aufstellen, es ist zwingend unlogisch). Über alle Glaubensdinge im engeren (Mystik etc.) zu reden, zu schreiben, fällt mithin eigentlich unter das, was W mit dem berühmten Schlußsatz des Tractus gesagt hat "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." Insofern @Umlautkombinat, fordern Sie mit ihrem Schlußsatz W.a.S. zu etwas Unmöglichem auf, nämlich etwas Unlogisches logisch zu begründen. W. selber scheint - so tief bin ich hier nicht drin - aus der Feststellung, dass man über Mystisches nicht reden kann, nicht zu schließen, dass es das nicht gibt. Für mich als Laie entspricht das eher einem agnostischen Standpunkt, dass es möglich ist, dass es einen Gott gibt, aber dass man dies weder beweißen noch widerlegen kann. Ein Patt zwischen Gläubigen & Ungläubigen.

Adler und Drache

24. Januar 2026 10:39

So wie alle Heiligen der Christenheit zwar wiederum – zuerst durch ihr Handeln – ein starkes Beispiel gaben, aber das, was ihnen geoffenbart schien, nicht plausibler vermitteln konnten, als es durch den sagenhaften Ursprung geschah.
Ursprünglich gehörten (ich nehme an: aus ebendiesem Grund) Religion und Kunst ja zusammen. Das Religiöse kann scheinbar nicht anders als übers Künstlerische vermittelt werden, wobei damit nicht "die Kunst" im heutigen Sinn gemeint ist. Das griechische Drama etwa war ununterscheidbar Kunst und Religion.
Seid sich das getrennt hat, seit sich die Kunst vom Religiösen "emanzipiert" hat (mit allen Folgen, die das nun eben hat), ist die Religion kommunikativ ärmer geworden, was sie innerlich auch vielfach enger gemacht hat. Das Christentum entbehrte von Beginn an solcher Tiefenverwurzelung, weshalb es teilweise so absurd dogmatisch war (schön dargestellt in Ecos "Baudolino"), erst im Mittelalter ging es eine tiefe und fruchtbare Verbindung mit der Kunst ein, die in der Neuzeit jedoch wieder gekappt wurde.    

Maiordomus

24. Januar 2026 10:57

@Fra Aimerich. Lieber Bruder Amerigo. Nehme Ihre Antwort an mich ernst, bleibe jedoch in dieser Sache Zweifler, schon weil die Religion, siehe Eckharts Buch der göttlichen Tröstung, nicht nur tröstlich ist und ich mich nun mal schon fragte, ob die Messe nicht doch reformbedürftig sei, freilich nicht im Sinne verschlechternder "Modernisierung". Noch beeindruckt bleibe ich von Calderons unglaublich eindrücklichen Mysterienspiel "Die Geheimnisse der heiligen Messe."
@Monika und an alle anderen, zumal auch an die weniger Gläubigen und für Zweifel Anfälligen. Gerade weil in der Debatte wohl etwas zu viele Literaturhinweise gemacht wurden, bleibt daran zu erinnern: Das von Ihnen oben genannte Standardwerk des amerikanischen Philosophen William James über die Religion, den man als Klassiker des Pragmatismus kennt, ist für Gläubige und Ungläubige gleichermassen eines der wertvollsten und informativsten Bücher über das, was Religion und sog. Spiritualität als menschliches Urbedürfnis für den einzelnen Menschen und die Menschheit überhaupt bedeuten kann. Echt lesenswert, potenziell für jeden mit Zustimmungspotential und vor allem informativ.   
    

RMH

24. Januar 2026 11:31

Ich bitte um Entschuldigung für die Tippfehler, insbesondere bei der Anrede von Umlautkombinat, in meinem Beitrag #24. Januar 2026 10:22. - war etwas schnell geschrieben.
@Adler u. Drache spricht einen wichtigen Punkt an. Wie vermittelt man Religiöses? Die Erfahrung des Numinosen? Kunst ist ein Aspekt, da Kunst in seiner Ausübungstechnik zwar rationalen Regeln folgt, aber Irrationales ausdrücken kann. Ein weiterer Aspekt ist der des Ritus, der Liturgie, der Zeremonie. Mittels dieses "Techniken" werden konkrete, religöse Erlebnisse wiederholbar, tradierbar & im besten Sinnen "konservierbar" gemacht. Jeder Schamane hat seinen Weg zu den "Geistern", jedes Bekenntnis seine Zeremonien & Liturgien. Daher ja die Faszination vieler Rechter und Konservativer für den tradit. Katholizismus, der diese Punkte besser wiedergibt, als bspw. der Protestantismus. Aber gerade bei Letzterem, der so sehr auf die Kraft des Wortes gesetzt hat, die im Bereich des Glaubens, wenn man bspw. Wittgenstein folgt (s.o), zu Unlogischem führt, sollte man das, was ein traditioneller, lutherischer Gottesdienst auch vermitteln kann, nicht unterschätzen.

MarkusMagnus

24. Januar 2026 11:42

@ Majestyk
"Trumps "Erpressungen" haben immerhin dazu geführt, daß im Nahen Osten eine relative Ruhe eingekehrt ist"
Die Ruhe sehen wir gerade bezüglich des Irans. Ich weiss, Ihnen gefällt das. Aber ein Risiko gibt es immer. Auch und gerade für Israel. 
Realistisch gesehen hat der Iran nur eine Chance: Präventiv die Stützpunkte und Flugzeugträger samt Begleitschiffen mit einem massiven Angriff von (Antischiffs)Raketen zu versenken. Mit russischer/chinesischer Hilfe wäre das zumindest nicht undenkbar.
Der Iran das Recht sich zu verteidigen. Auch präventiv. Und sollte dabei Israel vernichtet/unbewohnbar werden, dann ist es eben so.
 

Gracchus

24. Januar 2026 13:23

1/2 @WaS, RMH, Umlautkombinat 
Da haben Sie ja ein Fass aufgemacht. Kants Erkenntnislehre abzuhandeln, sprengt hier, meine ich, den Rahmen; mir erschienen die Einwände Hamanns - gegen den "Purismus der Vernunft" - immer triftig, dass Vernunft ohne Sprache nicht existiert, womit man dann - wie von @RMH getan - den Bogen zu Wittgenstein schlagen kann. Wittgenstein hatte eine starke religiöse Ader, die sich v. a. im Spätwerk bemerkbar macht. Wenn es um Sprache geht, würde ich aber eher noch Rosenstocks-Huessys Sprachlehre ins Spiel bringen, die die Funktion der Sprache nicht primär darin verortet, Aussagesätze über die Welt zu machen, sondern Wirklichkeit zu schaffen, analog Gottes in der Genesis. Sprache ist, was sich zwischen konkreten, leibhaftigen Sprechern und Hörern ereignet; fehlsam ist davon zu abstrahieren. 

Gracchus

24. Januar 2026 13:42

2/2@WaS, RMH, Umlautkombinat
@Umlautkombinat: Die Leere müssen Sie nicht zwingend mit Gott stopfen (allein deshalb nicht, weil die Leere selbst göttlich ist). Aber ich frage mich, ob von einem offenen Erkenntnisprozess die Rede sein kann, wenn Sie "Übernatürliches" prinzipiell ausschließen. 

Gracchus

24. Januar 2026 13:50

@Fra Aimerich: "einen der ergreifendsten und trostreichsten Sätze" - das kann ich aus eigener Praxis bestätigen! Ich würde auch wetten, dass die Bitte schon lange vor dem Konzil von Bestandteil des römischen Ritus war.

Majestyk

24. Januar 2026 14:13

@ Laurenz:
"Wer soll denn die verfolgten Christen retten, wenn nicht die Christen?"
Richtig. Geht aber noch weiter.
Wer soll Europa retten, wenn nicht die Europäer?
Wer soll Deutschland retten, wenn nicht die Deutschen?
 
Mit Übersprungspatriotismus bei fremden Konflikten, wo man glaubt Partei ergreifen zu müssen oder dem Skandieren von "Grönland den Grönländern!" wird dies nicht gelingen. Und ich hege gewisse Zweifel, ob oppositionelle Partei und oppositionelles Milieu "Europa den Europäern" oder "Deutschland den Deutschen" über die Lippen bekommen, wenn es darauf ankommt. 
 
Wenn z.B. Trump Christenverfolgung in Nigeria thematisiert und Konsequenzen androht, gleich welche Beweggründe es noch gibt, dann paßt das manchen ja auch nicht. 
 
Was ich nicht verstehe. Den Christen ist ihr Christentum angeblich wichtig, sie möchten auch die Kulturhoheit behalten bzw. wieder erlangen. Und warum haben die Christen dann nie massiv gegen die Ansiedlung von Muslimen, gegen die Errichtung von Moscheen protestiert? Warum wurde ich auch von Christen übel beschimpft, wenn ich sagte, daß es in Europa keine Minarette, erst recht keinen Ruf von Muezzinen geben dürfe? Wer nach Erlösung strebt, der muß ja wohl auch selber etwas dafür tun und nicht bloß passiv warten, daß ein Erlöser kommt, der alle Arbeit macht.
 

Majestyk

24. Januar 2026 15:19

@ MarkusMagnus:
"Der Iran das Recht sich zu verteidigen."
Auch gegen das eigene Volk? Hat eine Regierung auch das Recht, auf die eigene Bevölkerung zu schießen, wenn jene der Regierung den Gehorsam verweigert, weil sich das Volk von seiner Obrigkeit unterdrückt fühlt? 
Die Frage ist rhetorischer Natur, Sie haben mir diese bereits beantwortet, als wir über unsere Großväter sprachen.

Gracchus

24. Januar 2026 15:33

@Majestyk: "Was ich nicht verstehe." Das verstehe ich auch nicht. Ich mache dafür ein falsches Verständnis von Nächstenliebe - als wäre diese an staatliche Institutionen delegierbar - und einen falschen Ökumenismus ("alle Religionen sind gleich") verantwortlich; ausserdem sind die großen Kirchen in Deutschland - falls man da von Kirche überhaupt noch sprechen will und nicht von Immobilien- und Sozialkonzernen mit angegliedertem Spiritualitäts-Bereich - viel zu stark mit Staat und "Zivilgesellschaft" verflochten. 
Wenn man sich die Predigten eines Hans Milch oder Gregorius Hesse aus den 70/80ern anhört, sind die Parallelen zu den heutigen säkularen Diskussionen um Linksliberale, Konservative und Rechte frappierend, wobei die Konservativen am schlechtesten wegkommen. 

Majestyk

24. Januar 2026 15:47

Der Iran (persisch, nicht arabisch, daher auch Mittlerer und nicht Naher Osten) ist mir persönlich schnuppe. Das einzige Interesse, welches ich am Iran habe, besteht darin, daß dessen Bewohner dort bleiben und nicht nach Deutschland kommen und wenn möglich Iraner, die in Deutschland leben wieder in den Iran zurückkehren. Angeblich sind das ja Flüchtlinge, sollte also nichts dagegen sprechen, wenn es keine Fluchtursache mehr gibt.
Sollte sich ein solcher Zustand durch nachrichtendienstliche Operationen oder Interventionen ermöglichen lassen, dann sind das Dinge, für die auch lieber Steuern zahle als für die Unterbringung von Flüchtlingen. 
Ich habe weder etwas gegen andere Völker, noch gegen Ausländer, solange die sich nicht im Inland aufhalten. Ich würde auch nie behaupten, daß eine Kultur einer anderen überlegen ist, ich habe nur keine Lust fremdartige Kulturerfahrungen im eigenen Land zu machen und in meiner Region keine heimische Küche mehr in Restaurants genießen zu können, sondern nur fremde Küche. Wenn ich fremde Küche oder fremde Kultur will, dann fahre ich in die Fremde.
Mag simpel klingen, ist es vermutlich auch. Nur weiß ich nicht, warum deutschen Konservativen und Rechten andere Kulturen und fremde Menschen so wichtig sind und warum die eindeutige Priorität nicht der eigenen Kultur und den eigenen Menschen eingeräumt werden kann oder warum ich als verschmähter Liberaler eine identitärere Position vertrete als viele rechte Teilnehmer. Hier widerspricht sich doch etwas.

Dieter Rose

24. Januar 2026 16:15

@Maiordomus
Nach dem kürzlichen Besuch einer Messe nach tridentinischem Ritus frage ich mich,wo diese reformbedürftig ist. Für mich war es wieder mal eine Rückkehr. Verkopfen mag ich mich da nicht, einfach in mich aufnehmen! Darf doch so sein, oder?
 

Waldgaenger aus Schwaben

24. Januar 2026 16:20

@RMH 
kurz vor seinem berühmten Zitat 
Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
schreibt Wittgenstein
Wir fühlen, dass selbst, wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort.
https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Logisch-philosophische_Abhandlung#7
Beides hat Kant in seinem von mir oben zitierten Satz prägnanter ausgedrückt.
Es gibt Fragen, die die Vernunft nicht beantworten kann und nicht abweisen kann.
Das "nicht beantworten können" ist heute common sense. Das nicht-abweisen-können wird ignoriert und es wird immer wieder ein Religionsersatz gesucht. Die Philosophie nach Kant beweist dies. Was wurde nicht alles aufgeboten! Das Glück der Menschheit als letzte Antwort auf die Sinnfrage, oder -eine Nummer kleiner - das Glück des eigenen Volkes. Überzeugt alles nicht. Noch weniger überzeugt die Schönwetter-Philosophie von Existenzphilosophen wie Camus, Satre oder auch Heidegger.
Metapolitisch bleibt der Konsens: Der Staat hat sich bei der Antwort auf die letzten Fragen rauszuhalten. Er soll das Gemeinwesen verwalten und sonst die Bürger in Ruhe lassen. Das ist die konservativ-liberale Position.

Umlautkombinat

24. Januar 2026 16:46

Aber ich frage mich, ob von einem offenen Erkenntnisprozess die Rede sein kann, wenn Sie "Übernatürliches" prinzipiell ausschließen. 

Wie sagt man so schoen: It pays to keep an open mind, but not so open your brains fall out.
 
Scherz beiseite, Sie muessen schon richtig lesen, @Gracchus. Ich schliesse nicht aus, sondern im Gegenteil erstmal nichts ein. Wer das allerdings tut, der ist in Erklaerungsnot. Und dazu braucht er weniger einen offenen Verstand (ich habe eine Schwaeche fuer Versuche, ueber schoen klingende, aber hinreichend unscharfe Kategorien Punkte zu machen), sondern einen faehigen, der ueberzeugen muss. Und dazu braucht er verifizierbare Pruefsteine, um einmal an den Anfang zurueckzukehren. Sonst bleibt es einfach Pippi Langstrumpfs Weltzugang. 
 

Laurenz

24. Januar 2026 17:05

@Gracchus @Majestyk ... Majestyk schrieb auf den veröffentlichten Teil meiner Antwort an Ihre linksextreme Moralpredigt. Warum & von wem werden Christen verfolgt? https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/weltverfolgungsindex-2026-situation-der-christen-verschaerft-sich-weiter/ oder https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/christ-zu-fuenf-jahren-zwangsarbeit-verurteilt/ Die Redaktion war der Meinung ad-hominem gegen mich wäre ok, aber nicht gegen Sie. Sie verwässern hier wieder die Debatte. Wenn ich Sie aufrufe, nicht zu labern, sondern, wie die Musels es handhaben, zu handeln, siehe hier https://www.youtube.com/shorts/TlHaRg2mzAY?feature=share & hier https://www.youtube.com/shorts/PUmxz6Qf6Mg?feature=share, dann werden Sie persönlich & pampig. Der hier ist ein wahrer Christ auf dem Kreuzzug. https://www.youtube.com/shorts/h6r69m_pz8g?feature=share

Gracchus

24. Januar 2026 17:30

@Maiordomus, Dieter Rose
Nach den verheerenden Folgen der nachkonziliaren Liturgiereform würde ich sagen: "Finger weg von der Liturgie". Nicht nach meinem ersten, wo ich mich erst zurecht finden musste, aber nach meinem zweiten oder dritten Besuch der tridentinischen Messe (der Begriff ist nicht ganz korrekt) hatte ich Tränen in den Augen und verstand kurz die Welt nicht mehr, dass die Kirche dies aufgegeben hat. Wer wissen will, was katholisch ist, erfährt dies aus keinen Büchern, sondern muss die tridentinische Messe aufsuchen. 

Gracchus

24. Januar 2026 18:15

@Umlautkombinat: Das ist etwas spitzfindig. Gut, wenn etwas offen ist, kann darin ja nichts eingeschlossen sein. 
"Wer das allerdings tut, gerät in Erklärungsnot" - keineswegs. Im Mittelalter oder meinetwegen in einem theokratischen Staat gerieten Sie in Erklärungsnot, die Sie Ihr Leben kosten könnte. Und falls Gott existiert, gerieten ebenfalls Sie post mortem in Erklärungsnot. Leider hält das post mortem für Sie in dieser Hinsicht so oder so keinen Triumph bereit. 
Wir sind wieder da, wo wir beim letzten Mal waren, und darüber werden wir nicht hinaus kommen. Mit Wittgenstein kann ich sagen, dass Religion eher eine Lebensform ist. Das impliziert natürlich bestimmte Annahmen über Geist, Materie, Natur. Ich trachte aber nicht in erster Linie nach einem Welterklärungsmodell, in dem Gott als mehr oder weniger plausible Hypothese herumgespenstert. So wie es unhöflich ist, über Anwesende in der dritten Person zu sprechen, ist es auch unhöflich, über Gott zu sprechen, als wäre er nicht da - und erst recht wäre es unhöflich, ihn zu einer Hypothese zu degradieren. Gott als Hypothese lehne ich daher ab, ich brauche aber schon keine totalen Welterklärungsmodelle. Naturalismus oder Materialismus sind für mich trotz ihres heuristischen Werts inakzeptabel, weil sie mir schon keine befriedigende Erklärung für mein bewusstes Erleben liefern. 
 
 

Majestyk

24. Januar 2026 18:20

@ Gracchus:
"ausserdem sind die großen Kirchen in Deutschland (...) viel zu stark mit Staat und "Zivilgesellschaft" verflochten."
Genau deswegen sollten auch Christen gegen Konkordate sein. Da sich der Staat mit ebendiesen, die Gefolgschaft der Kirchen und Kontrolle über ebenjene erkauft hat und eben nicht andersherum. Wer die Musik bezahlt, bestimmt was sie spielt. Daher verwundert es nicht, wenn "schräge" Lehrpläne nicht nur in staatlichen Schulen Anwendung finden, sondern auch in konfessionsgebundenen.
Mit den Gewerkschaften hat man es ähnlich gemacht, weswegen Gewerkschaften als ideologische Türwächter fungieren und echte Arbeitnehmerinteressen zweitrangig sind, einfaches Beispiel, die Positionierung der Gewerkschaften während Corona oder Begünstigung des Imports von Konkurrenz am Arbeits- und Wohnungsmarkt. So wie die Amtskirchen nicht mehr den christlichen Glauben verteidigen, so vertreten Arbeiterparteien und Gewerkschaften nicht mehr die Interessen von Arbeitern bzw. Arbeitnehmern (ehe wieder einer über Arbeiterfolklore motzt). Schwups landen jene Institutionen unter staatlicher Kontrolle, bzw. Kontrolle der Regierung, die tatsächlich am ehesten zivilen Widerstand organisieren könnten, falls man mal welchen braucht.

Diogenes

24. Januar 2026 18:22

1/2
 
@Majestyk
 
"@ MarkusMagnus:"Der Iran das Recht sich zu verteidigen."Auch gegen das eigene Volk? Hat eine Regierung auch das Recht, auf die eigene Bevölkerung zu schießen, wenn jene der Regierung den Gehorsam verweigert, weil sich das Volk von seiner Obrigkeit unterdrückt fühlt?"
 
Das ist nicht nur eine Rhetorikfrage, sondern auch eine "Was-wäre-wenn"-Frage. Was wäre, wenn dem Kaiser treue Truppen die von kommunistischen Vaterlandsverrätern angefachten Aufstände in Heimat zusammengeschossen hätten? Was wäre, wenn der Standesdünkel in den Offiziersrängen nicht die Kampfkraft der deutschen Streitmacht im Westen behindert hätte? Im Osten hatten wir ja bereits den Friedensvertrag von Brest-Litowsk zu unseren Gunsten. 

Diogenes

24. Januar 2026 18:24

2/2
 
Dieses "Unterdrückt-fühlen" und Aufstände gegen die Staatsregierung anzetteln ist, wenn von Auslandsorganisationen bei den schwächsten Gliedern (wo man den Teile-und-herrsche-Spaltkeil ansetzen kann) eines Volkes angestiftet (wie zuletzt im Iran durch das sog "Starlink"-Satellitennetzwerk passiert und mit entsprechender Satellitenstörtechnik neutralisiert) eine Heuchelei ohne Wahrhaftigkeit. Berechtigter Widerstand eines Volkes gegen eine den eigenen Staat als Verfügungsmasse missbrauchende Regierung (siehe aktuelle Bauernproteste (geht um Bestandsexistenz des europäischen (bzw. eh schon benachteiligten deutschen) Nährstand gegenüber ausländischer Billigkonkurrenz) gegen EU-Brasilien Handelsabkommen) die das Gemeinwesen korrumpiert, ja! – Aber ideologische Straßenschlachten von z.B. antideutschen Schläger- u. Terrorbanden oder bekloppte Anarchisten/Separatisten  die jedes ihrem Ego widersprechende und natürlich durch Staatsautoritäten verwaltete Gemeinwesen ("Bullen-Schweine töten." und ähnliche Sprüche) ablehnen nicht die geringste Empathie/Sympathie! 

RMH

24. Januar 2026 18:34

"Wer wissen will, was katholisch ist, erfährt dies aus keinen Büchern, sondern muss die tridentinische Messe aufsuchen." 
Amen!
Schreibe ich als lutherisch-protestantisch Erzogener darunter, der wg. dem Impfterror die Amtskirche verlassen hat und damit mit einer Familientradition gebrochen hat. Meine Kinder sind aber ohnehin katholisch und ich fühle mich gut damit (wobei die katholische Kirche sich bei Corona auch nicht christlich und souverän verhalten hat, aber das Thema brauchen wir an dieser Stelle nicht mehr aufmachen).
Das ewige Gezänk zwischen den versch. Kirchen empfand ich schon immer als nicht dem gerecht werden, wofür sie eigentlich zu stehen haben: Als Vermittler der Ewigkeit (ich persönlich setze da noch Gott dazu, wer ihn nicht braucht, kann ihn weglassen. Wer Recht hat, erfahren wir - oder auch nicht - wenn wir tot sind) auf der den Gesetzen der Zeit und der Sterblichkeit unterliegenden Welt.

Maiordomus

24. Januar 2026 18:44

Religionsdebatten: Genau gesehen handelt es sich nicht, vgl.Strang über Solowjew, um banale katholische Beschränktheiten, sondern um Ahnung davon, dass die sog. Metapolitik als Ausfluss politischer Theologie zu deuten wäre. Da müssten Rechte v. hier, die sich aufregen, einschlägige Werke von C. Schmitt gelesen haben incl. Hobbes u. de Maistre. Kommt dazu, dass religiöse Radikalität, siehe Eckhart, an Atheismus grenzt, den asiatischen Richtungen, nicht Islam, unterschwellig verwandt, aber nicht identisch. Dostojewskijs "Grossinquisitor", u. Tolstoi wären zu kennen. Auf Brzezinski usw. u.a. Tagesideologen kommt es hier so wenig an wie auf Trump u. Märtyrer Kirk, nicht auf Frömmeln bei Putin. Eher "Order & History" von Voegelin v. wegen Zeitgeistanalyse Richtung Gnosis, wozu Hegel/Comte/ Marx/ Spengler/ Steiner Fussnoten darstellen. Auch Gender, Geschlechtswechsel, Klimaideologie, Feminismus können als Gnosis-Sekten gedeutet werden. Sicher kennt das Tagesgeschwätz seine Hintergründe nicht. (Anderes Thema:Messe. Hier wäre Kritik durch Reformatoren/Erasmus/Boehme/ Schweitzer/Orthodoxe zu reflektieren, nicht zu verwechseln mit Schulbuchwissen. Ketzergeschichte u. Judentum wären besser zu kennen.)          

Majestyk

24. Januar 2026 20:02

@ Gracchus:
"Wir sind wieder da, wo wir beim letzten Mal waren, und darüber werden wir nicht hinaus kommen."
Logisch. Es geht ja um Glauben. Ich verstehe nicht, warum sich Christen an Abtrünnigen abarbeiten. Von uns geht doch keine Gefahr fürs Christentum aus. Spitzfindig gefragt, wer schadet heute der Kirche mehr, Karl Marx oder sein Namensvetter? 
Bei aller Kritik weiß ich christliche Kulturleistungen zu würdigen. Europäische Kathedralen so ziemlich die schönsten Sakralbauten, finde ich. Die Sixtinische Kapelle für sich genommen schon erhebend, wäre nicht das Gedrängel. Und europäische Kirchenmusik ist wunderschön. Jetzt müßte man den Entstehungszeitraum berücksichtigen, denn eigentlich müßten Christen reaktionär sein, statt konservativ. Kultur, auch christliche muß sich über das Jetzt definieren können und nicht nur über die Vergangenheit. 
Ich würde nie behaupten, daß es keinen Gott gibt. Nur woher weiß man, wie er ist, wenn man sich kein Bild von ihm machen soll? Woher kennt man seinen Willen? Aufgeschrieben und interpretiert wurde ja von Menschen.
Man muß Wissenschaft und Religion gar nicht gegeneinander abwägen. Man streitet im Grunde über Dinge, die man glaubt oder eben nicht. Und Glaube ist doch wohl etwas Persönliches. Warum streiten? Gläubige und Ungläubige nehmen einander nichts weg.

Gracchus

24. Januar 2026 21:19

@Majestyk: Sie sprechen einen heiklen und richtigen Punkt an. Meine persönliche Antwort: In meiner Person vereine ich Kultur- und Glaubenschristentum; wie weit letzteres, sei dem Urteil Gottes anheimgestellt, "Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben". Vor die Wahl gestellt, ist mir bewusst, wäre das Kultur- dem Glaubenschristentum zu opfern. Für die Hl. Messe reicht notfalls auch eine Garage. Die derzeitige Kirchen- und Glaubenskrise kann auch als Fingerzeig der Vorsehung verstanden werden, dass sich Christen allzu bequem in ihrer "christlichen Kultur" eingerichtet haben und das Sekundäre der "ersten Liebe" gesetzt haben. 
Die nachkonziliare Kirche hat sich m. E. allzu sehr dem Zeitgeist anbequemt, den sie teilweise mit dem Hl. Geist verwechselt. Der Fairness halber muss man sagen, dass man vieles davon als Reaktion auf vorkonziliare Exzesse in die andere Richtung verstehen kann. 
"Nur woher weiß man ..." Das AT-Bildverbot ist ja - wohl aufgrund griechischen Einflusses - aufgeweicht (s. Ikonenverehrung). Ikonen werden aber auch "nur" als Fenster zu Ewigkeit aufgefasst. Sie können Gott im persönlichen Gebet, in der Hl. Messe und den Sakramenten näher kommen. Zwangsläufig werden sich mentale Bilder von Gott einstellen, aber wieder verschwinden. Die unio mystica ist jedenfalls nach dem Hl. Johannes vom Kreuz bildlos. Wie sich der Wille Gottes ermitteln lässt, ist im Einzelfall nicht immer leicht zu sagen. Insoweit gilt: "An ihren Früchten werden ihr sie erkennen." 
 
 
 
 
 

Karl

24. Januar 2026 22:42

Wenn ich sowas Imperativistisches und Abwertendes lese:
„Da müssten Rechte v. hier, die sich aufregen, einschlägige Werke von C. Schmitt gelesen haben incl. Hobbes u. de Maistre. ...Dostojewskijs "Grossinquisitor", u. Tolstoi wären zu kennen“. ... Auf Brzezinski usw. u.a. Tagesideologen kommt es hier so wenig an wie auf Trump u. Märtyrer Kirk, nicht auf Frömmeln bei Putin. Eher "Order & History" von Voegelin v. wegen Zeitgeistanalyse…." etc etc pp (Autor: @ Maiordomus)
frage ich mich jedesmal, weshalb diejenigen, die all diese Werke offenbar studiert haben, die man gelesen haben „muss“, wenn man überhaupt mitreden darf, weshalb diese Weisen von SiN uns Ungebildeten nicht ihre Offenbarung halbwegs verständlich und in gebotener Kürze kundtun können. Stattdessen name dropping und Abwertungen ohne Ende. Muss das wirklich sein? Es hat nicht jeder politisch Engagierte Philosophie oder Theologie oder ..., oder..., oder... studiert. Wenn sie Wissen haben, teilen sie es und fordern nicht, Mitkommentatoren hätten nun Berge von Literatur zu wälzen, bevor sie überhaupt mitreden dürfen. Das ist anmaßend.

Laurenz

25. Januar 2026 01:15

@Karl ... wer will sich schon seinen Lebenslügen konfrontiert sehen, weil er seine Lebenszeit mit Spinnern verschwendet hat. Carl Schmitt ist sicherlich eine sehr interessante Persönlichkeit, gewiß. Aber dazu gibt es schon ein Video mit GK & EL. Das reicht dicke & wenn man darauf Lust hat, kann man Empfehlungen im Video folgen. & natürlich kann man sich mit manch einem dieser Spinner-Autoren ohne echte Auflage trefflich unterhalten, allemal besser als Böhmermann. Bei Lanzwurst wird es dann schon eng. Aber das war es auch schon. Wenn Trump belesen ist, dann in den baurechtlichen Bestimmungen & Förderprogrammen in den USA. Nur Wissen, welches Macht verleiht, ist auch Macht. Das Entscheidende ist nicht zitieren zu können, sondern gerlernt zu haben, selbst zu denken & die Gedanken in Worte zu fassen.

Mitleser2

25. Januar 2026 08:53

@Karl: Bei der Mehrheit der Kommentatoren (die gerade bei diesen Themen auf Wenige reduziert sind) reden Sie gegen Wände. Deswegen habe ich das auch mit Realitätsflucht in Beziehung gebracht. So kann man trefflich in hohen Sphären diskutieren, und sich in seinen Haltungen bestärken. Migration, Mietrecht, Energie, Deindustrialisierung, Stadtbild ist da viel anstrengender und "banaler".

Maiordomus

25. Januar 2026 10:42

@Karl.Das wird sehr wohl geteilt, seit Jahren, es handelt sich meistenteils um Autroren, die seit Criticon und Gründung von Sezession in rechten Akademie-Tagung behandelt werden, eben als geistesgeschichtliche und theoretisch-ideologische Gundlage. Beschimpfungen und Abwertungen erfolgten indes vorher durch den bekannten Herrn, dessen tagespolitische Ausführungen hier durchaus anregend sein können, der nun mal aber bekanntermassen auf dem theoretischen Gebiet sich nie über Spitzenwissen ausgewiesen hat. Nicht dass es auf dasselbe immer ankäme, siehe was ich oben über Herrn Chruppala ausführte. Dieser verfügt, vgl. erst recht Spezialfall Trump, über kaum akademisches Grundlagenwissen, jedoch über politische Begabung, worüber Spitzenakademiker sehr selten gebieten. Ich vermute indes, dass sich Bosselmann/Lichtmesz/Sommerfeld als Parteiführer oder Strategen wenig eignen würden, hier aber bei Erörterungen, die in die Tiefe gehen, den praktischen Stammtischpolitikern möglicherweise um Welten überlegen sein dürften. @Karl. Trauen Sie sich zu, Marx, Habermas, Keynes, Klima-Meteorologen ihre theoretischen Irrtümer auf hohem ev. höchstem Niveau zu widerlegen? Das gehört u.a. zu Ansprüchen rechter Intelligenz incl. SiN.       

Maiordomus

25. Januar 2026 11:23

@Laurenz. Jetzt gefallen Sie mir endlich wieder mal, insofern Sie Carl Schmitt als "Spinner" bezeichnen, eine Auszeichnung, die stets auch Rousseau zukam. Dass freilich Carl Schmitt neben Marx für Mao der wichtigste Deutsche überhaupt war, der Chinese unterhielt sich darüber mit Helmut Schmidt,zeigt, dass Kubitschek wohl doch nicht falsch lag, so wie Schmitt sich wiederum gerne mit Hobbes und  Machiavelli verglich, mit Jünger übrigens Eifersuchts- und Konkurrenz-Probleme hatte. Von der praktischen Allgemeinverständlichkeit her war Schmitt freilich Marx überlegen, und er verstand wohl wie kein  zweiter Philosoph der Menschheitsgeschichte, dass man die Theologie nicht unterschätzen sollte. Hätte er nicht  gesagt "Der Führer schützt das Recht", würde er vielleicht als Einstein der Staatstheorie gelten.  Und natürlich war er, wie Rousseau, gewissermassen ein Spinner, nur um Welten bedeutender und  gegen den Strich gelesen lehrreicher , die de Herr L. aus dem Netz zu zitieren pflegt. Ehrlich gesagt, aber sympathisch war dieser unmögliche Schmitt den wenigsten, auch Rechten nicht, der fast bestkompromittierte Akademiker der Weltgeschichte.       

Laurenz

25. Januar 2026 11:43

@Mitleser2 @Karl ... die Debatte unter diesem HB-Artikel zog bei dem Titel "Kleine Ketzerei" zwangsläufig theologische & philosophische Aspekte nach sich. Denn ohne absolutistischen Deutungs-Anspruch unserer theologischen Denker gäbe es gar keine Ketzer. Bei den Heiden gibt es Welten, aber alle sind verbunden, bei den Juden ist primitiver Himmel & Erde 1. Bei den Heiden sind alle Welten real & die EDDA bildet Reales spirituell ab, also quasi die Seelen der handelnden Wesenheiten. Aber, die EDDA interpretiert nicht, sie schildert nur. Bei Juden & Christen ist das anders. Wenn bei den Christen das Reich deren Erlösers nicht von dieser Welt ist, von welcher Welt dann? & warum debattieren wir diese Fremdwelt im hier & jetzt? Oder ist diese Welt eine Utopie, wie bei den Marxisten? & unsere theologisch bestimmten Mitstreiter erklären uns nicht, warum dann die Existenz ihres Gottes im hier & jetzt eminent ist? Sie stellen uns nie die Verbindung ihres Gottes zu unserer Realität dar, außer in den persönlichen Befindlichkeiten. Wo ist der Unterschied in den Befindlichkeiten von Konzertbesuchern (siehe EK-Artikel) zwischen O'Bros & ManOwar (30 Mio.+ verkaufte Tonträger), die von Thor & Odin singen? Wenn ich dann von den Gläubigen auf der SiN zumindest erkennbare, glaubhafte Überzeugung einfordere, wird man persönlich. Das läßt mich verständnislos zurück, weil ich ja zu blöd bin.

Laurenz

25. Januar 2026 12:04

@Mitleser2 @Karl (2) ... bei den Juden versucht man wenigstens plausibel zu sein. Wenn es für die Juden schief läuft, liegt es an den Juden, die den Vertrag zwischen Volk & Gott gebrochen haben & nicht nach den Regeln ihres Gottes leben. Aber, wie man an unseren Reparationsleistungen erkennen kann, sehen das nicht alle Juden so. Bei den Christen höre ich bei Katastrophen nur, Gottes Wege sind unergründbar. Wenn dem so ist, brauchen wir auch keine Debatte. Dr. Berndt ist für mich das Idealbild eines Politikers. Es ist quasi ein Wunder, daß überhaupt solch ein Politiker existiert. Nicht, daß Dr. Berndt keine Kompromisse eingehen müßte, gewiß tut Er das, aber Er handelt immer makellos. Dabei ist es mir völlig egal, ob Dr. Berndt Seine Kraft aus Seinem Katholizismus zieht oder sonstwoher nimmt. Es bleibt völlig belanglos bei dem Urteil, daß das Handeln Dr. Berndts im hier & jetzt vorbildlich für jeden anderen Politiker ist, ob gläubig oder Atheist. Dr. Berndt ist, so oder so, glaubwürdig. Warum bleibt GK, aktuell hier im längeren (guten, wie kurzweiligem) Gespräch mit Frau Kosubek, in unserer Realität? https://youtu.be/3dr_7cygAO4

Laurenz

25. Januar 2026 12:14

@Maiordomus @L. ... Wenn Sie anhand von gelebten Werten den größten Deutschen festmachen wollen, im Verbund zwischen Akademie & realer, tatsächlicher Leistung war dies gewiß Friedrich Wilhelm Raiffeisen, auch wenn Er Sich nur bedingt durchsetzen konnte. Hier finden Sie die Verbindung von Marktwirtschaft, kompatibel mit rechter Kapitalismus-Kritik. Weil die NeueRechte sich zuwenig mit Ökonomie beschäftigt, aber lieber mit Gramsci, bleibt bei uns Raiffeisen, nicht angemessen, unterbelichtet. Schreibe Ihnen das nur, damit Sie meinen kritischen Standpunkt gegenüber Ihrem besser festmachen können. Und Raiffeisen war ganz gewiß kein Spinner. Carl Schmitt war auch in der Realität tätig. Aber was ist schon so ein Advokat, gegenüber jemandem, der gute Voraussetzungen für relativ gerechte Wertschöpfung erschafft.

RMH

25. Januar 2026 12:45

"trefflich in hohen Sphären diskutieren," @Mitleser2, aus meiner Sicht sind es keine hohen Sphären sondern Fragen & Themen, die sich doch alle Menschen in der einen oder anderen Weise stellen & durchdenken, also eher banal sind, als technokratische Fragestellungen des Alltags, des Stadtbilds etc., die wir in unserer arbeitsteiligen Welt durch Abgabe an Spezialisten bewältigen können, wenn überhaupt ein Problem gesehen wird, dieses zugelassen wird & man es überhaupt lösen will. Gerade wir Deutsche, deren Land einst als das der Dichter & Denker bezeichnet wurde, haben eine philosophische & teilweise grüblerische Grundstimmung. 

RMH

25. Januar 2026 12:47

@Laurenz, ja klar, da kommt bei Ihnen mal wieder der kleine, anitautoritäre Pipi-Langstrumpf-Punk durch. Richten Sie ihr Anti-Autoritäten Geätze doch besser weiter nach außen, gegen Lanzwurst, Parteibonzen & Co., da macht es Sinn. Manches muss man eben doch auch einmal im Original gelesen haben, um ernsthaft mitreden zu können. So viel man sich auch über Youtube- Videos Sekundärzusammenf. etc. für den argumentativen Schnellschuss aneigenen kann, nur nach der Lektüre ad fontes erzielt man auch Wirkungstreffer beim Schießen. 

Karl

25. Januar 2026 13:15

1
@Maiordomus @Karl.Das wird sehr wohl geteilt, seit Jahren, es handelt sich meistenteils um Autroren, die seit Criticon und Gründung von Sezession in rechten Akademie-Tagung behandelt werden, eben als geistesgeschichtliche und theoretisch-ideologische Gundlage. 
Mit solch allgemeinen Behauptungen Ihrerseits kann ich leider nichts anfangen. Sie sind hier wieder in Ihrem Verweismodus. Statt Autoren nennen Sie jetzt Tagungen. Werden Sie mal inhaltlich: welche Autoren empfehlen Sie denn für eine „geistesgeschichtliche und theoretisch-ideologische Grundlage“. Also bitte konkreter: Wann finden diese Tagungen statt? Wo finden diese statt? Veranstalter, welche Autoren werden diskutiert, welche Referenten tragen vor? 
Beschimpfungen und Abwertungen erfolgten indes vorher durch den bekannten Herrn, dessen tagespolitische Ausführungen hier durchaus anregend sein können, der nun mal aber bekanntermassen auf dem theoretischen Gebiet sich nie über Spitzenwissen ausgewiesen hat. 
Welches „theoretische Gebiet“ meinen Sie eigentlich? Weshalb benennen Sie es nicht konkret? Theorien gibt es wie Sand am Meer. Was ist denn in Ihren Augen „Spitzenwissen“? Wenn man - wie Sie - Autorennamen aufreiht und behauptet, die Inhalte all dieser Werke zu kennen, ohne diese aber zu vermitteln? Das ist kein „Wissen“. Wenn Sie die Literatur wirklich kennen, sollten Sie diese auch darstellen können. 

Karl

25. Januar 2026 13:19

@Maiordomus "@Karl.Das wird sehr wohl geteilt, seit Jahren, es handelt sich meistenteils um Autroren, die seit Criticon und Gründung von Sezession in rechten Akademie-Tagung behandelt werden, eben als geistesgeschichtliche und theoretisch-ideologische Gundlage." 
Mit solch allgemeinen Behauptungen Ihrerseits kann ich leider nichts anfangen. Sie sind hier wieder in Ihrem Verweismodus. Statt Autoren nennen Sie jetzt Tagungen. Werden Sie mal inhaltlich: Welche Autoren empfehlen Sie denn für eine „geistesgeschichtliche und theoretisch-ideologische Grundlage“. Also bitte konkreter: Wann finden diese Tagungen statt? Wo finden diese statt? Veranstalter, welche Autoren werden diskutiert, welche Referenten tragen vor? 
"Beschimpfungen und Abwertungen erfolgten indes vorher durch den bekannten Herrn, dessen tagespolitische Ausführungen hier durchaus anregend sein können, der nun mal aber bekanntermassen auf dem theoretischen Gebiet sich nie über Spitzenwissen ausgewiesen hat." 
Welches „theoretische Gebiet“ meinen Sie eigentlich? Weshalb benennen Sie es nicht konkret? Theorien gibt es wie Sand am Meer. Was ist denn in Ihren Augen „Spitzenwissen“? Wenn man - wie Sie - Autorennamen aufreiht und behauptet, die Inhalte all dieser Werke zu kennen, ohne diese aber zu vermitteln? Das ist kein „Wissen“. Wenn Sie die Literatur wirklich kennen, sollten Sie diese auch darstellen können. 

Karl

25. Januar 2026 13:21

2
@ Maiordomus: „Nicht dass es auf dasselbe immer ankäme, siehe was ich oben über Herrn Chrupalla ausführte. Dieser verfügt, vgl. erst recht Spezialfall Trump, über kaum akademisches Grundlagenwissen, jedoch über politische Begabung, worüber Spitzenakademiker sehr selten gebieten. Ich vermute indes, dass sich Bosselmann/Lichtmesz/Sommerfeld als Parteiführer oder Strategen wenig eignen würden, hier aber bei Erörterungen, die in die Tiefe gehen, den praktischen Stammtischpolitikern möglicherweise um Welten überlegen sein dürften.“ 
Ja, jedem das Seine. Aber eine Demutshaltung wäre dabei wünschenswert. Begabungen sind unterschiedlich verteilt. Gönnen Sie diese doch bitte jedem. Und erwarten bitte nicht, dass jeder solche Prioritäten setzt, wie Sie dies tun. Selbst wenn jemand als „überlegen“ (hinsichtlich welcher Kriterien eigentlich) wahrgenommen wird, bedeutet dies nicht, dass die behaupteten PS auch auf die Strasse gebracht werden können, falls Sie verstehen, was ich meine. Narzissten fühlen sich auch „überlegen“. 
@Karl. Trauen Sie sich zu, Marx, Habermas, Keynes, Klima-Meteorologen ihre theoretischen Irrtümer auf hohem ev. höchstem Niveau zu widerlegen? Das gehört u.a. zu Ansprüchen rechter Intelligenz incl. SiN.       
Mit „Klima-Meteorologen“ meinen Sie doch gleich wen genau? Die übrigen Autoren sind kalter Kaffee. Trink ich nicht gern. 

Maiordomus

25. Januar 2026 13:43

Korr. zu Schmitt: Natürlich haben auch andere Philosophen der Menschheitsgeschichte die Theologie nicht unterschätzt, etwa Pascal und grosse Logiker wie der Priester Bernard Bolzano. Es musste heissen: Schmitt  unterschätzte die politische Theologie nicht, ja, es ist so, dass Schmitt als der Schöpfer des Begriffs "politische Theologie" gilt, wiewohl es dies natürlich faktisch längst vor ihm gab. Selber studierte ich mehrere Semester beim mutmasslich besten Kenner, wiewohl kritischem Kenner von Carl Schmitt und wurde zu dieser  Thematik auch geprüft, weswegen es nicht als arrogant gelten sollte, wenn ich auf diesem Gebiet im Vergleich zu anderen SiN-Teilnehmern als eingearbeitet gelten kann, sogar im Vergleich zu Kubitschek, insofern mein erstes Seminar zum Thema bereits im Jahr seiner Geburt absolviert. Meine jedoch damit nicht, dass Jüngere mich diesbezüglich nicht überholen könnten oder überholt haben.    

Majestyk

25. Januar 2026 14:44

@ Laurenz:
"Das Entscheidende ist nicht zitieren zu können, sondern gerlernt zu haben, selbst zu denken & die Gedanken in Worte zu fassen."
Der Satz ist richtig und könnte von mir sein.
Leider wenden Sie ihn immer dann nicht an, wenn sich jemand erlaubt selbstständig zu denken, aber zu anderen Schlußfolgerungen als Sie selber kommt. 
Debatten drehen sich im Kreis, weil man beständig Wissen von gestern rekapituliert, welches ziemlich oft gestern schon nicht sonderlich gut funktioniert hat. Fortschritt entsteht durch Hinterfragen des Bestehenden. Sonst würde sich die Sonne heute noch um die Erde drehen und man hätte Droschken statt Taxis. Die ganze Verteidigung von gestrigem blockiert die Entstehung von Neuem.
Ein weiterer Fehler ist der Glaube Mehrheiten hätten recht, weil Quantität als Argument gilt. Dabei haben gerade in Forschung, Wissenschaft und Technik oftmals die Querulanten recht behalten. 
Konservativ sein, kann doch nicht bedeuten sich wie ein Besoffener an der Laterne der Vergangenheit zu klammern, sondern ergibt nur Sinn, wenn man bewährte tradierte Werte als Orientierungshilfe in die Zukunft nutzt.
 
 
 

Gracchus

25. Januar 2026 14:49

@Karl: Sie können natürlich hier mitreden, ohne die von @Maiordomus genannten Werke oder Autoren gelesen zu haben. M. E. ist aber @Maiordomus der einzige, der solche Lektürekenntnisse einfordert. 
Richtig ist, dass solche Bezugnahmen mehr bringen, wenn sie auch inhaltlich gefüllt sind. Es ist aber grundsätzlich sinnvoll, die herrschenden Ideologien geistesgeschichtlich zu beleuchten. Die herrschenden Ideologien tragen sehr viel zur realpolitischen Blockade bei, das sollte unbestritten sein. Der Kampf ist auch ein geistig-intellektueller. Dafür muss man sich rüsten. 

Jupp Koschinsky

25. Januar 2026 14:53

zu Majestyks Entgegnung  vom 24. Januar 2026 auf @ MarkusMagnus´ Klarstellung "Der Iran hat das Recht sich zu verteidigen.": Auch gegen das eigene Volk? Hat eine Regierung auch das Recht, auf die eigene Bevölkerung zu schießen, wenn jene der Regierung den Gehorsam verweigert, weil sich das Volk von seiner Obrigkeit unterdrückt fühlt? 
Majestyk, Majestyk, Sie werden doch auf Ihre alten Tage nicht zu moralisieren anfangen? Waren Sie bisher nicht immer der Ansicht, "Wer die Macht hat, hat das Recht?" Davon abgesehen verweise ich auf diese Betrachtung: https://apolut.net/der-misslungene-regime-change-im-iran-von-jochen-mitschka/
Zu Ihrer weiteren Einlassung am 24. Januar 2026: Nur weiß ich nicht, warum deutschen Konservativen und Rechten andere Kulturen und fremde Menschen so wichtig sind ...
Vielleicht, weil mit anderen das gleiche Spiel wie mit uns gespielt wird.
... und warum die eindeutige Priorität nicht der eigenen Kultur und den eigenen Menschen eingeräumt werden kann ... 
Wird doch, aber Deutschland liegt nun einmal nicht außerhalb der Welt, sondern mittendrin.

Gracchus

25. Januar 2026 15:14

@Mitleser 2: In meinem Studium bewegte ich mich in linken theorielastigen Milieus. Obgleich eher links, dachte ich damals: "Wie abgehoben, was für Spinner!" Nie hätte ich mir träumen lassen, dass diese Ideen zu Race und Gender später in Gesetze gegossen würden und den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen. Das sollten Sie sich und @Laurenz vor Augen halten. 
Im Übrigen wurde hier bereits genügend über Migration, Stadtbild, Deindustrialisierung diskutiert. Diskussionen, die an der realen Misere nichts ändern, weil es dafür politisch verbindliche Entscheidungen braucht. 

Majestyk

25. Januar 2026 15:41

@ RMH:"@Laurenz, ja klar, da kommt bei Ihnen mal wieder der kleine, anitautoritäre Pipi-Langstrumpf-Punk durch. (...) Manches muss man eben doch auch einmal im Original gelesen haben, um ernsthaft mitreden zu können."
Und warum fordert ausgerechnet ein vermeintlich Liberaler Gehorsam ein, wo Gehorsam mal so gar nicht angebracht ist? Was Sie hier verteidigen, ist ständisches Denken, und das ist keinen Deut besser als Egalitarismus.
Kein Mensch muß Marx gelesen haben, um zu wissen, daß er Murks ist. Hegel, Schopenhauer oder Nietzsche sind tot. Keiner von denen wird Ihnen eine Antwort auf die Frage geben, wie sich Ausdünnung, ökonomischer Absturz oder Knechtung verhindern lassen.
Ich meine mich erinnern zu können, daß Sie es waren, der bei Chrupalla die theoretische Tiefe vermisst. Ich bin zwar kein Chrupalla-Anhänger, aber diesem Land würden mehr Handwerksmeister in der Politik guttun - und eindeutig weniger Soziologen oder Juristen.
Kunst basiert auf der Beherrschung des Handwerks, nicht andersherum.

Laurenz

25. Januar 2026 15:44

@Karl @Maiordomus & Majestyk @L. ... Hatte oben das neue Kosubek-Interview mit GK verlinkt. Kann Ihnen das nur empfehlen. GK berichtet mit einfachen Sätzen, wie Mitte der 10er Jahre, erste Interviews mit gut vorbereiteten Journos auch gut liefen. Die Strategie, auf einer geisteswissenschaftlichen Ebene, neue Inhalte auf der rechten Seite des politischen Spektrums zu implementieren, war deswegen völlig konkludent, weil der Rechten der Ruf entweder des Proletenpacks bei der JN oder der altrechten Jammerlappen, die sich ewig & 3 Tage, zu Recht oder zu Unrecht (spielt keine Geige), über erlogene Nachkriegspropaganda echauffierten, vorauseilte, anstatt sich um die Gegenwart oder die Zukunft zu kümmern. Mit einer geisteswissenschaftlichen Ebene konnte man sich einen gewissen Respekt verschaffen, da gleichzeitig das Niveau der Linken erdrutschartig im Orkus verschwand, wenn wir mal von ein paar AltLinken, mittlerweile auch außerhalb des Framings, absehen. Hier Martin Sonneborn, beispielhaft gut zu Mercosur vorgetragen.  https://youtu.be/-15kQF0imWU Bei TvW & MS kann man eklatante Verbesserungen bei Vorträgen im Laufe der letzten Jahre festmachen, auch für einfache Völkische, wie uns.

Gracchus

25. Januar 2026 15:52

@Majestyk: Stimme zu, dass es politisch vor allem darum geht, Zukunft zu schaffen. Zukunft wird - so der bereits erwähnte Rosenstock-Huessy - durch die Bestimmung von Nachfolgern, ob physisch oder geistig gezeugt, geschaffen, gewissermaßen durch ein transgenerationelles Band. Damit sind auch die gegenwärtigen Probleme benannt. Denn einerseits fehlt es womöglich bereits an physischen Nachfolgern, anderseits wird die kulturelle Überlieferung abgelehnt und nicht weitergegeben bzw. etwas Schädliches weitergegeben (Stichwort: "Ethnomasochismus"). M. E. sind dies so basale wie banale Vorgänge oder Voraussetzungen, die sich nicht in die üblichen Schemata einordnen lassen. 
Ihren Fortschrittsglauben vermag ich so nicht zu teilen, wenn keine Kriterien dafür benannt werden, was Fortschritt ist und ob dieser Fortschritt gut ist. Auch das Neue ist nicht schon deshalb gut, weil es neu ist, es muss sich ja erstmal bewähren, und auch dafür müssen Kriterien benannt werden. Natürlich können Sie sagen, dass moderne Gesellschaften stets auf den neusten Stand von Wissenschaft und Technik gebracht, ja selbst innovativ werden müssen, wenn sie ihren Wohlstand erhalten wollen bzw. nicht abgehängt werden wollen. Aber was ist der Preis dafür? 
 
 
 

Laurenz

25. Januar 2026 16:00

@RMH @L. ... Habe den Quran & die Bibel (mit verschiedenen Interpretationen) auf Deutsch gelesen. Also besitze ich die wichtigste Grundlage, über die auch jeder Theologe oder Islamwissenschaftler verfügt. Der entscheidende Unterschied zwischen einem Theologen & mir ist, ich muß nichts erklären, beweisen oder rechtfertigen. Weil mir natürlich historische Quellenkunde fehlt, haben ich mir das 6-Stunden-Mammut-Werk von ARTE, "Die Apokalypse", x mal angesehen & selbst nachrecherchiert. Hier kommt der Punkt, RMH, kein Christ, ob Protestant, Katholik oder sonstwas, will mit mir auf der SiN die Schrift debattieren. Da brauchen auch Sie Sich nichts vorzumachen. Herr Achijah Zorn, studierter Ex-Pastor, läßt Sich bei Tichys auf diese Nummer ein, SiN Pustekuchen. Sie brauchen doch nur in die Maiordomus-Kommentare schauen, permanente Namens-Zitate irgendwelcher Klugscheißer, anstatt Selbst in medias res zu gehen. Das ist ein ziemlich linksextremes Gehabe. Solch ein Gespräch hatte ich mal bei einem DKP- Wahlkampfstand in Mainz vor 20 Jahren mit einen Ideologen. Marx hat dies gesagt & geschrieben & Engels hat das gesagt & geschrieben. Eine Debatte darüber war kaum möglich, weil quasi der Gott der DKP längst gesprochen hatte.

Majestyk

25. Januar 2026 16:08

@ Jupp Koschinsky:
"Waren Sie bisher nicht immer der Ansicht, "Wer die Macht hat, hat das Recht?"
Das ist eine Behauptung ohne Beleg, und ich werde mich nicht für Aussagen rechtfertigen, die ich nicht getätigt habe.
 
Andersherum wird ein Schuh daraus. Sie oder MarkusMagnus moralisieren ständig, siehe Gaza. Und kaum passen Ihre Argumente nicht mehr zu Ihrem Sympathiespektrum, verlieren diese ihre Gültigkeit und werden umgedeutet. Sowas nennt man doppelte Standards.
Da ich hier jederzeit bereit bin, den Gehorsam zu verweigern, wenn ich ansonsten gegen meine Überzeugungen handeln müßte, siehe Digitalzwang, Kartenzwang, Impfzwang, angepaßte Sprache, Bekenntnis zu "unserer Demokratie", Akzeptanz von Klimaschwindel oder "Migrationsnotwendigkeit", gestehe ich das Recht auf Gehorsamsverweigerung auch jedem anderen zu. So auch dem Iraner, wenn er einer Theokratie nicht mehr folgen will, in der die Bonzen ohnehin machen, was sie wollen.
Ich würde weniger Texte von Linken lesen, vielleicht kommen Sie dann nicht auf die Idee, linke Regime andernorts zu verteidigen.

Majestyk

25. Januar 2026 16:21

Marx oder Habermas muß man nicht auf "hohem Niveau" widerlegen, da diese selber nicht über ein hohes Niveau verfügen. Das ist Scheinintelligenz, die sich hinter einer verklausulierten Sprache versteckt. 
Essenzielle Wahrheiten kommen meistens schlicht und knapp daher. Sind allgemein verständlich und im Abgleich mit der realen Welt nachvollziehbar.
Wieso soll es eigentlich wichtiger sein, geisteswissenschaftliche Bücher gelesen zu haben, als zum Beispiel fähig zu sein, einen Motor auseinander- und wieder zusammenzubauen und so also zu verstehen, wie ein solcher Motor funktioniert? M.E. wird viel zu viel wert auf sprachlicher Ausdrucksfähigkeit gelegt, auch in der Beurteilung von politischem Führungspersonal. Das erzeugt eine Schieflage. So wird wichtig, wie jemand etwas sagt, und nicht was er wirklich zu sagen hat.

MarkusMagnus

25. Januar 2026 16:23

@ Jupp Koschinsky
Danke für den interessanten Link. Mittlerweile wäre es für die iranische Führung ein Verbrechen am eigenen Volk, keine (!!!) Atomwaffen zu haben.
Ich denke und hoffe, dass diese mittlerweile welche entwickelt haben. Ich bete sogar darum. Eine Interkontinental-Rakete wurde vom Iran erst vor ein paar Tagen erfolgreich getestet.
Und Mahmud Ahmadinedschad war als Präsident des Iran ein wahrer Freund des deutschen Volkes. Er hat ähnliches wie später Höcke gesagt, als Höcke noch Lehrer war. Wir Deutschen haben mehr Freunde auf der Welt, als wir denken. Aber mit denen versauen wir es uns, himmeln aber die an, die uns vernichten wollen. Ja, wie bescheuert sind wir denn eigentlich? Stockholm-Syndrom?
Kein ehrlicher deutscher Patriot kann gleichzeitig Zionist sein. Punkt.

Karl

25. Januar 2026 16:32

@Laurenz: Danke für den link zum Kosubek-Interview mit GK! Er bleibt m.E. wohl in "unserer Realität", weil die spirituelle/religiöse für die meisten irrelevant und unzugänglich ist und bleibt. 

Ingelore

25. Januar 2026 16:37

Danke@Karl
Es ist ausgeschlossen, dass unser Glaube den Verzicht auf vernunftmäßige Erlärung und vernunftmäßiges Forschen fordere; denn wir können auch nicht glauben, wenn wir nicht vernunftbegabte Seelen hätten. Wenn bei einigen geoffenbarte Heilswahrheiten, die wir mit dem Verstand noch nicht zu erfassen vermögen, einstens aber erfassen werden, der Glaube der Vernunft vorausgeht, damit das Herz geläutert und für das Licht der höheren Venunft empfänglich und fähig werde, so entspricht dies durchaus auch der Vernunft: Wenn ihr nicht glaubt, so werdet ihr nicht einsehen(Jes7.9)An dieser Stelle ist offenbar zwischen beiden Ausdrücken unterschieden; es wird er Rat gegeben, zuerst zu glauben, um dann das Geglaubte auch verstehen zu können. Es scheint also ein Gebot der Vernunft, dass der Glaube der Vernunft vorausgeht. Wäre dieses Gebot nicht vernünftig, so wäre es ja unvernünftig, was unmöglich ist.Wenn es also ein Vernunftgebot ist, dass bei gewissen erhabenen Dingen, die wir noch nicht begreifen können , der Glaube der Vernunft vorausgeht, so geht auch ohne Zweifel das bisschen Vernunft , das dies lehrt, dem Glauben voraus.
Hl.Augustinus 

RMH

25. Januar 2026 17:01

@Majestyk, ich habe hier keinen Gehorsam eingefordert, es sei denn, Sie verwechseln Respekt mit Gehorsam. Aber gut, dass Sie beim Handwerker sind. Keiner, der nicht vom Fach ist, käme auf die Idee, mit einem Handwerker zu diskutieren, wie er bspw. eine Heizung, Rohrleitung oder einen Schaltkasten zu installieren hat. Sobald es aber um Themen geht, bei denen man nur das Maul aufmachen muss, hat jeder mitreden zu dürfen. Darf er grundsätzlich auch, aber er darf sich dann nicht beschweren, wenn manche sich eben besser auskennen & ihm mangelnde Durchdringung des Themas, fehlende Kenntnisse etc. recht einfach nicht nur vorwerfen können, sondern auch nachweisen. Kurzum: Lassen Sie mal bitte das Standesdenken in der Schublade. 
"Kein Mensch muß Marx gelesen haben, um zu wissen, daß er Murks ist. Hegel, Schopenhauer oder Nietzsche sind tot. Keiner von denen wird Ihnen eine Antwort ...."
Das können Sie aber nur ernsthaft behaupten, nachdem sie es gelesen haben. Insofern können wir uns gerne auch um des Kaisers Bart streiten, aber ein bisschen Respekt vor Menschen, die Geistesarbeit leisten, sollte man genauso haben, wie man Respekt für Menschen hat, die Handarbeit machen. Das gehört in einer Gesellschaft dazu. Niemand hindert im Übrigen Handwerker in die Poilitik zu gehen. Sie haben es aber offenbar nicht nötig, da sie auch ohne Parteiengezänk nach wie vor "goldenen Boden haben". 

Maiordomus

25. Januar 2026 17:58

@Laurenz. Von Fr. Wilhelm Raiffeisen, einem Praktiker, habe ich wie Sie eine sehr hohe Meinung. Sein "Pendant" in der Schweiz war nach der vorletzten Jahrhundertwende Pfarrer Traber von Bichelsee/Thurgau, wirklich, der ist bedeutend und hat im Gegensatz  zu Carl Schmitt eine wohl fleckenlose Biografie, aber Sie können ihn wohl kaum mit sagen wir mal Adam Smith vergleichen oder Pufendorf, dem wohl bedeutendsten Staatsdenker der deutschen Aufklärung, wie wohl gerade die Basisüberzeugungen von Pufendorf, seine ethischen Grundlagen, gut zum Praktiker Raiffeisen passen. Würde Ihnen übrigens, im Gegendsatz zu mir, einen Vorstandsposten in einer Raiffeisenbank zutrauen, das braucht einen sehr hohen Grad praktischer Vernunft, einem echten Intelligenzfaktor, bei Raiffeisen gewiss auch mit "Kundennähe" verbunden. Sie könnten gewiss dort sehr gut erklären, dass und warum man bei jener Bank etwa Leute mit rechter polit. Einstellung nicht diskriminieren sollte und F.W. Raiffeisen dies wohl auch nicht praktiziert hätte, es würde diesem Typus Bank echt schaden, dem volksnahen Geist des Gründers wohl widersprechen.     

Gracchus

25. Januar 2026 18:34

@Laurenz: Sie wollen jetzt über die "Apokalypse" diskutieren? Zu welchem Zweck und aus welchem Anlass? 
Im katholischen Bereich ist Theologie nicht nur Bibel-Exegese, sondern wiederum in verschiedene Disziplinen unterteilt. Es gilt auch nicht "sola scriptura", sondern Tradition und Schrift. Folglich müssten Sie auch die lehramtliche Entwicklung beachten. Der biblische Kanon kommt überdies aus der Kirche, nicht umgekehrt. Zentral für die Kirche ist die Hl. Messe, und darin zentral das Messopfer. Um über den katholischen Glauben zu diskutieren, müssen Sie, scheint mir, noch etwas draufsatteln. 
 
 

links ist wo der daumen rechts ist

25. Januar 2026 18:42

Ohne die 189 Kommentare gelesen zu haben zurück zum Ausgangstext.
Natürlich geht es Politik und Religion um letzte Gewissheiten. Agamben hat in seinem "Homo sacer. Herrschaft und Herrlichkeit" u. a. entlang der Debatte Schmitt-Peterson Wesentliches dazu geschrieben. Egal ob wir von Politischer Theologie oder theologischer Politik (Jan Assmann) sprechen, verbindet beide Sphären eine unmittelbare Zustimmung, i.e. Akklamation, in unserer modernen säkularen Gesellschaft ist das: erraten, die öffentlich Meinung der Medien.
Ich hingegen plädiere im Sinne Kracauers für vorletzte Gewissheiten bzw. erfreue mich an unserer häuslich-kopernikanischen Transzendenz im Sinne Blumenbergs.

MarkusMagnus

25. Januar 2026 18:59

@ Majestyk
Es gibt schon einen Unterschied zwischen "Gehorsam verweigern" und im Auftrag einer fremden Macht mordend und brandschatzend durch die Straßen zu rennen.
Ich habe die Videos aus dem Iran gesehen. Ein Mob aus schwarzgekleideten Brandstiftern war das. Fast nur maskierte Männer. Sahen aus wie die Antifa auf Steroiden.
Die haben sowohl Sicherheitskräfte wie auch friedliche Zivilisten angegriffen. So wie damals beim Maidan.
Typisch für sog. Farbenrevolutionen.
 
 

Ingelore

25. Januar 2026 19:38

Unglaublich, diese Resonanz auf ihren Beitrag , Herr Bosselmann. Sind es die richtigen Fragen, die Sie stellen, oder ist es die große Nachfrage nach ihrer Themenauswahl? Offensichtlich treffen Sie einen Nerv, schaffen eine fruchtbare Debattengrundlage bei Menschen, die etwas vom "Fach" verstehen oder nicht verstehen. Der Wunsch nach Erlösung ist im Menschen angelegt, ob nun offenbar oder nur latent . Diesem Erlösungswunsch liegt ein Erleben des Mangels zugrunde.
Wer sollte uns Menschen denn wohl erlösen, wenn nicht der, der uns geschaffen hat. Diese Erkenntnis setzt allerdings Demut voraus, aber es heißt nicht umsonst: Der Hochmut stirbt zuletzt. Ein geistiger Austausch ist immer wertvoll, aber nur dann, wenn der Gesprächspartner dort abgeholt wird, wo er sich befindet, und zwar in Liebe. Was nützt es anderen, sich mit dem zu brüsten, was man studiert bzw. gelesen hat. Teile doch die persönlichen Erkenntnisse mit, die du aus all dem gewinnen konntest; dafür müssten 1000 Ziffern wohl ausreichen. Manchmal reicht ein Zitat, das man teilen möchte, ein Geistesblitz, ein Wink vom Himmel. Alles andere ist nur Schall und Rauch und völlig unfruchtbar, dient allenfalls dem eigenen Ego. Es ist das Wesen von Wahrheit, dass man auf sie bauen kann; alles andere ist dem Tode geweiht. Kein Mensch hat Gott gefunden allein durch Nachdenken, es gehört die Betrachtung dazu. Betrachte dich selbst und deine Motive, nur dadurch kannst du dich über dein Selbst erheben und dich aus dem Kerker deiner Vorstellungen und Selbsterhöhung befreien. (Lassen!)

RMH

25. Januar 2026 20:18

@links ist wo der daumen rechts ist, #25. Januar 2026 18:42
Sarkasmus und Ironie-Modus an:
Achtung, Sie geben gerade damit an, ein Buch gelesen zu haben und beziehen ihre Argumente darauf, um ihnen eine Autorität der Bildung zu verleihen, statt frei Schnauze drauf los zu reden. Damit könnten Sie den Eindruck erwecken, arrogant und Standesdünkel behaftet andere von der Debatte auszuschließen, die dieses Werk nicht gelesen haben oder generell weniger lesen. Das Debattenforum der Rechtsintellektuellen hat gerade bei einigen einen Zug des antiintellektuellen Ressentiments an den Tag gebracht. Da kann ich ja froh sein, kein Brillenträger zu sein, sonst würde mich Bruder Nr.1 sofort einer anti-bourgeoiser Sonderbehandlung zu führen. Sie sind doch hoffentlich auch kein Brillenträger?
Sarkasmus und Ironie-Modus aus.

Laurenz

25. Januar 2026 20:40

@Maiordomus @L. ... Sie & ich haben einen extrem unterschiedlichen Ansatz bei der Beurteilung von gesellschaftlicher Eminenz. Sie denken, ein Staatswesen kommt nicht ohne Philosophie aus, ich denke das Gegenteil. ... @RMH @Majestyk ... Die Leistung von Handwerkern, ob Chirurg oder Klempner ist meßbar, die von Philosophen nur sehr bedingt. Ist Marx nun der Vater des modernen Massenmords oder nicht? ... @Ingelore ... genau ... Allen Edeln gebiet ich Andacht, hohen und niedern von Heimdalls Geschlecht; Ich will Walvaters Wirken künden, die ältesten Sagen, der ich mich entsinne. /  Riesen acht ich die Urgebornen, die mich vor Zeiten erzogen haben. Neun Welten kenn ich, neun Äste weiß ich an dem starken Stamm im Staub der Erde. / Einst war das Alter, da Ymir lebte: Da war nicht Sand nicht See, nicht salzge Wellen, nicht Erde fand sich noch Überhimmel, Gähnender Abgrund und Gras nirgend. / Bis Börs Söhne die Bälle erhuben, sie, die das mächtige Midgard schufen. Die Sonne von Süden schien auf die Felsen und dem Grund entgrünte grüner Lauch. / Die Sonne von Süden, des Mondes Gesellin, hielt mit der rechten Hand die Himmelrosse. Sonne wuste nicht wo sie Sitz hätte, Mond wuste nicht was er Macht hätte, die Sterne wusten nicht wo sie Stätte hatten.

Majestyk

25. Januar 2026 21:09

@ Gracchus:
"wenn keine Kriterien dafür benannt werden, was Fortschritt ist und ob dieser Fortschritt gut ist."
Lesen Sie mal hier:
"sondern ergibt nur Sinn, wenn man bewährte tradierte Werte als Orientierungshilfe in die Zukunft nutzt." - Majestyk 25. Januar 2026 14:44
Wäge das Neue gegen das Alte ab und behalte das Bessere. 
Ich kann nicht erkennen behauptet zu haben, daß das Neue pauschal besser ist, weil es neu ist.
Elektrisches Licht ist Petroleumlampen überlegen. Nur weil ich aber über Elektrizität verfüge, muß ich das eigene Klavier nicht abschaffen, weil ich ja jetzt eine Stereoanlage kaufen kann. Falls Sie verstehen was ich meine. 

Majestyk

25. Januar 2026 21:33

@ RMH:
Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Handwerker verzapfen auch gern Blödsinn. Sie brauchen nur mal schauen, wie in über 90 Prozent aller Werkstätten Abgaswerte ermittelt werden. Umgekehrt hatte ich schonmal einen Anwalt, der noch nie was von Mietvertrag auf Lebenszeit gehört hatte und mir immer mit Wohnrecht kam. Man kann immer diskutieren, sobald sich andere auf eine Diskussion einlassen. 
"Sobald es aber um Themen geht, bei denen man nur das Maul aufmachen muss, hat jeder mitreden zu dürfen."
Liegt vielleicht daran, daß reden können in manchen Fällen reicht, bei anderen Themen Fähigkeiten zählen oder überprüfbares Wissen und wie in der Physik oder Chemie Nichtwissen schnell offensichtlich wird. 
Wenn man abgeschlossene Bereiche wünscht, muß man diese so einrichten und das vorher festlegen. Wäre ja eh mal nett zu erfahren, wem man widersprechen darf oder wer sakrosankt ist. Wenn Themen aber jedem registrierten Mitglied offen stehen, kann es nicht sein, daß einzelne Mitglieder anderen das Rederecht absprechen möchten oder aus einer Diskussionsrunde ein Seminar machen, mit Zitationsnachweisen. Ist eh ein Irrglaube, daß das eigene Argument gewichtiger wird, nur weil ein anderer mal Ähnliches geäußert hat.
Beim Karten spielen kann man nur setzen was auf dem Tisch liegt und in einer Debatte sollte man mit seiner eigenen Argumentation bestehen können. Wir sind hier nicht an der Uni, hier gibt es keinen Numerus Clausus. 

RMH

25. Januar 2026 22:09

"Liegt vielleicht daran, daß reden können in manchen Fällen reicht,"
Das behaupten i.d.R. die, die keine Ahnung haben & davon viel. Gerade im Bereich der Philosophie ist vieles genauso messbar & prüfbar wie in anderen Wissenschaften auch, bspw. ist Mathematik aus der Philosophie entstanden. Es ist schon ziemlich arm, wenn hier Leute angegangen werden, nur weil sie auf Denker des Abendlandes & deren Bedeutung hinweisen. Aber so ist es eben Methode, wenn man keine Ahnung von einem Beruf hat, dann schwadroniert man. & natürlich wird die eine Pfeife, die man überall findet, zum Maßstab für alle gemacht, oder weil man mal Schüler war, kann man sofort beurteilen, was ein Lehrer macht oder wie Schule auszusehen hat. Ich habe hier weder abgeschlossene noch sonst welche Bereiche gefordert, aber wenn man von etwas keine Ahnung hat, darf man gerne entweder das Thema wechseln oder die Sache so angehen, dass man Argumente verwendet, von denen man eine Ahnung hat. Dieses Einfordern eines Rechts auf Antiintellektualität ist genauso albern wie das, was Woke fordern. Abitur, auch ohne Bücher in die Hand nehmen zu müssen. Sowas soll es ja schon geben. & wenn ein Lehrer höherer Bildungsanstalten nicht zum Lesen & Studieren auffordert, dann hat er seinen Beruf verfehlt. Aber jetzt habe ich ja "höhere" Bildungsanstalt geschrieben & schon wieder den konserv. Dünkel bedient, dass höher gleich besser sei, so die Auffassung aller mit Minderwertigkeitskomplexen.

MarkusMagnus

25. Januar 2026 22:41

@Majestyk
"Ich hör‘ euch reden- Doch niemals fragen 
Ich hör‘ euch reden – reden, doch nichts sagen
Worte, nichts als Worte, hab‘ fast alles schon gehört
Nichts als leere Phrasen - Die nicht wehtun und nicht stör’n
Ich wollt mir sagen, was ich tun und lassen muß
Wo fängt was an und wo ist Schluß
Ich hasse eure Lügen
Eure doppelte Moral
Und eure sogenannte Freiheit ist mir scheißegal
Was ist verboten, was legal- Was ist entartet, was normal
Was soll ich hör’n - Was darf ich seh’n
Wen darf ich hassen -Wohin darf ich geh’n
Wen darf ich lieben - Wem stell‘ ich Fragen
Wer darf mein Freund sein -Was darf ich sagen..
Wen betrügen...
Und wer zensiert die, die mich!!! belügen?"
Böhse Onkelz - Scheißegal 
Meine Lebenseinstellung auf den Punkt gebracht.
 

RMH

25. Januar 2026 22:55

Nachtrag: Dass wir hier alle so schön diskutieren und debattieren dürfen, ist der besonderen intellektuellen Leistung von H.B. zu verdanken, der Lehrer und kein Klempner ist, und der diesen Beitrag mit offenem Debattenstrang veröffentlicht hat. Im Artikel werden die Namen von R. Steiner, Jacob Böhme, Angelus Silesius, I. Kant, Karl Barth und Blaise Pascal genannt. Vermutlich dann wohl auch nur als Autoritätsbeweis und zur reinen Bildungshuberei. Wenn dann in der Debatte insbesondere auch auf Kant eingegangen wird oder weitere genannt werden, die sich einem am besten nur dann erschließen, wenn man deren Werke liest, ist das sinnlose Zeitverschwendung mit Spinnern. Warum beteiligt man sich dann überhaupt an Debatten, die intellektuell gestartet wurden, und macht nicht stattdessen etwas Handfestes, mit messbaren Ergebnissen, wie beispielsweise Holz fällen. Wald, Hochwald, Holzfällen (Thomas Bernhard).

Gracchus

25. Januar 2026 23:24

@Majestyk: Ich hatte Sie so verstanden, weil sie schrieben: "Die ganze Verteidigung des Gestrigen ..." 
Nietzsche hat sehr viel zur "Knechtung" zu sagen; ansonsten verstehe ich nicht, weshalb nur die von Ihnen genannten Themen Relevanz haben sollen. Wahrscheinlich dementieren Sie, aber es sei trotzdem gesagt: Die Nation ist doch mehr als ein Wirtschaftsstandort!
Auch ist sprachlicher Ausdruck und Inhalt nur schwer voneinander zu trennen. Wie Sie etwas sagen, färbt auch auf den Inhalt ab. 
 

Gracchus

25. Januar 2026 23:37

@RMH: Die Diskussion wird in der Tat albern. 
Um den Bogen zum Bosselmann-Artikel zu schlagen: Die sich Bahn brechenden anti-geistigen Ressentiments passen wie die Faust aufs Auge zu dem beschriebenen Chat-Gebaren. Das kann noch heiter werden, sollte die AfD tatsächlich einmal Macht erlangen. 
 

Ingelore

25. Januar 2026 23:49

@Laurenz, wenn Sie aus der Edda zitieren, der mündlich überlieferten Dichtung  heidnischer Götter und Heldensaagen aus Skandinavien erschließt sich mir weder ihre Faszination dafür noch der Zusammenhang zum Text von Herrn Bosselmann. Widmen sie mir doch bitte noch 50 Zeichen, um mir auf die "Sprünge" zu helfen.

Maiordomus

26. Januar 2026 07:16

1/1 @Majestik, Karl u. Co.: Gut, dass hier von Handwerkern die Rede ist, nicht zu unterscätzen die Mechaniker. Auch respektiere ich sehr, dass ich meinen Computer via Fachmann auf Vordermann bringen muss, obwohl dieser den Unterschied zwischen Metasprache und Objektsprache, Basis für Übersetzungsmaschinen, nicht kennt. Es gebe keinen Automech. noch die Schiffsschrauben der Titanic ohne das wichtigste Philosophiebuch "Philosophia naturalis usw." (1687) v. Newton mit der Mathematisierung der Naturgeschichte, und auch Kepler, Basis für Weltraumfahrt, wollte zunächst nur die Planetenbewegung durch Beobachtung des Transit des Mars verstehen. dadurch dem Schöpfer in die Karten schauen. In der Akademie Petersburg lasen und lesen sie Newton lateinisch, hätten sie es nicht getan, die UdSSR hätte wohl nimmer die USA überholt mit dem 1. Sputnik, dabei war dieses Wissen anfänglich rein theoretisch und im Detaill längst nicht bewiesen. Ausserdem gibt es ohne philos. und empirische Grundlagen kein Spitzenwissen über Verhältnis Denken, Gedanke und Gehirn. Für wissenschaftliche Voraussagen gibt es schliesslich Grundlagen, über die weder Marx verfügte noch der ETH-Gelehrte Knutti oder gar Habeck. Hier muss die Kritik ansetzen, geht aber nicht in dieser Debatte. Hinweis muss genügen. Vgl. noch: "Warum hatte Cäsar keine Luftwaffe?"     

Maiordomus

26. Januar 2026 07:35

1/2 @An die obigen. Warum hatte Cäsar keine Luftwaffe? Ganz einfach, weil es Newton nicht schon zur Zeit der griechischen Aristoteliker, so zum Beispiel Eratosthenes, der den Umfang der Erdkugel auf annähernd die heute bekannte Grösse schätzte, auf die Welt zu kommen beliebte. Hätte er seine Schlussfolgerungen über den fallenden Apfel sagen wir mal schon 200 v. Chr. gezogen, Gallien und Germanien wären vielleicht via Hubschrauber erobert worden, von dem vor Newton schon Lionardo eine Ahnung gehabt hat und Kepler ebenfalls vor Newton von Weltraumfahrt philosophierte. Es waren dies Gedanken, die für 99.99% der Menschheit keine Rolle spielten. Auch Edison war ein wenig schultauglicher "Spinner", jedoch nicht mit denjenigen zu verwechseln, die hier in ihrer Argumentationsweise wegen der Tatsache enormer Irrtumsanfälligkeit v. Wissenschaftsbetrieb glauben, es gehe ohne streng methodisches wiss. Denken. Im Minimum in der Art v. "Logik der Forschung" (Popper/Einstein) oder dem Stand v. Relation Ich/Gehirn (Eccles), um qualifiziert zu wissen, dass man nichts weiss. SiN hält sich übrigens für ein Theorie-Organ.   

Ingelore

26. Januar 2026 10:43

RMH @ Sie habenvöllig Recht, H.B. hat R. Steiner, Jacob Böhme, Angelus Silesius, Kant, Pascal, Karl Barth in seinem Text benannt, jedoch ist Ihre Schlußvolgerung falsch. Diese Personen werden im Zusammenhang mit Aussagen in seinem Beitrag  erwähnt; Herr Bosselmann hat verlinkt, wofür sie inhaltlich stehen, mit der (guten) Absicht,  jedem mühelos zugängich zu machen, was gemeint ist. (Als guter Lehrer!) Wie in allen Portalen sollte man die Geister unterscheiden lernen. Es gibt die Einen, die ihr Wissen teilen wollen, zur Bereicherung anderer, andere möchten sich nur mitredend profilieren oder sich in ihrer Blase sonnen. Da möge sich gerne jeder selber prüfen. Ich bin sehr dankbar, dass hier in einem rechten politischen Forum geistige Hintergründe überhaupt thematisiert werden; bei den Linken ist das nahezu ausgeschlossen. Nur darum bin ich noch interessiert, hier zu lesen. Leider haben sich jedoch schon so einige weise und interessante Köpfe verabschiedet oder posten nur noch selten. @Markus Magnus: Es gefällt mir, was Sie schreiben.

Majestyk

26. Januar 2026 13:32

@ RMH:
Jetzt atmen mal tief durch.
Sie sollten die Wortherkunft von Philosophie kennen. Nur weil Mathematik von griechischen Denkern entwickelt wurde, können Sie nicht behaupten, die Mathematik sei aus dem entstanden, was heute unter Philosophie verstanden wird. Die heutige Philosophie ist das, was übrig geblieben ist, nachdem sich die anderen Wissenschaften eigenständig weiter entwickelt haben. 
Heutige Philosophen können kaum die Mathematik für sich reklamieren. Philosophie ist auch kein Beruf und im Übrigen kann auch jener philosophieren, der das Fach nicht studiert hat. Wer von den großen Philosophen hat denn studiert, was man heute als Lehrfach anbietet? Meistens waren das Universalgelehrte, was bei der früheren Wissensmenge einfacher war und heute kaum mehr möglich ist. Sie können von mir aus gerne Precht mit Descartes oder Kant gleichsetzen, heutige Soziologen halten sich ja auch für Nachfahren von Max Weber. Der studierte übrigens im Hauptfach Jura.
Hier hat niemand Antiintellektualität gefordert, weder Karl oder Laurenz noch ich. Es ist doch wohl eher so, daß Sie jenen Intellektualität absprechen, die eine bestimmte Referenzliteratur nicht nachweisen können.
Dann benennen Sie endlich das Meßbare. Legen Sie die Eintrittsbedingungen offen, was man Ihrer Ansicht nach gelesen haben muß, um sich ein mitdenken zu erlauben, anstatt nur Namen in den Raum zu werfen, deren Leistung auch nicht die Ihre ist.

Olmo

26. Januar 2026 14:12

Ich bin mit Sicherheit nicht die hellste Kerze auf der Torte, doch einen Blog zu lesen, der von einem katholischen Ehepaar gestartet wurde und dann eine christliche Tendenz festzustellen und zu bemängeln, ist m. E. nicht besonders scharfsinnig. 

Majestyk

26. Januar 2026 14:23

@ Mairdomus:
Isaac Newton war Universalgelehrter des 17 Jh., kein Philosoph im heutigen Sinne. Bleiben wir bei den Lebenden und dem heutigen Stand der Philosophie. Der große Unterschied ist doch wohl, daß von Aristoteles bis Newton die großen Denker die Welt und das Sein erforschten, während man sich seit Marx gerne eine Welt konstruiert, siehe de Beauvoir, Foucault, Butler, Habermas.
Marx kann man aber auch bewerten, ohne ihn in Gänze gelesen zu haben. Man sieht in der Praxis, daß Marxismus eine Luftnummer ist, sein Verständnis von Arbeitsmotivation begrenzt, seine Behauptung, Kapital und Arbeitskraft seien Gegenspieler, nicht stimmig. Genau wie man den Fehlkonstruktionen Feminismus oder Gender Beobachtungsfehler nachweisen kann. Ich brauche mich nur zu erinnern, wie körperlich bestimmte Arbeitsbereiche in meiner Jugend noch waren, als es bestimmte technische Erleichterungen noch nicht gab. Das ist eine Erkenntnis aus eigener Beobachtung. Demgegenüber entwerfen linke "Denker" der Moderne reine Theoriegebilde, die beim Abgleich mit der Realität einstürzen.
Niemand (ich schon gar nicht) spricht Ihnen Wissen oder Lebensleistung ab. Wir haben hier aber keinen wissenschaftlichen Artikel, sondern eine stark mäandernde Diskussion oder, wie Umlautkombinat es formuliert, ein Baum, der ein Astwerk entwickelt. Und jener Baum wächst durch die verschiedenen Sichtweisen, auch jene, die nicht geisteswissenschaftlich fundiert sind. Fragen wir doch den Autor, wie ihm dies gefällt.

RMH

26. Januar 2026 16:39

@Inglore, bitte lesen Sie dann alle Beiträge. Ich habe den Ausgangsartikel von H.B. genannt für den doppelten Maßstab, den manche bei der Bewertung ansetzen, wenn andere auf Geistesgrößen hinweisen. Was bspw. B. Pascal über den verlinkten Sekundärtext hinaus gedacht hat & an Grundlagen der Mathematik erarbeitet hat, erfahren Sie im Artikel von H.B. genausowenig, wie wenn der gescholtene M.D. in seinen Suaden Namen anderer Denker des Abendlandes nennt (wo er als nicht Autor eines Hauptbeitrages auch keine links setzen muss), ebenso müssen Sie schon die Grundzüge der Kritik der reinen Vernunft von Kant kennen, wenn Sie die Anspielung von H.B. in Bezug auf Kant nicht nur lesen, sondern auch einordnen können wollen. Da beißt die Maus keinen Faden ab, Meinungsfreiheit hin, Diskussionshoheit her, manches muss man einfach an Vorwissen mittbringen & mir selbst geht es auch oft so, dass ich bei nicht gerade wenigen, was hier in den Artikeln auf SiN aufbereitet wird, kein besonderes Vorwissen habe. Und? Soll ich mich deshalb beleidigt oder herabgesetzt fühlen? Auf der anderen Seite, muss sich hier irgendwer auf den Schlips getreten fühlen, wenn er mal was nicht weiß? Wie ich oben geschrieben habe, schließt das mitnichten von der Debatte aus. Man kann mit dem, was man weiß oder wo man Grundlagen hat von diesen Standpunkten aus teilnehmen & dann haben auch alle etwas davon. Aber einfach los zu motzen, wenn man mal ein paar Namen fallen, ist der rechten Theoriebildung nicht unbedingt würdig. 

RMH

26. Januar 2026 17:12

"Heutige Philosophen können kaum die Mathematik für sich reklamieren."
@Majestyk, natürlich kann man sich an "heutigen" Universitäten um alles, was geistige Anstrengung verursacht, herum drücken. & gerade bei vermeintlichen "Laberfächern" wurden die Standards in den letzten Jahrzehnten entsprechend geschliffen, womit sie den Vorwurf "Laberfach" ab & an verdienen.  Aber arbeiten Sie sich doch einfach einmal in die Grundlagen der formalen Logik ein. Wenn Sie dann immer noch behaupten, dass das irgendwas mit dem landläufigen "philosophieren" zu tun hat, bitte. & hier stehen Personen wie Kant & Pascal zur Debatten, ausgewiesene Mathematik-Theoretiker bzw Mathematiker, also ist das "heutige" ein klarer Strohmann.
"Legen Sie die Eintrittsbedingungen offen, ...."
Habe klar geschrieben, dass ich hier keine Eintrittskarten verlange, ich habe lediglich darum gebeten, anzuerkennen, dass andere was wissen & man eben an der Debatte mit den Grundlagen teilnehmen soll, wovon man ernsthaft überzeugt ist, eine Ahnung zu haben & bei Themen, von denen man keine Ahnung hat, darf man gerne schweigen oder anerkennen, dass andere da evtl. mal ein Punkt besser setzen können, als man selber. Einfach auch mal Respekt zeigen, kann man selbst als rechtsliberaler (Sie) oder als antiautoritär stets Autorität (Macht) fordernder Debattenteilnehmer (@L) 

Gracchus

26. Januar 2026 18:59

@Majestyk: "seit Marx" - also bitte. Erstmal: ohne Hegel kein Marx. Sodann gibt es seit Marx nicht nur Philosophen bzw. philosophische Schulen, die sich auf Marx beziehen. Ohne ein wirklicher Kenner zu sein, fallen mir auf Anhieb Freuds Kulturpsychologie, Husserls Phänomenologie, in der Folge Heidegger ein; die (sprach-)analytische Philosophie mit dem Sonderfall Wittgenstein, Alfred North Withehead (wie B. Russell Mathematiker, mit dem er - so heißt es - eins der wichtigsten Grundlagenbücher zur Mathematik verfasst hat), dann der Bereich "Semiotik" mit dem Ahnherrn Peirce, ebenfalls Mathematiker, den Pragmatismus eines William James etc. Nicht dass ich verlangte, all das zu kennen, aber mit Generalisierungen ist Vorsicht geboten. 

Majestyk

26. Januar 2026 19:54

@ RMH:
Kant starb 1804, Pascal 1662. Die Mathematik wurde erst danach aus der Artistenfakultät herausgelöst. Sie versuchen mir hier ein Erzeugnis als Wurst zu verkaufen, welches schon lange kein Fleisch mehr enthält. Dann nennen Sie doch bitte das eine Wurst, das andere Vurst. Nicht ich baue Strohmänner auf, Sie verteidigen Kritik an heutiger geisteswissenschaftlicher Qualität durch Akquisition einstiger Größen. Und über jene habe ich noch nie ein nachteiliges Wort verloren oder haben Sie einen Gegenbeleg? Und jetzt kommen Sie mir nicht mit Marx, so wie Ihr Duzfreund. 
 
Wem habe ich konkret keinen Respekt gezollt? Und wodurch? 
Kann es sein, daß Sie hier verschiedene Teilnehmer in eine Schublade werfen? Oder geht es doch gezielt gegen mich, weil ich mich erdreiste für mich zu sprechen? Komischerweise habe ich an der Ursprungsdiskussion mit Maiordomus gar nicht teilgenommen. Warum arbeiten Sie sich nicht an Karl oder Laurenz ab, sondern an mir?
Doch vermutlich, weil Sie dies getriggert hat:
"Und warum fordert ausgerechnet ein vermeintlich Liberaler Gehorsam ein, wo Gehorsam mal so gar nicht angebracht ist? Was Sie hier verteidigen, ist ständisches Denken, und das ist keinen Deut besser als Egalitarismus."
Und ehe ich hier weiter debattiere, warte ich erst einmal auf meine Beiträge.

Ingelore

26. Januar 2026 20:03

@RMH, warum ausgerechnet Sie nun so mit der Keule um sich schlagen, ist mir schleierhaft; Ihr Text ist voll von Unterstellungen und Vorurteilen. Welche Bücher ich gelesen habe, welches philosophische oder auch theologische Vorwissen meine Grundlagen sind (Die "Kritik der reinen Vernunft" habe ich in den 70gern in meiner Studenten WG gelesen.), können Sie nicht wissen. Das geht aus meinen Beiträgen nicht hervor, und ich halte mich damit auch bedeckt. Ich habe übrigens auch schon einige Autoren empfohlen , wenn es zum Thema passte. Ich kritisiere in keiner Weise intellektuelle Bildung, sondern ein hochmütiges Sich-Brüsten, das ich hier nicht erwartet hätte und das mich abstößt, um die Wahrheit zu sagen. Im Gegenteil: Bildung hat für mich einen hohen Stellenwert. Ich klage auch niemanden an, sondern sage ausdrücklich, jeder möge sich selbst dahingehend prüfen. Ich lese alle Beiträge genau, auch die Links, und nehme gerne Buchempfehlungen vom Verlag an. Auf eine Schlagabtausch mit Ihnen kann ich gut und gerne verzichten.

Kurativ

26. Januar 2026 21:37

Bei der Lage, in der sich Deutschland und sein Volk derzeit befindet, könnte tatsächlich der religiöse Glaube einen Ausweg bieten. Für mich erinnnert die Situation gleich der des 30 Jährigen Krieges, bei dem sich fremde Mächte in Deutschland und in den Köpfen eines willigen Teils der Menschen austoben. Seltsam stimmig wirken Martin Opitz, Paul Gerhard und Heinrich Schütz dabei für mich. Einfach, traurig/gottvertrauend und gläubig.

RMH

26. Januar 2026 22:17

@Inglore, da gibts keine Keule - & schon gar kein "brüsten" - es ist nur so, dass ich mit keiner Zeile ausgerechnet Ihnen direkt persönlich vorgehalten hätte, dieses oder jenes gelesen oder nicht gelesen zu haben. Ich habe geschrieben, dass man eben gewisse Kenntnisse braucht, um bestimmte Stellen ganz zu verstehen. Die Vorurteile oder/ & Unterstellungen finden einzig in ihrer Phantasie statt. Lesen Sie einfach noch einmal nach. Sie interpretieren, wo man es auch anders interpretieren kann. Den einzigen "Vorwurf", den Sie entnehmen können war der, doppelte Standards anzusetzen. Hier der "gute" H.B (bin ich ja auch der Meinung), da der andere, der ständig erzählt, was man angeblich gelesen haben sollte oder nicht (den Schuh braucht sich keiner anziehen, wenn er meint, dass er nicht passt). Kann aber jedem in Debatten mal passieren. Was mich zu den vielen Beiträgen veranlasst hat, waren nicht Sie, sondern schlicht & ergriffen der Umstand, dass hier von einigen, nicht von Ihnen, eine gewisse Geringschätzung gegenüber Bildung & der Lektüre abendländischer Denker entgegenbracht wurde, dabei geht´s hier im metapolitischen Forum gerade darum, denn Tipps & Tricks für den Zündkerzenwechsel bei Autos oder ähnliches habe ich hier bislang nicht finden können. Der Rest ist hier einfach nachlesbar. Es gibt also keinen Grund, verschnupft zu sein.

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