Ich und wir

von Emilietta Beall -- "Jeder Tag hat nur 24 Stunden.“ – Diese Pinterest-Weisheit leuchtet den Mühseligen und Beladenen entgegen, die in der digitalen Sphäre nach Entlastung und Entschleunigung suchen: Wie entrinne ich dem täglichen Hamsterrad, dem ständigen schlechten Gewissen, wie kann ich ein bißchen mehr Zeit herausquetschen, mich freier fühlen?

Die Erin­ne­rung dar­an, daß jeder nur 24 Stun­den am Tag zur Ver­fü­gung hat, kann Streß aus­lö­sen – bei der Vier­fach­mut­ter, dem Schicht­ar­bei­ter, den berufs­tä­ti­gen Eltern mit pfle­ge­be­dürf­ti­gen Angehörigen.

Das Bewußt­sein des Bür­gers, der sich um eine Ver­wal­tung sei­ner ste­tig stei­gen­den Abga­ben eben­so betro­gen weiß wie um die öffent­li­che Sicher­heit und das Auf­stiegs­ver­spre­chen der alten BRD, über­schat­tet den All­tag zusätz­lich: Nicht nur funk­tio­nie­re ich wie eine Maschi­ne, auf Kos­ten mei­ner eige­nen Leben­dig­keit, ich hal­te auch ein Sys­tem auf­recht, das mich zugleich braucht und verachtet.

Wonach wir uns seh­nen, ist visua­li­siert in unzäh­li­gen Social-Media-Bild­ga­le­rien von Son­nen­auf­gän­gen, ein­sa­men Spa­zier­gän­gern an wei­ten Strän­den, Frau­en in kusch­li­gen Pull­overn auf Boots­ste­gen mit wehen­dem Haar und ver­wit­ter­ten Bahn­schie­nen, die in die Fer­ne wei­sen. Wir seh­nen uns danach, „Kapi­tän unse­res eige­nen Schif­fes“ zu wer­den, das Steu­er­rad zu über­neh­men, nicht mehr aus­ge­lie­fert zu sein.

In der Sozio­lo­gie beschreibt „Agen­cy“ die Fähig­keit von Grup­pen und Indi­vi­du­en, sich inner­halb vor­ge­ge­be­ner Struk­tu­ren Hand­lungs­spiel­räu­me zu ver­schaf­fen und die­se in ihrem eige­nen Inter­es­se zu nut­zen. Jede Form der Psy­cho­the­ra­pie geht davon aus, daß der Kli­ent grund­sätz­lich anders han­deln, anders den­ken, anders füh­len kann, als es zu Beginn der Behand­lung der Fall ist.

Im Bera­ter­jar­gon wird „Agen­cy“ den Unter­neh­men als etwas ange­prie­sen, das man ein­kau­fen kann: zusätz­li­che Optio­nen durch zusätz­li­ches Wis­sen (näm­lich das des Bera­ters) – und in der Psy­ch­o­sze­ne, auf Selbst­hil­fe­b­logs, und Coach-Kanä­len begeg­net einem die Sehn­sucht nach Ver­fü­gungs­ge­walt über das eige­ne Leben in eben jenen poe­ti­schen Bil­dern, Fotos und Formulierungen.

Die gän­gi­ge Neo­li­be­ra­lis­mus­kri­tik lin­ker Prä­gung ist recht schnell fer­tig mit dem Ide­al der indi­vi­du­el­len Selbst­er­mäch­ti­gung: Es sei sys­tem­sta­bi­li­sie­rend, den Ein­zel­nen als Agen­ten sei­nes Schick­sals ein­zu­set­zen – so steu­ert er dann viel­leicht sei­nen Kahn aus den Untie­fen einer Burn­out-Erkran­kung her­aus, wird aber, da ihm dies ja aus eige­ner Kraft gelang, nie­mals die Struk­tu­ren angrei­fen, die ihn erst in gefähr­li­che Gewäs­ser hin­ein­zo­gen. Er wird viel­leicht mei­nen: „Gib nicht ande­ren die Schuld: Was mir gelang, kannst auch Du schaffen!“

Poli­ti­sches Schei­tern, um nun die gesell­schaft­li­che Ebe­ne zu betrach­ten, wird der Geschei­ter­te viel­leicht gar auf Tes­to­ste­ron­man­gel, feh­len­des Rhe­to­rik­trai­ning oder ande­re per­sön­li­che Defi­zi­te zurück­füh­ren – und tat­säch­lich gibt es kaum Jäm­mer­li­che­res als ein Ver­wei­len im Opfer­sta­tus unter Ver­weis auf das böse Sys­tem und die feind­li­chen Strukturen.

Der untä­tig-aggres­si­ve Incel kommt dabei eben­so in den Sinn wie die ewig durch All­tags­ras­sis­mus in ihrem Erfolg behin­der­te Migran­tin oder die in Rebel­li­ons­sche­ma­ta der 70er Jah­re ver­har­ren­den Tag X‑Aspiranten. Selbst­er­mäch­ti­gung, das Ergrei­fen des Steu­er­ra­des, das Bean­spru­chen von „Agen­cy“ sind die The­men der liber­tär- indi­vi­dua­lis­ti­schen Inter­net­sphä­re, in der Influen­cer eben jenen Incels Wege zu finan­zi­el­ler Frei­heit, wah­rer Männ­lich­keit und zum sexu­el­len Erfolg wei­sen. Die­se Sphä­re ist „rechts“ konnotiert.

Die femi­ni­ne „Agency“-Bubble, deren Stich­wor­te „Pro­duk­ti­vi­tät“, „Selbst­für­sor­ge“ und „Gen­der Time Gap“ lau­ten, ist eher links ein­ge­bet­tet, weil es um einen Sou­ve­rä­ni­täts­ge­winn von Frau­en geht.

Apo­li­tisch sind im Grun­de bei­de Online-Bla­sen: Aus­wan­dern, reich wer­den und Frau­en abschlep­pen mag wider­stän­di­ge Aspek­te haben, weil es sich dem Ent­männ­li­chungs­trend der (brö­ckeln­den) kul­tu­rel­len Hege­mo­nie ent­zieht, schmerzt die Macht­ap­pa­ra­te der spä­ten BRD aber eben­so­we­nig wie die zeit­op­ti­mier­te, pas­tell­far­ben schat­tier­te, in aus­ge­druck­te To-Do-Lis­ten ver­pan­zer­te Super­mom, die eine Mor­gen­rou­ti­ne hat, aber auch mal Fün­fe gera­de las­sen kann, weil sie gelernt hat, auf ihre Bedürf­nis­se zu hören.

Der NPC, der „Non-Play­er-Cha­rac­ter“ ist eine aus der Welt der Com­pu­ter­spie­le über­nom­me­ne Bezeich­nung jener Spiel­fi­gu­ren, die nicht vom Spie­ler, dem Prot­ago­nis­ten, gesteu­ert wer­den, son­dern einen bestimm­ten Zweck in der Spiel­welt erfül­len. Sie sind viel­leicht Kano­nen­fut­ter in einem Ego-Shoo­ter, Gäs­te in einer Taver­ne – oder ein­fach Figu­ren, die eine Spiel­sze­ne beleben.

Der selbst­op­ti­mier­te NPC in bei­den skiz­zier­ten Vari­an­ten (ob zeit­op­ti­mier­te Power­frau oder männ­lich­keits­ma­xi­mie­ren­der Kryp­to­händ­ler) kann so bezeich­net wer­den, weil er sich selbst als akti­ver Gestal­ter einer Gemein­schaft aus dem Spiel nimmt. Das heißt nicht, daß er ein Ein­zel­gän­ger sein muß.

Er betrach­tet ledig­lich die ande­ren als eine Sum­me vie­ler ande­rer Ein­zel­ner, die doch auch, eben­so wie er, ihr Leben selbst in die Hand neh­men und finan­zi­el­le Frei­heit oder zeit­li­che Selbst­be­stim­mung oder gene­rell „Agen­cy“ errei­chen könn­ten: Den Aus­stieg aus dem Hams­ter­rad der Fremdbestimmung.

Daß die Rol­le der ver­ant­wor­tungs­ver­wei­gern­den Heul­su­se, die um einen Platz in der Opfer­py­ra­mi­de kämpft, um emo­tio­nal und mate­ri­ell ver­sorgt zu sein, kei­ne Opti­on für Rech­te ist, wur­de gesagt und ver­steht sich von selbst. Sie ist Ich-bezo­gen. Sie defi­niert sich über ihre Schwä­che, damit ande­re sich um sie kümmern.

Der Selbst­op­ti­mier­te defi­niert sich über sei­ne Stär­ke, er kann sich auf sich ver­las­sen, und ist damit unabhängig.

Kon­trä­re Figu­ren, und bei­de krei­sen um sich selbst. Daß chro­ni­scher Streß und Zeit­man­gel als Mas­sen­phä­no­me­ne Aus­ge­bur­ten der Spät­mo­der­ne sind, ist tri­vi­al. Kei­ner unse­rer Vor­fah­ren hat­te eine To-Do-Lis­te mit der­art dis­pa­ra­ten Punk­ten vor sich lie­gen – wie die Autorin die­ser Zei­len. Die Ver­pflich­tun­gen waren ein­heit­li­cher und offen­sicht­lich und gehör­ten meist ein und der­sel­ben Sphä­re an. Wer etwa wusch, putz­te und koch­te, war eher nicht der­sel­be Mensch, der den Kin­dern fremd­län­di­sche Gram­ma­tik erklär­te, Bank­ge­schäf­te tätig­te oder Arti­kel schrieb.

Wie befrei­end wäre es, ein­fach zu tun, was zu tun ist! Das Offen­sicht­li­che, das Not­wen­di­ge. Und eins nach dem anderen.

Die his­to­ri­schen Vor­bil­der der volks­ver­bun­de­nen Rech­ten wären ver­blüfft, wahr­schein­lich spöt­tisch, viel­leicht besorgt, leg­te man ihnen die heu­ti­gen Kon­zep­te der „Agen­cy“ vor, des Zeit­ma­nage­ments, der Selbst­für­sor­ge. Sie brauch­ten der­glei­chen nicht, die aus Schle­si­en mit Klein­kin­dern flie­hen­de Mut­ter eben­so­we­nig wie der Sol­dat an der Front und der abge­ar­bei­te­te Bauer.

Der Fluch der unzäh­li­gen Mög­lich­kei­ten, Ablen­kun­gen und Anfor­de­run­gen trifft uns Nach­ge­bo­re­ne, und oft­mals haben wir nicht ein­mal den einen Ori­en­tie­rungs­punkt, das eine prio­ri­tä­ten­sor­tie­ren­de Kri­te­ri­um, das Mut­ter, Sol­dat und Bau­ern eint: die Pflicht, für ande­re zu sorgen.

Sie ent­hebt sovie­ler Fra­gen und beant­wor­tet ande­re klar und gna­den­los. Wer für ande­re Sor­ge trägt, hat eben nur auf einer ganz abs­trak­ten Ebe­ne jene 24 Stun­den… die Kin­der nicht zu ver­sor­gen, die kran­ke Oma nicht zu besu­chen, dem alten Nach­barn nicht die Wäsche hoch­zu­tra­gen – das ist nicht drin, nichts davon darf man versäumen.

Damit redu­ziert sich die Zahl der frei­en Stun­den doch erheb­lich. Und der Blick erwei­tert sich: Wie ist es um die Hand­lungs­frei­heit mei­ner Kom­mu­ne bestellt, mei­nes Lan­des, mei­nes Vol­kes? Wer stets in sich hin­ein­spürt, per­sön­li­che Bedürf­nis­se und Pflich­ten gewandt koor­di­niert, wird, solan­ge die Zeit­läuf­te es zulas­sen, viel­leicht recht unbe­hel­ligt sein Lebens­schiff durch die Flu­ten steuern.

Aber läßt er sich in den Dienst neh­men, wenn es wirk­lich um etwas geht, was grö­ßer ist als das eige­ne Leben?

Nichts schreibt sich
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Kommentare (50)

Majestyk

30. Januar 2026 14:44

"Aber läßt er sich in den Dienst nehmen, wenn es wirklich um etwas geht, was größer ist als das eigene Leben?"
Nichts ist größer als das eigene Leben, es gibt nur das Eine. Das zu opfern lohnt für eigene Kinder, Familie, Menschen die man liebt. Menschen, nicht einer Sache. 
Mir ist bislang noch niemand in einem Amt begegnet, dem es nicht um Verwirklichung des eigenen Selbst, um Erlangen von Ansehen, sozialem Status oder einfach Profit gegangen wäre.

MarkusMagnus

30. Januar 2026 17:26

Wenn man den Schlaf und die Arbeitszeit abzieht, dann bleiben einem in der Woche sowieso nur noch acht Stunden am Tag übrig.
Viele Leute aus meinem Umfeld können überhaupt nicht mehr "nichts tun". 
Sie können nicht einfach mal mal ein paar Minuten ruhig in der Sonne liegen. Die sind richtig unglücklich wenn sie nichts zu tun haben. Selbst im Urlaub. Die können wirklich nicht mit dem Arsch fünf Minuten still sitzen, ständig Hummeln im Hintern.
Wenn man aber ständig unter Strom steht, kann man aber auch keine guten Entscheidungen treffen, nicht in Ruhe! nachdenken.
Für mich ist das eine Art Meditation einfach mal die Gedanken "kommen lassen".

Mitleser2

30. Januar 2026 17:53

Zum Text schreibe ich nichts. Was mich aber interessieren würde: Da wird die "gängige Neoliberalismuskritik linker Prägung" erwähnt, sie diene der Diskreditierung individueller Selbstermächtigung. Wie passt denn die rechte Neoliberalismuskritik (Protagonisten wie Kaiser, Wolters, Neumann, Die Kehre, etc) zur Selbstermächtigung. Gab's da ein Fazit bei der Winterakademie? 

RMH

30. Januar 2026 18:44

Interessanter Beitrag - bin schon gespannt auf Heft 130 (Selbstoptimierung) der Sezession.

Monika

30. Januar 2026 18:58

Ein inspirierender Text ! Schon als Kind war es für mich das Schrecklichste, keine Zeit oder besser gesagt, keine Muße zu haben. Ich liebte es, stundenlang lesen oder malen zu können, ohne gestört zu werden oder zu viele Pflichttermine absolvieren zu müssen. Das ging allerdings nur, weil meine Mutter Hausfrau war und selbst nicht beruflichem Zeitdruck und Ambitionen unterlag. Mein Vater konnte als Arbeiter eine fünfköpfige Familie ernähren. Auch ich wurde, trotz Studiums, Hausfrau. Inzwischen ein unvorstellbares Lebensmodell für "gebildete" Frauen. Ich durfte mit meinen Jungs die "Langsamkeit entdecken", etwa zwei Stunden lang eine Ameisenstraße beobachten und umleiten. Oder an einer Großbaustelle zuschauen, wie Betonfundamente gegossen wurden und die Bauarbeiter uns zuwinkten. Oder das Verladen der Fracht am Güterbahnhof bestaunen. Ich habe keine Karriere gemacht, wurde bedauert, gehasst oder benutzt ( kannst Du mal meine Kinder am Wochenende nehmen, Du hast doch Zeit) . Ich gärtnerte, kochte und erledigte Bank- und Börsengeschäfte. Ich hielt meinem Mann den Rücken frei. Manchmal haderte ich. Aber: Ich bereue nichts. 1/2 

Monika

30. Januar 2026 19:12

1/2 Vor vielen Jahren habe ich in der FAZ mal einen Beitrag gelesen ( und leider nicht ausgeschnitten), wo der Journalist das deutsche Hausfrauenmodell lobte (gegenüber dem Modell der berufstätigen Frau in Frankreich). Die Möglichkeit, Kinder in Muße aufwachsen zu lassen, habe maßgeblich auch zum wirtschaftlichen und kulturellen Erfolg Deutschlands beigetragen. Die Deutschen hätten u.a. die meisten Erfindungen, weil es dazu Muße brauche. Etwa stundenlang an etwas herumtüfteln können oder etwas beobachten dürfen . Da ist was dran. Mein jüngerer Sohn wurde als Kleinkind mal gefragt, was er werden wolle. Er sagte zum allgemeinen Gelächter: "Hausfrau". Frage : "Warum denn das ?" Seine Antwort: "Da kann man machen, was einem Spaß macht und muss nicht arbeiten". Diesen eher verträumten und kreativen Kindern bleibt heute leider nicht mehr so viel Spielraum und Entwicklungsmöglichkeit.

fw87

30. Januar 2026 19:58

"Die Sprache des Marktes dringt heute in alle Poren ein und presst alle zwischenmenschlichen Beziehungen in das Schema der selbstbezogenen Orientierung an je eigenen Präferenzen. Das soziale Band, das aus gegenseitiger Anerkennung geknüpft wird, geht aber in den Begriffen des Vertrages, der rationalen Wahl und der Nutzenmaximierung nicht auf." (Jürgen Habermas)
Den Begriff  "Selbstoptimierung" oder das, was man heute darunter versteht, sehe ich kritisch, zumal aus einer rechten Perspektive. Der Begriff kommt aus einer kapitalistischen Mentalität und ist dem organischen, gemeinschaftsbezogenem rechten Denken eigentlich fremd. In der Arbeitswelt oder in der Warenproduktion kann man bereits sehen, dass der ganze Optimierungswahn letztlich zu weniger Qualität und  großem Chaos geführt hat.
Aus rechter Perspektive finde ich den Begriff "Empowerment" (Ermächtigung) passender, im Sinne von Selbstbewusstsein und Freiheitsstreben, sowohl auf persönlicher wie nationaler Ebene. 

Gracchus

30. Januar 2026 23:37

Ich habe den Beitrag zweimal gelesen, weil ich beim ersten Mal die Botschaft nicht verstanden habe. Beim zweiten Mal aber auch nicht. Vielleicht gibt es ja keine. Die zwei letzten Absätze klingen aber so. So, als sollten sie den Weg weisen aus der selbstgestalteten und -optimierten Hölle. Aber es klingt wie ein müder Versuch. Vielleicht sollte man sich eingestehen, nicht weiter zu wissen.  
Wenn Zeitmangel und -enge angesprochen werden, denke ich an die "homogene leere Zeit", die nach W. Benjamin charakteristisch ist für die bürgerliche Gesellschaft, die keine gesammelte Zeit, keine qualitative Zeit, keine Fest- und Feiertage mehr kennt. 

Gracchus

31. Januar 2026 00:10

Das eigene Leben verdanken wir uns nicht selbst. In dem Sinne ist das eigene Leben immer etwas Größeres als wir selbst. Eine Gabe und Aufgabe, die uns in Dienst nimmt. Wir verfügen nicht darüber. Die eigene Lebenszeit ist befristet, und irgendwann ist jeder gezwungen, sein Leben hinzugeben. 

Ordoliberal

31. Januar 2026 00:59

Es ist immer wieder irritierend festzustellen, dass Soziolog:innen hundert Seiten Text produzieren können, ohne auch nur einen einzigen Gedanken darin auszudrücken.

Martin Barkhoff

31. Januar 2026 06:58

Fünf Minuten am Tag ganz abgelöst aus dem sozialen Umfeld genügen. Sie wirken Wunder. Zum Beispiel, dass einem aus dem "Kaum Selbst", aus dem Drinstehen in den Notwendigkeiten Kräfte und Stärke zufliessen.
Bejahte angenommene Notwendigkeiten sind Kraftquellen, von denen die Psychoblase nicht wirklich etwas weiss. 

Le Chasseur

31. Januar 2026 09:44

@MarkusMagnus"Wenn man den Schlaf und die Arbeitszeit abzieht, dann bleiben einem in der Woche sowieso nur noch acht Stunden am Tag übrig."
Es ist weniger. Alleine, wenn man die Zeit mit einrechnet, die man braucht, um zu seiner Arbeitsstelle und wieder zurück zu kommen. Dazu kommen noch Körperhygiene, Essenszubereitung und -aufnahme, tägliche Hausarbeit...
Und wenn Sie aus der Arbeit kommen, dann brauchen Sie oft auch noch eine gewisse Zeit, um "runterzukommen", den Kopf frei zu bekommen.
"Viele Leute aus meinem Umfeld können überhaupt nicht mehr "nichts tun". Sie können nicht einfach mal mal ein paar Minuten ruhig in der Sonne liegen. (...) Wenn man aber ständig unter Strom steht, kann man aber auch keine guten Entscheidungen treffen, nicht in Ruhe! nachdenken. Für mich ist das eine Art Meditation einfach mal die Gedanken "kommen lassen"."
Ich glaube, viele machen gerade deshalb ständig irgendwas, damit keine Gedanken kommen.

Monika

31. Januar 2026 11:04

Es soll ja auch mal den Sonntag als Ruhetag gegeben haben. Eigentlich traurig, hier daran erinnern zu müssen. Bei Josef Pieper lesen wir in "Muße und Kult":"Auch das Gebet schenkt Ent-rückung aus dem Gefüge des Alltäglichen und öffnet den Zugang zu den Ur-Wirklichkeiten. Die Erquickung dessen, der aus dem Gebet zurückkehrt, gleicht der des Erwachenden." Nun wünsche ich all den Selbstoptimierern und Hyperaktiven und Getriebenen einen schönen Sonntag und empfehle die Lektüre von Joseph Eichendorff: "Aus dem Leben eines Taugenichts ". 😃

RMH

31. Januar 2026 11:12

"Viele Leute aus meinem Umfeld können überhaupt nicht mehr "nichts tun". Sie können nicht ... mal mal ein paar Minuten ruhig in der Sonne liegen. (...) Wenn man aber ständig unter Strom steht, kann man aber auch keine guten Entscheidungen treffen, nicht in Ruhe! ..."." Ich glaube, viele machen gerade deshalb ständig irgendwas, damit keine Gedanken kommen. @M.M./L.C.: Manisch depressiv, wobei das Manische zwanghaft wird. Perfect family pictures permanent im WhatsApp-Status zeigen etc., "What a wonderful Life" (so das 80er Jahre Lied von Black). Dass burn out & auch der bore out nicht nur reine "Mode Krankheiten" sind, sondern strukturelle Nebenwirkungen, sollte man zugestehen. Um mal wieder mit "Bildung" anzugeben (& um der erste zu sein, der es bringt :) ):
"Alle Menschen zerfallen, wie zu allen Zeiten so auch jetzt noch, in Sklaven und Freie; denn wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sklave, er sei übrigens wer er wolle: Staatsmann, Kaufmann, Beamter, Gelehrter." (Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches)

RMH

31. Januar 2026 11:21

@Grachus, @Ordoliberal, ja, so ging es mir bei der Lektüre des Textes auch, interessante Gedanken und Beschreibungen, aber wo will man damit hin, welche These aufstellen oder begründen und wo ist der Punkt? Evtl. ist der Text aber auch fürs schnelle Lesen zu subtil. In jedem Fall aber ein Thema, das wichtige Fragen anreißt. Ich warte jetzt aber noch auf einen Kommentar von den Debattenteilnehmern von wegen "zu philosophisch, rettet uns vor der Kanakisierung Deutschlands nicht. Während wir Deutsche uns noch grüblerisch über die modi vivendi die Köpfe zerbrechen, werden sie anderen Ortes bereits eingeschlagen"etc. Dabei ist eine derart "aktivistische" Power-Einstellung auch wieder ein Teil dessen, was im Text & auch in den bisherigen Kommentaren als problematisch beschrieben wurde.

Le Chasseur

31. Januar 2026 11:41

"Nach dem Westen zu wird die moderne Bewegtheit immer grösser, so dass den Amerikanern die Bewohner Europas insgesammt sich als ruheliebende und geniessende Wesen darstellen, während diese doch selbst wie Bienen und Wespen durcheinander fliegen. Diese Bewegtheit wird so gross, dass die höhere Cultur ihre Früchte nicht mehr zeitigen kann; es ist, als ob die Jahreszeiten zu rasch auf einander folgten. Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Civilisation in eine neue Barbarei aus. Zu keiner Zeit haben die Thätigen, das heisst die Ruhelosen, mehr gegolten. Es gehört desshalb zu den nothwendigen Correcturen, welche man am Charakter der Menschheit vornehmen muss, das beschauliche Element in grossem Maasse zu verstärken."
-Friedrich Nietzsche

Karl

31. Januar 2026 11:46

Was könnte denn für das Individuum (über die geliebten Menschen hinaus) „größer als das eigene Leben“ sein? Etwa ideologische Hirnwürmer wie (angebliche) Freiheit, (angebliche) Gerechtigkeit, instrumentalisierte Spiritualität/Religion, instrumentalisierte Vaterlandsliebe? Das waren und sind allzu oft Werkzeuge im Spiel der Macht. Oft erst im Nachhinein als solche erkennbar. Was wäre denn „größer als das eigene Leben“ über diese Hirnwürmer hinaus? Studien zu Sterbenden zeigen oft Reue über ungelebtes Leben, nicht über mangelnde/fehlende Opferbereitschaft.

Maiordomus

31. Januar 2026 12:42

@Monika. "Aus dem Leben eines Taugenichts" von Eichendorff war der literarische Lieblingstext von Adenauer, dem Rosenzüchter und Rosenfreund, wohingegen Marx Chamissos Geschichte von Peter Schlemihl vorzog, welche allerdings von höherem gesellschaftsanalytischem Wert ist, wirklich einer der bedeutendsten Texte der deutschen und der Weltliteratur, dem Gesamtwerk von Kafka auf seine Weise absolut ebenbürtig. Adenauer las freilich zur Entspannung und holte sich sein Weltbild nicht aus der schönen Literatur, was Vor- und Nachteile hat. Hingegen kannte er reflektiert die drei Prinzipien der Subsidiarität, Selbstverantwortung so weit möglich der je untersten Gemeinschaftsstude, Solidarität und das Freiheitsprinzip, das heisst im Zweifelsfalle für die freiheitlichere Lögung, in dubiis libertas sagt man lateinisch, übrihgens noch "in omnibus caritas", was bedeutete, wenn immer möglich so was wie Liebe mitschwingen lassen. 

Gracchus

31. Januar 2026 13:03

@Majestyk: Hui, Sie klingen ja auf einmal - sehr christlich.
@Le Chasseur: Die meisten Meditationsübungen zielen ja darauf, Gedanken kommen - und wieder gehen zu lassen. Es wundert mich, dass @Laurenz noch nicht mit E. Tolle aufgekreuzt ist. Der westliche Mensch erträgt die Leere nicht - so las ich mal im "Buch vom Tee" -, er muss sie sofort mit etwas stopfen. 
Wahrscheinlich würde "uns" ein kräftiger Schuss Taoismus guttun. Andererseits: es wird ja - so könnte man meinen - an allen Ecken und Enden meditiert und yogiisiert - nur mit welchem Effekt? 

Gracchus

31. Januar 2026 13:06

In Ergänzung zu @Monika empfehle ich Stifters Nachsommer oder, mir noch lieber, Die Mappe meines Urgroßvaters, Letzte Fassung. Stifter hat auch etwas Taoistisches, jedenfalls Kontemplatives. 

nagini

31. Januar 2026 13:53

Ich kann stundenlang lesen, Chips plus eine bis drei Tassen Kaffee zum Frühstück haben, um ungefähr 14 Uhr das Frühstück beenden, nachmittags drei Stunden meine schlafende oder sich putzende Katze ansehen, darüber nachdenken, wie brav meine Katze ist, und dabei vollständig zufrieden und entspannt sein. Nebenbei studiere ich aber und schreibe (wie zigtausend andere Menschen) ein Buch, meins ist ein reines Sach- bzw. Faktenbuch, das aber letztendlich Implikationen für den Alltag haben soll, d. h. es sind Zeugenaussagen bzw. Erfahrungsberichte (nicht im klassichen Sinne politisch, höchstens über zwei, drei Ecken, denn über zwei, drei Ecken ist ja alles politisch). 

RWDS

31. Januar 2026 14:29

Kinder bemuttern? Oma besuchen? Dem Nachbarn die Wäsche rauftragen? Klingt eher nach Quests für Low Level-Chars.
Was kann die Autorin einem bieten, der auf der Suche nach Strategien ist, um den Endboss zu besiegen?

NC472

31. Januar 2026 14:38

Kann Ich mich mit nichts in dem Text identifizieren. Mag wohl daran liegen, dass ich mich nach den Erfahrungen während der verfehlten Einführung des weichen autoritären Totalitarismus über China Grippen Propaganda selbst aus dem Hamsterrad genommen habe und puren Individuellen anarchischen Minimalismus adaptiert habe. Das mag die Governance Strukturen noch nicht interessieren, hilft ihnen aber auch nicht. Die Autorin würde mich wohl als Krypto-"Incel" kategorisieren, ein ziemlich ineffektiver Linker Nudging Begriff nebenbei, der nicht die "Shaming into compliance" Wirkung hat, die die Behavioralisten ihm zuschreiben. Dass die "Rechte" ihn jetzt auch adaptiert und propagiert ist putzig und bestärkt mich in der Ansicht, dass die "Neue" Rechte nichts weiter als linke Kontrollierte Opposition ist, keine Alternative.
Zur Ausgehenden Frage, die Traditionelle Idee von Gemeinschaft wird nicht als Hegemoniale zurückkehren und nur eine Minderheit gibt sich der Illusion noch hin, durch individuelle Aufopferung der Gemeinschaft zu dienen oder andere zu verändern. Weder von Rechts, noch von Links noch der Versuch der Governance Strukturen diese Erzählung für ihre Zwecke zu kapern haben meiner Ansicht nach eine Zukunft; die meisten die es tun, tun es perfomativ aus ökonomisch opportunistischen Zwecken oder sind auf lange Sicht die dummen die die 24 Stunden am Tag wortwörtlich verschwenden und gegen verfallende Windmühlen kämpfen und ihre individuellen Blasen mit Kitsch ausschmücken.
In dem Sinne: Wir? Ist wir im selben Raum wie du?

Majestyk

31. Januar 2026 15:45

Das Gerede im Artikel über NPCs ist nichts anderes als mit dem Finger auf andere zeigen und zu sagen, "seht her, so sind DIE"
Cicero veröffentlichte 2018 einen ähnlich gelagerten Artikel von Alexander Grau, "Computerspiele und Realität  -  Wir sind alle NPCs" in dem hieß es aber noch "seht her, so sind WIR". 
Finde den Unterschied.
Für jene, die den Link nicht öffnen. Grau beendet seinen Artikel wie folgt:
"Wir alle sind NPCs – insbesondere diejenigen, die behaupten, keine zu sein. Wir alle Stecken in einer Matrix, glauben aber die berühmte rote Pille geschluckt zu haben, also diejenigen zu sein, die die Matrix durchschauen. Hier liegt das eigentliche Problem. Denn wenn jeder den jeweils anderen für einen NPC hält, wird Kommunikation zur Simulation ihrer selbst. Die Folge ist soziale Fragmentierung."

Carsten Lucke

31. Januar 2026 19:15

@ Monika
Wollte Ihnen ( erstmals ? - ich hoffe nicht ! ) was wirklich Nettes zu Ihren ( namentlich dem Ersten ) Beiträgen schreiben. Allein : Bisher mindestens ein Tag Wartezeit macht Manches im Überschwange obsolet.
Die SiN wird nicht mehr gut "gepflegt" ( die "Bosselmann - Sparte" ganz klar ausgenommen ) - was jedoch mitnichten ein Vorwurf sein soll.
Ich bitte jedoch um Entscheidung : Entweder nur Texte ohne Kommentariat - oder nichts mehr. So jedenfalls ist's nicht mehr schön.

Franz Bettinger

31. Januar 2026 22:15

Irgendwann muss jeder die Entscheidung treffen, ob er sein Leben um den Beruf baut oder seinen Beruf um sein Leben. Anders gesagt, wem er was opfert. Wenn die Entscheidung gefallen ist, wird alles leichter. Dann weiß man, was man will, und muss nur noch sehen, wie man hin kommt. Ich habe viele Schicksale kennengelernt, die zu beweisen scheinen, dass man tatsächlich, & zwar unabhängig vom Geldbeutel, Träume erfüllen kann. Es ist, wie die Besteigung eines Gipfels, am Anfang zweifelhaft und mühsam, aber ab einem bestimmten Punkt läuft es, von dort an weiß man, man schafft es. Oh nein, leicht ist das nicht immer; oft ist's mit sehr viel Arbeit verbunden. Warum nicht? Es geht immerhin um Träume. Es lohnt. Irgendwo auf dem Trans Canadien Highway begegnete uns ein deutsches Paar auf 2 Motor- Rädern, die ihren 4-Jährigen dabei hatten. In Bequia (Karibik) zwei Kinder (6 und 8 J alt), die eine kleine Jolle mit Geschick & großer Sicherheit segelnd (!) (was eigentlich verboten ist) durch den Hafen bugsierten. Im Torres del Paine NP (Süd-Chile) zwei deutsche VW-Busse mit Ausstell-Dächern, in denen die mitgeführten Kinder (< 10 J) herum turnten. In all diesen Fällen handelte es sich um abenteuerliche, bewundernswerte Eltern, die ihr Leben um den Beruf gebaut hatten.  

Franz Bettinger

31. Januar 2026 22:30

Je mehr man gelernt hat (Schule, Spielen, Sport, Sprachen, Kochen, Musik, Beruf …) und kann, desto freier wird man, zu tun, was man will. Wer glaubt, Freiheiten fielen einem in den Schoß, irrt. Freiheit klingt nach faul sein, aber sie ist häufig das Resultat großer Mühen. Mühen, die durchaus Spaß machen können. Das ist kein Widerspruch. Noch heute macht es mir Spaß, Dinge hinzuzulernen. 

Umlautkombinat

31. Januar 2026 22:36

Bin hier auch im Lager waswillmirdassagen. Aber da bliebe das Thema. Soweit ich mitbekommen habe, hat die diesbezuegliche Sezessions-Veranstaltung vorher noch von "Selbstoptimierung" auf das interessantere "Ich" im Titel gewechselt. Gibt es dahingehend noch eine Nachbereitung fuer Nichtabonnenten der Zeitschrift?
Bis jetzt finde ich nur ein Sellnervideo, was dann doch mit ersterem anfaengt und ich dann schnell gelassen habe. Ich bin kein Freund des Mediums, aber trotzdem nebenbei, falls er es liest, an Sellner: Noch sind Sie jung und ich weiss nicht, was und wieviel Sie vor dem Monitor treiben, in ein paar Jahren mag sich der Wunsch nach ein paar Aenderungen dringender bemerkbar machen.  Ich arbeite nun an Computern seit ueber 30 Jahren regelmaessig und ich liebe Blaulichtfilter, speziell am Abend. Meine Augen hoeren sofort auf zu traenen, sofern sie das tun, wenn er an ist. Man braucht uebrigens keine Brille, alle hier laufenden Betriebssyteme bieten das von sich aus. Es ist Wurscht, ob irgendwelche Spezialgrueppchen das auch gut finden oder ob es bloed aussieht. Gruppenzwang kam hoffentlich auch zur Sprache.

Laurenz

31. Januar 2026 22:39

@Gracchus @Majestyk ... Hui, Sie klingen ja auf einmal sehr christlich. ... So unterschiedlich ist Wahrnehmung. Ich empfand die Kritik von @Majestyk ziemlich unchristlich, weil @Majestyk auch meint, was Er schreibt.

Majestyk

1. Februar 2026 02:57

@ NC472:
Ein paar Häuser weiter wohnt ein junger Mann (zumindest aus meiner Perspektive), der erstellt Umweltgutachten für Unternehmen und hat gerade sein viertes Haus gekauft. Es gibt also durchaus Leute, die finden den Zeitgeist prima, so wie er verläuft und prosperieren fröhlich vor sich hin. Das dürften im Endeffekt gar nicht so wenige sein.
Viele andere strampeln, um über die Runden zu kommen. Andere haben bereits das Strampeln eingestellt. Hier im Westen ist jenes "wir" still und leise dahingeschieden. Kaum bemerkt, es gab auch keine große Trauerfeier. Echtes Brauchtum gibt es nicht mehr, vielleicht noch in Oberbayern oder dem Erzgebirge? Eigentlich gibt es noch nicht einmal mehr viel Folklore. Von Hegemonie braucht man gar nicht erst zu reden. 
Die Tage wurde das Gespräch Kobusek/ Kubitschek besprochen. Vier Tage vorher wurde Markus Krall interviewt. Auch wenn die Rechte den nicht mag (Euphemismus), einen Blick auf nackte Zahlen sollte sie mal riskieren. Ich weiß, ich bin zu nüchtern und simpel, eindeutig nicht intellektuell genug, aber die Rechte sollte sich weniger mit Incels beschäftigen, sondern damit welche Antworten sie auf drohende Massenarbeitslosigkeit und Systemkollaps geben will. Intellektuelle Avantgarde war vielleicht gut um sichtbar zu werden, um sichtbar zu bleiben und tatsächlich führen zu können, braucht es Antworten auf Fragen, die morgen von der Mehrheit des Volkes gestellt werden und kein Soziologenbubblesprech von rechts. 

Diogenes

1. Februar 2026 08:32

"Aber läßt er sich in den Dienst nehmen, wenn es wirklich um etwas geht, was größer ist als das eigene Leben?"
 
Er, der Istmensch - ist, nach wie vor, ob seiner Egozentrik (alles hat sich gefälligst um "mich" zu drehen) ein Nährboden für libertäre/egalitäre/anarchistische Irrlichter. Er, der Jetztmensch - Im Jetzt und Hier das Sein reduzierend, als ob es kein Gestern und kein Morgen im Sein geben würde. Gesichts- u. Geschichtslos (Identitätsschisma-Diabolik), Zukunfts-, Hoffnungs- und Geistloser Konsument einer eklen Polit-Agenda (du hast die Wahl: Ausbeutung der Schwachen oder Gleichmacherei mit den Schwachen (Schwach heißt: Kann sich nicht aus eigener Stärke versorgen und am Leben erhalten). Aufziehspielzeug! (Es gibt auch einen Sozial-ist-mus mit Respekt vor dem persönlichen Eigentum und der aber auch den Schwächsten eines Volkes hilft sich selbst zu helfen).

Diogenes

1. Februar 2026 08:32

Wer ist Er? Wir sehen ihn öfter als wir meinen. Den Mechanismus der alles durcheinander wirft, der Unordnung und Ungleichgewichte durch Zerstörung schafft und das Böse zum Ideal erhebt. Wie ein morbides Kleinkind das sich seiner Kraft nicht bewusst ist, würgt und drückt es, und mit seiner Liebe erstickt es alles Leben umarmend. Und dann spielt es noch mit dem toten „Eichhörnchen“ herum, will einen Homunkulus daraus machen? Willkommen in der schönen neuen Welt. Empathie zu Wurzel und Halt kann nur von jenen Menschen empfunden werden die sich ihres Volkstums und Anlagen bewusst sind (Stimme des Blutes). Welcher der Ist- und Jetztmenschen ist sich seines Volkes Sein in Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft bewusst und kann daher mit Stolz sagen Deutscher zu sein? Und daher sich und sein Sein auch diesem größeren Ganzen unterordnen?

Diogenes

1. Februar 2026 09:03

@Karl
 
"Was könnte denn für das Individuum (über die geliebten Menschen hinaus) „größer als das eigene Leben“ sein?"
 
Ja, hinterfragen Sie doch mal dieses Egozentrik-Denken (das Vokabular: Individuum). Die Persönlichkeit kann sich nur in einer Gemeinschaft von Menschen einwickeln die an Anlagen durch ihr Sein in Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft einander gleich in Art und Wesen sind (so können sie, wie eine Staatsqualle, spezialisierte Organe im und für das größere Ganze entwickeln). Ich spreche hier von Menschenvölkern und Menschenrassen als diesen Menschengemeinschaften, die man nicht ignorieren oder mit „Eine-Welt“Spinnerein wegdiskutieren kann.
 
Unser "Wir" muss schauen was für einen selbst und die Gemeinschaft gut ist und nicht das eine gegen das andere ausspielen. In der Gemeinschaft ist das Überleben größer, als wenn man auf sich alleine gestellt ist. Das sind einfach nachweisbare Fakten die man in der Überlegung zum idealen Staat einbeziehen muss. Man kann also nicht Volkstum mit Materialismus und X-beliebigen Trägern dessen ersetzen, wie sich das bestimmte Ideologen und ihr Gefolge als Gesellschaftsutopie vorstellen. Oder auch bestimmte Priester und ihre Schäfchen.
 
Eigenes Leben ist das Sein in Bewegung (es bewegt sich in Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft) des angestammten Volkes und Heimatlandes, sofern man nicht als Volksdeutscher in der Ferne zum eigenen Gemeinwesen lebt. Aber die Fremde ist ja kein Idealzustand für Familien.

Wuwwerboezer

1. Februar 2026 10:45

Jnana-Yoga und Karma-Yoga versus Bhakti-Yoga,
(I. w. S. - und ich kann auch nichts dafür, dass der Osten dies besser strukturiert hat.)
Ich habe mich längst entschieden.
Traumatherapeutisch gesprochen: Kampf-, Flucht- und Totstellmodi (bis hierhin: traumapathologisch gesprochen) versus Entspannungsmodus.
Ich habe mich längst entschieden.

Franz Bettinger

1. Februar 2026 11:47

Off toipc: Lese grade den "Lichtspiel-Führer Lichtmesz" & bin begeistert. Sehe mir all die beschriebenen Filme auf youtube an und lern Einges dazu.

Karl

1. Februar 2026 12:41

@Diogenes
Verstehen Sie meine Bemerkung vielleicht besser, wenn ich anders formuliere: Was über die geliebten Menschen hinaus könnte denn „größer als das eigene Leben“ sein? Ich will keinen Gegensatz zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft aufbauen oder „das eine gegen das andere ausspielen“, sondern gehe von der Einbettung im sozialen Netz aus. Kollektivismus liegt mir allerdings fern.

Dieter Rose

1. Februar 2026 12:49

@Carsten Lucke 
Ihre Kritik empfinde ich als etwas ungerecht. Ich glaube, das Nicht-so-schnell-Reagieren hängt auch mit dem Heiligen des Sonntags zusammen. Wurde meiner Erinnerung nach auch mal so geschrieben.
 

Gracchus

1. Februar 2026 13:20

Karl: "ungelebtes Leben" - aus welcher Quelle geht dies hervor? 1561 oder 1883 hat dies wahrscheinlich niemand gesagt. Es scheint sich um ein zeitbedingtes Phänomen zu handeln. Was unterscheidet un- und gelebtes Leben? Das wird inviduell variieren. Gelebtes Leben und Opferbereitschaft schließen sich aber nicht aus. Zu beidem braucht es Mut. Echte Opferbereitschaft beruht auf Ich-Stärke. Als Opfergabe gilt auch nur, was von Wert ist. Wer sein Leben als wertlos erachtet, opfert es nicht, sondern schmeißt es weg. 
 

RMH

1. Februar 2026 13:22

"beschäftigen, sondern damit welche Antworten sie auf drohende Massenarbeitslosigkeit & Systemkollaps geben will." @Majestyk, Sie sprechen da, wie so oft, einen wahren Punkt an. Aber das Thema Wir/ich, ich/wir ist eines, welches Grundlagencharakter hat. Natürlich brennt die Hütte, aber auf dieser Seite der Debatte, also auf der rechten, darf man ja noch nicht mal mehr in der Kette der Wassereimer-Weiterreicher stehen. Das Programm der AfD hat m. M. n. - solange die ordoliberalen Kerne darin beibehalten werden & auch der Wille zu deren Umsetzung da ist - gute Substanz zum Löschen. Im Ürigen haben wir bereits Massenarbeitslosigkeit. Wir haben um die 35 Mio Soz-vers-pfl AN & mittlerweile über 3 Mio beziehen schon ALG 1 sowie Millionen Arbeitsfähige in der Grundsicherung & es gibt zig Arbeitsfähige, die aus statist Systemen bereits raus sind. Somit arbeiten bei ca 83,5 Mio Einwohn. nach Rechnung des Mädchen Milch immer weniger, um gleichzeitig immer mehr Nichtarbeitende mitzuversorgen. Die Bombe ist also längst explodiert, deswegen findet aktuell ja auch ein ablenkender, großer Blick ins Ausland statt. Die Forderung von Merz, den 8 h-Tag abzuschaffen zeigt, dass der Mann nicht mal ansatzweise Ahnung von moderner Arbeit hat & auch nicht, was die Stunde geschlagen hat.

Monika

1. Februar 2026 13:47

@ Carsten Lucke, ja, so ist es nicht mehr schön. Man sollte diesen digitalen Stammtisch schließen. Früher trafen sich die alten Herren noch im analogen Leben, etwa nach dem Gottesdienst. Und verschonten die kluge Hausfrau mit ihren Weisheiten. Aber auch im Gottesdienst muß man gewaltige geistige Anpassungen vollziehen. In den heutigen Fürbitten wurde für die verfolgten Menschen in den USA gebetet. Der Pater aus Nigeria erzählte derweil vom Leid der Christen in seiner Heimat. Alle haben sich lieb und schwätzen aneinander vorbei. Da bleibt selbst ein Diogenes lieber in seiner Tonne. Schönen Sonntag.

Gracchus

1. Februar 2026 13:48

@RMH: Mein Kommentar sollte nicht als generelle Kritik verstanden werden, sondern nur die letzten Absätze hinterfragen. Viele Kommentare bestätigen, dass gar nicht selbverständlich ist, was es Größeres über das eigene Leben hinaus geben soll. Die Frage bleibt auch unbeantwortet, wer berechtigt ist, Opfer oder Dienst zu fordern, wem geopfert oder gedient werden soll und ob das immer gut ist. Es kann sich ja auch um böse Mächte handeln. Unter einem utilitaristischen Paradigma, das ich nicht teile, aber heutzutage wirksam ist, ergeben Opfer oder Gratisdienste auch keinen rechten Sinn. 

Diogenes

1. Februar 2026 14:06

@Karl
 
"Verstehen Sie meine Bemerkung vielleicht besser, wenn ich anders formuliere: Was über die geliebten Menschen hinaus könnte denn „größer als das eigene Leben“ sein? Ich will keinen Gegensatz zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft aufbauen oder „das eine gegen das andere ausspielen“, sondern gehe von der Einbettung im sozialen Netz aus. Kollektivismus liegt mir allerdings fern."
 
Ein Gemeinwesen wird nicht alleine aus Liebe zu diesem oder jenen Menschen geführt sondern aus kalten Berechnungen heraus. Denn natürlich leben wir nicht in den Tag einfach so hinein sondern benötigen diese und jene Menge/Masse an Rohstoffen/Energie für die verarbeitenden Gewerke/Industrien. -Versorgungsstabilität ist eine der Grundpfeiler für das Gemeinwesen und dessen Machtgrad die eigenen Interessen gegenüber dem Ausland durchzusetzen.
 
Wer freilich alle Menschen liebt, dem ist kein Staatsgefüge anzuvertrauen.

Karl

1. Februar 2026 14:22

@Gracchus
"ungelebtes Leben" - aus welcher Quelle geht dies hervor?"
Aus Berichten Sterbender (z.B. D. Tropper: "Hätte ich doch…"). Gespräche mit Sterbenden und Todkranken sind ein zentrales Feld der Thanatologie, Psychoonkologie und der Palliativmedizin.

Gracchus

1. Februar 2026 14:34

@RMH: SiN kann ja nun schlecht unter die Crash-Propheten gehen. Klickzahlen sagen ja noch nichts über die Güte oder die Wirkmächtigkeit eines Programms aus. Es kommt auf die an, die etwas zu entscheiden haben, und das ist eine Minderheit, auf die natürlich Druck ausgeübt werden kann, aber angesichts deren noch vorhandene Medien- und also Lügenmacht nur begrenzt. 
Über mögliche Lösungsansätze wurde hier auch schon diskutiert, und m. E. besteht in vielen Punkten durchaus Einigkeit, nämlich die bürokratischen Hürden für Unternehmen abzubauen, Klimaschutz zu beenden und Energiepreise zubsenken (nicht durch Subventionen; wie, ist aber die Frage), Einkommenssteuer reformieren und senken (m. E. sollte das gesamte Steuerrecht vereinfacht werden - eine Mammutaufgabe), Investitionen in Infrastruktur und Bildung. Offen ist, wie damit umzugehen ist, wenn KI viele menschliche Arbeit übernimmt und überflüssig macht oder machen könnte. Hierzu ist mir keine überzeugende Lösung bekannt, es sei denn, die Lösung besteht darin, den Einsatz von KI zu "verhindern" (durch übetmässige Regulierung, hohe Strompreise, Abgehängtheit).
Es stimmt natürlich, dass die Merz-Regierung samt EU und ihrem medialen Claqueurs-Umfeld von aktuellen Entwicklungen hoffnungslos abgehängt wirkt.

Majestyk

1. Februar 2026 14:37

@ RMH:
Ich weiß, daß wir längst Massenarbeitslosigkeit haben und nur Tricksereien einen intakten Arbeitsmarkt vortäuschen. Ich habe schon mehrmals versucht persönliche Beobachtungen zu berichten, wie der Arbeitsmarkt kontrolliert wird, wie selbst ausgebildete Leute in Verträgen auf Mindestlohnbasis hängen bleiben, daß selbst in der Industrie mittlerweile oft Tarife gelten, die kaum über Mindestlohn liegen. Die Perspektive interessiert rechts aber nicht die Bohne. Ich kann stets Wetten abschließen welcher der üblichen Verdächtigen mich ermahnt den Betriebsfrieden nicht zu stören.
Mir wird zwar gerne unterstellt, ich würde unsoziale Positionen vertreten. Das Gegenteil ist der Fall. Ich falle nur nicht auf den Trick herein, der Staat würde vor der Unbill des Kapitals schützen und beobachte wie gerade staatliche Eingriffe Menschen trotz Arbeit verarmen lassen. Wie der Staat in zwei Sorten Menschen teilt. Die einen die vom Staat leben und die anderen, die dies finanzieren und nicht aufmucken sollen. Das Prinzip ist linke Herrschaft, ob mit Adel oder Ideologen. Und dieses Prinzip funktioniert mit oktroyiertem "Wir", von Wilhelm II. bis Merkel. 
Ein aufrichtiges "Wir" braucht keine Aufrufe, es findet sich von ganz allein, wenn der Einzelne erkennt, daß ein Reisigbündel stärker ist als ein einzelner Zweig. Dieses "Wir" respektiert dessen "Ich" und sagt nicht, "gehorche und sei leise".

Majestyk

1. Februar 2026 15:24

@ RMH:
Apropos Blick nach außen. Das linke Amerika wollte auch Krieg in der Ukraine oder nahm in zumindest billigend in Kauf, das linke Europa braucht ihn sogar, am liebsten endlos und ohne Entscheidung. 
EU-Europa hat sich durch Feminisierung, Ideologisierung und Planwirtschaft an den Rand des Ruins gebracht, ist gegenüber keiner produktiven Nation noch ernsthaft konkurrenzfähig, vor allem nicht über die kommende Dekade hinaus. Laßt die viel gescholtenen Boomer doch mal alle in Rente gehen und Generation Work-Life-Balance übernehmen und mit 3 Mrd. gieriger Inder, Chinesen und den Tigerstaaten konkurrieren. Unser Trumpf in Deutschland war immer Mentalität, genau die hat man aber geschliffen.
Die Tage gelesen. Die evangelische Landeskirche von Sachsen-Anhalt warnt vor AfD Sieg. Würden Mittel gekürzt, wäre man pleite. Der UNO droht wohl ein ähnliches Schicksal. Genau darum darf niemand an der Konstruktion wackeln, weder Trump noch europäische Parteien wie die AfD. Dann fällt das Kartenhaus mit all seinen Institutionen zusammen und all die Kaiser und Könige stehen ohne Hosen da. 
Und nun haben wir hier einen Artikel der verkündet, es brauche mehr Müßiggang, im Sinne von "All work and no play makes Jack a dull boy" Wie verträgt sich das mit der Realität von 15 Mio. echten Nettosteuerzahlern?

NC472

1. Februar 2026 16:00

@Majestyk
Keine Antworten, keine Alternativen. Eine demographisch invertierte Pyramide, eine Bevölkerungsmehrheit Ü50 die ihr Leben nach dem Prinzip der Staat ist Gott und sich Ansprüche auf Kosten von jemand anderes in der Zukunft durch ungedeckte hyperinflation der Geldmenge gewählt haben, ein Potpourri aus ethnischen, kulturellen, sprachlichen, religiösen.... öffentliche Schulden verwässerungs Köpfen die am selben Tropf hängen, eine Minderheit von treu dummen Sozialistischen Labradoren deren Cashflow praktisch auch am Selben Tropf hängt (ihr beispiel vom "jungen" Umwelt Gutachten schreiber der wohl Primär aus subventionen bezahlt wird), sowie ein Heer aus öffentlich Angestellten und Beamten deren gesamtes Leben nur ein einziger ungedeckter Kosten Faktor ist, das alles zusammen geht früher oder später in die Deflationäre Phase wenn nicht genug Kooperation von potentiel produktiver demographischem Gruppen statt findet.
Es ist ökonomisch rationaler für jeden unter 50, das auszusitzen und keine Energie auf die Sozialistischen Pyramidenspiele des 20. Jahrhunderts zu verschwenden von denen obere Gruppen abhängig sind. Deshalb ein "wir" gibt es nicht mehr und wird es auch nicht  geben bis die Demographische Pyramide sich wieder normalisiert hat. Wie das passiert, wer weiß, mehr Kinder wohl nicht, der Produktive Teil Deutschlands flüchtet aus der BoomerX Sozialisten Hölle bevor wieder eine Mauer gebaut wird. Eher schon Massen sterben der Ü50 und die Löschung deren ungedeckter gewählter Ansprüche.

Speng

1. Februar 2026 17:17

"gierige Inder..." soso...
Mal eine Frage an die Runde: Was ist eigentlich zu tun, falls der "Systemkollaps" wirklich ausbleibt? Wir nicht die Antifragilität des Systems (auch in Europa und von der EU) unterschätzt?
Alles wird stetig schlechter, und die Krisen konvergieren in immer höheren Taktraten, aber: 
Reichen am Ende "Panem et Circenses", respektive „Drugs and Video-Games" (Harari dixit)? Den Rest regelt die Automatisierung/KI und "hard social engineering"?
 
 

Mitleser2

1. Februar 2026 17:41

@Majestyk, RMH: Sie beschäftigen sich mit wirtschaftlichen Realitäten, die übel sind. Nur: das interessiert das rechte Feuilleton auf SiN überhaupt nicht. Genauso wenig wie Energie, Technik und Industrie.

frage: wie kommen Sie darauf?

Majestyk

1. Februar 2026 18:03

@ NC472:
Weitreichende Zustimmung. Eine, nicht unwesentliche Ergänzung. Noch lange nicht alle Ü-50 hatten wirklich eine echte Wahl. Fängt schon mit Fehlprägungen ab frühester Jugend an. Mit Wahlfreiheit und Transparenz ist es in sozialistisch oder ständisch organisierten Gesellschaften so eine Sache. Wo ständische Ordnung herrscht, ist z.B. das Erbe ein nicht unwesentlicher Faktor für Wohlstandsvermehrung, anders als dort wo vor allem Leistung über Auf- oder Abstieg entscheidet. Daran ändern auch individduelle Aufsteigergeschichten nichts. Wie schon von Ihnen angesprochen, man prosperiert im System BRD gerne in Bereichen, die von Grund auf korrupt sind und geistige Korrumpierbarkeit voraussetzen. Deutschland ist halt auch ein Beamtenstaat, inklusive Beamtendenk.
Es ist aber ein Irrglaube alle Boomer säßen in ihrem Eigenheim, würden auf dicke Rente warten und CDU/CSU wählen. Es mag nicht die Mehrheit sein, aber genug Boomer hocken in Plattenbauten o.ä., auch im Westen und haben am Ende des Geldes zu viel Monat dran. Die sind nur nicht so sichtbar oder hörbar. 

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