Regieren als politische Identitätsprüfung

Politischer Erfolg schafft Verantwortung und Erwartungen. Sowohl Freund als auch Feind blicken mit Sorge, Demut und vor allem Ungewissheit auf die Wahltermine im Herbst 2026, wenn sowohl in Sachsen-Anhalt als auch Mecklenburg-Vorpommern, der blaue Balken an den Wahlabenden auf mehr als 40% hochschießen sollte und regieren ohne AfD-Beteiligung arithmetisch nicht mehr möglich ist.

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Umfra­gen der letz­ten Wochen deu­ten zwar lang­sam auf einen etwas gedämpf­ten Höhen­rausch und Sät­ti­gungs­ef­fekt hin. Die Grund­fra­gen aber blei­ben: Wel­che trans­for­ma­ti­ven Kräf­te wir­ken in einer Par­tei, wenn sie selbst an die Macht kommt und wie ver­än­dert das vor allem ihre eige­nen Wäh­ler­schich­ten und die gene­rel­le Zustimmungsbasis?

Die Hypo­the­se liegt nahe, dass der Schritt vom oppo­si­tio­nel­len Modus hin­ein in eine real­po­li­ti­sche Mach­bar­keits­lo­gik auch mit neu­en stra­te­gi­schen Mobi­li­sie­rungs- und Wäh­ler­bin­dungs­fra­gen ver­bun­den sein wird. Wel­che pro­gram­ma­ti­schen und welt­an­schau­li­chen Posi­tio­nen wer­den dann a.) neu und/oder b.) auf ande­rer Ebe­ne ver­han­delt? Wie baut man ein vor Ent­täu­schun­gen und Frus­tra­tio­nen abge­si­cher­tes Erwar­tungs­ma­nage­ment kom­mu­ni­ka­tiv und struk­tu­rell auf?

Es gibt inner­par­tei­li­che Stim­men, die den Pro­fes­sio­na­li­sie­rungs- und Rei­fe­grad der Par­tei für noch nicht aus­rei­chend hal­ten, um die nächs­ten Macht­etap­pen zu gehen. Doch wenn die­se Fra­gen an die AfD her­an­ge­tra­gen wer­den, soll­te sie die­se selbst­be­wusst beant­wor­ten kön­nen. Das Jahr 2026 wird so oder so zum Iden­ti­täts­prüf­stein für die Partei.

In der Bun­des­re­pu­blik gibt es kaum Bei­spie­le von Regie­rungs­be­tei­li­gun­gen von Par­tei­en die rechts der CDU stan­den (Ham­burg und die Schill­par­tei 2000 als Son­der­fall aus­ge­nom­men). Somit kann die poli­tik­wis­sen­schaft­li­che For­schung nur inter­na­tio­na­le Refe­renz­fäl­le her­an­zie­hen Eine jüngst erschie­ne­ne Stu­die von Her­mes und Klü­ver unter­such­te welt­weit 1.237 Regie­rungs­ka­bi­net­te, 57 demo­kra­ti­scher Län­der seit 1976 in denen rech­te Par­tei­en in unter­schied­li­chen Rol­len (Seni­or, Juni­or oder Mehr­heits­be­schaf­fer für gedul­de­te Min­der­heits­re­gie­rung) betei­ligt waren.

Wider­le­gung der „Ent­zau­be­rungs­the­se“

Wo viel­fach aus kon­ser­va­ti­ven oder christ­de­mo­kra­ti­schen Krei­sen die „Ent­zau­be­rungs“ The­se bemüht wird, konn­te in der Stu­die kein robus­ter Zusam­men­hang zwi­schen rech­ten Regie­rungs­be­tei­li­gun­gen und signi­fi­kan­ten Stim­men­ver­lus­ten bei dar­auf­fol­gen­den Wah­len fest­ge­stellt werden.

Im Gegen­teil: In der Gesamt­heit aller Daten­sät­ze der Stu­die konn­ten je nach poli­ti­schen Kul­tur­kreis Zuwäch­se zwi­schen zwei (in mit­tel- und west­eu­ro­päi­schen Par­tei­en­sys­te­men) bis sechs (rech­te ost­eu­ro­päi­sche Regie­rungs­ka­bi­net­te) Pro­zent fest­ge­stellt wer­den. Min­des­tens zeigt die­ses gro­ße empi­ri­sche Pan­ora­ma kei­ne beson­de­re Vola­ti­li­tät rech­ter Wäh­ler­be­we­gun­gen im Ver­gleich zu poli­ti­schen Mainstreamparteien.

Ihr fort­lau­fen­der Erfolg oder Miss­erfolg bei nach­fol­gen­den Wah­len hängt nicht allein von der Poli­cy-Per­for­mance, wirt­schaft­li­chen Kenn­zah­len oder Moder­ni­sie­rungs­pro­zes­sen ab. Viel­mehr stel­len die Autoren ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die Aus­rei­ßer in dem Daten­pool (unter ande­rem auch die öster­rei­chi­sche FPÖ oder die ita­lie­ni­sche LEGA), dass Umfra­ge- und Stim­men­ver­lus­te nicht aus der objek­ti­ven Regie­rungs­leis­tung abge­lei­tet wer­den, son­dern durch wahr­ge­nom­me­nen Dilet­tan­tis­mus, Streit und Unpro­fes­sio­na­li­tät entstehen.

Sta­bi­li­tät vor ideo­lo­gi­scher Kohärenz 

Die Stu­die „Radi­cal Right Par­ties in Office“ von Akker­man und De Lan­ge aus dem Jahr 2012, die ich ergän­zend her­an­zie­he, kon­sta­tiert (über­setzt aus dem Englischen):

Unser Ver­gleich der Regie­rungs­bi­lan­zen von BZÖ, DF, FPÖ, LN, LPF und SVP zeigt, dass poli­ti­sche Errun­gen­schaf­ten [eine begrenz­te Rol­le bei der Erklä­rung die­ser Varia­ti­on [des Wahl­er­folgs] spie­len. […] Drei radi­ka­le Rechts­par­tei­en zeig­ten eine schwa­che Leis­tung und konn­ten inter­ne Par­tei­strei­tig­kei­ten nicht bewäl­ti­gen: die FPÖ, das BZÖ und die LPF. Eine schlech­te Aus­wahl von Kan­di­da­ten für Ämter, aber vor allem Par­tei­spal­tun­gen und Kabi­netts­in­sta­bi­li­tät sind wahr­schein­li­che Grün­de, war­um Wäh­ler die­se Par­tei­en nach ihrer Amts­zeit hart bestraften.

Die aka­de­mi­sche Arbeit von Tan­ja Klein „Rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei­en in Regie­rungs­pro­zes­sen“ ergänzt in einer umfas­sen­den Vergleichsuntersuchung:

Eine Ent­zau­be­rung rech­ter Par­tei­en kann gelin­gen, wenn Rich­tungs­kon­flik­te auf­tre­ten… kei­ne Erfah­run­gen mit inner­par­tei­li­cher Kon­flikt­lö­sung bestehen oder die Auto­ri­tät der Füh­rung schwindet.

Anders gespro­chen: Der Wäh­ler mag Prag­ma­tis­mus, ideo­lo­gi­sche Mäßi­gung und Sach­zwän­ge ver­zei­hen – nicht jedoch Zer­strit­ten­heit, Spal­tung, fal­sche Per­so­nal­aus­wahl und sicht­ba­re Dysfunktionalität.

Regie­rungs­be­tei­li­gun­gen haben immer einen Preis gegen­über der eige­nen Wäh­ler­schaft. Die popu­lis­ti­sche Mobi­li­sie­rungs­en­er­gie defi­niert sich aus einer grund­sätz­li­chen Anti-Estab­lish­ment-Hal­tung. Die antie­li­tä­re Deu­tungs­macht ver­liert ihr Allein­stel­lungs­merk­mal und wird über neue ideo­lo­gi­sche Koor­di­na­ten ver­mes­sen. Kommt dann auch noch eine gestei­ger­te Inkom­pe­tenz- und Cha­os-Wahr­neh­mung hin­zu, sit­zen die vor­ma­li­gen Wäh­ler auf gepack­ten Kof­fern, um wie­der zu ande­ren Par­tei­en abzuwandern.

Der Über­gang in den Regie­rungs­mo­dus akti­viert unter­schied­li­che „Erwar­tungs­ho­ri­zon­te“ in ver­schie­de­nen Teil­grup­pen der­sel­ben Wäh­ler­schaft. Kern­wäh­ler erwar­ten Sym­bol­treue, Grenz­zie­hung und iden­ti­tä­re Bestä­ti­gung. Sie tole­rie­ren häu­fig prag­ma­ti­sche Manö­ver, solan­ge die Par­tei geschlos­sen wirkt und die „Mis­si­on“ erkenn­bar bleibt. Rand- und Wech­sel­wäh­ler erwar­ten vor allem Kom­pe­tenz­si­gna­le, Ord­nung, Nor­ma­li­tät. Sie sind oft weni­ger ideo­lo­gisch gebun­den, aber sen­si­bel für öffent­li­che Unfä­hig­keit, Per­so­nal­cha­os und Dauerstreit.

Die FPÖ als mah­nen­des Beispiel 

Ein öster­rei­chi­sches Lehr­stück illus­triert die­sen Mecha­nis­mus in einer extre­men Form. Die Ana­ly­se von Ruth Picker, Eva Zeglo­vits und wei­te­ren rekon­stru­iert, wie der Rol­len­wech­sel der FPÖ in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung ab 2000 unmit­tel­bar mit mas­si­ven Ver­lus­ten bei nach­fol­gen­den Wah­len ein­her­ging und bei der Natio­nal­rats­wahl 2002 ein his­to­ri­scher Abs­trom zur ÖVP sicht­bar wurde.

Sowohl bei Land­tags- als auch Bun­des­wah­len eröff­ne­ten sich zwei mas­si­ve Ver­lust­ka­nä­le in Rich­tung ÖVP und Nicht­wäh­ler – unter ande­rem moti­viert durch die Ent­täu­schung über die FPÖ und die gewach­se­ne Zufrie­den­heit mit der Regie­rungs­ar­beit des Kabi­netts Schlüs­sel Eins.

Der Befund ver­deut­licht die Risi­ko­ma­trix, die durch eine dop­pel­te Erwar­tungs­last in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung ent­steht (Lie­fern + Skan­dal­frei­heit). Sobald Kom­pe­tenz- oder Inte­gri­täts­zwei­fel öffent­lich wer­den, wech­seln die Wäh­ler ins ande­re Lager.

Wie die Autoren Picker und Co in der FPÖ-Stu­die zei­gen, ist die­ser Wech­sel auch weni­ger durch eine ideo­lo­gi­sche Läu­te­rung oder Prä­fe­renz­ver­schie­bung ver­bun­den, son­dern aus einem „Ord­nungs­im­puls“. Man prä­miert am Ende den Koali­ti­ons­part­ner, der als hand­lungs­fä­hi­ger erscheint, wäh­rend die grund­le­gen­den rech­ten Ein­stel­lungs­mus­ter (bspw. waren vor­ma­li­ge FPÖ-Wäh­ler, die zur ÖVP wech­sel­ten in der Migra­ti­ons­fra­ge genau­so strikt wie vor­her) erhal­ten blei­ben. Ein ähn­li­ches Mus­ter wie­der­hol­te sich für die frei­heit­li­che Par­tei nach dem Ibi­za-Skan­dal und der zer­bro­che­nen Kurz-Stra­che-Koali­ti­on im Jahr 2019.

Fall­bei­spiel aus Italien 

Das Gegen­bei­spiel lie­fert die aktu­el­le ita­lie­ni­sche Regie­rungs­ko­ali­ti­on unter Gior­gia Melo­ni. Seit 1946 hat das Land 67 Regie­run­gen ver­schlis­sen, die eine durch­schnitt­li­che Halt­bar­keits­dau­er von etwas mehr als einem Jahr hat­ten. Melo­ni regiert inzwi­schen seit drei Jah­ren unan­ge­foch­ten die Repu­blik und hält sich in den Umfra­gen bei sta­bi­len 28–30%. Ihr außen­po­li­ti­scher Oppor­tu­nis­mus und die maxi­mal zöger­lich umge­setz­te Migra­ti­ons­wen­de schei­nen der Popu­la­ri­tät inner­halb der Kern­wäh­ler­schaft kei­nen Abbruch zu tun, solan­ge eine zumin­dest abs­trak­te Sta­bi­li­täts­wahr­neh­mung erzeugt und kom­mu­ni­ziert wer­den kann.

Die Nega­tiv-Folie lie­fer­te ihr Regie­rungs­part­ner Matteo Sal­vi­ni und sei­ne LEGA-Par­tei, der – rück­bli­ckend betrach­tet – ideo­lo­gisch kon­sis­ten­ter und durch­grei­fen­der erschien, aber durch sein Manö­ver 2019 an der Spit­ze sei­ner Beliebt­heit, die Koali­ti­on mit der Fünf-Ster­ne-Bewe­gung plat­zen ließ und durch die spä­te­re Alli­anz mit einer Tech­no­kra­ten­re­gie­rung unter Füh­rung von Mario Draghi sowohl sei­ne inner­par­tei­li­che Glaub­wür­dig­keit als auch die Repu­ta­ti­on sei­ner Stamm­wäh­ler­schaft ver­spiel­te. Das auf­ge­bau­te poli­ti­sche Kapi­tal als innen­po­li­ti­scher Hard­li­ner war damit voll­ends ver­spielt und die LEGA fris­tet nun nur noch ein Kleinst­par­tei-Dasein unter 10%.

Ver­än­de­run­gen rech­ter Wäh­ler­schaf­ten in Ungarn 

Eine Lang­zeit-Ana­ly­se zur Wäh­ler­schaft der unga­ri­schen Fidesz-Par­tei lie­fert schließ­lich gera­de im Hin­blick auf sozio­de­mo­gra­phi­sche Ver­än­de­run­gen unter Regie­rungs­be­tei­li­gung eini­ge erhel­len­de Erkennt­nis­se. Die Stu­die „20 years of Fidesz core voters“ zeigt auf, wie sich die poli­ti­schen Ein­stel­lun­gen und Loya­li­tä­ten der Fidesz-Kern­wäh­ler­schaft zwi­schen 2002–2021 ver­scho­ben oder kon­so­li­diert haben.

Orban gilt unter vie­len Rech­ten als die Blau­pau­se erfolg­rei­cher Wäh­ler­mo­bi­li­sie­rung, meta­po­li­ti­scher Sen­so­rik und sta­bi­ler Regie­rungs­füh­rung. Den­noch zeigt die Stu­die kla­re Ver­schie­bun­gen in der sozia­len und abso­lu­ten Zusam­men­set­zung von Kern- und Wech­sel­wäh­lern über die letz­ten Jahr­zehn­te, was Orb­ans Par­tei jedoch ver­nünf­tig zu mode­rie­ren scheint. Ein zen­tra­ler Wan­del zeigt in der ver­än­der­ten Stamm­wäh­ler­ba­sis. 2021 mach­te der har­te Kern der Fidesz-Stamm­wäh­ler 19% aus (bei einem Gesamt­wahl­er­geb­nis von 39%) – ein Rück­gang gegen­über 21% im Jahr 2002 und 30% im Spit­zen­jahr 2010.

Die Wäh­ler­vo­la­ti­li­tät hat somit auch im unga­ri­schen Par­tei­sys­tem stark zuge­nom­men und Fidesz ist zuneh­mend auf Rand­wäh­ler ange­wie­sen, um Mehr­hei­ten zu sichern. Ins­be­son­de­re in den bei­den sozia­len Fak­to­ren wie Alter und Frau­en­an­teil zeigt sich unter den Kern­wäh­lern eine deut­li­che Verschiebung.

Wäh­rend das Geschlech­ter­ver­hält­nis 2002 noch weit­ge­hend aus­ge­gli­chen war, hat Fidesz inzwi­schen einen 60% Frau­en­an­teil unter den Kern­wäh­lern (anders als ande­re rech­te west­eu­ro­päi­sche Par­tei­en). Dies könn­te unter ande­rem an der über vie­le Jah­re gestärk­ten fami­li­en­po­li­ti­schen Agen­da und Fokus­sie­rung liegen.

Zugleich konn­te eine Durch­schnitts­al­te­rung um fast 10 Jah­re von 43 auf 54 Jah­re bei der Kern­wäh­ler­schaft fest­ge­stellt wer­den. Die­se Alte­rung deu­tet auf einen Kohor­ten­ef­fekt hin, wonach Fidesz Schwie­rig­kei­ten hat, jün­ge­re Kohor­ten in den „har­ten Kern“ zu inte­grie­ren, und statt­des­sen mit sei­ner Wäh­ler­schaft altert.

Die Stu­die unter­such­te schließ­lich auch ver­ein­zel­te Ein­stel­lungs­pro­fi­le und kul­tu­rel­le Prak­ti­ken, die durch den Fidesz immer wie­der akti­vie­rend und appel­lie­rend pro­pa­giert wur­den. Auch hier zeigt sich, dass die erfolg­rei­che Macht­for­mel rech­ter Par­tei­en nicht allein in der pro­gram­ma­ti­schen oder ideo­lo­gi­schen Kohä­renz liegt. Reli­giö­se Prak­ti­ken wie der Kirch­gang sta­gnier­ten in Ungarn über 20 Jah­re (ca. 27 % monatlich).

Dies ver­deut­licht, dass die inten­si­ve christ­lich-natio­na­le Iden­ti­täts­po­li­tik der Regie­rung Orban eher eine kul­tu­rel­le Mar­kie­rung ist, die kei­ne reli­giö­se Renais­sance in der Basis aus­löst. Inter­es­san­ter­wei­se stieg der Wäh­ler­an­teil der Nicht-Kirch­gän­ger nach kri­ti­schen Wahl­jah­ren (2010, 2016), was dar­auf hin­deu­tet, dass Fidesz erfolg­reich säku­la­re Wäh­ler­grup­pen inte­grie­ren konnte.

Fazit

Aus den dar­ge­stell­ten Fall­bei­spie­len und Erkennt­nis­sen könn­te man nun zu dem Schluss kom­men, dass die Prio­ri­tät einer AfD-Regie­rung aus­schließ­lich auf die Aus­sendung von Sta­bi­li­täts- und Kom­pe­tenz­si­gna­len bestehen müss­te und die ideo­lo­gi­sche Kohä­renz und pro­gram­ma­ti­sche Umset­zung nur an zwei­ter Stel­le ste­hen. Dass bei­de Fak­to­ren in einer Glaub­wür­dig­keits­sym­bio­se ste­hen, soll­te für jeden Leser eine Bin­se sein.

Es geht jedoch dar­um, daß jede kom­men­de „100-Tage-Regie­rungs­pla­nung“ und jede Schat­ten­ka­bi­netts­bil­dung die­se Dyna­mi­ken und Struk­tu­ren der Wäh­ler­bin­dung für rech­te Par­tei­en berück­sich­tigt wer­den müs­sen. Es gibt sicher kei­ne Patent­for­mel, die rech­te Par­tei­en in der Regie­rung vor Stimm­ver­lus­ten immu­ni­siert, aber durch­aus ein paar Fak­to­ren und Signa­le, die man eigen­stän­dig steu­ern kann.

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (48)

Karl

2. Februar 2026 18:25

"Es gibt sicher keine Patentformel, die rechte Parteien in der Regierung vor Stimmverlusten immunisiert, aber durchaus ein paar Faktoren und Signale, die man eigenständig steuern kann."
Ist am Ende des Artikels bewusst dieser Cliffhanger platziert, um Spekulationen hervorzurufen und eine Diskussion anzuregen? Oder soll dies ein Aufmerksamkeits- und Gedächtnistest sein? Wenn dies aber nur als m.E. hier eher unangebrachtes Stilmittel eingesetzt wird, wäre ich dankbar für eine Erläuterung dieser "Faktoren und Signale". 

Franz Bettinger

2. Februar 2026 18:44

Das Schicksal der gescheiterten Sarah Wagenknecht und die sofort sinkenden Zustimmungsraten des BSW haben gezeigt, dass der Wähler nicht goutiert, wenn der Wille zur Macht nicht konsequent umgesetzt wird und damit die Option zur realen Politik-Gestaltung weg bricht. Statt kühn an der Seite der AfD das Ruder in Sachen Krieg, Migration, Gender, EU und anderen Idiotien herumzureißen, geschah realpolitisch: nichts. Falsches Kalkül, Chance vertan! Das sollte der AfD eine Warnung sein, keinen Verrat an den großen Zielen zu üben, wenn ihr in Koalitionen verführeisch Posten angeboten werden. Die Wähler der AfD sind keine üblichen; sie sind von anderem Schlag, ernüchtert; und sie werden den großen Corona-Betrug & all die anderen Zumutungen des etablierten Gesocks nie vergessen. Nie! Sie sind treu. Vergrault sie nicht!

Hannah

2. Februar 2026 18:50

Seit 2016 wähle ich AfD, aber seit nicht allzu langer Zeit bin ich mir nicht mehr sicher, ob eine Regierungsübernahme durch diese Partei, wenn sie denn demnächst überhaupt einmal möglich werden sollte, unter den gegenwärtigen Umständen schon/noch wünschenswert ist (obwohll ich sie weiterhin wählen werde).
 Gießen, Minnesota u.v.a.m. zeigen, daß sie sich als allererstes auf bürgerkriegsähnliche Zustände im ganzen Land aktiv vorbereiten müsste. 
Zudem würde fast jede noch so wünschenswerte Maßnahme, vom Stopp der NGO-Finanzierung bis zur Kündigung des Rundfunkstaatsvertrages, von Zulassung des Baus neuer Kernkraftwerke bis zu neuen Lehrplänen für die Schulen, vom Auslaufenlassen von Gender-Lehrstühlen bis zum Öffnen des Verfassungsschutz-Auges nach links, die gesammelte Kraft des tiefen Staates, die sog. "Zivilgesellschaft", die staatsnahen Medien, die Justiz, den höheren Beamtenapparat u.v.m. zu erbitterter totaler Blockade herausfordern. Dazu, s.o., den Antifa-Pöbel, die "Omas" usw. auf Straßen und Plätzen.
Ich glaube inzwischen, dass es besser wäre, diejenigen, die das Land an die Wand (ge)fahren (haben), den elenden Zusammenbruch auch selbst ausbaden zu lassen, anstatt ihnen in ihrer "Opposition" gegen etwaige "Nazi"-Regierungen neues Leben einzuhauchen. 

Mitleser2

2. Februar 2026 20:06

@Hannah: Wer zurückweicht, hat schon verloren.

Majestyk

2. Februar 2026 20:12

Bezüglich Fidesz sollte man vielleicht anfügen, daß Orbans Erfolg auch an den Geldsegen von Brüssel und subventionierte Industrieansiedlung geknüpft ist, die mehrheitlich der bundesdeutsche Steuerzahler finanziert. Es wäre zu ergründen, warum ein Land mit gut ausgebildeter Bevölkerung auch mehr als 35 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhangs immer noch von Finanzhilfen abhängig ist und nicht selbstständig laufen kann. 
Auf Hilfe aus Brüssel kann die AfD jedenfalls nicht hoffen und noch regiert sie ja auch nicht. Und wenn, dann liegt @ Hannah völlig richtig, kann man sich hierzulande auf bürgerkriegsähnliche Zustände einstellen. Ist jetzt die Frage, was kommt zuerst, der Zusammenbruch oder die AfD Regierungsbeteiligung. So oder so, der politische Kampf um Deutschland hat noch nicht einmal richtig angefangen. 
Es verdichten sich ja Hinweise, daß der "Protest" in Minneapolis international gesteuert und finanziert wird. Laut Weltwoche beteiligt sich sogar das Schweizer Außenministerium an der Finanzierung der Krawalle. Das linke Imperium ist jederzeit bereit und fähig mit aller Macht zurückzuschlagen.
 

RMH

2. Februar 2026 20:23

Wie immer, wohltuend sachlich, der Beitrag von D. Fiß. Die Geschlossenheit der AfD ist natürlich ein Thema. Aktuell ist die Breite der AfD durchaus von Vorteil, da sie so vom Liberalen über Konserv. bis Rechte & sogar patr. Linke & geläuterte Grüne, kurzum alle, die sich in Opp. sehen, ansprechen kann. Bei einer Regierung kann es zum Nachteil werden, was im Beitrag schlüssig dargestellt wurde. Unabhängig davon sehe ich keine Koalitionsopt. für die AfD - auch nicht in Zukunft. Die Union könnte schon lange etwas für D tun, lässt das Land & seine Wirtschaft aber lieber mittäterschaftlich unter dem Sozialdemokratismus verrecken, weil die Union nicht daran glaubt, in einer Koalition mit der AfD als Gewinner heraus gehen zu können, sie sieht sich als Verlierer & koaliert daher eher mit der Linken, als mit der AfD. Für die AfD gilt daher: Es muss die eigene parl. Mehrheit her. Die MSM lenken daher konzertiert alles nach außen, triggern die mehrheitl. Antipathie der Wähler gegen Trump & im Westen gegen Putin. Intern ist das Parteiverbot zudem nicht vom Tisch. Dem Establ. ist ALLES zuzutrauen.

fw87

2. Februar 2026 20:39

"Der authentische Demokrat liest Meinungsumfragen als wären es heilige Texte", sagte Davila einmal. Unabhängigkeit von der Polemik kann man sich schon fragen, welchen Aussagewert Erhebungen zur Wählerbindung und ähnliches haben. Weiß die Masse der Menschen wirklich, was sie will oder warum sie etwas tut? Und soll die Meinung der Masse überhaupt politisch normativ sein? Ich würde das verneinen.
Annalena Baerbock wurde einmal in einem Interview darauf hingewiesen, dass es für das Gendern doch überhaupt keine Mehrheit in Deutschland gäbe. Sie antwortete dann sinngemäß: Das macht nichts, dann kämpfen wir eben solange politisch für die Sache bis wir die Mehrheit dafür haben. 
Ich würde mir im rechten Lager mehr von dieser Einstellung wünschen. Weniger Devotheit gegenüber tatsächlichen oder vermeintlichen Stimmungslagen der Massen. Mit einem Wort: Mehr politische Souveränität. Heute ist die Rechte in der glücklichen Lage, das zu vertreten, was sehr viele Menschen wollen. Sie sollte aber den Mut haben, dort wo nötig der Masse auch entgegenzutreten. Und ich glaube, dass ist etwas, das die Masse sogar schätzt, mehr jedenfalls als eine Partei, die ihr immer nach dem Mund redet. 

Laurenz

2. Februar 2026 21:02

@Majestyk & Hannah ... Der Bürgerkrieg findet doch schon längst statt, vielleicht nicht vor Ihrer Haustüre. Aber, was soll es sonst sein, wenn der eine Migrant vom anderen unmotiviert vor den Zug geworfen wird? Minnsesota ist doch exakt der Ausdruck des Kulturkampfes, der anzunehmen ist, nur, daß er dort von der Staatsregierung gegen die Bundesregierung geführt wird. Wenn man nicht bereit ist, sich darauf einzulassen, ist man als Volk bereits tot.

@DF ... der historische innderdeutsche Vergleich rechter Parteien mit der Union ist nicht ganz lauter, aber dafür können Sie nichts. Die von @RMH beschriebene Volkspartei AfD steht weiter links, als die historische Union, ja selbst bei der Indentitätspolitik links der historischen SPD. Was der Wähler keinesfalls goutiert, ist, wie @Franz Bettinger schreibt, ein "weiter so", wie bisher. Das kann die AfD abhaken. Deswegen beendete Kickl ja auch die letzten Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP. Wegen dieses nicht ganz so guten Artikels hier https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/gold-gigant-bundesbank-das-offene-misstrauensvotum/ recherchierte ich vorhin die EU-Zuwendungen an Ungarn seit 2010, sind ca. 60 Milliarden Euro, keine finanzpolitische Glanzleistung Ungarns. Da liegt @Majestyk durchaus richtig. Aber das betrifft ganz Osteuropa.

Dietrichs Bern

2. Februar 2026 21:02

Danke @Hannah, für einen der wenigen realistischen Standpunkte. Zum Einen sehe ich immer noch nicht ausgemacht, dass die AFD dieses Jahr schon in Regierungsverantwortung kommt, solange der Block rechnerisch eine Chance hat. Zum Anderen, bin ich auch nicht davon überzeugt, dass das so positiv wäre. Ich denke, dass die Reaktion auf Correctiv nur ein laues Lüftchen gegen das war, was ubs dann blüht. Und wenn ich das Gebahren einzelner Landesverbände so sehe, frage ich mich, ob man das Land nicht doch lieber einem zünftigen Krieg in der eigenen Partei opfert.

dojon86

2. Februar 2026 21:31

@Hannah Ihr Szenario ist mehr als wahrscheinlich. Darum Zustimmung. Besser eine intakte Opposition als an der Regierungsbeteiligung zu Grunde gehen.

heinrichbrueck

2. Februar 2026 21:40

Steuerung findet immer statt. Über das eigene Wissen (Nichtwissen) wird gesteuert. Maßnahmen werden umgesetzt, bewirken etwas; der Wähler positioniert sich. Wie wird sich der Wähler verhalten? Beispiel Minneapolis. Politisch wurde entschieden, es so zu machen. Warum? Um ein paar illegale Leute abzuschieben? Zahlentechnisch bedeutungslos. Schon die Nachkommen der Legalisierten könnten problemlos einen Ausgleich herbeiführen. Aber gezeigt wurde etwas ganz anderes, nämlich: Wer sich gegen den Staat auflehnt, wird von irgendwelchen schlecht ausgebildeten, bewaffneten Idioten erschossen. Der Staat ist kein kleines Baby, ähnlich dem demokratischen Wähler, der seine eigenen Maßnahmen falsch einschätzen würde. Der Staat kennt das Zusammenspiel nur allzu gut. Die kriminellen Bosse, die billige Arbeitskräfte und Illegale brauchen, spenden beiden amerikanischen Parteien. Dagegen wurde kein Gesetz erlassen. Trumps politische Symbolik wird auch als Ordnung verkauft. Manche glauben es (ohne Trump zu vertrauen), andere demonstrieren dagegen. Beide Seiten werden benutzt. So läuft das Zusammenspiel - um was zu bewirken? 

Le Chasseur

2. Februar 2026 22:34

@Majestyk 
"Es verdichten sich ja Hinweise, daß der "Protest" in Minneapolis international gesteuert und finanziert wird. Laut Weltwoche beteiligt sich sogar das Schweizer Außenministerium an der Finanzierung der Krawalle. Das linke Imperium ist jederzeit bereit und fähig mit aller Macht zurückzuschlagen."
Nur mal angenommen, es stimmt, dass die Schweiz die Proteste unterstützt - die Schweiz würde in diesem Fall schlicht nach der Devise "Switzerland first" handeln. So etwas finden Sie doch normalerweise gut? Trump will die europäischen Volkswirtschaften zerstören und die Unternehmen in die USA holen: https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/forderung-der-trump-regierung-mercedes-sollte-hauptsitz-in-usa-verlagern/
Trump bzw. die Kräfte, die hinter ihm die Fäden ziehen, sind Feinde Deutschlands und Europas.

Beta Jas

2. Februar 2026 23:49

@Hannah Sie haben einen äußerst erratischen Kommentar hinterlassen, Sie wählen die AfD aber wollen nicht, das sie jemals Politik macht. Da hat dann Wolfgang M. Schmidt damit Recht, das die Wählerinnen und Wähler in Wahrheit die Politik nicht umgesetzt haben wollen. Es bedeutet halt eine Kältebad.
@Franz Bettinger Die Wählerinnen und Wähler der AfD sind ein Kreis von Menschen einer Mentalität, der wenn was nicht direkt funktioniert, wohl wieder zu einem Teil abspringt. Ich frag mich zum Beispiel ob die Partei bei der nächsten Bundestagswahl wieder die Stimmenzahl bekommen wird. 

Le Chasseur

3. Februar 2026 08:20

@Beta Jas"Sie haben einen äußerst erratischen Kommentar hinterlassen, Sie wählen die AfD aber wollen nicht, das sie jemals Politik macht."
Die AfD muss nicht über die Regierungsgewalt verfügen, um die Politik in dem Land zu ändern, bspw. indem sie über mehr als ein Drittel der Bundestagssitze verfügt, so dass ohne ihre Zustimmung keine Grundgesetzänderung möglich ist. Und angesichts einer erstarkenden AfD ändern die anderen Parteien ihre Politik.

Le Chasseur

3. Februar 2026 08:24

@fw87
"Annalena Baerbock wurde einmal in einem Interview darauf hingewiesen, dass es für das Gendern doch überhaupt keine Mehrheit in Deutschland gäbe. Sie antwortete dann sinngemäß: Das macht nichts, dann kämpfen wir eben solange politisch für die Sache bis wir die Mehrheit dafür haben. Ich würde mir im rechten Lager mehr von dieser Einstellung wünschen."
Und wo ist die Trampolinspringerin jetzt? ;-)

RMH

3. Februar 2026 08:46

Zur Klarstellung: Meine persönl. Glaskugel sagt mir, dass die AfD in 2026 starke Wahlergebnisse bekommen wird, vermutl. schon 03 in BaWü. Da ist dann bspw. auch die Kom-Wahl in BAY & da kann die AfD immer noch nicht flächendeckend antreten. In meiner 8,5 tsd Einw. Gemeinde gibt es keinen Ortsverband, keine Liste für die Gemeinderatswahl. & Nein, ich gründe sicher keinen Ortsverband, da es einer meiner Grundsätze ist, kein Parteimitglied zu sein. Meine Glaskugel sagt mir ferner, dass die AfD nirgends eine eigene parl. Mehrheit bekommt, auch nicht in SA, da werden eben ein paar Stimmen am Ende einfach "fehlen". Das soll kein  Defaitismus sein, aber man darf sich eher darauf einstellen, dass der Karren noch mehr in den Dreck gefahren wird, die Steuern- & Abgabenbelastung noch mehr ansteigt, das Land immer mehr zum Saustall wird & im Beutegriff von Beamten & öD, Parteien & NGOs bleibt. Dieses Land kann ja noch nicht einmal als Antwort auf den Streik im ÖPNV mit autonom fahrendem ÖPNV reagieren, da die Kohle zum Invest fehlt. Wie sowas geht, kann man sich in Kopenhagen anschauen, da kann in der U-Bahn auch keiner mehr vor die Geleise gestoßen werden. Bei uns hingegen ... mal wieder Stopp des Zuges wegen "technischem Defekt", "Personenschaden" etc.

Daniel Fiß

3. Februar 2026 08:50

Glauben Sie mir, dass ich da ganz bei Ihnen bin. Die bescheidene Aufgabe meiner Beiträge für diesen Blog und andere Publikationen liegt in der Darstellung und Analyse des Ist-Zustandes. Mit was haben wir zu rechnen und was sind die politischen Stimmungsressourcen die gelten?!
Zu dem was aber tatsächlich durchgesetzt und erarbeitet werden muss - unabhängig von der Mehrheitsmeinung - und was gut für dieses Volk ist, habe ich natürlich auch eine eigene Vorstellung. Das können aber andere hier viel luzider und tiefgründiger beschreiben.

RMH

3. Februar 2026 08:56

"Ich glaube inzwischen, dass es besser wäre, diejenigen, die das Land an die Wand (ge)fahren (haben), den elenden Zusammenbruch auch selbst ausbaden zu lassen, anstatt ihnen in ihrer "Opposition" gegen etwaige "Nazi"-Regierungen neues Leben einzuhauchen. "
Sowas schreibt sich leicht, wenns dann ans Ausbaden geht, ist man selber dran. Ob es dann noch so einfach ist, wird jeder selber sehen, daher ist es nach wie vor zu bedauern, dass entgegen den möglichen Mehrheiten regiert wird. Es wäre noch so viel zu retten, es ist noch so viel Substanz da. So hingegen: Wer Kohle hat, wandert aus - "Flieht ihr Narren" (Gandalf in einer der HdR Verfilungen).

RMH

3. Februar 2026 08:59

"bzw. die Kräfte, die hinter ihm die Fäden ziehen, sind Feinde Deutschlands und Europas."
Ah, da ist er wieder, der ewige, pöhse kapitalistische Zionist ... muss ja immer dabei sein.

Laurenz

3. Februar 2026 09:01

@AfD-Zweifler ... Sie spekulieren alle destruktiv, als würden Sie von der Junta dafür bezahlt. Als ob Ihre parteipolitischen & gesellschaftlichen Beobachtungen exklusiv wären & der AfD verborgen blieben. DF bleibt doch immer sehr nüchtern, unterlegt mit Zahlen, was wir alle schätzen. Was die Zahlen & Prognosen im Artikel nicht berücksichtigen, sind die natürlichen Wähler-Abgänge vor allem bei der Union & den Kirchen. Das läuft zwangsläufig auf einen eskalierenden Konflikt zwischen den staatlichen privilegierten, subventionierten Schichten & der Steuer-, wie Vermögens-Geknechteten hinaus, letztere immer weniger werden. Es wandern pro Jahr ca. 270k Deutsche aus. Sind halt die falschen. Dieser quasi erstmal alternativlose Trend wird irgendwann automatisch dafür sorgen, daß Mehrheiten für Reformen zustande kommen. Da der außenpolitische Druck im Deutschen Kessel durch restriktivere Politik in Europa steigen wird & die Europäer uns ihre Migranten zusätzlich schicken, wird die Problematik an Tempo aufnehmen. Ihr Vergleich zu den USA ist hanebüchen. Schauen Sie Sich die Bevölkerungsdichte dort an. Man will nachwievor kontrollierte Einwanderung, nur keine illegale. Wir, hingegen, sind schon übervoll.

RMH

3. Februar 2026 10:45

"Dieser quasi erstmal alternativlose Trend wird irgendwann automatisch dafür sorgen, daß Mehrheiten für Reformen zustande kommen."
@Laurenz, sehe ich von der Logik her auch so, aber ob das schon 2026 der Fall sein wird, halte ich für eher unwahrscheinlich. Zusätzlich ist noch eines, ganz realistisch &ohne Defaitismus, festzustellen: Seit Corona wissen wir, dass es diesem Staatsestabl. vollkommen egal ist, wenn er gegen 25- 40% seiner Bürger regiert. Ja im Gegenteil, es wird keinerlei Versuch unternommen, wieder jemanden ins eigene Lager zurück zu bekommen, zu befrieden etc. Man sieht es auch beim AfD Höhenflug. Genau wie bei Corona kommen jetzt all die Gratis-Gutachter wieder zum Vorschein, welche einer knallharten Repression die Argumente & Mittel zu Recht legen. Die Justiz ist bereits in Hinblick auf Anti-AfD & Anti-Rechts auf Linie gebracht. Bei Achgut (einem Portal der vermeintl. bösen Libs, Cuckservatives & Zionistenfreunde), wird aktuell sehr neutral über den Prozess zu den angebl. "Sächs. Sep" berichtet (die JF schweigt lieber). Was da an Gesinnung, die überhaupt nichts mit den Tatvorwürfen zu tun hat, vom Gericht abgefragt wird, da sträuben sich einem die Haare. M.a.W.: Trotz gewisser Protektion aus den USA: Das Thema Verbot schwelt weiter im Hintergrund & zwar gewaltig. Man darf die Rechnung nie ohne den Wirt machen. 

Majestyk

3. Februar 2026 12:39

@ Le Chasseur:
Falls sich bestätigt, daß die Schweiz in den USA Terror finanziert, genau das sind die "Proteste", wäre dies ein feindlicher Akt. Sind Sie ICE-Gegner? Würden Sie hier in Deutschland etwa auch gegen Abschiebungen "demonstrieren" und diese nicht mit aller Kraft unterstützen?
Ihnen den Unterschied zwischen Terrorfinanzierung zu erklären und einem Angebot an Unternehmen zur Ansiedlung ist sinnlos. Wenn immer mehr "deutsche" Autos Chinesen sind und Mercedes mittlerweile zu 20 Prozent Chinesen gehört, stört sie das ja auch nicht. Sind Sie eigentlich pro China? Trump hat zudem recht, amerikanische Autos werden am europäischen "Markt" benachteiligt. 
Trump will auch mitnichten Deutschland oder Europa vernichten, das betreiben schon seine Gegner. Sie klingen wie Dunja Halali oder Lars Klingbeil.
 

Artabanus

3. Februar 2026 12:58

Diese "Entzauberungsthese" ist schon witzig. Haben sich die etablierten Parteien denn noch nicht "entzaubert"? Eine feindliche Besatzungsmacht könnte doch nicht schlimmer regieren als diese.
@Hannah 
Natürlich wird die Hölle seitens der sog. "Zivilgesellschaft" losbrechen sobald die AFD irgendwo in die Regierung kommt. Aber das dürfte langfristig eher positive Auswirkungen haben, da diese Leute dann endgültig demaskiert werden.

Dietrichs Bern

3. Februar 2026 13:23

@Laurenz,RMH: "Dieser quasi erstmal alternativlose Trend wird irgendwann automatisch dafür sorgen, daß Mehrheiten für Reformen zustande kommen.". Das stelle ich massiv in Frage. Was soll denn der Grund dafür sein, wenn es dazu bisher schon nicht gereicht hat? Noch mehr Schulden, noch mehr Lebenshaltungskosten? Noch mehr Gewalt auf den Straßen, noch mehr Ansiedlungsprogramme für Südsudanesen? 

Majestyk

3. Februar 2026 13:51

Unabhängig davon, daß ich mit einer Repressionsspirale rechne. Bei einem AfD Sieg in Sachsen-Anhalt könnte der Gegner z.B. am Länderfinanzausgleich drehen. Debanking ist nicht vom Tisch, Wahlrechtseinschränkungen ebenfalls nicht und Antifa bzw. Migrantifa sind gut vernetzt und solide finanziert. Kommt es hart auf hart, braucht man auf Justitia nicht hoffen.
Eine Partei, die sich mit Option begnügt, statt Macht anzustreben kann sich gleich auflösen. Das oppositionelle Milieu braucht Lust am Gewinnen statt Angst zu verlieren. 
@ Daniel Fiß:
"Die bescheidene Aufgabe meiner Beiträge für diesen Blog und andere Publikationen liegt in der Darstellung und Analyse des Ist-Zustandes."
Das gelingt Ihnen sehr gut. Die Aufgabe ist gar nicht so bescheiden. Ihre Artikel liefern viele gut recherchierte Fakten und haben mit den meisten "Fleischanteil".  

Karl

3. Februar 2026 14:10

Angst ist ein schlechter Ratgeber:

Angst vor zu vielen Stimmen.
Angst vor Parteiverbot.
Angst vor einer Regierungsbeteiligung.
Angst vor einer alleinigen Regierungsbildung.
Angst vor zu vielen Zugeständnissen.
Angst vor Stimmverlusten aufgrund von Kompromissen und Prinzipienlosigkeit.
Angst vor Antifa-Aufständen.
Angst vor Bürgerkrieg.
...

Das gemachte Bett wird niemals bereitet sein. Immer werden Bedenkenträger reiche Ernte einfahren können. Möglichkeiten, die sich bieten, sollten mutig ergriffen werden.

Majestyk

3. Februar 2026 14:11

@ Dietrichs Bern:
"Noch mehr Schulden, noch mehr Lebenshaltungskosten? Noch mehr Gewalt auf den Straßen, noch mehr Ansiedlungsprogramme für Südsudanesen? "
Das wird zumindest die Lebensbedingungen verändern und jene prägen Menschen. Bekanntlich machen harte Zeiten Menschen härter.
Eine Gefahr die ich sehe, daß Massenarbeitslosigkeit, Schrumpfkur bei Sozialleistungen, Verarmung, dunkelrotlinks in die Hände spielen. In meinem Herkunftsmilieu bin ich mit meinen Ansichten ja die absolute Ausnahme. Mit Erbschaftssteuer, als soziale Gerechtigkeit getarnte Umverteilung und Enteignung kann man Menschen die wenig haben, auch wenig Perspektiven leicht ködern. Das ist ja das Erfolgsrezept sozialistischer Marktschreier, daß sie leicht Sündenböcke präsentieren können. 
Ich habe ja schon länger das Gefühl, daß man absichtlich überzieht um die Basis für eine autoritäre Lösung zu schaffen. Für mich hat der Wahnsinn Methode. 
 

Le Chasseur

3. Februar 2026 14:40

@Majestyk
"Sind Sie ICE-Gegner?"
Selbstverständlich.
"Sind Sie eigentlich pro China?"
Selbstverständlich.
"Trump hat zudem recht, amerikanische Autos werden am europäischen "Markt" benachteiligt."
Ja, weil sie scheiße sind. Und häßlich.

Laurenz

3. Februar 2026 14:42

@Dietrichs Bern & RMH ... natürlich passiert in 2026 erstmal gar nichts, außer ein mehr sichtbarer Trend. Die Schwaben-Trottel & Schwachkopf-Badenser werden am 8.März wieder eine geschwärzte GrünSpahn-Politik, also Union & Grüne wählen. Im reichen BaWü will man die Industrie vernichten & arm werden. Das muß auch so sein. Recherchieren Sie einfach die Vermögen der Deutschen an Immobilien, Gold, Geld- & Aktien-Werten. Da kommen wir insgesamt auf an die 20 Bio. Euro. Das muß die Masse der Geburtenstarken erstmal soweit aufbrauchen, bis eine Mehrheit der Geburtenstarken nichts mehr hat. Da wir immer noch eine unqualifizierte Zu- & eine qualifizierte Abwanderung feststellen, wird der Trend zur Vollversorgung, zwecks sozialen Friedens unter den Einkommenslosen anhalten. Leute, wie DF, könnten die komplexen Parameter, auch die der Beschleunigung im ökonomischen Niedergang sehr aufwendig ausrechnen, kann aber jeder auch selbst überschlagen. Deutschland hat knapp über 60 Mio. Wahlberechtigte. 16,3 Mio., also 27% wollen AfD wählen. Also fehlen noch knapp 14 Mio., die erst noch verarmen müssen, bis die AfD eine Mehrheit besitzt. Natürlich kann das auch in den Ländern der ehemaligen DDR auch die Union bewegen, als Koalitionszwerg schon selbst früher die Seiten zu wechseln. Wird man abwarten müssen.

Ernestina

3. Februar 2026 15:00

@Hannah: Ihre Einschätzung ist für mich absolut plausibel... Danke dafür! Solange die Mehrheit der Deutschen (vor allem in Westdeutschland) mit so wenig Ernst zur Wahlurne geht und sich in ihrer Wahlentscheidung vornehmlich von Stimmungen leiten lässt, wird sich in unserem Land nichts ändern. Erst wenn's richtig zur Sache bzw. an die Substanz geht, werden die Träumer wach werden...

Ein gebuertiger Hesse

3. Februar 2026 15:01

@Karl
Gut Ihr Wort zu der Angst. Nur: wer hat sie denn? Vor allem diejenigen, die womöglich nur in der Partei sind, um indigniert das Angst-Banner zu schwingen?

RMH

3. Februar 2026 15:30

@Karl, Bedenkenträger ist auch fast schon eine Art Totschlagargument. Was ich zum Ausdruck bringen möchte: Es ist schräg, den Tag vor dem Abend zu loben, das Fell eines Bären zu verteilen, bevor er erlegt ist & öffentlichkeitswirksam Kommissonen etc. einzusetzen, um eine Regierungsübernahme vorzubereiten, wo noch nicht mal die Wahlen gelaufen sind. Man hat sich im Stillen auf so etwas vorzubereiten, man hat das metapolitische Feld zu bestellen, damit die allgmeine "Stimmung" entsprechend für eine Sache umschlagen kann, man hat die Binnendisziplin herzustellen & das Ganze hat man bescheiden & beharrlich zu tun, so wie eben die "dicken Bretter" zu bohren sind & vor allem: Man hat mit jeder Schmutzigkeit des Gegners zu rechnen & damit, dass weitaus miesere Zustände übernommen werden müssen, weil alles aktuell zugekleistert wird & die wahre Lage verschleiert ist. Man hat das Land schon an die Wand gefahren, da braucht man nicht mehr darauf zu warten. Mit vollen Kassen kann jeder regieren. Sanieren hingegen ist eine Kunst, für die es ein Händchen braucht & solide, kaufmännische Kenntnisse sowie Motivationfähigkeit, damit die Leute wieder anpacken. Die AfD steht vor einem Augias-Stall & es ist nicht sicher, ob sie der Herkules sein darf. Warten wir es ab. 

Hannah

3. Februar 2026 17:47

Anscheinend habe ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt. Das tut mir leid. ICH wäre schon bereit, die Folgen einer Regierung(sbeteiligung) der AfD auf den Straßen, im Geldbeutel und sonstwo auszuhalten. Meine Befürchtung ist jedoch, daß die AfD und mit ihr auch die gesamte Vorfeld-Rechte danach die nächsten Wahlen entweder gar nicht mehr erst erreichen bzw. in diesen Wahlen pulverisiert würde. Das von den Herrschenden verursachte Elend aufzuräumen wird Kosten verursachen, die dann denen angehängt werden, die diese Drecksarbeit machen müssen.  

Maiordomus

3. Februar 2026 18:52

@RMH. "Bedenkenträger" bedeutet m.E. keineswegs "Angsthase", vgl. @Karl. @Daniel Fissens Artikel generiert mehrperspektivische Debatte, wobei vorhandene politische Besonnenheit ausgespielt wird, bei solchen hier (@L), die Ahnung von politischer Praxis haben, eine selbst auch von Kant anerkannte Intelligenzform, nicht zu verwechseln mit den sog. "letzten Gründen", altissimae causae, von Philosophie und Weltanschauungen. Da hat MS kürzlich zu "Selbstoptimierung" geistige Fortschritte dokumentiert. Derselbe, dem im heutigen Welt-TV Bernd Baumann kategorisch bescheinigte, er gehöre weder zur AfD noch zu deren Vorfeld und dessen Vorstellungen praktischer Politik seien für AfD unmassgeblichj, alles andere sei Verleumdung durch Gegner. Selber übertrieb er dann wohl, wenn er legale Migranten mit Arbeitsstelle nicht nur "willkommen", sondern als "herzlich willkommen" bezeichnete, so wie kürzlich Weidel in Talkshow eine Pflegerin aus Georgien, die dort gegen sie als Mustermigrantin in Stellung gebracht wurde, als Einzelperson "herzlich willkommen" hiess. Gegen  Sellner handelt es sich mutmasslich um einen Wink mit dem Zaunpfahl, seine Aktivitäten allenfalls auf sein Heimatland zu konzentrieren, offenbar auch, um dieses Thema aus der Verbotsdebatte herauszukriegen. Ist Baumann auch ein "Angsthase"?  

Freichrist343

3. Februar 2026 20:18

Die AfD wird in Sachsen-Anhalt wahrscheinlich die absolute Mehrheit bekommen. Und in BW vor den Grünen landen. Nötig ist eine öko-konservative Politik gemäß Herbert Gruhl.
https://jlt343.wordpress.com

Dietrichs Bern

3. Februar 2026 20:45

@Majestyk: Das mit dem überziehen sehe ich genauso, allerdings frage ich mich manchmal, ob die Verantwortlichen nicht selbst an sich zweifeln, angesichts dessen was der Souverän sich alles bieten lässt. 

Le Chasseur

3. Februar 2026 22:20

@Laurenz
"Die Schwaben-Trottel & Schwachkopf-Badenser werden am 8.März wieder eine geschwärzte GrünSpahn-Politik, also Union & Grüne wählen."
Der CDU-Wirtschaftsrat tut sein Möglichstes, um das zu verhindern.

Laurenz

3. Februar 2026 22:33

@Hannah ... die AfD und mit ihr auch die gesamte Vorfeld-Rechte danach die nächsten Wahlen entweder gar nicht mehr erst erreichen bzw. in diesen Wahlen pulverisiert würde. ... Das hat doch nur damit zu tun, an wem man spart. Wenn man an jenen spart, welche die AfD eh nicht wählen, macht es keinen Unterschied. Schauen Sie auf Milei, der auch kein Wunderknabe ist, bloß ein Punk. Trotz ein paar Einschnitte haben Ihn die Argentinier in den letzten Wahlen sogar gestärkt.

RMH

3. Februar 2026 22:55

"Ist Baumann auch ein "Angsthase"? " 
Nachdem er trotz eines Brandanschlages auf sein Auto mit entsprechendem Drohschreiben der Antifa weitermacht, ist er das sicher nicht. Er geht vermutlich eher pragmatisch vor (ich kenne ihn nicht persönlich und kann nicht für ihn sprechen). Warum soll sich die AfD wegen Sellner belasten? Ein Mann, der auch völlig ohne Partei voran gekommen ist und kommen kann, wenn andere, wie Sezession oder wir als Leser und Zuhörer, weiterhin ihn stützen.
Ich habe übrigens keinerlei Vertrauen in faire Verfahren für die AfD vor deutschen Gerichten. Ich bin lange Jahre Jurist genug, um zu wissen, wie juristische Meinungen, Argumente und damit Rechtsprechung entsprechend moduliert werden kann, ohne dass dazu auch nur 1 einziges Gesetz geändert werden muss. Das ist aber dennoch kein Argument dafür, dass man sagt, na gut, dann braucht man auch keine Rücksicht mehr darauf zu nehmen, denn dann verliert man sofort. So kann man wichtige Zeit gewinnen. Zeit, in der die Dinge anders laufen können. Ich bin für regelbasierte Opposition, auch, wenn der politische Gegner die Regeln interpretieren und z.T. auch bestimmen kann.

Gracchus

3. Februar 2026 23:14

Je schneller, desto besser, natürlich nicht um jeden Preis. "Zeit, dass sich was dreht" (H. Grönemeyer, BRD-Barde). Ein Optmist ist nach Schiller, wer glaubt, dass nicht alles schiefgehen wird. Da muss man durch. 

heinrichbrueck

4. Februar 2026 01:09

@ Maiordomus
Wer soll das glauben, wenn es auf dem Rücken von Sellner passiert? Man nutzt den Begriff, aber schiebt den Träger weg. Die AfD hat ein "gutes" Remigrationsmodell, weil Sellner ein "schlechtes" Remigrationsmodell hat - und ein Wähler, der das glaubt? Könnte funktionieren. Kant ist hier nicht relevant. Und in der Realität gewinnt das Kollektiv gegen das Individuum, was die Chinesen schon seit Jahrtausenden beweisen (ganz ohne Kant). Deshalb sind die Chinesen auch keine Staatsfeinde in ihrem eigenen Land. Sellner ist kein Volksfeind. 

Maiordomus

4. Februar 2026 09:45

@hbrueck. Klar, dass Sellner kein Volksfeind ist, sehr wohl aber ein vielfach gepflegtes Feindbild. wozu er im Auftritt immer wieder mal das Seine beigetragen hat, was nicht damit zu verwechseln ist, dass er in der Sache häufig recht hat und auf sene Weise weiss, wie der Puck läuft. Es ist aber auch klar, dass sich niemand zum Strategen der politischen Hauptaktivität designieren kann, wenn ihm nun mal im gruppendynamischen Kontext die nötige Autorität abgeht. Und natürlich kann man von Gramsci dies und jenes lernen, das wussten rechte Aktivisten bereits zu meiner Studienzeit lange vor Sellners Geburt, als wir uns bemühten, den 68ern Paroli zu bieten. Das ist nichts Neues. Baumann sieht sich selber in der Rolle eines der führenden Strategen und ist selbstverständlich. sowohl dort, wo er mit MS übereinstimmen mag und dort, wo dies weniger der Fall ist, auf ihn nicht angewiesen. Und die rechtsliberale Weidel verkauft nun mal Politik anders, übrigens relativ weniger ideologisch, als es bei MS oder etwa bei einigen deutschnationalen Ideologen der Fall ist, aber auch klar geschickter als der ursprüngliche Hoffnungsträger Krah. Auch bei der FPö scheint man bis anhin auf die Beratung von MS nicht angewiesen zu sein. Schliesst nicht aus, dass man sein Buch zur Kenntnis nimmt. PS. Natürlich ist Kant relevant, so lange praktische Vernunft eine Rolle spielt. Methodisch bleibt er für Spitzendenker unentbehrlich. 
 

Laurenz

4. Februar 2026 10:17

@HeinrichBrück @Maiordomus ... auch wenn ich Ihrer Logik folgen 1A kann, Brück, so liegen Sie bei Ihren Grundlagen falsch. https://youtu.be/V1YeivG_lJo China war meist ein umkämpftes Kaiserreich. Heute führen dort formal rote, informell braune Mandarine. Der Kollektivismus erscheint Ihnen nur als solcher, wegen der Masse an Chinesen & weil Sie die Gesichter nicht unterscheiden können, eine natürliche Un-/Fähigkeit, die Identität klassifiziert. Das Chinesische Volk hält politisch still, weil es nicht hungert & weil es sozial aufsteigt. GK kann Sich sehr wohl mit Seinen Verlagspartnern in Moskau oder sonstwo über Kant austauschen, aber entsprechende Bücher machen keinen Sieferle. Deswegen ist Kant politisch NIE relevant, weil Kant im Bewußtsein der Politik nicht mehr gegenwärtig ist. Kant ist nur für eine Handvoll Leser, wie Maiordomus wichtig, der sich völlig irrational, selbst auf den gesamten Planeten projiziert, eine Art narzißtischer Mega- & Hyperwahn. In Davos bespricht keine Sau Deutsche Philosophen, in Brüssel erst recht nicht. Wenn ein Journo einen Artikel über Benin schreiben will, recherchiert er per KI zB maximal "Hegel/Kolonialismus", wenn er meint, einen philosophischen Bezug zu brauchen.

Majestyk

4. Februar 2026 13:05

@ Freichrist343:
"Nötig ist eine öko-konservative Politik"
Aha, also nicht nur SPD von rechts, sondern auch grün. Auch diesbezüglich von mir ein klares Nein Danke. 
@ RMH:
"Ich bin lange Jahre Jurist genug, um zu wissen, wie juristische Meinungen, Argumente und damit Rechtsprechung entsprechend moduliert werden kann"
Erlebe ich gerade in einem Verkehrsrechtsverfahren. Wie meinte gestern unser Anwalt zu mir: "Sie argumentieren auf Basis des gesunden Menschenverstandes. Für den ist vor Gericht aber kein Platz. " 
"Ich bin für regelbasierte Opposition"
Und was soll das bringen? Opposition macht vielleicht Sinn, wenn die anderen nach den Regeln spielen und man dennoch in all diesen Ausschüssen teilhaben kann. Wenn der Gegner aber gleichzeitig der Geber ist und mit gezinktem Blatt spielt, hält man so nur den Eindruck einer Demokratie mit aufrecht. Das ist dann aber Scheinopposition. 
@ Maiordomus:
Martin Sellner ist ein glaubwürdiger, authentischer Akteur, der fest seine Überzeugungen vertritt. Weidel und womöglich jener Baumann sind dies nicht. Ich achte schon lange nicht darauf, welche geschrieben Reden ein Politiker von sich gibt, sondern darauf was er verkörpert, wie vertrauenswürdig seine Handlungen sind. Es gibt durchaus Leute in der AfD, die ich als glaubhaft erachte, siehe Berndt oder Siegmund. Da gibt es aber auch Leute, von denen würde ich keine Waschmaschine kaufen und vor allem würde ich denen an der politischen Front nie den Rücken zudrehen. 

RMH

4. Februar 2026 15:15

"Opposition macht vielleicht Sinn, wenn die anderen nach den Regeln spielen und man dennoch in all diesen Ausschüssen teilhaben kann. Wenn der Gegner aber gleichzeitig der Geber ist und mit gezinktem Blatt spielt, hält man so nur den Eindruck einer Demokratie mit aufrecht. Das ist dann aber Scheinopposition."
@Majestyk, es ist genau umgekehrt. Von einem Machtstandpunkt aus betrachtet sind Regeln und Recht der einzige Einwand, den eine Opposition bringen kann, da ihr ja jegliche Macht zu anderer Gestaltung fehlt. Wenn die anderen sich nicht an Regeln halten, dann zeigt man dies mit friedlichen Mitteln auf. Eine andere Auffassung wäre in Konsequenz die Bejahung von (gewaltsamer) Revolution und Revolte. Das tue ich nicht und das wollte ich zum Ausruck bringen.

Majestyk

4. Februar 2026 16:10

@ RMH:
Ich habe früher oft mit dem Sohn meines einstmals besten Freundes gespielt, wenn ich die Familie besucht habe. Später habe ich ihm auch mal Schach beigebracht. So im Alter zwischen 8-10 hat der Junge jedes Mal versucht die Regeln zu ändern, sobald es schlecht für ihn lief.
Haargenau so verläuft bundesdeutsche Politik. 
Sie argumentieren auf Basis von Regeln, die faktisch nur solange Bestand haben, wie sie dem Machtkartell dienlich sind. Ich will Sie gar nicht angreifen, auch wenn die Gefahr besteht, daß Sie sich dennoch angegriffen fühlen. Sie argumentieren bezüglich Politik oder Macht wie ein Jurist und klammern sich an Regeln, die vom Gegner festgelegt und kontrolliert werden und damit real gar nicht existieren, wenn man sie benötigt.
Hinzu kommt, der Gegner besitzt immer noch die mediale Deutungshoheit. Über die eigene Klientel hinaus, kommen die Einwände der AfD gegen Regelbruch bei der Mehrheit der Bevölkerung nicht an, bzw. einem nicht gerade unwesentlichem Teil der gegnerischen Wählerschaft ist der Regelbruch egal, wenn nicht gar willkommen.
Wie meinte die Mutter des erwähnten Jungen, ihres Zeichens linksgrüne Kindertherapeutin mal zu mir, als ich 2016 auf eventuelle Wahlmanipulationen in Österreich hinwies. 
"Wenn es die Richtigen trifft, ist auch Wahlbetrug gerecht."
 
 

Liselotte

4. Februar 2026 16:17

Guter Artikel. Regieren und opponieren sind 2 sehr verschiedene Dinge. Und daß ich der AfD das Regieren bis jetzt nicht so richtig zutraue, ist auch so eine Sache, deren Hintergründe Herr Fiß ganz gut umreißt. Konkret habe ich mich nach dem Thüringen-Desaster gefragt, was wohl alles passieren würde, wenn die AfD irgendwo die absolute Mehrheit hätte (die braucht sie wohl, weil das Kartell gegen sie steht) und die Regierung anträte: würde sie überhaupt die Schlüssel zum Saal bekommen und die Mikrophone angestellt werden?

Laurenz

5. Februar 2026 07:32

@DF ... wenn es Sich für Sie & die Redaktion ergibt, kommen Sie bitte öfters mit Zahlen. Das zwingt das Forum sich mehr mit Realitäten auseinander zu setzen, was die Mechanik der Debatte von links außen gewaltig nach Rechts verschiebt.