Am Hof des digitalen Sonnenkönigs

PDF der Druckausgabe aus Sezession 124/ Februar 2025

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Am 3. Novem­ber 2020 ver­lor Donald Trump die US-Prä­si­dent­schafts­wahl. Im Jahr 2022 blieb auch ein Erfolg bei den »Mid­terms« aus. Zwi­schen die­sen poli­ti­schen Nie­der­la­gen ereig­ne­te sich jedoch ein meta­po­li­ti­scher Sieg, des­sen Fol­gen erst heu­te spür­bar wer­den. Am 14. April 2022 kauf­te Elon Musk den Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter und mach­te ihn zu X.

Die Wahl­sie­ge von Trump, FPÖ und AfD hän­gen eng damit zusam­men. Ande­re Unter­neh­mer wie Marc Zucker­berg fol­gen nun dem Bei­spiel von Elon Musk und redu­zie­ren die Zen­sur. Der Zenit der links­li­be­ra­len Beschrän­kung der Mei­nungs­äu­ße­rungs­frei­heit scheint über­schrit­ten. Doch die Begeis­te­rung, die vie­le erfaßt hat, könn­te die Ana­ly­se­fä­hig­keit trü­ben. Aus Besorg­nis dar­über über­trei­ben ande­re wie­der­um die Kri­tik und las­sen kein gutes Haar an Musk. Ich will ver­su­chen, dem Phä­no­men in allen Facet­ten gerecht zu werden.

1. Musk als Mehrwert

Ich schi­cke vor­weg, daß ich per­sön­lich Musk viel ver­dan­ke. Noch vor einem Jahr war ich von allen gro­ßen Platt­for­men gesperrt. Ich muß­te auf dem Höhe­punkt der Pots­dam-Kam­pa­gne »stumm­ge­schal­tet« und ohn­mäch­tig zuse­hen, wie über­all im Netz Lügen über mich und mein Remi­gra­ti­ons­kon­zept ver­brei­tet wur­den. Nach der Spren­gung mei­ner Lesung in der Schweiz im März 2024 kam die Wen­de. Mein X‑Konto wur­de reaktiviert.

Bin­nen eines Jah­res explo­dier­te mei­ne Fol­ger­zahl von 30 000 auf über 100 000. Ab jetzt kann ich mei­ne Posi­tio­nen öffent­lich klar­stel­len und Jour­na­lis­ten direkt kon­fron­tie­ren. Erst­mals seit mei­nem »Deplat­forming« im Jahr 2019 bin ich nicht mehr wehr­lo­ses Objekt, son­dern wie­der akti­ver Teil­neh­mer der Debat­te. So wie mir erging es welt­weit vie­len Dissidenten.

Dabei ent­steht ein bin­nen­rech­ter Netz­werk­ef­fekt, der wich­ti­ger ist als die nack­te Reich­wei­te. Vor X gab es kei­ne gro­ße Platt­form, auf der Rech­te ihre Ideen aus­tau­schen und erpro­ben konn­ten. Wie Ernst Jün­gers Wald­gän­ger haus­ten wir ver­ein­zelt in Echo­kam­mern, Netz­sei­ten und Tele­gram­ka­nä­len. X ist das gemein­sa­me Gelän­de, auf dem erst­mals eine Gegen­öf­fent­lich­keit ent­ste­hen kann. Hier stim­men sich rech­te Poli­ti­ker, Akti­vis­ten, Theo­re­ti­ker, Künst­ler und Medi­en­ma­cher sekun­den­schnell ab.

Nur so bil­det sich Schwarm­in­tel­li­genz, die orga­ni­sche rech­te Trends ermög­licht. Stolz­mo­nat? Ohne X hät­te es die­se Kam­pa­gne nie­mals gege­ben. »L’amour tou­jours« als inter­na­tio­na­ler Som­mer­hit? Ohne den Aus­tausch auf X undenk­bar. Die humor­vol­le Gegen­be­we­gung zur Repres­si­on von Habecks »Schwach­kopf-Gate« bis zur Büro­ses­sel­be­schlag­nah­me bei Com­pact? Nur dank X mög­lich. Der unwi­der­steh­li­che Witz und die Dyna­mik sind Ergeb­nis­se des Netz­werk­ef­fekts. Der Ruck, der seit 2022 nicht nur durch die deut­sche Rech­te geht, ver­dan­ken wir Elon Musks weit­ge­hen­der Abschaf­fung der Zensur.

Der Effekt wird sich auf ande­re Platt­for­men aus­brei­ten. Das könn­te uns mit­tel­fris­tig Waf­fen­gleich­heit im Info­krieg besche­ren. Der Mehr­wert von Musk ist unwiderlegbar.

2. Musk als Risiko

Wie­so gelang es uns bis­her nicht, eine alter­na­ti­ve Platt­form auf­zu­bau­en? Die logis­ti­schen und finan­zi­el­len Hür­den dafür waren schlicht zu groß. Man muß­te schon der reichs­te Mann der Welt sein, um sich erfolg­reich mit dem Sili­con Val­ley anzu­le­gen. Der Befrei­ungs­schlag durch X kam also von außen.

Schon Machia­vel­li lehr­te uns, daß die Ret­tung durch eine frem­de Macht sofort und aus­nahms­los eine neue Abhän­gig­keit bedeu­tet. In dem Moment, in dem unse­re Inter­es­sen von denen Musks abwei­chen, wird der Mehr­wert zum Risi­ko. Je stär­ker der Mil­li­ar­där sei­nen Fokus auf Deutsch­land legt und die AfD lobt und je öfter und inten­si­ver er mit Wei­del spricht, des­to mehr Gewicht erhält die Abwä­gung: Was dür­fen wir noch ris­kie­ren, wenn die Abwen­dung Musks dro­hen könnte?

Es gab auch schon vor Musk Mil­li­ar­dä­re. Vie­le von ihnen (etwa Bill Gates und Geor­ge Sor­os) üben poli­ti­sche Macht aus. Doch kei­ner tut das so offen und so direkt. Mög­lich gewor­den ist es dank neu­er Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gien, die Musk erst­mals in ihrem vol­len Umfang nutzt. Kein Pha­rao oder König ver­füg­te über die­se Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel und konn­te so stark Auf­merk­sam­keit bin­den und fokus­sie­ren. Musks tech­nisch ver­grö­ßer­tes Ego bil­det eine über­staat­li­che Macht.

Sie gleicht eher der eines grie­chi­schen Got­tes. Ein gro­ßes Ego lenkt wie Heli­os den Son­nen­wa­gen, den Auf­merk­sam­keits­brenn­punkt am Fir­ma­ment der Welt­öf­fent­lich­keit. Schlag­zei­len säu­men sei­nen Weg, und er pflügt die Dis­kur­se um, wie es ihm beliebt. Sei­ne Posts kön­nen bin­nen Sekun­den Kar­rie­ren beför­dern oder zer­stö­ren. Wann war jemals soviel Ein­fluß in einem Ein­zel­sub­jekt konzentriert?

Wie ein digi­ta­ler Son­nen­kö­nig regiert Musk über ein para­po­li­ti­sches Infor­ma­ti­ons­reich. Um ihn kreist sein Hof­staat, der eine Art neu­en digi­ta­len Adels bil­det. Wer das Ohr von Musk hat, hat an sei­ner Macht teil. »Musk-Flüs­te­rer« aus aller Her­ren Län­der wer­den zu heiß begehr­ten Schlüs­sel­fi­gu­ren die­ser neu­en Öffent­lich­keit. Musk ist sich des­sen bewußt. Unlängst änder­te er sei­nen X‑Nutzernamen tem­po­rär in »Keki­mus Maxi­mus«. Kek, der Meme-Cha­os­gott, ist ein pas­sen­der Avatar.

Die Risi­ken die­se Kon­stel­la­ti­on lie­gen auf der Hand. Was, wenn Musk mor­gen, im Stil von Juli­an Rei­chelt, die Abset­zung von Björn Höcke for­dern und Neu­rech­te auf X sper­ren wür­de? Sein Ver­hal­ten wäh­rend der erbit­ter­ten Debat­te über die H1B-Arbeits­vi­sa schür­te die­se Angst bei vie­len Nut­zern. Denn Musk reagier­te auf ers­te Dis­so­nan­zen und Kri­tik aus sei­ner bis­her loya­len Anhän­ger­schaft erra­tisch, unwirsch und teil­wei­se mit Zen­sur. Solan­ge Musk will, was wir als euro­päi­sche Rech­te wol­len, ist alles eitel Won­ne. Doch wehe uns, wenn sich das eines Tages ändern sollte.

3. Musk will den Mars

Was will Elon Musk? Viel wird gerät­selt über die Moti­va­tio­nen des digi­ta­len Son­nen­kö­nigs. Will er sich an der woken Ideo­lo­gie rächen, die ihm ein »Trans­kind« bescher­te? Hat ihn sei­ne Jugend in Süd­afri­ka geprägt? Die mög­li­chen Grün­de für sein Ver­hal­ten sind Legion.

Musk selbst nennt als Maxi­me sei­nes Han­delns stets den Mars. Sei­ne Haupt­mo­ti­va­ti­on sei, die Mensch­heit zu einer inter­stel­la­ren Spe­zi­es zu machen. Futu­ris­ten und Trans­hu­ma­nis­ten ver­eh­ren ihn dafür. Er ist für sie ein Pio­nier der Ster­ne und ein Held des Fort­schritts. Musk sieht im Woken etwas von der Tra­di­ti­on der Tech­nik- und Kul­tur­kri­tik aufscheinen.

Damit hat er recht: Der Vor­be­halt gegen das Mach­ba­re ist eine der Wur­zeln des grü­nen Welt­ver­ständ­nis­ses, und etwas davon ist in die Ver­bots- und Trans­for­ma­ti­ons­plä­ne der »Letz­ten Gene­ra­ti­on« ein­ge­mün­det. Daß die­ser Anteil von der indi­vi­dua­lis­ti­schen Iden­ti­täts­po­li­tik die­ser Gene­ra­ti­on ver­deckt und kon­ter­ka­riert wird, ändert nichts dar­an, daß er existiert.

In Musks Augen könn­te er den Eifer der Mensch­heit, ins All vor­zu­sto­ßen, dämp­fen. Aber nur dann, wenn die­ser Vor­stoß gelän­ge, könn­te Musk wirk­lich eine his­to­ri­sche Figur vom Ran­ge Magel­lans, Napo­le­ons und Cäsars wer­den. Wenn Musks Rake­ten kein uto­pi­sches Mil­li­ar­därs­hob­by, son­dern den Start­schuß für ein neu­es inter­stel­la­res Kapi­tel der Mensch­heits­ge­schich­te dar­stel­len, wür­de sein Name mit Sicher­heit in sie ein­ge­hen. X wäre damit das poli­ti­sche Vehi­kel, das den stel­la­ren Erfolg von SpaceX und den unsterb­li­chen Ruhm von Musk garan­tier­ten soll.

Zu die­sem gro­ßen Ziel kommt sicher eine pro­fa­ne­re Moti­va­ti­on. Musk genießt sei­nen Hel­den­sta­tus sicht­lich. Nie­mand ist dank­ba­rer, loya­ler und begab­ter im humor­vol­len Herr­scher­lob als das leid­ge­plag­te, rech­te Lager. Es ver­klärt Musk als »Rächer der Gesperr­ten« in einer meme­ti­schen Apo­theo­se. Kein Mil­li­ar­där und Mit­glied der Eli­te wird vom »Inter­net-Volk« so ehr­lich geliebt wie Musk.

In der Debat­te um die H1B-Visa wur­de Musks poli­ti­sche Moti­va­ti­on klar. Selbst als Migrant in die USA gekom­men, erklär­te er: Eine Nati­on sol­le wie eine Sport­mann­schaft gema­nagt wer­den. Die eth­ni­sche Dimen­si­on der Migra­ti­on und der natio­na­len Iden­ti­tät wur­de von ihm völ­lig ausgeblendet.

Musk hat kein Volks­be­wußt­sein und kei­ne eth­no­kul­tu­rel­le Ver­wur­ze­lung im euro­päi­schen Sinn. Woher auch? Er ist kein Kon­ser­va­ti­ver oder gar Iden­ti­tä­rer. Ein tie­fer Gra­ben trennt ihn vom Welt­ge­fühl des rech­ten Euro­pä­ers. Es ist wohl müßig, ihn und sei­ne Moti­va­tio­nen voll­kom­men zu ergrün­den. Wich­ti­ger ist zu ver­ste­hen, wel­chen Zeit­geist er verkörpert.

4. Schnitt­men­gen mit Musks Technolibertarismus

Elon Musk ver­kör­pert im Fort­schritt des Gestells den Pfad des »Cyber­punks«. Sein Feind ist eine glo­ba­le, sozia­lis­ti­sche Tech­n­obü­ro­kra­tie. Er ver­tritt dage­gen eine liber­tä­re Tech­no­me­ri­to­kra­tie, in der Wirt­schafts­ge­ne­ra­le und Rake­ten­ma­gna­ten in einem frei­en Spiel der Kräf­te um Pres­ti­ge rin­gen. Auch die­se Strö­mung wider­spricht unse­rer Welt­an­schau­ung in vie­len Punk­ten. Doch sie ermög­licht im Unter­schied zur ega­li­tä­ren Tech­no­kra­tie ein Maxi­mum an Mei­nungs- und Unter­neh­mer­frei­heit im uni­ver­sa­lis­tisch-libe­ra­len Denkrahmen.

Die Ableh­nung von Zen­sur ist ein essen­ti­el­ler Grund­satz des Techno­libertarismus. Musks unduld­sa­me Reak­ti­on auf ihm unlieb­sa­me Mei­nun­gen in den Debat­ten über die H1B-Visa und Isra­el zeig­ten zwar ers­te Gren­zen auf. Doch im Ver­gleich zu ande­ren Platt­for­men ist X tat­säch­lich ziem­lich zen­sur­frei. Nicht nur migra­ti­ons­kri­ti­sche Posi­tio­nen sind gestat­tet. Auch Inhal­te, die in Deutsch­land wohl zu Haft­stra­fen füh­ren wür­den, sind zahl­reich auf X vertreten.

Musk nutzt die­sen frei­en Dis­kurs einer­seits, um sei­ne KI mit Inter­ak­tio­nen und Infor­ma­tio­nen zu füt­tern. Gleich­zei­tig glaubt er wohl, daß nur die Besei­ti­gung staat­li­cher Restrik­tio­nen in den Berei­chen Wirt­schaft, Mei­nung und Migra­ti­on die Mensch­heits­po­ten­tia­le ent­fes­seln und den Auf­bruch zum Mars beschleu­ni­gen kön­ne. Rech­te den­ken nicht in die­ser pla­ne­ta­ren Mensch­heits­ka­te­go­rie. Sie trös­tet kein Fort­schritt Rich­tung Mars, wenn dar­über ihr Volk untergeht.

Wirt­schaft und Migra­ti­on sind in unse­rer Welt­an­schau­ung natio­na­len Inter­es­sen unter­ge­ord­net. Doch die Mei­nungs­frei­heit ist ein Ziel, das wir mit Musks apo­li­ti­schem Tech­no­li­ber­ta­ris­mus teilen.

Noch ein­mal also: Wenn Musk im Rah­men sei­ner Mars­mis­si­on die Mau­er der Zen­sur um The­men­fel­der wie »Geschich­te«, »Volk«, »Ras­se« und »Migra­ti­on« ein­ris­se, wäre viel gewon­nen. Sein in jeder Hin­sicht extre­mer Cha­rak­ter ist hier ein Trumpf.

Wis­sen­schafts­gläu­big­keit, offe­ne Debat­te und tabu­lo­ses Effi­zi­enz­prin­zip könn­ten ihn zu ket­ze­ri­schen Schluß­fol­ge­run­gen ermu­ti­gen. In eini­gen Berei­chen scheint Musk im Eil­tem­po den Weg der »roten Pil­le« vom Liber­ta­ris­mus bis zum Natio­nal­be­wußt­sein zurück­zu­le­gen. Selbst wenn er ihn nicht bis zum Schluß gehen soll­te: Die Schnitt­men­gen zwi­schen Liber­ta­ris­mus und rech­tem Den­ken wer­den von Musk stark betont: küh­ler Rea­lis­mus, Meri­to­kra­tie, Exzel­lenz, Fleiß, Ableh­nung des Ega­li­ta­ris­mus und Kampf gegen die mora­lin­saure Skla­ven­mo­ral. Damit ist auch die Basis für eine tem­po­rä­re Alli­anz zwi­schen Rech­ten und liber­tä­ren »Tech­bros« abge­zir­kelt. Wir könn­ten gestärkt dar­aus hervorgehen.

5. Auf Musk einwirken?

Daß Rech­te von Musk wahr­ge­nom­men wer­den, ist belegt. Direkt nach der emo­tio­na­len Visa- Debat­te lenk­te der Son­nen­kö­nig die Auf­merk­sam­keit über X auf das The­ma der »Groo­ming gangs« in Eng­land um. Sicht­lich berei­tet ihm die mas­si­ve Kri­tik aus dem MAGA-Lager Bauch­schmer­zen. Er soli­da­ri­sier­te sich empha­tisch mit Tom­my Robin­son und ver­brei­te­te Pos­tings des iri­schen Natio­na­lis­ten Keith Woods zu eth­ni­schen Verbrechensstatistiken.

Die jun­ge patrio­ti­sche Blog­ge­rin Nao­mi Seibt mach­te ihn auf die AfD auf­merk­sam, was prompt zum »Space« mit Ali­ce Wei­del führ­te. Musk ist offen für neue Infor­ma­tio­nen. Er läßt sich von Logik und Fak­ten eben­so beein­dru­cken wie von guten Memes und muti­gem Aktivismus.

Je zen­sur­frei­er und »rech­ter« Musk in den nächs­ten Mona­ten wird, des­to bes­ser für uns. Jede Gele­gen­heit, sei­nen Hori­zont zu erwei­tern, soll­te genutzt wer­den. Ziel­lo­se Kri­tik an ihm, um ihrer selbst wil­len, auf X nutzt uns wenig. Was bringt es, den Son­nen­kö­nig an sei­nem Hof zu rei­zen und danach die erwart­ba­ren Fol­gen zu bekla­gen? Daß sich soviel Macht auf Musk kon­zen­triert, bleibt gefähr­lich. Doch das trifft eben­falls auf Smart­phones, Droh­nen, das Inter­net und die KI zu.

Daß jemand wie Musk auf den Plan tre­ten muß­te, war wohl unver­meid­lich. Er mar­kiert ein neu­es Kapi­tel des tech­no­ka­pi­ta­lis­ti­schen Fort­schritts, dem wir uns stel­len müs­sen. Wenn er eine neue Pha­se des Gestells ein­läu­tet, in der ein »Cyber­punk- Tech­no­li­ber­ta­ris­mus« die ega­li­tä­re Tech­no­kra­tie ablöst, wächst viel Ret­ten­des in der neu­en Gefahr.

Die aktu­el­le Lage zu nut­zen heißt nicht, die Gesamt­si­tua­ti­on zu akzep­tie­ren. Noch weni­ger dür­fen wir uns häus­lich in ihr ein­rich­ten. Mor­gen könn­te Musk plei­te gehen oder die Lust an X ver­lie­ren. Die Wel­le, die uns der­zeit trägt, könn­te jeder­zeit bre­chen. Wir müs­sen uns daher auf die Sturz­wo­ge vorbereiten.

Das heißt: Die Stär­kung unse­rer Reich­wei­te und Netz­wer­ke auf X muß in Struk­tu­ren gelenkt wer­den, die die Platt­form über­dau­ern kön­nen. Musks Hil­fe von außen ist begrü­ßens­wert. Doch unser Ziel muß es blei­ben, eige­ne Macht auf­zu­bau­en, um aus eige­ner Kraft frei zu wer­den. Denn alles ande­re bringt uns am Ende nur in eine neue Abhängigkeit.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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