Krisen-PR: drei Vorschläge

von Wiggo Mann - Was ist die Markenpersönlichkeit der AfD, wen verkörpert sie? Keinesfalls den aufgeputzten, etwas skurilen Partygast, der versucht, einen Stehplatz im Salon zu ergattern, um ein wenig mitreden zu können.

Wäre sie so, wäre sie kal­ku­lier­te Oppo­si­ti­on. Kal­ku­lier­te Oppo­si­ti­on hät­te Hand­lungs­spiel­raum – zur Belus­ti­gung, für Schein­ge­fech­te, zur Legi­ti­ma­ti­on: Seht her, das alles ist mög­lich, das alles las­sen wir zu.

Aber die AfD will kein Bei­werk sein inner­halb der obs­zö­nen Par­ty namens „Unse­re­De­mo­kra­tie“. Sie ist echt. Sie will das Sys­tem in Deutsch­land nicht dele­gi­ti­mie­ren, son­dern hat sich eine para­do­xe Auf­ga­be gestellt: Die­se Par­tei will das destruk­ti­ve Sys­tem hei­len, indem sie es von innen her­aus­for­dert. Dazu gehört, daß sie an man­chen Stel­len den Ver­lo­ckun­gen verfällt.

Denn die­ses Sys­tem, die­se in einen Par­tei­en­staat gemün­de­te par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie för­dert schlech­te Eigen­schaf­ten. Zum Bei­spiel Hab­gier, Neid, Träg­heit, Zorn. Um es moder­ner, sogar tages­ak­tu­ell aus­zu­drü­cken: „Vet­tern­wirt­schaft“ gehört dazu.

Ob es ein Dra­ma ist, wenn man Pos­ten inner­halb einer Orga­ni­sa­ti­on gern mit Freun­den und Ver­wand­ten besetzt, kann man dis­ku­tie­ren – und soll­te dabei berück­sich­ti­gen, daß die Mit­glieds-Res­sour­cen der AfD nur 15% des wich­tigs­ten Wett­be­wer­bers betra­gen. Die steu­er­fi­nan­zier­ten Gehäl­ter inner­halb des über­züch­te­ten poli­ti­schen Selbst­be­die­nungs-Ladens BRD wären vor dem Hin­ter­grund von 50% Staats­quo­te am BIP gene­rell zu hinterfragen.

Ver­mut­lich gibt es an man­cher Stel­le der Par­tei sogar Seil­schaf­ten abseits einer neu­tra­len Meri­to­kra­tie und Schlim­me­res. Ist nicht schön, aber: ist echt, und das ist wich­tig. Denn Ver­trau­en ent­steht nicht, weil jemand per­fekt ist, son­dern weil er echt ist, aus Fleisch und Blut und fehl­bar. Ver­trau­en ent­steht dort, wo jemand sei­ne Feh­ler sieht, sie abzu­stel­len ver­sucht und den Teil, der bleibt, als schwa­chen Punkt benennt und einkalkuliert.

Das ist das Ech­te. Wir mögen Per­sön­lich­kei­ten, die sich red­lich bemü­hen, selbst­kri­tisch und mit Kraft zur Opti­mie­rung. Und wie bei einer Per­son ist auch für die “Per­sön­lich­keit” AfD der wei­te­re Mar­ken-Auf­bau eine Fra­ge von Klar­heit und Offenheit.

Was kann die AfD also ler­nen, wenn jemand „Vet­tern­wirt­schaft“ ruft? Drei Vorschläge:

1. Kei­ne Panik – Fast jeder Vor­wurf gegen die AfD ist ein Angriff von BRD-Sys­tem-Zög­lin­gen gegen das selbst gebau­te Kon­strukt aus Hab­gier, Neid, Träg­heit und Zorn. Der Kor­rup­ti­ons-Sumpf der füh­ren­den Insti­tu­tio­nen von UN über WEF bis ÖRR ist so über­mäch­tig, daß Feh­ler eines Par­tei­en-Start­Ups wie der AfD dar­in gera­de­zu nied­lich aus­se­hen. Da steht die erfolg­rei­che, aber kaum erwach­se­ne Par­tei in der Ecke, schaut betrof­fen zu Boden, wäh­rend die Pelo­sis, Graichens, Wei­mers, Selen­sky­is und Mios­gas die­ser Welt vor Lachen nicht in den Schlaf kom­men. Anders gesagt: Wenn der „Stern“ aktu­ell etwas halb­wegs Wohl­wol­len­des über Herrn Höcke schreibt, um die Par­tei zu dis­kre­di­tie­ren, dann wis­sen wir, daß bei uns kom­mu­ni­ka­tiv etwas falsch gelau­fen ist.

2. Kunst und Künst­ler kann man nicht von­ein­an­der tren­nen – Ob man ein Gemäl­de lie­ben darf, des­sen Künst­ler schwe­re pri­va­te Ver­feh­lun­gen begeht, ist seit Jahr­hun­der­ten Gegen­stand der Dis­kus­si­on. Für die Per­sön­lich­keit einer Par­tei gilt jeden­falls: Das tolls­te Par­tei­pro­gramm ist für die Katz, wenn man die ideel­le Grund­la­ge im All­tag unterläuft.

Die Par­tei ist also auf­ge­for­dert, in Kri­sen einer­seits geschlos­sen auf­zu­tre­ten und ande­rer­seits Kri­tik- und Dis­kurs­fä­hig­keit zu zei­gen. Dis­kurs und dia­lek­ti­sche Ana­ly­se sind Errun­gen­schaf­ten, die wir auf der rech­ten Sei­te des Spek­trums lie­ben. Auch wenn es kri­selt. Reden statt aus­gren­zen. Ideen ent­wi­ckeln und pro­ak­tiv han­deln, statt stö­ren und zer­stö­ren. Ist das nicht sogar der Kern unse­rer Weltanschauung?

3. Mar­ke-Ting – Reagie­ren und Kom­mu­ni­zie­ren braucht Kon­ti­nui­tät, Raum und Struk­tu­ren. Die rech­te Bubble ist der­zeit die glo­bal Krea­tivs­te. Aber die Par­tei hat Mar­ke­ting und Krea­ti­on nie geliebt. Man ließ sich trei­ben, kleb­te irgend­wel­che Pla­ka­te und hielt kopier­te Gags für Mar­ken­kom­mu­ni­ka­ti­on. Das rächt sich in Krisen-Zeiten.

Was die AfD braucht, sind pro­fes­sio­nel­le Bot­schaf­ten und ein Auf­tritt der beein­druckt. Pres­se-State­ments sind Sil­ber, direk­te Bür­ger-Anspra­che ist Gold. Bil­der und Tex­te, die zei­gen, daß man nicht nur Wut­bür­ger­tum kana­li­siert, son­dern zur Staats­füh­rung geeig­net ist. Klar­heit, Wahr­heit, Hand­lungs­fä­hig­keit. Luft­ho­heit über das eige­ne Gelän­de gewin­nen. Basis dafür wäre ein Gre­mi­um im Her­zen der Par­tei, wel­ches die Füh­rung der Mar­ke in der Öffent­lich­keit beglei­tet. Ein klei­nes Team zur Ent­schei­dungs­fin­dung und Vor­be­rei­tung von Reak­tio­nen. Ein Mar­ke-Ting ger­ma­ni­scher Prägung.

Drei Vor­schlä­ge, die Ruhe schaf­fen kön­nen. Drei Vor­schlä­ge, die zei­gen, daß die Par­tei sich nicht ver­ste­cken muß. War­um auch? Bei aller Fehl­bar­keit ist sie die ein­zi­ge Ret­tung für die­ses Land. Wer mag, wer­fe den ers­ten Stein.

– –

Dr. Wig­go Mann heißt nicht so. Er arbei­tet für eine gro­ße PR-Agen­tur in Süd­deutsch­land und wür­de mit der Nen­nung sei­nes Namens ein mitt­le­res Erd­be­ben in der Bran­che aus­lö­sen. Ab und an greift er für Sezes­si­on zur Feder. “Wie man eine Par­tei opti­miert” heißt sein jüngs­ter Text. Er ist in der 130. Sezes­si­on abge­druckt – hier kann man das Heft ein­se­hen und bestel­len.

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Kommentare (39)

RMH

12. Februar 2026 20:12

"daß die Mitglieds-Ressourcen der AfD nur 15% des wichtigsten Wettbewerbers betragen."
Und genau von solchen Fakten bitte mehr und diese dann klar verbreiten, zusammen mit dem Hinweis, dass die Leute auch wirklich & echt gearbeitet haben und nicht nur zum Schein eingestellt waren, wie weiland bei der CSU geschehen und das dies vollkommen legal ist. Gerne darf man auch einen internen "code of conduct", "Compliance" und den ganzen bullshit präsentieren, was sich die sog "freie Wirtschaft" ab einer gewissen Größe selber zur Selbstverknechtung gibt. Und man darf darauf hinweisen, dass man im Gegensatz zur linken eine Unvereinbarkeitsliste hat und nicht Streetfighter, Ex -Terroristen & Co einstellt und sondern sich schon immer freiwillig selbst beschränkt.
Auf jeden Fall sachlich bleiben, denn zu deutlich mit dem Finger auf andere zeigen, kennt der Wähler von den "Anderen" nur zu gut und es langweilt ihn. Und Langweile kann zur Abwendung führen.

Le Chasseur

12. Februar 2026 20:22

"Ob es ein Drama ist, wenn man Posten innerhalb einer Organisation gern mit Freunden und Verwandten besetzt, kann man diskutieren"
Wenn die Angestellten für die Stelle entsprechend qualifiziert und ihre Gehälter marktüblich sind und sie tatsächlich die Arbeitsstunden leisten, für die sie bezahlt werden, dann kann man darüber reden. Aber bitte beachten: die eigentlichen Arbeitgeber von Abgeordneten sind die Deutschen. Denn für diese sollen Abgeordnete arbeiten, nicht für eine Partei. Und sie zahlen mit ihren Steuern die Gehälter.

Ein gebuertiger Hesse

12. Februar 2026 21:51

"Sie will das System in Deutschland nicht delegitimieren, sondern hat sich eine paradoxe Aufgabe gestellt: Diese Partei will das destruktive System heilen, indem sie es von innen herausfordert. Dazu gehört, daß sie an manchen Stellen den Verlockungen verfällt."
Schöner hätte man das nicht sagen können.

MarkusMagnus

12. Februar 2026 22:49

Jetzt wollen sie die AFD schon für absolut legales Verhalten diskreditieren. Das System macht sich immer lächerlicher. Und wenn, liegt der Fehler im System. Und das war schon vor der AFD da.  Alle anderen Parteien bekommen Geld für ihre Stiftungen. Nur die AFD wird davon ausgeschlossen. Heuchler.

Waldgaenger aus Schwaben

12. Februar 2026 22:50

Ich verstehe die Aufregung nicht. Wer gute Arbeit leistet, darf sich auch mal was gönnen. Ein Politiker, der auch mal Fünfe gerade sein lässt, solange alles im Rahmen bleibt, ist mir viel lieber, als ein asketischer Fanatiker. 
Franz Josef Strauß hatte so manche Affären, er wurde trotzdem immer wieder gewählt, weil es Bayern von Jahr zu Jahr besser ging. 

RMH

13. Februar 2026 08:21

.... und wie die Gegner der AfD eine Kampgane aus dem Ganzen machen, sieht man hier recht deutlich
https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/warum-der-vetternwirtschafts-vorwurf-gegen-chrupalla-falsch-ist/
Es ist richtig, dass hier auch der Rechtsweg beschritten wird. Im Übrigen zeigt doch der Umstand, dass es innerhalb der AfD eine derart große Binnen-Kritik & Debatte gibt, dass das noch lange keine "normale" Partei wie die anderen ist. So dämlich, auf kurze Sicht gedacht und teilweise auch dreist die teilweise tatsächlich vorgekommene Überkreuzbeschäftigung auch war, ich denke, in keiner anderen Partei wird dann auch so öffentlich darüber gestritten. Das ist für mich auch Zeichen einer gewissen grunddemokratischen Qualität, die diese Partei hat.

Mitleser2

13. Februar 2026 08:42

Es muss immer gelten: wer zurückweicht, hat schon verloren. Und der Paria AfD wird natürlich mit Dreck beworfen. Warum wollen die oberen Funktionäre das nicht erkennen?

Valjean72

13. Februar 2026 09:42

Weitaus gefährlicher als den Vorwurf der Vetternwirtschaft, erachte ich den von Lucassen (und seinen Hintermännern) offen und ungeniert über die System-Medien ausgetragenen Richtungskampf zur "alternativlosen Westbindung und Russlandfeindlichkeit" ...

Adler und Drache

13. Februar 2026 10:07

1/2
Klare Zustimmung zur Forderung nach professioneller PR! Alles andere ist mir jedoch viel zu defensiv. Man guckt aus der Wäsche, als sei man beim Onanieren erwischt worden.
Zum einen: Dynastien bilden seit jeher die tragende Architektur stabiler Gesellschaften. Man kann es als "Vetternwirtschaft" framen (womit aber sachlich etwas anderes gemeint ist), aber man kann es auch "Vertrauensnetzwerk" nennen. Ganze Familien, die sich in den Dienst der Politik und/oder der Wirtschaft eines Landes stellen, sind prinzipiell zu begrüßen. Verantwortung wird da anders wahrgenommen als beim Einzelnen, der nach "Hop on/hop off"-Prinzip verfährt. Letzteres ist das vermeintlich "demokratische" Modell, aber warum eigentlich? (Ressentiment gegen den Adel?) Der Einzelne ist doch viel schwächer und auch leichter zu korrumpieren als die Sippe. Wollen wir jetzt noch demokratischer sein als die Superdemokraten? Familienwirtschaft ist ein konservatives Modell, von unserer Seite sollten also besser die Vorteile dargestellt werden, statt vor dem Vorwurf des "Nepotismus" zurückzuschrecken.

Adler und Drache

13. Februar 2026 10:08

2/2
Das andere Element dieser Kampagne ist die Unterstellung einer persönlichen Vorteilnahme. Damit tut man grad bei Konservativen so, als sei das "bäh!" und als müsse alles aus purem Idealismus geschehen - oder ist das schon wieder typisch deutsch?
Die gesamte Idee des Beamtentums fußt auf dem Gedanken, das besonderer Dienst selbstverständlich mit besonderen Vorteilen verbunden sein müsse. Warum sollten also AfD-Abgeordnete nicht die Vorteile ausschöpfen, die der gesetzliche Rahmen zulässt? Man soll in der Politik keine Mönche erwarten, ganz besonders nicht in einer Partei, über der beständig das Damoklesschwert (oder das Kantholz) hängt! Idealismus ist wichtig, aber er allein trägt nicht über einen mittlerweile zehnjährigen Hindernislauf, der nicht selten in einen Spießrutenlauf umschlägt. Wer da die Vorteile, die das System ihm bietet, nicht klug für sich nutzt, muss wohl fast schon Masochist sein. Und der Markenkern der AfD, also das, was sie "besser macht als die anderen", ist schlussendlich doch nicht der noble Verzicht auf persönliche Vorteile, sondern die unbedingte Parteinahme fürs deutsche Volk und Land. 
Also bitte, jetzt nur nicht einrollen wie der Igel, sondern "frisch, fromm, fröhlich, frei" und auf sie, mit Pauken und Trompeten! 
 
 

Laurenz

13. Februar 2026 10:26

Kam aus dem grünen Graichen-Clan irgendeiner in den Bau?

RMH

13. Februar 2026 11:04

@Adler & Drache, ich verstehe ihre Standpunkte & sie sind alle nachvollziehbar. Zudem: Wo hört denn die "Vetternwirtschaft" auf? Als nächstes kommt dann als Vorwurf das, was wir in Bayern "Spezlnwirtschaft" oder Amigos nennen also, dass es auch Vorwürfe deshalb gibt, weil keine Verwandten sondern eben Leute aus der "Szene"/Umfeld/Vorfeld beschäftigt werden. Wie viele Autoren aus dem Sezessions- Umfeld arbeiten bei AfD- Parlamentarieren? Diesen Vorwurf sollte man antizipierend entgegentreten bzw. darauf vorbereitet sein, der kommt als nächstes. Daher bleibt das Thema ambivalent: Klar, auf der einen Seite wäre man blöd, Möglichkeiten, die das System bietet, nicht entsprechend für sich zu nutzen. Aufrichtig ist das dann, wenn tatsächlich gearbeitet wird & die Entlohnung "marktüblich" ist, wovon ich ausgehe. Auf der anderen Seite steht halt das Riesenargument der Opposition, dass sich die anderen den Staat zur Beute gemacht haben. Darf man deshalb an diesem Raubzug ungehemmt teílhaben oder will man etwas besser/anders machen? Für diese Spannung hat man einen praxistauglichen Weg zu finden, dass ist die Herausforderung.

fw87

13. Februar 2026 11:11

Ich sehe es nicht als Aufgabe der AfD "das System" zu heilen. Die AfD versucht ein nationales Selbstbewusstsein zu artikulieren. Sie arbeitet, wenngleich manchmal zögerlich, an der Subjektwerdung Deutschlands. Das alles ist im "System" nicht vorgesehen, ein solcher Ausbruch ist ein schwerwiegender Systemfehler. Diejenigen, die jetzt versuchen, das System zu heilen, will heißen, den Geist zurück in die Flasche zu stopfen, sind die Repräsentanten von "Unserer Demokratie." Sie versuchen alles, damit Schuldkult-Deutschland bleibt. 
Wir sind zweifellos in einer Wendezeit. Ad multos annos wird das jetzige System nicht mehr laufen. Es hat deshalb keinen Sinn, eine Vergangenheit reparieren zu wollen, die auch schon nicht in Ordnung war. Man muss nach vorne schauen. 

Le Chasseur

13. Februar 2026 11:19

@RMH
"'daß die Mitglieds-Ressourcen der AfD nur 15% des wichtigsten Wettbewerbers betragen.'Und genau von solchen Fakten bitte mehr und diese dann klar verbreiten"
Das klingt bißchen so, als müsste man als Abgeordneter zwangsweise Parteimitglieder als Mitarbeiter einstellen. Glauben Sie bspw., CSU-Abgeordnete würden nur CSU-Mitglieder als Büroleiter, wissenschaftliche Mitarbeiter etc. beschäftigen? Dem ist nicht so. Und auch in CSU-Parteieinrichtungen (Geschäftsstellen usw.) arbeiten häufig auch Nicht-CSU-Mitglieder.
Die Zahl der Parteimitglieder kommt vor allem im Wahlkampf zum Tragen, wenn ehrenamtliche Helfer Plakate aufhängen, Flyer verteilen, Infostände betreuen oder bei der Durchführung von Wahlkampfveranstaltungen helfen.

Adler und Drache

13. Februar 2026 11:42

@RMH
wenn tatsächlich gearbeitet wird & die Entlohnung "marktüblich" ist, wovon ich ausgehe
Punkt 2: Jeder Abgeordnete bekommt eine Mitarbeiterpauschale, die er auch nur für Mitarbeiter verwenden kann. Ob er von dieser Pauschale einen oder zehn Mitarbeiter bezahlt, ist seine Sache. Die Höhe der Entlohnung richtet sich nach Vorgaben bezüglich der Qualifikation; jemandem mit abgeschlossenem Studium kann der Abgeordnete mehr zahlen als jemandem ohne. Man kann damit also die Bevölkerung weder "ausbeuten" noch Missbrauch betreiben, indem man jemandem zu viel zahlt. Es bleibt alles im gesetzlichen Rahmen, den die Altparteien, die sich nun aufregen, selbst beschlossen haben.
Punkt 1: Die Arbeitsmoral könnte in der Tat an vielerlei Stellen besser sein, da kann ich leider nicht widersprechen.  

Adler und Drache

13. Februar 2026 11:51

Seit das juste milieu begriffen hat, dass man 1. die AfD nicht mehr aus den Parlamenten bekommt, sie 2. nicht klein kriegt und auch nicht spalten kann und 3. die Angriffe an den Abgeordneten der AfD in der Regel abprallen, bisweilen sogar zum Bumerang werden, versucht man den Hebel bei den Mitarbeitern anzusetzen. Es gab diesbezüglich schon einige Anläufe, diesmal knackt es nicht übel. Gehörst du als Mitarbeiter zu einem Landesverband, der als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft wird, bist du für die BT-Verwaltung ein "Sicheheitsrisiko". Gehörst du ins Umfeld einer Familie, die anderswo aktiv ist, bist du Steuerfresser und Nutznießer der "Vetternwirtschaft".
Frau Klöckners idealer AfD-Mitarbeiter ist in keinerlei Netzwerk eingebunden - na, warum wohl?  

demeter

13. Februar 2026 12:40

Essenz des Artikels: Die AfD ist die jüngste Altpartei.
Die unappetitlichen Vorgänge innerhalb der AfD Sachsen-Anhalt müssen ein Schlag ins Gesicht jener AfD-Wählers sein, die irrigerweise glaubten, hier wären tatsächlich welche am Werk, die es anders, besser machen würden.
Dass Berufspolitik korrumpiert, ist genauso eine Tatsache wie die Binse, dass man sich eben nur nicht erwischen lassen darf. Höcke kritisert in seiner jüngsten Videobotschaft genau das: Die Unredlichkeit der eigenen Parteigenossen, die sich wohlfeil dem kurzfristigen Erhaschen von finanziellen Vorteilen hingeben.
Und mit dieser Botschaft Höcke's wird auch klar: Eine konsistente PR-Strategie gibt es nicht. Jeder kocht sein eigenes Süppchen in der Interpretation dieser Vorgänge.
Unnnötig zu erwähnen, dass gerade der Landesverband Sachsen-Anhalt, innerhalb der AfD, als grösster Schweinestall egomanischer Möchtegern-Politiker gilt. Spätestens seit dem Quartalsirren Poggenburg.
Wichtig auch an der Höcke-Botschaft: Er tut das Richtige. Rechtzeitig. Dass möglichst wenig von dem Gestank aus dem Nachbarbundesland nach Thüringen weht.
 
 
 

Marcus AC Severus

13. Februar 2026 12:50

Ich gehe hier eher mit dem wichtigen und exzellenten Artikel von GK, auch wenn dieser den Finger in die Wunde legt und von manchen als unnötiges "friendly fire" oder gar "Verrat" gesehen wurde.
Die AfD ist nicht irgendeine Partei unter Vielen, die AfD möchte eine Alternative für das deutsche Vaterland und wie ich auch hoffe - in zweiter Linie- mittelfristig für Europa sein. 
Seilschaften, Filz und Korruption sind Phänomene die sich wie Geschwüre ausbreiten und später nicht einfach wegzukriegen sind. Sie werden Teil der DNA. Nach Jahrzehnten an der Macht, wie im Fallen der Altparteien, ist es fast schon natürlich wenn sich ein gewisses Level davon im Wirtskörper ausbreitet. Der Mensch bleibt Mensch.
Wenn aber eine Oppositionspartei, die bisher nirgendwo auch nur annähernd an einer realen, gewichtigen Machtposition saß, bereits in Teilen stark von diesem Geschwür unterwandert scheint, dann ist es ein eindeutiges Alarmzeichen was nicht einfach ignoriert werden kann. Die AfD kann nur noch durch die AfD selbst gestoppt werden. Gerade nach den ganzen politischen Enttäuschungen der letzten Jahrzehnte legt das Wahlvolk ein hohes Maß an eine Partei an, die sich selbst als Alternative zu den Anderen darstellt. 
 

Karl

13. Februar 2026 12:51

In diesem Video von COMPACT:
https://www.youtube.com/watch?v=91XmxB18D7w
wird auch die Seite des Auslösers dieser Diskussion (gegen den ein Parteiausschlussverfahren läuft) näher betrachtet sowie seine eigenen dubiosen Geschäfte beleuchtet. Eine Verbindung zum VS steht im Raum. Letzteres wird in dieser Diskussion m.E. vernachlässigt. Der AfD mangelt es also nicht nur an potentiellen Mitarbeitern, sie muss auch noch prüfen, ob sie über diesen Weg nicht auch infiltriert wird.  

Marcus AC Severus

13. Februar 2026 13:10

@Adler und Drache
Es ist dennoch gut und wichtig, dass diese Debate jetzt innerhalb der AfD angestoßen wird. Der Grad an Verfilzung nimmt, sobald eine Partei an der Macht ist, nicht ab. Er nimmt immer zu. Das hat psychologische Gründe die im Menschsein selber begründet sind.
Zu viele Familenbande innerhalb einer Partei können gefährlich sein, weil im Zweifel immer die eigene Familie Vorrang hat. Kaum einer wird eine politische Entscheidung gegen die eigene Familie treffen, sondern im Zweifel immer für diese. Das mögen kleine Sachen sein, aber auch Dinge wie einen Parteifreund zu unterstützen, nur weil die eigene Partnerin bei ihm angestellt ist, obwohl dieser Parteifreund sich etwas zu Schulden hat kommen lassen oder obwohl ein anderer Kandidat aus der Partei besser für das Wohl des Landes wäre.
Wenn dann mal reale politische Macht besteht, kann sich das Ganze schnell potenzieren. Das Argument, dass Anfangs vielleicht niemand anderes da war außer Familienangehörige entbindet nicht davon, später einmal diese Einstellung zu überdenken und diese Praktiken zu verändern. Jetzt kurz vor der Möglichkeit realer Machtübernahme in einem Bundesland wäre die Zeit dafür.
Europaweit gibt es so viele negative Beispiele gerade von Rechtsparteien die am Rollenwechsel von der Oppsition in die Regierung gescheitert sind, weil sie innerlich zu verfilzt waren.
 
 

Liselotte

13. Februar 2026 13:21

<i>Bilder und Texte, die zeigen, daß man ... zur Staatsführung geeignet ist.</i>
Das ist mE das Problem, denn die AfD ist hier noch sehr "breit" in dem, was sie wollen könnte (und vor allem, umsetzen könnte - denn die Glaubwürdigkeit, etwas umsetzen zu können, ist das dabei entscheidende).
Wie Adler und Drache halte ich die "Vetternwirtschaft"-Kampagne für ein kleineres Problem, was wirklich schwelt, spricht Valjean an. Wie stellt sich die AfD Deutschland in Europa und der Welt vor? Wie können Deutschland und Europa selbständiger werden, und vor allem, besser gedeihen?
 

Liselotte

13. Februar 2026 13:26

@Karl: Unterwanderung ist ein echtes Problem. Imgrunde muß die AfD Kommunikationsstrukturen neu erfinden, nach Corona. Womöglich auch Finanzierungsstrukturen. Denn die bestehenden können jederzeit abgeschnitten werden.

JungspundF

13. Februar 2026 13:38

Einerseits gut, dass das Vorfeld eine gewisse Geschlossenheit gelernt hat, andererseits schlecht, dass dies soweit geht, dass strukturelle Vetternwirtschaft nun auch akzeptiert und gedeckt wird. Das ist leider ein strukturelles Parteien- bzw. Organisationsproblem, prominent sichtbar unter Orban, aber auch überall sonst existent. Ich kann nur persönlich für mich sprechen, aber die AfD ist für mich wegen genau solchen "Vorkommnissen" gestorben. Ich selbst hatte damals noch naiv versucht auf verschiedenen Ebenen unterzukommen, mich profrssionell mit Politik-Master einzubringen, trotz des Wissens, dass ich danach für den weiteren Arbeitsmarkt verbrannt gewesen wäre. Keine Chance. In Sachsen-Anhalt und woanders, sogar noch bevor die Personen gewählt wurden. Es bestand kein Interesse. Ich bin von der Partei desillusioniert und traue ihr keinen Wandel zu. Die Zukunft wird zeigen ob mein Gefühl richtig lag. So ein Verhalten wird später auf andere Institutionen und nichtstaatliche Posten übertragen, siehe prominent Bidens Sohn in seiner damaligen Rolle im ukrainischen Energiesektor, aber auch in Deutschland sichtbar.
PS: In Sachsen-Anhalt ruht sich die Partei übrigens gerne auf Umfragen aus, 2021 meinte man damals auch, nichts machen zu müssen, was sich dann im tatsächlichen Wahlergebnis rächte. Einmal mit Profis.

Marcus AC Severus

13. Februar 2026 15:01

@JungspundF
Und gerade Orban ist ein mahnendes Beispiel. Viele Früchte der positiven und prägenden Errungenschaften seiner Politik gehen aufgrund der Korruption verloren. 
Die Partei von Magyar kann dann binnen kurzer Zeit ein ganz anderes Ungarn hervorbringen. Die Jahre unter Orban wären so nur wie ein Wasserschlag, die Färbung des Gewässers wäre aber anderen überlassen.
 
 

Andreas J

13. Februar 2026 15:10

Problematisch scheint mit das Schwarz-Weiß-Bild mancher Wähler, welches nur böse, korrupte Altparteien und eine AfD kennt, die, egal wie groß sie wird, auf ewig das immunisierte Parteiideal verkörpert, mit Politikern, die jeglichen Versuchungen, egoistischen Impulsen etc. ausnahmslos widerstehen. Keine Partei kann diesem Anspruch auf Dauer gerecht werden. 
 

Le Chasseur

13. Februar 2026 15:24

@demeter
"Eine konsistente PR-Strategie gibt es nicht. Jeder kocht sein eigenes Süppchen in der Interpretation dieser Vorgänge."
Wäre ja auch nicht wünschenswert, wenn jedes Parteimitglied das meinen würde, was die Parteiführung vorgibt. Andrerseits ist natürlich die andere Frage, inwieweit parteiinterne Meinungsverschiedenheiten auf offener Bühne ausgetragen werden müssen. Manchen geht es um Schadensbegrenzung, andere wollen mit öffentlicher Kritik lediglich parteiinternen Gegnern schaden. Aber wenn man solche Vorgänge zu sehr hinter geschlossenen Türen regelt, entsteht natürlich wieder der Eindruck, dass etwas vertuscht werden soll.

Marcus AC Severus

13. Februar 2026 20:47

@AndreasJ
Die MSC, dort traf jemand von der AfD auf. Derjenige vertrat ein Wehr- & Außenpolitik die fundamental anders war, als man sonst von einigen gewichtigen Stimmen aus der Partei hört. 
Abseits des Filzes der besteht, ist das so eine zweite Sache die mich diese Woche zur Verzweiflung bringt. Es gibt Themen, da kann es Streit geben. Nebenthemen. Aber Wehr- und Außenpolitik ist sehr gewichtig, ich weiß jetzt zum Beispiel aktuell gar nicht mehr wofür die AfD bezogen auf die Bundeswehr, Nato und Russland steht. Ich bin nun komplett verwirrt.
Ist das nicht auch Ausfluss desselben Problems, ein Mangel an interner Disziplin?
Es kommt mir diese Woche so vor, als wenn die Partei eine Sammlungsbewegung aus mehreren Parteien und Akteuren wäre, jeder kocht sein eigenes Süppchen... 

Le Chasseur

13. Februar 2026 21:16

@Marcus AC Severus"Die MSC, dort traf jemand von der AfD auf. Derjenige vertrat ein Wehr- & Außenpolitik die fundamental anders war, als man sonst von einigen gewichtigen Stimmen aus der Partei hört"
Tja, andernfalls hätte man ihn gar nicht eingeladen und erst recht nicht reden lassen.
Macron hat's mittlerweile gerafft:
'Macron spricht von der " Wiederaufnahme einer europäischen Diskussion mit den Russen ... ohne naiv zu sein". (...)
"Unsere geografische Lage wird sich nicht ändern, ob wir Russland nun mögen oder nicht, Russland wird auch morgen noch da sein. Es liegt nun einmal vor unserer Haustür."'
https://www.telepolis.de/article/Sicherheitskonferenz-Muenchen-Wie-hirntot-ist-Europa-11175203.html

thoma

13. Februar 2026 22:29

ich verstehe die Aufregung nicht. Die AFD gleich der oesterreichischen fpoe und unterscheidet sich allgemein nicht sonderlich von anderen erfolgreichen westlichen rechten Parteien. Da gehört Selbstbereicherung zum Flair dazu.
Der Mehrheit der Wähler ist so etwas gänzlich egal. Man wählt solche Parteien nicht, weil man irgendeine Art von Anstand erwartet. Es geht um die Ausländerfrage und ein paar Bestrafungswünsche, die erfüllt werden sollen. Es wird mir niemand erzählen, dass die Wähler von Trump nicht wüssten, dass er eine Art Trickbetrüger ist. Man ist lediglich überzeugt, dass es der Rest auch tut. Der eigene Held stiehlt eben für das Vaterland.
Und es ist im weiteren Sinne auch Teil der Ideologie. Die Rechte interessiert sich nicht für Staat und Wirtschaft, wenn man von ein paar nostalgischen Verklärungen und libirtaeren Fantasien mal absieht. Der Staat gehört abgeholzt. Etweilige Probleme überbrückt man durch persönliche Kontakte. Dann belohnt man eben patriotische Unternehmer und die revanchieren sich. Die eigene Familie wird auch nicht vergessen.
Es ist nur schade, dass es hier so verkniffen zugehen dürfte. Einen Trump kauft man zumindest ab, dass er ein Genussmensch ist.

Gracchus

13. Februar 2026 23:42

So wirklich kann ich mich noch immer nicht erregen, vielleicht noch am ehesten über dubiose Disney Land-Besuche und Spesen-Abrechnungen und den dubiosen Wenzel. Ich habe das von @Karl verlinkte Compact-Video angeklickt, dann ein Video mit Ulrich Sigmund bei der JF, dann ein Video mit Jan Karon - alles nicht so wahnsinnig interessant, und vor allem deshalb will man davon verschont bleiben. Da widme ich mich lieber wie Bosselmann Bach-Partiten. Und wer weiß: Da viele Wähler ja irgendwie an den Altparteien hängen, bringt so ein Altparteien-Flair der AfD ja am Ende mehr Wählerstimmen. 

RMH

14. Februar 2026 10:55

"Es wird mir niemand erzählen, dass die Wähler von Trump nicht wüssten, dass er eine Art Trickbetrüger ist. Man ist lediglich überzeugt, dass es der Rest auch tut."
So ähnlich hat mir das ein Freund, der vor über 30 Jahren in die USA ausgewandert ist, im letzten Dezember auch erzählt (er ist als "guter Deutscher" mit USA- Pass natürlich kein Trump- Anhänger). Er sagte zu mir, dass eine gängige Erklärung vieler Trump Wähler (übrigens, seine Freundschaften halten dort auch zu REP Wählern, die Spaltung ist nicht so groß, wie hier von den Medien kolportiert) für ihre Wahl sei, dass Trump natürlich ein Arschloch sei, aber eben unseres (er hat das so eingedeutscht, sinngemäß: Zwar ein Arschloch, aber eben eines FÜR UNS).

Umlautkombinat

14. Februar 2026 12:04

Zeller heute. Der Zugang sagt mir zu.

thoma

14. Februar 2026 14:32

#RMH und angesichts der Epsteinakten kann sich das Gefühl des Volkes auf groteske Art und Weise bestätigt fühlen. Dass Donald dort prominent auftaucht spielt keine Rolle. Er bleibt unterhaltsam.
Am Ende des Tages bleibt die Marschrichtung ähnlich. Die Gürtel müssen enger geschnallt werden, wenn man die Marktwirtschaft beibehalten möchte. Und da bietet die Rechte eine unterhaltsame Heldengeschichte. Die Etablierten Genoele im Ton eines Sozialarbeiters, welcher sich darüber beschwert, dass es ihm mehr wehtut als dem Opfer. 
Auch die Außenpolitik tut ihre Sache dazu. Wenn man mit Scheichs tolle Deals macht, so können Deals in der Heimat nicht so schlimm sein.
Vorhin einem Artikel in der Zeit gelesen, in dem die AFD wieder mit einer BRD aus der Märchenwelt verglichen wird. Dir gleiche BRD in der man beispielsweise Korruption in der Vita fast schon haben muss, um Fraktionsvorsitzender der Union zu werden.
Es wird sogar hilfreich sein, da die Doppelmoral ins Auge springen muss. Gerade weil die Journalisten tunlichst darauf achten ihre Freunde nicht zu verletzen.
Ja, in der AFD sind zwingend jede Menge "infozigeuner" unterwegs - um einen russischen Ausdruck zu verwenden. Das liegt auch an der Stigmatisierung. Die klauen auch schon mal aus der Handkasse, statt wie anständige Leute die regeln auszunutzen. Kommt noch.

Majestyk

14. Februar 2026 15:12

@ RMH:
So einen Schulfreund habe ich auch. Ist 1999 in die Schweiz gegangen. Irgendwann erzählte der mit mal, daß er deren Milizsystem, das Recht auf Waffenbesitz und deren Volksentscheide ablehnt und der Ansicht ist, die Schweiz solle der EU beitreten. Unnötig zu erwähnen, daß er gegen das Minarettverbot war und überzeugt ist ohne ÖRR wäre Demokratie nicht möglich.
Ich meinte damals er wäre das beste Beispiel, warum man es sich überlegen sollte Fremde einzubürgern, sonst würde einem schnell das eigene Land nicht mehr gehören. Vor allem Deutsche neigen dazu, den Rest der Welt belehren zu wollen. Gibt es auch im Kleinen. Hier im Dorf gibt es kein Karnevalszelt mehr, weil letztes Jahr ein Zuzügler dagegen geklagt hat, mitten im Rheinland.
Es ist interessant zu sehen, wie oppositionelles Milieu die Reihen zur "Zivilgesellschaft", zum ÖRR oder Brüssel schließt, wenn es um Trump geht, der dort die "Zivilgesellschaft" bekämpft. Auf einmal sind das knechtende Völkerrecht, UNO oder EU ganz toll wichtig. Mit der hiesigen Überfremdung haben Großteile des oppositionellen Milieus und speziell viele Rechte eh ihren Frieden gemacht. 
Man übernimmt den Vorwurf Vetternwirtschaft. Der wichtigste Punkt wird aber übersehen. Warum werden Posten in der Politik höher entlohnt als in der freien Wirtschaft? Wie kann es sein, daß Politiker und deren Angestellte besser verdienen als Unternehmer und deren Beschäftigte, die ja immerhin den politischen Apparat finanzieren müssen?

Majestyk

14. Februar 2026 16:02

@ Liselotte:
1/2
Europa, auch Deutschland sollen doch unabhängiger werden und mit Rußland kooperieren, solange man nicht gegen amerikanische Interessen agiert. Die nationale Sicherheitsstrategie von November 2025 sieht eine Wiederherstellung der Stabilität innerhalb Europas und der strategischen Stabilität mit Russland vor und soll Europa in die Lage versetzen, auf eigenen Beinen zu stehen und als Gruppe gleichgesinnter souveräner Nationen zu agieren. U.a. indem es die Hauptverantwortung für seine eigene Verteidigung übernimmt, ohne von einer gegnerischen Macht dominiert zu werden. Gleichzeitig nimmt die Strategie Abschied von einer NATO als ein sich ständig ausweitendes Bündnis. Da ist viel Raum für souveräne Entfaltung. Beinhaltet natürlich nicht Anlagen zur Waffenproduktion an Teheran, Unterstützung der Hamas oder komplette Abhängigkeit von China oder Rußland. 
Gleichzeitig haben die konservativen Amerikaner mehrfach ihre Verbundenheit zu Europa und ihre europäischen Wurzeln betont, ihrer Sorge um hiesige Redefreiheit und vor allem auch kulturelle Überfremdung Ausdruck verliehen. Auch der Bedeutungsverlust der europäischen Industrie wird thematisiert. Was will man hier denn noch? Und warum setzt man auf einmal auch von rechts die EU mit Europa gleich?
 

Majestyk

14. Februar 2026 16:03

@ Liselotte:
2/2
Zu Deutschland findet sich auf Seite 26 des nationalen Sicherheitspapiers:
"Der Krieg in der Ukraine hat den perversen Effekt gehabt, die Abhängigkeit Europas, insbesondere Deutschlands, vom Ausland zu verstärken. Heute bauen deutsche Chemieunternehmen in China einige der weltweit größten Verarbeitungsanlagen, wobei sie russisches Gas verwenden, das sie im eigenen Land nicht bekommen können. Die Trump-Regierung steht im Widerspruch zueuropäischen Politikern, die unrealistische Erwartungen an den Krieg haben und sich in instabilen Minderheitsregierungen befinden, von denen viele grundlegende Prinzipien der Demokratie mit Füßen treten, um die Opposition zu unterdrücken. Eine große Mehrheit der Europäer wünscht sich Frieden, doch dieser Wunsch schlägt sich nicht in der Politik nieder, was zum großen Teil daran liegt, dass diese Regierungen demokratische Prozesse untergraben. Dies ist für die Vereinigten Staaten von strategischer Bedeutung, gerade weil die europäischen Staaten sich nicht reformieren können, wenn sie in einer politischen Krise gefangen sind."
Da ist unglaublich viel Raum. Aber der Ressentimentdeutsche und die Antwestler im oppositionellen Milieu träumen ja lieber von der Renaissance des Warschauer Paktes mit Einbeziehung von China und den Mullahs. Diesem Flügel ist die Ressentimentpflege wichtiger als die Chance auf "Make Germany great and western again".
 

Marcus AC Severus

14. Februar 2026 22:55

@Le Chasseur 
Wenn der Hausherr mich nur einlädt, wenn ich meine gesamte Gesinnung ablege und mich seinen Sitten anpasse, dann tue ich das eben, werde dann aber gleich allen anderen Gästen oder verzichte auf die Teilnahme an dieser Runde und bewahre meinen Stand.
Das jemand von der AfD jetzt auf solch einer internationalen Bühne quasi bestätigt, dass die Bundeswehr in den Baltenstaaten, beworben u.a durch ein wie auch immer gemeintes Werbevideo mit Fackeln, MG, "Nostalgieflair", untermalt von der Hauptmelodie der Nazgul aus Herr der Ringe (finstere Geister die dem Bösen dienen) voll im Interesse der AfD ist, sehe ich nicht gerade als Nichtigkeit. Ich glaube der gute Herr hat sogar noch eine massive Verstärkung der dortigen deutschen Garnison gefordert.
Entweder man möchte mit den Russen reden und zusammenarbeiten, auch deren Standpunkt verstehen oder man bläst ins Horn derjenigen, die einen neuen "Mongolensturm"  heraufbeschwören wollen. Beides geht nicht.

Le Chasseur

15. Februar 2026 09:23

@Marcus AC Severus
"Entweder man möchte mit den Russen reden und zusammenarbeiten, auch deren Standpunkt verstehen oder man bläst ins Horn derjenigen, die einen neuen "Mongolensturm"  heraufbeschwören wollen. Beides geht nicht."Frau Weidel, die ehemalige Goldman-Sachs-Angestellte, will offenbar letzteres.
 
 

RMH

15. Februar 2026 10:24

So, die Anti-AfD Kampagner läuft so langsam zu Höchstform auf
https://www.bild.de/politik/inland/skandalakte-afd-die-partei-fuer-filz-und-vettern-698cb90a62ee8b267c15bee8
In Text dann erstaunlich wenig Substanz, außer, dass auserechnet derjenige, den man von Seiten der AfD wegen Scheinbeschäftigung von Personal raus werfen wurde, jetzt zum Kronzeugen für (legale!) Vetternwirtschaft wird.
Hoffen wir mal, dass so langsam das Pulver verschossen ist und bald sich der Rauch verzieht. Konsequenzen sind von Seiten der AfD auf jeden Fall zu ziehen.

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