Kritik der Woche (77): Das Sterben der Demokratie

„Wo Rechtspopulisten an der Macht sind, stirbt die Demokratie“, lautet die Grundthese des Buches von Peter R. Neumann und Richard C. Schneider.

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Der ers­te­re ist Pro­fes­sor für Sicher­heits­stu­di­en am King’s Col­lege Lon­don, der zwei­te­re wirk­te u.a. als lang­jäh­ri­ger ARD-Stu­dio­lei­ter in Tel Aviv und Rom. Bei­de, der For­scher und der Jour­na­list, ver­wech­seln aber – womög­lich auf­grund man­geln­der kon­kre­ter Rezep­ti­on von Phil­ip Manow, Carl Schmitt und Co. – Libe­ra­lis­mus und Demo­kra­tie. Ihr Leit­the­ma setzt Demo­kra­tie und (lin­ken, west­li­chen) Libe­ra­lis­mus in eins; ihre ent­spre­chen­de Ver­en­gung sta­bi­li­siert ihre The­se, führt aber am Gegen­stand vorbei.

Denn „Rechts­po­pu­lis­ten an der Macht“ sor­gen bis­her empi­risch betrach­tet nir­gends für ein Abster­ben der Demo­kra­tie – nicht in Ita­li­en unter Melo­ni, nicht in den USA unter Trump, nicht in Ungarn unter Orbán –, son­dern sie kor­ri­gie­ren eini­ge Malai­sen des west­li­chen Libe­ra­lis­mus, ohne frei­lich die Axt an demo­kra­ti­sche Pro­zes­se, Insti­tu­tio­nen und Wah­len zu legen, war­um auch? Wo Rechts­po­pu­lis­ten an der Macht sind, stirbt folg­lich nicht „die“ Demo­kra­tie, son­dern eine bestimm­te links­li­be­ra­le Aus­ge­stal­tung eben­je­ner hat es schwe­rer, sich im Hege­mo­nie­kampf durch­zu­set­zen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ana­ly­se und Pole­mik zu ver­bin­den, ist für den Leser nicht grund­sätz­lich nach­tei­lig; die­se Sym­bio­se kann bele­bend wir­ken. Das Pro­blem bei den Autoren ist, daß ihre Ana­ly­se­fä­hig­keit ob der Pole­mik ver­lo­ren­geht. Das wird bei­spiels­wei­se dann augen­fäl­lig, wenn Orbáns real­po­li­ti­sches Kon­zept der „illi­be­ra­len Demo­kra­tie“ unter­sucht wird und dies wie folgt ein­ge­lei­tet wird: „Nun ist Vik­tor Orbán kein Hit­ler, und soweit bekannt [!], stre­ben weder er noch sei­ne popu­lis­ti­schen Mit­strei­ter eine geno­zi­da­le Dik­ta­tur an.“

Der­lei könn­te man über­ge­hen, wür­de nicht auch der Gehalt der nach­fol­gen­den Unter­su­chung dar­an lei­den. „Es bleibt fest­zu­hal­ten, dass Popu­lis­ten welt­weit die von Orbán pro­te­gier­te Idee der ‚illi­be­ra­len Demo­kra­tie‘ unter­stüt­zen“, aber wie­so bleibt gera­de das fest­zu­hal­ten? Ist es nicht viel­mehr so, daß rela­tiv­erfolg­rei­che Rechts­po­pu­lis­ten erz­li­be­ra­le Pro­gram­me ver­tre­ten, dar­un­ter just die im Buch por­trä­tier­ten Akteu­re von Gior­gia Melo­ni, Geert Wil­ders bis zu Donald Trump? Wo fin­det dort „illi­be­ra­le“ Ideo­lo­gie­pro­duk­ti­on, wie sie Orbáns Denk­fa­bri­ken und Medi­en betrei­ben, ernst­lich statt?

Ist es nicht viel­mehr ein „ande­rer“ Gedan­ke libe­ra­ler Demo­kra­tie, der bei Melo­ni, Wil­ders und Trump domi­niert, näm­lich eher ein wohl­stands­ori­en­tier­ter und anti­wo­ker, der sich gegen sei­ne feind­li­chen Brü­der rich­tet, die eher wer­te­ori­en­tier­ter und woker daher­kom­men – ist es also nicht viel­mehr ein Bin­nen­streit inner­halb libe­ra­ler Denk­wel­ten, also zwi­schen ihren lin­ken und rech­ten Flanken?

An der­lei hal­ten sich die Autoren nicht auf, sie stel­len gar nicht erst die – ange­sichts der zusam­men­ge­tra­ge­nen Punk­te sich gera­de­zu auf­drän­gen­de – Fra­ge, ob das Gros der Rechts­po­pu­lis­ten der Mar­ke Wil­ders et al. nicht ein­fach die abge­fal­le­nen, unzu­frie­de­nen Tei­le des libe­ra­len Estab­lish­ments sind, die gera­de eben kei­nen Gegen­ent­wurf zum Bestehen­den bie­ten, son­dern eine mit popu­lis­ti­scher Rhe­to­rik geschärf­te Varia­ti­on desselbigen.

Inter­es­sant und lesens­wert ist immer­hin der Schluß­teil: Da suchen Neu­mann und Schnei­der die „Gegen­stra­te­gie“ zum rech­ten Auf­bruch. Und stel­len fest, daß es im kol­lek­ti­ven Wes­ten kei­ne „kon­ser­va­ti­ve“ (aka christ­de­mo­kra­ti­sche, mit­tig-rech­te etc.) Par­tei gebe, die von einer Koope­ra­ti­on mit dem rech­ten Her­aus­for­de­rer im jewei­li­gen Land pro­fi­tiert habe; vie­le „haben dadurch sogar ihre füh­ren­de Stel­lung im Par­tei­en­sys­tem ver­lo­ren oder wur­den gänz­lich zerstört“.

Das ist eine ange­mes­se­ne Nach­richt für Uni­on und AfD glei­cher­ma­ßen: Die „Brand­mau­er“ muß blei­ben. Die einen, die Schwar­zen, ris­kie­ren so kei­nen eska­la­ti­ven „Damm­bruch“. Und die ande­ren, die Blau­en, ent­zau­bern sich nicht so schnell und voll­um­fäng­lich, wie das – der­zeit – noch dro­hen wür­de. Neu­mann und Schnei­der sagen abschlie­ßend, man brau­che end­lich einen „Plan“, wie man hier dann wei­ter ver­fah­re. In die­sem Punkt haben sie zwei­fel­los recht.

– – –

Peter R. Neumann/Richard C. Schnei­der: Das Ster­ben der Demo­kra­tie. Der Plan der Rechts­po­pu­lis­ten – in Euro­pa und den USA, Ber­lin 2025. 220 S., 24 € – hier bestel­len

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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Kommentare (24)

NC472

11. März 2026 13:05

Wenn es um Politikwissenschaft geht kann man den gesamten (links) liberalen Akademiker/Priester Haufen komplett vergessen. Diese stecken genau wie die Marxistische Linke in der vor 80 Jahren selbst gestellten Falle und können, dürfen nicht ehrlich Analytisch über klassisch Rechts - kleiner Staat, Tradition, pragmatische Partikularisten schreiben, es würde dem Freitod gleich kommen. Diese unheilige Allianz die sich kollektiv zum Machterhalt dazu entschieden hat das ehrlichste Gesicht der utopischen revolutionären eugenischen Linken, die National Sozialisten, nach Rechts zu schieben, damit ihre eigenen Projekte zur Schaffung des "Neuen Menschen", ob Biologisch oder Verhaltenstheoretisch von oben herab mit Totalitärem Autokraten Staat, nicht in die Nähe des "Absolut Bösen" gerückt werden können, müssen sie die größte Lüge des 20. Jahrhunderts propagieren. Das heißt selbst wenn die wahre Rechte explizit für bottom up demokratische Strukturen und gegen Staatseingriffe steht, muss sie Böse sein, denn die Alternative ist, dass der Links liberale Priester Haufen mit seinen Utopischen Projekten selbst näher am "Absoluten Bösen" ist, was natürlich die moralische Selbstüberhöhung der letzten 80 Jahre in ein ganz anderes Licht rückt. Popper hat sie gewarnt, es gibt für die links liberalen keinen Ausweg mehr als Lügen, Lügen und Lügen.

Freichrist343

11. März 2026 15:22

Die Demokratie bleibt erhalten, wenn Rechtskonservative mit Sozialkonservativen zusammenarbeiten. Alice Weidel sollte mit Jürgen Manneck (DieBasis) zusammenarbeiten. Nach der Wahl in RLP ergibt sich die Chance zur politischen Wende.

Adler und Drache

11. März 2026 15:33

Zumal diese "liberale Demokratie" gar nicjt mehr wirklich liberal ist ...

Mitleser2

11. März 2026 16:26

@Freichrist: Wo leben Sie denn? dieBasis in BaWü 0,3%. So ähnlich wie Werteunion mit 0,2%. Dagegen die Tierschutzpartei 0,9%. So wird das nichts.

Boreas

11. März 2026 17:23

QFreichrist343
Wollen sie jetzt in jedem neuen Thema für eine Zusammenarbeit zwischen Frau Weidel und Herrn Manneck (muß man den kennen?) werben? Was soll der Quickelquack?

Laurenz

11. März 2026 19:31

@BK ... Nichts gegen Ihren Artikel, gut lesbar für nicht-intellektuelle Leser, wie mich. Nach dem Lesen des Artikels ist mein erster Schritt die beiden Autoren zu beleuchten. Beides sind edel-sozialistische Schmarotzer, die noch nie selbst einen Mehrwert erwirtschaften mußten. Beide leben von Steuergeld oder GEZ-Gebühren. Der politisch-ökonomische Konflikt, den beide Autoren mit den sogenannten Populisten, wie Orban, Meloni & Co. führen, ist die informelle sozialitische Finaznierung von "liberalen" NGOs, was beide mit "Demokratie" meinen, aber nicht tarifäre staatliche Planwirtschaft bedeutet. Sie schließt auch bürgerliche Mitbestimmung aus, weil Bürger sofort den Sinn hinter den hunderten Schmarotzer-NGOs hinterfragen würden. Hatten Sich die beiden Neo-Marxisten auch zu Milei geäußert, der die Budgets der Argentinischen Unis um 70% gekürzt hat?
Alice Weidel sollte keinesfalls mit Jürgen Manneck (DieBasis) zusammenarbeiten.
 

Marcus AC Severus

11. März 2026 22:12

Es zeichnen sich immer mehr drei mögliche Schicksale für die CDU ab, wobei die CDU nur begrenzten Einfluss darauf, welches dieser drei Schicksale sich letztendlich manifestieren wird. 
Die CDU wird entweder innerhalb der Brandmauer untergehen oder wenn sie diese einreißt, von der AfD geschluckt werden. Je länger die Brandmauer besteht, desto schlimmer wird ein späteres Einreißen der Brandmauer für die CDU enden. Die Aufrechterhaltung der Brandmauer ist das einzig aktive was diese Partei noch machen kann, um ihren Untergang zu verzögern. Die Brandmauer ist die Lebensader der CDU. 
Es gibt aber noch eine Dritte Möglichkeit, auf die hat die CDU aber keinerlei wirklichen Einfluss. Diese Möglichkeit ist die Einzige die zu einem vorläufigen Überleben der CDU führen würde. Und zwar der Untergang der AfD. Und diesen Untergang kann die AfD sich nur selber herbeiführen. Niemand außer der AfD, kann die AfD noch aufhalten. 
Die CDU wird deswegen niemals ein Verbündeter der AfD werden, da die CDU neben der AfD nicht bestehen kann. Es ist ein entweder-oder. 
Die AfD würde gut daran tun, zu Ende diesen Jahres in eine ehrliche und schonungslose Innenschau zu gehen und sich das mal klar zu machen. Die Partei muss seriöser werden, das aktuelle schwache Führungsduo weg und die Lagerkämpfe endlich beendet werden. 

Majestyk

12. März 2026 00:04

Habe die KI zum King’s College London befragt. Hier die Antwort:
Das King's College in Cambridge ist bekannt für seine historisch stark linksgerichtete, gegenkulturelle und aktivistische Studentenschaft, die oft radikale Symbole wie sowjetische oder kommunistische Flaggen zeigt.
 
 

RMH

12. März 2026 08:03

Das Thema "unsere Demokratie" hat H.G. Maaßen in seiner Rede bei der AfD HH gut dargestellt. Es ist eben ihre Demokratie & nicht die Demokratie an & für sich. & daher ist der Titel eben auch nur auf clickbait Niveau, denn keine Demokratie stirbt. Sie versteinert aber, wenn Parteien keine Konkurrzenz zulassen wollen. "Niemand außer der AfD, kann die AfD noch aufhalten." Ja, die AfD kann bspw., wenn ihre Extremisten sich durchsetzen, spielend verboten werden & im Status jetzt vermutlich auch noch, aber dann dauert es ein paar Verhandlungswochen länger. Alle anderen parlament. Parteien sind bekanntermaßen dafür, die Union hält sich bedeckt, weil sie bei einem Verbot an Bedeutung verliert & nicht mehr als Mehrheitsbeschaffer für Links-Wokistan benötigt würde, da dann die linken Mehrheiten in den Parl. da sind. So schräg es wirkt: Die CDU hat sich mit eigenen 25% & 20% AfD gut eingerichtet, die vorhandene bürgl. Mehrheit sorgt in Verbindung mit der Brandmauer dafür, dass die CDU von links-grün gebraucht wird. Damit sind die Posten gesichert. Auch die AfD wird dadurch betoniert. Sie ist ein Riese ohne echten Einfluss. Die FDP konnte als Mehrheitsbeschaffer bei Ausverkaufs ihrer lib. Inhalte jahrzehntelang gut existieren. Die Union ist die neue FDP, mal sehen, wie lange sie durchhält.

Laurenz

12. März 2026 10:55

@Majestyk ... Man muß die KI durch Hinterfragung immer korrigieren, wenn sie eine bescheuerte Antwort gibt. Sie fragen nach dem King's College in London & die KI antwortet mit Cambridge. Von dem ca. 1,5 Milliarden-Pfund-Budget des King's College London wird etwas mehr durch die Hälfte von Stundenten mit 10k-60k Pfund pro Jahr finanziert, also ein Laden für Reiche. Zwar werden die Steuermittel für Forschung buchhalterisch vom Lehrbetrieb getrennt, aber die Profs nehmen die Kontakte & Netzwerke aus der Uni mit in die Privatwirtschaft. ... @Marcus AC Severus ... Auf welcher Argumentationsgrundlage bauen Sie Ihre Zukunftsszenarien für die Union? Wieso muß die AfD seriöser werden? Haben Sie Insider-Wissen, sind Sie AfD-Mitglied? Also woher wissen Sie das? Sie denn etwa die Kartellparteien seriös? Werden die Mitbewerber der AfD aufgrund ihrer Seriosität gewählt? Woher wissen Sie, was die AfD intern macht & nicht macht? Beim Lesen Ihres Kommentars fällt vor allem Ihr Hochmut, Ihre Hoffart auf, die durch was gerechtfertigt ist? ... @RMH ... Ich widerspreche Ihnen entschieden. Nennen Sie uns doch mal 10 Extremisten der AfD. Ich stelle die Position in den Raum, daß aktuelle Wahlen, ein soziales Spiegelbild der Gesellschaft darstellen, an dem Parteien nur bedingt etwas ändern können. Wenn, macht die Regierung immer mehr ärmer & weniger Bürger reicher.

Artabanus

12. März 2026 11:01

Die Demokratie in ihrer jetzigen Form ist in eine Sackgasse geraten. Es ist ein Wettbewerb wer am besten die Wähler belügen und hinter's Licht führen kann. Wahlversprechen sind völlig unverbindlich und die Legislaturperioden viel zu lang. Gewaltenteilung gibt es defacto auch keine. Alle Institutionen sind vom selben korrupten Parteienfilz durchdrungen, wie der Schimmelpilz die Bausubstanz eines Sanierungsbedürftigen Hauses durchdringt. Ohne grundlegende Reformen ist dieses System natürlich zum Sterben verurteilt. Leider versucht es dabei unsere gesamte Zivilisation mit in den Tod zu reißen.

Maiordomus

12. März 2026 16:56

@Artabanus. Die Sackgasse betrifft als Gefahr nicht nur die demokratischen Abläufe, bei denen die "Rehaugengeschichte" noch  zu den vergleichsweise harmlosesten, wiewohl im Einzelfall erfolgreichen Wahlkampf-Fouls gehört. Immer schlimmer und unzuverlässiger werden in letzter Zeit nebst den bekannten Verirrungen bei den Öffentlichrechtlichen (KI-Betrug) auch allzu viele auf Abonnements geile Alternativ-Kanäle im Netz, wo laufend auf Verhandlungen zwischen AfD u. CDU mit baldiger Regierungszusammenarbeit verwiesen wird, auch Unterstellungen an die Adresse praktisch aller Parteien. Kommt natürlich noch kriegsbedingt dazu jede Menge von Fake News über den Iran-Krieg und auch den Ukraine-Krieg. Auch die Religionskanäle etwa katholischer Fundamentalisten strotzen von Gerüchte-Verbreitungen. Von dieser Art Wichtigtuerei betr. "Eilmeldungen" wird die Minderheit auch der seriösen oder seriöseren echt alternativen Kanäle letztlich hauptsächlich beschädigt. Diese Art Pseudonachrichten schadeten auch bei der verunglückten Schweizer Volksabstimmung betr. Reduzierung der Zwangsgebühr für öffentlichrechtliche Medien. 
   

Le Chasseur

12. März 2026 17:24

@Artabanus"Die Demokratie in ihrer jetzigen Form ist in eine Sackgasse geraten. Es ist ein Wettbewerb wer am besten die Wähler belügen und hinter's Licht führen kann."
Das ist aber nichts neues:
"Noch keine Wahlbewegung ist vorübergegangen, ohne uns Gelegenheit zu geben, an das Wort Louis Bergers zu denken, daß nie so viel gelogen wird wie nach einer Jagd, während eines Krieges und vor einer Wahl."Pfälzer Zeitung, 10. Februar 1887

Laurenz

12. März 2026 20:52

@Maiordomus @Artabanus ... Rehaugengeschichte ... Sie überbewerten das. Der Hansel der BaWü-Union hätte im Wahlkampf, ähnlich Bärbock, erst gar nicht den Mund aufmachen dürfen. Der Geschäftsführer der Union (Philipp Müller) in BaWü gehört gefeuert, weil er die falsche Agentur (fischerAppelt aus Hamburg) für den Wahlkampf anheuerte. Hagelschaden hätte sich nur per Skript äußern dürfen, keine Rededuelle. Der Mann ist schlicht minderbemittelt, zumindest als Politiker. Dafür war das Wahlergebnis immer noch hervorragend, weil es in BaWü eh niemanden wirklich interessiert, außer jeden 5. Ländle-Wähler, wie man sieht. 29% gingen erst gar nicht zur Wahl. Aus Sicht des wohlhabenden BaWü-Wählers "für was auch"? Auch den Schweizer Landsleuten geht es viel zu gut, um am SFR sparen zu müssen. Gönnt doch den links-extremen Rundfunkmachern. Eine "Rehaugengeschichte" kann nur etwas wirken, wenn es dem Kandidaten an Souveränität mangelt. Berlusconi war immun dagagegen, der machte damit Wahlkampf, häufig von einer mehrköpfigen 25jährigen Rehaugeneskorte begleitet, an deren Hinterteilen sich Berlusconi gerne festhielt. Der Spiegel berichtete zwar regelmäßig vom Nuttenkonsum Willy Brandts im Kanzlerzug & den Schwierigkeiten der Bundeskanzlei für adäquaten Nachschub zu sorgen, aber wen interessierte das? Die Katholiken im Kölner Karneval?

Artabanus

12. März 2026 20:54

@Le Chasseur 
Ja, meine Kritik an der Demokratie in ihrer jetzigen Form ist grundsätzlicher Art. Sie ist schlicht kein gutes System der Staatslenkung. Man beurteile die Demokratie streng nach ihren Ergebnissen. Die Spielregeln der Demokratie müssen grundsätzlich in Frage gestellt werden. Es gäbe viel Potential zu Verbesserungen.

das kapital

13. März 2026 10:28

Dacht ich´s mir. C = Chaim. Teil des Netzwerkes zur Fortentwicklung des European Leadership Network (deutsch Europäisches Führungsnetzwerk), kurz ELNET. Das ist eine NGO mit dem Ziel die Beziehungen zwischen Europa und Israel weiter auszubauen. 
Peter R. Neumann scheint keine klaren Bezüge zur Förderung des israelischen Lebens in Deutschland und dem Rest der Welt zu haben. Teil des "Teams Laschet" war er schon. Indirekt ist er Partner der privaten Reichmann Universität 6 Kilometer nördlich von Tel Aviv. Das läuft über das International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence, deren Gründungsrektor Herr Neumann ist.
Beide stehen der Vertretung israelischer Interessen in der Welt positiv gegenüber. Die müssen mit deutschen Interessen nicht immer deckungsgleich sein. ;-)
Wir machen Israel keine Vorschriften, wie deren Demokratie laufen soll.Wenn die und die Amis eine Mädchenschule im Iran wegknallen und die Versorgung der ganzen Welt mit Energie gefährden und Entsalzungsanlagen bombardieren, damit die Zivilbevölkerung dürsten möge, dann ist das eben so.
Von den Vorstellungen dieser Kollegen, wie Demokratie in Deutschland und weltweit laufen möge, lassen wir uns gerne überzeugen. Selbst wenn die deutsche Demokratie völlig ausgetrocknet wird.
 

das kapital

13. März 2026 10:47

Die Brandmauer ist das Ende der Demokratie. Das Ende der Brandmauer ist der demokratische Neuanfang. Die DDR war trotz Mauer auf Dauer nicht haltbar. Trotz der Mauer sind die Leute weggelaufen, weil die Freiheit des Westens attraktiver erschien. Nun haben "wir" 36 Jahre lang die Freiheit des Westens und stellen fest, dass sie sich in Unwohlgefallen auflöst. Der Westen ist nicht (mehr) frei, sondern Mittelstand und Mittelschicht durften nur frei und unbedrängt leben, solange mit dem "Ostblock" dem unmoralischen Westen ein unmoralischer Sozialismus ohne menschliches Antlitz entgegenstand. Diese Systemherausforderung ist jetzt Geschichte und der Westen lässt alle Masken fallen. Perverslinge wie Epstein bestimmen das Tagesgeschäft und Bundesregierung und EU Komminssion folgen ihnen willig. Sie dienen der Selbstzerstörung Deutschlands und der Deutschen. Alle Zerstörungskräfte, welche die USA seit 1945 gegen Russland und den Warschauer Pakt aufgebaut haben, werden seit 1990 verdeckt gegen Deutschland und Europa eingesetzt. Verbrämt wurde das als "Ende der Geschichte". Faktisch aber sind dieselben Kräfte, die Russland und den Warschauer Pakt zersetzt haben, seitdem mit derselben Zerstörungskraft gegen Deutschland und Europa aktiv. Ob nun das hier besprochene Buch Teil dieses Zersetzungsaktes ist?

Laurenz

13. März 2026 16:15

@Das Kapital ... Jüdisches Leben im Westen steht im dieametralen Widerspruch zu Israel. Dieses Paradoxon wird mit dem Niedergang der USA aufgehoben werden müssen.

Mitleser2

13. März 2026 16:36

@das kapital: "Das Ende der Brandmauer ist der demokratische Neuanfang."
Ist ja richtig. Nur, 75% der Wähler sehen das (derzeit) anders. Lässt sich das alleine mit Schuldkult, Umerziehung und Dämonisierung der AfD erklären?

Marcus AC Severus

13. März 2026 19:30

@Mitleser2
 
Äußere Umstände - Innere Umstände. Außen erklärt zum Teil , ändern lässt sich aber vorerst nur Inneres. 
Wie würde die AfD wirken, wenn es die anderen Parteien nicht geben würde? Was fehlt, was ist gut, was überholwürdig? 
Die Brandmauer ist nicht das Problem der AfD, sie ist das Problem der CDU.

das kapital

13. März 2026 20:01

@ mitleser2 Das sind 3 Faktoren von vielen. In Deutschland wirken soviele Teilstrategien der Zerstörung, dass der geistige seelische organisatorische und wirtschaftliche Niedergang durchprogrammiert ist. Alles was Parteien und Politiker von 1945 bis 1990 wie selbstverständlich für Vaterland Bürger Wirtschaft und Gesellschaft getan haben, wird seitdem zugunsten auswärtiger Mächte systematisch zerstört. Wir wurden gebraucht und geschützt, solange es noch eine Systemherausforderung gab, die eine echte Bedrohung auf Augenhöhe war. Das ist vorbei. Die Profit- und Machtinteressen 'Amerikas und Israels regieren, sonst nichts.
Deutschland braucht eine sichere und bezahlbar Energieversorgung. Die hatte es 1990. Seit 1998 dann die Energiewende ins Nichts, die Nordstreamsprengung, das Atomaus, die Sprengung der Kraftwerke durch die eigenen Regierungen und Parteien, Söder und Aiwanger sprengen, irre wie sie sind, Gundremmingen und Grafenrheinfeld weg. Merz erklärt das Atomaus für "irre versibel".Deutschland braucht keinen Euro, keine EZB, keine EU. Wir werden entmachtet, ausgeplündert, gelähmt, zu Tode reguliert, unproduktiv. Dänemark hat noch die eigene Währung und lebt besser, als wir.Deutschland wird nie wieder so leistungsfähig sein, wie es am 03. Oktober 1990 war. Das ist genauso gewollt. Deshalb diverse Teilstrategien der Zerstörung.

Mitleser2

14. März 2026 08:10

@das Kapital: natürlich gibt es Strategien der Manipulation. Die linke Übernahme des ÖRR ist eine davon. Für mich erklärt das trotzdem nicht hinreichend, warum die Mehrheit der Bevölkerung die Zerstörung selbst wählt. Für zu viele scheint diese Zerstörung gar nicht bemerkbar, weil in weiten Kreisen der materielle Wohlstand immer noch vorhanden ist. 

Laurenz

14. März 2026 09:55

@Das Kapital @Mitleser2 ... will Ihrem letzten Beitrag gar nicht widersprechen, sie nur auf Folgendes aufmerksam machen. Krisen, Untergänge, Verarmung, Hunger usw. & sofort sind strategische Ziele der Linken, weil nur katastrophale Zustände den Boden einer wie auch immer gearteten Revolution bereiten. Die Linke, die Kultur-Marxisten ist/sind aber an der Macht & sie schaffen es nicht, den linken Automatismus des Untergangs auszuschalten.

Laurenz

14. März 2026 10:50

@Mitleser2 @Das Kapital ... die Mehrheit der Bevölkerung die Zerstörung selbst wählt ... Das hat rein mit dem gegenwärtigen Blick auf den Besitzstand zu tun. Wer materiell besitzt, hat Verlustängste, die Furcht, etwas zu verlieren, was eine automatische Abwehr gegen politische Veränderung verursacht. Wenn man alle arbeitslosen Migranten-Familien remigriert, gehen Mio. von Staatsjobs verloren. Eine Abschaffung des Klima- & Genderwahns hat dasselbe Ergebnis. Sie oder wir gehören einer Minderheit an, die in die Vergangenheit & in die Zukunft blickt. Diese Minderheit wird nicht von Bildung bestimmt, sondern von einem bestimmten ererbten Charakter. Das ist aber nicht normal. Der Normale, die Mehrheit denkt, hofft, daß Veränderungen immer nur die anderen betreffen.

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