War Frohnmaier erfolgreich?

von Wiggo Mann -- Merkel, Habeck, Özdemir. Wenn ein Marketing-Rezept dreimal angewandt wird, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Eine Werbeagentur namens Jung von Matt war in allen drei Fällen am Werk.

Jung von Matt enga­giert sich für NGOs „gegen rechts“ und gehört mit über 100 Mil­lio­nen Euro Umsatz zu den gro­ßen inha­ber­ge­führ­ten Agen­tu­ren Deutsch­lands, gewis­ser­ma­ßen zum Rekla­me-Pen­dant des Par­tei­en­kar­tells. Einer der bei­den Grün­der, Jean-Remy von Matt (73), wur­de eini­ge Jah­re im stren­gen Inter­nat des Schwei­zer Klos­ters Ein­sie­deln erzo­gen und nann­te sei­ne Söh­ne spä­ter beschei­den Edi­son und New­ton. Heu­te lebt der Wer­be­chef in Ber­lin, wo das gewölb­te Dach sei­nes Pent­house angeb­lich nach der nack­ten Brust sei­ner fünf­ten Lebens­part­ne­rin, der Schmuck­de­si­gne­rin Nata­lie, gestal­tet wur­de. Es gäbe Grün­de, dar­über zu spot­ten. Aber der Mann ist in sei­ner ruhi­gen, cha­ris­ma­ti­schen Art ein psy­cho­lo­gisch klar­sich­ti­ger Profi.

Alle drei Kam­pa­gnen — Mer­kel 2017, Habeck 2025, Özd­emir 2026 — haben eine gemein­sa­me Auf­ga­be: Gestal­te aus dem Spit­zen­kan­di­da­ten eine ver­trau­ens­wür­di­ge Per­so­nen­mar­ke und zie­he die Par­tei­mar­ke in den Hin­ter­grund, wenn sie stört.

Das ist kei­ne Wun­der­waf­fe. Weder gegen exter­ne noch gegen selbst­ge­mach­te Pro­ble­me. Die schmerz­li­chen Ver­lus­te Mer­kels bei ihrer letz­ten Kan­di­da­tur und die Dar­stel­lung Habecks als Geor­ge Cloo­ney der deut­schen Umwelt­be­we­gung zei­gen die Gren­zen von Mar­ke­ting. Im Fall von Özd­emir läßt sich aller­dings erken­nen, wie die­ses Feu­er­werk zün­det, wenn die Rah­men­be­din­gun­gen stimmen.

In Baden-Würt­tem­berg haben nicht ein­fach Die Grü­nen gewon­nen. Gewon­nen hat die Süd­west-Idee einer gut situ­ier­ten Bür­ger­lich­keit aus Boo­mer- und Beam­ten­mi­lieus. Özd­emir wur­de zum Vor­zei­ge-Migran­ten einer mora­lisch über­höh­ten regio­na­len Staats­par­tei. Ein Beleg dafür, sich „sui­ci­dal empa­thy“, Mit­ge­fühl bis zur Selbst­aus­lö­schung, immer noch leis­ten zu können.

Wie funk­tio­nier­te die Özdemir-Kampagne?

Ers­tens: star­ke Per­so­na­li­sie­rung. Die CDU stell­te 2017 Mer­kel als Ver­trau­ens­fi­gur ins Zen­trum; Die Grü­nen prä­sen­tier­ten 2025 Habeck mit kusche­li­gen Küchen­vi­de­os unter dem Mot­to „Ein Mensch, ein Wort“. Bei Özd­emir 2026 wur­de die Per­so­na­li­sie­rung noch radi­ka­ler. Die Par­tei ver­schwand optisch nahe­zu voll­stän­dig.

Durch die­se Ent­kopp­lung von der Par­tei wur­de Özd­emir bewußt als eigen­stän­di­ge baden-würt­tem­ber­gi­sche Regie­rungs­mar­ke auf­ge­baut. Kra­wat­te, Steu­er­be­ra­ter­bril­le und auto­ri­tär abge­dun­kel­ter Bild­hin­ter­grund waren kei­ne blo­ßen Stil­fra­gen, son­dern Reak­ti­on auf ein Pro­blem: Die Per­so­nen­mar­ke Özd­emir hat­te im Abstim­mungs­ge­biet eine deut­lich bes­se­re Anschluß­fä­hig­keit als sei­ne Parteimarke.

Zwei­tens: psy­cho­lo­gi­sche Codie­rung über Nah­bar­keit und Ver­läß­lich­keit. Die­se Kan­di­da­ten­merk­ma­le beein­flus­sen Wahl­ent­schei­dun­gen stark. Visu­el­le Ein­drü­cke spie­len eine ent­schei­den­de Rol­le. Ins­be­son­de­re in der umkämpf­ten Grup­pe weib­li­cher Wäh­ler in Zei­ten von Infor­ma­ti­ons­über­las­tung und sozia­len Span­nun­gen. Die soge­nann­te „Gen­der Ideo­lo­gy Gap“, also weib­li­che Bevor­zu­gung lin­ker Posi­tio­nen, war dabei längst kein Frei­fahrt­schein für Die Grü­nen — in einer Alt­par­tei­en­land­schaft, die inklu­si­ve CDU nahe­zu voll­stän­dig links auf­tritt. Die Özd­emir-Kam­pa­gne hat aber gewirkt: Frau­en bevor­zug­ten ihn vor allen ande­ren Kan­di­da­ten.

Die AfD unter Mar­kus Frohn­mai­er hat­te es schwer, dage­gen anzu­kämp­fen. Das Ergeb­nis bei der Land­tags­wahl klingt zwar nach Erfolg („Ver­dopp­lung!“), tat­säch­lich erkennt man dar­in aber vor allem den Nie­der­schlag einer län­ger­fris­ti­gen Ent­wick­lung. Die psy­cho­lo­gisch wich­ti­ge 20-Pro­zent-Mar­ke wur­de nicht durch­bro­chen. Zwar hat­te die Par­tei Rücken­wind durch Bun­des­po­li­tik, Migra­ti­on und öko­no­mi­sche Ängs­te, aber es gab auch Bremsfaktoren:

Die Beob­ach­tung des Lan­des­ver­bands als rechts­extre­mis­ti­scher Ver­dachts­fall, die gefühl­te Distanz des Spit­zen­kan­di­da­ten, Skan­da­le wie die soge­nann­te Vet­tern­wirt­schaft und par­tei­in­ter­ne Irri­ta­tio­nen rund um Frohn­mai­ers US-Enga­ge­ment. All das kann für bür­ger­li­che Wäh­ler eine psy­cho­lo­gi­sche Gren­ze mar­kie­ren, exakt an der rech­ten Kan­te der Reputationslücke.

Wahl­wer­bung der AfD in Baden-Würt­tem­berg konn­te die­se Lücke nicht schlie­ßen. Kam­pa­gnen-Slo­gans wie „Unser Land ver­dient ein Come­back“ wirk­ten wie ein fader MAGA-Auf­guß. Erzeug­te es Sym­pa­thie und staats­män­ni­sche Auto­ri­tät? Eher nicht. Mar­kus Frohn­mai­ers Wahl­kampf ver­mit­tel­te vor allem: Lust auf Opposition.

„Du siehst es doch auch“ lau­te­te eine ande­re lako­ni­sche Pla­kat­zei­le der AfD in Baden-Würt­tem­berg und ließ den Betrach­ter rat­los zurück. Wei­te­re Wahl­wer­bung erklär­te, der AfD-Spit­zen­kan­di­dat sei „nur auf dem Pla­kat links“ abge­bil­det und sonst erstaun­li­cher­wei­se rechts. Frohn­mai­er fand zudem ori­gi­nell, daß er eine Glat­ze hat und dem „Absturz“ des Bun­des­lan­des des­halb laut einer zen­tra­len Schlag­zei­le „die Stirn bie­ten“ kön­ne. Instink­tiv frag­te man sich, ob Mar­tin Son­ne­born und sei­ne Sati­re­par­tei das Frohnmaier’sche Wahl­kampf­team unter­wan­dert hatten.

Aber Wahl­wer­bung ist nicht alles. Selbst­ver­ständ­lich müs­sen unter­schied­li­che Fak­to­ren aus­ge­wer­tet wer­den, um aus dem Ergeb­nis vom ver­gan­ge­nen Sonn­tag opti­ma­le Lern­ef­fek­te zu zie­hen. Man­che Varia­blen sind nicht steu­er­bar, etwa die unfai­ren Ver­su­che der Desta­bi­li­sie­rung durch gleich­ge­schal­te­te Medi­en Unser­er­de­mo­kra­tie. Auch inter­ne Beglei­tung eines Kan­di­da­ten im Rah­men der Mar­ken­füh­rung soll­te über­prüft werden.

Ein Poli­ti­ker ist kein Fix­punkt. Er muß und darf sich den Umstän­den anpas­sen. Die Band­brei­te sei­ner Reak­tio­nen soll­te eine Par­tei aber in Wahl­kampf­zei­ten sorg­fäl­tig abstim­men. Für Mar­kus Frohn­mai­er, in sei­ner Funk­ti­on als außen­po­li­ti­scher Spre­cher der AfD-Bun­des­tags­frak­ti­on, ist der US/israelische Angriffs­krieg auf den Iran bei­spiels­wei­se geprägt von „chir­ur­gi­scher Prä­zi­si­on und kla­rer Ziel­ori­en­tie­rung“. Kein Wort zum israe­li­schen Ver­such, gewalt­sam die Hege­mo­nie im Nahen Osten aus­zu­deh­nen. Wenig Gespür für mas­si­ve diplo­ma­ti­sche Ver­wer­fun­gen, Lei­chen­ber­ge, zer­stör­te Infra­struk­tur, neue Flücht­lings­strö­me und eine Welt an der Schwel­le zum Reli­gi­ons­krieg. Was vom Team des außen­po­li­ti­schen Spre­chers der AfD mög­li­cher­wei­se als klu­ges Balan­cie­ren mit Blick auf den Wahl­ter­min gedacht war, erwies sich als unge­eig­net, im deut­schen Bun­des­land mit dem größ­ten Export­vo­lu­men ein Ergeb­nis ober­halb von 20 Pro­zent zu erzeugen.

Blei­ben wir prag­ma­tisch. Der Lan­des­ver­band konn­te sein Wahl­er­geb­nis gegen­über 2021 um fast zehn Punk­te auf knapp unter 20 Pro­zent stei­gern. Das ist ein ordent­li­ches Resul­tat für ein west­deut­sches Bun­des­land, womög­lich sogar das bis­her bes­te bei einer Land­tags­wahl im Wes­ten. Die Füh­rung der Mar­ke AfD und ihre pro­pa­gan­dis­ti­sche Dar­stel­lung zeigt jedoch wei­ter Schwach­stel­len und unge­lös­te Gegensätze:

Kor­re­la­ti­on ver­sus Kau­sa­li­tät – Die bis­lang erkenn­ba­re par­tei­in­ter­ne Aus­wer­tung läßt befürch­ten, daß der Wahl­kampf in Baden-Würt­tem­berg vor­schnell zum Mus­ter­er­folg sti­li­siert wird. Stich­wort: Ver­dopp­lung. Genau dar­in liegt womög­lich das gefähr­lichs­te Miß­ver­ständ­nis. Das star­ke Ergeb­nis beweist nicht auto­ma­tisch die Qua­li­tät der Kam­pa­gne, wie sich mit Erkennt­nis­sen der Ent­schei­dungs­theo­rie leicht unter­mau­ern läßt. Das Wahl­er­geb­nis der AfD kann eben­so­gut nur glück­li­cher End­punkt einer Ent­wick­lung und Aus­druck eines Trends sein.

Mar­ken­ver­trau­en ver­sus Mobi­li­sie­rung – Sar­kas­mus und grel­le Optik funk­tio­nie­ren gut, um Auf­merk­sam­keit zu erzwin­gen. So wird Anhän­ger­schaft akti­viert. Gera­de für Pro­test­par­tei­en ist das nütz­lich, weil es Wut in Iden­ti­tät ver­dich­tet. In Baden-Würt­tem­berg paßt dazu, daß ers­te Ana­ly­sen offen­bar den AfD-Zuwachs stark mit der Mobi­li­sie­rung von Nicht­wäh­lern verbinden.

Wenn die AfD aber mit­tel­fris­tig brei­te­re Wäh­ler­schich­ten erobern und dadurch regie­rungs­fä­hig wer­den will, dann sind Pro­test-Ästhe­tik und Gags nicht genug. Weder optisch noch sprach­lich. Es braucht Sou­ve­rä­ni­tät, Ver­läß­lich­keit und unbe­irr­tes pro­pa­gan­dis­ti­sches Macht­stre­ben als Aus­druck in Wort und Bild. Auf­tre­ten, als sei man gewohnt, Zie­le durchzusetzen.

Mar­ken­ver­trau­en auf­zu­bau­en ist übri­gens kein Plä­doy­er für Mäßi­gung. Im Gegen­teil. Es ist die For­de­rung, deut­sches Inter­es­se mit Kraft und zivi­li­sier­ter Ent­schlos­sen­heit zu vertreten.

Nach dem Wahl­er­geb­nis von Baden-Würt­tem­berg lau­tet die eigent­li­che Fra­ge des­halb nicht, ob es ein Erfolg für die AfD war, son­dern, wel­che Art von Erfolg erzielt wur­de: Die sta­bi­le Ver­tei­di­gung einer gro­ßen Pro­test­be­we­gung, oder die Aura einer zukünf­tig staats­tra­gen­den poli­ti­schen Macht?

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Kommentare (60)

RMH

9. März 2026 22:23

Wie funktionierte die Özdemir-Kampagne? Vor allem auch, weil nach wie vor die MSM ein quasi Gratis-Verstärkungs- Lautsprecher sind. Wie auf einmal zum Ende des Wahlkampfs ganz bewusst orchestriert wurde, es wird nochmal ganz eng, unser "Cem" kann es doch noch schaffen & gleichzeitig erfolgten Schläge unter die Gürtellinie bei Hagel, bei der die AfD auch noch mitmachte (das war ein Fehler). Damit wurde die AfD über den Hard-Core-Kern von ca. 15-20%, die die AfD mittlerweile völlig losgelöst von den konkreten Kandidaten, "Skandalen" etc, wählen, mit einem mal eher uninteressant.
"Entkopplung von der Partei". Das Muster konnte auch im bay. Kommunalwahlkampf v.a. bei SPD Kandidaten für ein direktes Amt gut beobachtet werden, keine Farbe rot, der Name SPD allenfalls im Kleingedruckten etc.
"Bremsfaktoren: Die Beobachtung des Landesverbands als rechtsextremistischer Verdachtsfall", Interessant, bislang wurde gerade hier auf diesen Seiten & im hiesigen Debattenraum dieses Argument als klassisches cuckservative Appeasement gecancelt. Umso erstaunlicher, dass das mal einer als Bremsfaktor anerkennt.
PS: Kommt noch eine Analyse von D. Fiß?

Le Chasseur

9. März 2026 22:48

Die AfD konnte trotz, nicht wegen Frohnmaier ihr Ergebnis verdoppeln. Und ohne Verwandtenaffäre hätte man auch die 20-Prozent-Marke geknackt.

ede

10. März 2026 00:01

Also ich wohne nicht dort und weiß nicht recht, was den Menschenschlag besonders macht. Von Vieren wählt einer grün, einer den Streber und einer gar nicht. Da kann ich mich nicht reinversetzen. 
Ich fand den Frohnmeier  überraschend eloquent und beherrscht. Und dieser spöttische Grundton ist sein sympathisches Markenzeichen. Idealerweise würde es ein weibliches Pendant geben das mehr schwäbelt, oder?
Anglizisschwurbel auf den Plakaten und in Texten geht natürlich gar nicht. Das hat was von Fettfingern. 

Kurativ

10. März 2026 06:45

Wenn man weiß, was die anderen Parteien für Marketingfirmen engangieren, dann müsste man doch eine passende eigene Marketingfirma engagieren können, welche gegenüber den anderen besser aussieht. Solche Firmen haben doch bestimmte Muster und einen bestimmten Eindruck in der Öffentlichkeit.
Das gilt natürlich noch viel stärker, wenn man weiß wie die Kampagnen der anderen Parteien bei der kommenden Wahl im Speziellen aussieht.
Da es bei Verwendung von den üblichen Geräten (Microsoft, Apple, Google) keine Vertraulichkeit gibt, müsste es möglich sein, dem gewünschten Kandidaten einen geziehlten Hinweis zu geben. Ob der VS oder andere ausländische Dienste hier ihre Informationen weiter geben dürfen, spielt denke ich keine Rolle. Das passiert unter der Hand

Andreas J

10. März 2026 07:09

Was für eine scheckliche Plebstyrannei, in der Brillenmodelle darüber entscheiden, ob die Bürger ein sicheres Leben in einem prosperierenden Staat führen oder in Deindustrialisierung und Bevölkerungsaustausch versinken.
 

Jan

10. März 2026 07:25

"Die Özdemir-Kampagne hat aber gewirkt: Frauen bevorzugten ihn vor allen anderen Kandidaten. Die AfD unter Markus Frohnmaier hatte es schwer, dagegen anzukämpfen."
 
Die optischen Qualitäten eines Kandidaten gewinnen auch im deutschen Wahlkampf immer mehr an Gewicht. Ein Blick auf die drei Kandidaten und Frohmeiers Nachteile schlagen einem ins Gesicht: klein, untersetzt, rundliches Gesicht. Eine Glatze muss kein Nachteil sein - wenn man Vin Diesel oder Dwayne Johnson ist. Frohnmeier hatte schon optisch keine Chance, vor allem nicht bei weiblichen Wählern. Özdemir hatte noch den Vorteil, dass er nicht so glatt rüberkam wie Hagel (Imgage: Saubermann, Bubi, Schwiegersohn) und lässiger und souveräner wirkte.

das kapital

10. März 2026 07:43

Danke an den Autor für die detaillierte Beschreibung der Markenpflege und Markenentwicklung. Da ist einer ganz und gar vom Fach und eine echte Bereicherung. Zu fragen ist aber gerade schon im Nahbereich, was die AfD in Rheinland-Pfalz innerhalb der nächsten 14 Tage noch an Markenpflege leisten kann, um Boden zu gewinnen. Ich stelle gerade fest, obwohl ich überdurchschnittlich an den Blauen interessiert bin, dass mir hier im Großraum Berlin nicht mal die Namen der Akteure da drunten bekannt sind. Den ausgetretenen Uwe Junge kannte ich, der war handfest und auch überregional präsent. Einen Dr. Jan Bollinger kennt aber überregional keine Sau. Musste ich erst googeln. Hat keine Themen und kein Megaphon. Farblos bis dorthinaus. Wie kann ein Farbloser in den nächsten 10 Tagen noch Farbe gewinnen?

Laurenz

10. März 2026 07:59

An sich finde ich den WM-Artikel wieder ganz gut, auch wenn der Artikel nur kleine Wählerwanderungen beschreibt/erklärt. BaWü hat 7,9 Mio. Wahlberechtigte, 5,64 Mio. waren wählen gegangen. Es hat sich zur Wahl 2021 auch nicht wirklich was verändert, außer, daß die FDP rausflog & die SPD abstürzte, was die AfD quasi dazu gewann.

Bin auch froh, daß WM den Mut hatte, weibliche Wähler als das zu disqualifizieren, was sie sind. Das muß man als Partei kalkulieren. Merkel wurde von Frauen gewählt, weil Merkel, als Frau, für keinen weiblichen Wähler Konkurrenz darstellt. Die Pleitewelle der einst reichen BaWü-Kommunen ist noch nicht beim Wähler angekommen. In BaWü will man einen Landesvater, die Union präsentierte einen jungen Hanswurst, der von jedem Ländle-Hobbit als Schwiegersohn enterbt werden würde. Auch Frohnmaier ist für BaWü noch zu jung. Die gestrigen Wähler sind das diametrale Gegenteil von Sachsen-Anhalt & zwar extrem wohlhabend. Solche Bürger wählen immer die vermeintliche Besitzstandswahrung. Nur wer da im sozialen Abstieg herausfällt (zB bei ZF), verändert seine Wahlgewohnheiten. 18,8%, knapp 1,5 Mio., alles in allem ganz gut gelaufen.

Marcus AC Severus

10. März 2026 08:12

Die Verwandtenaffäre hat die AfD beschädigt. Hier hätte man von Anfang an entgegenwirken müssen, bevor selbsternannte Provinzfürsten die halbe Fußballmanschaft engagieren. 
Die CSU regiert in etwa seit der Gründung der BRD und die AfD ist seit 2013 Opposition, wirkt nach Außen aber schon verfilzter. Das kann es nicht sein, das untergräbt vieles. 
Deswegen ist das Ergebnis der LT-Wahl ganz gut, auch wenn weit unter dem Möglichen.
Mmn muss aber die Doppelspitze  in der Führung weg. Häufig widersprechen sich Weidel und Chrupalla. Mag nach Innen die Lager befriedigen, nach Außen wirkt das aber zum Teil wie zwei verschiedene Parteien. Das verwirrt ebenso. Die Özdemir  Kampagne zeigt, dass die Wähler psychologisch weniger, klare Aussagen wollen die sie mit einer verlässlichen (Außenwirkung zumindest) Führungsfigur verbinden. 

dojon86

10. März 2026 08:13

@Andreas J Das ist nun einmal so. Der menschliche Geist ist nicht perfekt. Weitaus mehr als wir zugeben wollen, ist Instinkt. Laut den Ergebnissen der Milgram Experimente sind zwischen 75 und 80 % der Menschen leicht beherrschbare Herdentiere. Ich vermute, es handelt sich um eine genetische Prägung, denn Schicht und Bildung spielen keine Rolle. Greift ein Raubtier an, ist es meist am sichersten, der Herde nachzulaufen. Nur in der Minderheit der Fälle ist es besser, links oder rechts vom Mainstream abzubiegen.

das kapital

10. März 2026 08:19

Die Markenpflege der SPD findet sich hier. Maulkorb für alle Sozialdemokraten bis nach der Wahl in Rheinland-Pfalz. Die SPD wird zur Maulkorbpartei. Ob sich darauf noch kurzfristig eine Markenstrategie für die Blauen aufsetzen ließe ? Schweitzer mit Maulkorb ? Lieber AfD. Freie Rede statt Maulkorb. Wäre doch ein Ansatz.

RMH

10. März 2026 08:25

Von denjenigen, die noch zu Wahl gehen (das waren in BaWü immerhin fast 70%), gibt mittlerweile deutschlandweit ca jeder fünfte seine Stimme der AfD, egal, was & ob diese für einen Wahlkampf macht. Abzüglich ein paar Stimmern, die bei der AfD immer unter den Tisch fallen (aus welchen Gründen auch immer) plus ein bisschen Tagesform, landet man dann bei dem Ergebnis, welches in BaWü erzielt wurde. Da braucht man nicht meckern oder Frohnmaier-Kritik üben (m.M.n. hat er sich ganz gut geschlagen), auch wenn die AfD hier natürlich mit dem Modell "Spitzenkandidat" auch auf den Trend der Personalisierung aufgesprungen ist. Meine These ist vielmehr, die AfD ist mittlerweile noch die einzige Partei, die aus sehr grundsätzlichen Erwägungen & auch inhaltlichen Gründen & nicht aus Gründen ihres Personals gewählt wird & im Gegensatz zu anderen die Spitzenkandidaten-Karte noch nicht braucht bzw. diese bei ihr auch noch nicht zieht.  Die Frage der Fragen ist jetzt, wie erreicht man noch mehr Wähler & auch noch welche, die nicht wählen?
Die Union hat übrigens auch klar die Wahl "gewonnen" & ggf. hat das Medial inszenierte "es wird knapp" ihr sogar geholfen, dass einige, die nicht zum festen Kern der fast 20% gehören, dachten, jetzt doch nochmal schwarz, bevor wieder ein Grüner MP kommt. Bin gespannt, auf genaurere Analysen.

das kapital

10. März 2026 08:32

"Die stabile Verteidigung einer großen Protestbewegung, oder die Aura einer zukünftig staatstragenden politischen Macht?" Die AfD muss auch Vertrauen und inhaltliche Qualität aufbauen. Solange sie aber nicht an Regierungen beteiligt ist, darf und muss sie sich auch durch Guerillia Marketing profilieren. /// Die Kom-munikationsmacht hinter der Mauer der Brandstifter ist einfach so groß, dass sie sich nur durch Guerilliamarkteting zu überwinden ist. 690 Millionen für die parteinahen Stiftungen der anderen Parteien, null Bundeseuro für die AfD. 10 Milliarden Zwangsgebühren jährlich für AfD Bashing durch ARD ZDF und DLF. Von Parteien gekaufte Journalisten und Medien. Ein abgrundtíef bösarig gewordene Staatsgewalt, die 3 Wochen vor den Landstagswahlen in Brandenburg Compact widerrechtlich schließt, damit Woidke SPD Ministerpräsident bleiben kann. Da muss Guerilla Marketing her, um dem zu trotzen. /// 

t.gygax

10. März 2026 08:34

"Gewonnen hat die Südwest-Idee einer gut situierten Bürgerlichkeit". Exakt auf den Punkt gebracht. Beleg in Heidelberg: überall gigantischer Erfolg für die GRÜNEN, am höchsten in den Nobelstadtteilen Weststadt, Neuenheim, Bahnstadt. Dagegen in krassem Gegensatz: die Stadtteile der abgehängten  und der ärmeren Leute Emmertsgrund und Boxberg bescherten der AFD dort die meisten Stimmen. Und das ist auch klar: wer in BW z.Bsp. im öffentlichen Dienst oder bei den ganz großen Firmen eine Karriere machen will, muss bei den GRÜNEN sein. Das ist die Eintrittskarte. Noch ein Beleg ( wurde mir persönlich von einem Heidelberger mitgeteilt): die gesamte Stadtverwaltung ist strikt auf links-grün-wokem Weg ( vor allem der OB, der von seinen Untergebenen mit Professor angesprochen werden will) , aber im Bauhof, in dem das "niedere Volk" sich befindet (in der Wahrnehmung der Eliten) wählt alles AFD.

Ernestina

10. März 2026 09:03

Ich lebe mit meiner Familie seit über 25 Jahren im ländlichen Baden-Württemberg. Wir waren im Wahlkampf für die AfD aktiv. 
Was ich strategisch für einen Fehler gehalten habe, war die Distanzierung von Björn Höcke -  aus rein strategischen Gründen. Obwohl man Höckes Kurs und auch seine Person an der AfD-Basis sehr schätzt (siehe Rommelsbach) gedachte man so, bei der CDU zu fischen, was aber anscheinend nicht gelang.
Markus Frohnmaier persönlich würde ich nichts vorwerfen. Er hat gekämpft wie ein Löwe. Seine Stärke ist Sachlichkeit, Souveränität und Gelassenheit. Ich persönlich halte ihn jedoch für einen Ministerpräsidenten für zu jung. Schwierig vielleicht auch, dass er wenig nahbar und zu glatt geschliffen erscheint, aber dafür kann er nichts.
Insgesamt war das Wahlergebnis für mich sehr enttäuschend, vor allem angesichts der hohen Wahlziele, die postuliert wurden.

Laurenz

10. März 2026 09:11

@Marcus AC Severus ... Ihren AfD-Filz können Sie den Hasen geben, auch wenn das medial aufgeblasen wird. Die AfD hat 51k Mitglieder. Bis die AfD an den Genossenfilz & Vetternwirtschaft der Mitbewerber herankommt, vergehen noch 30 Jahre. Außerdem sind die Wahlbürger an Schurkereien, wie erschlichene Doktor-Titel, Spendenaffairen, Corona-Korruption etc. mittlerweile an die übliche politische Kriminalität so gewöhnt, daß entsprechende Nachrichten keinen Hering mehr vom Teller ziehen. Die paar Jobs, die da familär vergeben wurden, interessieren keine Sau. Außerdem kann die AfD immer argumentieren, daß sie eh nicht genügend Mitarbeiter findet. @T.Gygax ... bisher plausibelster Kommentar. Natürlich kracht es bald in BaWü, da die Ländle-Kommunen mit die teuerste Verwaltung in Deutschland haben & die Gewerbesteuer ausbleibt.

Valjean72

10. März 2026 09:19

Das Wahlergebnis der AFD in Baden-Württemberg ist mE eine grosse Enttäuschung. 
Dass die Südwestler in so grosser Zahl noch grün-schwarz wählen, lässt mich zudem einigermassen perplex zurück.
 
Hätten wir nicht die "neuen Länder", sowie die dortigen AFD-Landesverbände, könnte man als deutscher Patriot glatt verzagen.

Laurenz

10. März 2026 09:23

Um den WM-Artikel in seiner Tragweite nochmal besser einschätzen zu können, recherchierte ich gerade die 2tstimmen für die AfD bei der letzten Bundestagswahl in BaWü. Die AfD kam auf 19,8%, also aktuell 1% im Minus, ein kleiner Mißerfolg für Frohnmaier, was wohl in Seiner Jugend begründet liegt. Weidel & Chrupalla wirken einfach erwachsener.

FranzJosef

10. März 2026 09:34

"Markus Frohnmaier, in seiner Funktion als außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, ist der US/israelische Angriffskrieg auf den Iran beispielsweise geprägt von „chirurgischer Präzision und klarer Zielorientierung“."
Wenn der Spitzenkandidat der AFD so etwas sagt, gehe ich nicht zur Wahl. Von "chirurgischer Präzision" spricht nicht einmal Trump selbst und Hegseth schon gleich gar nicht. Und die Ziele? Sie ändern sich in den USA fast stündlich.
"Kein Wort zum israelischen Versuch, gewaltsam die Hegemonie im Nahen Osten auszudehnen. Wenig Gespür für massive diplomatische Verwerfungen, Leichenberge, zerstörte Infrastruktur, neue Flüchtlingsströme und eine Welt an der Schwelle zum Religionskrieg."
Danke dafür! Auf AchGut, Tichy und NIUS wären diese 2 Sätze nicht möglich. Es wäre allerdings fair, die Quellen anzugeben: Tucker Carlson z. B. Sein Video zum 3. Tempel ist verstörend. Eigentlich ein gutes Thema für Caroline Sommerfeld.

Le Chasseur

10. März 2026 09:42

@Kurativ
"Wenn man weiß, was die anderen Parteien für Marketingfirmen engangieren, dann müsste man doch eine passende eigene Marketingfirma engagieren können, welche gegenüber den anderen besser aussieht."
Ich glaube nicht, dass die AfD unter den Werbeagenturen die freie Auswahl hat.

Jan

10. März 2026 09:43

Man sollte auch mal die Gründe für den dauerhaften Erfolg der Grünen in BaWü analysieren. Konnte man 2011 noch denken, der überraschende Erfolg sei ein Strohfeuer auf Basis von Stuttgart 21 und CDU-Mappus muss man über 15 Jahre später leider sagen, dass die Grünen in der Herzkammer der deutschen Wirtschaftskraft eine immense Substanz aufgebaut haben und die stärkste Partei sind. Das ist eine erschreckende Tatsache, weil allein BaWü mehr Tragweite hat als der strukturschwache Osten zusammen. 

Le Chasseur

10. März 2026 09:47

Was die AfD endlich kapieren muss: Die Patrioten in Deutschland wollen keinen weiteren Quisling, sondern einen neuen Arminius. Anders ausgedrückt: Die AfD sollte sich mit Merz keinen Wettkampf darüber liefern, wer bei Trump tiefer hinten rein kriechen kann.

Mitleser2

10. März 2026 10:23

@Valjean72 et al: 
Das Problem der vermeintlichen Enttäuschung über die AfD ist keines. Man muss es aus der anderen Sicht sehen. In einem Land, dass massiv vom Abstieg der Automobilindustrie betroffen sein sollte, wählen 30% Grün und in Summe 75% die weiter-so Blockparteien. Was muss in diesen Köpfen vorgehen? Und die Nichtwähler sind, warum auch immer, nicht in Massen für die AfD zu aktivieren.

Le Chasseur

10. März 2026 10:38

@Mitleser2
"In einem Land, dass massiv vom Abstieg der Automobilindustrie betroffen sein sollte, wählen 30% Grün und in Summe 75% die weiter-so Blockparteien. Was muss in diesen Köpfen vorgehen?"
Sie wählen die Kriegstreiber, weil sie hoffen, dass so ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben:
https://www.staatsanzeiger.de/nachrichten/wirtschaft/so-profitiert-baden-wuerttemberg-vom-ruestungsboom/
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ruestungsindustrie-kretschmann-hofft-auf-technologiefuehrerschaft.5a290661-acac-4876-84c0-568182f62394.html
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/sipri-bericht-europa-waffenimporte-aufruestung-100.html
Ob sie einen Pkw oder eine Drohne zusammendübeln, ist den meisten doch egal. Es sind ja nicht ihre Kinder, die damit getötet werden.

Laurenz

10. März 2026 10:40

@FranzJosef & Le Chasseur ... Sie überschätzen den Friedenswillen der Deutschen. Nach 4 Jahren Ukraine-Krieg sind die Deutschen abgestumpft, nur die Deutsche Finanzierung des Krieges mit "whatever it takes", mag noch Unbehagen auslösen. Die militärische Einschätzung Deutscher Politiker zum Luftkrieg im Nahen Osten wird grundsätzlich daneben liegen, was damit zu tun hat, daß die Konsequenzen dieses Krieges für Europa so oder so desaströs sind & massiv Rußland in die Hände spielen. Aber die Komplexität des Themas wird auch in den einstigen Neuen Ländern kaum Wählerstimmen bringen, selbst wenn man Rußlandfreundlich argumentiert. Die Bürger dort haben andere Probleme. Nur die Aussage linke Projekte, ob Krieg, NGOs oder sonstwas zugunsten der Deutschen einzusparen, bringt Wählerstimmen.

bb

10. März 2026 10:48

Als Stammwähler fällt es mir immer schwerer den Unterschied der AfD zu den etablierten Parteien zu erkennen. Die AfD wird fast ausschließlich von Protestwählern gewählt. Ihre Wahlergebnisse korrelieren mit dem Scheitern der anderen Parteien. Folglich sollten die Kampagnen darauf abzielen, die Unzufriedenen zu mobilisieren. Eine gute Kampagne würde aus meiner Sicht die Ursachen der Unzufriedenheit identifizieren und passende AfD Positionen griffig auf einem Plakat präsentieren. Inhalte statt Profilfotos. Viele Wähler sind unzufrieden, trauen sich aber nicht, die AfD zu wählen. Wie müsste eine Kampagne aussehen, die dieses Wählerpotential mobilisiert?

Artabanus

10. März 2026 11:11

Der Erfolg der Grünen zeigt, dass die meisten Leute den Klimaschwindel noch nicht durchschaut haben. Die Propaganda wirkt halt. Die AFD ist bei dem Thema immer noch viel zu zaghaft. Man muss aggressiv das Klimanarrativ angreifen ohne wenn und aber. Es reicht nicht den Atomausstieg und die "Windmühlen der Schande" zu kritisieren. Das Klimanarrativ selbst muss schärfstens bekämpft werden.

das kapital

10. März 2026 11:29

Marcus AC Severus "wirkt schon verfilzter als die CSU". D a s ist der Brüller der Woche. Wer über die korrupte CSU etwas wissen will, der greife zu den Büchern von Wilhelm Schlötterer. Absoluter Insider, der Jahrzehnte lang innerhalb der CSU dagegengehalten hat. Macht und Missbrauch. Wahn und Willkür. Raffgier, Filz und Klüngelei: Die geheimen finanziellen Machenschaften von Strauß, Kohl und Kirch. Da werden Sie geholfen. /// Real ist es doch so, dass die Altparteien der Efeu sind, der die Bäume schon so überwuchert hat, dass der ganze Wald in sich zusammenstürzt. 690 Millionen jährlich für die Stiftungen der Altparteien, Null Euro für Erasmus. 10 Milliarden Zwangsgebühren jährlich für die Oppositionsvernichter bei ARD ZDF und DLF. Gekaufte Medien, gekaufte Journalisten. Linksverseuchte Landes- und Bundeszentralen für "politische Bildung" (i.e. Propaganda für Linksextremismus, Hammerbande, Vulkangruppe, woken Staat) Lauter Verbände, die seit 1998 klaglos bei der Energiewende ins Nichts mitmachen und die eigenen Wirtschaft zerstören und dann aber erzählen "Die AfD ist unser Untergang. Wir kriegen keine Fachkräfte mehr, wenn die AfD bei Wahlen erfolgreich ist." /// Entweder sind Sie ein Opfer dieser Propaganda, dann besinnen Sie sich hoffentlich. Oder Sie versuchen sich selbst daran, was erkennbar so nicht funktionieren kann.

Karl

10. März 2026 11:39

Was hier bisher seltsamerweise noch nicht aufgetischt wurde, ist das Pseudoargument* einer Wahlfälschung, die gerade bei dieser Wahl wie ein rosa Elefant im Raum steht, denn zwei Wochen vor der Wahl hatten die Grünen noch 22% in einer repräsentativen Wahlumfrage (INSA 22.2.). Es ist höchst unwahrscheinlich** innerhalb von zwei Wochen 8% dazuzugewinnen. Diesen Zugewinn mit Özdemirs persönlichem Einsatz und der geschickten, auf seine Person zugeschnittenen Wahlkampfstrategie, allein zu erklären, ist m.E. zu eindimensional. Reicht die Schwäche des alternativen Kandidaten als zusätzliche hypothetische Erklärung aus?

Warum so unwahrscheinlich: Der typische Umfragefehler bei deutschen Landtagswahlen liegt bei 1,5–2,5 Prozentpunkten (laut langjährigen Analysen von Infratest dimap, Forschungsgruppe Wahlen und wahlrecht.de). Die statistische Fehlertoleranz einer Umfrage mit 1.000 Befragten liegt bei ±3 Prozentpunkten.
Schwankungen in den letzten zwei Wochen sind meist klein (max. 2–4 Punkte in Ausnahmefällen, z. B. durch Mobilisierung oder Skandale). Eine +8-Punkte-Steigerung von einer konkreten Umfrage auf über 30 % ist ein statistischer Extremfall.

RMH

10. März 2026 11:55

Ganz so schlecht ist das Ergebnis nun auch nicht. Eigentlich kann man fast von Jammern auf hohem Niveau sprechen. Im Grunde bildet BaWü jetzt das ab, was wir auch im Bund haben: Die Union könnte spielend mit der AfD einen Partner haben, mit dem verdammt viel für dieses Land noch umgesetzt & reformiert werden könnte (ich weiß, bei der Mehrheit des hiesigen Kommentariats wäre das immer noch zu wenig). Jetzt ständig von roten & grünen am Nasenring durch die Manege gezogen zu werden, mag bei den hard boiled Unions-Funktionären & Abgeordneten der ersten Reihe noch abperlen & hingenommen werden, aber schon ab Reihe 2 & vor allem ab Reihe 3 sitzt der Stachel tief. Diese Wunden brauchen Zeit, bis sie schmerzen. Man sieht es an Mitteldeutschland. Da gibt es bereits das Rumoren in den Unionsreihen & wenn jetzt in BaWü die Fraktionen zusammenkommen &es sind exakt soviel Grüne Abgeordnete wie Unionsabgeordnete, aber die Grünen nehmen sich aufgrund weniger Zehntel-Prozente das Recht heraus, die Bestimmer zu sein, dann kracht es. & darauf dürfen wir uns alle freuen. Auch für RhlPflz wird nicht mehr drin sein. & dann kommt die wirklich interessanten Wahlen.

Le Chasseur

10. März 2026 13:00

@Karl
"Diesen Zugewinn mit Özdemirs persönlichem Einsatz und der geschickten, auf seine Person zugeschnittenen Wahlkampfstrategie, allein zu erklären, ist m.E. zu eindimensional."
Sie vergessen Evas rehbraune Augen. Und den Ausbruch des Iran-Krieges.

das kapital

10. März 2026 13:18

@ Franz Josef Das mit der "chirurgischen Präzision" verdient durchaus Beachtung. Mehr, als hier geschildert werden kann. /// Wer im Ländle regieren will, der sollte nicht versuchen, in der letzten Wahlkampfwoche aus den USA heraus zu regieren. Hatte Baden Württemberg jemals seit Kriegsende 1945 einen Minischterpräsidenten, der in der letzten Wahlkampfwoche durch eine Reise zu den heimlichen Herrschern einen Erfolg erzielt hätte ? Lothar Späth z.B. blieb im Ländle und nährte sich redlich.

Karl

10. März 2026 13:23

@Le Chasseur: "Sie vergessen Evas rehbraune Augen." Dies Argument wollte ich unter der "Schwäche des alternativen Kandidaten" subsumiert haben. Mit dem Iran-Krieg machen Sie einen Punkt. Allerdings würde ich diesbezüglich dann eher erwarten, dass Viele dann eher CDU als Grüne wählen. 
Mein Kommentar wurde etwas gekürzt, deshalb hier der zweite Versuch, den Begriff *“Pseudoargument“ etwas zu erläutern: "Pseudoargument“ deshalb, weil solcherlei Aktivitäten ohnehin kaum nachgewiesen werden könnten und auch wenn der Verdacht besteht, bisher folgenlos bleiben.

Valjean72

10. März 2026 13:41

Le Chasseur: "Die Patrioten in Deutschland wollen keinen weiteren Quisling, sondern einen neuen Arminius."
---
Quisling greift hier mE nicht richtig, denn dieser war schliesslich im Gegensatz zu Herrmann/Arminius kein Kontinental-Germane.
 
Aber grundsätzlich bin ich bei Ihnen, dass die AFD selbstbewusster und offensiver auftreten  und eben nicht dem polit-medialen Mainstream bürgerlich-brav hinterherdackeln sollte.
 
Denn dieser polit-mediale Mainstream ist schliesslich hauptverantwortlich für die Misere, der sich unser Land und unser Volk gegenüber sieht.
 
Aber da sind wir wieder beim Thema der west-extremen, CDU-affinen Biedermänner, zumeist in der Führung der West-AFD ...

Majestyk

10. März 2026 14:21

1. Die Legende, den Zeitgeist würden nur Eliten verantworten und nicht Mehrheiten durch die Summe ihrer Entscheidungen und Verhaltensweisen könnte man langsam mal beerdigen. Wenn man jemanden kritisieren muß, dann den Souverän. Damit hatte Loriot einst recht. Ansonsten macht man es sich zu einfach.
2. Wenn das Wahlvolk mehrheitlich entscheidet sich mit einem veränderten Stadtbild wohlzufühlen, eigene Industrie nicht mehr zu benötigen, das Land langfristig Fremden zu überlassen und die eigene Kultur aufzugeben, dann ist dem so. Es mag wütend und traurig machen, läßt sich demokratisch aber nicht beheben.
3. Es mag stimmen, daß die Alten sich an die CDU auf Biegen und Brechen klammern. Gleichfalls ist eine Legende, daß die Jugend nun blau wählen würde. Dass Frauen tendenziell eher links wählen ist erwartbar. Frauen brauchen Akzeptanz, Wohlfühlen in der Herde und fühlen deutlich mehr als sie denken. Außerdem sind sie die größten Profiteure des Apparatwachstums und gesellschaftlichen Wandels.
4. Die AfD schafft es trotz Grenzöffnung, Corona, Inflation und Industrieaufbau nicht die Stimmen der Unzufriedenen ausreichend abzugreifen. Es ist zwar richtig, daß die Vetternwirtschaft in der AfD nicht mal ansatzweise auf das Niveau der Sozen kommt, aber jenseits der Wähler, die einer Partei stets treu bleiben, signalisiert die AfD "wir sind nichts anders". 
5. Der Glaube man hätte etwas erreicht ist albern. Bei dem Stimmenzuwachs, wann will die AfD regieren? In the Year 2525?

Majestyk

10. März 2026 14:27

@ Karl:
"wie ein rosa Elefant im Raum"
Davon ist immer auszugehen. Bei dieser Wahl dürfte es sich aber eher um einen Blauwal handeln.

Majestyk

10. März 2026 14:32

@ Franz Josef:
Ein jeder hat seine Prioritäten. Wenn Ihnen das Ausland wichtiger ist als Deutschland bitte. Wer anti-amerikanische, antiwestliche, antikapitalistische, anti-israelische, pro islamische oder sozialistische Positionen vertreten sehen möchte hat mehr als genug Parteien zur Auswahl. Dafür braucht es keine AfD. An der Stelle gilt dann aber ganz klar, die AfD hat auch ein Wählerproblem.

Le Chasseur

10. März 2026 15:04

@Karl"Mit dem Iran-Krieg machen Sie einen Punkt. Allerdings würde ich diesbezüglich dann eher erwarten, dass Viele dann eher CDU als Grüne wählen."
Wieso? Der CDU-Vorsitzende hat doch zum Ausdruck gebracht, dass er den völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran, der eine neue Flüchtlingsbewegung Richtung Europa und vor allem Deutschland zur Folge haben kann, voll und ganz unterstützt.

das kapital

10. März 2026 15:18

@ Majestyk IIWann will die AfD regieren? In the Year 2525?Wenn es denn so ist, dass nur technisch perfekte Manipulation Mehrheiten erzeugt, dann wird es schwierig.Denn die AfD müsste ihre Grundüberzeugung aufgeben, dass Manipulation schädlich ist, um an die Macht zu kommen. In diesem Moment kippt aber alles und die AfD wäre kein überzeugendes Korrektiv mehr.Wenn Du so herrschen willst, wie die anderen, dann musst Du professioneller lügen, als sie. Damit aber gibst Du dem Lügensystem recht. Dann ändert sich nichts. Du wirst genauso faulig und stinkend wie sie.Wenn Du aber Deinen Idealen treu bleibst, dann bleiben sie durch professionelle gut organisierte und durchfinanzierte Lügenpropaganda an der Macht. Ein Zielkonflikt.Bei 3 Ministerpräsidenten hatte ich den Eindruck, dass sie die Dinge gut geregelt haben. Seehofer Biedenkopf Bernhard Vogel. Ansonsten jede Menge Dreck.

Eo

10. März 2026 16:01

.
Wenn die anderen Spruchplakate
von der gleichen groben Machart sind und dazu spruchmäßig eher lahm und hölzern, dann wundert es mich nicht, daß die AfD nicht über ihr bestehendes Potenzial hinaus Stimmen erzielen konnte.
.
 

Majestyk

10. März 2026 17:19

@ Le Chasseur:
"völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran" klingt genauso wie "ungerechtfertigte Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine".
Warum braucht es immer diese seltsamen repetierten Floskeln?
Krieg bricht immer Recht. Und mal ehrlich, hinter diesem Völkerrecht braucht sich niemand mehr verstecken. Weder Amerikaner noch Russen, Chinesen oder Europäer. Die Zugehörigkeit Südtirols zu Italiens bricht auch Völkerrecht, der Raub deutscher Ostgebiete sowieso, die Zugehörigkeit Nordirlands zum Vereinigten Königreich beruht ebenfalls auf Völkerrechtsbruch. China hat seit Jahrzehnten Tibet annektiert und Mütterchen Rußland oder die USA wissen gar nicht wie Völkerrecht geschrieben wird. Und kaum einer tritt das Völkerrecht mehr mit den Füßen als der Iran.
Jeder kennt Ihre Ressentiments, die will Ihnen auch keiner nehmen, aber solche Sätze sind inhaltsleere Floskeln und Doppeldenk. Trump ist ehrlicher als jeder seiner Vorgänger, er lehnt internationale Knebel genauso ab wie ich. Im Übrigen gehört zum Völkerrecht inzwischen auch ein Migrationspakt. Vielleicht sollte der eine oder andere überlegen, was er da verteidigen will.

Majestyk

10. März 2026 17:29

@ das kapital:
Ich weiß nicht, ob das Wahlvolk wirklich sehr viel manipuliert werden muß. Meine Alltagsgespräche zeigen nach wie vor sehr viel Realitätsverlust. Und letzten Endes muß man bei Menschen, die lieber medialen Luftblasen vertrauen als der eigenen Lebenswirklichkeit, hinterfragen, ob man es mit wirklich mündigen Bürgern zu tun hat. Mit der Fähigkeit die Konsequenz der eigenen Entscheidung zu begreifen steht und fällt aber jegliche Mündigkeit. Genau jene Mündigkeit der Menschen ist aber Basis dafür, das Volk ungeachtet von sozialer Stellung, Einkommen, Bildung, Herkunft, Alter, Geschlecht als Souverän zu begreifen. Im Übrigen ist die Mündigkeit des Souveräns Basis der Idee Demokratie.

Majestyk

10. März 2026 17:46

Vielleicht sollte man einfach akzeptieren, daß man sich das Land mit dekadenten suizidalen Idioten teilt. Geht ja nicht nur mir als Deutschem so. Die Schweizer haben mehrheitlich für weitere Volksverblödung mittels Zwangsgebühren gestimmt. Es herrscht die Tyrannei der Blöden und Unverschämten.

Marcus AC Severus

10. März 2026 17:52

@Laurenz
Ich gehe hier mit GK. Die AfD will eine Alternative zu den Altparteien sein. Die Truppe macht leider keinen guten Eindruck aktuell. Zum Filz gehört auch mangelnde Disziplin, jeder macht was er will. Die AfD in BW gab sich ganz anders als die AfD in Thüringen. Ist man jetzt pro USA, dagegen? Da gibt's etliche andere Themen noch. Ist man jetzt für alternatives Personal, oder nimmt man doch Menschen ohne Studium und Berufserfahrung? Also vom Kreißsaal ohne Hörsaal direkt in den Plenarsaal?
Es braucht wahrscheinlich eine weitere Häutung der Partei. Wenn die Wahl in SA auch noch flöten geht (Keine absolute und so wenig dass die CDU ohne Linke regieren kann) dann wird im Winter einiges in der Partei hochkommen und ausbrechen. Bei der aktuellen Lage Weltlage sollte es eigentlich ein Spitzenjahr für die AfD werden. 

Laurenz

10. März 2026 18:32

@Marcus AC Severus @L. ... Ich weiß nicht, wo Sie Ihre Attribute für die AfD hernehmen. Da würde ich schon mal um konkrete Quellen bitten. Daß man Unterschiede zwischen NRW & Thüringen bei der AfD festmachen kann, liegt in der Natur der Sache, war auch schon immer so. Aber auch GK weiß, der menschlich dämliche Faktor ist bei keiner Partei auszuschließen. Was meinen Sie denn, wie viele Skripte GK liest & wie viele dann davon bei Antaios verlegt werden? Bei der Fehlquote wäre die AfD längst unter SPD-Niveau. ... @Majestyk ... DF kann Ihnen vermutlich genau ausrechnen, wann die AfD an die Macht kommt. Jedes Jahr sterben 1 Mio. Altparteien-Wähler weg, das heißt in einer Legislatur 4 Mio.

heinrichbrueck

10. März 2026 18:50

@ Majestyk
1. Den Zeitgeist sollte man beerdigen, bevor man selber beerdigt wird. Souverän ist die Natur.
2. Der Osterhase kommt am 5. April.
3. Frauen brauchen Männer.
4. Die AfD ist kein Wunder.
5. Parteien regieren nicht. Die Sittlichkeit eines Volkes herrscht. Kompromißlose Selektion des Souveräns. 

Herold

10. März 2026 20:09

Wieso? Der CDU-Vorsitzende hat doch zum Ausdruck gebracht, dass er den völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran, der eine neue Flüchtlingsbewegung Richtung Europa und vor allem Deutschland zur Folge haben kann, voll und ganz unterstützt.

Der Grund für "Flüchtlingsströme" ist nicht, dass es einen Angriff auf den Iran gab, sondern dass es hier Kräfte gibt, die Migration bewusst anziehen - schlicht weil diese Kräfte Ressentiments gegen ihre eigene Existenz haben. Da kann man pro oder contra Angriffe sein - deren Psychosen haben damit nichts zu tun, sie finden immer irgendein Vehikel.
Ich habe den Wahlkampf der AfD (in NRW zumindest) bisher als komplett blutleer und völlig unansprechend wahrgenommen. Ich kann mir gar keine Gruppe an Leuten vorstellen, die dieser Wahlkampf überzeugen soll. Ich hege den Verdacht, dass es völlig gleichgültig ist, was die AfD an Wahlkampf macht, weil sie nicht wegen etwas gewählt wird, sondern weil jemand gegen irgendwas anderes ist und die AfD als Alternative insb. von ihrer Konkurrenz gemacht wird.

ofeliaa

10. März 2026 20:51

Setzen Sie sich mit (sozial-)psychologischen Konstrukten (vereinfacht gesagt "Gesetzmäßigkeiten") auseinander.Welche Instinkte und heuristischen Denkweisen weisen die meisten Menschen auf? Nutzen Sie diese mannigfaltigen Informationen (Studien, Metaanalysen) über das menschliche individuelle und kollektive Denken in Ihren Kampagnen.Außerdem: Menschen mögen Menschen, die ihnen charakterlich ähnlich erscheinen. Welche Gemeinsamkeiten könnten AfD-Politiker und potentielle Wähler/Bürger haben? Zum Beispiel Ehrlichkeit und Liebe und Sorge für die sogenannten "Liebsten" = Familie, Freunde, Kiez? Arbeiten Sie das heraus und manifestieren und verstärken Sie Gemeinsamkeiten in Form Ihres politischen Auftretens und Handelns. Sie sollten die wissenschaftliche Psychologie ganz eng in Ihre Arbeit (Kampagnen, Reden, äußeres und inneres Auftreten/Darstellen) mit einbeziehen. 

das kapital

10. März 2026 20:59

@ majestyk "Im Übrigen ist die Mündigkeit des Souveräns Basis der Idee Demokratie." Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Kant. Setzt erst mal voraus, dass es bis ins 18. Jahrhundert den mündigen Souverän nicht mehrheitlich gab. Aufklärung ist ein idealistisches Minderheitenkonzept. Wenn es mehrheitsfähig wäre, hätte es weder Lenin noch Stalin noch Hitler noch Mao noch ersten und zweiten Weltkrieg geben dürfen. Setz auf Vernunft und du bist verloren. Weil die Menschheit in Gruppen mit Gruppendynamik und Gruppenzwang ganz anders funktioniert, als es dem Ideal entspricht. Der Mensch ist die Widerlegung des göttlichen Plans. Er trägt grenzenlose Zerstörungskraft in sich, aber zu geringe Schöpferkraft. Die Atombombe ist Realität, der "Overkill" auch. Wir sind in der Lage, die Erde dutzendfach zu vernichten. Wir sind aber nicht in der Lage, auch nur eine einzigen hübschen Planeten neu zu erschaffen, wie er uns geschenkt worden ist. Demokratie und Mündigkeit sind Minderheitenprogramme, die technisch und wissenschaftlich in einer Weise ausgehebelt werden, die Welten frisst. "Russland ist unser ewiger Feind" (Wadephul) Mehr als 50 Prozent des Souveräns glauben daran und lieben Merz dafür, dass er der Ukraine weitere 90 Milliarden zuschustern will.

FraAimerich

10. März 2026 21:46

@Majestyk: "Und kaum einer tritt das Völkerrecht mehr mit den Füßen als der Iran."
 
Übertreiben Sie doch nicht immer so maßlos. 

Marcus AC Severus

10. März 2026 23:13

@Laurenz
Wenn der Wähler in NRW die AfD wählt, bekommt er dann Vincentz, Höcke, Chruppalla oder Weidel? Je nach Themengebiet gibt es riesige Unterschiede.
Bei der CDU weiß man bundesweit wofür sie steht oder nicht steht. Rechte Parteien  verkörpern per se die Ordnung und sind auch nur erfolgreich, wenn sie entsprechend auftreten. Das ist überall in Europa so zu beobachten. Des Weiteren braucht es einfache & klare Inhalte. Aber mit Rückgrat. In UK wird Restore Britain deswegen auch Reform UK überholen.
Der damalige anfängliche Erfolg von Schill zeigt, dass ein klarer einfacher Kurs mit einer charismatischen Identität als Führung auch im linkesten Deutschland auf Anhieb 20% holen kann.
Die AfD muss endlich klar und eindeutig zeigen was sie konkret anzubieten hat und nicht nur darauf hoffen, dass andere noch mehr Fehler machen oder es Deutschland noch schlechter geht.
 
 
 
 
 

Kurativ

11. März 2026 03:32

@Le Chasseur: Sie haben recht in Bezug auf Agenturen. Ich meinte allerdings vielmehr das grundsätzliche Prinzip, dass es beim Zusammentreffen unterschiedlicher Akteure vorteilhafte oder auch ungünstigere Relationen gibt. @ofeliaa beschreibt das. Marketing ist auch Psychologie. Bei der Wahl von Scholz zum Kanzler hat die SPD mit merkwürdigen, geisterhaften Portraits auf roten Hintergrund Aufmerksamkeit gewonnen. Alleine betrachtet, ein Desaster. Aber im "Kontrast" zu den Konkurrenten wirkungsvoll. Man kann beim Studium der Psychologie in den Klinischen Bereich sich weiter entwickeln. Man kann dieses Fach aber auch in Richtung Marketing studieren.

Valjean72

11. März 2026 08:41

@Majestyk: "Und kaum einer tritt das Völkerrecht mehr mit den Füßen als der Iran."
---
Das glauben Sie doch selbst nicht werter Majestyk. Erkennen Sie denn kein Muster in all den von US/Israel erzwungen regime changes der letzten Jahre?
 
Im Juli 2012 publizierte die FAZ einen Gastbeitrag von Hans-Christof Kraus, in welchem er die gängige Berichterstattung zum Konflikt in Syrien als von Unkenntnis geprägt thematisierte und statt dessen geopolitische Leitlinien als Ursache darlegte. Hans-Christof Kraus ist (war) Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau.
 
"Und ihr denkt, es geht um einen Diktator
Die Reaktionen auf den Syrien-Konflikt offenbaren die geopolitische Ahnungslosigkeit mancher deutscher Kommentatoren"
(FAZ.net, 24.07.2012)
 
Es geht um knallharte geopolitische Interessen. Hehre Ziele wie humanity, democracy etc. dienen nur dazu die Bevölkerung an der Heimatfront einzulullen, so dass sie diesen Waffengang mitträgt.
 
Zu Ihrer Information: der Irak unter S. Hussein wurde vom "Westen" aufgerüstet und u.a. waren BRD-Firmen Anfang der 80er Jahre beim Aufbau der dortigen Chemiewaffenproduktion beteiligt ...
 

dojon86

11. März 2026 08:44

@Majestyk Tut leid, aber der Iran bricht nicht das Völkerrecht. Im Völkerrecht ist jeder Staat souverän und es ist sein ureigenstes Recht gegen aufmüpfige, auf der Straße randalierende Minderheiten (wieder mal eine Farbrevolution ?) bmnit brutalen Mitteln vorzugehen. Das Völkerrecht regelt die Beziehungen zwischen Staaten und nicht in den Staaten.

Valjean72

11. März 2026 09:16

@Herold: "Der Grund für "Flüchtlingsströme" ist nicht, dass es einen Angriff auf den Iran gab, sondern dass es hier Kräfte gibt, die Migration bewusst anziehen"
---
 
Dass es immer noch Menschen im patriotischen Lager gibt, die nicht erfasst haben, dass die Massenmigrationswelle 2015/2016 ff. von einflussreichen Kreisen innerhalb EU/BRD gewünscht war, ist schon befremdlich. 
 
Es wurden fleissig Pull-Faktoren ausgelegt, eine Welcome-Refugees-Stimmung erzeugt (Remember J. Reichelt?) und natürlich an die deutsche Schuld appeliert (hier, hier) und die Grenzen bewusst nicht geschlossen, sondern sperrangelweit geöffnet, noch dazu für Menschen aus Kriegsgebieten mit radikal-sunnitischen Gruppierungen und traumatisierten Menschen: Syren, Irak, Lybien, Afghanistan ...
 
@NRW-AFD: die dortige Führung möchte mE gar nicht in unbedingt mehr Wähler gewinnen, sie will bei CDU und WEST-Medien anerkannt werden. Manch einer hat wohl auch einen Auftrag der AFD im entscheidenden Moment zu schaden, so meine Vermutung.
 

das kapital

11. März 2026 10:44

@ Valjean72 Wird die AfD eine Regierungsmehrheit alleine zusammenbringen? Eher nicht. Sie käme dann also nur als Koalitionspartner der CDU in Betracht. Und auch das nur, wenn irgendwann die Brandmauer fällt. Es muss für die CDU attraktiv werden, mit der AfD zu koalieren statt mit den Grünen. Nur dann funktioniert es. Dass man dann mit den Pennern koalieren muss, die seit Jahrzehnten dieses Land zerstören, macht das alles zu einem harten Kompromiss.Die Brandmauer wird fallen, wenn dieses Land weiter in diesem Tempo zusammenbricht. Gerade in BW hat sich aber gezeigt: 60 Prozent für den Weiterbetrieb des grünschwarzen Regierungskonglomerats der Zerstörung.Die Wähler sind so bekloppt, selbst wenn Stuttgart Insolvenz anmelden muss. In Stuttgart Mitte trotzdem 50,4 Prozent für die Grünen. Trotz kompletter Pleite der Stadt. Die sind so bekloppt. Nur wer die Bekloppten einbindet, kann regieren. Alle anderen bleiben außen vor. Siehe auch aktuelle Bundesregierung. Da entscheidet die 5 Prozent Partei, wie der Hase und der Pinocchio laufen.

Karl

11. März 2026 12:23

Cialdinis 7 Prinzipien der Überzeugungspsychologie, nicht neu (1984), aber scheinbar nicht wirklich rezipiert:1.   Reziprozität: Verpflichtungsgefühl: zurückgeben, was wir bekommen haben. Evolutionär entwickelt (Kooperation in Gruppen); Gefühl von „Schuld“ ist unangenehm, treibt uns zum Ausgleich.2.   Sympathie: Weshalb mögen wir bestimmte Menschen: Auslöser: Ähnlichkeit (z.B. Dialekt), Komplimente, Kooperationen, Attraktivität, häufige positive Kontakte. Halo-Effekt: eine positive Eigenschaft färbt alles Übrige positiv.3.   Soziale Bestätigung: Bei Unsicherheit schauen wir, was andere tun. Wir sind Herdentiere; „Wenn viele es tun, wird es richtig sein.“ (Klopapier kaufen…)4.   Autorität: Wir folgen Experten oder Symbolen von Autorität (Titel, Uniform, Arztkittel, Fachwissen). (neuerdings gerät dies Prinzip allerdings unter die Räder…).5.   Knappheit: Was selten ist, erscheint wertvoller. Verlustaversion: Concorde-Flüge nach Ankündigung der Einstellung plötzlich ausgebucht.6.   Konsistenz: Wir wollen mit früheren Aussagen und Taten übereinstimmen. Kognitive Dissonanz/Inkonsistenz ist unangenehm.7.  Einheit (Ergänzung 2016): gemeinsame Identität teilen („Wir“ statt „Ich und du“: Familie, Team, Herkunft, Werte oder gemeinsame Ziele).

Da die Erkenntnisse der Psychologie hier betont wurden, habe ich kurz beispielhaft herausgearbeitete Prinzipien eines der einflussreichsten Psychologen auf diesem Gebiet aufgelistet. Weshalb diese, 40 Jahre nach ihrer Publikation nicht wirklich rezipiert sind und umgesetzt werden, ist erstaunlich. (Özdemirs Team haben sie offenbar verstanden…) Solche Methoden verorte ich in der Nähe zu Marketing- und Propaganda-Methoden. Deshalb wäre deren Anwendung natürlich kritisch zu hinterfragen, doch damit ist man ein Rufer in der Wüste. Die Subtilität, mit der solche Methoden realisiert werden, führt bei dem Einzelnen zwar möglicherweise zu einem veränderten Verhalten, jedoch nicht zur Bewusstheit darüber, hinter die Fichte geführt worden zu sein.
Wählen wird mit der konsequenten Anwendung dieser Methoden kommerzialisiert und scheinbar bewusste Entscheidungen extern manipuliert. Darauf jedoch zu verzichten ist in der heutigen Welt wohl keine Alternative?

Herold

11. März 2026 13:45

@Valjean72

@NRW-AFD: die dortige Führung möchte mE gar nicht in unbedingt mehr Wähler gewinnen, sie will bei CDU und WEST-Medien anerkannt werden. Manch einer hat wohl auch einen Auftrag der AFD im entscheidenden Moment zu schaden, so meine Vermutung.

Ich war, eine Weile, im hiesigen OV der AfD aktiv und auch in die Partei eingetreten - und ich würde deine These stützen. Geprägt wurde sie von Leuten, die bei der CDU mangels Netzwerk nichts werden konnten und sich eine neue Chance erhofften. Das traf natürlich nicht auf alle zu, erklärt aber für mich ganz gut, weshalb die AfD im Westen zu nichts kommt. Wer maßgeblich vor allem die Loser anderer Parteien einsammelt, wird nichts - das gilt allerdings nur für das eigene Personal, nicht für die Wähler.
Ich bin dann wieder gegangen, weil ich kompromisslos für Deutschland eintrete, die AfD das aber nicht weder ebenfalls leistet, noch goutiert. Frustrierte Rentner kann ich auch im Stadtpark treffen.

Herold

11. März 2026 13:59

@ das kapital

Wird die AfD eine Regierungsmehrheit alleine zusammenbringen? Eher nicht. [...] Es muss für die CDU attraktiv werden, mit der AfD zu koalieren statt mit den Grünen.

Im Gegenteil. Schwarz-grüne Regierungen sind das beste Wahlprogramm für die AfD. Kommt Zeit, kommt Mehrheit. Das, was passiert, sind Schmerzen, die man aushalten muss. Wirtschaft lässt sich wieder aufbauen, lediglich Demographie ist der Stolperstein, pun intended, an dem es eine Haltelinie gibt.
Jeder, der ein Patriot ist, sollte in eine andere Partei als die AfD eintreten und sich dort auf die schädlichst mögliche Weise engagieren. Besser, als langatmige Essays und Kommentare über Weitwegistan und bla zu schreiben wäre es, mit ein paar Freunden bei der CDU einzulaufen und dort möglichst destruktiv zu sein.

Valjean72

11. März 2026 14:15

@das Kapital: "Es muss für die CDU attraktiv werden, mit der AfD zu koalieren statt mit den Grünen."
---
 
Die Union sollte sich erst einmal läutern und demütig Reue zeigen, für das, was sie an Schaden Deutschland zugefügt hat. Es geht hier nicht um Marketing und politische Attraktivität. Es geht um grundsätzliches: ist man bereit und hat man das Rüstzeug, um für Deutschland einzustehen? Die kommenden Zeiten werden herausfordernd, auch für Politiker in Regierungsverantwortung.
 
Die AFD sollte nicht zu spät in Regierungsverantwortung im Bund aber auch nicht zu früh. Keinesfalls sollte sie als Juniorpartner in eine Koaltion mit der Union gehen, weder im Bund, noch auf Länderebene.
 
Die Dinge geraten zunehmend in Bewegung und ich gehe davon aus, dass die politische Landschaft im Bund in ein paar Jahren komplett anders aussehen wird: eine marginalisierte SPD,  zurecht gestutzte Grüne auch eine CDU, die bei 20% rumdümpeln wird, falls überhaupt.
 
Vorerst zähle ich auf AFD-Alleinregierungen im Osten der Republik, die dann eine weitere Dynamik entfalten werden.
 
 

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