Ratten? Fury? Nicht unser Kreuzzug.

von Wiggo Mann -- Ratten also. Es gibt diese Momente, oft nur einzelne Worte, die alles erhellen. Als US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am vergangenen Freitag um 8 Uhr morgens im Press Briefing Room des Pentagon vor die versammelten Journalisten tritt, wird er sehr explizit.

Es genügt ihm nicht, mili­tä­ri­sche Erfol­ge und die Tötung von Geg­nern zu ver­kün­den. Er will den Feind demütigen.

Iran’s lea­der­ship has (…) gone under­ground, cowe­ring. That’s what rats do.

Wir dür­fen ver­mu­ten, daß es ihm nicht dar­um ging, mit der bio­lo­gi­schen Rat­ten­me­ta­pher auf die Intel­li­genz, Lern­fä­hig­keit und Sozi­al­kom­pe­tenz der ira­ni­schen Regie­rung hin­zu­wei­sen. Hegs­eth will sagen, daß sich Tei­le der ira­ni­schen Füh­rung im Fall von Bom­ben­an­grif­fen in unter­ir­di­schen Bun­kern auf­hal­ten – „wie Rat­ten es tun“.

Offen­bar ver­gaß Hegs­eth dabei, daß auch er im Ver­tei­di­gungs­fall ein eige­nes Bun­ker-Appar­te­ment im Natio­nal Mili­ta­ry Com­mand Cen­ter (NMCC) unter dem Pen­ta­gon bezie­hen wür­de. (Und bedenkt man, daß Hegs­eth eng an der Sei­te des Staa­tes Isra­el steht, dann könn­ten ihm sei­ne jüdi­schen Freun­de his­to­risch sicher erklä­ren, wel­che Fol­gen die Gleich­set­zung von Men­schen und Schäd­lin­gen haben kann.)

Hegs­eths sprach­li­che Aggres­si­on ist wohl dar­auf zurück­zu­füh­ren, daß der Krieg gegen den Iran nicht den erhoff­ten schnel­len Erfolg hat. Es geht drun­ter und drüber.

Das Cha­os zerrt erkenn­bar an den Ner­ven des kör­per­lich her­vor­ra­gend trai­nier­ten US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters. Als Sol­dat kennt er die Demü­ti­gung des Geg­ners wäh­rend und nach einer Tötung. Im engs­ten mili­tä­ri­schen Kon­text mag sie situa­tiv akzep­ta­bel und für kämp­fen­de Ein­hei­ten moti­vie­rend sein. In der Rede eines Regie­rungs­mit­glieds an Jour­na­lis­ten ist die­se ent­mensch­li­chen­de Sprach­ge­walt jedoch ein Hin­weis auf Kon­troll­ver­lust und Sadismus.

Wo ist – zumin­dest im über­tra­ge­nen Sin­ne – die „Mil­de roher Män­ner“, die in der Pau­se eines krie­ge­ri­schen Gemet­zels die geg­ne­ri­schen Toten noch respekt­voll behan­deln und die Köp­fe Ster­ben­der auf einen gefal­te­ten Man­tel bet­ten, wie es in Jochen Klep­pers Roman Der Vater (1937) aus einem Kriegs­er­leb­nis Fried­rich Wil­helms I. beschrie­ben wird?

Aber Hegs­eth ist mit media­len Ent­glei­sun­gen nicht allein. Das Wei­ße Haus ver­öf­fent­licht auf sei­nen Social-Media-Accounts aktu­el­le Fil­me, in denen Erfol­ge bei sport­li­chen Video­spie­len (Golf, Base­ball, Bow­ling) in direk­ten Zusam­men­hang mit Bil­dern der Tötung geg­ne­ri­scher Ein­hei­ten gestellt wer­den. Zur Ent­span­nung unter­legt mit digi­ta­ler Muzak, also unauf­dring­li­cher Instru­men­tal­mu­sik. Man scheint sich im Team Bibi/Donald einig: Men­schen tot­ma­chen ist ein Riesenspaß.

Die Grün­de dafür lie­gen womög­lich rund 1000 Jah­re zurück. Ame­ri­can Cru­sa­de heißt Pete Hegs­eths Buch mit Bezug zu den Kreuz­zü­gen des 11. Jahr­hun­derts. Er ver­öf­fent­lich­te es 2020 wäh­rend sei­nes Enga­ge­ments als Co-Host beim Kabel­sen­der Fox. Das Buch beschreibt sei­ne Idee eines Kul­tur­kamp­fes gegen Woke­ness, Glo­ba­lis­mus und Isla­mis­mus. Zum dama­li­gen Zeit­punkt nicht mit Waf­fen. Noch nicht.

Our Ame­ri­can Cru­sa­de is not about lite­ral swords, and our fight is not with guns. Yet.

Yet. Noch nicht. Wie bei den Rat­ten am ver­gan­ge­nen Frei­tag sind es auch in Hegs­eths Buch über einen bevor­ste­hen­den Kreuz­zug wie­der die­se neben­säch­li­chen Wor­te, die erhel­len. Wäh­rend der Anhö­rung im Zusam­men­hang mit Hegs­eths Nomi­nie­rung zum Secre­ta­ry of Defen­se im Janu­ar 2025 wur­de sein impli­zi­ter Auf­ruf zum Kreuz­zug aus­drück­lich noch­mal the­ma­ti­siert. Und zerredet.

Ergän­zend befragt zu den Eska­pa­den wäh­rend sei­ner drei Ehen konn­te Hegs­eth im Schlag­ab­tausch der Anhö­rung bestä­ti­gen: Jesus und er kom­men gut klar. Alles sei ver­zie­hen. Zudem gäbe es Geheim­hal­tungs-Ver­ein­ba­run­gen mit den betrof­fe­nen Frauen.

I have fai­led in things in my life, and thank­ful­ly I am rede­e­med by Lord and Savi­or, Jesus Christ.

Man sieht, der ame­ri­ka­ni­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter ist Teil einer star­ken Glau­bens­ge­mein­schaft. Er gehört nach über­ein­stim­men­den Berich­ten zur Com­mu­ni­on of Refor­med Evan­ge­li­cal Churches (CREC), also einem kon­ser­va­tiv refor­miert-evan­ge­li­ka­len Kir­chen­netz­werk um Doug Wil­son, einem wei­te­ren Kreuz­zug-Fan. Kurz vor Weih­nach­ten 2013 erklär­te die­ser Pas­tor bereits:

Decla­re holy war, and lea­ve the vin­di­ca­ti­on to God.

Erst ein­mal Krieg füh­ren. Gott wird es schon rich­ten. Nach­rich­ten­quel­len wie AP oder die Washing­ton Post benen­nen Doug Wil­sons Gemein­de bzw. die CREC aus­drück­lich als Hegs­eths Kon­fes­si­on und berich­ten, dass er Wil­sons Schrif­ten und Leh­ren sehr schätzt.

Es über­rascht des­halb nicht, dass Hegs­eth sogar sei­nen eige­nen Kör­per mit reli­giö­sen Tat­too-Bot­schaf­ten gestal­tet. Ist Kör­per­be­ma­lung poli­tisch rele­vant? Ja, denn es geht nicht um eine bekiff­te 20-Jäh­ri­ge, die sich am Strand von Goa einen nied­li­chen Schmet­ter­ling auf den Fuß­knö­chel ste­chen läßt. Wir spre­chen über den Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter der USA, Exe­ku­tiv­chef der glo­bal wirk­mäch­tigs­ten Armee. Zu sei­nen Tat­toos gehö­ren auf der Brust das soge­nann­te Jeru­sa­lem­kreuz sowie auf dem Arm der ara­bi­sche Schrift­zug „kafir“ (Ungläu­bi­ger) als iro­ni­scher Bezug zur isla­mi­schen Glaubenslehre.

Auf dem Bizeps steht „Deus vult“. „Gott will es.“ So lau­te­te der Mar­ke­ting-Slo­gan, den Papst Urban II. für die Kreuz­zü­ge auf dem Kon­zil von Cler­mont im Novem­ber 1095 in sei­ner Pre­digt prä­sen­tier­te. Anschlie­ßend begann der Weg des Kamp­fes über Kon­stan­ti­no­pel, Ana­to­li­en, Antio­chia und Jeru­sa­lem. Die Kampf­ge­bie­te lagen im Bereich der heu­ti­gen Tür­kei, Syri­ens, des Liba­non und Israels/Palästinas. Kurz­fris­tig gab es mit der Grün­dung von Kreuz­fah­rer­staa­ten Erfol­ge, lang­fris­tig jedoch anhal­ten­de Krie­ge, schwe­re christ­lich-mus­li­mi­sche und auch inner­christ­li­che Span­nun­gen. Vie­le Gebie­te gin­gen spä­ter ohne­hin wie­der ver­lo­ren. Das Übli­che also.

Einen Monat nach dem Kon­zil von 1095 und sei­nem „Deus vult“ mel­det sich Papst Urban II. übri­gens noch ein­mal zu Wort. In einem Brief an die Chris­ten in Flan­dern kurz vor Weih­nach­ten drängt er dar­auf, alle Kräf­te gegen den Feind im Nahen Osten zu bün­deln. Die Aggres­si­on der Mus­li­me müs­se zurück­ge­schla­gen wer­den, denn:

Fra­ter­nitatem ves­tram iam pri­dem mul­torum rela­tio­ne didi­cis­se cre­di­mus bar­ba­ri­cam rabiem eccle­si­as Dei in Ori­en­tis par­ti­bus mise­ra­bi­li infe­sta­tio­ne devastasse.

Wir glau­ben, dass eure Bru­der­schaft seit gerau­mer Zeit aus vie­len Berich­ten erfah­ren hat, wie bar­ba­ri­sche Wut die Kir­chen Got­tes in den öst­li­chen Gebie­ten durch bekla­gens­wer­te Angrif­fe verwüstet.

Lang­wei­li­ger Geschichts­un­ter­richt? Wäre da nicht schon wie­der ein klei­ner, fast neben­säch­li­cher Begriff, der auf­hor­chen lässt: bar­ba­ri­cam rabiem. Bar­ba­ri­sche Wut, die man den Mus­li­men damals vor­warf. Im Eng­li­schen: Bar­ba­ric Fury.

Rund 1000 Jah­re spä­ter greift eine Alli­anz aus israe­li­schen und US-ame­ri­ka­ni­schen Streit­kräf­ten in einer der größ­ten Mili­tär­ak­tio­nen die Isla­mi­sche Repu­blik Iran an und stürzt die glo­ba­le Staa­ten­ge­mein­schaft in tie­fe Ver­wer­fun­gen. Ist es wirk­lich Zufall, dass der Titel die­ses Angriffs wie eine Ant­wort auf die „Bar­ba­ren“, und his­to­ri­scher Bezug auf Kreuz­zü­ge klingt? Epic Fury.

Die – laut Mar­co Rubio – von Isra­el initi­ier­te und von Ame­ri­ka­nern mit­ge­tra­ge­ne Schlacht im Nahen Osten wird von gut infor­mier­ten Beob­ach­tern wie dem „Eco­no­mist“ zuneh­mend als Feh­ler beschrie­ben. Anfecht­ba­re Plau­si­bi­li­tät, vie­le kol­la­te­ra­le Opfer und kaum erkenn­ba­re Exit-Strategie.

Der­sel­be Man­gel gilt auch für den Hoff­nungs­trä­ger der Rech­ten, Donald Trump. Unklar, wie gut sich der­zeit Base­caps ver­kau­fen, die behaup­ten: „Trump was right about ever­y­thing.“ Unbe­strit­ten ist aber, daß Trump ein zen­tra­les Wahl­ver­spre­chen gebro­chen hat. „No more stu­pid wars“ war neben „Build the wall“ einer der Grün­de, war­um 80 Mil­lio­nen US-Bür­ger ihre Hoff­nung auf die­sen Prä­si­den­ten setzten.

Our power will stop all wars.

So hieß es noch in der Ein­füh­rungs­re­de am 20. Janu­ar 2025 in Washing­ton. „I stop­ped wars. I hate to see peo­p­le kil­led“ wäre aus Trumps Sicht der Grund für sei­nen per­sön­li­chen Frie­dens­no­bel­preis gewe­sen. Ein Jahr spä­ter lie­gen die­se Ideen in Scher­ben. Ana­lys­ten fra­gen sich, ob Trump plötz­lich aus eige­nem Wil­len vom poli­ti­schen Weg abge­bo­gen ist, oder ob er zu schwach war, sich gegen Fehl­be­ra­tung, Kreuz­zug-Fans und israe­li­schen Druck durch­zu­set­zen. Schwer zu sagen, was für die Zurech­nungs­fä­hig­keit der USA schlim­mer wäre.

Das Vor­ge­hen des Prä­si­den­ten gefähr­det nicht nur den Selbst­ver­such, einen neu­en Mythos der glo­ba­len Unan­tast­bar­keit zu schaf­fen. Auch der meta-poli­ti­sche Raum­ge­winn im Inne­ren zer­legt sich, spal­tet das Lager. Pro­mi­nen­te Trump-Fans nen­nen kri­ti­sche­re Trum­pis­ten plötz­lich „Dämo­nen“. Die rech­te Influen­ce­rin Lau­ra Loo­mer freut sich dar­über, daß ein jour­na­lis­ti­scher Mit­be­wer­ber laut öffent­li­cher Bio­gra­fie in frü­her Kind­heit von sei­ner Mut­ter ver­las­sen wur­de. How low can you go?

Sol­che Epi­so­den sind nicht nur Mob­bing im digi­ta­len Zeit­al­ter, son­dern Sym­ptom eines tie­fe­ren poli­ti­schen Ver­falls. Gera­de dar­in liegt für deut­sche Rech­te die eigent­li­che Leh­re: Wer sich zu eng an frem­de Macht­zen­tren bin­det und Außen­po­li­tik betreibt, indem er Text­bau­stei­ne von Kriegs­par­tei­en kopiert, der impor­tiert am Ende nicht Stär­ke, son­dern auch deren Zerrüttung.

Eine poli­tisch rei­fe Bewe­gung darf sich nicht dau­er­haft von Gunst und Miß­gunst äuße­rer Mäch­te abhän­gig machen – auch dann nicht, wenn Inter­ven­tio­nen aus Washing­ton (Van­ce, Rubio, etc) im Ein­zel­fall will­kom­men erschei­nen. Gera­de in Deutsch­land fällt die­se Per­spek­ti­ve schwer. Das Land wur­de im Zwei­ten Welt­krieg nicht mit dem Ziel ech­ter Selbst­stän­dig­keit besiegt, son­dern über Jahr­zehn­te zum Vasall in einer trans­at­lan­ti­schen Bezie­hung gemacht, die zuneh­mend unge­sund wur­de und deren Preis sich bis in die Kata­stro­phe des Ukrai­ne­kriegs hin­ein gezeigt hat.

Umso wich­ti­ger ist bei einer rech­ten Volks­par­tei wie der AfD ein Plä­doy­er für nüch­ter­ne Sou­ve­rä­ni­tät. Weni­ger Über­nah­me frem­der Pro­pa­gan­da, weni­ger reflex­haf­te Lager­bin­dung, mehr Fähig­keit zur Äqui­di­stanz gegen­über Weltmächten.

Syn­chro­ni­sier­te Mar­ken­füh­rung benö­tigt dafür eine Schnitt­stel­le zwi­schen Kam­pa­gnen­pla­nung und inter­nem Think Tank. Ein Team mit der Fähig­keit, tie­fe Ana­ly­sen vor­zu­be­rei­ten und zeit­ge­recht in öffent­lich wirk­sa­me Spra­che zu über­set­zen. Kri­sen sind auch Momen­te der Klä­rung. Sie zwin­gen dazu, wacke­li­ge Gewiss­hei­ten weg­zu­räu­men und das eige­ne Den­ken auf sta­bi­le Fun­da­men­te zu stellen.

Ein sou­ve­rä­nes Deutsch­land ist kei­ne Bauch­red­ner­pup­pe der Welt­mäch­te. Dies ist nicht unser Kreuzzug.

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Kommentare (8)

RMH

18. März 2026 08:32

Der Beitrag in 4 Zeilen zusammengefasst:
- Der Autor mag Pete Hegseth nicht.
- Er ist ihm total unsympathisch, genauso, wie die Evangelikalen in den USA.
- Trump ist ein Wortbrecher.
- Die AfD sollte sich endlich vom Flirt mit USRAEL verbschieden, endlich sich wieder nüchtern und neutral machen.
Anmerkung meinerseits: Relevant ist der Text für uns Deutsche, die wir uns als AfD nah oder gar AfD-Mitglieder bezeichnen, in seinen letzten 5 Absätzen, alles davor: Da lässt einer Luft ab, was nicht zur Stärkung der eigenen Argumente taugt. Dabei ist doch gerade die Qunintessenz der letzten 5 Absätzte, dass man das Bomb, bomb, bomb; bomb, bomb Iran weder aufhalten, verhindern, ändern oder sonst wie Einfluss drauf haben kann. Warten wirs ab, was noch kommt. Der hohe Spritpreis, die quasi Veruntreuung des "Sondervermögens" - evtl. bewegt das noch ein paar Leute in Rhl.-Pfalz. Wünsche viel Erfolg.

Mitleser2

18. März 2026 08:43

Ich tue mich schwer, zu diesem Krieg eine Position zu finden. Und offensichtlich wurde er begonnen, ohne ein echtes Ziel zu haben. Aber es ist eigentlich ein israelischer Krieg. Und offensichtlich ist Israel bereit, bis zum letzten zu gehen. Sie sind wohl der Meinung, dass der Status quo kein Lösung mehr ist. Weil: "Der Iran hat durch sein Netz an Proxies (Hamas, Hizbollah, Houthis, ...) de facto einen permanenten Kriegszustand aufrechterhalten, in asymmetrischer und schwer fassbarer Form." Ob man diese Haltung teilen muss, ist was anderes.   

FranzJosef

18. März 2026 09:09

Danke für diesen mutigen Artikel! Ich fürchte, Sie werden sehr viel Kritik ernten. Denn der Kreuzzug richtet sich ja vorgeblich gegen "fanatische Islamisten", das "Mullah-Regime", die "Ajatollahs", "Islamfaschisten", "Judenhasser", "Terroristen" usw. etc. pp. Und das ist im rechten Lager sehr gut anschlussfähig (siehe Tichy, AchGut, Reitschuster usw.) Als Ali Chamenei gleich am ersten Tag ermordet wurde, konnte man lange Listen von rechten Influencern erstellen, wer auf X alles zustimmte.

Le Chasseur

18. März 2026 09:09

"Dies ist nicht unser Kreuzzug."
Korrekt. Deshalb sollte sich die Bundesregierung ein Beispiel an Spanien nehmen und den USA die Nutzung von Militärbasen innerhalb Deutschlands untersagen und natürlich auch keine Überflugsrechte gewähren. 

Karl Otto

18. März 2026 09:18

Ja natürlich, was geht uns der Iran an? Aber sich über die Islamisierung in Deutschland ereifern, als wenn das nichts mitienander zu tun hätte. Welche Borniertheit. Aber die gleichen Leute erwarten ja auch, dass Putin Ruhe gibt, wenn er einmal die Ukraine hat. 

Le Chasseur

18. März 2026 09:23

@Mitleser2
"Aber es ist eigentlich ein israelischer Krieg."
Nein. Es ist ein amerikanischer Krieg. Die USA führen seit ihrer Existenz mehr oder weniger ununterbrochen Krieg  aus wirtschaftlichen oder machtpolitischen Gründen. Es ist für die USA das normale Verhalten, andere, oftmals ferne  Länder zu überfallen. Der Staat Israel existiert aber erst seit knapp 80 Jahren. Der amerikanische Deep State würde es niemals zulassen, dass die USA in einen Krieg hineingezogen werden, nur weil der Präsident ein religiöser Spinner ist oder durch sex tapes erpressbar.

Le Chasseur

18. März 2026 09:36

@Karl Otto
"Ja natürlich, was geht uns der Iran an? Aber sich über die Islamisierung in Deutschland ereifern."
Hinter der Islamisierung Deutschlands steckt nicht der schiitische Iran, sondern die sunnitischen Golfstaaten. Bei den allermeisten islamistischen Terroristen handelt es sich um Sunniten, nicht Schiiten. Der Krieg könnte jetzt eine neue Flüchtlingsbewegung Richtung Europa und vor allem Deutschland auslösen: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/iran-und-libanon-deutschland-top-ziel-fuer-gefluechtete-110853525.html

Andreas Stullkowski

18. März 2026 09:50

Der Artikel beschreibt die Sicht der Mehrheit in Deutschland; nicht nur der AfD, sondern auch der anderen Parteien. Und die Mehrheit in Deutschland hat den Wunsch, dass wir in der Welt neutral und unbedeutend sind. Denn so ist es am bequemsten. 
Wir sind passiv, hilf- und wehrlos, und maskieren unser Schwäche als Wunsch nach Frieden.
Die Vorgehensweise der USA, die die Welt maßgeblich beeinflussen und formen wollen, können wir daher nicht verstehen. Das wird schon deutlich, wenn der Autor Hegseth als "US-Verteidigungsminister" bezeichnet. Das ist er aber nicht. Er ist Kriegsminister (Secretary of War), und sein Ministerium heißt Department of War
Der Artikel ist daher so irrelevant für unser Verständnis des Geschehens wie Deutschland irrelevant ist in der Welt. Statt zu moralisieren und absolut nichts zu bewirken, sollten wir das Geschehen mit Interesse verfolgen und die Hintergründe beleuchten. Damit bewirken wir genauso wenig, fangen aber unter Umständen an, die Weltpolitik und die gegenwärtig stattfindende Neuordnung der Welt besser zu verstehen. 
Wer weiß, in ein, zwei Generationen tritt vielleicht Deutschland sogar wieder als globaler Spieler im "Great Game" auf.