Darf Israel alles? Und: Was kostet es?

von Torben Braga, MdB AfD - Deutschland und Israel verbindet eine Beziehung, die keine gewöhnliche ist. Sie ist historisch begründet, moralisch aufgeladen und politisch von besonderer Sensibilität. Diese Beziehung gilt es zu pflegen. Eben deshalb verlangt sie Ehrlichkeit – und Ehrlichkeit gebietet es, klar auszusprechen, was sich in den vergangenen Wochen und Monaten vor aller Augen vollzogen hat: Die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu handelt in einer Weise, die ihre engsten Verbündeten instrumentalisiert und den Nahen Osten in eine Lage geführt hat, deren Folgen für die gesamte Weltgemeinschaft kaum absehbar sind.

Seit dem 13. März 2026 hat Isra­el fünf Brü­cken über den Lita­ni-Fluß im Süd­li­ba­non zer­stört. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Isra­el Katz erklär­te am 24. März, die israe­li­sche Armee wer­de „die ver­blei­ben­den Brü­cken sowie eine Sicher­heits­zo­ne bis zum Lita­ni kon­trol­lie­ren“ – ein Gebiet, das fast ein Zehn­tel des liba­ne­si­schen Staats­ge­biets aus­macht. Hun­dert­tau­sen­de aus dem Süd­li­ba­non Ver­trie­be­ne dürf­ten nicht zurück­keh­ren, so Katz, bis die Sicher­heit israe­li­scher Bewoh­ner im Nor­den „garan­tiert“ sei. Wann und durch wen die­se Garan­tie fest­ge­stellt wer­den soll, blieb offen.

Finanz­mi­nis­ter Beza­lel Smot­rich – zugleich Minis­ter im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um – hat­te sich zuvor dafür aus­ge­spro­chen, das Gebiet zu einer „ste­ri­len Sicher­heits­zo­ne“ zu machen und den Lita­ni zur neu­en israe­li­schen Gren­ze zu erklä­ren. Human Rights Watch doku­men­tier­te in die­sem Zusam­men­hang die sys­te­ma­ti­sche Zer­stö­rung von Häu­sern in Grenz­dör­fern, Zwangs­ver­trei­bun­gen sowie Angrif­fe, die auf die Zivil­be­völ­ke­rung abzielen.

Dies ist kein neu­es Mus­ter. Nach dem Ers­ten Liba­non­krieg 1982 errich­te­te Isra­el bereits eine „Sicher­heits­zo­ne“ im Süd­li­ba­non – und hielt sie 18 Jah­re lang besetzt. Erst im Jahr 2000 zogen israe­li­sche Trup­pen ab, nach­dem rund 1.000 israe­li­sche Sol­da­ten ihr Leben ver­lo­ren hat­ten. Es war just die­se Besat­zung, die der His­bol­lah als Wider­stands­mi­liz poli­ti­sche Legi­ti­mi­tät ver­lieh und ihren Auf­stieg beför­der­te. Die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen wie­der­ho­len den­sel­ben Feh­ler – und sie tun es unter den Augen der Welt, die ander­wei­tig auf den Iran-Krieg schaut.

Par­al­lel dazu setzt Isra­el sei­nen Krieg in Gaza fort. Die Ver­ein­ten Natio­nen, Human Rights Watch und Amnes­ty Inter­na­tio­nal haben israe­li­sche Streit­kräf­te schwe­rer Ver­stö­ße gegen das huma­ni­tä­re Völ­ker­recht bezich­tigt – dar­un­ter den Ein­satz von Hun­ger als Kriegs­mit­tel, die sys­te­ma­ti­sche Zer­stö­rung zivi­ler Infra­struk­tur und Hand­lun­gen, die als Kriegs­ver­bre­chen und Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit ein­ge­stuft werden.

Der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter hat den Begriff „Völ­ker­mord“ ver­wen­det. Ande­ren fällt die­ser Begriff schwer – das ist nach­voll­zieh­bar. Was jedoch nicht nach­voll­zieh­bar ist: das beharr­li­che Schwei­gen west­li­cher Regie­run­gen, die sonst kei­ne Gele­gen­heit aus­las­sen, ihre Treue zur regel­ba­sier­ten Ord­nung zu betonen.

Wer die­se Bilanz zur Kennt­nis nimmt und jede Kri­tik mit dem Hin­weis auf Isra­els Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung abwehrt, ver­mischt zwei Din­ge, die klar aus­ein­an­der­zu­hal­ten sind: das Recht jedes sou­ve­rä­nen Staa­tes, sei­ne Bevöl­ke­rung zu schüt­zen – ein Recht, das für Isra­el eben­so gilt wie für jeden ande­ren Staat die­ser Welt, nicht mehr und nicht weni­ger – und die Fra­ge, ob die kon­kre­te Kriegs­füh­rung ver­hält­nis­mä­ßig und mit dem eige­nen Anspruch an eine regel­ba­sier­te Ord­nung ver­ein­bar ist. Wer Letz­te­rem so bereit­wil­lig aus­weicht, soll­te sich fra­gen, ob sein Bekennt­nis zur „Stär­ke des Rechts vor dem Recht des Stär­ke­ren“ mehr ist als Rhetorik.

Am 28. Febru­ar 2026 began­nen nun die USA und Isra­el mit über­ra­schen­den Luft­an­grif­fen auf den Iran. Wie die­ser Krieg zustan­de kam, ist durch über­ein­stim­men­de Berich­te meh­re­rer erst­klas­si­ger Medi­en – Washing­ton Post, New York Times, Wall Street Jour­nal – gut doku­men­tiert: Net­an­ya­hu, seit Jahr­zehn­ten Archi­tekt des Ziels, den Iran mili­tä­risch zu eli­mi­nie­ren, nutz­te die Gunst der Stun­de. Er droh­te Trump damit, Isra­el wer­de den Iran not­falls im Allein­gang angreifen.

Ein sol­cher Angriff hät­te ira­ni­sche Ver­gel­tungs­schlä­ge auf US-Trup­pen und ‑Basen in der Regi­on aus­ge­löst. Trump ent­schied, es sei bes­ser, von Anfang an mit­zu­ma­chen, als nach­her reagie­ren zu müs­sen. „Trump fühl­te, er hät­te kei­ne Wahl“, zitier­te die Washing­ton Post eine Per­son, die den Gedan­ken­gang des Prä­si­den­ten kannte.

Außen­mi­nis­ter Mar­co Rubio bestä­tig­te die­se Dar­stel­lung dem Grund­satz nach. Sena­tor Lind­sey Gra­ham hat­te in den Wochen vor Kriegs­be­ginn wie­der­holt Isra­el besucht und Net­an­ya­hu dar­in gecoacht, wie er Trump zum Han­deln über­re­den kön­ne. Der frü­he­re israe­li­sche Bot­schaf­ter Alon Pin­kas brach­te es auf den Punkt: Es sei gut mög­lich, daß Trump erkannt habe,

dass Net­an­ya­hu ihn dar­über getäuscht hat, wie schnell und durch­schla­gend ein Sieg sein wür­de und wie rea­lis­tisch ein Regime­wech­sel ist.

Net­an­ya­hu wies die­se Dar­stel­lung zurück. Ent­schei­dend ist jedoch nicht, ob Trump ein wil­li­ges oder ein unwil­li­ges Werk­zeug war – ent­schei­dend ist, daß Isra­el einen Krieg betrieb, des­sen regio­na­le Fol­gen – Sper­rung der Stra­ße von Hor­mus, Angrif­fe auf Katar, Desta­bi­li­sie­rung der gesam­ten Golf­re­gi­on – vor­her­seh­bar waren und der nun die gesam­te Welt­ge­mein­schaft vor voll­ende­te Tat­sa­chen stellt. NATO und EU wur­den nicht kon­sul­tiert. Sie tra­gen den­noch die wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Kosten.

Die beson­de­re Ver­ant­wor­tung Deutsch­lands gegen­über Isra­el ist kei­ne Flos­kel – sie ist his­to­risch fun­diert und poli­tisch ernst zu neh­men. Die­se Ver­ant­wor­tung schließt ein, Isra­el zu unter­stüt­zen, wo sei­ne Exis­tenz und Sicher­heit bedroht sind. Sie schließt aber nicht ein, jede Hand­lung einer israe­li­schen Regie­rung unkom­men­tiert hin­zu­neh­men. Freun­de, die schwei­gen, wo sie spre­chen müß­ten, sind kei­ne Freun­de – sie sind Komplizen.

In Deutsch­land hat sich eine poli­ti­sche Klas­se eta­bliert, die das Völ­ker­recht und die „regel­ba­sier­te inter­na­tio­na­le Ord­nung“ als uni­ver­sel­le Maß­stä­be poli­ti­schen Han­delns beschwört – gegen­über Ruß­land, gegen­über Chi­na, gegen­über jedem, der die west­lich kodier­ten Spiel­re­geln bricht. Man mag über den Rea­li­täts­ge­halt die­ser Sicht­wei­se strei­ten: Wer Macht hat, han­delt – unab­hän­gig davon, wie die völ­ker­recht­li­che Ein­ord­nung sei­nes Ver­hal­tens ausfällt.

Eines aber ist nicht zu bestrei­ten: Wer so lei­den­schaft­lich an den Vor­rang des Rechts vor der Macht glaubt, muß die­sen Maß­stab kon­se­quent anwen­den – auch auf Isra­el. Wer das nicht tut, betreibt kei­ne Außen­po­li­tik – er betreibt Klientelpolitik.

Bun­des­prä­si­dent Stein­mei­er hat den Angriffs­krieg gegen den Iran als „völ­ker­rechts­wid­rig“ bezeich­net und dabei eine wich­ti­ge Wahr­heit ausgesprochen:

Unse­re Außen­po­li­tik wird nicht über­zeu­gen­der dadurch, dass wir Völ­ker­rechts­bruch nicht Völ­ker­rechts­bruch nennen.

Die­ser Satz gilt nicht nur für den Iran-Krieg. Er gilt für die Besat­zungs­po­li­tik im Liba­non, für die Kriegs­füh­rung in Gaza, für die fort­ge­setz­te Sied­lungs­expan­si­on im West­jor­dan­land. Wer ihn selek­tiv anwen­det – hier gegen Ruß­land, dort nicht gegen Isra­el – unter­gräbt nicht nur sei­ne eige­ne Glaub­wür­dig­keit, son­dern genau jene Ord­nung, für die er zu ste­hen vorgibt.

Jeder sou­ve­rä­ne Staat hat das Recht, in Sicher­heit zu leben – Isra­el eben­so wie der Liba­non, der Iran, Katar oder die Paläs­ti­nen­ser in Gaza. Die­ses Recht ist unteil­bar. Die aktu­el­le israe­li­sche Regie­rung jedoch hat aus dem legi­ti­men Sicher­heits­in­ter­es­se ihres Lan­des eine Lizenz zur regio­na­len Domi­nanz gemacht – über den Liba­non, über Gaza, über die stra­te­gi­sche Agen­da der USA und damit über die Sta­bi­li­tät einer gesam­ten Region.

Das ist kei­ne anti­zio­nis­ti­sche The­se; es ist eine nüch­ter­ne Beschrei­bung der Fak­ten­la­ge, die von Ana­lys­ten aller poli­ti­schen Lager, von ehe­ma­li­gen israe­li­schen Diplo­ma­ten und von US-Außen­po­li­ti­kern geteilt wird.

Wer in Deutsch­land so ent­schie­den für eine regel­ba­sier­te Welt­ord­nung ein­tritt, muß die­se Regeln kon­se­quent anwen­den – oder zuge­ben, daß es sich dabei um selek­ti­ve Rhe­to­rik han­delt. Deutsch­land täte der deutsch-israe­li­schen Bezie­hung kei­nen Gefal­len, wenn es wei­ter schweigt. Ech­te Freund­schaft erfor­dert die Bereit­schaft, dem ande­ren unbe­que­me Wahr­hei­ten zu sagen.

Die­se Wahr­heit lau­tet: Die Poli­tik der aktu­el­len israe­li­schen Regie­rung desta­bi­li­siert die Regi­on und scha­det lang­fris­tig auch Isra­els eige­nem Sicher­heits­in­ter­es­se. Das muß klar benannt wer­den – nicht trotz der beson­de­ren Bezie­hung, son­dern wegen ihr.

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Kommentare (39)

Nadja

25. März 2026 13:35

Frei nach Carl Schmitt: Wer Völkerrecht sagt, will betrügen.

MarkusMagnus

25. März 2026 13:36

"Die besondere Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel ist keine Floskel – sie ist historisch fundiert und politisch ernst zu nehmen."
Das sehe ich anders und es ist gut das der Iran in der Lage ist sich zu wehren. Der Iran hat seine Hausaufgaben gemacht. Keine Symetrie zu versuchen bei Schiffen und Flugzeugen (was sie eh nicht hätten bezahlen könnten durch die Sanktionen), sondern auf selbst entwickelte Raketen und Drohnen setzen. Ihr könnt uns treffen, wir euch aber auch. Und für euch wird es teurer.
Wo steht die Bundeswehr in Sachen Drohnen- und Raketenrechnik?
"Ein solcher Angriff hätte iranische Vergeltungsschläge auf US-Truppen und ‑Basen in der Region ausgelöst."
Hat es ja auch so. Die Amerikaner werden den Irak wohl bald komplett aufgeben müssen wenn es so weitergeht. 
 
 

Waldgaenger aus Schwaben

25. März 2026 14:32

Die Zeit der Völkerrechts-Lyrik ist vorbei, falls es sie je gab. Die wichtigste Konsequenz für Deutschland ist, dass wir in der Grundversorgung mit Medikamenten, Lebensmitteln und Energie etwas unabhängiger werden sollten und in der Lage versetzen müssen, uns vor äußeren und inneren Feinden besser als bisher selbst zu schützen. Die Idee seit 1990 war "Wandel durch Handel". Eine hochgradig arbeitsteilige und verflochtene Weltwirtschaft sollte Kriege unmöglich machen. Der Überfall auf die Ukraine, der Überfall der Hamas auf Israel, die Exzesse der israelischen Verteidigung zeigen, dass dies nicht funktioniert.

Blue Angel

25. März 2026 14:44

Die Antwort auf die beiden Fragen lautet 1. Ja, Israel darf in den Augen von Globalisten alles und 2. Es kostet, sollten die o. G. ihre Ziele erreichen, den Rest der Welt nahezu alles. 
Ansonsten finde ich es erfreulich, daß es in der AfD Politiker gibt, die solche Fragen stellen. Vielleicht "wähle" ich ja doch nochmal. 
Was die gebotene Zurückhaltung deutscher Patrioten in dieser Frage betrifft, die Herr Kubitschek nach dem 7. Oktober 2023 angemahnt hatte, bin ich dazu schon lange nicht mehr in der Lage: Wer zu Verbrechen schweigt ist deren Förderer und Mittäter. 

Mitleser2

25. März 2026 14:48

Man kann dem Beitrag sicherlich zustimmen. Mit zwei Einschränkungen:

die regelbasierte Ordnung wird vom Westen eben nicht universell anerkannt, sondern nur da wo es den Interessen passt. Das gleiche glt für den ICC Gerichtshof, der nur für kleine Diktatoren und mißliebige Regimes zuständig ist. Deswegen kann man Steinmeier so einfach nicht zustimmen, und seine Ausage als "wichtige Wahrheit" gutheißen.
Dass der Iran Proxy-Wars gegen Israel betrieben hat (Hamas, Hizbollah, Houthis, ...) ist unstrittig. Die Hizbollah als "Widerstandmiliz" zu bezeichnen vernebelt das.

t.gygax

25. März 2026 15:05

"echte Freundschaft"? Schön wärs. Ich kenne kein Land, das mit Deutschland bzw. der BRD "befreundet" wäre. Die BRD hat zu zahlen und weiter hin den Mund zu halten. "Freundschaften" gibt es nur im persönlichen Bereich, und ich bin froh, dass diese echten Beziehungen alle die politischen Wahnbilder überleben.

RWDS

25. März 2026 15:26

Der Islam schadet den Sicherheitsinteressen der ganzen Menschheit, und destabilisiert nicht nur eine Region. Israel ist eines der wenigen Länder, die sich aktiv gegen islamische Strukturen einsetzen.
Jeder Westler sollte sich lieber fragen, warum es eine kleine Clique radikaler Juden ist, die sich als einziger der Ummah entgegenstellt.

 

heinrichbrueck

25. März 2026 15:38

"Ein solcher Angriff hätte iranische Vergeltungsschläge auf US-Truppen und ‑Basen in der Region ausgelöst." 
Der Iran hat bisher sehr rational reagiert (nicht überreagiert). Aus einer Möglichkeit wird eine Gewißheit, weil USA mit Israel verbündet sind?
Deutsche haben eine universalistische Moral anerzogen bekommen, sind also auch Verbündete (wahrscheinlich sind noch nicht genug Deutsche unter die Erde gebracht worden). Also ist Israel der Boss (schöngeredet in einer besonderen Beziehung). - Heuchelei bis ins westeuropäische Kalifat (Schia). 
Es ist auch keine gute Idee, die Amerikaner zu entlasten, indem Netanyahu zum Kopf gemacht wird. Die Amis haben den Juden ein Mitspracherecht eingeräumt, und jetzt haben sie den Salat. Ergebnis: Übernahme oder Verrat. Amerikanische Organisationen sind offen, und die Amerikaner sind im Geiste dieser Offenheit erzogen worden. Donald Trump lügt andauernd, und Millionen folgen ihm - was zu keiner guten Entlastung führt. Solange genug Geld auf dem Konto ist, spielen doch Prinzipien keine Rolle. 
In einer Lage, in der man auf das Völkerrecht angewiesen ist, sind wirtschaftliche Konsequenzen nicht das Hauptproblem. 

Le Chasseur

25. März 2026 15:39

Die Amerikaner wollten offenbar schon früher losschlagen:
"Trump wollte laut einem israelischen Beamten, wie von Axios berichtet wird, bereits Anfang Januar zuschlagen. Netanjahu bat damals um einen Aufschub – mit dem Argument, dass die Operation gemeinsam und besser vorbereitet durchgeführt werden solle. Daraufhin verschob sich der Zeitplan zunächst auf Ende März oder Anfang April, um der Regierung genügend Spielraum zu geben, die Öffentlichkeit auf einen Konflikt einzustimmen." Quelle 
"The attack on Iran was always planned by Trump. He was not “bounced into it” by Israel. It had been in gestation for months. That fact had been held within a very tight circle to avoid both political opposition and institutional opposition from the US military and intelligence community." Quelle

Artabanus

25. März 2026 15:48

Die Freundschaft der BRD mit Israel ist eine extrem einseitige. Überhaupt machen sich viele Leute Illusionen bezüglich der Freundschaft zwischen Staaten. 

Blue Angel

25. März 2026 15:49

@RWDS: 1. ist schiitischer Islam nicht dasselbe wie Salafismus/Wahabismus. Letztgenannte radikale Ideologie wurde/wird von globalistischen Geheimdiensten gefördert und genutzt, z. B. für Terroranschläge, Stellvertreterkriege und Zerstörung mißliebiger Staaten.
2. Den Sicherheitsinteressen der ganzen Menschheit schaden Kräfte, die den Großteil der Menschheit versklaven und die gesamten Resourcen der Welt besitzen wollen. Das ist nicht der Iran. 
3. Setzt sich die aktuelle Regierung Israels im Verbund mit weiteren, u. a. christlichen Zionisten ganz sicher nicht für "den Westen" oder andere "Goyim" ein: Für diese Leute hat der Rest der Menschheit bestenfalls den Status von zu nutzendem Vieh.
Tip: Konsumieren Sie weniger Hauptstrommedien sondern lesen stattdessen öfter bei MoonofAlabama. 

Le Chasseur

25. März 2026 15:54

Wer übrigens glaubt, der Iran-Krieg laufe derzeit schlecht für die USA, irrt*. Die Sperrung der Straße von Hormuz und die iranischen Angriffe auf die Öl- und Gas exportierenden Golf-Staaten nutzt den Amis:
America is Achieving Full-Spectrum Energy Dominance — And Nobody is Paying Attention
Auch Israel könnte zu den Profiteuren gehören: Netanyahu wants oil, gas to flow through Israel post-Iran war
*) Schlecht läuft er nur für die Amerikaner, die so doof waren, zur Army oder zur Navy zu gehen, obwohl mittlerweile auch dem allerletzten Hillbilly aufgegangen sein müsste, dass er irgendwo weit weg von der Heimat für die Interessen einiger weniger Kapitalisten verheizt wird.
 

Blue Angel

25. März 2026 16:00

Nachtrag @RWDS: Nicht der Iran destabilisiert die Region sondern diejenigen, die seit Jahrzehnten dort ein mißliebiges Land nach dem anderen möglichst komplett zerstören. - Nicht für "Demokratie und Menschenrechte" sondern für geopolitische Dominanz, Zugriff auf Resourcen und deren Vertriebswege sowie zur Niederhaltung jeglicher potenzieller Hindernisse bei o. g. Zielen.
Daraus resultiert dann auch die Waffe der Massenmigration gegen potenzielle europäische Konkurrenten, nicht durch Aktivitäten des Iran. 
Diesmal hat das globalistische Raub- und Mordsystem sich den/die falschen Gegner ausgesucht und wird daran hoffentlich endlich zugrunde gehen. Das begrüße ich sehr, auch wenn wir hier mit am meisten unter den Folgen leiden werden. 
 
 

Le Chasseur

25. März 2026 16:07

"Finanzminister Bezalel Smotrich – zugleich Minister im Verteidigungsministerium – hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, das Gebiet zu einer „sterilen Sicherheitszone“ zu machen und den Litani zur neuen israelischen Grenze zu erklären."
Der Südlibanon ist erst der Anfang. Smotrich und Co. wollen noch weitere Territorien angrenzender Staaten gewaltsam annektieren.

Lars Seemann

25. März 2026 16:29

"Die besondere Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel ..."
Selbst Wikipedia beschreibt die brit. Einverständniserklärung mit dem zionistischen Ziel der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk:
"Die damalige britische Regierung [  ] versprach sich von der Zusage an die zionistische Bewegung Vorteile in der Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen während des Krieges und auch langfristige strategische Vorteile."
Ganz im Gegenteil also gibt es ggü. diesem Staat als solches keine besondere Verantwortung und sie könnte auch nicht historisch begründet werden:
Das Dt. Reich hatte nach Tannenberg und der Schlacht an den Masurischen Seen bereits im Sommer ´15 in der Gorlice-Tarnów-Offensive den endgültigen Durchbruch gegen die russ. Armee erreicht. Das Zarenreich leistete bis 1917 nur noch hinhaltenden Widerstand. Aus brit. Sicht bestand die Befürchtung, das Reich werde nun seine Kräfte aus dem Osten auch noch an die Westfront werfen. Da kam das Angebot der Zionisten und ihrer "zusätzlichen Ressourcen" gerade richtig. Die Balfour-Deklaration nahm ihren Lauf.
Dieser trumpwürdige Deal richtete sich insofern sogar gegen die damaligen deutschen Interessen. Es bleibt Bragas Geheimnis, wie daraus eine Verantwortung erwachsen soll.
Dabei: Auch das sehnlichste Herbeibeten einer Freundschaft zum Volk Israel bleibt mE schuldstolzmotiviert. Es wurde von der Gegenseite stets doch nur mit moralisierenden Einmischungen in innerdeutsche Angelegenheiten beantwortet.

Blue Angel

25. März 2026 16:32

@LeChasseur: Die genannte Theorie, "Energiedominanz", von Richard Medhurst u. a. wurde schon eine Weile bei MoA diskutiert (wo ich die halbe Nacht lese, heute sogar mal tagsüber). U. a. aus folgenden Gründen halte ich sie für unrealistisch:
1. Verlust/Zerstörung der Golfvasallen befördert den weiteren Abstieg des Petrodollarsystems.                                                                                                2. Fehlen den USA entscheidende Rohstoffe, Produktionsstätten und qualifizierte Arbeitskräfte für den Bau der benötigten Tankerflotte/n.                    3. Beruht die bisherige Wirtschaftsdominanz auf militärischer Einschüchterung/Überlegenheit einerseits und dem militärischen Schutzversprechen für Vasallen andererseits. Beides wird vor den Augen der Weltöffentlichkeit grade jeden Tag mehr demontiert. - Von daher nein: Die US-Globalisten gewinnen nicht und das ist gut so. 
 

Le Chasseur

25. März 2026 16:36

"Finanzminister Bezalel Smotrich (...) hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, das Gebiet zu einer „sterilen Sicherheitszone“ zu machen"
Das "steril" muss man durchaus wörtlich auffassen: Warum Israel im Libanon Pflanzengift versprüht
Auch Phosphor wird von Israel eingesetzt.

Blue Angel

25. März 2026 16:52

Grundsätzliches zum "Schutz" der Globalisten für unser Land:
War Österreich "böse" weil es das sowjetische Angebot der Neutralität angenommen hat? Und hat es Österreich geschadet?
War Adenauer "ein Guter" weil er gesagt und umgesetzt hat "lieber ein halbes Land ganz als ein ganzes halb" zu wollen? Sind die Konsequenzen der seitdem und weiterhin bestehenden Globalisten-Besetzung und Umerziehung/Wertevernichtung wünschenswert?
Ist den bei US-Globalisten Schutzsuchenden (RMH und Co) bewußt, daß deren "Schutz" (sicher nicht nur) im kalten Krieg darin bestanden hätte, BRD *und* DDR in eine atomare Wüste zu verwandeln um mehr Zeit zur Evakuierung des NahTod-HQ in Brüssel zu haben?  Willy Wimmer u. a. kann dazu einiges erzählen.
Daß weiterhin der "Schutz" der USkraine darin besteht, das Land "bis zum letzten Ukrainer" in einem nicht gewinnbaren Krieg ausbluten zu lassen? Daß den Golfvasallen erst teure (und versagende) US-Abwehr- u. a. Systeme verkauft wurden um sie dann wissentlich zu opfern? Vom "Schutz" unserer Energiesicherheit u. v. m. ganz zu schweigen... 

RMH

25. März 2026 17:17

. ist schiitischer Islam nicht dasselbe wie Salafismus/Wahabismus. Letztgenannte radikale Ideologie wurde/wird von globalistischen Geheimdiensten gefördert und genutzt, z. B. für Terroranschläge, Stellvertreterkriege und Zerstörung mißliebiger Staaten.
@Blue Angel, dass ist einer der typischen Propaganda-Tricks, auf den Sie hereinfallen. Man knüpft an tatsächliche Unterschiede an & macht die einen zu den Guten & die anderen zu den Bösen. Bei der Schia gibt es viele unterschiedliche Strömungen, genauso wie bei den Sunniten. Das der Islam zu einer Gefahr für die Welt werden kann, hat der geneigte, schon ältere Mitbürger eben zum ersten mal nach der Errichtung der islamischen Rebublik anno 79 erfahren, der sofort die Proxy-Oranisation Hisbollah im Libanon folgte. Beide haben als "Staatsräson" die Vernichtung Israels von Anfang an gehabt & die USA als Satan bezeichnet, warum eigentlich so extrem? 79 waren die Palästinenser noch überwiegend weltlich, sozialistisch & vom Ostblock gefördert, nicht islamistisch. Chomeini sprach Fatwahs gegen Ungläubige aus (die berühmteste ist die gegen Rushdie aus 89) & man sah direkt ab 79 die Bilder mit den Baukränen. Das wurde von 9/11 im Jahr 2001 verdrängt, aber wer älter ist, weiß, dass der Islamismus für den Westen zum erstenmal als komplett wirkmächtig in Gestalt des Iran die Bühne betreten hat. Zu der Zeit, haben die Muslimbrüder noch im halben Untergrund ihre Werke vorbereitet & entwickelt. Der Iran war mithin nie ein Hort der Friedensliebe.

Karl

25. März 2026 17:28

1.
Israel darf nicht ‚alles‘ – Israel darf sich verteidigen, und genau das tut es gegen eine Achse aus Hamas, Hisbollah und Iran, die seit Jahrzehnten offen die Vernichtung des jüdischen Staates propagiert. Wer nach dem 7. Oktober 2023 und den Zehntausenden Raketen aus dem Libanon von ‚Übermaß‘ und ‚Völkerrecht‘ spricht, blendet aus, dass Israel hier einen existentiellen Mehrfrontenkrieg führt – gegen Terroristen, die Zivilisten systematisch als Schutzschilde missbrauchen. Die Zerstörung der Brücken über den Litani-Fluss und die Schaffung einer Sicherheitszone bis zum Litani sind keine ‚Besatzungslust‘, sondern bittere Notwendigkeit, um israelische Familien vor dem nächsten Massaker zu schützen. Die gemeinsamen Schläge von USA und Israel gegen den Iran waren kein ‚Abenteuer‘, sondern die Antwort auf jahrelange iranische Aggression, das Atomprogramm und die Stellvertreterkriege. Wer hier von ‚Kosten‘ und ‚Doppelmoral‘ spricht, ignoriert, was es kosten würde, wenn der Iran die Region dominiert und Europa mit Erpressung und Terror konfrontiert. 

RMH

25. März 2026 17:29

"Nicht der Iran destabilisiert die Region sondern diejenigen, die seit Jahrzehnten dort ein mißliebiges Land nach dem anderen möglichst komplett zerstören."
@Blue Angel, auch dass ist wieder nur ein Teil der Wahrheit. Israel kann sich sein derzeitiges Agieren nur deshalb erlauben, weil es sich seit langem mit Ägypten, Jordanien & seit einiger Zeit auch Saudi-Arabien ausgesöhnt hat, mithin für teilweise stabile Verhältnisse gesorgt hat. Zudem hat es gute Verbindungen in den Irak & auch die neue syrische Regierung scheint, trotz mancher Bomben aufs eigene Land, ganz pragmatisch mit Israel umgehen zu können (evtl. weil sie selber die iranischen Proxies los werden will?). Oder wie sonst kommen die Flugzeuge von Israel reibungslos in den Iran? Der Iran verärgert aktuell seine Nachbarn am Golf & destabilisiert mithin selber gehörig die Region. 

Karl

25. März 2026 17:29

2.
Deutschland täte gut daran, endlich die sogenannte selbstgerechte, selektiv herbeigeholte ‚regel-basierte Ordnung‘ (besser: ‚Heuchelei-basierte Ordnung‘) dorthin zu schaffen, wo sie hingehört: auf den Müllabladeplatz der Geschichte. Die gleiche ‚regelbasierte Ordnung‘, die man bei der Ukraine als heiligen Gral beschwört und jede Waffe liefert, wird bei Israels Selbstverteidigung zur ‚Verhältnismäßigkeit‘ verdreht. Sie ist eine rhetorische Hülle, die Machtpolitik schönredet – und die besonders dann beschworen wird, wenn sie den eigenen Interessen nützt. Sie macht Deutschland strategisch schwach: Man predigt Moral, während autoritäre Mächte einfach Machtpolitik betreiben. Sie dient mehr der moralischen Selbstbeweihräucherung als echten deutschen Interessen (Energie, Wirtschaft, Sicherheit). Freundschaft zu Israel würde bedeuten, Rückgrat zu zeigen, nicht zu belehren. Israel ist der einzige verlässliche Partner im Nahen Osten, der westliche Werte teilt und sie auch mit Blut bezahlt. Wer das nicht anerkennt, betreibt nicht Außenpolitik, sondern moralische Selbstbeweihräucherung auf Kosten jüdischen Lebens.

Karl

25. März 2026 18:12

@Blue Angel 25. März 2026 16:32
Der Kommentar ist typisches Moon-of-Alabama-Wunschdenken. Er widerlegt Medhursts „Energy-Dominance“-These nicht wirklich, sondern ersetzt sie durch eine andere: „USA verlieren eh alles – gut so.“
Die drei Gegenargumente sind schwach:
1.Golfvasallen & PetrodollarFalsch. Die USA sind längst Netto-Öl- und LNG-Exporteur. Die Golfstaaten bleiben Partner – sie brauchen die USA gerade gegen Iran mehr denn je.
2. TankerflotteIrrelevant. Die USA produzieren und verkaufen das LNG – wer die Schiffe baut, spielt keine Rolle. Der Export-Boom läuft trotzdem.
3. Militärische DemontageDas Gegenteil ist wahr. Die gemeinsamen US-israelischen Schläge gegen Iran und die laufende Truppenverstärkung im Golf zeigen genau das: US-Macht wird nicht demontiert, sondern durchgesetzt.
Fazit:Die reale Energy Dominance (Rekordproduktion + LNG-Export) läuft auf Hochtouren. Wer das als „US-Niederlage“ feiert, betreibt nur Anti-Amerikanismus.

Plus Ultra

25. März 2026 18:30

An sich ein recht gutes Statement, trotz der pflichtschuldig eingestreuten üblichen Phrasen bezüglich "Freundschaft" und besonder "Verantwortung". Es gibt keine Freundschaft zwischen Staaten, und Israel braucht auch unsere Protektion nicht. Es hat dafür die immer noch dominierende Supermacht USA im Rücken. AIPAC stellt durch seine wohlbekannten Methoden sicher, dass DIESE Freundschaft so schnell nicht abreißt, trotz eines zunehmend unwillgen Wahlvolks.
Leider muß man dem unsäglichen Steinmeier hier einmal zustimmen: Der aktuelle Angriffskrieg ist ein klarer Bruch des Völkerrechts. Wenn man meint Völkerrecht sei egal, kann man diesen Maßstab aber auch nicht an andere Länder wie Russland anlegen. Hier werden also systematische Doppelstandarts sichtbar. Allerdings bricht Israel das Völkerrecht nicht nur anlässlich des jüngsten Iran Krieges, sondern auch im Libanon sowie in Gaza und Westjordanland seit langem systematisch. Das in einem Maße, dass die UN inzwischen offiziell von Genozid spricht. 
Wenn Deutschland sich also weiterhin am Modell der regelbasierten Weltordnung orientieren möchte, gibt es keinen Grund Israel zu unterstützen. Im Gegenteil unterminiert man damit international die Legitimität dieses Modells. Wenn man primär eine interessengeleiteten Aussenpolitik betreiben möchte, muss man sich fragen, ob Israels Kriege im deutschen Interesse sind. Auch in dies muss man im Hinblick auf wirtschaftliche Verwerfungen, Versorgungssicherheit und Flüchtlingsströme klar verneinen.

ofeliaa

25. März 2026 18:32

Natürlich gibt es immer wieder Staaten und Situationen in denen sich diejenigen, die das weltweite Sagen haben, massiv oder sogar einheitlich auf eine Seite schlagen. Man sieht das hier auch. Viele führende Persönlichkeiten schlagen sich im Iran-Israel-Konflikt auf die Seite Israels und dies wirkt oft völlig unreflektiert und riecht danach, dass man seine "gute Moral" demonstrieren möchte. Ich finde es gut, dass man hier solch kritische Töne liest und bin nach wie vor unglaublich dankbar dafür, dass es sezession gibt. In Hinsicht Iran empfinde ich es so, dass die islamische Welt gerne wieder auf der Höhe der Zeit wäre und moderne, fruchtbare und wahrhafte islamische Nationen und Kulturen hätte (die arabische Welt blühte einmal), sie es aber - unabhängig von Ressourcenkonflikten bei denen sie ausgebeutet werden - wirklich nicht schaffen, sich endlich beim Schopfe aus dem Sumpf des Islamismus und den daraus resultierenden fatalen Folgen sowohl kulturell, global als auch wirtschaftlich zu ziehen. Sie wollen Frieden, sind aber hochgradig antisemitisch und islamistisch, was primitiv ist. Frieden entsteht aus modernem Denken. Dies hat der Iran nicht ausreichend und damit stehe ich zwar hier auf keiner Seite, empfinde den Iran aber nicht als modernes Land, sondern als Gefahr und als ein Land mit extremem Reformationsbedarf. 

Umlautkombinat

25. März 2026 18:32

@Le Chasseur

Wer übrigens glaubt, der Iran-Krieg laufe derzeit schlecht für die USA, irrt

Ja, der kaum erscheinende Aspekt wundert mich auch, da er im Prinzip auf der Hand liegt. Als nicht uebermaessig politikinteressierter Mensch habe ich mir nach einer Weile einmal die 8 Laender mit den groessten Oel- und Gaslieferungen durch die Meeresstrasse ausspucken lassen und noch etwas hinterherverifiziert. 
 
Die ersten vier Plaetze halten China, Indien, Japan, Südkorea. Die Chinesen dabei mit ueber 40% direkter Lieferungen, wohl insgesamt ueber 50% mit den indirekten (Raffinerien in Singapur, Malaysia, Suedkorea). Nachdem die USA schon Venezuela kassiert haben ist eigentlich schon damit allein der Adressat sonnenklar. Japan und Suedkorea stehen sogar mit 60% oder 80% Einfuhr noch schlechter da und werden wohl mit den neuen LNG-Exporten der USA beglueckt werden. 
 
Dazu kommt der Iran als Musterbeispiel der chinesischen Vermeidungsstrategie eines Triffin-Dilemmas (Vermeidung einer Rolle des Yuan als Reservewaehrung und damit zwingend verbundener struktureller Aussenhandelsschwaeche - die USA haben das) durch Bezahlung aller Importe aus China mit Yuan und damit Verlagerung der mangelneden chinesischen Binnennachfrage nach aussen.

RMH

25. März 2026 18:37

"Ist den bei US-Globalisten Schutzsuchenden (RMH und Co) bewußt, daß deren "Schutz" (sicher nicht nur) im kalten Krieg darin bestanden hätte, BRD *und* DDR in eine atomare Wüste zu verwandeln um mehr Zeit zur Evakuierung des NahTod-HQ in Brüssel zu haben? "
@Blue Angel, jetzt erzählen Sie mal bitte keinen Schmarrn über mich & stellen mich, als vermutlich älteren, nicht für doof hin. Das Deutschland atomares Sperrgebiet im Falle eines großen Krieges werden wird, war wirklich jedem bekannt, der mit halbwegs offen Augen durch die Landschaft gegangen war & bspw. bei der BW seine Wehrpflicht abgeleistet hat (wurde einem da ganz offen gesagt!). Jedem war bekannt, wo bspw. die franz. Atomwaffen einschlagen werden, jeder kannte die Schächte an größeren ABs & Brücken für Atom-Minen, wusste von Büchel etc. In meiner unmittelbaren Nachbarschaft wurden Cruise-Missiles & binäre, cehmische Kampfstoffe gelagert. Der deal war doch gerade damals, alle gehen drauf, daher lassen wir es - nannte sich Abschreckung. Heute ist eine andere Zeit & wenn sie das damals als Argument für heute gebrauchen, dann ist Ihnen nicht zu helfen. Also bleiben Sie in ihrer bubble, aber erzählen unsereinem bitte nichts vom Krieg.

Speng

25. März 2026 18:57

Nanana, "Verantwortung", "besonderer Beziehung" und "Freundschaft" im Bezug auf Israel. Das klingt doch eher nach dem alten Staatsräsonsgedöns als nach einer Alternative für Deutschland. Sei's drum, Herr Braga soll/will auch kein Märtyrer werden. Man kennt ja die Verhältnisse und Gesetzeslagen.
Die jetzige Führung will uns wenigstens nicht mehr physisch, sondern nur finanziell bluten lassen. Ein monumentaler Fortschritt! 
 
Zur Sache:
@RMH: Sie haben aber schon von der sprichwörtlichen Salamitaktik gehört, oder? Im Denkfabrikenspech heißt das jetzt "Strategische Sequenzierung". Syrien unter Assad musste weg, um genau diesen Krieg zu ermöglichen. Zur Sicherheit hat man aber dem Kumpel Halsabschneider trotzdem die Luftabwehr weggebombt. Zu ihrem nächsten Punkt: Die Fraktion Schweinchenschlau am Gold sieht gerade, was sie von ihrer Mittäterschaft mit Globalisten aller Couleur so hat.
Im Allgemeinen würde ich trotz AIPAC-Geld und anderen Verflechtungen den Amerikanern eigene Interessen nicht komplett absprechen. In fünf Jahren ist China vielleicht energieautark und dann war's das mit der globalen Vorherrschaft.
 

Martha

25. März 2026 18:58

"Freundschaft"? Auch mir erschließt sich nicht, inwiefern es eine Freundschaft geben würde. Staaten haben Interessen und die deutschen sind nicht mit denen Israels identisch. Die Vergangenheit interessiert mich hierbei überhaupt nicht. Was haben wir von Israel, dessen Völkerrechtsbrüche mit unserer Duldung den Ruf in der Welt beschädigt, uns wirtschaftlich belastet und zu Flüchtlingsströmen führt? Ich sehe nur einen unendlichen Geldstrom von der BRD nach Israel. Für mich erscheint Israel als ein Schurken-Staat. Ist Gauland immer noch bereit "an der Seite Israels" "zu kämpfen und zu sterben"? Die AfD sollte auch angesichts der Feindschaft, die ihr vom Zentralrat entgegenschlägt, sich von jenem und vor allem vom Zionismus deutlich distanzieren. Braga hat wohl geschrieben, was ihm maximal möglich war. Mir reicht es nicht.

Ein gebuertiger Hesse

25. März 2026 19:03

Ach, Jesses, was wissen wir, wenn es um dieses Thema geht, alle mal wieder besser Bescheid als die anderen.

AD68

25. März 2026 19:17

Die Zerstörtung Judeas, Vertreibung, Abriss des Tempels unter Vespasian & Titus, Errichtung des Titusbogens in Rom, die Flucht der letzten Juden auf die Burgfestung Masada, die Errichtung der Eroberungsrampe, Umbenennung Judeas in Syria-Palestina unter Hadrian, die Flucht in alle Welt ... Hört auf Euch dumm zu stellen, liebe Rechte: Wie passt das Existenzrecht zur geschichtlichen Realität eines "Volkes" was fast 2000 Jahre dort nicht mehr gelebt hat?
Israel ist Kristiallisationspunkt des Untergangs des Christentums. Die jüdischen Kriege begannen mit der Ernennung des Simon Bar Kochba zum Messias. Er sollte den Juden das Heil bringen, nicht Jesus. Die Zerstörung Judeas galt den Christen fast 2000 Jahre als die Antwort Gottes darauf.
Der Staat Israel ist die Rückabwicklung dieser Geschichte. Mit dem Schwinden des Christentums wuchs seine Macht. An den Schaltstellen des Westens sitzen keine Christen mehr; ihnen gehört auch nichts mehr (Forbes!) Statt mit umgehangenem Kreuz im Dom steht jeder Spitzenpolitiker vor siebenarmigen Kerzenhaltern und Mauerresten.
Der Westen ist ein jüdisches Projekt in der finalen Hubris. Die koscher-Rechten sitzen auf einem toten Pferd das bereits stinkt. "judeo-christlich" ist wie "kommunistisch-kapitalistisch". Absurd. Die Rechte wird christlich sein, oder sie wird gar nicht sein.

Blue Angel

25. März 2026 19:21

RMH: Bei geopolitischen Themen darf man nie die Vorgeschichte auslassen. Im Fall Iran gehören dazu u. a. die Begriffe "Mossadegh" und "Schah-Regime". Wenn ich mich recht entsinne, spielte F bei der islamischen Rev. auch eine Rolle: Khomeini war dort jahrelang im Exil und konnte o. g. ungehindert vorbereiten. 
Ägypten, Jordanien, SA sind ebenfalls Globalistenvasallen, haben von daher gemeinsame Interessenj mit Israel.
Haben Sie Beispiele für Angriffe des Iran in anderen als Verteidigungsfällen während der letzten 250 Jahre? Mir fällt keins ein. Bei Ihrer Schutzmacht komme ich im selben Zeitraum überschlägig auf über 70. Ein wahrer "Hort der Friedensliebe"...

RMH

25. März 2026 19:24

Zum Artikel: "Am 28. Februar 2026 begannen nun die USA und Israel mit überraschenden Luftangriffen auf den Iran." Da war überhaupt nichts Überraschendes daran, da zwischen allen Beteiligten kein Friedenszustand herrschte & der erste Schlagabtausch in 2025 lediglich mit einer Waffenruhe beendet wurde. Das die USA voll einsatzbereit sind, wurde viele Tage vor dem Angriff offiziell verbreitet, Trump selber sagte am 19.02., dass er noch 10 bis 15 Tage den Verhandlungen gebe, dann geschehen schlimme Dinge. Überraschend war dann allenfalls, dass es schon nach 9 Tagen los ging.
"Die Politik der aktuellen israelischen Regierung destabilisiert die Region und schadet langfristig auch Israels eigenem Sicherheitsinteresse." Das sieht Israel offenbar komplett anders & nutzt die Gunst der Stunde, um langfristige Ergebnisse zu erzielen. Nachdem dutzende Friedensbemühungen zuvor regelmäßig gescheitert waren, sucht man jetzt einen Waffengang mit bleibenden Ergebnissen. Insgesamt: Diejenigen, die bei RUS immer auf die lange Vorgeschichte verweisen, dürfen das jetzt bei Israel auch tun, wobei völkerrechtlich Israel nie eine Garantiemacht für die Integrität des Irans war, wie RUS für die UKR & der Iran seit 79 die Vernichtung Israels propagierte (was die Ukr nie in Bezug auf RUS tat). Völkerrecht ist nicht tot, es ist Auslegungssache. 

Dietrichs Bern

25. März 2026 19:30

Der Unterschied zwischen Antisemitismus und einer kritischen Haltung zum israelischen Regierungshandeln ist zunächst darin zu sehen, dass man nicht erst dann etwas zu sagen hat, wenn Israel zu den Waffen greift sondern vorher auch, wenn zum Beispiel Horden von Schlächtern über die Grenze dringen und mit Begeisterung ins Handy brüllen um den eigenen Eltern die Ermordung von Juden zu verkünden. 
Der weitere Unterschied besteht darin zuzugestehen, dass es Muslime gibt, die die Auslöschung Israels nicht im übertragenen Sinn oder als Metapher betrachten, sondern wortwörtlich umzusetzen gedenken, woran sie glücklicherweise vor allem durch den eigenen Mangel an Kampfkraft -so sich diese nicht gegen Frauen und Kinder richtet - gehindert werden.
Ich kann mir auch überhaupt nicht vorstellen, dass sich ein vernünftiger Mensch aus Seiten des schlechtesten Bundespräsidenten aller Zeiten stellt. Niemals und ganz gewiß nicht für Mullahs.
Richtig wäre darauf hinzuweisen, dass die die Israelische Regierung zuviele zivile Opfer bei Kämpfen hinnimmt und zusammen mit den Amerikanern offensichtlich nichts aus dem Ukrainekrieg gelernt hat, als sie den Iran angriff. Das ist schlimm genug.

Blue Angel

25. März 2026 19:31

Nochmal @RMH: Nachdem die abziehenden US-Truppen anschließend das HQ der Irakischen Volksbefreiungstruppen bombardiert und dabei u. a. auch den Kommandeur getötet haben, der mit ihnen den freien Abzug ausgehandelt hatte, hat die irakische Regierung die Armee zu Verteidigungsmaßnahmen gegen die Aggressoren aufgefordert. Jetzt sind also nicht nur die Volksbefreiungstruppen sondern auch die offizielle, irakische Armee Teil des Verteidigungsbündnisses des Iran. 
Die, teilweise in Anzüge gesteckten, Kopfabschneider in Syrien sollten den Globalisten als Bodentruppen im Libanon dienen, waren m. E. auch schon an der Grenze stationiert und haben dann doch einen Rückzieher gemacht. Daß Israel mit denen gut zurecht kommt ist nicht verwunderlich: Die Zionisten haben sie genauso als ihr Werkzeug aufgebaut/gefördert wie damals die Hamas zur Schwächung/Ausschaltung der PLO. 

Valjean72

25. März 2026 19:43

ZITAT: "Diese Verantwortung schließt ein, Israel zu unterstützen, wo seine Existenz und Sicherheit bedroht sind […] Freunde, die schweigen, wo sie sprechen müßten, sind keine Freunde […]
 
Deutschland täte der deutsch-israelischen Beziehung keinen Gefallen, wenn es weiter schweigt. Echte Freundschaft erfordert …
---
 
Staaten haben keine Freunde, nur Interessen. Dieser Spruch wird Charles de Gaulle zugeschrieben und er ist mE zeitlos gültig.
 
Daraus folgt, dass Israel nicht ein Freund Deutschlands ist, genausowenig wie Russland, die USA, Polen oder Frankreich. Alles andere ist unangebrachte Gefühlsduselei, die nur dazu dient, knallharte geopolitische und finanzielle Interessen zu kaschieren.
 
Es gibt insbesondere bei Nachbarstaaten Ähnlichkeiten in Kultur und Mentalität und oftmals überschneidende Interessen. Hier sind überstaatliche Kooperationen sinnvoll.
 
Sollte es je eine deutsch-israelische Freundschaft gegeben haben, dann war das doch eine sehr einseitige Angelegenheit.
 
Wie zunehmend mehr US-Patrioten erhoffe auch ich mir eine Emanzipation meines Vaterlandes von Israel. Keine Feindschaft, aber von deutscher Seite ein aufrecht selbstsicheres und mental gesundes Beziehungsverhältnis innerhalb einer von eigenen Interessen geleiteten Aussenpolitik.

Majestyk

25. März 2026 20:00

"Frei nach Carl Schmitt: Wer Völkerrecht sagt, will betrügen."
Mit dem ersten Kommentar von Nadja um 13:35 hätte die Diskussion eigentlich enden können. Alles andere ist Murmeltiertag oder same procedure as every comment thread. Die Meinungsfront ist eh längst verhärtet, hat was vom 38. Breitengrad. 
Der Verweis auf Völkerrecht dient doch längst nur noch dem Zweck das jeweilige Ressentiment auszuleben. Völkerrecht wird auf Verlierer angewendet, nicht auf Gewinner. Kriege werden durch Siege rechtfertigt, nicht durch recht haben oder Moral.

Laurenz

25. März 2026 20:02

@TB ... verstehe weder Ihren Gesprächsbedarf, noch den Steinmeiers. Unser Verhältnis zu Israel steht außerhalb jeder Debatte, obwohl das Verhältnis, anders als @Artabanus es beschreibt, auch für uns Vorteile hat. Allerdings hat niemand in Deutschland mehr eine besondere Verantwortung für irgendwen & irgendwas. Meine Mutter wird dieses Jahr 88 Jahre alt, ist also 1938 geboren. Es lebt also niemand mehr mit irgendeiner Verantwortung. Der Deutsche Nachkriegsmoralismus ist eine Religion, die ein Business befördert, welches Nachkriegsmoralisten in einen moralisch gefestigten Gratis-Widerstand gegen den NS katapultieren soll, um zu den Gratis-Guten zu gehören. Es gibt auch keine kontroverse historische Debatte um unseren Schuldkult, weil kontroverse Haltungen hostmahlerisiert werden. Warum also Israel debattieren, wenn wir uns selbst nicht debattieren? Warum überhaupt Moral debattieren? Der Umgang der Welt mit Deutschland in 2 Weltkriegen & danach wurde nie irgendeinem Völkerrecht gerecht, bis heute nicht. Warum sollten wir fremde Staaten unterstützen. Wer hat denn historisch uns unterstützt, hat unsere Ansprüche auf unsere fremd-okkupierten Territorien vertreten?

Laurenz

25. März 2026 20:06

@TB (2) ... ja eben niemand. Warum also wir? Wenn ein Trump (oder Vorgänger) unsere Solidarität bei Rüstung oder Krieg einfordert, sollte sich dieser jemand mit der Abschaffung der Feindstaaten-Klausel & unseren historischen Gebietsverlusten & Opfern konfrontiert sehen. Wenn wir jemanden unterstützen sollen, dann doch nur, wenn dieser jemand vorab uns unterstützt & wie im Falle Epsteins, die eigenen Archive öffnet. Die Kriege in der Ukraine & am Golf offenbaren ein militärisches Problem des Westens. Seit 1990 hat die Rüstungslobby den Westen extrem teuer entwaffnet. Die aktuellen Kriege werden, wie der II. Krieg, wieder am Fließband & der Finanzierbarkeit entschieden. Die Rüstungsbetriebe des Westen wollen gerne die sozialistische Lizenz zum Geld drucken für nichts & wieder nichts beibehalten. Dagegen halten die digitalen Albert-Speers in den USA. Vielleicht, @TB, kümmern Sie Sich literarisch mal darum. Im Gegensatz zu den Verlautbarungen der Wahnsinnigen in Berlin & Brüssel, sind wir auch in 50 Jahren nicht "kriegsfähig", wenn das so weiter läuft, wie bisher & daher zukünftig politisch völlig erpreßbar. Die Linke hat deshalb ein Problem mit Israel, weil Israel ein identitärer Staat ist. Da stelle ich mir doch als Rechter die Frage, warum die Staatsform Israels nicht auch für uns Deutsche beispielhaft sein soll? Ansonsten gibt es keine Koexistenz mit dem Islam. Israel ist die Speerspitze der Reconquista.