Lob der Manosphere

von Wiggo Mann -- „Wäre die Zivilisation den Frauen überlassen, säßen wir heute noch in Schilfhütten“, sagt Camille Paglia. Die renommierte Feminismus-Kritikerin bescherte dem Antaios-Verlag im Frühjahr 2018 einen verblüffenden Coup – und zugleich eine schwere Niederlage.

Antai­os soll­te damals das neu­es­te Werk der ita­lie­nisch­stäm­mi­gen US-Ame­ri­ka­ne­rin in Deutsch­land ver­öf­fent­li­chen. Doch das Glück währ­te nur kurz. Wäh­rend Paglia die Redak­teu­re und Lek­to­ren des Ver­lags zunächst noch als kom­pe­tent und „kul­ti­viert“ lob­te, arbei­te­ten die Main­stream-Medi­en bereits im Hin­ter­grund. Nach Gesprä­chen mit SZ und Zeit glaub­te die Autorin bei ihrem deut­schen Ver­lag plötz­lich einen „tota­li­tä­ren Impuls“ zu erkennen.

Als Beleg dien­ten Über­set­zungs­nu­an­cen und die auf­ge­bla­se­ne Empö­rung über das von Ellen Kositza ver­faß­te Vor­wort. Im April 2018 wur­de die Ver­öf­fent­li­chung der deut­schen Aus­ga­be von Free Women, Free Men gestoppt.

Femi­nis­mus ist nicht zu stop­pen. Er ver­läuft in gestaf­fel­ten Wel­len. Die ers­te erfolg­rei­che Wel­le dreh­te sich unter ande­rem um Wahl­recht, Eigen­tum und grund­sätz­li­che Gleich­stel­lung. Die zwei­te Wel­le war eine Form von „Long 68er“-Syndrom und soll­te Frau­en end­lich vom ver­haß­ten Patri­ar­chat befrei­en. Die drit­te Wel­le in den 90ern des letz­ten Jahr­hun­derts wur­de bereits dif­fu­ser. Der Zweck der vier­ten Wel­le ist umstrit­ten. Gibt es  even­tu­ell sogar schon eine fünfte?

Wo die Front im Krieg der Geschlech­ter aktu­ell ver­läuft, ist schwer aus­zu­ma­chen. Camil­le Paglia woll­te jun­gen Frau­en – aller­dings zeit­lich vor der migran­ti­schen Kri­mi­na­li­täts­wel­le – noch bewußt eine „free­dom to risk rape“ zugestehen.

Aner­kann­te Hard­core-Femi­nis­tin­nen wie Lau­rie Pen­ny grü­beln sogar über einer kor­rek­ten Ein­ord­nung von soge­nann­ter „Sex­ar­beit“. Pen­ny pro­kla­miert, “die Aus­wei­tung der Arbei­ter­rech­te auf alle, die Sex ver­kau­fen“, soll­te „eine drin­gen­de For­de­rung femi­nis­ti­scher Akti­vis­tin­nen sein (Fleisch­markt, 2012). Es ärgert die Autorin, daß

der Ver­kauf von Sex nach wie vor in einer dunk­len Unter­welt des sozia­len Tabus statt­fin­det, wäh­rend der sexua­li­sier­te Ver­kauf all­ge­gen­wär­tig ist.

Dafür bekommt Lau­rie Pen­ny erwar­tungs­ge­mäß Prü­gel von Femi­nis­tin­nen der fünf­ten (?) Wel­le, wie der kana­di­schen Jour­na­lis­tin Meg­han Mur­phy: „Lau­rie Pen­ny, you’ve lost me.“ Es ist kom­pli­ziert.

Ein­fa­cher sind dage­gen die Bot­schaf­ten der soge­nann­ten Manos­phe­re. Gemeint ist damit ein Milieu aus Medi­en­per­sön­lich­kei­ten – Pod­cas­tern, Influen­cern, Online-Ver­käu­fern –, das eine gro­ße Com­mu­ni­ty von Män­nern (und Frau­en) mit Con­tent zur „Rück­erobe­rung der Männ­lich­keit“ bedient. Im eng­lisch­spra­chi­gen Raum zäh­len dazu Figu­ren wie HSTik­ky­Tok­ky, Snea­ko, Jus­tin Wal­ler oder Nick Fuentes.

Das bekann­tes­te Gesicht dürf­te Andrew Tate sein. Addiert man Reich­wei­ten, Abon­ne­ments und Auf­ru­fe, kommt man inzwi­schen auf Hun­der­te Mil­lio­nen Views. Finan­zi­ell scheint sich das für vie­le Betei­lig­te eben­falls zu lohnen.

Unser Medi­en-Main­stream reagiert folg­lich, wie man es von ihm erwar­tet: feind­se­lig. Die Manos­phe­re gilt pau­schal als „toxisch“ (Welt), „radi­ka­li­siert“ (Zeit), „anti­se­mi­tisch“ (taz) und vol­ler „Frau­en­hass“ (Stern). Sol­che Refle­xe kennt man aus dem reak­tio­nä­ren Ver­tei­di­gungs­kampf. Wer außer­halb der Kon­ven­ti­on auf Kom­ple­xi­täts­re­duk­ti­on und dis­rup­ti­ve Lösun­gen setzt, „spielt“ angeb­lich bloß „mit den Ängs­ten“ sei­ner Zielgruppe.

Aber so ein­fach ist es nicht mit der ver­meint­li­chen Toxi­zi­tät. Das liegt an drei Fak­to­ren: Ers­tens ist die Manos­phe­re als Ant­wort auf Femi­nis­mus-Wel­len ein­zu­ord­nen. Zwei­tens kann man auch bei der Manos­phe­re über Tren­nung von Kunst und Künst­ler dis­ku­tie­ren. Drit­tens gewinnt die Manos­phe­re durch hand­werk­lich pro­fes­sio­nel­les Marketing.

Wer sich dem Phä­no­men nähern möch­te, ohne tage­lang im Digi­ta­len zu ver­sin­ken, soll­te die Doku­men­ta­ti­on „Lou­is The­roux – Insi­de the Manos­phe­re“ anse­hen. The­roux stammt aus einer Fami­lie von Schrift­stel­lern, Schau­spie­lern und Fil­me­ma­chern. Er schrieb für das US-Sati­re­ma­ga­zin Spy, arbei­te­te mit Micha­el Moo­re und wur­de für sei­ne Doku­men­tar­ar­beit mit dem BAFTA aus­ge­zeich­net. Sei­ne in unschul­di­ger Ver­blüf­fung hoch­ge­zo­ge­nen Augen­brau­en erin­nern an den frü­hen Woo­dy Allen. Sei­ne Arbeit steht in der Tra­di­ti­on jener hoch­klas­si­gen BBC-Doku­men­ta­tio­nen, die zugleich neu­gie­rig und didak­tisch sind.

Lou­is The­roux geht „insi­de“, besucht die Prot­ago­nis­ten der Manos­phe­re per­sön­lich, um erstaun­li­che Ein­bli­cke in deren All­tag zu ver­mit­teln. Am Ende ist der Doku­men­tar­fil­mer erkenn­bar bemüht, dem Ergeb­nis einen Twist mit­zu­ge­ben, damit für den Auf­trag­ge­ber Net­flix alles ver­läß­lich nega­tiv ein­ge­ord­net wer­den kann. Betrach­te­te man die authen­ti­schen Sze­nen unvor­ein­ge­nom­men, dann könn­te sich ein ande­res Bild ergeben.

Manos­phe­re als zuläs­si­ge Reak­ti­on auf eine jahr­zehn­te­lan­ge gesell­schaft­li­che Belas­tung jun­ger Män­ner ein­zu­ord­nen, ist durch­aus vali­de. Das ver­deut­licht der Best­sel­ler Of Boys and Men von Richard Ree­ves. Das Buch wird gleich­zei­tig vom Eco­no­mist und von Barack Hus­sein Oba­ma empfohlen.

Die Prot­ago­nis­ten der Manos­phe­re haben ein­fa­che Bot­schaf­ten. „The­re is a war on man being strong. Wake up!“, läßt sich Har­ri­son Sul­li­van, ali­as HSTik­ky­Tok­ky im Doku­men­tar­film zitie­ren. Die Grund­la­gen sei­nes Geschäfts­mo­dells unter­schei­den sich kaum vom Moti­va­tions-Man­tra in Start­Up-Work­shops einer deut­schen Han­dels­kam­mer: „How to make money. How to be out­side the sys­tem. How to not have a boss tel­ling me what to do.“

Auch das Pri­vat­le­ben von Sul­li­van ist in man­chen Details kon­ven­tio­nel­ler, als erwar­tet. Wenn Mut­ter Elai­ne zu Besuch kommt, fühlt man sich an den schu­li­schen Eltern­sprech­tag erin­nert. Elai­ne Sul­li­vans Ein­ord­nung ihres groß­mäu­li­gen Sohnes:

If anyo­ne said that they agreed with abso­lut­e­ly ever­y­thing their child did then they’d be tel­ling an untruth. Of cour­se there’s things I don’t agree with. And he knows that.

HSTik­ky­Tok­ky bemüht sich in die­ser Sze­ne sicht­lich, den Fami­li­en­frie­den zu ret­ten. Ob die Idee, Män­ner soll­ten Frau­en her­um­kom­man­die­ren, nicht doch etwas miso­gyn sei, fragt Lou­is The­roux. In Anwe­sen­heit sei­ner Mut­ter ant­wor­tet der Social-Media-Star auf­fal­lend kleinlaut:

I think thats a bit of an extre­me. Most women in the world are not like my mum.

Alles Schlam­pen außer Mut­ti. Elai­ne zeigt, wo der Ham­mer hängt. „Don’t embar­ess me. Don’t be rude. That’s not the way I brought you up.“ Auch der Fil­me­ma­cher bekommt sein Fett weg. Auf die Fra­ge, ob das Geschäfts­mo­dell ihres Soh­nes unse­ri­ös sei, kon­tert die Löwen­ma­ma sou­ve­rän: Kehr mal vor Dei­ner eige­nen Tür! „You are making money on the back of peo­p­le that are controversal.“

Ein opti­sches Gegen­mo­dell zu HSTik­ky­Tok­ky ist Jus­tin Wal­ler. Eher Wall Street 2.0 als Talahon. Er hat über eine Mil­li­on Fol­lower auf Insta­gram, nennt sich Erfolgs­coach und ver­kauft alles vom Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel bis zum Anla­ge­tip. Außer­dem unter­stützt er die Online-Uni­ver­si­tät der Tate-Brü­der, The Real World, mit dem ein­gän­gi­gen Slo­gan: „Money making is a skill.“ Für 99 Dol­lar im Monat soll es dort eine Grund­aus­bil­dung in geschäft­li­chem Erfolg geben. Das klingt stel­len­wei­se wie eine digi­ta­li­sier­te Neu­auf­la­ge der alten Cars­ten-Maschmey­er-Welt bei der Drü­cker­ko­lon­ne AWD.

Jus­tin Wal­ler prahlt gen­re­ty­pisch mit sei­ner angeb­li­chen Pro­mis­kui­tät. „Ein­sei­ti­ge Mono­ga­mie“ nennt sich das in der Manos­phe­re. Auf Nach­fra­ge wird das Frau­en­bild sofort dif­fe­ren­zier­ter. Ob er es gut fin­de, daß jun­ge Frau­en Archi­tekt, Astro­naut oder Unter­neh­mer wer­den möchten?

Hell, yeah. If that’s what they want. But I think by and lar­ge­ly, women are loo­king for hus­bands and want to have families.

Jus­tin Wal­lers Fami­lie lebt abseits von Miami im 40.000-Einwohner-Städtchen Aven­tura, weil es dort fami­li­en­freund­li­cher sei. Die zau­ber­haf­te Kris­ten, ehe­ma­li­ge Rönt­gen-Tech­ni­ke­rin und Mut­ter sei­ner zwei Kin­der, räumt noch schnell den Staub­sauger weg, als das Film­team ein­trifft. Ihre Beschrei­bung der Part­ner­schaft ist unei­tel und präzise:

I like to tell peo­p­le we have lanes. My lane con­ta­ins chan­ging dia­pers, clea­ning and coo­king. His lane is pro­vi­ding. We don’t cross each others lane.

Nennt man das schon Trad­wi­fe? Oder ein­fach eine nüch­ter­ne Beschrei­bung geleb­ter Arbeits­tei­lung? Das Gespräch wirkt offen­kun­dig nicht gescrip­tet, und Kris­ten erscheint kei­nes­wegs unter­jocht. Wal­lers Gere­de von der „ein­sei­ti­gen Mono­ga­mie“ ent­puppt sich zwi­schen den Zei­len eher als Mar­ke­ting-Gag denn als Lebens­wirk­lich­keit. Frau­en, die gelernt haben, den männ­li­chen Habi­tus ein­zu­ord­nen, sind glück­li­cher und erfolg­rei­cher, lehr­te bereits Camil­le Paglia.

Am Ende ist der Influen­cer hin­ter sei­ner Busi­ness-Kulis­se sehr ehr­lich. Die Zeit mit sei­ner Fami­lie beschreibt er als „the best years in my life. I have beau­tiful child­ren. I couldn’t be more lucky and more blessed.“

Ein durch­gän­gig erkenn­ba­res Mus­ter. Groß­maul Myron Gai­nes erzählt im Film-Inter­view eben­falls von angeb­li­chen „mul­ti­ple wives“. Als Girl­fri­end Angie erscheint, ändert sich die Ton­la­ge. „I am hap­py to have her by my side. She’s gre­at.“ Angie revan­chiert sich:

Myron is some­bo­dy in front of the came­ras but behind them is some­bo­dy else with me and I love him very much.

Der so Belo­big­te hält der­weil brav und unge­lenk den fluf­fi­gen wei­ßen Hand­ta­schen­hund im Arm. Gai­nes, Wal­ler, Har­ri­son: Hin­ter dem Mar­ke­ting-Lärm ist das Leben in der Manos­phe­re ziem­lich geord­net und folgt den übli­chen anthro­po­lo­gi­schen Konstanten.

Selbst wer sich um die gesell­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen Sor­gen macht, sei beru­higt. Die im Doku­men­tar­film dar­ge­stell­ten Sze­nen mit Fans haben zwar nur anek­do­ti­sche Evi­denz, sind aber oft von erstaun­li­cher Nüch­tern­heit. Ein mexi­ka­ni­scher Bewun­de­rer des Influen­cers Jus­tin Wal­ler erläu­tert, wel­che Lebens­phi­lo­so­phie er von sei­nem Vor­bild gelernt haben will:

I was in a losing posi­ti­on. And was crying every night. I had no food to eat. So I could do one of two things: Eit­her keep com­plai­ning about my posi­ti­on or start thin­king solu­ti­ons-based. May­be start chan­ging the per­spec­ti­ve. May­be as men we’re meant to suf­fer. We’re not meant to be con­stant­ly hap­py. We learn more in our fail­ures than in our wins.

Nietz­sche-to-go? Nicht alles in der Manos­phe­re ist nett, man­ches mag ver­werf­lich, oder in Aus­nah­me­fäl­len sogar straf­recht­lich rele­vant sein. Aber man soll­te das Kind nicht mit dem Bade aus­schüt­ten. Wenn soli­de Lern­ef­fek­te bei jun­gen Män­nern ein Ergeb­nis sein kön­nen, dann sind die Markt­schrei­er der Männ­lich­keit viel­leicht akzeptabel?

Eine para­do­xe Ablei­tung wäre hin­ge­gen, den Sound der Manos­phe­re poli­tisch zu instru­men­ta­li­sie­ren und gleich­zei­tig mit mora­li­schem Zei­ge­fin­ger her­um­zu­fuch­teln. Kay Gott­schalk macht genau das. Er ist Mit­glied des Bun­des­ta­ges und finanz­po­li­ti­scher Spre­cher der AfD. Nach eige­ner Dar­stel­lung ist es in sei­ner hoch dotier­ten Posi­ti­on „zeit­lich schlicht unmög­lich, jeden ein­zel­nen Vor­gang bis ins letz­te Detail zu prü­fen.“ Den­noch fand er Gele­gen­heit, sich als Gangs­ter-Rap­per in der Tra­di­ti­on Maxi­mi­li­an Krahs zu pro­du­zie­ren.

Gott­schalks Bei­trag zur Dis­kus­si­on über Only­Fans und ande­re sexua­li­sier­te Ange­bo­te mün­de­te in einen Social-Media-Film mit dem Titel „Tho­se. Hoes. Owe. Us. Money“.

Die­se Schlam­pen schul­den uns Geld, behaup­tet der AfD-Poli­ti­ker. Unser Staat lebt seit lan­gem über sei­ne Ver­hält­nis­se. In Anleh­nung an die Geschäfts­prak­ti­ken auf der Ree­per­bahn hät­te der in Ham­burg gebo­re­ne Gott­schalk des­halb gern die Hälf­te der Ein­nah­men, wenn sich „vater­lo­se, lang­wei­li­ge Wei­ber“ aus­zie­hen. Er ver­kör­pert die dunk­le Sei­te der Manosphere.

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Kommentare (30)

thoma

30. März 2026 00:21

Die Trennung zwischen Kunst und Künstler? Ok, gehen wir es mal anhand von Tate durch. Wenn man nett ist, lässt er sich als Zuhälter beschreiben, der einen Teil des so erarbeiteten Geldes in Aktien und bitcoins investierte und ansonsten Schlangensaft verkauft. So viel zur Person.
Die Botschaft? Die kann man als Anleitung für den konservativen Lebenslauf 2.0 bezeichnen.
 Im Ursprung lautete die Botschaft für den kleinen Mann, dass das Wirtschaftssystem mehr oder weniger fair ist und den Tüchtigen belohnt. Eine kleine Familie und eine kleine Selbstständigkeit als Idealbild.
Hier wird gesagt, dass das System den Tüchtigen nicht belohnt, sondern den Findigen. Der kleine Mann kann es im allgemeinen nicht schaffen, aber man selbst kann die Ausnahme sein, wenn man irgendwelche Aktien kauft und sich für den Kurs eines Gurus einschreibt. Am Ende kriegt man die Weiber und lacht über die Loser mit ihren normalen Jobs. 
In gewisser Weise eine lebendige Legende im Stile eines Robin Hoods. Wenn tatsächlicher Wandel nicht möglich ist, wird persönliche Bereicherung verklärt und ihr eine Art Widerstand angedichtet. Und manchmal schmeißt der Held ein paar Groschen in die Gosse, also ist er auf Seiten des Volkes.

gluecklichetage

30. März 2026 00:21

"Alles Schlampen außer Mutti" ist großartig. Lange nicht so gelacht - und dabei stimmt das thema doch tod-traurig. 

Le Chasseur

30. März 2026 07:46

" „Wäre die Zivilisation den Frauen überlassen, säßen wir heute noch in Schilfhütten“, sagt Camille Paglia."
Herrliche Vorstellung.

das kapital

30. März 2026 09:10

Männer und Frauen sind existentiell aufeinander angewiesen. Ohne Konzepte dauerhafter konstruktiver Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen entsteht keine gute Gegenwart und die Zukunftsfähigkeit dieser Gesellschaft wird zerstört.Die "traditionelle" Arbeitsteilung hat sich über Zehntausende von Jahren bewährt, durch alle kulturellen Änderungen hindurch. Papi erlegt das Mammut, Mutti passt auf die Kinder auf. Na siehste, der Neandertaler in uns allen will es gar nicht anders haben. Es ist aber auch von gesamtgesellschaftlichem Nutzen. Zu Neandertalers Zeiten wurden nur die feindlichen Männer erschlagen. Die Frauen im reptoduktionsfähigen Alter waren zu kostbar, die mussten weiter ran. Auch in der modernsten Moderne bleibt es eine Kernaufgabe von Frauen, gesunde Kinder in die Welt zu bringen, ihnen ein sicheres Umfeld zu schaffen und zu erhalten und sie zu glücklichen kenntnisreichen und erfolgreichen Erwachsenen zu formen. Es gibt nur zwei Geschlechter und nur eines davon kann und muss sich dieser Kernaufgabe widmen. Erst danach kommen Freiheit und Gleichberechtigung und vermeintliche Selbstverwirklichung. In einer Frauengesellschaft gäbe es weder Formel 1 noch Bernie Ecclestone als Milliardär. Alles was für die Zukunft wichtig ist, würde aber so verbessert, dass es leichter wird, das Klassenziel mit vertretbarem Aufwand zu erreichen.

Karl Otto

30. März 2026 10:20

@das kapital: Jahrtausende lang war das die Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen, Männer hatten mehr Macht, Frauen hatten mehr Sicherheit, niemand erwartete von ihnen, dass sie sich für ihre Kinder totschlagen lassen, das war das Privileg der Männer.
Mit der Aufklärung kamen dann Gedanken von Menschenrechten und Gleichheit aller Menschen auf, und die Frauen begannen, die Macht einzufordern, die ihnen vorenthalten wurde. Aber sie wollen im Gegenzug nicht die gewohnte Sicherheit aufgeben (und in den Krieg ziehen). Die muss ihnen weiterhin der Staat garantieren.

dojon86

30. März 2026 10:24

@das Kapital Bezüglich der Arbeitsteilung gebe ich ihnen recht. Allerdings ist diese beim Menschen nicht ausschließlich. Das jeweils andere Geschlecht hat sozusagen Backup Fähigkeiten für den Fall das der Partner ausfällt. Etliche Männer haben mir gesagt, dass sie sich mit ihren Kindern erst ab dem Alter von 2 Jahren wirklich emotional verbunden fühlten. Nun, dass war genau das Alter, in dem Kinder in primitiven Gesellschaften endgültig abgestillt werden. Ein Zufall ? Oder eine von der Natur vorgesehene Backup Funktion ? Insgesamt ist auch beim Menschen wesentlich mehr Instinkt, als er sich eingesteht. Ignoriert das System das, produziert es Pathologien.

Laurenz

30. März 2026 10:24

@Das Kapital ... Sie liegen völlig (aber sowas von) falsch in Ihrer Neanderthaler-These. In hunderttausenden Jahren der Jäger- & Sammlerkulturen herrschte das (spirituell vom Mond (weibliche Regel) bestimmte) Matriarchat, (wie heute wieder, aber noch nicht ganz). Das bedeutet, mehrere Frauen teilen sich den aktuell besten überlebenden Alpha - Jäger & - Krieger. Beta & Gamma - Männer töteten genau deswegen Männer anderer Clans oder männliche Neanderthaler, um an deren Frauen heranzukommen. Das, was Sie hingegen beschreiben, ist das Patriarchat. Das ist aber erst 5k Jahre (170 Generationen) alt & resultiert aus der Seßhaftigkeit, die mehr Männer überleben läßt, aber die Muskelkraft der Männer braucht & spirituell die Sonne anbetet. Weil mehr überlebende Männer ohne Frau die Arbeit verweigern würden, verteilt das Patriarchat die Frauen auf die Männer, quasi jeder kriegt eine. Das funktioniert aber nur über männliche gesellschaftliche Dominanz & nicht, wenn Frauen machen können, was ihnen gerade so an dummen Zeugs einfällt. Weil wir gerade erst das Patriarchat verlassen haben, heiraten Alpha-Männer, wie Musk oder Piëch Ihre vielen Frauen noch nacheinander & nicht gleichzeitig.

thoma

30. März 2026 10:39

@dad Kapital: ich frage mich nur was diese bewährte Arbeitsteilung mit dem Alltag der normalen Leute zu tun hatte. Die Frauen arbeiteten nicht auf dem Feld? In die Fabrik ging es später nicht?  

Sandstein

30. März 2026 10:43

@das kapital 
sry, wenn ich so deutlich werde, aber das, was Sie schreiben ist Theoriegewichse und hat mit der Realität nur entfernt was zu tun. Und jeder, der Kinder hat, weiß das auch. 
"und sie zu glücklichen kenntnisreichen und erfolgreichen Erwachsenen zu formen." 
Falsch. Es stimmt einfach nicht, dass Frauen für das Aufziehen der Kinder zuständig wären, übrigens war es auch historisch nie so. Das ist eine relativ neue Erfindung der westlichen Moderne und ist eng verknüpft mit der Industrialisierung. Wenn Mütter vor allem für das Aufziehen zuständig wären, welche Kenntnisse würden dann Jungen von Ihren Müttern erhalten? Kochen? Waschen? Ihre "Theorie" ergibt keinen Sinn. Vielmehr ist es so, dass sich ein Großteil der heutigen Väter komplett aus der (sehr anstrengenden) Erziehung rauszieht - dann doch lieber 2 Überstunden im "Office", ist nämlich deutlich bequemer als zu Hause mit den Bälgern.
Mütter leisten erstaunliches, sie können aber keinen Vater und schon garnicht ein Dorf ersetzen. Glücklich, wer Großeltern in der näheren Umbegung hat, selbst daran scheitert es ja heutzutage häufig. Solange sich Männer aus der Verantwortung stehlen und meinen, mit 9-5 ihr Soll erbracht zu haben ("Schatz, hab heute wieder ein Büro-Mammut erlegt"), wird es für Frauen nicht leichter, sich für Familie zu entscheiden. Dass gerade von den "gebildeten" jungen Frauen mit Hochschulabschluss ein Großteil ne Macke hat - geschenkt. Die Kinderarmut in westlichen Gesellschaften hat aber eben auch viel mit den modernen Männern zu tun.

Monika

30. März 2026 10:49

Der Text beachtet einen wesentlichen Aspekt nicht ! Das ist die demographische Veränderung verstärkt seit 2015. 1, 5 Millionen junger Männer aus vorwiegend islamischen Ländern verändern die "Manosphere" mehr als ein paar Influencer und das in der analogen Welt! Diese jungen Männer haben Interesse an einer Verbindung mit einheimischen Frauen, die einheimischen Frauen umgekehrt aber wenig Interesse an diesen Männern aus Gründen. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13229400.2026.2645727Das muß zu Spannungen führen und den zwei täglichen Gruppenvergewaltigungen. Das haben die woken Frauen und Männer zwar noch nicht kapiert. Aber es wird. Es wird vermutlich keine fünfte feministische Welle geben, sondern Anpassungen. Schon jetzt täuschen Grundschüler einen Migrationshintergrund vor, um Repressalien muslimischer Mitschüler zu entgehen. Zum Eingangszitat: Die Menschen hocken dort in "Schilfhütten", wo Frauen nichts zu sagen haben. Ohne einander geht es nicht. 

RMH

30. März 2026 11:03

1. Die Selektion der Evolution setzt beim Menschen primär beim Mann an. Statistisch kommen mehr Knaben als Mädchen zur Welt, für die Erhaltung & Ausbreitung des Menschen wäre ein umgekehrtes Verhältnis eigentlich sinnvoller. Also wird der Männerüberschuss durch größere Säuglings- und Kindersterblichkeit & ein grundsätzlich gefährlicheres Leben Kämpfe, Kriege etc.) ausgeglichen. Die Wahl, wen Frau ran lässt, liegt bei ihr, es sei denn, die Gewalt kommt ins Spiel. Das Ganze wurde natürlich vom Homo, der sich das Wort sapiens dazugegeben hat, kulturell eingehegt. Monogamie hatte ihre Vorteile, also wurde sie in vielen Gesellschaften eingeführt, in den meisten Gesellschaften hat die Verpartnerung dann auch gleich der Clan, die Sippe, die Familien übernommen, so dass es usus war, dass 2 Menschen jung heirateten, die sich kaum kannten (geschweige denn, bereits liebten). Das hat Jahrtausende gut geklappt, die Menschen wurden bekanntermaßen mehr auf dem Planeten. Wenn es dann zu einer "Befreiung" kommt - übrigens auch der Männer! - dann hat man am Ende eine Marktverteilung, wie sie M. Houellebecq in Ausweitung der Kampfzone gut beschreibt. Diese Marktverteilung ist, das schreibt Houellebecq nicht, in Europa spätestens im 19. Jhdt bereits eingetreten, bedingt durch Kriege gab es aber immer Frauenüberschuss, so dass sie kaum Folgen für den Mann zeigten.

RMH

30. März 2026 11:04

2. Der heutige Durchschnittsmann sieht sich nun der gnadenlosen Marktverteilung der „Kampfzone“ ausgesetzt & die Masse wird dadurch zu sexuellen Losern. Es gibt keine Gesellschaft, Kultur, die das irgendwie auffängt, zumal die Frauen in westl. Gebieten ja keinen Beschränkungen unterliegen & das Patriachat nur durch klare Falschbehauptungen noch für ihre Zwecke instrumentalisieren können. Jeder Realist weiß, wie verlogen die heutige Frauenrechtsdebatte ist, wenn man sie mit der Wirklichkeit spiegelt. Es gibt nichts Patriarchalisches mehr, keine Benachteiligung von Frauen. Das ist eine Situation, die in der Tat eine Manosphere, eine Männerrechtsbewegung hervorbringen kann. Dass dies bei den Amis dann, wie alles, erstmal pathetisch, überzeichnet rüber kommt, geschenkt, daran ist man gewöhnt. Ändert aber nichts an der Berechtigung der Forderung. Wenn man als Mann nicht wieder sich durch Kriege dezimieren lassen will, um so alte Verhältnisse zu bekommen, hat „Mann“ sich den Themen zu stellen & für sich eine Lösung zu finden. Lösung Nr. 1: Sich ehrlich machen, dass man vermutlich selber von der „Loser“-Situation betroffen ist. In einer Männerwelt, wo jeder noch ritterlich sein will, Frauen als die benachteiligt sieht, sich selber aber als Herr der Lage & Checker, ist das kein einfacher Schritt. Nr.2:  Herr über sich selber werden, Sex & das Bedürfnis nach einer Frau haben vom eigenen Willen dominiert zu werden. Weitere Vorschläge kommen, falls geantwortet wird.

Maiordomus

30. März 2026 11:08

Feminismus-Kritik bleibt bedeutsam, darf aber buchstäblich das Kind nicht mit dem Bade ausleeren, bedarf der Ehrfurcht vor dem, was nicht nur Kurt Marti mal "Weibheiligkeit" genannt hat, siehe noch das ca. fast 2000seitige Standardwerk "Das Mutrerrecht" des in Basel gelehrt habenden Gelehrten Bachofen, Freund von Jacob Burckhardt und Friedrich Nietzsche, über welches Werk ich einige meiner besten Schüler prüfen durfte. Es lohnt sich insbesondere, die nicht zuletzt deutsche Frauenmystik aufzuarbeiten, von den den beiden Gertrudes von Helfta bis Hackeborn, natürlich Hildegard, auch die Mechthild von Magdeburg, deren Hauptwerk als Handschrift in Einsiedeln aufbewahrt wird, wo der spätere Reformator Zwingli 1522 die wohl tiefsinnigste Marienpredigt in der Geschichte des Protestantismus hielt. Sprach vor einigen Wochen in Köln nahe der Wirkungsstätte von Albertus Magnus über die früheste stigmatisierte Begine der Kirchengeschichte, die weithin vergessene Christina von Stommeln, deren Porträtfigur mit Hund, wohl den Dominikanerorden verkörpernd, am Nordportal des Doms zu bewundern ist, selbst die Einheimischen unter dem Publikum kannten sie kaum mehr. Die Stigmata waren so lange, ob "echt" oder sich selber zugefügt, unentbehrlich, als eine Frau ohne Zeichen von "Gott" als Verkünderin noch kaum ernst genommen werden konnte, abgesehen vielleicht von Hildegard. War bei der Resel von K. eher nicht mehr der Fall. An diesem Bericht oben befremdet trotz allem doch noch einiges. 

Maiordomus

30. März 2026 15:05

@ Werk v. Bachofen heisst "Das Mutterrecht", begründete Forschung über  "Matriarchat", Grundlage für das, was ich oben "Weibheiligkeit" nannte. Dieselbe wurde, wie die kultische Jungfräulichkeit der Priesterinnen in den sog. heidnischen Religionen, wichtig für Kath.Kirche, die Weltreligion, bei der heilige Frauen am stärksten bekultet werden, so in Deutschland  die hl. Elisabeth v. Thüringen. Da können Bischöfinnen kaum mithalten. Die erste Frau, die 1474 vom Brunnenmeisters von Halle an der Saale, Hans Waltheim, 1474 "Bischöfin"u. "Apostolin" genannt wurde, war die hl. Magdalena, Erstzeugin der Auferstehung, was in Evangelien umso historischer wirkt, als ein Manipulator, der glaubwürdig eine Auferstehung bezeugt haben wollte, wohl einen Mann in dieser Funktion erfunden hätte, weil nur ein solcher juristisch zählte. Magdalena war weder eine kultische noch unkultische Prostituierte, was Verwechslung mit Maria Aegyptiaca darstellt, die mit Maria der Mutter Jesu u. Maria Magdalena eine der 3 Marien repräsentiert, wie in Südfrankreich verehrt.Dort befindet sich die Höhle der fastenden und täglich entrückten Einsiedler-Heiligen Maria Magdalena, an deren Heiligtum Hans Waltheim gesegnete Gürtel für Frauen in Halle abholte zwecks Förderung "guter Geburten". Wäre heute wohl als Ausdruck befreiter "Weibheiligkeit" kein Luxus!     

Carsten Lucke

30. März 2026 15:11

@ gluecklichetage
Ihr Beitrag paßt perfekt zu Ihrem Pseudonym !
Mußte herzlich lachen, daß Sie lachen konnten. Der Spruch ist älter als der Märchenwald, in dem Sie offenbar leben (im Original etwas härter übrigens, hier aber nicht zitierbar) !
(Uralter Kalauer : Warum kann eine Frau nicht schön und intelligent zugleich sein ?)
Jetzt kommen Sie !

nom de guerre

30. März 2026 16:26

@ Karl Otto
"Frauen [...] mehr Sicherheit"
Dass Frauen sich nicht im Krieg totschlagen lassen mussten - was so ja nun auch stimmt, in den früheren Kriegen wurde bekanntlich durchaus auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen - dürfte durch den Umstannd, dass noch bis ins 19. Jahrhundert jede Geburt für die Mutter lebensgefährlich war, hinreichend ausgeglichen worden sein.

Karl

30. März 2026 17:19

1 (von 2)
Die Manosphere geht über die YouTube- und TikTok-Figuren hinaus, die der Artikel beschreibt. Ein dezentrales Netzwerk aus Foren, Podcasts, Büchern und Communities, das jungen Männern das liefert, was Eltern, Schule, Universität und Mainstream-Medien ihnen vorenthalten. Hier lernt man nicht Opfer sein, sondern Eigenverantwortung entwickeln. Die Manosphere hat Tausende junger Männer aus Passivität und Depression geholt.
Die Einordnung von Kay Gottschalks Video als „dunkle Seite der Manosphere“ ist absurd und kontraproduktiv. Gottschalk sagt im Kern: Der Staat lebt über seine Verhältnisse – und ein Milliardenmarkt, der auf der massenhaften Sexualisierung und Ausbeutung von Frauen basiert, soll gefälligst mitzahlen. 

Karl

30. März 2026 17:20

2 (von 2)
„These hoes owe us money“ ist provokant und im Rap-Stil gehalten, klar. Aber die Substanz ist nüchtern konservativ und gesellschaftspolitisch aktuell: Pornografie ist kein harmloses „Sex-Work-Empowerment“, sondern ein Suchtmittel mit nachgewiesenen Schäden: Gehirnveränderungen wie bei Drogen, sinkende Paarungsbereitschaft, Realitätsverlust bei jungen Männern und ein kultureller Verfall von Intimität und Familie. Hohe Besteuerung ist kein „Gangster-Rap“, sondern ein klassisches Instrument der Lenkungsteuer: Wer etwas gesellschaftlich Schädliches massenhaft anbietet, soll dafür zahlen. Pornografie einzudämmen ist nicht „dunkel“. Es ist aufgeklärt, verantwortungsvoll und männlich im besten Sinne.
Die Manosphere hat natürlich Schattenseiten. Aber ausgerechnet Gottschalks pragmatischer, fiskalisch und moralisch begründeter Vorstoß gegen den Pornomarkt gehört definitiv nicht dazu. Im Gegenteil: Er zeigt, wie die Manosphere-Ideen (Selbstbeherrschung + Realismus + Anti-Dekadenz) in echte Politik übersetzt werden können, statt nur in Memes und Coach-Sprüchen zu verpuffen. Wer das als „dunkel“ brandmarkt, betreibt genau die moralische Überhöhung, die der Artikel ansonsten richtigerweise kritisiert. 

Der Sinnierer

30. März 2026 17:34

Der Feminismus hat mit dem Einzug der KI verloren, denn welche Berufe sollen Frauen nachgehen wenn die Büro-, Verwaltungs- und Medienstellen zunehmend wegfallen und ihnen dann unterbezahlte Pflege-, Kinderbetreuungs- und Kosmetikstellen zur Verfügung stehen? Außerdem stehen immer mehr konservative Männer, gerade auch durch die Konfrontation mit Männern aus dem globalen Süden unbeirrt den Feministen gegenüber und das Wiedererstarken der Religionen tut ihr Übriges - wir werden die 2020er in der Rückschau als letzte Welle und dann Abwicklung des Feminismus betrachten, so meine Vorhersage. Das predige ich auch meinen Töchtern, Kleid, Kind, Küche, Kinder, Konservatismus oder eben Untergang mit dieser untergehenden Ideologie.

Le Chasseur

30. März 2026 18:08

@Karl
"„These hoes owe us money“ ist provokant und im Rap-Stil gehalten, klar. Aber die Substanz ist nüchtern konservativ und gesellschaftspolitisch aktuell: Pornografie ist kein harmloses „Sex-Work-Empowerment“, sondern ein Suchtmittel mit nachgewiesenen Schäden (...) Wer etwas gesellschaftlich Schädliches massenhaft anbietet, soll dafür zahlen."
Falsch. Wer gesundheits- und gesellschaftsschädigende Waren oder Dienstleistungen anbietet, soll nicht Steuern zahlen, sondern in den Knast wandern.

Dietrichs Bern

30. März 2026 19:27

Ich würde hier @Monika zustimmen und auf die Demografie der westlichen Welt, hier besonders Deutschland, England und Frankreich verweisen. Nichts ist so gestrig wie Feminismus - gut, abgesehen von wirtschaftlicher Prosperität, Erfindungsreichtum, Kunst, Toleranz im guten Sinne, Friedfertigkeit, hohen Standards in Wissenschaft und Forschung, Reiselust und Lebensfreude, Bildung usw.,  habe ich noch etwas vergessen?

ofeliaa

30. März 2026 21:31

Der Artikel lässt sich wie folgt zusammenfassen: Viele Männer und leider auch immer noch einige Frauen kommen nicht damit klar, dass Frauen selbst entscheiden, wem sie intime Einblicke und Momente gewähren. Schade dass man das immer noch erklären muss, z.B. so Menschen wie dem zutiefst verwirrten Herrn Gottschalk. Eine Frau kann auf der Reeperbahn ihren Körper zeigen und ihren Körper gleichzeitig in ihrem Privatleben anderen vorenthalten, sie kann sich für den Playboy ausziehen und dennoch ablehnen, dass man sexualisierte Bilder von ihr ohne ihr Einverständnis verbreitet, und selbst wenn ein Mann das ganze Leben einer Frauen finanziert, hat er keinen automatischen Anspruch auf ihren Körper oder ihre Zuneigung. Was eine Frau mit ihrem Körper macht und wem sie Zugang gewährt, ist ihre autonome Entscheidung. Es ist an nichts anderes geknüpft als ihre Entscheidung. Nicht an Geld. Nicht an Alpha Males und deren bizarre Flirt- und Lifestyletechniken.

Rheinlaender

30. März 2026 23:22

@ofeliaa
"Was eine Frau mit ihrem Körper macht [...], ist ihre autonome Entscheidung."
Dieses liberale Credo teilt der Feminismus mit anderen Ideologien der Selbstzerstörung. Auch wenn es gewiss noch üblere Formen dieser Zerstörung und Entwürdigung gibt, so sind die von Ihnen erwähnten Frauen auf dem Kiez oder in der Pornographie doch passende Ikonen liberaler Freiheit, und auch ein Andrew Tate hat diese Art von Freiheit immer bejaht und tätig gefördert. Insofern sind Feminismus und Manosphere Teil des selben liberalen Problemkomplexes.

Claus Wolfschlag

31. März 2026 03:59

@ofeliaa. Sehr schön zusammengefasst. Und eigentlich ist das, was Sie schreiben, eine Selbstverständlichkeit.@Le Chasseur. Sie schreiben: "Wer gesundheits- und gesellschaftsschädigende Waren oder Dienstleistungen anbietet, soll nicht Steuern zahlen, sondern in den Knast wandern."Doch wer entscheidet eigentlich, was gesundheits- und gesellschaftsschädlich ist? Und wohin soll das führen? Sollen Gastwirte, die Alkoholika ausschenken, ins Gefängnis wandern? Oder der Kioskbesitzer, bei dem man Zigaretten kaufen kann? Veganer könnten den Verkauf von Wurstwaren als schädlich bewerten. Andere möchten Konditoren wegsperren, weil deren Zuckerwaren als Ursache für Adipositas ausgemacht werden. Oder wie ist es mit Kubitschek und Kositza, wenn einige Leute befinden, dass der Vertrieb von "Sezession" nach ihren Maßstäben eigentlich "gesellschaftsschädlich" sei? Das kann dann schnell in Richtung "Islamischer Staat" gehen. Dann könnte man auch Musik verbieten, da diese schließlich von Arbeit und Beten abhält und Menschen zu "affenartigen Bewegungen" verführt.Ich will damit sagen, dass man Drogen der verschiedensten Art nicht durch Brachialforderungen begegnen sollte, sondern durch Einhegung. Pornographie war früher ja weitgehend eingehegt auf den Bereich des Sexshops. Nur ist eben das Internet auch hier ein "Gamechanger", und es ist fraglich, ob diese Büchse der Pandora wieder verschlossen werden kann. Womöglich wird es eben in Zukunft ganz neue Reaktionsmuster geben müssen.

Laurenz

31. März 2026 07:13

@Ofeliaa ... Der Autor des Artikels, @WM, zeigt hier in der Verurteilung (des dunklen) Kay Gottschalks dieselbe Schwäche, die Er Gottschalk zur Last legt. Wer in einer Debatte, die Sachlichkeit suchen muß, moralisiert, will bescheißen. Ich schaue nie Tate-Videos (Reichweite mehrere 100 Mio.), sondern belasse es meist bei Pearl Davis (2 Mio. YouTube Abos), eben weil Davis Debatten vor allem mit Frauen führt. Gerade in Deutschland zwingt niemand Frauen zu irgendwas. Aber Frauen, die sich auf OnlyFans präsentieren, sind gesellschaftlich erledigt, isoliert, haben eine Lebenserwartung von geschätzten 37 Jahren. Ich empfehle Ihnen, schauen Sie Sich dieses YouTube-Video genau an, nicht witzig. https://youtu.be/ZqTZgOY-JsU Das gibt es übrigens auch bei schwulen Darstellern. https://youtu.be/hreTYiBMNcU

RMH

31. März 2026 08:03

"Frau mit ihrem Körper macht und wem sie Zugang gewährt, ist ihre autonome Entscheidung. Es ist an nichts anderes geknüpft als ihre Entscheidung."
@Ofelia, das ist abstrakt betrachtet richtig. Oft ist diese Entscheidung aber damit verknüpft, sich damit Vorteile zu verschaffen, ist mithin nicht selbstlos. Wenn solche Entscheidungen zu Täuschungen führen, die Geldzahlungen veranlassen, ist man sogar beim strafrechtlichen Betrug. & hier haben wir eben den Unterschied: Der sog. "Heiratsschwindler" ist eine sehr alte Figur eines Mannes, der Frauen ausnimmt. Umgekehrt kommt diese "Masche" aber noch viel häufiger vor, nur gehen 99% der Männer damit nicht zur Polizei, weil sie sich zutiefst schämen, ausgenutzt worden zu sein.  Beim sog. "Lovescamming" dürfte die Dunkelzahl an abgezockten Männern riesig sein. Männer, die von ihren Frauen psychisch, teilweise auch physisch, ihre Ehe lang misshandelt & gegängelt werden, als Versager behandelt werden, damit sie auch noch den letzten Dreck für Madame erreichen können, die werden dann als Pantoffelhelden verarscht, wenn überhaupt irgendwer die Oberfläche dieser Struktur überhaupt bemerkt etc. - die Beispiele lassen sich noch fortsetzen, nur wird man als Mann, wenn man es aufzählt, sofort als Jammerlappen eingeordnet, daher macht "mann" es normalweise nicht. 
Merken Sie, @Ofelia, den strukturellen Unterschied an diesen Beispielen? Wenn Männer verarscht & beschissen, vermöbelt werden, suchen sie den Fehler primär bei sich, sehen die eigene Schwäche & machen es - auch aus ggf. falsch verstandener Scham - nicht zur Sache der Gesellschaft. Da wechselt auf einmal nicht "die Scham die Seite", da ist das "Opfer" einfach nur ein Depp, der nicht "Manns genug" war, sich durchzusetzen bzw. rechtzeitig abzusetzen. Frauen hingegen spielen seit gefühlten Ewigkeiten die Opferrolle, um so Schutz aka Privilegien, Sonderrechte zu bekommen. Das schwache Geschlecht will, wenn es sich polit. kämpferisch als Frauenrechtlerinnen zeigt, nicht Gleichberechtigung, sondern Vorzugsberechtigungen & Herrschaft über den Mann. & das merken schon kleine Knaben ab dem Kindergarten, wenn sie von "Erzieherinnen" gedisst, von Mädchen verpetzt etc. werden - & so geht es das restliche Leben weiter. 

Karl Otto

31. März 2026 08:17

Was sind denn sexualisierte Bilder?

Herold

31. März 2026 08:56

Die ganze Hoe-Thematik ist mit AI eh keine mehr. OF stirbt, wenn ich mir mein E-Waifu einfach selbst animieren kann (und es möchte). Meine These ist ja auch, dass die ganzen Deepfake-Diskussion gerade weibliche Panik über den eigenen sexuellen Marktwert ist und nichts mit muh body zu tun hat - würde mich nicht wundern, wenn OF im Hintergrund die Strapse zieht.
Ich bin auf den Plan der Frauen gespannt. Meine Prognose ist ja, dass viele Tradwife-Lifestyle larpen werden, einfach um nicht zu verhungern oder wie Freiwild vergenusswurzelt zu werden.
Ich würde ofeliaa auch ein paar E-Schekel rüberschieben, wenn sie dafür wie Ana in Bladerunner 2049 für mich tanzt und dabei weinend feministische Literatur zitiert. Ach ne, kann ich mir jetzt auch mit AI selbst erstellen lassen, sorry not sorry.

Monika

31. März 2026 09:13

Liebe Ofelia, wenn Sie nicht vorzeitig als schöne Wasserleiche enden wollen, dann müssen Sie , ob Sie es wollen oder nicht, auch fremden und unsympathischen Männern Zugang zu Ihrem Körper gewähren, sei es der Frauenarzt oder der Onkologe oder der Säugling, der Ihre Brust fordert. Was Sie mit Ihrem Körper machen, ist mit zunehmendem Alter immer weniger Ihre Entscheidung. Entscheidend ist dann, was der Körper mit Ihnen macht ( Geburt, Wechseljahre, Alter). Das ist kein Grund zur Sorge oder Panik. So ist das Leben. Orientieren Sie sich mal an älteren Frauen, statt Verständnis bei älteren Männern einzufordern. Ältere Männer erklären Frauen gerne mal die Welt. Mit alten Frauen dagegen kann man richtig lachen. Da ist Carsten Lucke mit seinem Kalauer ein Waisenknabe gegen. 😂🤪Meine Freundin ( 87) aus Hamburg wurde von einem wohlhabenden,verwitweten Jugendfreund ( 85) telefonisch zum Essen eingeladen, zwecks Überwindung der Einsamkeit. An der Haustür erkannte er sie nicht ( "Wer sind Sie denn? ") . " Ich bin Gisela, Du hast mich doch zum Essen eingeladen". Er: " Ach so . Ja, ich habe heute zweimal "Esssn auf Rädern bestellt." Der gute Mann starb kurz darauf. So vergeht der Glanz der erotischen Welt.

Fordring

31. März 2026 09:27

Die Botschaften der Manosphere dringen noch nicht weit genug. Gerade viele "rechte" Männer haben immer noch ein hoffnungslos naives Disney-Frauenbild. An der Stelle hört dann der nüchtern-realistische Blick auf die Menschheit, den man bei Ethnie noch zeigt, auf. An die heilige Kuh will man nicht heran, wohl auch, weil damit ganz persönliche tröstende Heilsversprechungen verbunden sind. 
@ofeliaa "...und selbst wenn ein Mann das ganze Leben einer Frauen finanziert, hat er keinen automatischen Anspruch auf ihren Körper"
Doch. Nicht umsonst zählte das früher, auch rechtlich betrachtet, zu den ehelichen Pflichten.

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