Ein Ostererlebnis

Der Frühling ist, wie Rainer Maria Rilke sagt, „waldeigen, und kommt nicht in die Stadt“. Daher war ich am Ostersonntag mit Sohn und Bekannten im Wienerwald wandern. An der Hütte angelangt, genossen wir die Aussicht über das Wiener Becken und ein kühles Getränk, als es vom Nebentisch tiefste Schimpfwörter hagelte.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Dort saßen eben­falls zwei Fami­li­en mit klei­nen Kin­dern, nicht viel älter als mein Sohn. Einer der Fami­li­en­vä­ter, ein sport­li­cher Mann mitt­le­ren Alters, konn­te sich nicht zurück­hal­ten. Es brach nur so aus ihm heraus!

Sol­che Momen­te sind mir nicht unbe­kannt, meist tra­gen sie sich aber in der Innen­stadt und nicht am Berg zu. Igno­rie­ren ist für mich in so einem Fall kei­ne Opti­on. Men­schen, die im offe­nen Raum so agie­ren, müs­sen mit Kon­se­quen­zen rech­nen. Nach einem knap­pen Wort­wech­sel besann ich mich aber.

Ich über­wand den Impuls, ein­fach nur zurück­zuschimp­fen, schnapp­te mir mein Glas und lud mich an den Tisch des Läs­ter­mauls ein. Das ist durch­aus ris­kant, man weiß nicht, ob man es hier mit dem Ex-Chef des Schwar­zen Blocks zu tun hat. Dem war nicht so. Der Herr reagier­te sicht­lich über­rascht und ner­vös. Rasch merk­te er aber, daß auch von mir kei­ne Gefahr droh­te, und zunächst wider­wil­lig ent­fal­te­te sich ein halb­stün­di­ges Gespräch.

Rasch kam her­aus, daß er kei­ne Ahnung hat, wofür ich wirk­lich ste­he. Als ich ihn bat, für sei­ne mas­si­ven Anschul­di­gun­gen von Het­ze, NS und Extre­mis­mus ein ein­zi­ges Zitat oder eine Akti­on zu brin­gen, folg­te Schweigen.

Er kann­te mich nur durch den Fil­ter des Main­streams. Schnell kam der Kon­ter, daß ich nur hier und jetzt “so tue”, daß ich mani­pu­lie­re und doch zuge­ben sol­le, wie extrem ich wirk­lich sei. Wie immer, wenn man nicht das von Lin­ken erwünsch­te Kli­schee erfüllt, beginnt die Suche nach dem „ver­bor­ge­nen Nazi“.

Ich erklär­te ihm, was mit Remi­gra­ti­on gemeint ist, daß wir gewalt­frei­en, legi­ti­men Akti­vis­mus betreiben.

Daß unse­re Geg­ner nicht Migran­ten, son­dern jene Poli­ti­ker sind, die die­se Strö­me zulas­sen. Als ich ihm den Satz sag­te, den ich in fast jedem Vor­trag und vie­len Reden vor­brin­ge, daß ich näm­lich selbst, als jun­ger Mann aus Afgha­ni­stan und Ban­gla­desch, ver­mut­lich selbst auch gera­de auf dem Weg in den Wes­ten wäre und die­sen Leu­ten daher kei­nen Vor­wurf mache, war er kurz sprachlos.

Sei­ne Ant­wort führ­te dage­gen zu kopf­schüt­teln­dem Geläch­ter mei­ner­seits. Denn der Mann rief:

Dann geh doch end­lich in ein ORF-Inter­view und sag genau das dort!

Dem Her­ren war offen­bar nicht klar, daß ich seit Jah­ren nicht nur über­all zen­siert bin, son­dern von Main­stream­m­e­di­en wie ein Paria behan­delt werde.

Tat­säch­lich stimmt das Meme des NPC (des Non-Play­er-Cha­rac­ters) weitgehend.

Es war, als wür­de man mit der „Zeit im Bild“ (das ist die Ösi-Tages­schau) spre­chen. Wie­der ein­mal wur­de mir bewußt, wie effek­tiv die lin­ke Stra­te­gie immer noch ist. Die rea­le Per­son wird zen­siert und aus­ge­sperrt, wäh­rend zugleich eine dämo­ni­sche Kari­ka­tur von ihr auf­ge­bla­sen wird. Wie hät­te sich der Herr auch jemals ein unvor­ein­ge­nom­me­nes Bild machen können?

Seit Jah­ren wur­den ihm nur zusam­men­ge­schnit­te­ne Hit-Pie­ces ser­viert, die ihn sicht­lich radi­ka­li­siert hat­ten. Immer wie­der brach ein ehr­li­cher Zorn aus ihm her­aus: Leu­te wie Kickl und ich wür­den „die Gesell­schaft spal­ten“, Leu­te „auf­het­zen“ und ein Kli­ma schaf­fen, in dem das Zusam­men­le­ben gar nicht funk­tio­nie­ren kann. Das ließ tief blicken.

Mein Gesprächs­part­ner hat­te eine lei­ten­de Posi­ti­on und kam aus dem eta­blier­ten Mit­tel­stand. Sein gutes Auto – das sah ich, als wir uns nach dem Abstieg wie­der begeg­ne­ten – kön­nen sich die meis­ten mei­ner Bekann­ten nicht leisten.

Die „vie­len aus­län­di­schen Freun­de“, von denen er schwärm­te, um mei­ne Kri­tik des Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus zu wider­le­gen, kom­men not­wen­dig aus der­sel­ben Klas­se. Er begeg­net von vorn­her­ein nur einer klei­nen Aus­le­se an Migran­ten, die die­sen Auf­stieg samt Assi­mi­la­ti­ons­leis­tung geschafft haben. Den­noch merkt er, wie vie­le ande­re Lin­ke, daß die Mul­ti­kul­ti-Uto­pie außer­halb die­ser klei­nen Bla­se am Ende ist. Um mit die­ser kata­stro­pha­len Tat­sa­che und den eige­nen Gewis­sens­bis­sen men­tal fer­tig zu wer­den, geben Lin­ke die Schuld für das Schei­tern der Uto­pie oft den „bösen rech­ten Agenten“.

Struk­tu­rel­le Pro­ble­me wer­den per­so­na­li­siert. Mul­ti­kul­ti schei­tert nicht an sozia­len und wirt­schaft­li­chen Fak­ten, son­dern wird nach die­ser Les­art von „bösen Men­schen sabo­tiert“. Hier fin­det statt, was auch in klei­nen chi­li­as­ti­schen Sek­ten geschieht: Wenn das ersehn­te Heils­ziel aus­bleibt, ist es die Schuld irgend­wel­cher „Ungläu­bi­ger“, die die Gemein­schaft sabo­tie­ren, weil sie nicht enga­giert genug „mit­glau­ben“.

Der gehei­me Glau­be vie­ler Lin­ker ist offen­bar die­ser: Wenn nur einen Tag lang alle Ein­hei­mi­schen inten­siv an die „bun­te und fried­li­che Gesell­schaft“ glau­ben und auch die bösen Sabo­teu­re „Hass und Spal­tung been­den“, ereig­net sich eine poli­ti­sche Theo­pha­nie. Der Him­mel öff­net sich, der Gott von Mul­ti­kul­ti steigt her­nie­der und heilt alle Ris­se der eth­nore­li­gi­ös gespal­te­nen Gesell­schaft – und von fern klingt John Len­nons Ima­gi­ne. So kommt es mir zumin­dest vor.

So oder so ver­such­te ich, ein sinn­vol­les Gespräch zu füh­ren und mei­ne Punk­te zu machen. Das ent­schei­den­de Argu­ment war zugleich der Grund, war­um ich mich auf das Gespräch ein­ließ. Es braucht poli­ti­schen Anstand. Wir kön­nen uns in der Sphä­re des Poli­ti­schen bei Demos, im Par­la­ment oder in Netz­de­bat­ten mes­sen und mei­net­we­gen beflegeln.

Es braucht aber auch eine pri­va­te Sphä­re, in der ein Gentlemen’s Agree­ment herrscht, sich nicht, vor allem nicht vor den eige­nen Kin­dern und nicht am Oster­sonn­tag, hef­tig anzu­ge­hen. Das zumin­dest sah mein Gegen­über auch ein und ent­schul­dig­te sich für sei­ne Belei­di­gun­gen – ohne natür­lich mei­ne Mei­nung zu über­neh­men. Let’s agree to dis­agree. Ins­ge­samt war er ein durch­aus sym­pa­thi­scher Typ, anschei­nend auch ein lie­be­vol­ler und hart arbei­ten­der Vater. Das allein war es mir aber wert.

Wich­tig war mir auch, ihm klar­zu­ma­chen, daß unse­re Bewe­gung kei­ne Bedro­hung für ihn und sei­ne Fami­lie dar­stellt, wie er schein­bar ernst­lich befürch­te­te. (Er hat­te eine aus­län­di­sche Frau. Sie war übri­gens gar nicht feind­se­lig, son­dern eher des­in­ter­es­siert und lud die gan­ze Run­de am Ende auf einen Obst­ler ein, was fast einen Oster­frie­den aus­lös­te. Man merkt da auch, daß man immer noch in Öster­reich ist.)

In jedem Fall bleibt es wich­tig, mit Men­schen wie ihm zu reden. Umfra­ge­wer­te und Trends auf X dür­fen uns nicht täu­schen. Die­se Leu­te blei­ben ein (mäch­ti­ger) Teil unse­rer Gesell­schaft und wer­den nicht ver­schwin­den. Sie sind ein Teil unse­res Vol­kes und wer­den nicht ver­schwin­den. Aber auch wir wer­den nicht weg­ge­hen. Man wird ler­nen müs­sen, mit­ein­an­der umzugehen.

Wir dür­fen daher nicht in unse­ren eige­nen Echo­kam­mern stu­ben­ho­cken gehen, son­dern müs­sen wie­der und wie­der die Aus­ein­an­der­set­zung suchen. Das gelingt mal bes­ser und mal schlech­ter, aber ver­su­chen muß man es.

PS: Wer wis­sen will, war­um die­ser Impuls eher von Rech­ten aus­ge­hen kann und wie­so vie­le in Debat­ten mit Lin­ken oft schei­tern, muß Jona­than Haidt lesen.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (39)

Gelddrucker

6. April 2026 21:44

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es möglich ist, den Großteil dieser Menschen auf unsere Seite zu ziehen.
Vor allem diejenigen, die Kinder haben. 
Wenn man ihnen klarmacht, dass Multikulti nur ein Übergangsstadium ist auf dem Weg zur islamischen Mehrheitsgesellschaft. Dieses Szenario wird von mindestens 90% der Europäer abgelehnt. Demographische Aufklärung ist also der Schlüssen zum Stopp des großen Austausches.

RMH

6. April 2026 21:50

Hoffe, alle hatten erbauliche Osterfeiertage!
Denke, in Deutschland gäbe es kein so ein Gespräch. Hier sind alle recht festgefahren und stur. 
 

das kapital

6. April 2026 22:49

So wirkt die Manipulation durch regierungstreue zwangsfinanzierte Abservier-medien. 1992 hatte die Politik mal eine gute Idee. Die sichere Drittstaaten-regelung. Die hat bis 2014 einigermaßen gut funktioniert und wurde dann durch Merkel wie auch die anstürmenden Massen gründlich gekippt. Dass Merkel und Co untreu zu Recht und Verfassung sind kommt in den Abserviermedien rein gar nicht vor. Statt dessen werden diejenigen verunglimpft, die auf Recht und Verfassung bestehen und keinen geisteskranken Helferkomplex zum Schaden Deutschlands und Europas entfalten. Die geisteskranken Helfer sollen sich mit Hilfe der Zwangsmedien und des gesamten Staatsapparates gegen diejenigen durchsetzen, die für die Verteidigung und Bewahrung der Ordnung stehen und einstehen wollen. Lasst euch die Butter vom Brot nehmen sonst seid ihr Rechtsbrecher und Verfassungsfeinde. Zahlt drauf für den Ukrainekrieg, für die Brandstiftung im Persischen Golf, für die Folgekosten der unqualifizierten außereuropäischen Massenmigration seit 2015. Die "Ausbeuter vom Berge" fordern es so. Sie werden manipuliert, deshalb merken sie nicht, wie sie selber manipulieren und manipuliert worden sind.

Karl Otto

7. April 2026 08:43

Jonathan Haidt schreibt, dass im "moralischen Menu" der Linken bestimmte Teile fehlen, es bleiben nur "Fairness" und "Care and Harm". Andere Aspekte wie etwa das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gruppe oder Respekt vor Autoritäten kommen praktisch nicht vor.
Alle müssen gleich behandelt werden und jeder, der in Not ist (bzw. dies behauptet), hat einen Anspruch auf Hilfe, das ist in etwa die linke Moral.
Wenn man für andere Aspekte praktisch blind ist, kann man Menschen, die die eigene Moral nicht teilen, eigentlich nur böse Absichten unterstellen.

Ernestina

7. April 2026 09:22

Ob ich mit politischen Gegnern, die mir mit offener Ablehnung begegnen, diskutieren muss, da bin ich unschlüssig.
Sagt nicht die Heiige Schrift, man solle sich von Menschen fernhalten, die Böses im Schilde führen und die Seele verderben wollen? Dass linke Mainstream-Politik überwiegend gegen die göttliche Ordnung gerichtet ist, ist kein Geheimnis.
Natürlich bin ich grundsätzlich offen, mit jedem zu sprechen. Sobald das Gespräch aber von der sachlichen auf die persönliche Ebene abgleitet, bin ich raus.
Ich verstehe, dass jemand wie Sie, der im öffentlichen Raum Metapolitik bzw. Politik betreibt, immer gespächsbereit sein muss, das gebietet schon das "Amt".

dojon86

7. April 2026 10:09

Hut ab vor Herrn Sellner. Ich stehe natürlich nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Darum ist Tarnung möglich. Was Linke oder andere Mainstream Idioten betrifft, habe ich seit langem die Kommunikation mit ihnen aufgegeben. Falls sie sich doch nicht vermeiden läßt, sage ich den Leuten, was sie hören wollen. Ja ich muss fast sagen, dass in gewisser Weise die Kommunikation mit einigen Neuzuwanderern weniger mühsam ist. Unter diesen kannte ich Menschen, die auf meine Vorhaltungen nicht aggressiv reagierten aber mir völlig unbefangen, ja eher belustigt, bestätigten, dass sie die Linken wählen aber sie verachten und, dass ihre langfristige Absicht die der Eroberung ist. Bezüglich ihrer Vorstellungen vom Wert der Familie als Lebens- und Überlebensgemeinschaft fand ich mich dann manchmal sogar auf ihrer Seite.

HagenAlternat

7. April 2026 10:12

@RMH:"Denke, in Deutschland gäbe es kein so ein Gespräch." Die Erfahrung, die M.Sellner hier beschreibt, habe ich persönlich oft gemacht. Ein Bestandteil des Gesprächs war dann immer wieder: "Naja, die AfD hat schon in vielen Punkten recht, aber  HÖcke!" Und meine Antwort war immer dieselbe: "Im Unterschied zu Ihnen kenne ich Höcke persönlich und ich kann Ihnen versichern, er ist ein hochanständiger Kerl. Und wenn Sie mit ihm reden würden, in Kürze bräche Ihr medienproduziertes Höcke-Bild zusammen." 
Ich bin mir sicher, damit den Zweifel in das Herz des jeweiligen Gesprächspartners zu legen. 
Das Fazit: Sellner ist ein erfolgreicher Menschenfischer und der Gegner fürchtet nichts mehr als die Kommunikation. 

Andreas J

7. April 2026 10:54

Ich habe einige Linke kennengelernt und hatte nicht den Eindruck, dass diese Leute (bis auf vielleicht ÖRR-Rentner) desinformiert sind. Ihr Kenntnisstand ist weitgehend identisch mit dem Konservativer. Links sein scheint hier eher wie eine Droge oder ein Steroid zu wirken. Wer sonst vielleicht wenig Anerkennung findet, ein eher defizitäres Selbstwertgefühl hat etc. und dann erstmals erlebt, wie sein Belohnungssystem im Gehirn anspricht und er plötzlich vom Lichtkegel der Guten angestrahlt wird, kann sich diesem Erlebnis schwer wieder entziehen. Das mag polemisch klingen, aber ich glaube wirklich, dass es so ist.
 

fw87

7. April 2026 10:56

Meine Erfahrung im Gespräch mit Linken ist: Man kann sie überzeugen oder zumindest in die Situation bringen, wo sie eine bestimmte Argumtentation einfach nicht widerlegen können. Solche "Siege" sind dann allerdings nur von kurzer Dauer. Schon im nächsten Gespräch muss man konsterniert feststellen, dass man sich den Mund ganz umsonst fusslig geredet hat. Der Linke denkt wieder genau wie vorher, wie wenn nichts gesagt worden wäre, und man muss wieder bei null anfangen.
Deshalb denke ich, dass der Linke kein rationales Problem hat oder einen Mangel an guter Aufklärung. Es geht hier um erlernte Denkmuster, gesellschaftliche Anerkennung und Schamgefühle. Also kurz gesagt um massive psychologische Konditionierungen, die man nicht durch Aufklärungsgespräche weg bekommt. Es sitzt einfach zu tief.
Was den Linken zum Umdenken bringen kann, ist so etwas wie ein Schockerlebnis, das ihm zeigt, dass sein Weltbild einfach nicht funktioniert. Mit Linken reden hat deshalb für mich nur begrenzt Sinn. Ich tue es nur, wenn Linke selbst auf mich zukommen und bestimmte Punkte geklärt haben wollen. Allerdings schlage ich dann keine konzilianten Töne an, sondern spitze meine Position zu. Denn für mich gilt bei den Linken dasselbe wie bei den Migranten: Eine unterwürfige Haltung bringt nichts, sie erzeugt nur neue Angriffe.

Maiordomus

7. April 2026 11:06

MS. Sie schreiben "Kickl und ich" und erklären nicht, warum derselbe zwar gewiss nicht die gleiche Einstellung hat wie Ihr kürzlicher österlicher Wohlstandsgesprächspartner, von denen es übrigens in dieser Art in der Schweiz  wimmelt, warum aber Kickl weit davon entfernt zu sein scheint, Sie ins Beraterumfeld seiner Partei zu berufen. Oder täusche ich mich da? Es gibt auch in diesem Blog Sellnerskeptiker, wiewohl ich in aller Deutlichkeit sagen möchte und auch schon öffentlich geäussert habe, dass Schikanen gegen Sie in der Schweiz gegen alle Proportionen sind. Unterdessen werden in der schweizerischen Gemeinde, die seit 1970  alle Überfremdungsinitiativen hochkant am deutlichsten in meinem Kanton abgelehnt hat, zwei afghan. Familien v. ehem. illegal Eingereisten eingebürgert, übrigens im Gegensatz zu früher  ohne Kosten. Eine echte Schande, Folge der Entmachtung der direkten Demokratie in dieser Frage.Aber zu oben: bei mindestens gleicher politi. Intelligenz wie Joschka Fischer aber ohne gewalttätigen Lebenslauf bleiben Sie zu respektieren, wiewohl Sie bei diesen Ihren Qualitäten und auch Fortschritten zumal seit der Zeit der Pseudo-Konferenz Fortschritte gemacht haben, glaube ich, dass Sie trotz Gelegenheit nicht auch noch ein Vordenker der Rechten in polit. Philosophie zu sein in der Lage sind.     

Gimli

7. April 2026 12:23

Ich finde den Beitrag exemplarisch und nachvollziehbar. Auch ich reagiere auf Rechte polternd-allergisch und könnte nicht immer mit Zitaten belegen, was bei mir Gefühl ist. Fakt aber: Die Schnittmengen der Kreise mit unapetittlichen Weltanschauungen sind nicht klein, die man auch hier - von AfD zu komischen Kameradschaften bis hin zu bekannten Kleinstparteien  - schneidet. Also schon eher Indizienbeweis. 
Ich finde dann wieder auch "blasenhaft" und reflexartig, wie sofort alles links und Mainstream ist, wan man nicht gutheißt oder was einem kritisiert. Klar, dass auch ein Oberlklassewagen pars pro toto für das Salonlinken-Argument herhalten muss. Muss ich mir ja auch anhören hier. Dieses Zurück in Kleinstaatliche, in Menschen- und Rollenbilder des letzten Jahrhunderts und in mit Nationalgrenzen umzäunten homogenen Ethiniengebieten bleibt mir fremd. Liegt daran, dass ich derlei Denken primitiv finde, im Sinne von: ursprünglich. Das ist kein kantianisches, zivilisiertes Denken, sondern eher... stammesgeschichtlich-tierisch. Christlich btw auch nicht. 

RMH

7. April 2026 12:26

@HagenAlternat,
mein Satz war in der Tat etwas zu kurz gefasst. Natürlich gibt es die üblichen Gespräche, bei denen "das Thema" aufkommt und Sie haben Recht, Höcke wird da oft als Totschlagargument gebracht. Meistens enden die Gespräche aber doch recht schnell so, dass sich beide Seiten instinktiv auf vorzeitigen Abbruch der Diskussion durch Themenwechsel einigen, weil man eben nicht eskalieren will (wenn ich bspw. auf das Höcke Argument antworte, habe ihn mehrfach live gehört, kann nicht bestätigen, dass ich da was schlimmes gehört habe, außerdem habe ich noch Strauß, die alte CSU & Co als völlig normal erlebt etc. dann geht es sehr schnell zum Themawechsel über, ich selber bin danach dann aber in der Schublade Hardcore-Rechter, was mir mittleweile egal ist, da ich hier in diesem Debattenumfeld ja bspw. den meisten zu liberal bin. Insofern, wie so oft, alles eine Frage des Umnfeldes bzw. der Perspektive). Ein größerer Austausch an Argumenten ist aber selten. Darauf wollt ich hinaus. Ich habe auch keinen Missionseifer, dann, nachdem man wieder auf ein Thema gewechselt ist, wo mehr common sense ist, nachzubohren.
Aktuell bringt man viele Menschen tatsächlich mit Wirtschaftsthemen am meisten ins Nachdenken, denn alle merken, wie es brökelt, Arbeitsplötze verschwinden, alles teuerer wird und das Migration durchaus 1 der Ursachen dafür ist (aber eben nicht die alleinige).

Fordring

7. April 2026 12:41

Wenn tatsächlich jemand die Demokratie abschaffen wollte, Leute wie dieser werte Herr wären ihm das beste Argument. Genau das ist ja das Problem mit dieser Staatsform, dass die meisten Menschen eben nicht die idealisierten, rational-kritischen Durchleuchter sind, sondern einfach Rindviecher, die tun und denken, was ihnen die Lehrerin in der Schule und der Mann im Fernseher sagen.

Fordring

7. April 2026 12:49

@Ich bin mir ziemlich sicher, dass es möglich ist, den Großteil dieser Menschen auf unsere Seite zu ziehen.
Ich nicht. Schauen Sie sich mal an, was alles passieren und wie viel Zeit verstreichen muss, damit die AfD auch nur ein paar Prozentpunkte zulegt. Sie steht in Umfragen jetzt gerade einmal knapp 10% höher als bei der Wahl vor 9 Jahren. Unter der Annahme, der Durchschnittsmensch sei vernunftbegabt, müssten wir längst absolute Mehrheiten sehen.

Ekstroem

7. April 2026 14:13

Danke, werter Martin Sellner, für den Artikel über Ihr Ostergespräch, der ein Lichtblick ist.

NC472

7. April 2026 14:40

Schöne Geschichte, aber irgendwas stimmt hier nicht. Der ORF kommt nach optimistischen Schätzungen auf etwa 20% Reichweite. Jemand der in dieser Alterkohorte den ORF unironisch erwähnt ist wie ein bunter Hund. Diese Person ist bereits eine Minderheit im Ländl, gerade in der demographischen Gruppe, was von den aufgewogenen und normalisierten Sonntags Umfragen bestätigt wird. Mit dieser Minderheit aus wahren Gläubigen, Opportunisten und Mitläufer zu Reden, nein danke. Und Ihre Beschreibung sagt alles, ein Loyalist der sich hat kaufen lassen. Ich bin zwar für Pragmatismus, aber der falsche Pragmatismus eines Adenauer und Kohl darf nicht wiederholt werden. Mit so einer Person spricht man nicht, man schreibt sich das Nummernschild auf.

Schobbepetzer

7. April 2026 15:55

Interessanter Beitrag, ich habe ein ähnliches Ostererlebnis gehabt. Mich hat ein sehr guter Freund eindringlich davor gewarnt, einem anderen guten Freund gegenüber zu erwähnen, dass ich AFD wähle. Dieser würde umgehend jeglichen Kontakt abbrechen, obwohl wir uns schon mehr als 35 Jahre kennen und ich ihm versucht habe ihm in einer wirtschaftlichen Zwangslage zu helfen. Was eigentlich unter Freunden üblich ist. Dieses Gespräch hat mich über die Osterfeiertage erheblich gedanklich beschäftigt.
Habe das Thema auch familiär, hier wird über die Feiertage jegliche politische Diskussion ausgeblendet. Man will ja die Enkel weiterhin sehen und keinen Streit.
Außerhalb der Familie halte ich diese "Friedensregelung" für falsch. Ich werde die Diskussion in der Zukunft suchen, auch bei meinem "guten Freund". Da klärt sich dann halt einiges. Insbesondere wie HagenAlternat das sieht, teile ich die Erfahrung und Einschätzung. Auf gehts, ready to rumble ;)

Platon

7. April 2026 17:46

„Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer; sie hat die Tendenz, in eine Vielfalt von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben und ihren Zusammenhalt sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen.“
Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/2001328-daniel-cohn-bendit-die-multikulturelle-gesellschaft-ist-hart-schnell/
Den ganzen Artikel findet man hier: 
Daniel Cohn-Bendit und Thomas Schmid: Wenn der Westen unwiderstehlich wird. DIE ZEIT, 22. November 1991 http://www.zeit.de/1991/48/wenn-der-westen-unwiderstehlich-wird/komplettansicht
Im Übrigen, ich bin für kulturelle Aneignung. Das folgende Lied sollte zum Wahlkampf in Sachsen-Anhalt auf jedem Marktplatz gespielt werden: https://youtu.be/o7lD2Cdh_8A?si=Wjjs7Bxwj5451LSU 

Franz Bettinger

7. April 2026 19:40

Typisch Martin Sellner! Etwas anderes hätte ich auch nicht von ihm erwartet, als in der Ring zu steigen, und sich da bravourös zu schlagen. Sogar einen Gesichts-wahrenden Rückzug gab er dem Gegner. Chapeau! Ich erlebe so Sachen fast täglich; genieße förmlich das Sparring. Habe oft den Eindruck, die Noch-Nicht-AfD-Wähler zu uns rüber zu ziehen. Klappt schon! 

Laurenz

7. April 2026 22:57

@Gelddrucker ... "mir ziemlich sicher, dass es möglich ist, den Großteil dieser Menschen auf unsere Seite zu ziehen." ... Historisch betrachtet ist das nicht möglich. Nur die Erkenntnis aus der eigenen Betroffenheit, verändert die Einstellung zu politischen Angeboten. ... @Das Kapital ... "die Brandstiftung im Persischen Golf" ... Das ist eine ziemlich naive Haltung, die alle geopolitischen Fakten ausblendet. Der Golf-Anrainer-Krieg ist, wie der Ukraine-Krieg, ein reiner Wirtschaftskrieg, der keine militärischen Lösungen sucht. Sie vertreten exakt die Haltung der EU, die dafür voll 1 oder 2 auf Fresse kriegt. ... @Ernestina ... "linke Mainstream-Politik überwiegend gegen die göttliche Ordnung gerichtet ist" ... Ihr geistiger Orient-Import ist der Erfinder des Bösen, quasi das linke Instrument der Ausgrenzung der anderen. Das ist ein rein egomaner Selbstzweck. Was wäre die Linke ohne (imaginäre) Nazis? Exakt, sinnlos. Was wäre Gott, der Erlöser, Ihre göttliche Ordnung ohne das Böse? Exakt, sinnentleert. ... @MS ... Ihr Gesprächspartner zeigt die atemberaubende Naivität, das lächerliche Selbstverständnis der Wohlstandsverwahrlosten, die nicht checken, daß ihnen das Wasser bis zur Nase steht. Die Linke, die Migranten werden dem verbliebenen Mittelstand alles nehmen, bis nichts mehr da ist, was zu nehmen wäre. Sie können nichts anderes tun, als Ihr vernünftiges, alternatives Angebot zu unterbreiten.

ofeliaa

7. April 2026 23:11

Vor Kurzem beschwerte sich ein enger Freund, dass er so viel GEZ nachzahlen müsse. Letztendlich sagte ich dann nur so nebenbei: Wusstest du dass viele AfD-Politiker dafür sind, diese Gebühr abzuschaffen? Seine Antwort: Dafür wäre ich dann ein dummer Ausländerhasser, der noch nie ein Buch gelesen hat. Das fand ich schon lustig. Oder nein, seien wir ganz ehrlich, ich war richtig angesäuert nach dieser Unterhaltung und verspüre jetzt nicht den Drang mich bald wieder mit ihm zu unterhalten. Lustig war lediglich, dass er nicht einmal weiß, dass das sogenannte Vorfeld genau dieser Partei einen eigenen Buchverlag hat!  

ede

7. April 2026 23:45

"Wir dürfen daher nicht in unseren eigenen Echokammern stubenhocken gehen, sondern müssen wieder und wieder die Auseinandersetzung suchen. Das gelingt mal besser und mal schlechter, aber versuchen muß man es."
Absolut. Wenn man an das Volk glaubt muß man nehmen was da ist. Das fängt schon bei den Nachbarn an, der Zweifel, ob sich das alles lohnt. 
Natürlich ist man nicht jeden Tag in Stimmung dazu. Und ohne Spott ist es schlicht nicht auszuhalten. 

Laurenz

8. April 2026 10:38

@Gimli ... es gab in meinem Leben schon Debatten am Wahlstand etc. mit Linken. Wie auch @Franz Bettinger berichtet, ist das ein einfaches Geschäft, Linke in der friedlichen Debatte der Lächerlichkeit preis zu geben. Deswegen gibt es auch immer nur Ankündigungen der Kartell-Parteien, deren angeblich besseres Angebot für das Volk diesem nur besser erklären zu müssen. Als ob das jahrzehnte lange Versagen der Bundesjunta noch erklärt werden müßte. Ich fahre bei solchen Gelegenheiten immer den Puls runter, damit ich Linken nicht einfach nur die Fresse poliere. Denn Linke verstehen im Prinzip nur die Sprache der Gewalt, da für Linke die Gewalt im "Gerechten Krieg", der Revolution & gegen politisch Andersdenkende legitim ist. Wir Rechte haben Gewalt an sich nicht nötig, weil wir auch so Recht haben. Das Problem der Linken ist ein intellektuelles, eine Frage des mangelnden IQs. Denn, das linke Verbot der Ungleichheit basiert auf einer orientalischen Geisteshaltung & ist kein Resultat eines Denkprozesses, sondern dient der Mechanik der schlichtesten Machtausübung über Gläubige, also nicht denkende Untertanen.

t.gygax

8. April 2026 10:46

@gimli
Hihi,huhu,haha....na dann viel Vergnügen mit dem kantianisch-zivilisierten Denken, wenn Sie mal auf Leute treffen, die eher stammesgeschichtlich-tierisch drauf sind. Nebenbei: in Ihrer Welt sind Sie sofort erledigt, wenn Sie mal einen Schritt  weg von dem vorgeschriebenen Weg gehen, da sind die Woken und Progressiven plötzlich gar nicht mehr kantianisch-zivilisiert. (Habe zwei Jahre ehrenamtlich in der Heidelberger Bahnstadt, der absoluten Hochburg der Grünen, mal etwas getan...., kenne mich in der Welt gut aus.....)
@platon.Noch was: das Grönemeyer Lied ist geschmacklos, dumm und idiotisch, das gäbe es wesentlich Besseres vorzuspielen, wie wäre es mit Johnny Cash "stand my ground". Beharrungswille angesichts des Feindes.

Laurenz

8. April 2026 10:49

@Maiordomus ... warum, Maiordomus, überdenken Sie nie auch nur 5 Minuten die geellschaftliche Relevanz der Philosophie, die sie in meinen Augen immer überschätzen. Ihre Blase ist eine verschwindend kleine Minderheit, im Grunde völlig bedeutungslos. Sie sind nur für uns hier ein gewisser Luxus, quasi ein geistiger Fundus, ein lebendes Lexikon. Es ist völlig egal, wie MS sich artikuliert, über Aktionen, Bücher, Podiums-Debatten, Vorträge, wie Interviews etc. Entscheidend ist der Erfolg, der sich vor allem durch Reichweite bemißt. Ein starker Reichweiten-Verstärker ist der politische Gegner, wie zB der Relotius, ÖRR & Co. Man muß nur wissen, wie man diese Institutionen gekonnt provozieren kann. Im Grunde sind die erlogenen Berichterstattungen über irgendwelche pösen Fake-Konferenzen ein Geschenk des politischen Himmels. In der PR gilt immer, besser ein schlechter Ruf, als kein Ruf, kein Renommee.

Monika

8. April 2026 11:23

Anfeindungen im öffentlichen Raum sind das eine. Auch ich fetze mich schon mal mit den "Omas gegen rechts" und denke danach: Das war ja völlig sinnfrei. Trotzdem hätte ich null Bock, mit einer Einzeloma ein "vernünftiges"  Gespräch zu führen. Diese "Ostererlebnisse" hatte ich im inneren Kreis zu genüge über Jahre und sie bringen : NICHTS! Da kann das Gegenüber noch so smart und harmlos rüberkommen. Verstehen läuft auf einer ganz anderen Ebene ab, nämlich im nicht-politischen, ideologiefreien Raum ( auch, wenn es um Politik geht). Wer sich ausschließlich als politisches Wesen versteht, wird diese Erfahrung entweder nicht machen oder durch irgendeine  Kontrasterfahrung, die sein Weltbild erschüttert, machen müssen. Nur so kommt man auf menschlicher Ebene voran, reift. Dies scheint ja auch den Film "Meeting Götz" so interessant zu machen. Nur, wer hinter die Fassade schaut, auch für Momente, kann den Menschen sehen.  Entweder zerfällt das  "Rechte Monster" ins Nichts oder es zeigt sich in seiner Verletztlichkeit. " Meeting Martin". 🤔
 
 

Karl

8. April 2026 12:02

1 (von 3)Handwerker bestellt. Ein waschechter Ostfriese als Chef – sturmfest, wortkarg, mit dem Charme eines alten Teekessels. Sein Helfer: junger Ukrainer, frisch eingebürgert, fleißig wie drei Deutsche. Gartenarbeit im April. Das Wetter? Typisch: erst prasselt der Himmel wie ein widerlicher Steuerbescheid, dann lacht die Sonne, als hätte sie den Witz verstanden. Politischer Small Talk setzt ein, wenn zwei Männer und eine Frau zusammenstehen und nicht über Fußball reden können: Energiekrise, Kraftwerks-Irrsinn, Spritpreise auf Mondniveau, Rentenalter hoch wie der Kölner Dom, Mittelstand in der Kreissäge. Firmen gehen reihenweise pleite, Politiker grinsen in die Kameras und und labern von „Transformation“ und „Zukunft“. Die sind doch alle gleich, oder? Denken nur an sich. Wählen? Lohnt sich eh nicht mehr. Da kommt meine Frau – mutig wie eine Löwin im Porzellanladen: „Außer die AfD!“ Oha. Stille. Man hört nur noch den Regen trommeln. „Die müssen erstmal was zeigen.“„Und die Rechtsextremen in der Partei!“„Verfilzung haben die auch.“„Aber Volksentscheide wollen sie.“„Steuern runter.“„CO₂-Abgabe streichen.“Hm. Schließlich, fast trotzig: „Ja. Wir wählen AfD.“

Karl

8. April 2026 12:02

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Der Ostfriese bleibt, wie Ostfriesen eben sind: zurückhaltend bis zur Kunstform. „Das wird auch nichts ändern. Einige Ideen sind schon richtig… aber vor den Wahlen – nach den Wahlen.“ Klassiker. Das ewige Mantra. 
Sein ukrainischer Helfer steht daneben, der Mann, den der Chef wie einen Sohn behandelt. Verheiratet, ein Kind, baut sich hier eine neue Existenz auf. Sein Bruder sitzt gerade an der Front, jeden Tag die Angst, dass das Telefon klingelt. Und genau die Partei, die gerade zur Sprache kam, will „die Migranten rausschmeißen“. Seine neue Heimat zerbröselt gerade vor seinen Augen. Vielleicht doch wieder FDP? Oder CDU? Man weiß es nicht. Das Leben ist kompliziert genug, auch ohne deutsche Sonntagsreden. Das Wetter wird besser. Die Sonne kommt raus, als hätte sie nur auf den peinlichsten Moment gewartet. Meine Frau macht Kaffee. 

Karl

8. April 2026 12:03

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Später, beim Kaffeetrinken, nimmt mich der Chef beiseite, schaut kurz über die Schulter wie ein Verschwörer in einem schlechten Agentenfilm und raunt: „Ich hab auch AfD gewählt. Bleibt aber unter uns.“ Man muss sich im Alltag erst lauernd umkreisen, vorsichtig abtasten, die richtigen Signale aussenden –wie zwei Hunde, die Angst haben, der andere könnte beißen. Dann, ganz leise, fast entschuldigend, wagt man es: ehrlich zu sein. Willkommen in Deutschland 2026. Hier wird Politik noch im Flüsterton gemacht – zwischen zwei Schlucken Kaffee und einem Regenschauer. Willkommen im Land der freien Meinungsäußerung – solange keiner mithört.

Gimli

8. April 2026 15:50

Karl, sie erzählen nett und viel Unsinn.Wir haben keine Energiekrise und den aktuellen Spritpreis verantwortet maßgeblich der unfähige POTUS. 
Und dann - natürlich - die Paranoia und die Meinungsfreiheit: Die gibt es hierzulande. Auch sonst in Europa. Und je autoritärer desto weniger bzw desto strafbewehrter (Ungarn, Russland, Türkei). Ansonsten gibt es halt Contra. WEnn Sie mit Meinungsfreiheit eine gefühlte Verzerrung oder ein Unbalancing im MArkt der Meinungen meinen, dann ist das die aktuelle Aushandlung - wie in jedem Markt. Soziologen und BWLer wissen das. Und "Ihr" arbeitet ja mit Inbrunst an der Verschiebung des Sagbaren - als Markteilnehmer. Ganz unverboten.
 

Platon

8. April 2026 16:12

@t.gygax
Das eine spricht nicht gegen das andere, wobei Cashs (Original von Tom Petty) Text wenig Konkretes bietet und zu abstrakt ist. Grönemeyer hat eine herrliche Persiflage auf die CDU geschrieben. Sehr konkret und doch zeitlos: ... Wir kontrollieren jeden Sender Alles wird vorgedacht ... - Wer denkt da nicht an den ÖRR. - … Wir bespitzeln jeden unserer GegnerSpeichern jedes schwarze Schaf … - Oh, wer denkt da nicht an den Verfassungsschutz. ... Den Ablass in unserem NamenDas „C“ strahlt über uns riesengroß … Die paar aufrechten Querdenker- "Ablass", Querdenker": schillernde und vor allem moderne Worte. ... Die Sucht nach Macht schweißt uns zusammen ... Sprach Bernd Baumann, wenn auch insgesamt sehr erratisch, in der Wahlnachlese nicht von der "Machtmaschine" CDU? 

Ein gebuertiger Hesse

8. April 2026 16:14

@Karl 
Sie können schreiben. Machen Sie hier noch mehr daraus.

Karl

8. April 2026 16:39

@Gimli 7. April 2026 12:23
Wie erfrischend ehrlich. Ihre Allergie gegen „Rechte“ ist gefühlsmäßig, faktenfrei und poltrig. Ein AfD-Logo, und schon „Nazis raus“. Indizienbeweis? Nennen wir es lieber: reflexartige Denunziation. Funktioniert seit Jahren tadellos. Und dann das Meisterstück: Alles, was nicht in euer Weltbild passt, ist sofort „blasenhaft“– außer natürlich, wenn es um offene Grenzen, CO₂-Wahn und die Auflösung von Volk und Familie geht. Dann ist das „kantianisch-zivilisiert“. Primitiv, stammesgeschichtlich-tierisch finden Sie also den Wunsch nach sicheren Grenzen, stabilen Familien und einem Land, das noch das Eigene schätzt?Interessant: Wer heute noch „eigenes Volk zuerst“ sagt, der ist der Barbar. Der Millionen kulturfremder Menschen importiert, der ist der Philosoph. Zivilisation 2026. Gefühl der Kompass –  die Realität ein lästiger Nazi.

Marcus AC Severus

8. April 2026 18:10

Im Grunde ist das alles nicht so kompliziert.
 
Wenn zu viele Fremde im Land sind, ändert sich das Land. Da muss man gegensteuern. Logisch  und ohne Emotionen. Einfach klug agieren. 
Das andere Thema. Wenn Menschen im Land sind die die Landeskultur ablehnen und das passiv oder gar aktiv zeigen, dann muss man diese Menschen des Landes verweisen. Punkt. 
 
Stellen wir uns Ungarn vor. Mit 500.000 Migranten, aber solche die die Kultur annehmen wollen, arbeiten etc. Wird irgendein Ungare irgendwas dagegen haben? Ne kleine Prozentzahl. 
 
Mehr ist es eigentlich nicht. Die Diskussion in Westeuropa und Deutschland ist viel zu geladen. Da werden Nazis hochgeholt, da wird sonst was getan und gesprochen. Dabei geht es nur darum dass Deutschland erhalten bleibt und das Leben schon und angenehm bleibt. Mehr nicht. 

Marcus AC Severus

8. April 2026 18:16

Was auch noch "krass" auffällt. Mitte-Rechts oder rechts zu sein ist völlig OK in Osteuropa. Keiner sagt da was dagegen. Aber auf der anderen Seite gibt es auch kaum Provokationen. Ungarn wieder als Beispiel. Bei Mi Hazank würde keiner mit einem Pfeilkreuzler T-Shirt auftauchen. Hier aber ist die rechte Seite auch zu geladen. Man provoziert dann doch gerne mit dem Letzten Reich, sieht schon Leute mit entsprechender Kleidung etc auf Veranstaltungen. Ist völlig verständlich dass die Dynamik in Deustchland so ist. Aber dem Land und der Debattenkultur würde einfach gut tun, drei ideologische Gänge zurückzuschalten. 
 
Aber Links (Prozeß gegen Deutschland) ist da zu sehr " lost". Ich würde mir mehr einfache, sachliche Debatten wünschen. Das was hier im Lande passiert ist auch nicht im Sinne von dem wofür Links eigentlich steht. 

Laurenz

8. April 2026 22:16

@Gimli ... Das passiert halt, wenn man nur bis zu den nächsten Strauchtomaten im eigenen Garten denkt. ... "haben keine Energiekrise & den aktuellen Spritpreis verantwortet maßgeblich der unfähige POTUS" ... Sie werfen hier 2 verschiedene Themen in einen Topf. 1. Die Deutsche Energiekrise basiert schlicht auf zu hohen Energiepreisen, die weder Gastronomie, noch Industrie bezahlen können. Deutschland deindustrialisiert, weil die Industrie in Staaten abwandert, in denen die Energie wesentlich billiger ist, als bei uns. Das bedeutet, daß die Kommunen absehrbar vor dem kompletten Ausfall der Gewerbesteuer stehen. Aber, zugegeben, das ist auch den Grünen im kommunalen Parlament schwer zu erklären, weil die alle noch nie einer wertschöpfenden Arbeit nachgegangen sind. Wie ich bereits erwähnte, es mangelt an Bildung & IQ bei den links-gläubigen Mitbürgern. 2. Was macht denn Ihr POTUS? Es ist völlig egal, ob Trump wirres Zeug erzählt & Merz mit jedem Satz lügt, so daß die Balken in der Bundeskanzlei bersten. Die USA hat genug Sprit, Israel bezieht den meisten Spirt aus Mexiko. Die Golf-Anrainer bekommen nur wenig Sprit verkauft, 6 Wochen lang geht nix nach Europa & so gut, wie nix nach China, obwohl China den Iran unterstützt. Es ist ein Wirtschaftskrieg. Bei den einen geht nix mehr & den Amis geht die überteuerte Munition aus, weil man Jahzehnte oligarchisch-sozialistische Rüstungspolitik betrieb. Betrachten Sie nicht das Gequatsche, sondern das, was dabei rauskommt.

Artabanus

8. April 2026 23:29

Die meisten Menschen sind nicht fähig sich aufgrund von Daten und Informationen ein eigenes Urteil zu bilden. Stattdessen übernehmen sie blind das Urteil von jemandem oder einer Institution, die sie als Autorität anerkennen. Deshalb spielen Tatsachen für das politische Weltbild der Mehrheit kaum eine Rolle. Stattdessen vertraut man lieber darauf was der Fernseher oder irgendein Prominenter sagt. Mit Argumenten kann man immer nur eine Minderheit gewinnen. Um eine Mehrheit zu gewinnen bedarf es eines dynamischen Prozesses in dem neue Autoritäten entstehen. 

dojon86

8. April 2026 23:44

@Marcus AC Severus Wenn in Ungarn plötzlich 500000 Menschen mehr auf den Arbeits- und Mietmarkt drängen würden, hätte das für die Ansässigen auf jeden Fall negative Konsequenzen. Und zwar auch dann, wenn die 500000 ethnische Ungarn wären. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, wo in Österreich noch tatsächliche Vollbeschäftigung herrschte, also bis 1973. In dieser Zeit gingen die Löhne auf Grund des Arbeitskräftemangels steil nach oben. Es gab kaum jemanden, der zu den von den Gewerkschaften ausgehandelten Löhnen arbeitete. Alle konnten sich mehr aushandeln. Dass der Lebensstandard der Massen damals steil nach oben ging, war weniger die deutsche Tüchtigkeit, sondern die traurige Tatsache, dass von den männlichen Jahrgängen 1915 bis 1923 30 % tot waren und dass die Geburtsjahrgänge 1943 bis 1950 zahlenmäßig sehr schwach waren. Letztere, die berühmte 68 Generation hatte bei Berufsbeginn überhaupt Traumkonditionen. Das erklärt vielleicht auch den Hang derselben zu Utopien. 1973 war es damit aus. Es heißt, die Ursache wäre der erste Ölpreisschock gewesen. Ich meine, dass die Babyboomkohorten damals ins Arbeitsleben eintraten, hat diesen Boom (aus Arbeitnehmersicht) beendet. Mehr Menschen in einem Land sind für die dort schon dort Wohnenden kein Vorteil und das hat vorerst nichts mit Rassismus sondern dem Gesetz der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage zu tun. 

RMH

9. April 2026 08:00

"WEnn Sie mit Meinungsfreiheit eine gefühlte Verzerrung oder ein Unbalancing im MArkt der Meinungen meinen, dann ist das die aktuelle Aushandlung - wie in jedem Markt. Soziologen und BWLer wissen das. Und "Ihr" arbeitet ja mit Inbrunst an der Verschiebung des Sagbaren - als Markteilnehmer. Ganz unverboten."
Schreibt einer frech unter einen Artikel von jemandem, der aufgrund seiner Meinungsäußerungen wie oft de-bankt wurde? Welche Repressalien erleben musste? Mithin: Netter Versuch, wenn aber sich jemand die größten Medien via Zwangsabgabe & die großen Printmedien via Subventionen sich genehm machen kann, dann ist das beim freien Wettbewerb so, als ob bei einem 100 M Lauf der eine 50 M Vorsprung eingeräumt bekommt. Wenn ein Land seinen Verfassungschutz im Schwerpunkt auf die eigenen Bürger ansetzt, um zu schnüffeln, was die wohl denken & sagen & gleichzeitig Strafgesetze so verschärft, dass man mit morgendlichen Rollkommandos rechnen darf oder Redaktionen, die einmal eine Allerweltsparole, die von einem Provinzgericht zum verfassungsfdl Kennzeichen apodiktisch erklärt wurde, historisch mit Quellen hinterfragen & zu einem anderen Ergebnis kommen, dann mit "Ermittlungen" konfrontiert werden, dann ist das ja ein ganz besonders faires Aushandeln am Markt der Meinungen. Am Ende braucht man sich über Umfrageergebnisse nicht mehr wundern, die ergeben, dass nur noch eine Minderheit von um 40% glaubt, die Meinungsfreiheit sei uneingeschränkt gewährleistet.

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