Die Jogginghose der Politik

von Wiggo Mann -- „Wir sind Liberale und Konservative.“ Ein Statement von Wolfgang Kubicki und Markus Söder? Nein, es ist der Einstieg ins Grundsatzprogramm der AfD.

Eine rech­te Par­tei, die sich kon­ven­tio­nell schminkt, um an die Macht zu kom­men, gibt ihre stärks­te Res­sour­ce auf: Sys­tem­kri­tik. Eine Par­tei wie die AfD ist nicht ein­fach libe­ral und kon­ser­va­tiv. Ihr Mar­ken­ver­spre­chen ist pure Dis­rup­ti­on. Kar­tell­par­tei­en betrei­ben Ver­wal­tung, Umver­tei­lung, Ent­eig­nung und Krieg – in Abkehr von ihren ver­meint­lich „christ­li­chen“ oder „sozia­len“ Wer­ten. Die Mar­ke AfD darf nur ein Ver­spre­chen haben: Reset des Systems.

An die­ser Stel­le einen herz­li­chen Gruß an die Leser beim Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz. Reset bedeu­tet nicht Zer­stö­rung. Im Gegen­teil. Es bedeu­tet, ein gestör­tes Sys­tem in den Urzu­stand zu ver­set­zen, damit es sei­ne Auf­ga­ben wie­der erfül­len kann. Das muß die Idee der poli­ti­schen Mar­ke AfD sein. Man­che nen­nen es radikal.

Der latei­ni­sche Wort­stamm radix bezeich­net die Wur­zel. Eine For­de­rung nach mehr Radi­ka­li­tät bedeu­tet also, Pro­ble­me grund­sätz­lich anzu­pa­cken, statt sie kos­me­tisch zu mas­kie­ren oder durch Auf­schie­be­ri­tis unsicht­bar zu machen. Die AfD muß radi­ka­le Ideen zum Sys­tem-Reset benen­nen, denn die stra­te­gi­sche Auf­ga­be ist nicht, sich zu mäßi­gen, um als Juni­or­part­ner in Ber­lin ein paar Res­sorts zu ergat­tern. Die Fra­ge ist, wie man die Posi­ti­on als radi­kal inno­va­ti­ver Hege­mon der deut­schen Rech­ten wei­ter sta­bi­li­sie­ren kann, bevor man sich von der Nor­ma­li­tät einer Koali­ti­on in Ber­lin zer­mür­ben läßt. Nein, ein biß­chen regie­ren ist nicht immer bes­ser, als nicht zu regieren.

Was inno­va­ti­ve Radi­ka­li­tät bedeu­tet, ist übri­gens nicht für jeden rechts einer soge­nann­ten Mit­te ver­ständ­lich. Fragt man Ulf Pos­ch­ardt, „Welt“-Herausgeber und Pos­ter­boy moder­ner Lib­Kons, dann erhält man in einem Pod­cast erstaun­li­che Ant­wor­ten. Ein per­fek­tes Deutsch­land bedeu­tet für Pos­ch­ardt an ers­ter Stel­le,

„…dass ein in tie­fer Armut bil­dungs­fern auf­ge­wach­se­nes Migran­ten­kind, das einen IQ von 130 hat, ein Ein­ser-Abi machen und hier Bio­tech stu­die­ren kann, um erfolg­rei­cher Unter­neh­mer zu werden.“

Im Dia­log ver­rät Ulf Pos­ch­ardt dann noch sei­ne aus­drück­lich „radi­kals­te“ Idee zur Ret­tung unse­res Lan­des: die Ver­ein­fa­chung des Steu­er­sys­tems. Wie so vie­le ande­re ver­meint­lich rech­te Kom­men­ta­to­ren ent­puppt sich auch Pos­ch­ardt, Trä­ger des Ukrai­ni­schen Ver­dienst­or­dens, als Schein­rie­se. Je näher man kommt, des­to klei­ner und uninteressanter.

Über­ra­schend kann längst nicht mehr sein, daß die AfD dage­gen kla­re Linie fah­ren muß. Wich­tig ist, daß die Par­tei ein durch­dach­tes Gesamt­kunst­werk für den Reset anbie­tet: Ande­re Wäh­rung, ande­re Sicher­heits­ord­nung, ande­re Ener­gie­ar­chi­tek­tur, Ent­fes­se­lung von Wirt­schafts­kraft, Wer­te-Kon­so­li­die­rung, eine ver­rin­ger­te insti­tu­tio­nel­le Ein­bin­dung Deutsch­lands. Über­all liegt Poten­ti­al für ein neu­es, moder­ne­res Deutschland.

Schaut man jen­seits media­ler Auf­re­gung ins Grund­satz­pro­gramm oder ins Wahl­pro­gramm 2025, dann fin­den sich bei der AfD bereits vie­le Posi­tio­nen, die stra­te­gisch hoch inter­es­sant sind, aber noch nicht als Leit­li­nie in das öffent­li­che Bild ein­ge­brannt wur­den. Die Par­tei gilt zu oft als One-Trick-Pony zum The­ma Remigration.

Spä­tes­tens mit den aktu­el­len Krie­gen sind aber bei­spiels­wei­se die Abkehr von Inter­ven­tio­na­lis­mus, eine Äqui­di­stanz zu den Welt­mäch­ten und eine Reka­li­brie­rung der Bezie­hun­gen zu Isra­el in brei­ten Schich­ten der Gesell­schaft dis­kus­si­ons­wür­di­ge Posi­tio­nen. Bei der AfD wur­den die­se Gedan­ken seit zehn Jah­ren kul­ti­viert, aber zu wenig in der Öffent­lich­keit ver­tei­digt. Was dazu führt, daß Tino Chrup­al­la wie­der ein­mal als ver­wirr­ter „Maler­meis­ter“ dis­kre­di­tiert wird, wenn er geo­stra­te­gisch klu­ge Grund­la­gen in einem aktu­el­len TV-Inter­view erläutert.

Inno­va­ti­ve Radi­ka­li­tät als Mar­ken­kern braucht ver­blüf­fen­de, ein­gän­gi­ge, kon­flikt­fä­hi­ge For­mu­lie­run­gen in jedem Poli­tik­feld. Sach­lich und deut­lich. Wer ohne­hin als Extrem­fall behan­delt wird, hat nur begrenz­ten Scha­den durch Zuspit­zung. Die eta­blier­te Poli­tik hat die AfD über Jah­re als wan­deln­den Aus­nah­me­zu­stand behan­delt. Genau dadurch kann sie in der heu­ti­gen Kon­ver­genz der Kri­sen zur Inno­va­ti­ons­hoff­nung wer­den. Der stra­te­gi­sche Anspruch kann nicht lau­ten: „Wie wir­ken wir ab sofort harm­lo­ser?“ Son­dern: „Wie wer­den wir noch inter­es­san­ter, bevor wir nor­ma­ler werden?“

The­ma­ti­sche Hege­mo­nie muß dazu füh­ren, daß am Ende selbst die Geg­ner in den Begrif­fen des Her­aus­for­de­rers spre­chen. Wenn die CDU über Gren­zen reden muß wie die AfD, wenn die SPD über Eli­ten­miß­trau­en reden muß wie die AfD, wenn die Grü­nen plötz­lich Sou­ve­rä­ni­tät ver­tei­di­gen müs­sen, dann hat die AfD schon halb gewon­nen, bevor sie regiert.

Inno­va­ti­ve Radi­ka­li­tät über­rascht vor allem in Berei­chen, die dem Bür­ger als hoff­nungs­los unent­wirr­ba­res Laby­rinth erschei­nen – wie die Finanz­po­li­tik. Deutsch­land nimmt erst­mals rund 1.000 Mil­li­ar­den Euro Steu­ern ein und steckt den­noch in einer fis­ka­li­schen Kata­stro­phe. Da hilft dem Bür­ger kein opti­mier­tes Steu­er­sys­tem mehr, kein klein­tei­li­ges Geme­cker über Rad­we­ge in Peru oder die Dis­kus­si­on über Ben­zin-Sub­ven­ti­on. Da hilft nur ein gro­ßer Reset. Ange­scho­ben durch das Ziel einer Abschaf­fung der Lohnsteuer.

Die Lohn­steu­er macht etwa 280 Mil­li­ar­den aus. Radi­ka­le Haus­halts­dis­zi­plin und tie­fe Ein­schnit­te müs­sen Hand­werks­zeug einer AfD-Regie­rung sein, damit für den nicht-ver­be­am­te­ten Bür­ger das Brut­to zu Net­to wird. Steu­er auf Arbeit ist ohne­hin his­to­risch rela­tiv neu. Wir haben uns schnell gewöhnt an die Ver­schleie­rung tat­säch­li­cher Wert­schöp­fung gegen­über Arbeit­neh­mern, die Instru­men­ta­li­sie­rung der Arbeit­ge­ber als Steu­er­ein­trei­ber, die Explo­si­on der Staats­quo­te und die Bestra­fung von Leistung.

Ent­wür­fe die­ser radi­ka­len Spreng­kraft und dis­zi­pli­nie­ren­den Wir­kung muß die AfD intern ent­wi­ckeln. Im genann­ten Fall wären Kay Gott­schalk und sein Team zustän­dig. Der finanz­po­li­ti­sche Spre­cher der Par­tei wür­de nach übli­chem Mus­ter in einem AfD-Kabi­nett der nächs­te Finanz­mi­nis­ter der dritt­größ­ten Indus­trie­na­ti­on. Die Ansprü­che soll­ten hoch liegen.

Gott­schalk ist ein fröh­li­cher und enga­gier­ter Kom­mu­ni­ka­tor. Man erfährt auf sei­nen Social-Media-Accounts, daß bei­spiels­wei­se in der „28. Sit­zung des Finanz­aus­schus­ses“ im Bun­des­tag total „span­nen­de The­men“ ganz „kon­tro­vers“ bespro­chen wur­den. Unter ande­rem das Alters­re­form­vor­sor­ge­ge­setz im Rah­men der „Nach­be­spre­chung zur Anhö­rung“. Hier hat Gott­schalk irgend­was „abge­dealt“ und „Ideen ein­ge­bracht“. Denn „der Weg ist rich­tig, aber es feh­len noch Din­ge“. Klar ist für ihn trotz­dem: „Man muss die Mühe, die sich die Regie­rung gege­ben hat, schon loben.“ Ist da einer schon im Sys­tem ange­kom­men, bevor er in der gepan­zer­ten Limou­si­ne sitzt?

Es feh­len revo­lu­tio­nä­re For­de­run­gen im Sti­le des ame­ri­ka­ni­schen Wirt­schafts­wis­sen­schaft­lers Man­cur Olson („The Rise and Decli­ne of Nati­ons“, 1982), der die Zer­rüt­tung von Staats­fi­nan­zen auf die Asym­me­trie von klei­nen, gut orga­ni­sier­ten Inter­es­sen­grup­pen gegen die unstruk­tu­rier­ten und mani­pu­lier­ten Debat­ten einer brei­ten Öffent­lich­keit zurückführt.

Nicht nur die Höhe der Staats­aus­ga­ben ist ein Pro­blem, son­dern die ver­meint­li­che Unum­kehr­bar­keit ein­zel­ner Pos­ten. Dazu bie­tet das Estab­lish­ment mikro­po­li­ti­sche Aggres­si­ons­be­wäl­ti­gung an der Zapf­säu­le als Ablen­kung. Ganz im Sin­ne der Ver­lust-Aver­si­ons-Theo­rie der Nobel­preis­trä­ger Kahneman/Tversky. Wer Staats­fi­nan­zen sanie­ren und den Bür­ger befrei­en will, muß die Macht der orga­ni­sier­ten Min­der­hei­ten brechen.

Lei­der kommt dazu wenig Grund­sätz­li­ches aus dem Finanz-Team der AfD, wäh­rend der deut­sche Staat fis­kal am Abgrund steht. War­um? Der wich­tigs­te Finanz­ex­per­te der Par­tei wur­de nach eige­nen Anga­ben im Umfeld von Ver­si­che­run­gen und Struk­tur­ver­trie­ben über Jahr­zehn­te sozia­li­siert. Was bewegt also das ehe­ma­li­ge SPD-Mit­glied Gott­schalk mit Blick auf alter­na­ti­ve Ideen zu Staatsfinanzen?

Laut sei­ner Home­page sind es – wie bei Ulf Pos­ch­ardt – „ein gerech­te­res Steu­er­sys­tem“, unter ande­rem durch die Redu­zie­rung der „kal­ten Pro­gres­si­on“ in den Berech­nun­gen. Und ein Ren­ten­sys­tem, das auf eine „brei­te­re Finanz­ba­sis gestellt wer­den muss“. So weit, so lang­wei­lig. Die drin­gend not­wen­di­ge Radi­ka­li­tät bie­tet Kay Gott­schalk weni­ger in sei­nem Fach­be­reich, als bei lau­ni­gen Inter­views und Video-Plau­de­rei­en. Im Gespräch mit dem links-akti­vis­ti­schen Digi­tal­me­di­um „T‑Online“ redet Gott­schalk aus­führ­lich und poli­tik­fern über sei­ne sexu­el­le Ori­en­tie­rung. Immer­hin mit dem inno­va­ti­ven Gedan­ken, daß sich „Heten“, also Paa­re aus Mann und Frau, nicht im öffent­li­chen Raum küs­sen sollten.

Die Par­tei ist auf dem Weg zum radi­ka­len Inno­va­tor noch etwas wacke­lig. Die grund­sätz­li­che Stra­te­gie muß das Estab­lish­ment vor Her­aus­for­de­run­gen stel­len. Den Rest erle­digt die Sozio­lo­gie unter dem Begriff „Dif­fu­si­on of Inno­va­tions“, erst­mals beschrie­ben von Ever­ett M. Rogers. Er defi­nier­te die Ver­brei­tung einer radi­ka­len Inno­va­ti­on als Pro­zeß der schlei­chen­den Über­nah­me von Ideen oder Pro­duk­ten in einem sozia­len Raum über län­ge­re Zeit. Rogers ent­wi­ckel­te vor sech­zig Jah­ren bereits Begrif­fe wie „Ear­ly Adop­ters“ und wies gleich­zei­tig dar­auf hin, daß der ent­schei­den­de Markt­an­teil erst ent­steht, wenn auch die „Late Majo­ri­ty“ ver­stan­den hat. Das Grund­prin­zip der „Dif­fu­si­on of Inno­va­tions“ gilt für die Aus­brei­tung erfolg­rei­cher Pro­duk­te. Was bei erfolg­rei­chen Unter­neh­men ange­wandt wird, muß auch das Ver­spre­chen der größ­ten deut­schen Volks­par­tei sein: Wo wir sind, ist vorn.

Eine sol­che inno­va­ti­ve Radi­ka­li­tät hät­te vor­aus­sicht­lich vier Effekte:

Ers­tens wür­de die Uni­on wei­ter aus­ge­höhlt. Nicht, weil sie die­sel­ben Posi­tio­nen über­neh­men müss­te. Son­dern weil sie gezwun­gen wäre, auf einem Feld zu kämp­fen, das ihr nicht liegt: alter­na­ti­ve Ent­wür­fe. Wenn die AfD neben Remi­gra­ti­on auch noch bei Geld, Ener­gie, Außen­po­li­tik und ande­ren Berei­chen einen erfolgs­ver­spre­chen­den Reset anbie­tet, sähe die Uni­on aus wie ein Insolvenzverwalter.

Gleich­zei­tig kämen die jun­gen Rei­chin­nek-Fans unter Druck, weil anti-glo­ba­lis­ti­sche oder sozi­al-pro­tek­tio­nis­ti­sche Impul­se nicht mehr in ihrem Allein­be­sitz wären. Die AfD wür­de in ein poli­ti­sches Ter­rain ein­drin­gen, in dem es dar­um geht, kom­men­de Gene­ra­tio­nen vor dem Zugriff des Estab­lish­ments zu schützen.

Drit­tens wür­de die Brand­mau­er teu­rer für ihre Kon­struk­teu­re. Je grö­ßer und pro­gram­ma­tisch brei­ter die AfD wird, des­to irra­tio­na­ler wirkt ihr Aus­schluß. Eine AfD, die inno­va­tiv, sozi­al, und dabei gleich­zei­tig radi­kal ist, ver­la­gert den Druck. Die Fra­ge lau­tet nicht mehr: „Darf man mit ihr arbei­ten?“, son­dern: „Wie lan­ge kann man ein Drit­tel der Wäh­ler dau­er­haft exkommunizieren?“

Schließ­lich wür­de eine inno­va­ti­ve Kraft das Par­tei­en­sys­tem auch psy­cho­lo­gisch umsor­tie­ren. Die Wäh­ler ver­zei­hen einer dis­rup­ti­ven AfD eher tech­ni­sche Unschär­fe, also „Noi­se“, als einer eta­blier­ten CDU die ideen­lo­se Müdig­keit. Eine AfD als Ver­tre­te­rin eines Resets besetzt die Markt­lü­cke nach dem Aus­ster­ben der Boomer-Generation.

Aber die­se Stra­te­gie ist nicht gra­tis. Ihre Kos­ten lie­gen in höhe­rer Ver­wund­bar­keit der Par­tei. Zum einen wächst der Glaub­wür­dig­keits­druck. Wer über Dexit, WHO-Aus­tritt, Nord Stream, stra­te­gi­sche Auto­no­mie, Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung und Wirt­schafts­wachs­tum durch radi­ka­le Steu­er­schnit­te spricht, muß irgend­wann zei­gen, daß er nicht nur Empö­rung, son­dern Staats­kunst beherrscht.

Zum ande­ren wür­de eine sol­che Linie die Par­tei stär­ker in Kon­flikt mit Sicher­heits­be­hör­den, inter­na­tio­na­len Part­nern, Wirt­schafts­ver­bän­den und den export­ori­en­tier­ten Tei­len des Kapi­tals brin­gen. Ein Kraftakt.

Der Umbau von ehe­ma­li­ger Pro­test­be­we­gung zum uner­schro­cke­nen Staa­ten­len­ker beginnt schon in der Theo­rie­ar­beit und den grund­le­gen­den Tex­ten. Aus­sa­gen der AfD müs­sen zukünf­tig fun­diert, knapp, popu­lär, ver­blüf­fend, also im bes­ten Sin­ne merk­wür­dig sein. State­ments an der Schnitt­stel­le von tie­fer Sach­kennt­nis und Auf­bruch­stim­mung. Unge­fähr das Gegen­teil der Prä­am­bel des Grundsatzprogramms:

Zusam­men­ge­fun­den haben wir uns als Bür­ger mit unter­schied­li­cher Geschich­te und Erfah­rung, mit unter­schied­li­cher Aus­bil­dung, mit unter­schied­li­chem poli­ti­schen Wer­de­gang. Das geschah in dem Bewusst­sein, dass es an der Zeit war, unge­ach­tet aller Unter­schie­de, gemein­sam zu han­deln und ver­ant­wor­tungs­be­wusst zu tun, wozu wir uns ver­pflich­tet fühlen.

Sol­che Phra­sen kön­nen weg. Sie sind die sprach­li­che Jog­ging­ho­se der Poli­tik. Bequem. Form­los. Pein­lich. Wer sowas öffent­lich trägt, hat laut Karl Lager­feld bekannt­lich „die Kon­trol­le über sein Leben verloren“.

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Kommentare (39)

Engel 0102

15. April 2026 15:24

Migrantenkind mit einem IQ von 130? Tja, wir haben eindeutig als weiße deutsche Gesellschaft versagt. Allerdings gibt es solche Kinder schon, in Ostasien...

NC472

15. April 2026 16:05

Was hier vergessen wird ist, dass es leider formal noch immer eine "Demokratie" ist und in einer solchen entscheiden Mehrheitsblöcke, müssen zumindest geködert werden. Der Mehrheitsblock aufgrund der verdrehten Demographischen Pyramide ist nunmal der 50+ Block und der wird sicher nicht durch Wahlen seine legislativ versprochenen Ansprüche auf sozialistische Pyramiden- und Ponzispiel-Auzahlungen auf Kosten zukünftiger Generationen aufgeben, nachdem der Block 40 Jahre in bankrotte Betrügerreien eingezahlt hat.
Der politische Reform- oder gar Revolutionsweg ist versperrt. Für AfD wie für alle anderen, welche Partei politische Demokratie spielen wollen führt leider kein Weg an diesem Demographischen Block vorbei, und damit in den finanziellen und ökonomischen Untergang.
Die politischen Lösungen sind lange vorbei, alle Chancen wurden verspielt. Wer unter 50 ist, noch mehr die unter 40 und 30 haben nur mehr einen rationalen Spielzug, und das ist der Politik und der sozialen Ordnung nach 20. Jahrhundert dem Rücken zuzukehren und sollte die Geronde Ordung anklopfen einen stumpfen Gegenstand zu nutzen.

MarkusMagnus

15. April 2026 17:33

"Da hilft nur ein großer Reset. Angeschoben durch das Ziel einer Abschaffung der Lohnsteuer."
Sehr gut, endlich kommen wir mal zum leidigen Thema.
Ich soll Steuern bezahlen das ich arbeite? Geht's noch?
Bin ich der Einzige der je gemerkt hat wie absurd das ist? Die Sache ist auch in Amerika ein heisses Eisen (FED, IRS).
"Steuer auf Arbeit ist ohnehin historisch relativ neu"
Natürlich. Früher hätte man Leute für so eine unverschämte Forderung geteert und gefedert. Lassen wir uns zuviel gefallen?
 
 

Majestyk

15. April 2026 18:37

@ Engel 0102:
"Migrantenkind mit einem IQ von 130?  Tja, wir haben eindeutig als weiße deutsche Gesellschaft versagt."
Dem ist auch so. Letztes Jahr wurde in meinem Ort massiv das Glasfasernetz ausgebaut. Unter den Arbeitskräften kein einziger Deutscher. Letzte Woche besuchte ich meine angeheiratete Base im Altersheim, die Pflegekräfte überwiegend nicht deutsch. Wenn deutsche Kinder nur noch Beamter, YouTuber, Influencer, politischer Aktivist, Feminismus/ Klima/ Antirechts Beauftragter oder sonst was werden wollen, muß die Arbeit in Industrie, dem Sozialwesen oder auf dem Bau eben von anderen verrichtet werden. Und dort wo wirklich Arbeitskräftemangel herrscht, braucht es keinen IQ von 130. In Ingenieursberufe zieht es die deutsche Jugend ja auch nicht gerade.
Die Fixierung auf den IQ à la Sarazzin ist ein Irrglaube. Wichtiger als IQ ist Mentalität. Ich selber wurde als verhaltensauffälliger renitenter Jugendlicher mit vermeintlichen oder echten Problemen an meiner katholischen Lehranstalt durch Druck vom Lehrkörper an eine Kinderpsychologin verwiesen. Soll keine Angabe sein, mein IQ war laut Messung ziemlich hoch. Eine Verhaltensauffälligkeit konnte von der Psychologin nicht festgestellt werden. Hat mir aber auch nicht weitergeholfen, über Versandplanung in einem Industriebetrieb bin ich nie hinausgekommen. So sehr ich gegen die Überfremdung bin, die Fremden sind nicht das Problem und ziemlich viele von denen sind fleißiger als viele Deutsche und haben auch mehr Familiensinn.

Franz Bettinger

15. April 2026 20:50

@WM, Sie sind ein echter Gewinn für SiN. Es macht Spaß, Sie zu lesen. Und Sie haben recht: Slogans wie Ami go home, Raus aus der EU und evtl. auch Zurück zur D-Mark sind provozierend aber auch orientierend. Man kapiert dann schnell, wofür die AfD eigentlich steht. Immer mehr Menschen finden diese Ziele gut. Angefangen hat der Kampf mit offenem Visier, als Weidel sagte Die Nazis waren Linke. Das war Klasse. Gut wäre auch: Nein zu jeder Sanktion-Politik! - Nein zu allen Impf-Pflichten! Keine Windrädern im Wald! Nein zum kriegstüchtig Werden! Und Bargeld erhalten

Liselotte

15. April 2026 20:50

Hm. Hmm. Ja schon, aus werbestrategischer Sicht sind radikale Ansagen verkaufsfördernder als das, was alle sagen. Aber ist es sinnvoll, dies ins Parteiprogramm zu schreiben? - Wie auch immer, es würde Erwartungen wecken, die allenfalls mit durchgehaltenem Illusionstheater teilweise zu befriedigen wären, bzw. Trumpschen Bocksprüngen. Wäre dazu jemand willens, in der Lage und zirkustauglich genug? - Ich komme darauf, weil ich heute irgendwie nach mehreren Verlinkungen auf https://www.digitalerungehorsam.de/post/professional-wrestling-politische-akteure stieß (scheint eine Kommunikationsagentur in Prenzlauer Berg zu sein, eine der Ecken, wo Berlin am linkesten und grünsten ist), und mir diese Parallelisierung der Dramaturgie/Choreographie und der flirrenden Ungewißheit, ob gescripted oder real, für manche beobachteten Phänomene durchaus passend erschien.

HagenAlternat

15. April 2026 21:16

Der (hervorragende!) Artikel geht mMn von einer falschen Prämisse aus: Den Funktionären fehlt der Kampfgeist, wie vielen Mitgliedern auch. Das deutet Wiggo Mann an: "Ist da einer schon im System angekommen, bevor er in der gepanzerten Limousine sitzt?" Muss die Antwort auf diese rhetorische Frage noch diskutiert werden? Man vergleiche dazu die Kämpfe bei den Listenaufstellungen. Pfründe sind wichtiger als Überzeugungen. 
Verwunderlich ist das nicht, denn die Dekadenz einer Gesellschaft geht an der AfD nicht vorbei. Nicht grundlos wird sie als "jüngste Altpartei" betitelt. 

fw87

15. April 2026 21:42

Der Analyse des Autors stimme ich zu. Parteiprogramme sind heute in der Regel sehr umfangreich. Mit Blick auf ein mögliches neues Programm der AfD sollte man sich überlegen, ob man diesen Weg wirklich mitgehen muss. Sind ellenlange Parteiprogramme wirklich in der Lage Parteimitglieder politisch zu formen? Wer liest so etwas überhaupt und wie kann man hier immer das wichtige vom weniger wichtigem unterscheiden? Ein Programm mit über 100 Seiten kann hier eine Informationsüberflutung sein, die dann nur wenig Effekt auf die Mitglieder haben wird. Nicht zuletzt besteht bei einem allzu umfangreichen Programm die Gefahr, dass schwiemelige Kompromisse gemacht werden. Da flechtet dann jede Seite ihre Sätze mit rein, sodass man am Ende gar kein sinnvolles Ganzes mehr hat. 
Nach dem Motto "In der Kürze liegt die Würze" hielte ich ein Parteiprogramm mit dem Umfang von etwa 15-20 Seiten für sinnvoll. In diesem Rahmen könnte sich die Partei ein klares Profil mit festen Grundsätzen geben. Gleichzeitig würde man eine Bevormundung der Mitglieder vermeiden, wenn nicht gleich alle politischen Themen bis ins Detail vorgegeben werden. Der Diskurs innerhalb der Partei bliebe lebendig. Gerade durch eine solche Vitalität sollte sich die AfD ja von den anderen Parteien unterscheiden, die nur noch monotone Prozesse kennen. 

RMH

15. April 2026 22:06

Kann mit dem Artikel nicht viel anfangen- was will der Autor erreichen? Wenn er etwas an der AfD ändern will, dann soll er versuchen, seine Thesen dort durchzusetzen (viel Spaß). Hier stellt man fest, dass es mal wieder einer irgendwie besser weiß & eben 13 Jahre Parteientwicklung mal eben so abräumen will & irgendein Konzept vorstellt. Ein Grundsatzprogramm ist noch dazu eine Art Verfassung einer Partei, entsprechend ist der Sound im Stile von "We the people ..." Sehe da keine Jogginghose, die im übrigen, wenn sie bestimmungsgemäß verwendet ist, absolut zweckmäßig ist, eher Frack & Zylinder. Das seltsame Gottschalk-Bashing ist Abarbeiten an der falschen Person. Gottschalk wird, im Gegensatz zum Autor, immerhin wissen, dass die Lohnsteuer nur eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer ist. Also was will er? Das Einkünfte nicht besteuert werden oder will er nur die Steuern auf Einkünfte aus nichtselbstst. Arbeit weg haben, was verf-rechtlich nicht möglich ist. Ich persönlich bin auch für weniger Steuern, denke aber, dass die Konzepte, die u.a. von Gottschalk & dem Rest der AfD verbreitet werden, seröser sind, als wenn man Steuerparolen nur unter dem Aspekt des Marketings in die Welt setzt.

Der mit dem Wolf tanzt

15. April 2026 22:49

System-Kritik, System-Reset - das ist DIE zentrale Frage über die weitere Existenz des Deutschen Volkes als Kultur-und Sozialgemeinschaft.
In diesem Sinne ist dieser Artikel als herausragend/wegweisend zu bewerten. Denn eins ist klar: Ein Zurück (aus bürgerlicher Bräsigkeit) kann und darf es nicht geben.
Dieses Thema muß (auch über die AfD) in die Öffentlichkeit getragen werden. Dazu brauchen wir Ideen und konkrete Ansatzpunkte im Sinne einer Kultur-Revolution von RECHTS.
Obwohl Schnellroda hier schon gute Vorarbeit geleistet hat, stehen wir - als Speerspitze der neuen Rechten - immer noch am Anfang.
Lasst uns konkret werden!

Rheinlaender

15. April 2026 23:16

Ein Dexit wäre kein Ausdruck von "innovativer Radikalität", sondern von autoaggressivem Wahnsinn. Strategische Autonomie wird es im Bereich Wirtschaft für Deutschland (wenn überhaupt) nur im Kontext europäischen Freihandels geben, inklusive Übergangszeit von mindestens zehn Jahren, um entsprechende Abhängigkeiten von den USA und China und einigen anderen Staaten auf Grundlage eines mit vielen hundert Milliarden Euro ausgestatteten, auf europäischer Ebene koordinierten und langfristig angelegten Generalplans zu reduzieren. Im Bereich Sicherheit ist strategische Autonomie auf nationaler Ebene aus deutscher Perspektive noch illusorischer. Mir wäre auch nicht ein einziger Kopf der Partei bekannt, der sich aktuell in einer relevanten Funktion befindet und dazu irgendeinen tragfähigen Gedanken vorgelegt hätte. Die Partei hat z.B. keine Antwort darauf, wie sie die Seewege offenhalten will, von denen Deutschland existenziell abhängig ist, und wie sie den Bedrohungen aus West und Ost begegnen will. 

Ordoliberal

15. April 2026 23:56

@Majestyk
Sehe ich auch so. Ein Problem sind nur die Fremden, denen die Deutschen so fremd sind und so fremd bleiben, dass sie sich nicht mit ihnen verheiraten wollen. Und die Fremden, die so faul oder so dumm sind, dass sie nicht mit den Deutschen zusammenarbeiten. Diese Fremden dürfen unter keinen Umständen aufgenommen werden. Familie und Arbeit integrieren, nichts sonst. Auch die Schule integriert nicht mehr bei dieser Menge an unqualifizierter Zuwanderung. Der Asylparagraf gehört daher ersatzlos gestrichen. Aber schon diese Forderung gilt ja in Deutschland als radikal.
Alle weiteren radikalen Forderungen sind bereits libertär. Die Staatsquote zu senken bedeutet Subventionen, Regulierungen, Sozialleistungen, Schulden und Steuern zu senken. Es gibt ja ganze Behörden, die man sofort abschaffen könnte. Man könnte auch die Finanzierung sämtlicher NGOs abschaffen. Marktwirtschaftlichkeit ist zur Zeit die radikalste Forderung, die man als Partei stellen kann. Denn sie tötet "unsere" heilige Kuh: Die "Transformation".

Gracchus

16. April 2026 00:22

Ich würde das goutieren, bin mir aber nicht sicher, ob auch die ((früh-)vergreiste) Wählerschaft. Die Politik mindestens des letzten Jahrzehnts lässt sich im Übrigen mühelos als extrem disruptiv beschreiben - Energiewende, Grenzöffnung, Corona, Kriegsangst -, all das verkauft von Politikern mit dem Charisma der Charismalosigkeit - so dass eine gewisse Disruptionsmüdigkeit nicht unverständlich ist. 
Man bräuchte überdies ja Personal, das so etwas glaubwürdig darstellt, und da haperts ja auch scheint mir. 

thoma

16. April 2026 00:44

Ja, die eingesparte Lohnsteuer gibt der Arbeitgeber garantiert weiter, bzw: nachdem die Inflation zugeschlagen hat, wird die Verhandlungsposition des Arbeitnehmers nach etwas Deregulierung bestimmt toll. 
Die soziale Position der Rechten ist stets lediglich die kurzfristige Steuerentlastung, die kaum weitergegeben wird. Flankiert von Einschnitten, die die Verhandlungsposition der unteren Lohngruppen unterspülen. 
Entsprechend ist der erfolgreiche Fokus eher in Richtung Kulturkampf. Noch mehr in einem Deutschland, in dem die USA in Hinblick auf die soziale Agenda eher als abschreckendes Beispiel dienen. Was die Haushaltsdisziplin in der Praxis bedeuten soll, sollte man schön im Ungefähren lassen.

Laurenz

16. April 2026 01:37

@WM, ganz anders als @Franz Bettinger, der immer weiter in Absurditäten & Phantasiewelten abdriftet, beschleicht mich das Gefühl, daß Sie weder regelmäßig SiN-Artikel, geschweige Kommentare darunter lesen oder überhaupt irgendwas aus Alternativen Medienangeboten mitkriegen. Die AfD war nie eine rechte Partei. Sie wird nur so vom politischen Gegner klassifiziert. Die mythologische Märchen-Nazi-Flut in Deutschland ist fast auf 30% angewachsen, laut der Linken. Als ich mich heute Mittag dem Sisyphos-Schreiben wider die politische Naivität unterm JS-Artikel widmen, mich aber nicht entschließen konnte, recherchierte ich per KI zu den politischen Verhältnissen in Irland. Die KI bezeichnete mit dem Jargon "klassischer Politologie" die Irische Junta als christlich-liberal. Wie beim Oderdurchbruch der Sowjets Himmler meinte, "der größte Bluff seit Dschingis Khan". Parteien, die treu zur EU-Kommission, zur Masseneinwanderung & COScheiß-Bepreisung stehen, sind schlicht gesichert linksextrem. Empfehle Ihnen, @WM, Hitlers Abschrift linker Quellen zur Propaganda-Mechanik in "Mein Kampf" nachzulesen, was ja nichts mit Hitlers politischer Haltung per se zu tun hat. Danach können Sie Ihre politische Diversität den Hasen geben. Die AfD wächst, wie der Profi-Pinocchio in den Umfragen verliert. Sie schätzen auch die Masse der System-Profiteure völlig falsch ein. Die AfD wächst jedes Jahr durch 1 Mio. verstorbener Rentner p.a.

Laurenz

16. April 2026 02:07

Neulich erzählte ich dem Forum, daß ich seit ein paar Wochen zum Einschlafen oder morgens Kaffee kochen, mir die wöchentlichen Pressekonferenzen der AfD-Bundestagsfraktion unter der Regie Dr. Baumanns nebenbei laufen lasse, seit ca. 2023 (, auch mit Gottschalk). Gemäß Ihrem Artikel werden Sie noch nie eine einzige gehört haben. Da ist die Hütte mit Journos immer voll & die Kommunikation mit diesen linken Märchenerzählern meistens sachlich. Mehr Diversifizierung über alle Politikfelder hinweg hat es nie gegeben, schon gar nicht bei der Brandmauerfront. Gottschalk kommt aus NRW. Sie können den riesigen Anteil der AfD-Mitglieder aus NRW nicht einfach wegdebattieren oder meinen, diese müßten Ihnen, dem großen Zampano der neurechten Meinungsfront zu Füßen fallen. Sie, WM, kommunizieren doch mit EL, der einen praktischen Einblick in den politischen Alltag in Bandenburg hat. Sagt EL Ihnen nichts? Man kann nicht Mehrheiten die Pfründe wegnehmen wollen. Sie können nur, um den Wortschatz Broders zu nutzen, den Schmarotzern ans finanzielle Leder gehen. Irgendwer muß sie auch wählen. Es wäre schon ein Fortschritt, den Einkommenssteuersatz unter den der Kapitalertragssteuer von 25%, bei ausländischen ETFs 18% zu drücken. Sie sind einfach nicht kreativ. Was kann nicht abhauen? ZB Immobilienvermögen ab 10 Mio. Wert besteuern. Damit diversifiziert man den Immobilienbesitz & senkt die Preise.

Umlautkombinat

16. April 2026 08:55

Wirtschaftskraft wird entfesselt durch Innovation. Letztere tragen zu nicht unwesentlichen Teilen gerade Selbststaendige. Und da spielt das Wort liberal eine Rolle, dessen undifferenziertes Bashing wieder einmal nicht fehlen darf. Gehen wir dort doch mal zur Radix. Lange vor irgendwelchen Unterschieden liberal/libertaer (die ja nur aus Ruecksicht auf kulturell-/sprachliche Gegebenheiten existiert, schon Hayek war nach seiner Uebersiedlung damit gar nicht gluecklich) oder dem deutschen politischen homoeopathischen Aufguss FDP etc. An dieser Wurzel ist liberal Eigenverantwortung und unabhaengiges individuelles Denken. Das Tragen eines Risikos aus dieser Position heraus. Konzepte, die Rechts wie Links fremd sind und wofuer dort keine Entsprechungen existieren. Insofern darf die AfD gern etwas davon haben. Goldman-Sachs, ja, die Weidel kommt aus dem Stall und die Endphasen von Liberalismus, speziell heutige Form von Globalismus, sind gerade auch dadurch beschrieben und hochproblematisch. Mir hat nur noch niemand erklaeren koennen, wie man die Entartungen wegbekommt, ohne die Wurzel abzuschneiden. Oder schon, wie man meint, ohne diese Wurzel weiterzumachen gedenkt.

Marcus AC Severus

16. April 2026 09:24

Danke für den Artikel, schöne Ansätze. Das A in der AfD ist der Schlüssel zum Erfolg. Könnte von der Partei selbstbewusster getragen werden, nicht nur in Identitätsthemen die alleine kein Brot auf den Teller bringen. 

RMH

16. April 2026 09:33

"Ja, die eingesparte Lohnsteuer gibt der Arbeitgeber garantiert weiter," 
@thoma, auch hier wieder bitte: Etwas Kenntnis vom Steuerrecht & dessen Genese schadet nie. Der Arbeitgeber spart sich gar nichts ein. Der Arbeitgeber wurde durch die Sozis nach dem WK1 & den resultierenden, immensen Staatsschulden nach verlorenem Krieg + Siegerdiktat zur Einzugsstelle des Staates für die reichsweit neue Einkommensteuer (davor war die Einkommensbesteuerung, wenn ich mich richtig erinnere, Ländersache & extrem niedrig & die Masse der Leute zahlte gar nichts). Steuerschuldner ist & bleibt trotz Abführung der Steuern direkt durch den Arbeitgeber der Arbeitnehmer (der dann im Jahr drauf eine Steuererklärung macht). Mein Steuerrechtsausbilder von der OFD Nürnberg hat uns bereits Anfang der 90er Jahre gesagt, wenn der Staat einmal die Arbeitgeber nicht mehr als Einzugsstelle für Steuern & Sozialabgaben einspannt & die Lohnempfänger selber alle Abgaben abzuführen haben, dann kommt die Revolution, denn dann spüren sie direkt, wie viel Geld sie zahlen. Irgendein Schatzmeister eines französischen Königs soll sinngemäß gesagt haben, Steuererhebung ist die Kunst, die Gans so zu rupfen, dass sie nicht das Schnattern anfängt. Und genau das ist das Prinzip Lohnsteuer.

RMH

16. April 2026 10:29

"Oder schon, wie man meint, ohne diese Wurzel weiterzumachen gedenkt."
@Umlautkombinat, da bin ich ganz bei Ihnen. Wer den Slogan Lohnsteuer weg ernsthaft haben will, der muss dann konsquent Einkommensteuer weg sagen. Aber damit zieht man aus Sicht mancher Rechten dann gleich irgendein liberales /libertäre Hautgout an sich, welches man nicht will, denn man denkt ja auch dort, Selbständige seien alles porschefahrende Lindnerkopien.
@Laurenz, bei ihrem Beitrag #16. April 2026 02:07 merkt man, dass Sie aus der Finanzwelt beruflich kommen. Bitte mehr davon.
@All: Ich bin immer wieder befremdet, wie wenig wirtschaftliches, finanzielles & auch steuerrechtliches Grundwissen hier durchscheint. Es wurde in dieser Debatte noch nicht genannt, aber in anderen wurde bspw. schon - wie es die SPD/Linke auch tut - beklagt, dass die Kapitalertragssteuer ja "nur" bei 25% liegt. Übersehen wird dabei, dass alles, was eine Körperschaft an Gewinnen ausschütten kann, bereits auf Ebene der Körperschaft besteuert wurde. Linke & manche Rechte wollen dann Steuern auf bereits 1x versteuerte Gewinne. Absurd. Die Liste der Erstaunlichkeiten lässt sich fortsetzen.

RMH

16. April 2026 10:38

Im Grunde genommen ist unser Staat pleite. Man müsste daher einmal - zumindest gedanklich - das Regime einer Insolvenzverwaltung propagieren, was bedeutet: Alles, was der Staat zu bekommen hat, wird eingezogen & alles, was der Staat zu bezahlen hat, wird auf die Quote, die sich bei Verteilung des verwertbaren Vermögens ergibt, beschränkt. Da es keinen Pensionssicherungsverein außerhalb des Staates gibt, würden die Damen & Herren Systemträger aka Beamte blöd aus der Wäsche schauen. Aber auch jeder einzelne Bürger. Deutsche Staatsinsolvenzen wurden in früheren geschichtlichen Epochen meist durch Geldentwertung & Neueinführung einer Währung gemacht. Mit dem Euro wird das schwer. Auf der anderen Seite: Die Vorzüge der EU hat vor kurzem erst hier sogar M. Sellner gelobt. Aber radikales, fiskalisches & wirtschaftliches Denken beginnt genau mit dieser Grunderkenntnis: Der Staat ist pleite. Und darauf baut man auf. Vermutlich kann man damit keine Wahlen gewinnen, aber mit den Vorstellungen von WM aus meiner Sicht auch nicht. Für rechte "Think Tanks" wie hier, kann es aber eine Aufgabe sein, dies zu durchdenken.

tearjerker

16. April 2026 10:51

Der deutsche Staat steht finanziell nicht am Abgrund. Umverteilung durch Steuern und Sozialabgaben seit 2005 von 1 Billion Euro auf über 2 Billionen Euro gestiegen. Das hätte sich noch zur Jahrtausendwende niemand vorstellen können, und man wird deshalb bereits in wenigen Jahren nostalgisch auf die Merkel-Zeit zurückblicken. Die Alternative legt zu, weil man erwartet, dass die Riesenbeträge nicht an Landfremde verteilt und die eigenen Ansprüche nicht geschmälert werden. Niemand hat die Absicht die Ausgabenbonanza zu beenden bzw nicht von ihr zu profitieren. Es gibt auch kein Publikum, das ausreichend gross wäre um mit Senkung der Ausgaben, die Inländer betrifft Politik zu machen.

thoma

16. April 2026 11:12

@rmh in der Praxis geht es um die Verhandlungsposition zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Und ja auch in der Praxis wird es als Teil der Lohnzahlung empfunden. Die Auswirkung bleibt wie geschrieben. Recht zügig ist der Effekt verflogen, die weggefdllene soziale Absicherung bleibt aber.

RMH

16. April 2026 11:21

Lassen wir Herrn Gottschalk durch ein Zitat aus dem Interview, welches er dem bösen Portal t-online gegeben hat, doch einmal selber zu Wort kommen:
"In einer Partei gehört es immer auch dazu, sich ein Stück weit zurückzunehmen. Der Anspruch ist heute bei vielen, ob in Partei, Beruf oder Partnerschaft: Es muss alles 100-prozentig stimmen. Man akzeptiert kaum noch jemanden, der nur 70 Prozent des Programms trägt. Ein Beispiel ist da Herr Maaßen in der CDU. Aber auch bei uns gibt es viele, die sehr empfindlich reagieren, wenn nicht alles 1:1 umgesetzt wird, wie sie sich das so vorstellen. Bei Anträgen, die ich für falsch halte, stimme ich dagegen. So einfach ist das."
Das finde ich zu 100% sympathisch & auch pragmatisch. Hier im Debattenraum empfinde ich auch zu oft, dass zu viele immer nur 100% haben wollen. In reinen Debatten, wie hier, kann man so auftreten, kein Thema, aber realpolitisch funktioniert das nicht.

MarkusMagnus

16. April 2026 12:07

@ Laurenz
"Die AfD wächst jedes Jahr durch 1 Mio. verstorbener Rentner p.a."
Das ist richtig und im Normalfall würde die Zeit für uns spielen... Wenn man diese Million nicht mit Glücksritter aus Afrika und dem Nahen Osten auffüllen würde...

NC472

16. April 2026 13:34

@RMH
Da hat ihr ehemaliger Aausbilder gar nicht so unrecht.Die Tragik ist, dass die "Allgemeinheit" nicht begreift, dass Steuern schon sehr lange nicht mehr das sind was die Politschen Vereine und ihre Nutznießer aus Beamten, Geförderten, und jedem Privaten der seine Hand in Ponzis hat welche sich "Umlage Finzierung" schimpfen, vorbgibt zu sein.
Sobald jemand meint, dass "seine Steuern" von heute irgendwas finanzieren muss ich lachen. Steuern sind heute eine modelierte virtuelle Zahl, eine Statistik die einzig und allein eine Funktion hat: die Ausweitung der "öffenlichen" Kreditaufnahme aufgrund der Annahmen, dass es weiterhin Käufer für diese wertlosen Schuldscheine gibt, dass die Erpressung weiter funktioniert und vor allem in der Lage sein soll, die "öffentliche" Verschuldung samt Zinsen zu decken. Ein Blick auf Defizite, Geldmengen Inflation, legalistische Ansprüche und Demographie zeigt, ist sie nicht.
Jeder cent an Abführungen ist reale Kaufkraft die in ein schwarzes Loch geschmissen wird, damit eine privilegierte Minderheit die Inflation antreibt, sich ungedeckte Schuldenliquidität auszahlt und ihre eigene Kaufkraft erhalten kann. Die Gans mag zu fett, alt und abhängig sein um es zu verstehen, die Gössel, ob autochton oder fremd sind es nicht — Stichwort "Quite Quiting", "Antiwork", "Life-work Balance", "accelerationism". Das ist NOCH passive Revolution, die ganz schnell aktiv werden kann wenn die Geronde Ordnung weiter übergriffig wird; dann sterben Gans und Rupfer.

Umlautkombinat

16. April 2026 14:10

@RMH
 
war bei der EKSt unabhaengig von Ihnen mit einem ersten Beitrag dabei, den man mir weggeschossen hat. Der waere aber wesentlich, nicht weil er eine Ueberleitung zu den Selbststaendigen darstellte, sondern weil er eine m.E. inakzeptable Inkompetenz zeigt, die ich rechts immer wieder sehe. Wenn man nur Gehaltsempfaenger kennt, begibt man sich letztlich auf das Niveau einer Auseinandersetzung in IG-Metall-Manier. Und wenn man einmal dort ist, muss man ueber Langeweile von Altparteien und beschraenkten Vorschlaegen dann auch nicht mehr reden. 
 
Na mal sehen, ob die Veroeffentlichung jetzt klappt.

Laurenz

16. April 2026 15:00

@RMH ... bei manchen heiklen Themen kann ich nachvollziehen, daß die Redaktion davon absieht, meine Kommentare zu veröffentlichen. Heute schrieb ich einen zu den Steuern im II. Reich als Vergleich, nüchterne Zahlen mit den jeweiligen Konsequenzen. Aber irgendwas muß drin gewesen sein, was nicht opportun zur Veröffentlichung scheint. Was Sie hier bemängeln, ist der Mangel an einem oder 2 Autoren, wie Thomas Kolbe. Das ist auch immer 2schneidig. Das, was Kolbe an ökonomischer Kompetenz aufweist, fehlt Ihm dann in der poltischen, wie gesellschaftlichen Beurteilung. Auf Tichys kann man in der Kommentarfunktion auf entsprechende Sachverhalte hinweisen, auf Zerohedge nicht. Sie, RMH, haben verstanden, was Kapitalertragssteuer (auch bekannt unter Abgeltungssteuer) ist, aber gilt das für jeden? Beim NS lag der Spitzensteuersatz bei 50% (in einer weit hinten ansteigenden Progression) & die Kapitalertragssteuer bei 35%. Soll ich jetzt einen Freistellungsauftrag erklären? Das kann jeder selbst in der Suchmaschine recherchieren, wie auch die Höhe der Kapitalertragssteuer. Natürlich kann ich auch erklären, warum bei ETFs mit Sitz im Ausland die abgezogene Kapitalersteuer nur 18% beträgt. Aber mein Gefühl sagt mir, daß man sich hier lieber im pseudo-rechten Takatukaland vergnügen möchte. Der Hang zu einem neurechten Realismus scheint dem SiN-Forum abhanden gekommen zu sein.

heinrichbrueck

16. April 2026 15:02

Das "Schnattern der Gans", das Jean-Baptiste Colbert (der Finanzminister von Ludwig XIV., auf den das Zitat zurückgeht) vermeiden wollte, wird so durch die Automatisierung unterdrückt? 
Die Lohnsteuer ist rechtlich gesehen nur eine Vorauszahlung auf die Jahreseinkommensteuer. Daß viele Bürger sich über eine Steuererstattung nach der Steuererklärung freuen, ist das perfekte Beispiel für Colberts Prinzip: Man freut sich über die Rückgabe eines kleinen Teils des eigenen Geldes, das der Staat einem das ganze Jahr über zinslos als "Sicherheit" abgenommen hat. 
Macht Demokratie blöd? Man könnte also sagen: Die Demokratie macht nicht "blöd", aber die Art der Steuererhebung fördert eine politische Bequemlichkeit. Würde jeder Deutsche monatlich seine 1.500 € oder 2.500 € für Steuern und Sozialabgaben per Hand überweisen müssen, hätten wir vermutlich eine völlig andere Debatte über Staatsausgaben und Effizienz. 
Das Paradoxon: Um die 350 Euro für den Handwerker bezahlen zu können, muß ein Durchschnittsverdiener – je nach Steuerklasse – oft selbst erst einmal 600 bis 700 Euro brutto verdienen. Es findet also eine "Doppel-Bestrafung" durch das Steuersystem statt.
Wer kann so ein System befürworten? Die Selbstabschaffer. 
Fluchtmöglichkeiten aus dem System? Konkrete Verbindungen (ohne Staat). Prinzip: "Ich repariere dein Dach, du reparierst mein Auto." Also abwarten, der Staat "siegt" sich zu Tode, laut Laurenz. 

Martha

16. April 2026 16:33

Volle Zustimmung zum Artikel. Es ist gut, daß die AfD auch von außerhalb gnadenlos seziert wird. Das ist legitim und notwendig. Wer will denn sonst eine Partei antreiben, die sich weitgehend wie jede andere träge verhält? Das Vorfeld und das Umfeld - jeder - hat das gute Recht, Forderungen zu stellen, Ratschläge zu geben und Fehlentwicklungen zu kritisieren. Schließlich will man ja auch deren Stimmen. Wer unabhängig ist, braucht nicht vorher zu googeln, was die Chefs sagen oder was im Programm steht. Immer wieder gilt es zu wiederholen: Die AfD ist Mittel zu Zweck, kein Selbstzweck. Daher finde ich derartige Artikel gut. Sie sind mehr oder weniger Treiber für Entwicklungen, die bitter nötig sind.

Ein gebuertiger Hesse

16. April 2026 17:18

Wichtiger Aufsatz, danke!

Marcus AC Severus

16. April 2026 17:50

@RMH
In Grundsatzsachen gehe ich nicht mit. Die AfD erreicht nur etwas wenn sie geschlossen ist und geschlossen ein Programm anbietet. Zumindest im Kern brauchts 100%.
Der Name lautet nunmal nicht Kumulative für Deutschland. Im Kern kann eine Alternative nur Fisch oder Fleisch sein. 
Der Wähler muss wissen was er zu erwarten hat. Bisher ist es primär die Enttäuschung über Andere und die Demografie (siehe Laurenz), die den Zuwachs bringt. Besser ist es, wenn Menschen einer Sache zustimmen, weil sie für diese sind und nicht gegen andere Angebote.
Hier erlebt man die AfD aber bisher auf vielen Feldern noch zu fantasielos oder zu mehrsprachig. Streiten und Grundsätze intern klären muss man jetzt, nicht wenn man dann real an der Macht ist.
 

Majestyk

16. April 2026 18:21

@ Rheinländer:
Als ob man europäischen Freihandel nicht auch über eine EFTA organisieren könnte. Wie konnte Westdeutschland nur zu einer der führenden Wirtschaftsnationen werden, ganz ohne EU (gegründet 1993)?
@ Ordoliberal:
Die Problemfremden wurden aber bewußt von Deutschen hereingelassen und drin gehalten. Gibt ja auch mehr als genug Deutsche, die mit Deutschland nicht viel anfangen können. 
Staatsquote senken, Behörden schleifen, Recht auf Asyl abschaffen sind für mich keine radikalen Ideen. Im Gegenteil, radikal war die Schaffung dieses Apparats. Alles, was von Menschenhand erschaffen wurde, darf von Menschenhand eingerissen werden. 
Wenn mehr Verwaltung die Antwort ist, war die Frage dumm. Asyl kann man gewähren, aber niemand darf einen Anspruch darauf haben. Eigentlich einfach, der moderne Deutsche mag es aber kompliziert. Gibt es eigentlich außer den Deutschen noch ein Volk, welches den Staat Vater nennt? Allein dies spricht Bände.

Lohengrin

16. April 2026 21:09

Der Begriff Steuer auf Arbeit ist Unfug , Im Unterricht beim Steuerberater Maier in Steuerkunde , lang ist es her, habe ich gelernt : "Die Lohnsteuer ist eine Erhebungsart der Einkommensteuer". 

Kurativ

16. April 2026 23:16

Die Ziele und Entscheidungen der Alt-Parteien, welche auch zu den aktuellen Ergebnissen geführt haben, sind von der AfD mit äußerster Vorsicht zu beurteien. Meist verfolgen sie ein anderes Ziel. Das gilt auch für die aktuelle Regierung in Isael. Radikale Moslems in der Nähe voM saelischen Staatsgebiet sind etwas anderes, als radikale Moslems auf deutschen Staatsgebiet. Nur das die letzeren durch das Einwirken von Israel in unser Land gekommen sind.

Ordoliberal

17. April 2026 00:45

@Majestyk
Selbstverständlich ist die Forderung nach Senkung der Staatsquote nicht radikal. (Höchstens insoweit, als dass sie an die Wurzel allen Übels geht.) Sie war mal eine Selbstverständlichkeit unter den westlichen Nationen. Aber heute gilt sie eben bei der herrschenden und profitierenden Schicht als radikal. Mein Punkt war: Wenn Wiggo Mann mehr Radikalität einfordert, verstehe ich nicht was er meint. Radikaler als ordoliberal geht es nicht, solange man in einem freiheitlichen Rechtsstaat leben will. Milei ist radikaler als Trump.
@RMH
Sie haben völlig Recht. Die neuen Rechten leiden an einem massiven Mangel an Wirtschaftswissen. Daher sind sie wirtschaftspolitisch Sozialdemokraten. Oder meinetwegen auch Christ- oder Nationalsoziale. Kommt ja auf dasselbe heraus. Sozial heißt Umverteilung.
Es gab mal eine Zeit, da passte Katholizismus und Ordnungspolitik gut zusammen. Solche Konservativen würde ich mir in der AfD wünschen. Keine Volksromantiker. Keine Moderne-Verachter, Technikfeinde, Kapitalismuskritiker.
Die Kultur des alten Deutschland vor '33 kommt nicht wieder. Wir müssen erhalten, was uns nach '45 wieder bedeutend gemacht hat: Bildungslust, Perfektionismus, Fleiß, Disziplin, Ehrlichkeit. Wir Deutschen sind keine Philosophen, Musiker und Schriftsteller mehr. Auch keine Soldaten. Wir sind nur noch Wissenschaftler und Ingenieure. Dafür bewundert uns die Welt. Erhalten wir wenigstens das!

Laurenz

17. April 2026 00:50

@Martha ... Die AfD ist Mittel zu Zweck, kein Selbstzweck. ... Das entscheiden die Mitglieder, Ihre Delegierten & sonst niemand. Sonst hat niemand irgendein Recht, irgendetwas zu fordern oder zu Ratschlägen. Man kann natürlich außerparlamentarisch auf anderen Ebenen Szenarien, Theorie, Bodenständigkeit, Geist, Erdung & Bewußtsein anbieten. Sie sehen aber, wie wenig GK schreibt. Und weil das Theoretisieren manchmal die billige Nummer ist, anstatt 3 Abende in der Woche, häufig mit Leuten, die man noch nicht mal mag, im AfD-Kreisverband zu opfern, gibt es sicher auch AfD-Politiker, die den Theoretikern sagen, begebt Euch in die mühsame Praxis. Oder warum arbeiten mittlerweile EL & BK innerhalb des AfD-Spektrums? Das ist häufig sicher ernüchternd. Aber es ist jedem zu empfehlen, Mitglied bei der AfD zu werden & den harten Weg zu gehen. Ob man dann noch Nerv hat, sich schlecht recherchierte, häufig nicht plausible Kommentare unter SiN-Artikeln aus einem Wolkenkuckucksheim durchzulesen, kann man dann sicher besser beurteilen.

Laurenz

17. April 2026 08:17

@Kurativ ... Nur das die letzeren (Musels) durch das Einwirken von Israel in unser Land gekommen sind. ... Das kann man vielleicht so sehen, muß man aber nicht. Sachlich ist es falsch. Denn Deutschland ist alleine selbst dafür verantwortlich, wen es ins Land läßt oder nicht. Wenn man denn schon an Juden eine Schuldzuweisung verteilen will, dann doch nicht an Israel, sondern an den Zentralrat der Juden Deutschlands, welcher, mutmaßlich aus geld-opportunen Gründen (Reichskonkordat), die orientalische Masseninvasion der BundesJunta unterstützt. ... @Ordoliberal @Majestyk ... Milei ist auch nur ein (katholischer) Christdemokrat, der so tut als ob. Besser als nichts. Es ist auch dämlich, Ihre Ideologie als Wunderheilmittel zu präsentieren. Der konvertierte Katholik Vance sagt, ein schwacher Staat hat keine Chance gegen die Macht von BigTech, was ich Ihnen schon seit Jahren predige. Das Sie aber von Realpolitik keine Ahnung haben, reagieren Sie, wie linke Ideologen. ... @Ordoliberal @RMH ... Historisch liegen Sie daneben. Der Katholizismus sucht seit Bestehen immer den Zugriff auf politische Macht & die Kurie ist sozialistisch organisiert. Darüber braucht sich hier niemand was vorzumachen. Was die Ökonomie angeht, sollte man immer ins Detail gehen. Hier zB die wöchentliche AfD-Bundestagsfraktion-Pressekonferenz von vor 3 Wochen. https://youtu.be/UdJDGxX0qm0

RMH

17. April 2026 08:54

@Laurenz, volle Zustimmung zu Ihrem Beitrag #17. April 2026 00:50. Die AfD ist eine demokr. Partei, bei der in den demokr. Mühlen der Debatten, des Bündnisse-Schmiedens & am Ende  - trotz ggf, auch stattfindender Intrigen - ein Abstimmung das Programm festlegt & kein Guru es von oben nach unten festlegt. Insofern kann man von Parteifunkt. dann durchaus erwarten, dass sie für dieses Programm kämpfen & sich zu 100% einsetzen sprich, einen guten job machen, aber eine 100% Überzeugung & damit quasi Gesinnung, wie sie @Marcus AC Severus offenbar fordert, kann nicht verlangt werden. Mir persönlich langt es völlig, wenn Geschlossenheit bedeutet, jeder zieht an dem Strang, der einmal im innerpart. Willensbildungsprozess geknüpft wurde. 100% innere Überzeugung, die den Fanatiker prägt, brauche ich nicht, ja sie ist mir sogar egal. Von den preußischen Sekundärtgdn ist das, was im Volksmund im Spruch Schnaps ist Schnaps & Dienst ist Dienst seinen Neiderschlag gefunden hat, das Wichtige. Jemand hat einen guten job zu machen, er hat deshalb immer noch ein Recht auf Privates, das gilt auch für Parteimitglieder. So ist für mich die sex. Orient. - im Gegensatz zur Linken, die Sexpolitik betreiben - auch komplette Privatssache & ob Weidel & Gottschalk homosex. sind, ist mir egal. Beide machen es nicht aus eigenem Antrieb zum Politikum, dass ist das Entscheidende.