Dienen! – Akademie in Sirnitz

Auf einigen Kanälen ist es bereits durchgesickert: Die Österreich-Akademie steht an. In diesem Jahr erst im Mai, dafür wieder in Sirnitz / Kärnten.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph.

Die Öster­reich-Aka­de­mie ist mitt­ler­wei­le eine lieb­ge­won­ne­ne Tra­di­ti­on. Sie macht die Durst­stre­cke zwi­schen der Win­ter- und der Som­mer­aka­de­mie in Schnell­ro­da erträg­lich und ist für Süd­deut­sche oben­drein bes­ser zu errei­chen – für Öster­rei­cher sowieso.

The­ma ist in die­sem Jahr „Die­nen”, das noch für Schil­ler höchs­te For­de­rung der Mensch­wer­dung war:

Immer stre­be zum Gan­zen, und kannst du sel­ber kein Ganzes
Wer­den, als die­nen­des Glied schließ an ein Gan­zes dich an.

Das klingt in Zei­ten des Indi­vi­dua­lis­mus und der Selbst­op­ti­mie­rung unzeit­ge­mäß. Der „Dienst“ begeg­net uns nur noch im mili­tä­ri­schen Sprach­ge­brauch, das „Die­nen“ nur noch in alten Büchern.

Den­noch ist es gera­de für Rech­te und Kon­ser­va­ti­ve immer noch eine Selbst­ver­ständ­lich­keit (oder soll­te es sein), sich in den Dienst einer Sache zu stel­len, sei es einer Par­tei oder einer Idee, die bei­de dem­sel­ben Ziel die­nen: unser Vater­land und unse­re Lebens­form zu verteidigen.

Im Rah­men unse­rer tra­di­tio­nel­len Früh­jahrs­aka­de­mie (8. bis 10. Mai 2026) wol­len wir uns des­halb dem The­ma „Die­nen – über die Zukunft einer Tugend“ wid­men. Neben his­to­ri­schen Vor­trä­gen (unter ande­rem über Preu­ßen, das Lehens­we­sen oder die Gefolg­schaft) wol­len wir vor allem aktu­el­le Ent­wick­lun­gen in den Blick neh­men (etwa Par­tei­ju­gend und Meta­po­li­tik, Gren­zen der Par­tei­ge­folg­schaft) und dazu auch auf dem Podi­um und mit­ein­an­der diskutieren.

Es wer­den u. a. refe­rie­ren: Dr. Chris­toph Birg­han (Mit­glied des deut­schen Bun­des­ta­ges, Obmann des Deut­schen Aka­de­mi­ker­ver­bands), Dr. Tho­mas Gri­scha­ny (His­to­ri­ker, Frei­heit­li­ches Bil­dungs­in­sti­tut), Bene­dikt Kai­ser (Publi­zist), Rein­hard Teu­fel (Klub­ob­mann im NÖ-Land­tag und Büro­lei­ter von Her­bert Kickl), Fabi­an Walch (His­to­ri­ker, FAV Tirol) und Kon­rad M. Weiß (Publi­zist und Ver­le­ger). Außer­dem wer­den wir den 90. Todes­tag Oswald Speng­lers mit einem Vor­trag würdigen.

Ich wer­de auch vor Ort sein und freue mich sehr auf das Wie­der­se­hen! Zu den Veranstaltungsdetails:

  • Ort: Schloss Albeck, Schloss­weg 5, 9571 Sirnitz
  • Unter­brin­gung: Land­gast­hof zum Schei­ber, St.-Leonhard-Straße 2, 9571 Sir­nitz (ca. 10 Geh­mi­nu­ten bzw. 1 Auto­mi­nu­te vom Ver­an­stal­tungs­ort entfernt)
  • Die Aka­de­mie fin­det von Frei­tag, 8. Mai 2026 (ers­ter Vor­trag 15:00 Uhr) bis Sonn­tag, 10. Mai 2026 (letz­ter Vor­trag endet plan­mä­ßig um 12:30 Uhr) statt.

Teil­nah­me­ge­bühr:

  • Schü­ler, Stu­den­ten, Prä­senz­die­ner: € 209,- für 2 Über­nach­tun­gen inkl. Vollpension
  • Ver­die­ner: € 259,- für 2 Über­nach­tun­gen inkl. Vollpension

Ein­zel­zim­mer bie­tet das Hotel für einen Zuschlag von 30 € für 2 Näch­te eben­falls an. Es wird dar­auf hin­ge­wie­sen, daß Ein­zel­zim­mer sehr knapp sind, so daß es die Durch­füh­rung deut­lich erleich­tert, wenn sich die Teil­neh­mer dazu bereit erklä­ren, in einem DZ oder Grup­pen­zim­mer zu nächtigen.

Jun­ge Inter­es­sen­ten bis zu einem Alter von 25 Jah­ren haben (dank groß­zü­gi­ger För­de­rer) die Mög­lich­keit, das Aka­de­mie­wo­chen­en­de zu einem Akti­ons­preis von € 99 zu buchen. Das Kon­tin­gent hier­für ist aller­dings sehr begrenzt und wird nach Rei­hen­fol­ge der Anmel­dun­gen vergeben.

Die Mög­lich­keit, bei redu­zier­tem Preis ledig­lich die Vor­trä­ge ohne Über­nach­tun­gen zu besu­chen oder nur eine Nacht zu ver­blei­ben, besteht natür­lich auch.

Anmel­dun­gen an: [email protected]. Die Über­wei­sung der Teil­nah­me­ge­bühr erfolgt auf fol­gen­des Konto:

Frei­heit­li­cher Akademikerverband
AT322081500000072892
STSPAT2GXXX

Wir sehen uns, ich freue mich!

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph.

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Kommentare (43)

Freichrist343

16. April 2026 16:34

Rechtsextreme machen den Fehler, militaristisch, autoritär oder xenophob zu sein. Vernünftig war (oder ist) es, eine übermäßige Einwanderung oder die (damaligen) Corona-Zwangsmaßnahmen abzulehnen. Liberalismus oder Sozialismus können sich je nach Situation positiv oder negativ auswirken. Eine christlich-konservative Haltung ist zu befürworten; aber ein bibeltreuer christlicher Fundamentalismus ist abzulehnen.
https://jlt343.wordpress.com

Kurativ

16. April 2026 23:42

Zwischen dem Verfolgen eigener Interessen und dem Dienen dem Ganzen gegenüber, gibt es aus meiner Sicht keinen Widerspruch. Es ist wohl der "Adam Smith" des Deutschen Volkes (DACH) in mir. Man muss nur das Ganze klar umgrenzen und nicht irgendwie "Israel" oder den "Blackrochen" einbeziehen. Warum machen Menschen wie Trump so etwas? Haben sie nicht gelernt zu Dienen? 

MarkusMagnus

17. April 2026 01:06

@ Freichrist342
Sie haben eine interessante Website.
"Tierversuche und Kernspaltung gehören abgeschafft". Natürlich. 
Wir brauchen die (kalte) Kernfusion. Kennen sie das Buch über die Synergie von Achmed Adolf Khammas?  
Vielleicht sind wir näher dran als manche denken. Freie Energie für Umme....
Sehen sie sich das mal bitte an:
https://youtu.be/zzQGMvIFD9o?is=4a12bRFcoPtb-wkj
Erst ist es nur ein Ring....dann wird ein Haufen Energie freigesetzt und am Ende sind es zwei Ringe. Ich dachte schon immer: Wenn es sowas wie die (kalte) Fusion gibt, wird sie sich auch in der Natur zeigen. Vielleicht wollen uns die Delphine auch etwas zeigen. Tokamak ohne bewegliche Teile. Die Energie kommt aus der Wassertemperatur und der Corioliskraft, wie bei Wirbelstürmen auch.
"Die Natur kapieren und kopieren"
V. Schauberger
 
 
 

Laurenz

17. April 2026 09:36

@Freichrist343 ... Rechtsextreme machen den Fehler, militaristisch, autoritär oder xenophob zu sein. ... Was haben Militarimus, politisch autoritäre Systeme oder Fremdenfeindlichkeit explizit mit Rechtsextremen zu tun? Und wer sollen diese imaginären Rechtsextremen denn sein? Könnten Sie Sich deutlicher ausdrücken? China ist heute zwar nationalsozialistisch organisiert, aber man muß schon sehr ins Deteil gehen, um rechts oder links oder sonstwas zu erkennen. Wenn man Fremde aufnimmt, entstehen sofort diverse Interessen, welche die Gesellschaft teilen & leichter kontrollierbar machen. Um Ihnen ein Beispiel zu geben, bei einem globalen Bevölkerungsanteil von nicht ganz 20 Mio. stellen 3 Staaten des Planeten einen Jüdischen Regierungschef, Bibi in Israel (nachvollziehbar), Selenskyj/Ukraine & Sheinbaum in Mexiko. Gewählt ist gewählt, aber verstehen Sie den etwaigen Interessenkonflikt? Genauso ist das mit Katholiken. Dienen diese dem Land oder der Kurie? Christlich-konservativ ist zwar ein feststehender Begriff, aber ein religiös realpolitisches Paradoxon, was beweist, alle, die den Terminus benutzen, denken nicht. ... @MarkusMagnus @Freichrist342 ... Kalte Kernfusion ... kann das dumme Gequatsche über Jahrzehnte nicht mehr lesen. Etablieren Sie es einfach. Wenn Sie das geschafft haben, brauchen Sie gute Leibwächter.

Franz Bettinger

17. April 2026 09:39

Dienen? Schwierig! Wir alle auf SiN dienen Deutschland, wie mir scheint, sonst täten wir nicht, was wie tun. Wir wollen aber keinesfalls den seit Merkel herrschenden, den Volks-verratenden deutschen Unrechts-Regierungen zu Dienste sein. Die Frage ist also immer: Dienen wozu und für wen? Dienen per se hat keinen Wert. 

Laurenz

17. April 2026 09:47

@EL ... hoffe darauf, daß Sie die Akademie aufzeichnen. Bin aber froh, daß Sie das Thema eher von der akademischen Seite angehen. Das erweitert den Horizont mehr, als die rein realpolitische Debatte. Mich würde es interessieren, wenn die Möglichkeit bestünde, daß ein Vortragsredner, vielleicht anhand Preußens & im Bezug zur Gefolgschaft, auf das Germanische -, wie Römische Kirchenrecht (im legalen Rahmen) eingehen könnte, was in meinen Augen einen fundamentalen Unterschied macht, wie eben zwischen Föderalismus & dem Zentralismus. Das eine erfordert freiwilliges Dienen, das andere ein Zwangsdienen.

RMH

17. April 2026 11:32

Im dt Verständnis war Dienen im übrigen - zumindest außerhalb des kirchl. Bereichs, welcher das Ideal des "selbstlosen Dienens" vermutlich eingeführt hat - nie eine rein einseitge Sache. Ein Dienender war kein unfreier Sklave. Niedergeschlagen hat sich diese Aufassung, dass Dienen ein Austauschvorgang ist, auch im Bürgerlichen Gesetzbuch, dessen Inkraftreten jetzt auch schon 126 Jahre her ist. Worauf ich hinauswill: Jeder Dienst setzt einen würdigen Dienstherrn voraus, der seinerseits sich an die sich für ihn aus dem Empfang der Dienste ergebenden Pflichten ohne jeden Zweifel & bedingungslos hält. In Bezug auf die auf dt Boden existierenden Staaten kann man zumindest für die Bundesrepublik aktuell festehalten, dass dieser Staat kein vollständig akzeptabler Dienstherr (mehr) ist. Rechte Politik hat daher nicht nur ein Verständnis für einen Dienst an & für sich zu fördern, sondern vor allem daran zu arbeiten, dass wieder ein akzeptabler Dienstherr entsteht. Dieser ist die Voraussetzung für jeden Dienst. Solange dieser nicht vorhanden ist, ist eine Debatte über Dienstpflichten ferne Zukunftsmusik. Bis diese Zukunft eintritt, gilt im Verhältnis Bürger- Staat: Alles mit den Steuern abgegolten, im Übrigen: Kraftausdruck!

Laurenz

17. April 2026 12:36

@RMH ... das haben Sie gut formuliert, RMH. Allerdings halte ich Ihnen wieder Ihren Beruf, das Recht entgegen. Wer ist denn der Dienstherr? Früher war der Souverän ein Fürst, König oder Kaiser. Jetzt sind wir angeblich der Souverän. Aber, die einzelnen Rechtsbereiche wurden nie angpaßt, obwohl bei einer Änderung des Beamtenrechts eine einfache Mehrheit reicht. Das Beamtenrecht behandelt uns immer noch wie Untertanen eines imaginären Fürsten. Beamtenbeleidigung war die stellvertretende Beleidigung des Fürsten. Jetzt bedeutet Beamtenbeleidigung, wir beleidigen uns selbst. Können wir doch machen, wie wir lustig sind. Nehmen Sie daher den aktuellen §188 StGB. Politiker sind Wahlbeamte, unsere von uns bezahlten Büttel. Niemand kann oder jeder darf seine 5,4 Mio. Büttel beleidigen. Nur für uns, das Volk darf der §188 StGB gelten, somit ist also der § verfassungsfeindlich. Und dienen uns die 5,4 Mio. & ihre Familien? Nicht so wirklich, oder?

Diogenes

17. April 2026 12:53

Ich gebe hier gerne wieder das Beispiel und Gleichnis der Staatsqualle an den Artikeleröffner. -Ein Volk das in genetischer Anlage; in Art und Wesen zum Ausdruck kommend, über Generationen eine Typologie gemeinsamer Merkmale/Gespür für Sitte gebildet hat, einen gemeinsamen Baustil, ein Kulturempfinden von Schön, Gut, Hoch und Heilig entwickelte, veredelte und vererbte, sich also ein gemeinsames Ahnenerbe in seinem Lebens- u. Kulturraum erschaffen hat, ist im kleinen nichts anderes als die sog. Staatsqualle. Spezialisierungen in den Lebens- u. Ausführungsorganen bilden auch Menschenvölker wie das Deutsche aus.
 
Unser Problem ist, daß eine ekle Masse aus Fremdenliebe die Synapsen unseres Körpers stört. Befehle des Lebens werden in ihr Gegenteil verkehrt - Deutschland lieben und dienen wird negiert, schlecht und lächerlich von den Antideutschen im In- und Ausland gemacht.  

heinrichbrueck

17. April 2026 16:24

Würde man die germanische Ehre zum Dienstbegriff machen, könnte der Kanzler keinen einzigen deutschen ehrenhaften Mitarbeiter haben. Spätestens seit seinem Chinabesuch, als es hieß, "da müssen wir jetzt einfach mal ein bißchen mehr tun". 
"Nicht längere Arbeitszeiten entscheiden den Wettbewerb mit China, sondern Währungsstrategie, Industriepolitik und ein systemisch erzeugter Kostenvorsprung: Der Irrtum von Merz besteht darin, Chinas Erfolg auf fehlenden Fleiß in Deutschland zurückzuführen, obwohl der Vorsprung systemisch entsteht. Nicht Arbeitsmoral, sondern Wechselkurspolitik, Subventionen und strategische Industriepolitik entscheiden über Preise und Wettbewerbskraft." https://finanzmarktwelt.de/merz-irrt-nicht-fleiss-china-siegt-systemisch-381482/  

heinrichbrueck

17. April 2026 16:31

Wie sich das Germanische Eigenkirchenwesen vom Römischen Anstaltsrecht unterscheidet, wieder so ein Vortrag des Konflikts zwischen Freiheit und Hierarchie?
1. Das Germanische Prinzip: Die Genossenschaft (Föderalismus)
Im germanischen Rechtsdenken war die Kirche (oder der Verband) keine von oben herabgesetzte Behörde.
Gefolgschaft statt Unterwerfung: Das Verhältnis zwischen dem "Herrn" (z. B. einem Grundherrn in Preußen) und seiner Kirche war ein Treueverhältnis. Man diente nicht einer abstrakten Macht, sondern einer Gemeinschaft.
Freiwilligkeit: Die Bindung basierte auf dem Prinzip der Gerechtsame (Rechte, die man hat, weil man Teil des Ganzen ist). Das ist die Urform des Föderalismus: Viele kleine Einheiten bilden ein Ganzes, behalten aber ihre Eigenart.
2. Das Römische Prinzip: Die Anstalt (Zentralismus)
Das römisch-kanonische Recht hingegen sieht die Kirche als Anstalt.
Die "Persona Moralis": Die Macht kommt von oben (vom Papst oder dem Staat). Der Einzelne ist kein Teilhaber, sondern ein "Untertan" oder Nutznießer einer Einrichtung. 
Zwangsdienen: Da die Struktur starr und hierarchisch ist, gibt es keinen Raum für genossenschaftliche Mitbestimmung. Man ordnet sich einem abstrakten Apparat unter. Gierke sah hierin die Wurzel des modernen, seelenlosen Staates. 

heinrichbrueck

17. April 2026 16:32

3. Der preußische Kontext: „Suum Cuique“ 
Auf der einen Seite der zentralistische Beamtenstaat (römisch geprägt), der alles kontrollieren wollte.
Auf der anderen Seite das preußische Junkertum und die lokalen Gemeinden, die auf ihrem „alten Recht“ und ihrer Eigenverantwortung beharrten – ein Überrest der germanischen Gefolgschaft.
Der Unterschied ist der zwischen Organismus (Germanisch/Otto von Gierke) und Mechanismus (Römisch). Das eine lebt durch die persönliche Ehre und das freiwillige Dienen in der Gemeinschaft, das andere funktioniert durch Befehl und Gehorsam in einer künstlichen Struktur.
Gierke scheiterte im BGB deshalb, weil der moderne Staat den "Mechanismus" praktischer fand, um Millionen von Menschen zu verwalten – auch wenn dabei die "soziale Wärme" der Gefolgschaft verloren ging.
Wenn ein Volk vergißt, daß das Recht dazu da ist, sein eigenes, organisches Leben zu bewahren, dann wird es am Ende von den Strukturen, die es selbst erschaffen hat, gefressen. 

heinrichbrueck

17. April 2026 16:35

Greg Johnson ("What Rome Means to Me") hat es so formuliert: "There’s a lesson in this for Americans and all white peoples, for we have created a new machine of expansion, production, and governance that is now replacing our people. We must choose what we hold to be sacred, our blood or the machine we have created, for what we hold sacred will be the only thing left in the end." 
1. Die Maschine (Der römische Weg): Hier ist alles nur Kalkül, Effizienz und Verwaltung. Menschen werden zu "Rechtssubjekten" – also zu Nummern in einem System, das sie nach Belieben verschieben oder ersetzen kann, solange die Produktion läuft. Gierke nannte das die "Entseelung" des Volkes. 
2. Das Heilige (Der germanische Weg): Für Gierke war das Recht kein künstliches Produkt, sondern ein "Lebensstrom", der aus der Geschichte und dem Wesen eines Volkes fließt. Die Bindung war nicht technischer, sondern sittlicher Natur. Wer dient, tut dies aus einer inneren Verpflichtung gegenüber den Seinen, nicht als Rädchen in einem Getriebe. 
Wenn eine Gesellschaft ihre Rechts- und Regierungsform nur noch als effizientes Werkzeug (Maschine) begreift, verliert sie die Fähigkeit, das zu schützen, was sie im Innersten zusammenhält. Die Maschine kennt keine Loyalität zu einem Volk; sie ist global, abstrakt und letztlich gleichgültig gegenüber dem menschlichen Schicksal. 

Gimli

17. April 2026 21:42

Diogenes
Die Metapher "Staatsqualle" klingt naheliegend, aber die Ausdifferenzierung der versch Tiere ist zu gering, und es sind alles Klone. Das wird der Beschreibung rezenter Gesellschaften meines Erachtens nicht gerecht. Auch die weiteren von Ihnen genannten Merkmale wie Kultur und Baustil beschreiben zum Beispiel Gebilde wie Deutschland oder Frankreich in ihren Staatsgrenzen nicht. Niedersachsen oder Schleswig-Holstein und Süddeutschland werden heutzutage doch eher unter dem Schirm das aktuellen Grundgesetzes zusammengehalten und ja auch durch die Sprache. Aber an ihren Rändern gibt es immer Austausch, weswegen die Dänen auch im Parlament von Schleswig-Holstein sitze, das Elsass, die Sorben oder die Bretonen in Frankreich stellen doch eine erheblich größere Komplexität dar als der immer wieder hier beschworen Mythos von homogenem Volk. Die Mobilität in heutigen Gesellschaften ist zu Großlandes oder Sprach Grenzen gibt es immer weniger

Diogenes

17. April 2026 23:03

@Gimli 
 
Danke für Ihr Beispiel des Antideutschen. Die verkennen Merkmale des Volkes, leugen (völkische) dessen Biologie (Germanischer Volkschrakter). Meinen Allerweltsmensch... Auf dieser, Ihrer, Grundlage kann kein Dialog in Bewegung kommen. Behalten Sie die "Gesellschaft" von nicht zu uns passendem Fremdvolk bei sich, im eigenen Hause! Keinen Tag später werden Sie unseren Positionen  zustimmen! 

Gracchus

17. April 2026 23:20

Da treffen @RMH ("Dienstherr") und @heinrichbruck etwas Richtiges. 
An den Schiller-Zitat anknüpfend erlaube ich mir den Hinweis, dass Nationen und Völker nicht das Ganze sind, sondern ebenfalls nur Teile (oder meinetwegen Holons im Sinne Arthur Koestlers) und somit auch Diener des Ganzen. Aus dem Christentum stammt sicher die Idee, dass das Obere dem Unteren dient, wobei es Parallelen zum buddhistischen Bodhisattwa gibt.  
 

RMH

18. April 2026 08:52

"als der immer wieder hier beschworen Mythos von homogenem Volk" @Gimli, das homogene Volk wird zuallerst von Linken als Feindbeschreibung beschworen & nicht "hier", nach dem Motto, alles Hühnerzüchter, die Rechten, die angeblich schon mit braunen Augen & dunkelblond Probleme hätten. Sie sind trotz einiger Zeit des Mitlesens "hier" immer noch in der Propagandafalle gefangen, die irgendwelche NS-Schnipsel als Schablone auf Rechte hält & dabei großzügig darüber hinweg sieht, dass die Schablone nicht passt, nach dem Motto, wer Nazi ist, bestimmen immer noch wir. Die Wahrheit war & ist schon immer bei den Rechten & Kons. mindestens so ausdifferenziert, wie es die dt Volksstämme (plural) sind & Bretonen oder gar Sorben waren außerhalb von irgendwelchen Nazi-Zirkeln, die gerade nicht "die Rechten" sind, nie ein Thema. 
Was hat das aber eigentlich alles mit "Dienen" zu tun? Dienen ist im Übrigen gerade auch ein sozialistisches Kern-Thema, siehe Subbotnik, erwartete, unbezahlte Freizeitverschwendung in irgendwelche Organisationen aller Art etc. - Kollektivierung ist gerade die Beugung der Menschen unter jegliches Joch von Diensten, die totale Einbindung in den sozial. Staat, durch Abfordern allermöglichen "Dienste". Die Linken fühlen sich doch auch bei uns am wohlsten, wenn sie stets "Aktivisten" aka Mitläufer versammeln können.

Laurenz

18. April 2026 10:39

@Gracchus ... Inkas haben einfach alle Völker um den eigenen Raum herum kulturell vernichtet. Das ist auch kein Einzelfall. Das Füße waschen des Pontifex Franziskus ist eine Nachempfindung der Superkräfte Ihres Marvel-Erlösers aus der Antike, der als solcher keine neue Erscheinung, keine neue Idee war. Das Gottesgnadentum geht nur mit Dienen von unten nach oben, & das ziemlich brutal. Man hat auch keine Wahl, zumindest historisch nicht.

Gimli

18. April 2026 13:51

RMH
das Derailing hat Diogenes begonnen, dem ich antworten muss auf falsche Metaphern und unterkomplexes Gesellschaftsverständnis. Und warum Sie in Ihrer Suada immerfort links-rechts kategorisieren? So binär denken Sie politisch doch nicht, oder doch? wenn mich jemand darauf anspricht, ob ich Deutscher sei, antworte ich ja und meine, damit meine Staatsangehörigkeit. Einem Volk angehören, entspricht nicht meinem Empfinden, wahrscheinlich, weil ich nicht so sozialisiert bin. ich finde es gerade so eklig, so zu denken.  Nichtsdestotrotz  habe ich mein Grundwehrdienst geleistet und werde jederzeit meine kleine Großfamilie bis aufs Blut verteidigen. Ansonsten bin ich Gesetzes treu und zahle wahrscheinlich mehr Steuern pro Jahr als manche andere brutto verdienen und habe auch für das Umlage ystem der Rente mit vier Kindern ordentlich was geleistet. Damit ist genug gedient.

Laurenz

18. April 2026 14:13

@Gimli @RMH ... Einem Volk angehören, entspricht nicht meinem Empfinden, wahrscheinlich, weil ich nicht so sozialisiert bin. ich finde es gerade so eklig, so zu denken. Werde jederzeit meine kleine Großfamilie bis aufs Blut verteidigen. ... Das ist zutiefst unlogisch, Gimli. Mit den meisten Deutschen sind Sie verwandt, ähnlich wie mit Ihren Kindern. Ein Volk ist nichts anderes als abstrakte Familie.

Gimli

18. April 2026 15:06

Laurenz 
wo ist Logik, meine Gene aus dem gesamten genpool von homo sapient an oder mit etwas " Deutschem" festzumachen?
selbst dna von homo neanderthalensis ist bei uns heute noch zu finden. Unsere Ausreise aus Afrika in wohl mehreren Wellen in die Welt sagt mir: wir sind eine Erde.  Nix Volk. 
Und was is nun Grundlage Ihrer Kategorisierungen: Kultur Sprache oder Genetik? Nix davon taugt zur klaren Abgrenzung. 
 

dojon86

18. April 2026 18:02

@Gimli Ach Gottchen. "Einem Volk anzugehören, entspricht nicht meinem Empfinden. Ich finde das eklig". Meinem auch nicht immer. Ich finde das zwar nicht eklig aber ich denke eher selten daran. Liegt auch daran, dass man nur in der echten Konfrontation mit dem Fremden ( und da meine ich nicht irgend einen bestens Angepassten in der akademischen Blase)  das nicht abstreifbare Eigene erkennt. Aber ich empfehle ihnen mal den längeren Aufenthalt in einem möglichst uneuropäischen Land. Da werden sie feststellen, dass sie Deutscher oder zumindest Europäer sind ob  sie nun wollen oder nicht. Viele Frauen mussten auch erleben, dass der völlig westlich scheinende Orientale in seiner Heimat plötzlich ganz anders war und dass gewisse ihrer Einstellungen  sowie der des orientalischen Partners eben nicht verhandelbar waren.

Marcus AC Severus

18. April 2026 18:05

@Freichrist
Sie spielen auf das Dritte Reich an?
Abseits der Grundsatzfragen wie "Rechts" dieses gewesen ist und was unter "Rechts" zu verstehen ist. 
Nehmen wir an es war die radikalste Form einer rechten Gesinnung. Dann ist das Äquivalent der Linken, die SU auch nicht besser gewesen.
Radikale Menschenhasser und verlorene Menschen die nicht lieben und leben können, bereiten AnderenHöllen auf Erden, sofern an der Macht. Darauf kann man sich einigen. Da ist die Grundgesinnung egal. Auch ob politisch oder religiös.
 
Was das aber mit SIN, der AfD und unserer heutigen Realität zu tun hat, würde ich gerne von Ihnen wissen wollen... ?

nom de guerre

18. April 2026 23:38

@ Gimli
Darf ich Sie fragen, ob Sie schon mal länger im Ausland waren, und dort ohne regelmäßigen Kontakt zu anderen Mitteleuropäern? Und wenn ja, haben Sie da ernsthaft nicht die Erfahrung der Andersartigkeit (lies: weder zwingend besser noch schlechter, aber eben anders) im Vergleich zum deutschen (aus Ihrer Sicht) Nicht-Volk gemacht?

Laurenz

19. April 2026 00:17

@Gimli @L. ... Mag sein. Aber dann spielt auch Ihre Familie keine Geige & ist austauschbar. Andere Kinder sind mindestens genauso gut, wie Ihre. Sie mißverstehen den Unterschied zwischen Mensch & Säugetier.

Diogenes

19. April 2026 09:48

@dojon86: "Liegt auch daran, dass man nur in der echten Konfrontation mit dem Fremden ( und da meine ich nicht irgend einen bestens Angepassten in der akademischen Blase)  das nicht abstreifbare Eigene erkennt. Aber ich empfehle ihnen mal den längeren Aufenthalt in einem möglichst uneuropäischen Land."
 
https://sezession.de/70736/neoreaktion-yarvin-in-wien-absturzprotokoll-08 (Kommentar Diogenes, 22. Februar 2026 06:23)
 
Das Selbstverständliche in Worte zu fassen an Orten wo man sich normalerweise nicht erklären muss (nennt sich Heimat), war mal schwierig... Aber inzwischen haben wir soviel Fremdvolk und Fremdes in den Städten, daß die Konfrontation von der Sie sprechen, es wesentlich leichter macht sich selbst als deutscher Volksangehöriger in der Masse aus Fremdentümelei zu erkennen und daher das Selbstverständliche fassbarer macht. 

Maiordomus

19. April 2026 10:19

Gimli/Laurenz. Diese  Debatte, zumal @Gimli., hat echt Sektiererniveau.  Die Chinesen wissen, dass es ein chinesisches Volks gibt, desgleichen die Japaner,und in der Schweiz zum Beispiel die Rätoromanen und die Jurassier, letztere haben den Begriff des "jurassischen Volkes" sogar 1979 in die Verfassung des Kantons Jura geschrieben, mit Betonung, dass ein alemannischer deutschsprachiger Berner kein ethnischer Jurassier ist, es war seit der jurassischen Kantonsgründungsbewegung von "ethnie française" die Rede, also seit 1947. Und in Quebec rief de Gaulle noch kurz vor seinem Tod "Vive le Quebec libre" aus, gemeint das völkisch Französische des Quebec. Auch die Aborigines und die Juden verstehen sich als Volk, was auch für die Hutsi, Tutsis in Afrika und die Türken gilt, desgleichen die Eskimo. Wenn Sie mit dem nichts anfangen können,hängt dies mit ihrer psychischen Befindlichkeit zusammen, nicht mit der kulturgeschichtlichen Realität. Auch deutsche Professoren in der Schweiz sind sicher keine Dummköpfe, äussern sich aber oft völlig ignorant und krass unwissend über die Schweizer Mentalität und den unerhörten Unterschied der Schweizer zu deutschnationaler Gesinnung. Deutschnationale wollte man noch vor Jahrzehnten fast so ungern einbürgern wie heute Afghanen, die es nur schaffen, weil in diesem Punkt die direkte Demokratie abgeschafft wurde und Schweizer Geschichte von einer linken Blase auf das Minimum reduziert.     

Boreas

19. April 2026 13:46

@RMH @aheinrichbrueck
Volle Zustimmung! Adelsherrschaft und Gefolgschaftstreue sind die Fundamente des germanischen Rechts. Der katholische Pfarrer Hand Milch drückte es so aus: "Lieben heißt dienen, geliebt werden heißt herrschen!"

Liselotte

19. April 2026 14:28

@Maiordomus: das Volk der Jurassier versteht sich aber schon noch als Schweizer Volk, oder das nur bedingt?

Gracchus

19. April 2026 14:47

@Boreas: Dieser Satz von Pfarrer Milch ist mir ebenfalls in den Sinn gekommen. Wenn die Akademie "Dienen" thematisiert, darf "Herrschen" nicht fehlen. Überhaupt kommt m. E. - auch in der Diskussion mit Gimli - der Wille zu kurz. Nicht dagegen, dass das Wollen sich an Vernunft, Moral oder einer realistischen Einschätzung der Lage ausrichtet. Trotzdem ist es sinnvoll, zunächst zu artikulieren, was man will - in deutschen Diskussionen läuft es allermeist andersrum; es wird festgelegt, was angeblich vernünftig ist und danach soll sich das Wollen ausrichten. 
 

Gracchus

19. April 2026 15:21

@Gimli: Leider auch mein Senf dazu: Der deutsche Staat, dem anzugehören Sie bejahen, leitet seinen Herrschaftsanspruch ja aus einem vorgängigen deutschen Volk ab. Wenn dieses deutsche Volk eine Fiktion ist - das corpus mysticum, wie Luhmanm süffisant anmerkte -, hängt Ihr Staat in der Luft. Die emanzipative Gesellschaft hat ein dickes Problem, das sie nicht wahrhaben will, sie will das Haus abreißen, aber das Dach bewahren und noch ausbauen. Sie will Zukunft, aber keine Herkunft. Sie will sich selbst tragen, kann es aber nicht ohne Staat.
 

Laurenz

19. April 2026 15:31

@Boreas @RMH @Heinrichbrück ... Adelsherrschaft & Gefolgschaftstreue ... nicht wirklich. Deswegen hatte ich in meinem 1. Kommentar EL darum gebeten, darauf, wenn in der Planung möglich, Bezug zu nehmen. Der Terminus "Adel" stammt von edel & bezieht sich vordergründig auf den edlen Charakter. Hierauf bezieht sich auch die metaphysische/esotherische Heilsteinkunde (Lithotherapie), die besagt, welcher Charakter welchen Edelstein "aushält". Demnach sollte nur ein königlicher Charakter Diamanten tragen. Im germanischen Sinne ist Gefolgschaft nämlich freiwillig & opportun, erfolgt meist solange, wie der Herzog das Heil besitzt, quasi als primus inter pares. Alles andere bedeutet Nibelungentreue & wie tödlich die ausgeht, weiß hier wohl jeder. Die 1. wahrnehmbare Veränderung in die christliche Herrschaft von Gottes Gnaden durch Clodwig I., veränderte die freiwillige Gefolgschaft fundamental in Zwangsgefolgschaft, was seit 500 nach. 0 zum extremen Inzest beim Adel führte. Für alles Geld der Welt wollte ich nicht mit den körperlich & geistig verkrüppelten Habsburgern oder Rothschilds tauschen. Der aktuelle (Deutsche) Prinz von Wales, Wilhelm, hatte vollkommen Recht, (zugunsten seiner Kinder) eine kluge Bürgerliche zu heiraten.

Laurenz

19. April 2026 15:32

@Liselotte @Maiordomus ... man unterscheidet einfach Völker von Staatsbürgern, was bei Linken, wegen des Verbots der Ungleichheit, verboten ist.

Laurenz

19. April 2026 15:37

@Gracchus @Boreas ... Gimlis Prinzipien basieren auf der rassistisch arrogannten linken Doktrin, alle seien gleich. Hieraus ergibt sich dann das Verbot des eigenen Volkes (Outdoor Illners linkes Verbot der Ungleichheit beim Schnellroda-Podiumsgespräch), da das eigene Volk nämlich einem selbst gleicher als die anderen Völker sind.

Gracchus

19. April 2026 15:42

@Gimli (Fortsetzung): Es gibt ja vielleicht nicht ein einziges Kriterium, das Völker voneinander abgrenzt; aber ist dies notwendig? Es kann ja ein Bündel von Merkmalen/Kriterium sein, die aber zusammenhängen: Sprache, Territorium, Recht, Geschichte, Biologie. Grenzfälle sprechen nicht dagegen. 
Einerseits wird man in ein Volk hineingeboren, kann sich aber auch zumindest geistig dazu frei verhalten: Es ist Ihnen unbenommen, ihre Volkszugehörigkeit abzulehnen (auch wenn es im Sinne gelungener Individuation sinnvoller wäre, diese in Ihre Identität zu integrieren). Konsequent wäre es den deutschen Pass abzugeben. Rechte wollen eben an der Zugehörigkeit zu ihrem Volk festhalten und dessen Fortexistenz sichern. Insoweit steht da zunächst Wille gegen Wille. 

MarkusMagnus

19. April 2026 15:59

@Gimli
Wenn es so wäre, wie sie behaupten, würde man nicht so viel Energie verschwenden um uns das Deutschsein madig zu machen und Deutsche abschaffen zu wollen.
Alleine einer bestimmte Rasse oder Ethnie anzugehören macht einen nicht automatisch zum (guten) Menschen. Aber wer von uns D hier bei SIN hat das je behauptet? Solchen "Glauben" finden sie eher bei einem anderen Volk.
 
 
 
 
 
 

RMH

19. April 2026 16:53

Wenn es um Reste (ur-)"alten Rechts" in Deutschland geht, dürfen die nach bayerischem Gemeinderecht zulässig anordbaren "Hand- und Spanndienste" aus Art 24 der bayerischen Gemeindeordnung nicht fehlen (BaWü & auch die deutschen Gegenden außerhalb der BR haben wohl ähnliches).

Maiordomus

19. April 2026 17:30

@Liselotte.  James Schwarzenbach, ein alemannisch orientierter Rechtspolitiker von vor 60 Jahren, distanzierte sich nicht nur von der italienischen Nation, sondern zumal von den damaligen jurassischen Scharfmachern, für welche die  jurassische Ethnie klar vor dem "Schwerizer Volk" als Willensnation kam. Es wurde den Jurassiern von den Bernern sogar empfohlen, wenn es ihnen nicht passe, sich gefälligst an Frankreich anzuschliessen. Letzteres kam ihnen natürlich auch deswegen nicht in den Sinn, weil die jurassische Kantonsverfassung, wiewohl in Details stark linksdrallig, von allen Schweizer Kantonsverfassungen der Gegenwart wohl am stärksten die kantonale Souveränität betont. Andererseits verhält sich der Jura im Gegensatz zur Urschweiz in Volksabstimmungen analog Schottland als stark "europafreundlich",  mit welchem Begriff die Sympathie für die EU fälschlicherweise umschrieben wird. Die am stärksten pro EU und gegen die Neutralität agierende Professorin in der Schweiz, von der Uni Fribourg, ist eine Deutsche, von der Mentalität sicher nicht bei der ersten Million der typischen Schweizer Mentalität einzureihen. 1848 hatten wir gut 2 Mio Einwohner incl. das damals noch preussische Neuenburg, heute gilt eine Beschränkung auf 10 Mio als isolationistisch u. nationalistisch.     

Gimli

19. April 2026 19:22

Ich weiß ja, dass für viele hier das Konzept "Volk" wichtig ist und meine das völlig unironisch. Nur: Ich und sehr viele aus meinem Umfeld fühlen das nicht. Wenn ich "eklig" sage, dann ist das ebenso zutreffend und war sehr intensiv bis zu Jogis WM, wo das Schwenken von Fahnen etwas Unbeschweres hatte. Genetisch oder kulturell dagegen gibt's da Nix. Der Genpool mag direkt in der DMA oder epigenetisch ablesen lesen, woher ein Individuum stammt. In einer Welt der Anywheres verschwinden diese Signale. Und wenn Gesetzestexte von Völkern reden, dann ist das veraltete Sprache. Soziologen tun sich ziemlich schwer mit dem V-Wort. Natürlich habe ich kulturelle Einschreibungen erfahren, vor allem über Sprache, und denke, es ist Bequemlichkeit und ein Gefühl der Sicherheit (Abläufe, Etikette, Normen, Gesetze ...), dass sich nach Hause kommen gut anfühlt. Aber Volk? Was verbindet mich mit einem Hamburger oder Müncher oder irgendwas Ostdeutschem? Die Sprache zuoberst .. weitere Schnittmengen sind winzig. 

RMH

19. April 2026 21:43

"Soziologen tun sich ziemlich schwer mit dem V-Wort."
Wenn sie ihren job behalten wollen, dann sicherlich.

RMH

19. April 2026 21:52

"Aber Volk? Was verbindet mich mit einem Hamburger oder Müncher oder irgendwas Ostdeutschem? Die Sprache zuoberst .. weitere Schnittmengen sind winzig. "
@Gimli,
alleine, dass Sie diesen Vergleich ganz instinktiv auf Deutsche beschränken, zeigt doch, dass ihnen komplett klar und bewusst ist, was ein Volk ist und was insbesondere das deutsche Volk ist. Sie finden es halt eklig, so wie Leute mit Körperdysmorphie beim Blick in den Spiegel sich unwohl fühlen, wofür aber der Spiegel nichts kann, sondern nur der, der in den Spiegel schaut. 

Fredy

20. April 2026 00:40

Gimli hat nur seine Perspektive. Die ist nicht so relevant, wie die Fremde drauf. Mag sein, dass er sich überall zugehörig fühlt. In entsprechender Situation wird er schmerzlich erfahren, dass Andere das umgekehrt nicht so sehen. Dass nicht er bestimmt wer zu ihm gehört, sondern andere, ob er zu ihnen gehört. Und das nur in belastbaren Situationen. Nicht im Reinraum. Und dann wird er sich durch Erfahrung radikalisieren, so dass wir ihn wieder aufs normale Maß bremsen müssen. Also Verständnis. So oft erlebt, mit Leuten, die nur durch Erfahrung klug werden, weil zu geistigen Vorstellung, Abstraktion und Lehre unfähig.

dojon86

20. April 2026 11:21

@Gimli und andere. Es wird hier zu viel von Genetik und Volk gesprochen und weniger von der Lebensrealität. Der Mensch ist ein Säugetier, dass für sich allein gestellt nicht leben kann und Territorium besetzt. Es vereinigt in sich soziale Züge, die ihm mit seinen Mitmenschen verbinden als auch trennen insofern er mit seinen Mitmenschen um Territorium und Ressourcen kämpft und sich zu diesem Zweck mit ebensolchen anderen Mitmenschen verbündet. Eine insgesamt brisante Gemengelage, die schon in unserer Primatenvergangenheit existierte. Wir wissen heute, dass Schimpansen Kriege führen. Hier aus ökonomischen und weltanschaulichen Gründen Menschengruppen aggressiv zu mischen, ist menschenverachtend da man bewußt mit dem Feuer spielt. Vor Jahrzehnten erklärte mir ein linksliberaler Professor, dass die diversen Kolonialverwaltungen der Europäer Ethnien, die sich schon seit Jahrhunderten nicht riechen konnten, aus kurzsichtigen Gründen mischten und damit eine Reihe postkolonialer Konflikte und Kriege in den betreffenden Regionen triggerten die das Leben von Generationen zerstörten, wenn schon nicht physisch, dann doch hinsichtlich ihrer Lebensplanung. Sollte in Europa dasselbe passieren, was ich für möglich halte, denn die Europäer sind keineswegs bessere Menschen als z. B. Tamilen und Singhalesen oder Hutu und Tutsi oder Chinesen und Malaien, dann haben sie und ihresgleichen die Zukunft ihrer eigenen vier Kinder zerstört. Chapeau.

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