Die AfD und der Reset-Knopf

von Wiggo Mann -- „Ich würde sogar die Scheiß-AfD wählen, wenn …“ Jetzt war ich gespannt. Was wäre der entscheidende Faktor bei einem befreundeten Gastronomen? Aber der Reihe nach.

Deut­sche West­me­tro­po­le. Mit­ten­drin. Renom­mier­tes Restau­rant. Lin­ker Kiez-Touch. Kei­ne Ster­ne, aber fei­ne Küche. Stamm­gäs­te aus dem Estab­lish­ment. Anwäl­te, Mak­ler, Ban­ker, Staats­se­kre­tä­re am Nach­bar­tisch. Trotz­dem rut­schen die Inha­ber des Lokals in Rich­tung Ruin.

Die Chefs des Lokals kok­sen nicht, sie sau­fen nicht, haben gedul­di­ge Frau­en und süße Kin­der. Sie schuf­ten gas­tro-üblich bis in die Näch­te. Sor­gen sich um jede schlecht gelaun­te Goog­le-Rezen­si­on eines zicki­gen Tou­ris­ten. Und haben sich im letz­ten Monat kein Gehalt mehr ausgezahlt.

Es geht gera­de ein­fach nicht mehr. Zuerst müs­sen die hoch­wer­ti­ge Ware und die Infra­struk­tur bezahlt wer­den. Die Ange­stell­ten sol­len pünkt­lich ihr Geld haben. Ehren­sa­che. Der Koch sowie­so – sonst ist er weg und man kann zuma­chen. 20 % Umsatz­rück­gang im ers­ten Quar­tal. Teil­rück­zah­lung der Coro­na-Hil­fen. Explo­die­ren­de Ener­gie­prei­se und galop­pie­ren­de Infla­ti­on. Die fei­nen Her­ren Stamm­gäs­te haben offen­bar weni­ger Spe­sen­bud­get und spa­ren beim Mit­tag­essen. Lie­ber den ein­fa­chen Haus­wein als eine Fla­sche gepfleg­ten Ries­ling. Nicht durch­ge­hend, aber doch spürbar.

Deutsch­lands staats­tra­gen­de Schicht blu­tet aus. Da hilft auch kein Pfei­fen im Wal­de mehr. Wer sich die Mühe macht und Leu­ten zuhört, bekommt die Dra­ma­tik der wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on Deutsch­lands jeden Tag in per­sön­li­chen Geschich­ten auf­ge­tischt. Und zwar nicht nur in sozia­len Rand­ge­bie­ten, son­dern im soli­den Mit­tel­stand, der mit sei­ner Abga­ben­last die gan­ze Show zu erheb­li­chen Tei­len finanziert.

Mar­tin Sell­ner hat recht. Es ist immer wich­ti­ger, in Ruhe ein „sinn­vol­les Gespräch zu füh­ren“ in einer „pri­va­ten Sphä­re, in der das Gentlemen’s Agree­ment herrscht, sich nicht hef­tig anzugehen“.

So stan­den wir also im Restau­rant nach Küchen­schluß zusam­men und spra­chen in lei­sem Ton dar­über, wie es sich für die Besit­zer anfühlt, nach so lan­ger har­ter Arbeit und ver­meint­lich siche­ren Wahl­ka­bi­nen-Kreuz­chen von den Regie­rungs­dar­stel­lern im Stich gelas­sen zu wer­den. In der lin­ken Ecke: die täto­wier­ten Edel-Anti­fas. In der rech­ten Ecke: ich, der poli­tisch immer schon skep­tisch beob­ach­te­te Gast.

Nach 30 Minu­ten Dis­kus­si­on über deut­sche Aktua­li­tät waren wir an einem Punkt, den James Car­ville, Poli­tik­be­ra­ter und Mar­ke­ting­stra­te­ge, bereits 1992 im Clin­ton-Wahl­kampf zum Hebel mach­te: „It’s the eco­no­my, stu­pid.“ Der Satz hing damals im „War Room“ der Demo­kra­ti­schen Par­tei groß an der Wand.

James Car­ville war ein wil­der Typ. Nicht der klas­si­sche Rekla­me­mann, son­dern ehe­ma­li­ger Mari­ne. Sei­ne Arbeits­wei­se war mili­tä­risch: Auf­klä­rung, Ana­ly­se, Angriff. Und Dis­zi­plin. Bill Clin­ton schlug Geor­ge H. W. Bush mit 370 zu 168 Stim­men im Elec­to­ral Col­lege, obwohl Bush durch sei­nen „Sieg“ im Irak-Krieg ein Jahr zuvor noch Zustim­mungs­wer­te von 90 % ver­bu­chen konn­te. Der wirt­schaft­li­che Abschwung der USA, gebro­che­ne Wahl­ver­spre­chen („Read my lips: no new taxes“) und die Stra­te­gie eines Mar­ke­ting-Mari­nes kegel­ten Bush aus dem Amt.

Es gab auf Sei­ten von Clinton/Carville kei­ne kom­plett durch­dach­ten volks­wirt­schaft­li­chen The­sen im enge­ren Sin­ne, son­dern eine poli­ti­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­re­gel: Redu­zie­re dich nicht zu sehr auf rei­ne Wut­the­men und Regie­rungs-Bas­hing. Sprich über ein posi­ti­ves wirt­schaft­li­ches Gesamt­bild als Hoff­nung und Auf­ga­be. Jobs, Ein­kom­men, Prei­se, Zukunft.

Wäh­ler bewer­ten Regie­run­gen danach, ob es ihnen wirt­schaft­lich bes­ser geht, und sie bewer­ten die Oppo­si­ti­on danach, ob es noch bes­ser gehen wür­de, wenn sie ihre Ideen umsetzt. (Dabei las­sen wir die patho­lo­gisch indok­tri­nier­ten Tages­schau-Boo­mer mal weg.)

Eigent­lich kei­ne schlech­ten Vor­aus­set­zun­gen für einen finan­zi­el­len Staats-Reset mit der AfD, denn die Mit­glie­der des Par­tei­en­kar­tells waren alle schon an der Macht und fun­gie­ren nur noch als Insol­venz­ver­wal­ter. Das müs­sen zäh­ne­knir­schend sogar aus­ge­wie­se­ne neo­kon­ser­va­ti­ve Kom­men­ta­to­ren zugeben.

„Das Mär­chen vom rei­chen Land“ war bereits vor acht Jah­ren der Titel eines Buches von Dani­el Stel­ter. Der viel­zi­tier­te Öko­nom und Unter­neh­mens­be­ra­ter erklär­te in einem Pod­cast kurz vor der letz­ten Bun­des­tags­wahl, daß die AfD im wirt­schaft­li­chen Bereich teil­wei­se „span­nen­der“ argu­men­tie­re als der Rest der Par­tei­en­land­schaft und „inter­es­san­te Ansät­ze“ biete.

Ich wür­de mir wün­schen, dass Uni­on, SPD und FDP sich das AfD-Wahl­pro­gramm mal anschau­en und viel­leicht ein paar gute Ideen über­neh­men. Und nicht sagen: Die sind ja von der AfD. Sie müs­sen gar nicht sagen, was sie über­nom­men haben.

Der Finanz­mann sitzt mit bau­meln­den Bei­nen auf sei­ner Brand­mau­er und rät zum Ideen­klau. Denn vie­les bei der bösen AfD emp­fin­det er – zu sei­nem Bedau­ern – als „detail­lier­ter und fokus­sier­ter“ als bei sei­nen Lieb­lin­gen von der FDP.

Für vie­le im Vor­feld der Par­tei mag das ein ver­gif­te­tes Argu­ment sein, und der Ver­weis auf die wirt­schaft­li­che Kom­pe­tenz der FDP ein Todes­stoß. Haha, hat bei der FDP auch nicht geklappt. Aber so ein­fach ist es nicht. Ers­tens sieht man am oben genann­ten Gas­tro­no­men und beim Öko­no­men Stel­ter, wie ver­füh­re­risch das Ver­spre­chen von wirt­schaft­li­chem Auf­bruch wer­den kann. Selbst wenn Radi­ka­li­tät gern dis­kre­di­tiert wird – im Bereich Wirt­schaft und Finan­zen ist sie mitt­ler­wei­le in der poli­ti­schen Dis­kus­si­on der soge­nann­ten Mit­te, abseits der AfD-Stamm­wäh­ler­schaft, angekommen.

Zwei­tens mag eine FDP, in der Frau Strack-Rhein­me­tall teu­re Krie­ge anfeu­ert und DJ Busch­mann gern Män­ner in Frau­en­toi­let­ten schickt, zwar eine poli­ti­sche Mar­gi­na­lie sein. Aber die Zuckun­gen rund um Wolf­gang Kubicki zei­gen erneut, daß Tei­le der wirt­schaft­lich inter­es­sier­ten Steu­er­zah­ler hän­de­rin­gend nach einer unver­däch­ti­gen Wahl­ent­schei­dung suchen – nicht, weil man alles gut fin­det, was eine Par­tei wie die FDP anzet­telt, son­dern weil man auf ein letz­tes Quänt­chen finan­zi­el­len Sach­ver­stand hofft. Wenn die­ses Milieu abseh­bar wie­der 5 % der Stim­men bün­delt, soll­te das ein wei­te­res Erobe­rungs­po­ten­ti­al für die AfD darstellen.

Kei­ne Sor­ge. Die­se Argu­men­ta­ti­on ist kei­ne Anlei­tung zum Rück­zug aus schar­fen natio­na­len The­men. Remi­gra­ti­on muß im Mar­ken­kern der Par­tei ein wich­ti­ger Fak­tor und ein Allein­stel­lungs­merk­mal blei­ben, denn Deutsch­land kann mit die­ser impor­tier­ten Kri­mi­na­li­tät und den lang­fris­ti­gen Fol­gen des Bevöl­ke­rungs­aus­tauschs nicht leben. Wer sich aber zu sehr als One-Trick-Pony insze­niert, grenzt fer­ne­re Wäh­ler­mi­lieus aus. Milieus, die gern AfD wäh­len wür­den – aber sich noch nicht trauen.

Die Remi­gra­ti­ons­idee muß des­halb noch stär­ker in alle Berei­che der zukünf­ti­gen Staats­füh­rung dekli­niert wer­den. Auch in die Finanzdaten.

Es ist schnell nach­voll­zieh­bar, was pas­siert, wenn man ohne Unter­laß jedes Jahr im Zuwan­de­rungs­net­to eine Stadt mit 300.000 arbeits­lo­sen und kul­tu­rell meist unan­ge­paß­ten Per­so­nen nach Deutsch­land impor­tiert. Woh­nungs­markt, Gesund­heits­sys­tem und vie­le ande­re wirt­schaft­li­che Struk­tu­ren bre­chen zusam­men. Dar­über gibt es kei­nen Zweifel.

Die Aus­gangs­la­ge ist per­fekt für eine Par­tei, die den Mut und den Sach­ver­stand hat, wirt­schaft­lich groß zu den­ken. Deutsch­lands Staats­quo­te liegt bei 50 %. Das klingt nicht dra­ma­tisch, bedeu­tet aller­dings, daß die Hälf­te des Brut­to­in­lands­pro­dukts vom Staat aus Mit­teln ange­scho­ben wird, die er zuvor Unter­neh­men und Bür­gern weg­ge­nom­men hat.

Das Pro­blem einer sol­chen Staats­quo­te ist nicht allein die Höhe. Es ist der nied­ri­ge Return on Invest­ment, ein­ge­schränkt durch man­geln­de Effi­zi­enz und Effek­ti­vi­tät des Staa­tes. Die per­ver­se Logik eines wirt­schaft­li­chen Per­pe­tu­um mobile.

Im öffent­li­chen Dienst arbei­ten unge­fähr 5,5 Mil­lio­nen Men­schen, jedes Jahr wer­den es 10 % mehr. Bald haben wir so vie­le Staats­be­diens­te­te wie Hes­sen Ein­woh­ner hat. Dafür zahlt der Staat jähr­lich eine Sum­me, die mit 380 Mil­li­ar­den Euro in etwa dem wirt­schaft­li­chen Gesamt­vo­lu­men der Atom­macht Paki­stan ent­spricht. Der Begriff vom Staat im Staa­te bekommt so eine völ­lig neue Dimension.

Allein in der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung sind mehr Men­schen beschäf­tigt als welt­weit für Nike arbei­ten. Don’t do it. Die Bun­des­agen­tur für Arbeit bezahlt 100.000 Ange­stell­te und Beam­te. Unge­fähr so vie­le wie die kom­plet­te Beleg­schaft von Renault welt­weit. Renault erwirt­schaf­tet zuletzt ein ope­ra­ti­ves Ergeb­nis von 4 Mil­li­ar­den Euro. Unser Arbeits­amt kos­tet rund 10 Mil­li­ar­den im Jahr und ver­mit­telt noch nicht ein­mal 5 % der drei Mil­lio­nen Arbeits­lo­sen in einen neu­en Job.

Hier greift kei­ne Reform mehr, son­dern nur noch ein Reset des Sys­tems mit weit­ge­hen­der Auf­lö­sung ein­zel­ner Behör­den. Der öffent­li­che Dienst muß hal­biert wer­den, damit er dop­pelt so schnell wird. 60.000 aus­schei­den­de Staats­die­ner pro Jahr wer­den nicht ersetzt. Dazu lau­tes Nach­den­ken über soge­nann­te Lus­tra­ti­on, also die Ent­las­sung aus staat­li­chen Posi­tio­nen zum Schutz der Gemein­schaft und der demo­kra­tisch-rechts­staat­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen in loser Anleh­nung an Reso­lu­ti­on 1096 der Par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lung des Europarats?

Die Situa­ti­on ist ernst, erfor­dert Krea­ti­vi­tät und wird sich nicht ohne Zumu­tun­gen lösen las­sen. Die Grü­nen, bei denen 45 % der Mit­glie­der Beam­te und Staats­be­diens­te­te sind, wer­den nicht glück­lich sein.

In der Fol­ge könn­te der Staat bei sei­nen Net­to-Steu­er­zah­lern auf die Besteue­rung der Arbeit fast voll­stän­dig ver­zich­ten. Deutsch­land könn­te das größt­mög­li­che pri­va­te Pro­gramm für wirt­schaft­li­ches Wachs­tum aus­lö­sen, wenn wir außer­dem auf­hö­ren, unüber­schau­ba­re Gel­der an supra­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen zu über­wei­sen, die der deut­schen Sou­ve­rä­ni­tät scha­den. Fast 30 Mil­li­ar­den Unter­stüt­zung für „Ent­wick­lungs­län­der“ wie – Chi­na? Eine For­de­rung des AfD-Pro­gramms muß lau­ten: Lohn­steu­er per­spek­ti­visch auf null.

Klingt uto­pisch? Nein, es bedeu­tet nur eine Abkehr vom Glau­ben an die Unver­än­der­bar­keit der Rah­men­be­din­gun­gen. Was die AfD im Bereich Remi­gra­ti­on bereits erfolg­reich durch­lau­fen hat, das muß sie jetzt noch im Bereich der Wirt­schaft leisten.

Und hier liegt die eigent­li­che his­to­ri­sche Iro­nie. Wenn die eta­blier­ten Par­tei­en in ihrer jahr­zehn­te­lan­gen Ver­ant­wor­tung kol­lek­tiv ver­sagt haben, dann ist der logi­sche Platz für eine radi­ka­le Wirt­schafts­agen­da aus­ge­rech­net dort frei gewor­den, wo man sie am wenigs­ten erwar­tet: Die ver­meint­lich dump­fe AfD wird zur moderns­ten Par­tei der Staats­füh­rung und der befrei­en­den Finanz­po­li­tik. Denn die Lücke, die das Estab­lish­ment hin­ter­läßt, ist nicht nur kul­tu­rell. Sie ist öko­no­misch. Und sie ist riesig.

Der Gas­tro­nom, der schon fast die „Scheiß-AfD“ wählt, denkt nicht nur über Remi­gra­ti­on nach. Er hat über Strom­kos­ten in sei­nem Betrieb nach­ge­dacht – und über sei­ne pri­va­te Mie­te. Poli­tik­be­ra­ter James Car­ville wuß­te das bereits 1992. Die erfolg­reichs­te deut­sche Par­tei kann 2026 dar­aus lernen.

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Kommentare (40)

Herold

28. April 2026 11:56

Teilrückzahlung der Corona-Hilfen.

Fürs Protokoll: In NRW (und in anderen BL), wurden Corona-Hilfen für Selbstständige als "bedingungslos" angekündigt und auch beschieden, zumindest am Anfang. Heißt, sie waren keine Darlehen und auch an keine anderen Bedingungen geknüpft. Nur um dann postwendend 2022 zurückgefordert zu werden. Eine Flut von Klagen später schwebt die Situation weiter, ein paar BL haben die Forderungen recht schweigsam eingestellt, ein paar BL fordern weiter (und verlieren immer mal wieder vor Gericht). Ich kann mich tatsächlich an nichts erinnern, was bei kleinen Gewerbetreibenden mehr Zulauf zur AfD bewirkt hat, als das. Liebe AfD-NRW: Ich habt hier noch deutlich Potential, die Regierung Wüst an den Eiern zu packen.

Im öffentlichen Dienst arbeiten ungefähr 5,5 Millionen Menschen, jedes Jahr werden es 10 % mehr.

Dazu kommt ein Heer an "Dienstleistern", die z.B. "Digitalisierung" bei den Behörden machen. Aktuell ist der Projektmarkt für Systemhäuser und Freiberufler quasi komplett staatlich geprägt. Alleine die BA beschäftigt hunderte Externe für etwas, was sie eigentlich selbst machen sollte.
Ansonsten ist dem Artikel wenig hinzuzufügen. Am Ende können sich die Leute vielleicht dem Stadtbild (eine Weile) entziehen, aber den Auswirkungen im Portemonnaie nicht.

uhuru

28. April 2026 12:03

Ich schreibe heute zum ersten mal hier, und würde mich eher der konservativen bewahrenden Fraktion zugehörig fühlen.
Für mich war die fehlende oder mangelhafte Position der AfD zu Fragen der Wirtschaft und Sozialstrucktur in Deutschland bisher immer ein grosser Schwachpunkt. Dabei geht es nicht nur, wie Betriebe und Unternehmen finanziell Belastet oder gefördert werden, sondern wie kommt der Normalbürger zurecht, der mit seiner Lohnsteuer einen Grossteil der Staatsausgaben finanziert.
Progressive Lohnsteuerstruckturen, Senkung der Energiekosten für Strom und Gas, Verschlankung des Beamtenapparats, Weniger Ausgaben für Brüssel und andere Länder. Das könnte erst einmal der Anfang sein. Ja, die AfD braucht hier mehr Profil um die Wähler ansprechen zu können und darum braucht es ein klare Diskussion zu den Wirtschaftsthemen.
Grüsse uhuru
 

Alex Schleyer

28. April 2026 12:37

Endlich mal ein wirtschaftlich sinnvoller Beitrag auf Seiten der Rechten, die sonst zwischen verschiedenen Formen des Sozialismus changiert und Wirtschaft sowieso für ein Spiel hält. Ein rundum zu befürwortender Text! Einkommenssteuer auf Null, KeSt oder Grundsteuer genauso abschaffen wie KfZ-Steuern, ohnehin 90% der Regularien und Vorschriften streichen, lächerliche Dokumentationspflichten sowieso und die Leute einfach mal machen lassen. Die Penner vom Ordnungsamt, die Heckenhöhen und Rauchverbote kontrollieren, sollen meinetwegen in der Gosse verhungern und das Heer an nutzlosen Beamten kann danach gern Straßen fegen oder Kartoffeln ernten. Die inhärente Negation des Ökonomischen ist schließlich auch der Hauptfaktor, warum die Rechte außer Lesekreisen und sonstigen Luftschlössern keinerlei validen außenpolitischen Netzwerke geschaffen hat. Der im Text genannte Ansatz ist doch schonmal ein erster Schritt!

Martha

28. April 2026 13:30

Im Artikel steckt viel Wahrheit drin. Dennoch sollte man immer auch daran erinnern, wer die AfD wählt. Es sind überwiegend die kleinen Leute, die Arbeiter, Angestellten, Handwerker und Arbeitslosen. Über die Hebel der Remigration, aber auch der Entbürokratisierung, den Abbau von Auslandsunterstützungen und eine ganzen Reihe weiterer überflüssiger Dinge, kann man diese dann auch entlasten. Meiner Meinung nach ist die AfD generell auf einer richtigen Linie, sie könnte aber im sozialen Bereich noch einiges zulegen. Benedikt Kaisers "Sozialpatriotismus" hat für mich einen entsprechenden Stellenwert.

Ekstroem

28. April 2026 14:00

Danke für den sachkundigen Artikel. Mit Alice Weidel hat die AfD eine wirtschafts- und finanzpolitisch sattelfeste Führungskraft. Mit ihrer Eloquenz punktet sie hier regelmäßig. - Das System bedarf eines gründlichen Umbaus auf allen Gebieten, der sehr weitreichend sein muß, um nachhaltig zu wirken. 

Paul Aner

28. April 2026 14:09

Sorry, it's NOT economy, it's demography!!
Annahme: 60 Mio Biodeutsche mit Reproduktionszahl 0,9 Kind/Frau,  20 Mio mit Migrationshintergrund 2,0 Kind/Frau. 
Nach Einsicht mehrerer Quellen absolut tragfähige Zahlen 
Frage: Wann Verhältnis 50/50 (nicht mehr Herr im eigenen Haus)?
Lösung: in 1,08 Generationen, das sind 30-35 Jahre 
Die mathematischen Zeichen meiner Rechnung wurden hier nicht angezeigt, diese kann mittels ChatGPT leicht nachvollzogen werden.
NICHT eingerechnet sind weitere ungebremste Migration, Erhöhung/Verringerung der Reproduktionszahl .
ALLE, wirklich ALLE Politikfelder sind dagegen irrelevant , bzw. Beschäftigungstherapie bis zum Untergang. 
Damit ist eigentlich schon alles gesagt.
 
 
 

Mitleser2

28. April 2026 14:30

Benedikt Kaiser et al wird dieser Artikel kaum gefallen. Da tummelt sich mehr die Solidarität und das Kollektiv. Und Libertäre sind des Teufels.

ofeliaa

28. April 2026 14:53

Wer die AfD wählen möchte, kann das ja einfach tun und nicht darüber sprechen. Dann hat man ein Geheimnis mit sich selbst, ist doch ganz nett. Ich habe im Gespräch von vielen gehört, dass die AfD keine Partei für den kleinen Mann sei - aus ihrer Wirtschaftspolitik heraus. Das ist schon einer der top abschreckendsten Faktoren denke ich, und vom glorreichen Mindestlohn spricht auch jeder sofort, den hat ja die SPD für "uns" errungen, sagen sie. D.h. wirtschaftlich denken alle die SPD sei die Partei des kleinen Mannes. Finde das lustig. Sie verschleudern Milliarden für sinnlose Projekte und Migration, aber wenn man über 14 Euro pro Stunde fürs Schuften erhält, freuen sich die Bürger brav. Ich denke wir Bürger können dank des SPD Mindestlohns nun jeden Tag Kuchen essen. Ich denke in so einem Staat wie jetzt kann man sich immer nur entscheiden, ob man seine Ehre verkaufen möchte und sich irgendwo beim Staat anstellen lässt oder Arbeitslosengeld empfängt und Wohngeld usw. - oder ehrlich und sich selbst treu bleibt und NICHT am großen Kuchen mitfrisst. Verlockend ist es, und ich weiß auch nicht, wie lange ich in diesem Land noch davor zurückschrecken werde, vom großen Pott der Sozialleistungen und Beamtenstati zu schöpfen. Das staatliche System, das wir derzeit haben, lässt sich so unglaublich leicht ausnutzen. 

Schobbepetzer

28. April 2026 15:48

@MarthaIch habe BK´s Buch gelesen. Da sind viele Dinge drin, die nicht auf politischer Ebene sondern auf Ebene der Sozialpartner und in einem neuen gesellschaftlichen Konsens ausgehandelt werden müssen.Die akuten Finanz- und Steuerprobleme sind direkt zu addressieren, da wird die AFD auf einen pragmatischen Bündnispartner angewiesen sein. Für mich gibt es kein besseres Thema als Lohnsteuer 0. Das bringt AG, AN und der Wirtschaftslage was. Natürlich bedeutet das wieder eine Neiddiskussion wie damals bei Kirchhoff, aber was solls. Das Leben ist nun einmal ungerecht. Natürlich muss bei diesen ganzen Auslandssachen, auch bei der EU eingespart werden, so wie Thatcher: "I want my money back."
Am Ende wird es kein Reförmchen mehr tun, es wird ein Systembruch, friedlich muss es von uns ausgehen, aber an einem Systembruch geht kein Weg mehr vorbei. Die Politik muss eine Perspektive in 10 Jahren entwickeln, hinter der sich 50+1 versammeln können. Ob das klappt? 

tearjerker

28. April 2026 16:21

Martha trifft es. Der Grossteil der Sympathisanten der Blauen will Sozi-Politik für Deutsche, nicht für Landfremde. In den Regionen ohne eingewachsene alte Weststrukturen schaffen die die Mehrheiten. Die 8% Zuwachs der Freien Demokraten zwischen 02 und 09, die sich inhaltlich mit vielen der im Beitrag genannten Punkte identifizieren würden, wird man heute nicht mehr heben können. Bruchteile davon könnten 29 oder früher doch wieder die FDP ins Parlament bringen für eine 3-4 Parteien-Koalition, aber das wird das Maximum sein. Eine echte Deregulierung wird vielleicht vorrübergegend entstehen, wenn der Zerfall fortgeschreitet und der Kontrollverlust autonome Strukturen innerhalb der alten Ordnung ermöglicht. Langfristig erwarte ich aber ein technisch kontrolliertes System, dass seine Follower komplett durch Statusgarantien an sich binden wird und Ausreisser verfolgen, unterdrücken oder vertreiben wird. Damit wird sich die Alternative ganz lässig arrangieren.

Kurativ

28. April 2026 16:23

Als nächstes kommt ein KI-Verbot in öffentlichen Verwaltungen ("ganz gefährlich"). Spätestens, nachdem man entsprechende Kommentare im Internet gesehen hat, gerät das Beamten- und Angestelltenheer der Alt-Parteienortsverbände unruhig auf ihren Luxudbürostühlen hin- und her schieben. Das die Grünen Öko-Stalinisten wgn drohender KI die Energieversorgung Deutschlands vorsorglich vernichtet haben, halte ich dagegen für ein Gerücht. Bei entsprechenden Gesetzen haben es diese Parteien aber bisher geschafft, dass es Digitalisierung nicht geschafft hat. Die Alt-Parteienrichterschaft wird hilfreich zur Seite stehen.

Rheinlaender

28. April 2026 16:37

In den nächsten Monaten werden die Dinge rasch in Bewegung geraten, auch dank Trump, der wahrscheinlich eine globale Wirtschaftskrise ausgelöst hat, die bald in Deutschland spürbar werden und auf eine im Kern handlungsunfähige Bundesregierung treffen wird. Die nächste Bundestagswahl könnte noch in diesem Jahr bevorstehen, wobei im Wahlkampf wirtschaftliche Themen dominieren dürften.

Umlautkombinat

28. April 2026 16:49

@Paul Aner
 
Da das hier oefter kommt: Bitte nicht den Leuten ChatGPT hinwerfen. Viel mehr Fleisch sind ein paar Stichworte und dann mag es jeder so treiben wie er will. Die simpelsten Gleichungen fuer Populationsdynamiken (Stichwort) sind linear, das naechste sind einfache gewoehnliche Differentialgleichungen, langsam realistisch wird es mit Raeuber-Beute-Systemen, die sind dann schon partielle Differentialgleichungen. Wirklich brauchbar sind aber auch die nicht, erst werden sie nichtlinear, dann funktional und letztlich bleiben es nicht Differentialgleichungen, sondern kombinierte Integrodifferentialgleichungen. Damit duerften a marching Nines of Eight in diesem Forum ueberfordert sein.
Ich will hier nicht den Mathematiker heraushaengen lassen, aber Dinge sind nichttrivial. Es ergibt ueberhaupt keinen Sinn, Genauigkeiten von zweiter Stelle hinter dem Komma hinzuschreiben, wenn schon die Modellauswahl derart Spannen laesst, die das im Nichts verschwinden lassen. Die hoeheren Modell sind nicht einfach Feinjustierungen. 

Jan

28. April 2026 20:08

Kann die Punkte im Artikel alle unterschreiben. Wenn es ans Geld geht, hört für viele der Spaß auf. Wer vor dem finanziellen Kollaps steht oder seine Lebensqualität spürbar zurückschrauben muss, verliert schnell das Verständnis für Transformation und Vielfalt - und wird offen für Alternativen. So viel ideologische Überzeigungsarbeit kann man an anderer Stelle gar nicht leisten (diese Punkte sollen ja nicht wegfallen). Die Machtoption der AfD führt über die Ökonomie. Wenn gewisse Player eine Interessenkonvergenz mit der AfD sehen, kann man die Gesellschaftsfähigkeit der Partei kaum mehr verhindern. Das schafft auch Raum für den Einfluss anderer politischer Inhalte in den Mainstream.
 
Die vermeintlichen Wirtschaftsparteien CDU/CSU und FDP haben sich hoffnungslos in ruinösen Projekten wie Green Deal und Energiewende verheddert und damit ihr politisches Schicksal an Rot-Rot-Grün ausgeliefert. Das Land ist überall auf dem absteigenden Ast und vernichtet mittlerweile seine Substanz. Warum die historische Chance nicht nutzen und einen Ausweg aus dem Niedergang aufzeigen? Das schafft Aufbruchstimmung und muss nicht unsozial sein, wenn mit der Senkung der Produktions- und Betriebskosten auch Senkung die Lebenshaltungskosten der mittleren und unteren Schichten verbunden wird.

Artabanus

28. April 2026 21:06

Ich vermisse hier noch die klare Absage an den sog. "Klimaschutz", ein Begriff der an sich schon bescheuert ist. Die Wirtschaft und der gesamte Staat, die gesamte Zivilisation wird schlicht untergehen, wenn mit diesem Blödsinn nicht aufgehört wird. 

Franz Bettinger

28. April 2026 21:14

Außerdem: Neuseeland kopieren! —> Rentenbeitrag zu 100% abschaffen! Stattdessen: Steuer-finanzierte Grund -Rente (ca. 1000 € / Nase). Kranken-Kassen-Beiträge zu 100% abschaffen! Dafür Steuer-finanzierte Gesundheits -Versorgung (mit viel weniger Hüften, Stents, Bypässen etc.) bei derselben Lebenserwartung- & -Qualität. Wie immer: Wenn man selbst zu blöd ist, einfach beim Nachbar abschreiben (hier bei NZ). 

fw87

28. April 2026 21:25

Über die Rede von "unserem Wohlstand" ärgere ich mich oft. Heute haben die Leute zwei Luxusautos vor der Tür, fahren dreimal im Jahr im Urlaub, leben aber in einer ärmlichen Mietwohnung und ernähren sich von Fertigprodukten. Es sind viele Habenichtse, die durch Kredite und Leasing so leben können, als wären sie was. Noch zu meiner Kindheit war das Auto ein extrem zuverlässiger Wohlstandsindikator. Auto und Haus passten in der Regel zusammen. Das ist heute alles nicht mehr so. "Unser Wohlstand" ist ein Pseudo-Wohlstand ohne ökonomische Substanz. Viele stehen komplett blank da. Junge Menschen nehmen heute schon einen Kredit auf, wenn einmal spontan die Waschmaschine kaputt geht. Das liegt freilich nicht nur an der schlechten Wirtschaftspolitik, sondern auch am heutigen Mindset. Verzichten, Sparen, finanziell langfristig denken - all das scheint im Kosmos vieler Menschen nicht mehr vorzukommen. Echter Wohlstand fällt einem aber nicht in den Schoß, man muss ihn auch wollen und dafür kämpfen (osteuropäische Migranten können uns hier ein gutes Vorbild sein). Parallel zu Steuererleichterungen brauchen wir also einen Mentalitätswandel. Eine Verzichts- und Sparkultur. Eine solche wird langfristig auch religiöse und familiäre Werte wieder stärker fördern. 

Ein gebuertiger Hesse

28. April 2026 21:44

@ofeliaa
"Wer die AfD wählen möchte, kann das ja einfach tun und nicht darüber sprechen. Dann hat man ein Geheimnis mit sich selbst, ist doch ganz nett."
Sehr hübsch und lebensklug gesagt! Hahaha.
 

Gracchus

28. April 2026 22:14

Das geht in die richtige Richtung. Die AfD kann das ruhig offensiv vertreten, muss sich aber argumentativ gegen die Bedenkenträger auch unter den Wählern wappnen. Schwerpunkt: Vereinfachung bürokratischer Verfahren und steuerliche Entlastung. Das muss nicht notwendig zum "sozialen Kahlschlag" führen und sollte auch nicht so rüberkommen.

Blue Angel

28. April 2026 23:41

Gerne gelesen, danke!
Die Senkung der Energiepreise ist für das (erstmal zumindest) Abbremsen des wirtschaftlichen Komplettabsturzes m. E., neben schon genannten weiteren Punkten, auch unabdingbar. Heißt: Rückkehr zu gutnachbarschaftlichem Verhältnis mit der Russischen Föderation. Geht nur wenn (vorsichtig ausgedrückt) der globalistische Einfluß auf unser Land neutralisiert wird, mit allem, was damit zusammenhängt. Ist die AfD frei genug, das anzugehen? - Ich würde es mir sehr wünschen. 

Umlautkombinat

28. April 2026 23:41

@Schobbepetzer
Nicht schon wieder die Lohnsteuer. Wir hatten es erst, das ist spezielle Einkommenssteuer. Meine Diskussion dazu ist keine Gerechtigkeitsdiskussion, aber die pure Kenntnis des Unterschieds fuehrt dazu wer hier eigentlich was abfuehrt. Die generelle Einkommenssteuer bezieht naemlich sofort die ca. 3,5-4 Millionen Selbststaendigen in die Rechnung ein, die sonst nicht dort sind. Das mag bei ueber 45 Millionen Gesamtbeschaeftigten nicht viel klingen, aber wirft unmittelbar weitere Fragen auf. 
Denn wie der Artikel gerade zeigt, waechst unter den restlichen 40 Millionen der direkte und indirekte Anteil an angestellten Beschaeftigungen, die Staatsquote darstellen. Die Selbststaendigen sehen Sie also auf Ebene Lohnsteuer nicht, den immer dickeren Anteil Staatsbeschaeftigter belohnen Sie dann aber gleich mit. Die Frage ist, ist das sinnvoll? Oder sind andere Arbeiten wertvoller. Stichwort Innovation, kommt die durch Beamte? Welche Anreize werden dadurch gesetzt? Noch mehr in den Staat, weil nicht mal mehr Lohnsteuer auch dort? Oder stelle ich mal selbst etwas auf die Beine. Wohl eher nicht, wenn ich zu allem Ueberfluss extra Steuer bezahlen soll. Was bedeutet das fuer das Land? Im Uebrigen sind etliche dieser Selbststaendigen sehr prekaer aufgestellt.

Liselotte

28. April 2026 23:59

Davon abgesehen stimme ich dem Tenor dieses Beitrags zu, die AfD muß mehr wirtschaftliches Profil zeigen, wenn sie als mögliche Regierungspartei wahrgenommen werden will.

anatol broder

29. April 2026 00:23

gibt es aussagen von ernsthaften wirtschaftsweisen, um wieviel der steuerzahler mit dem medianeinkommen nach einer halben legislaturperiode (zwei jahre) mit absoluter mehrheit der afd entlastet würde? welche entlastung merkte der steuerzahler mit dem halben medianeinkommen, welche mit dem doppelten, usw?
wie änderten sich die kinderfreibeträge und die erbschaftssteuer nach zwei jahren afd? wie änderten sich die energiepreise nach zwei jahren afd?
welche steuerlichen entlastungen peilt die afd nach vier jahren regierungsverantwortung an?

Ordoliberal

29. April 2026 03:44

@Martha
Die AfD soll im "sozialen Bereich" noch etwas zulegen? Seit Brandt legen alle Parteien "im sozialen Bereich" ständig zu. Das Ergebnis ist unsere jetzige Situation. Das Ziel muss doch Arbeit für alle sein und nicht noch mehr Subventionen für Deutsche. "Der kleine Mann" ist doch jetzt schon subventioniert sozialversichert und darf subventioniert studieren. 
Der kleine Mann, der Geld vom Staat will, ist kein kleiner Mann, sondern ein Assi. Der ehrliche kleine Mann will Geld von der Firma, für die er arbeitet. Doch "der soziale Bereich" macht seine Arbeit so teuer, dass die Firma ihn nicht mehr beschäftigen kann. Das ist das Problem des kleinen Mannes.
Ist es denn so schwer zu verstehen? Arbeit entsteht nicht durch Umverteilung. Umverteilung verhindert und vernichtet Arbeit. Jede Umverteilung ist a priori eine Fehlinvestition. Und je mehr in einer Wirtschaft fehlinvestiert wird, desto schwächer wird sie. Fünfzig Prozent Staatsquote bedeuten nicht anderes, als das mindestens dreißig Prozent des Volksvermögens fehlinvestiert werden.
@laurenz
Ja, ich weiß. Der Außenhandel ist kein freier Markt im libertären Sinne, sondern ein Kriegsschauplatz. Daher mögen Zölle und Subventionen dort gerechtfertigt sein. Aber die Parteien tun ja genau das Gegenteil. Statt die heimische Industrie durch Quid pro Quo konkurrenzfähig zu machen, binden sie ihr Klötze ans Bein.

Karl Otto

29. April 2026 07:53

Kontrollierte und begrenzte Migration von qualifizierten Menschen wirkt sich i.d.R. positiv auf die Wirtschaft aus. Das Problem in Deutschland ist die Migration von Unqualifizierten (die darüber hinaus noch Muslime sind und damit quasi imprägniert gegen jede Form von Integration) über das Asylrecht in die Sozialsysteme. Wenn es gelänge, das zu stoppen wäre viel erreicht.
Übrigens gibt es auch Leute, die von der naiven Haltung der AfD gegenüber Russland und Putin abgehalten werden, die Partei zu wählen.

RMH

29. April 2026 08:01

"Eine Verzichts- und Sparkultur." Aktuell würde es der Wirtschaft mehr helfen, wenn die Leute weiter die Kohle raus hauen, als gäbe es kein morgen. Dass die Leute auf breiter Front vorsichtiger werden & den Gürtel bereits nur um 1 Loch enger machen, schlägt bei dem angespannten Laden deutsche "Volks-" Wirtschaft mittlerweile dann schon wieder sofort durch. Thema Stagflation etc. Das Thema ist wirklich komplex, weil die Etablierten die Karre massiv in den Dreck gefahren haben, dass man mit punkt. Korrekt. nicht mehr viel machen kann. Der genannte "Reset Button" ist das, was man durchdenken muss. Wie pleite das Land ist, sieht man bereits daran, dass ein SPD Finanzminister nicht bereit ist, die vglsw. läppischen 12 Mrd an fehlenden Bundesleistungen für die KV der Bürgergeld Empfänger zu leisten & damit eigentlich Privatversi. (im Denken der Sozis: Reiche, die man schröpfen muss) & Beamte bevorzugt. & so ist es quer durch alle Ressorts. Am Ende ist man bereits Adresset neuer Schröpfung, wenn man mehr als 3500.- brutto im Monat hat. Die Facharbeiter werden sich bedanken, ebenso die überall als Maßstab für hohe Belastung bei angeblicher Unterbezahlung dienende Krankenschwester in Vollzeit. Es gibt viel zu Diskutieren, als erstes muss das falsche Mem weg, die AfD würde Umverteilung nach oben machen. Das "Oben" als Entlastungsempf. der AfD beginnt eben früher, nämlich bei der echten Mittelsch., als das der SPD & ihrem Sklaven Union.

Alex Schleyer

29. April 2026 10:22

In der von @Mitleser2 genannten Gruppe "tummelt sich mehr die Solidarität und das Kollektiv." Das nennt man de facto Nationalsozialismus, wenn die Begriffe an Abstammung gebunden sind, und Kommunismus, wenn sie an den Staat gebunden sind. Beides lehne ich vollumfänglich ab, denn mit wem ich solidarisch bin, entscheide ich gern selbst. Und einem Kollektiv gehöre ich nur an, wenn es in dieselbe Richtung blickt - das Volk jedenfalls ist es nicht; weder habe ich mit den meisten gemeinsame Interessen oder eine mehr als nur historisch-abstrakte Schicksalsgemeinschaft.  Auch die von @fw87 geforderte "Verzichts- und Sparkultur" ist mir zuwider. Es sind skurrile Boomer-Weisheiten, daß das Netflix-Abo oder der Chai Latte in den Ruin treiben. Sogar als Gutverdiener bin ich selbst hier am Rande Europas fern davon, mir Eigentum leisten zu können. Ob ich 3k oder 5k verdiene, macht am Ende überhaupt keinen Unterschied. Daher gebe ich mein Geld lieber für Dinge aus, die mir Freude bereiten; also meist Bücher, Tabak, Flugreisen und Autoteile. Es muß also bedingungslos der von @Schobbepetzer genannte "Systembruch" sein. Mit dem kann man auf individueller Ebene schon anfangen.

Harlach

29. April 2026 10:51

Die Gründe für den Niedergang liegen nicht in zu hohen sozialen Standards, sondern in den politischen Entscheidungen der letzten 15 Jahre, insbesondere in den Bereichen Einwanderung, Ukraine und Energie/Klima, welche wiederum erst ermöglicht werden durch einen geistigen Niedergang, Hass auf die eigene Kultur, Ausgrenzung Andersdenkender, Ersetzung sachlicher Debatte durch Moralismus usw. Hier muss angesetzt werden, um die Dinge wieder zum besseren zu wenden.
 
Eine AfD, die sich vor allem Sozialkürzungen auf die Agenda schreibt und im übrigen (Migration, Ukraine) zu Zugeständnissen bereit ist, wäre das beste, was den etablierten Parteien passieren könnte. Da würde die Union auf einmal die Brandmauer fallen lassen, dann könnten Renten und Sozialleistungen brutal zusammengestrichen werden - und die Verantwortung dafür und für alle daraus folgenden (und auch sonstigen) Notlagen könnte man der AfD zuschieben. Danach würde man die Zusammenarbeit mit der AfD beenden, mit entlastetem Budget weitermachen wie bisher, und die AfD wäre ein für allemal diskreditiert und würde in der Versenkung verschwinden.

Mitleser2

29. April 2026 11:01

@Karl Otto: "Übrigens gibt es auch Leute, die von der naiven Haltung der AfD gegenüber Russland und Putin abgehalten werden, die Partei zu wählen."
Deutschland braucht keine Russophobie und "Kriegswirtschaft", sondern einen Ausgleich mit Russland. Gerade auch wegen der Energiefrage. Übrigens wusste das der unverdächtige Henry Kissinger schon 2014 besser. 
 

Laurenz

29. April 2026 14:05

@Alex Schleyer @Mitleser2 ... Was haben völkisches Denken & Souveränität mit unseresgleichen mit dem Nationalsozialismus zu tun? Eben, nichts. Sie sind mit dieser Mitleser2-Position, die 90% der Erdenbürger teilen, dann doch sehr einsam auf unserem Heimatplaneten. Warum treten Sie nicht ordoliberal für ein kostengebundenes Steueraufkommen ein? Dann können wir die Finanzierung der Freiwilligkeit von Ihresgleichen überlassen, Gelder weltweit aus unserem globalen Fenster zu werfen. ... @Mitleser2 @Karl Otto ... Da muß man Sie enttäuschen. Wir brauchen weder Russophobie, noch Russophilie. Die AfD vertritt exakt die Position 99% für Deutschland. ... @Harlach ... den politischen Entscheidungen der letzten 15 Jahre ... solche Aussagen unterliegen entweder einer Ignoranz oder einer gewissen Bildungsferne. Helmut Schmidt sprach sich grundsätzlich gegen die Migration aus, konnte aber selbst als Kanzler nicht den Türkei-Vertrag aus den 60ern kündigen. Wir hätten das mittlerweile längst erledigen können, weil die Macht der USA zusammengebrochen ist & die Türkei sich in einem fast-Konflikt mit Israel befindet.

Laurenz

29. April 2026 14:22

@RMH ... Aktuell würde es der Wirtschaft mehr helfen, wenn die Leute weiter die Kohle raus hauen, als gäbe es kein morgen ... Sie meinen, es würde der Chinesischen Wirtschaft helfen? Der Sparkurs der Deutschen Privatschatullen ist das einzige, was die Inflation noch bremst. Für mehr konsumptives Verhalten sind die Vermögenswerte bei uns zu ungleich verteilt, ohne, daß es Sinn machte, wie die Reichenschrecks es umverteilen zu wollen. Umverteilung hieße nur, daß nachher alle arm sind. Der mittlerweile versklavte Deutsche Steuerzahler wird gemäß dem Art. 1 des GGs hart diskriminiert & seine Würde völlig mißachtet. Um überhaupt auf einen grünen Zweig zu kommen, muß Deutschland weg von Keynesianischer Geldpolitik & Geldschöpfung wieder nur noch der Bundesbank überlassen. In Anbetracht einer dann erfogenden Aufwertung kann man nicht einfach so zu solider Geldpolitik zurückkehren, aber die Kaufkraft steigt, Importkosten sinken & die Deutsche Wirtschaft wird gezwungen, wieder über Qualität & nicht mit Billigschrott den Export zu stemmen. Natürlich müssen alle Personalausgaben der Öffentlichen Hand auf 1/3 oder /4 gekürzt werden. Arbeitslosengeld/Sozialhilfe ist billiger als hohe Löhne an Arbeitslose im Staatsdienst auszuzahlen. Angesichts der Haushaltssituation Deutschlands ist es rechtlich auch kein Problem, die Einkünfte & Pensionen von Beamten zu halbieren.

Le Chasseur

29. April 2026 14:35

@fw87
"Parallel zu Steuererleichterungen brauchen wir also einen Mentalitätswandel. Eine Verzichts- und Sparkultur."
Für den Einzelnen bzw. eine Familie ist das völlig richtig, es wäre natürlich auch global gesehen die richtige Lebensweise, nachdem die Ressourcen begrenzt sind, aber - wie RMH bereits angemerkt hat - in einem auf endlosem Konsum basierenden Wirtschaftssystem wirkt sich Konsumverzicht negativ aus.
Punktuelles Herumdoktern und reine Symptombehandlungen reichen meiner Ansicht nach längst nicht mehr aus, genauso wenig wie ein Reset. Es müsste etwas grundsätzliches geändert werden, aber da sehe ich auch bei der AfD keine entsprechenden Absichten.

Laurenz

29. April 2026 14:40

@Karl Otto ... Gewünschte Einwanderung von echten Fachkräften bedeutet nur, daß unsere Ausbildungsangebote zu schlecht sind. Es bringt nichts, die Standards zu senken, um dann höhere Standards aus dem Ausland zu importieren. Selbst wenn man diesen Effekt herbeiführen wollte, braucht man extrem niedrige Einkommenssteuern. Schauen Sie Sich mal per KI Melonis Steuerparadies für Rentner im ländlichen Raum Süditaliens an. Die Schweiz kann sich sogar eine Kapitalertragssteuer von 35% leisten & sich trotzdem kaum vor fremden Geld retten. Unsere Debatten hier sind hart von linker Inkompetenz geprägt. ... @Ordoliberal @Martha ... Sie vergessen, daß die Kopfsteuern bei uns schon sehr hoch sind. Gerade Keynesianische, also sozialistische Geldpolitik macht die Reichen immer reicher. Die nichts Besitzenden finanzieren die Zinseinkünfte der Besitzenden. Diesen Prozeß kann man nur stoppen, wenn man die Kaufkraft erhöht & damit Importe verbilligt. Allerdings wird man, um Souveränität zu erlangen, um eine Trump'sche Zollpolitik kaum noch herumkommen. Was wollen Sie sonst der staatlichen Subventionierung Chinesischer Produkte, vor allem Autos, entgegensetzen? Aber auch Zölle muß man wohl sehr fein dosiert einsetzen. Sonst entsteht kein Wettbewerbsdruck. Aber dazu müssen wird die Fratzschers aus allen unseren Instituten feuern oder dem Ausland subversiv schenken.

heinrichbrueck

29. April 2026 16:59

Wie verschiedene Einkommensgruppen insgesamt belastet werden, hängt nicht nur von der Einkommensteuer ab, sondern vom Zusammenspiel aus Steuern, Abgaben und staatlichen Leistungen. Entscheidend ist dabei die Gesamtwirkung auf jede Einkommensgruppe – nicht nur ein einzelner Steuersatz. 
Für den Staat gilt: Nicht nur wie viel er einnimmt, sondern wie effizient und zielgerichtet er es einsetzt, bestimmt den gesellschaftlichen Wohlstand.AfD: unten stärker entlasten, oben moderat belasten, Kapital breiter einbeziehen und den Staat effizienter statt nur kleiner machen. 
Gute Steuerpolitik minimiert Verzerrungen und erreicht soziale Ausgleichsziele mit möglichst geringen Wachstumseinbußen.

Der mit dem Wolf tanzt

29. April 2026 17:09

@Ordoliberal:
"seit Brandt legen alle Parteien im sozialen Bereich ständig zu" - 
Dieser Aussage möchte ich wiedersprechen, zumal erst einmal definiert werden muß, was wirklich sozial ist, oder was sich als sozial tarnt. 
Dies wird im Zuge einer Kulturrevolution von Rechts zu klären sein.

Artabanus

29. April 2026 17:34

@Karl Otto: "Übrigens gibt es auch Leute, die von der naiven Haltung der AfD gegenüber Russland und Putin abgehalten werden, die Partei zu wählen."
Ich habe den Eindruck, dass Sie Opfer der Kriegspropaganda sind. In Wahrheit ist doch der größte Teil der Leute naiv gegenüber den USA. Die USA sind der wahre Bösewicht der Weltpolitik. Und weltweit gibt es das Phänomen der sog."elite capture", wo die jeweiligen nationalen Eliten US-Interessen entgegen den Interessen der eigenen Bevölkerung vertreten. Schauen Sie sich die Europäer an, die den Proxi-Krieg gegen Russland nun selbst stemmen, sich komplett von günstigen Energiequellen abschneiden. Die BRD ist hier ein Extremfall. Wollen Sie sich wirklich in einen Krieg mit Russland wagen um US-Interessen zu wahren?

Le Chasseur

29. April 2026 17:49

@Ordoliberal:"seit Brandt legen alle Parteien im sozialen Bereich ständig zu"
Inwiefern wurde bei den "Hartz"-Reformen sozial zugelegt? Inwiefern wurde bei der "Reform" des Bürgergeldes sozial zugelegt? Inwiefern wird bei den jetzt geplanten Einschnitten im Gesundheitssystem sozial zugelegt?
Bayern hat kürzlich das Familiengeld wieder abgeschafft, das Landespflegegeld wurde halbiert.
Das Deutschlandticket wird immer teurer...
Wenn irgendwo Leistungen angehoben werden, dann meistens nach dem Prinzip "Linke Tasche/rechte Tasche" - was man irgendwo mehr bekommt, wird einem irgendwo anders wieder weggenommen.

Majestyk

29. April 2026 18:00

Ungewöhnlicher Artikel auf SiN. Dass jener mich anspricht, dürfte keinen Stammleser überraschen. Interessant ist auch die Reaktion eines Großteils des Kommentariats. Man sagt ihm die Wirtschaft müsse neu gestaltet, der Staat verschlankt werden, aber viele Leser hören, man müsse mehr Sozialdemokratie wagen. Köstlich.
Apropos Reset. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, daß man Zeit nicht zurückholen kann. Man kann sicher auch im Alter noch Dinge ändern, aber eben nicht noch einmal komplett neu anfangen. Bestimmte Träume oder Wünsche muß man sich erfüllen oder darauf hinarbeiten, wenn man jung ist. Man kann in älteren Jahren nicht jede Entscheidung korrigieren oder nachholen, was man in der Jugend verpaßt hat.
Ebenso glaube ich auch nicht, daß man alle Fehlentwicklungen eines Landes oder Volkes rückgängig machen kann. Man kann aber aufhören stetig Richtung Abgrund zu rennen und es zukünftig besser machen, muß aber trotzdem mit bestimmten Brüchen leben lernen. Gilt für Menschen, aber auch Nationen und Völker.

Rheinlaender

29. April 2026 18:07

@Artabanus
Das Gut-Böse-Schema ist Teil des Problems. Im internationalen Raum zählen nur Macht und Interessen. Eine alternative Politik müsste das Machtpotenzial Deutschlands stärken, um die Interessen des Landes besser durchzusetzen und sich im internationalen Raum zu behaupten, egal ob gegenüber Russland, China oder den USA. Wenn es deutschen Interessen dient, muss man dabei auch mit den "Bösen" punktuell zusammenarbeiten, z.B. mit den Taliban oder den Islamisten al-Scharaas.

dojon86

29. April 2026 18:36

@Artabanus Es gibt nicht den Bösewicht in der Politik. Dergleichen Schwarz Weiß Denken ist Unfug. Ansonsten haben sie aber recht. Jede koloniale Herrschaft, die Erfolg haben wollte, hat seit je her die einheimischen Eliten kooptiert und auf ihren Universitäten zugelassen worauf viele Mitglieder dieser Eliten (vor allem jene, die sich durch Revolutionen bedroht sahen) das System der Abhängigkeit ihres Landes vom imperialen Zentrum mit großem Engagement zu verteidigen begannen. Geschichte wiederholt sich nicht aber sie reimt sich.

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