Mit Bundeszwang gegen die AfD?

von Thomas Fischer -- Seit geraumer Zeit sind Begriffe wie »Bundeszwang« und, seltener, auch »Bundesintervention« als Gegenstand von Überlegungen ins Blickfeld gerückt – sowohl innerhalb der AfD und ihres Umfeldes als auch unter ihren politischen Gegnern.

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Aus­lö­ser dafür war die zuneh­mend rea­lis­tisch erschei­nen­de Mög­lich­keit, die AfD kön­ne in abseh­ba­rer Zeit zumin­dest in ost­deut­schen Bun­des­län­dern an Lan­des­re­gie­run­gen betei­ligt sein. So bezeich­ne­te der lin­ke »Ver­fas­sungs­blog«, der sich seit 2022 aus­drück­lich mit Sze­na­ri­en einer AfD-geführ­ten Regie­rung in Thü­rin­gen befaßt, den Bun­des­zwang als ein »halb ver­ges­se­nes und bis­lang unge­tes­te­tes Insti­tut«, das im äußers­ten Fall akti­viert wer­den könnte.

Auch die »Legal Tri­bu­ne Online« griff das The­ma 2024 vor den Land­tags­wah­len in Thü­rin­gen auf und dis­ku­tier­te unter der Über­schrift »Schutz der Demo­kra­tie: Bun­des­zwang gegen AfD-regier­te Län­der?« die damit ver­bun­de­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Möglichkeiten.

Bis­lang lern­ten wir ande­re Instru­men­te zur poli­ti­schen und recht­li­chen Abwehr eines mög­li­chen poli­ti­schen Macht­zu­wach­ses der AfD ken­nen: Dazu gehör­ten ins­be­son­de­re ein mög­li­ches – inzwi­schen als unwahr­schein­lich gel­ten­des – Par­tei­ver­bots­ver­fah­ren sowie Ände­run­gen par­la­men­ta­ri­scher Geschäfts­ord­nun­gen, mit denen bereits ver­hin­dert wur­de, daß Abge­ord­ne­te der AfD wich­ti­ge Funk­tio­nen oder Sit­ze in Kon­troll­gre­mi­en erhal­ten. Einen vor­läu­fi­gen Höhe­punkt die­ser Stra­te­gie bil­det der gegen­wär­ti­ge Ver­such sämt­li­cher Land­tags­frak­tio­nen von der CDU bis zur Lin­ken in Sach­sen-Anhalt, eine ent­spre­chen­de Ände­rung der Lan­des­ver­fas­sung auf den Weg zu bringen.

Wor­um geht es beim Bun­des­zwang? Arti­kel 37 Absatz 1 Grund­ge­setz bestimmt nüchtern:

Wenn ein Land die ihm nach dem Grund­ge­set­ze oder einem ande­ren Bun­des­ge­set­ze oblie­gen­den Bun­des­pflich­ten nicht erfüllt, kann die Bun­des­re­gie­rung mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes die not­wen­di­gen Maß­nah­men tref­fen, um das Land im Wege des Bun­des­zwan­ges zur Erfül­lung sei­ner Pflich­ten anzuhalten.

Die­se Bestim­mung des Grund­ge­set­zes blieb vie­le Jah­re außer­halb der rechts­wis­sen­schaft­li­chen Fach­li­te­ra­tur weit­ge­hend unbe­ach­tet, denn seit Bestehen der Bun­des­re­pu­blik ist der soge­nann­te Bun­des­zwang kein ein­zi­ges Mal ange­wen­det wor­den. Gleich­wohl besitzt die­ses Instru­ment eine lan­ge Tra­di­ti­on im deut­schen Ver­fas­sungs­le­ben. His­to­ri­sche Vor­läu­fer fin­den sich in der Bun­des­exe­ku­ti­on des Deut­schen Bun­des (1815 – 1866) sowie in der Reichs­exe­ku­ti­on im Kai­ser­reich und in der Wei­ma­rer Repu­blik. Ziel die­ser Maß­nah­men war es jeweils, die Ein­hal­tung der bun­des­staat­li­chen Ver­pflich­tun­gen der Glied­staa­ten not­falls mit Zwang durchzusetzen.

Im Deut­schen Bund wur­de die Bun­des­exe­ku­ti­on ein­mal tat­säch­lich durch­ge­führt und ein wei­te­res Mal ange­droht. Wäh­rend des Kai­ser­reichs kam es zu kei­ner Zwangs­maß­nah­me gegen einen Bun­des­staat. Anders stell­te sich die Situa­ti­on in der poli­tisch insta­bi­len Wei­ma­rer Repu­blik dar: Die Reichs­re­gie­rung griff mehr­fach in die Hoheit ein­zel­ner Län­der ein. Zu den bekann­tes­ten Fäl­len zäh­len die Reichs­exe­ku­ti­on gegen die SPD-KPD-Regie­rung in Sach­sen im Jahr 1923 sowie vor allem der soge­nann­te Preu­ßen­schlag im Juli 1932. In der Bun­des­re­pu­blik nach 1949 galt der Bun­des­zwang nach Art. 37 GG als poli­ti­sches und ver­fas­sungs­recht­li­ches »Reser­ve­mit­tel«, des­sen prak­ti­sche Anwen­dung bis­lang ausblieb.

In der aktu­el­len Dis­kus­si­on steht meist der Bun­des­zwang nach Art. 37 GG im Mit­tel­punkt. Weni­ger Beach­tung fin­det dage­gen die soge­nann­te Bun­des­in­ter­ven­ti­on. Die­se Vor­schrift sieht zunächst vor, daß ein Land

zur Abwehr einer dro­hen­den Gefahr für den Bestand oder die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung des Bun­des oder eines Landes

Poli­zei­kräf­te ande­rer Län­der sowie Kräf­te und Ein­rich­tun­gen der Bun­des­po­li­zei anfor­dern kann (Art. 91 Abs. 1 GG). Die­se Vor­schrift wur­de erst im Zuge der soge­nann­ten Not­stands­ver­fas­sung von 1968 in das Grund­ge­setz auf­ge­nom­men. Dar­über hin­aus räumt Art. 91 Abs. 2 GG der Bun­des­re­gie­rung wei­ter­ge­hen­de Ein­griffs­be­fug­nis­se ein:

Ist das betrof­fe­ne Land nicht selbst bereit oder in der Lage, die Gefahr zu bekämp­fen, kann die Bun­des­re­gie­rung die Poli­zei die­ses Lan­des sowie Poli­zei­kräf­te ande­rer Län­der ihren Wei­sun­gen unter­stel­len und außer­dem Ein­hei­ten der Bun­des­po­li­zei einsetzen.

Das Grund­ge­setz legt nicht im ein­zel­nen fest, wie groß oder kon­kret die Gefahr für den Bestand des Bun­des oder für die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung sein muß, um ein sol­ches Ein­grei­fen zu recht­fer­ti­gen. Die Beur­tei­lung der Gefah­ren­la­ge obliegt der Bun­des­re­gie­rung. Die ent­spre­chen­den Maß­nah­men sind wie­der auf­zu­he­ben, sobald die Gefahr besei­tigt ist oder der Bun­des­rat dies verlangt.

Die Anwen­dung des Bun­des­zwangs wie­der­um ist an die Fest­stel­lung gebun­den, daß ein Bun­des­land sei­ne Pflich­ten gegen­über dem Bund nicht erfüllt. Die­se Fest­stel­lung trifft grund­sätz­lich die Bun­des­re­gie­rung in eige­ner Ver­ant­wor­tung. Als mög­li­che Tat­be­stän­de kom­men in Fra­ge, daß Bun­des­ge­set­ze nicht ord­nungs­ge­mäß aus­ge­führt, bin­den­de Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts miß­ach­tet oder sons­ti­ge bun­des­recht­li­che Vor­ga­ben nicht beach­tet wer­den. Die Pflicht­ver­let­zung kann sowohl mit akti­ven Hand­lun­gen als auch mit Unter­las­sun­gen sei­tens der Lan­des­re­gie­rung begrün­det werden.

Ein abschlie­ßen­der Kata­log der in Betracht kom­men­den Bun­des­pflich­ten exis­tiert nicht. Viel­mehr müß­ten sie im Ein­zel­fall aus dem Grund­ge­setz oder aus Bun­des­ge­set­zen abge­lei­tet wer­den. In der rechts­wis­sen­schaft­li­chen Lite­ra­tur besteht dar­über kei­ne voll­stän­di­ge Einig­keit. Eine beson­de­re Rege­lung gilt aller­dings für die Aus­füh­rung von Bun­des­ge­set­zen durch die Län­der. In die­sem Fall ent­schei­det auf Antrag der Bun­des­re­gie­rung der Bun­des­rat dar­über, ob tat­säch­lich eine Pflicht­ver­let­zung vorliegt.

Wird eine sol­che Pflicht­ver­let­zung fest­ge­stellt, ent­schei­det die Bun­des­re­gie­rung im nächs­ten Schritt, ob sie den Bun­des­zwang anwen­den will. Art. 37 Abs. 1 GG for­mu­liert dies aus­drück­lich als »Kann«-Bestimmung. Die Bun­des­re­gie­rung ist also nicht ver­pflich­tet, den Bun­des­zwang in jedem Fall anzu­wen­den, son­dern kann auch ande­re Wege wäh­len, um den Kon­flikt zu lösen. In der rechts­wis­sen­schaft­li­chen Lite­ra­tur wird die Auf­fas­sung ver­tre­ten, daß das betrof­fe­ne Bun­des­land vor einer Ent­schei­dung über den Bun­des­zwang grund­sätz­lich ange­hört wer­den und die Bun­des­re­gie­rung sich mit des­sen Stel­lung­nah­me aus­ein­an­der­set­zen muß.

Ein Bun­des­zwang muß also nicht auto­ma­tisch zu einem »Preu­ßen­schlag 2.0« füh­ren, indem eine Lan­des­re­gie­rung oder ein­zel­ne Minis­ter abge­setzt wer­den oder ein Bun­des­land unmit­tel­bar der direk­ten Ver­wal­tung durch den Bund unter­stellt wird. Auch bei der Aus­wahl der Maß­nah­men ver­fügt die Bun­des­re­gie­rung über einen erheb­li­chen Entscheidungsspielraum.

In Betracht kom­men zunächst weni­ger weit­rei­chen­de (Druck-)Mittel, wie etwa finan­zi­el­le oder wirt­schaft­li­che Sank­tio­nen, Unter­sa­gungs­ver­fü­gun­gen oder auch die vor­über­ge­hen­de Ver­wei­ge­rung bestimm­ter finan­zi­el­ler oder admi­nis­tra­ti­ver Leis­tun­gen gegen­über dem betrof­fe­nen Land. Erst wenn die Bun­des­re­gie­rung sol­che Maß­nah­men als nicht aus­rei­chend erach­tet, kön­nen wei­ter­ge­hen­de Instru­men­te zum Ein­satz kom­men. Dazu gehö­ren etwa die soge­nann­te Ersatz­vor­nah­me, bei der der Bund bestimm­te ­Auf­ga­ben anstel­le des Lan­des aus­führt, oder im äußers­ten Fall tat­säch­lich die zeit­wei­li­ge treu­hän­de­ri­sche Über­nah­me von Auf­ga­ben der Legis­la­ti­ve und der Exe­ku­ti­ve des betref­fen­den Lan­des, das heißt die prak­ti­sche Abset­zung einer Lan­des­re­gie­rung, selbst wenn sie for­mal im Amt bliebe.

Zur prak­ti­schen Durch­füh­rung der beschlos­se­nen Maß­nah­men kann die Bun­des­re­gie­rung zudem einen Bun­des­kom­mis­sar oder Bun­des­be­auf­trag­ten ein­set­zen, der an ihre Wei­sun­gen gebun­den ist und die Umset­zung der Maß­nah­men im betrof­fe­nen Land über­wacht oder sie anstel­le der Lan­des­re­gie­rung selbst durchführt.

Der Bun­des­zwang bedarf immer der vor­he­ri­gen aus­drück­li­chen Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes unter Betei­li­gung des betrof­fe­nen Lan­des; der Bun­des­tag ist an die­ser Ent­schei­dung eben­so­we­nig betei­ligt wie an der Auf­he­bung des Bun­des­zwangs. Der Bun­des­rat nimmt zudem eine Kon­troll­funk­ti­on wahr. Sind sei­ner Auf­fas­sung nach die Vor­aus­set­zun­gen für den Bun­des­zwang nicht mehr gege­ben, hat er die Mög­lich­keit, sei­ne Zustim­mung zum Bun­des­zwang zu wider­ru­fen, womit der Bun­des­re­gie­rung die Ermäch­ti­gung für die wei­te­re Auf­recht­erhal­tung der Maß­nah­men im Rah­men des Bun­des­zwangs ent­zo­gen wäre.

Ein Bun­des­land, gegen das Maß­nah­men des Bun­des­zwangs nach Art. 37 GG gerich­tet sind, ver­fügt grund­sätz­lich über zwei Mög­lich­kei­ten, sich dage­gen zur Wehr zu set­zen: eine poli­ti­sche und eine recht­li­che. Poli­tisch könn­te das betrof­fe­ne Land ver­su­chen, im Bun­des­rat eine Mehr­heit gegen die Zustim­mung zum Bun­des­zwang zu orga­ni­sie­ren oder – falls der Bun­des­rat bereits zuge­stimmt hat – eine Mehr­heit für den Wider­ruf die­ser Zustim­mung zu erreichen.

In der Pra­xis erscheint ein sol­cher Weg jedoch häu­fig wenig erfolg­ver­spre­chend, da die poli­ti­schen Mehr­heits­ver­hält­nis­se im Bun­des­rat in der Regel bereits eine ent­schei­den­de Rol­le dabei gespielt haben dürf­ten, daß der Bun­des­zwang über­haupt in Betracht gezo­gen wur­de. Als recht­li­cher Weg kommt der soge­nann­te Bund-Län­der-Streit vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Betracht.

Die­ses Ver­fah­ren dient der Klä­rung von Kom­pe­tenz- und Ver­fas­sungs­strei­tig­kei­ten zwi­schen Bund und Län­dern und spiel­te in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit bei­spiels­wei­se bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen um die Atom­po­li­tik oder die Schul­den­brem­se eine Rol­le. Das betrof­fe­ne Land kann dar­über hin­aus den Erlaß einer einst­wei­li­gen Anord­nung bean­tra­gen, um zu ver­hin­dern, daß bis zur Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che irrever­si­ble Tat­sa­chen geschaf­fen wer­den. Inhalt­lich könn­ten dabei sowohl das Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des Art. 37 GG als auch mög­li­che Ver­fah­rens­feh­ler oder Art und Umfang der von der Bun­des­re­gie­rung ergrif­fe­nen Maß­nah­men Gegen­stand des Ver­fah­rens sein.

Was wür­de dies für eine mög­li­cher­wei­se kom­men­de AfD-Regie­rung in einem Bun­des­land bedeu­ten? Die Fest­stel­lung einer Pflicht­ver­let­zung durch ein Land ist die zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für die Anwen­dung des Bun­des­zwangs. Damit – selbst nach Auf­fas­sung einer von ent­schie­de­nen poli­ti­schen Geg­nern der AfD getra­ge­nen Bun­des­re­gie­rung – eine sol­che Pflicht­ver­let­zung behaup­tet oder nach­ge­wie­sen wer­den kann, müß­te eine Lan­des­re­gie­rung zunächst eini­ge Zeit im Amt sein und an ihrem tat­säch­li­chen Han­deln gemes­sen werden.

Ein Bun­des­zwang auf blo­ßen Ver­dacht hin, eine Lan­des­re­gie­rung wer­de ihren Pflich­ten nicht nach­kom­men, allein weil es sich um eine von der AfD geführ­te Regie­rung han­delt, genügt nach gel­ten­der Rechts­la­ge nicht.

Da die AfD bis­lang an kei­ner Stel­le hat erken­nen las­sen, im Fal­le einer Regie­rungs­über­nah­me in einem Bun­des­land gegen gel­ten­des Bun­des­recht ver­sto­ßen oder ihren Ver­pflich­tun­gen im föde­ra­len Sys­tem der Bun­des­re­pu­blik nicht nach­kom­men zu wol­len, wäre eine »vor­sorg­li­che« Unter­stel­lung eines Lan­des unter Bun­des­zwang recht­lich aus­ge­schlos­sen. Glei­ches gilt für die oben­ge­nann­te, ver­meint­lich schwä­che­re Vari­an­te, die Bundesintervention.

Ob es im wei­te­ren Ver­lauf den­noch zu Zwangs­maß­nah­men gegen eine AfD-geführ­te Lan­des­re­gie­rung kom­men könn­te, ist gegen­wär­tig eben­so spe­ku­la­tiv wie die mög­li­chen poli­ti­schen Fol­gen für die Lan­des­po­li­tik, die Par­tei selbst, ihre Wäh­ler­schaft oder die all­ge­mei­ne öffent­li­che Stim­mung. Im Ver­fah­ren zur Fest­stel­lung einer Pflicht­ver­let­zung muß die betrof­fe­ne Lan­des­re­gie­rung ange­hört wer­den und erhält auf die­sem Wege Gele­gen­heit, ihre Sicht­wei­se sowohl gegen­über der Bun­des­re­gie­rung als auch gegen­über der Öffent­lich­keit darzulegen.

Die oben skiz­zier­te poli­ti­sche Gegen­wehr über eine Initia­ti­ve im Bun­des­rat, die Ver­hän­gung des Bun­des­zwangs zu ver­hin­dern oder eine bereits erteil­te Zustim­mung wie­der zurück­zu­neh­men, dürf­te ange­sichts der zu erwar­ten­den poli­ti­schen Mehr­heits­ver­hält­nis­se kaum Aus­sicht auf Erfolg haben. Rea­lis­tisch blie­be daher vor allem der Gang vor das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. Über den Aus­gang eines sol­chen Bund-Län­der-Streit­ver­fah­rens las­sen sich aus heu­ti­ger Per­spek­ti­ve jedoch ledig­lich Ver­mu­tun­gen anstellen.

Da der Bun­des­tag for­mal weder an der Fest­stel­lung einer Pflicht­ver­let­zung noch an der Anord­nung des Bun­des­zwangs, an der Aus­wahl der Zwangs­maß­nah­men oder an der Been­di­gung des Bun­des­zwangs betei­ligt ist, hät­te die AfD-Bun­des­tags­frak­ti­on zwar die Mög­lich­keit, die Vor­gän­ge par­la­men­ta­risch zu the­ma­ti­sie­ren und öffent­lich zu pro­ble­ma­ti­sie­ren, einen unmit­tel­ba­ren Ein­fluß auf das Ver­fah­ren selbst könn­te sie jedoch nicht ausüben.

Die Anord­nung und die Durch­füh­rung des Bun­des­zwangs gegen eine AfD-Lan­des­re­gie­rung hät­ten zwei­fel­los beträcht­li­che Aus­wir­kun­gen auf die poli­ti­sche Stim­mung in dem betref­fen­den Land und dar­über hin­aus. Es läßt sich nur spe­ku­lie­ren, wel­che Dyna­mik dadurch ent­fal­tet wür­de. Bereits jetzt wird durch die ver­schie­de­nen Akzen­te der Brand­mau­er­po­li­tik, über die Ein­schrän­kung der par­la­men­ta­ri­schen Mit­wir­kungs­rech­te bis hin zur Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz und der Dro­hung mit einem Par­tei­ver­bot, einem beträcht­li­chen Teil der Wäh­ler­schaft die Bot­schaft ver­mit­telt, ihre Stim­men sei­en nichts wert und ihre poli­ti­sche Betei­li­gung uner­wünscht. Zwangs­maß­nah­men gegen eine auf der Basis einer abso­lu­ten AfD-Land­tags­mehr­heit amtie­ren­de Regie­rung wären eine wei­te­re Eska­la­ti­on die­ser Ent­wick­lung mit der­zeit nicht abseh­ba­ren Folgen.

Unter den zuletzt genann­ten Gesichts­punk­ten ist es Auf­ga­be der Par­tei und ihrer Frak­tio­nen, sich mit dem Bun­des­zwang aus­ein­an­der­zu­set­zen, ohne ihn als unab­wend­ba­re­res Ereig­nis anzusehen.

– –

Tho­mas Fischer ist Mit­ar­bei­ter einer AfD-Land­tags­frak­ti­on. Sein Bei­trag ist in Heft 131 der Sezes­si­on abge­druckt – hier ein­se­hen und bestel­len.

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Kommentare (48)

Dieter Rose

18. Mai 2026 16:28

Entsetzlich, schrecklich: wir sind seit 1945 mit Lügen in ein Lügengebäude hinein erzogen, umerzogen worden. 
Sie haben es Demokratie genannt, wo andere Meinungen - so sagten sie - geäussert werden dürften, zur Diskussion gestellt werden. Nix war's. Wir haben's geglaubt und gemeint, Demokratie sei einfach so da. Denen hätte man schon früher auf die Finger schauen und, wenn erforderlich, klopfen müssen.
Ich habe,  meine Generation hat versagt, wir haben versagt:
Statt nur aufzubauen, hätten wir uns parallel zu unsrerer Arbeit gegen die 68er und deren Marsch durch die Institutionen stellen müssen. 
Und heute? Gibt es noch Junge, die kämpfen können und wollen? 

Laurenz

18. Mai 2026 17:40

@Dieter Rose ... Sie haben zwar Recht in der Analyse unseres Versagens, vor allem dem unserer Eltern, aber machen Sie Sich keine Sorgen. Seit 9 Jahren schreibe ich über den ökonomischen Niedergang auf der SiN & den Paradigmenwechsel der daraus alternativlos erfolgt. Es müssen nur mal, wie jetzt die Energiepreise ausufern & schon bekommen einige Hausbesitzer, in der Folge Mieter, ein Problem ihre Energiekosten-Rechnungen zu bezahlen, vor allem Rentner auf dem Land. Die SED 2.0 will aber nicht an ihren Projekten sparen. Lieber spart man an den Beitrags- & Steuerzahlern. Jede Zwergen-Hiobsbotschaft bringt der AfD wieder ein % mehr & dem Lügenprediger Fritz seinem Golgatha näher. Insofern geht nach meinem Dafürhalten der Artikel @TFs von einer falschen Prämisse aus. Die Einheitsfront aus SPD, Linke, Grüne & Teilen der Union, letztere im Grunde vor einer Spaltung steht, hätten den Artikel 37 GG (Bundeszwang) lieber abgeschafft, als es noch ging. 

Maiordomus

18. Mai 2026 19:29

Es geht weniger um Kämpfen als um die Nerven behalten. Klar scheint, dass die historischen Proportionen völlig durcheinandergeraten sind.  Weder muss früheres Unrecht verteidigt werden noch sollen Geschichte und Gegenwart durch pathologische Erbschuld oder ideologische Brille gesehen werden. Es wäre, bei Massnahmen zu dem, was polemisch "Umvolkung"genannt wird,  die Menschenrechtsverletzung der Ausbeutung derjenigen, die mit dieser Entwicklung als Geschädigte nicht einverstanden sind, als Zwangsbeiträger zu beenden. Ausser Rundfunkgebühren müssten auch Steuern für Kosten unerwünschter Einwanderung wegfallen. Also konsequente Entstaatlichung , was Schluss der seit dem Reichsdeputationshauptschluss privilegierten Finanzierung der Kirchen bedeuten müsste. Nach rund zweieinviertel Jahrhunderten wird dies fällig. Private dürften so viele Leute aufnehmen wie sie wollen, wenn sie diese, wie früher Liberale und Sozialisten ihre Gesinnungsfreunde, zu sich nehmen.  Es würde wohl mittelfristig zu einer Entlastung führen. Im Einzelfall können aber  Fehler, welche Regierungen gemacht haben, nicht pauschal rückgängig gemacht werden. Es muss zu einem Modus vivendi, einem neuen Gesellschaftsvertrag kommen. Ein mehr menschliches, auf Leistung und Gegenleistung beruhendes Zusammenleben der hier Wohnenden. Unsoziale gegenseitige Grausamkeit passt nicht zu einer zivilisierten Gesellschaft.   

Volksdeutscher

19. Mai 2026 00:10

Ich bin etwas irritiert, nachdem ich den Artikel "Rechte Rhetorik untergräbt Vertrauen in den Rechtsstaat" vom 13. Oktober 2018 vom obigen Verfasser gelesen habe, in dem er sich recht engagiert gegen Rechts und die AfD ausspricht. Es handelt sich doch um denselben Jurist oder sollte ich mich irren? https://www.deutschlandfunkkultur.de/jurist-thomas-fischer-rechte-rhetorik-untergraebt-vertrauen-100.html

antwort: Sie irren sich.

Mitleser2

19. Mai 2026 08:42

@Laurenz: "ökonomischer Niedergang" und die Folgen. Auch mein Mantra. Stößt hier ja meist auf Widerspruch, keine Ahnung warum. Stattdessen wird propagiert, dass man nur das richtige Vorfeld braucht, alles zu ändern. Oder dass die autarke Datscha reicht.
@Maiordomus: "Weder muss früheres Unrecht verteidigt werden noch sollen Geschichte und Gegenwart durch pathologische Erbschuld oder ideologische Brille gesehen werden."
So sollte es sein. Aber die Linken haben das schon lange aufgekündigt. Speziell auch die grüne Merkel. Auch wenn viele hier daran den USA die Schuld geben.

RMH

19. Mai 2026 09:15

Die aktuelle Ausgabe der Sezession, aus welcher dieser Artikel stammt, ist insgesamt & erneut wieder ausgeprochen informativ & lesenswert. Danke an alle Autoren & die Redaktion! Der Artikel weißt zu Recht auf die Möglichkeiten hin. Propagandistisch vernimmt man seit einiger Zeit die ersten Vorbereitungssalven für den Einsatz der genannten Mittel, die Worte Machtübernahme & Staatsstreich werden auffallend häufig verwendet, getreu dem Propagandamittel, Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung. Das Wort "Machtübernahme" gilt zudem in unserem historisch-hysterisch-zwangshaften Land mindestens als kleiner Bruder des Wortes "Machtergreifung". Der Begriff Machtübernahme sollte in den eigenen Reihen nicht verwendet werden. Siegmund hat bislang sich stets als lern- & anpassungsfähig erwiesen. Zu viel öffentlicher Workshop für den Tag nach einer (noch nicht) gewonnenen Wahl halte ich für nicht zweckdienlich. Bitte einfach Weitermachen im Oppositionsmodus. Ob es am Ende langt, werden wir sehen. Als Skeptiker sage ich ich, es wird sehr eng. Da ist noch nichts gewonnen, trotz von Tag zu Tag schlechter werdender Lage im Land.

Le Chasseur

19. Mai 2026 09:16

Ich habe eher die Sorge, dass der Verteidigungsfall nach Art 115h GG in Kraft tritt, und keine Wahlen mehr stattfinden: https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_115h.html
Dann kann die AfD in Umfragen auch auf 100 Prozent Zustimmung kommen und es ändert sich trotzdem nichts. 

RMH

19. Mai 2026 09:25

Dazu gehörten insbesondere ein mögliches – inzwischen als unwahrscheinlich geltendes – Parteiverbotsverfahren.
Das Parteiverbotsverfahren sehe ich nach wie vor als eher wahrscheinlich bzw. sogar als höchst wahrscheinlich an. Aktuell will man der AfD vor den Wahlen den "Opfer-Nimbus" nicht zukommen lassen. Wenn Wahlen aber sehr erfolgreich von der AfD gewonnen wurden & insbesondere bspw. in SA die AfD die Regierung übernehmen kann, liegt das vom BVerfG für ein Parteiverbot als Voraussetzung geltende Kriterium der "Potentialität" recht eindeutig und unwiderlegbar vor. Potentialität bedeutet das Vorliegen konkreter Anhaltspunkte von Gewicht, die es zumindest möglich erscheinen lassen, dass das verfassungsfeindliche Handeln (für die Erbringung dieses Nachweises arbeitet der VS Tag & Nacht) der zu verbietenden Partei erfolgreich sein kann (mit der Stellung einer Regierung ist dies der Fall).
Und bitte immer nicht vergessen, es gibt auch noch das "kleine" Parteienverbot durch Ausschluss einer Partei von der staatlichen Parteienfinanzierung. Der Antrag wird auf jeden Fall kommen. Da würde ich jede symbolische Wette darauf eingehen.

Volksdeutscher

19. Mai 2026 10:19

@RMH - "Wenn Wahlen aber sehr erfolgreich von der AfD gewonnen wurden & insbesondere bspw. in SA die AfD die Regierung übernehmen kann, liegt das vom BVerfG für ein Parteiverbot als Voraussetzung geltende Kriterium der "Potentialität" recht eindeutig und unwiderlegbar vor." 
Ja, aus der Sicht des System ist Ihre Schlußfolgerung vollkommen richtig. Natürlich werden die Systemlinge rotieren. Aber es gibt kein Gesetz, das besagt, daß der Fakt gewonnener Wahlen ein Parteiverbotsverfharen nach sich ziehen könne und müsse. Abgesehen davon gibt es, da Deutschland ein besetztes Land ist, das Recht der Besatzer, in politische Entwicklungen des Landes einzugreifen. Die Frage ist nur, was das im Einzelnen genau bedeutet. Die Beziehungen zwischen Berlin und Washington sind gegenwärtig nicht gerade rosig. Könnte nicht in der Hinsicht eine Korrektur seitens der Amerikaner eintreten? Alice Weidel sprach, ich glaube, in einem AUF1-Interview davon, daß die AfD für diesen Fall, sollte ein Parteiverbotsverfahren eingeleitet werden, gewappnet sei, sie dürfe aber keine Einzelheiten mitteilen.
 

MarkusMagnus

19. Mai 2026 10:49

@RMH
Sie überschätzen Parteienverbote. Das geht vielleicht bei kleinen Parteien. Auch die SPD war mal verboten, genauso wie in den Zwanzigern die NSDAP.
Hat es was gebracht? Nein, im Gegenteil. 
Die vielen Anhänger sind ja immer noch da. Bei 30 -40% AFD-Wählern wird das nichts mit einem Parteienverbot. 
Abgesehen davon würde man damit - gerade im Osten- die Leute  unzufrieden machen und Putin zuarbeiten. Das will man aber erst recht nicht - Zwickmühle. 
Sie würden schon gerne, wissen aber um die Konsequenzen. 
Von wegen Parteiefinanzierung: Die Gefahr sehe ich auch, deswegen bin ich froh das die AFD den geerbten Goldschatz in ein Land ausserhalb der EU gebracht hat. Schande das soetwas notwendig ist.
 
 
 
 

Waldgaenger aus Schwaben

19. Mai 2026 11:05

Das Parteiverbot scheint vom Tisch zu sein. Darin stimme ich dem Autor zu und widerspreche RMH. Es wird aus politischen Gründen nicht weiterverfolgt, nicht aus Einsicht oder gar demokratischer Überzeugung. Ein AfD-Verbot würde in allen oder fast allen Parlamenten RRG-Mehrheiten bringen und CDU/CSU für lange Zeit von der Macht ausschließen. Zum anderen ist das (Wahl-)Verhalten der AfD-Anhänger noch einem Verbot kaum vorhersehbar. Bremen war ein Versuch. Die AfD-Wähler haben fast geschlossen die Büger In Wut gewählt, die ähnliche Positionen wie die AfD vertreten.
Ein Bundeszwang / Intervention wäre juristisch sicher machbar. Das Grundgesetz bietet genug allgemein gehaltene Paragraphen, die als Begründung herangezogen werden könnten (Deutlicher will ich nicht werden). Die Frage wäre, wie das beim Wahlvolk ankäme. Ich denke, die jetzige Regierung wird dieses Risiko scheuen und eher auf eine Selbstzerstörung einer allfälligen AfD-Regierung durch interne Konflikte bauen. Konflikte, die sich durch geeignete Maßnahmen seitens von Staatsorganen auch schüren lassen. 

Karl

19. Mai 2026 11:08

Was, wenn das Einsammeln ehrlich gemeinter Empörung in Form einer oppositionellen Partei, die nie wirklich an die Macht gelangen soll, zum festen Inventar der Demokratiesimulation gehört? Das System der Fassadendemokratie nutzt die AfD als strukturell integriertes, rhetorisch jedoch radikal verworfenes Element – nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Rolle als Kanalisierer von Unmut. Sie stabilisiert den Parteienstaat, indem sie Protest bindet, ohne die Machtzentren zu gefährden, und liefert damit das perfekte Feindbild für die Selbstlegitimation des etablierten Blocks. Funktional dient sie der Perpetuierung des Status quo.
Solche Gedanken entspringen nicht bloßer Verschwörungsphantasie, sondern den Erfahrungen von Jahrzehnten einer im Kern gleichförmigen Politik des schleichenden Abbaus: Wirtschaftskraft, Infrastruktur, nationale Handlungsfähigkeit, kulturelle Substanz und sozialer Zusammenhalt wurden systematisch zermürbt. Der umfassende Niedergang ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Politik, die sich selbst als alternativlos darstellt.
Klammern wir uns verzweifelt an jeden Hoffnungsschimmer, der eine Wende andeutet? Oder vollzieht sich tatsächlich ein langsamer, aber unaufhaltsamer Epochenwechsel – ein Paradigmenbruch, der sich unter der Oberfläche der Kontinuität bereits vollzieht?
Die Frage bleibt: Ist die AfD Innovator – oder das notwendige Ventil einer sich selbst erhaltenden Fassadenordnung?

Adler und Drache

19. Mai 2026 11:14

Passt nur auf, nach der Wahl bekommt Sachsen-Anhalt Merkel als Bundes(zwangs)beauftragte ...

Artabanus

19. Mai 2026 11:20

Die Autoren des GG hatten offensichtlich nicht die Möglichkeit der Bildung eines Parteienkartells auf dem Radarschirm. Falls die AFD tatsächlich eine absolute Parlamentsmehrheit bekommen sollte wird sich zeigen, wie weit dieses Kartell noch zu gehen bereit ist. 

NC472

19. Mai 2026 13:25

Nehmen wir mal an die SED Blockparteien auto-delegitimieren ihr gerondes Personal und ihre Organisationen noch weiter, und greifen zum äußersten Mittel der Papier Gesetzgebung. Am Ende bleibt es Papier welches im Feld von Blockparteien Söldnern gegen das Land und die AfD durchgesetzt werden müssen, bei Richtung 30% Bundesweit, unwahrscheinlich genug Söldner zu finden.
Bleibt die finanzielle Zange, also dem Land den Zugriff auf ungedeckte Schulden Liquidität zu verwähren. Warum sollte ein solches Land dann noch weiter mit dem Bund in irgendeiner Art kooperieren? Man könnte es als Vorlage verstehen den Überschuldeten Bund entgültig zu ignorieren. Was auf den Anleihen Märkten los wäre wenn Thüringen unter AfD Regierung auch nur erwägt Autonmie anzusprechen würde dem Bund das finanzielle Genick brechen; Bund Auktionen scheitern bereits.
Die Blockparteien mögen denen der DDR gleichkommen, aber enden wird Deutschland nicht wie die DDR, es sieht immer mehr danach aus, als ob ein Blick Richtung Soviet Union und Yugoslavien angebrachter ist.

heinrichbrueck

19. Mai 2026 17:05

"Im Einzelfall können aber  Fehler, welche (die) Regierungen gemacht haben, nicht pauschal rückgängig gemacht werden."
Welche Regierungen? Es gab nur eine (1945-2026). Kein Machtwechsel. 
Der Machtkampf muß geführt werden. Eine politische Mehrheit kann die Gesetze ändern. Vorausgesetzt, sie hat Gewissen und Selbsterhaltungstrieb. (Eine tragfähige Alltagsordnung wäre wirtschaftlich zu begrüßen, ersetzt aber nicht die langfristige Voraussetzung eines tieferen Sinns.)
 Sehr historisch formuliert: "Ein mehr menschliches, auf Leistung und Gegenleistung beruhendes Zusammenleben der hier Wohnenden." Krieg und Migration (auch Asyl) spielen keine Rolle.
Pippi Langstrumpf als Historikerin: "Unsoziale gegenseitige Grausamkeit passt nicht zu einer zivilisierten Gesellschaft." Ist es nicht schön, auf der guten Seite zu sein? Wie gemütlich mag diese Seite bleiben, wenn sie immer mehr verliert?
Eine schwachsinnige Idee: Demokratie darf sich nicht mit demokratischen Mitteln abschaffen lassen. Also, wenn der Ausländer die Mehrheit stellt, dann haben die Deutschen gewonnen. 
Alles kann abgeschafft werden, historisch gesehen: FDGO, Demokratie, GG, Volk (mehrere) usw. Liberale Demokratien beantworten das typischerweise: Nein, bestimmte Grundlagen stehen auch über Mehrheiten. Echt? Kann ich mir nicht vorstellen. 
Eine Mehrheit kann Regeln so gestalten, daß sie ihre eigene Existenz als Mehrheit wahrt. Oder nicht. 

RMH

19. Mai 2026 20:47

@Waldgänger a.S., was Sie schreiben ist eine bekannte Argumentation. Ich denke, wenn die Wahlen so gut laufen, wie es aktuell möglich ist, wird die Union keine Rücksicht mehr darauf nehmen, denn sie wird dann ja so oder so der Verlierer sein und ggf. sogar mit Linken arbeiten müssen und dabei immer mehr verlieren. Ohne AfD hätte sie hingegen wieder eine Chance bei zukünftigen Wahlen ohne AfD. Mithin, es wäre aus Unions-Poker-Sicht nur kurzfristiger Machtverlust. Zum anderen: Das "kleine Verbotsverfahren" (=Entzug der staatl. Parteienfinanzierung) war das, worauf ich wetten würde.

ede

19. Mai 2026 22:40

Ohne geopolitisch günstige Situation hat die Opposition keine Chance. Aber die ist erstmals seit über 100 Jahren günstig. Ansonsten könnten wir auch im Dreieck springen. 
Optimismus ist also angesagt. Bemerkenswert, dass man schon geraume Zeit nichts mehr von Reparationsforderungen hört. 

Speng

19. Mai 2026 22:49

"Unter den zuletzt genannten Gesichtspunkten ist es Aufgabe der Partei und ihrer Fraktionen, sich mit dem Bundeszwang auseinanderzusetzen, ohne ihn als unabwendbareres Ereignis anzusehen."
Dazu würde ich auch gern etwas von berufener Seite hören wollen, ohne natürlich tatsächliche Gegenstrategien der Partei zu gefährden, welche im Hintergrund hoffentlich ausgearbeitet werden.
@Chasseur
Hört sich nach "all-in" gehen an. Hat die BRD dazu den Nerv, oder noch die Legitimitätsressourcen? Bei Corona haben sie zum Schluss auch "geblinkt".
@Karl
Ihre Bedenken sind verständlich, weil sie sich leicht mit der konstruierten Ur-DNA der Partei als Anti-Euro-Mehrheitsbeschaffer für Frau Merkel begründen lassen. Seitdem hat sich das Konstrukt aber doch schon ein wenig selbstständig gemacht, auch wenn höchstwahrscheinlich noch viele "Sicherungsventile" für den Notfall verbaut sind. Was trauen Sie dem Apparat denn noch zu?
@Volksdeutscher
Von dem Theaterdonner sollte sich niemand beeindrucken lassen. Die BRD-Statthalter machen GENAU was sie aus amerikanischer Sicht  tun sollen: Energieabkopplung von RU, Ausschaltung als wirtsch. Konkurrent, militärische Frontstellung gen Osten (5 % BIP für größtenteils US-Waffen) usw. Ob Trump oder Biden an der Macht ist, ist auch egal.
PS: Relativen wirtschaftlichen Niedergang und Sozialabbau gibt's seit mindestens einem Vierteljahrhundert. Ohne politischen Katalysator werden dies große Kreise des Volkes nur einfach weiter schlucken.
 

Marcus AC Severus

20. Mai 2026 00:26

Mich beschleicht die dunkle Vorahnung, dass die AfD früher als gedacht auf Bundesebene mit der CDU in Berührung kommen wird und dass nicht unbedingt in Gegnerschaft.
Das Thema des hiesigen Artikels wird unwahrscheinlich relevant.
Wirtschaft, Europa, KI, China -> Das werden die künftigen Albtraumfelder der Partei werden. Mit Bevölkerungspolitik alleine ist es nicht gemacht. 
Der Germane wird auch nie wieder zurück in sein heiles Dorf können. Das werden wir Rechten genau so schmerzhaft noch lernen müssen, wie auch die Grünen dass Deutschland die Welt nicht retten kann, geschweige denn das "Erdklima". 

Laurenz

20. Mai 2026 08:02

Der TF-Artikel ist doch gar nicht schlecht. Vor allem gibt er dem SiN-Leser eine leicht veränderte Perspektive zum andenken. Beim Lesen der seit Jahren ewig gleichen Kommentare auf der SiN, befällt mich eine kleine Depression. Wie viele Jahre wird hier schon über ein Parteienverbot hoch & runter spekuliert. 2013-17 regierte eine Groko, gab keine AfD im Reichstag. Hat sich jetzt, 10 Jahre später irgendwas verändert? Hindert die AfD jemanden an der Machtausübung? Das politische Desaster, die ökonomische Katastrophe wird doch ohne AfD fabriziert. https://www.tichyseinblick.de/meinungen/angela-merkel-eu-soziale-medien-afd/ Merkel täuscht sich. Welche Panzer soll das Politbüro denn auffahren? Welche Pappnasen sollen hier denn schießen? Es herrscht bei Justiz & Bundeskasperle-Theater große Unsicherheit. Alle Gesetze, Verordnungen, die man gegen die AfD beschließt, können auf einen selbst zurückfallen. Denn, man fährt ohne die AfD genauso an die Wand, wie mit der AfD. Das Nachdenken des politischen Gegners über die AfD führt zu keiner Lösung, keinem Ausweg. Ohne die AfD wird von der Leyen erst recht nicht im Bett sterben.

Waldgaenger aus Schwaben

20. Mai 2026 09:26

@RMH 
Das "kleine Verbotsverfahren" halte ich auch für möglich. Allerdings, offen gesagt, gereichte es der AfD nicht unbedingt zum Schaden, wenn sie weniger öffentlich präsent wäre und mehr die geheimnisvolle Unbekannte gäbe, vor der alle ständig warnen und die doch, vielleicht gerade deswegen, fas­zi­nie­rend ist. Aber natürlich braucht die AfD schon Geld für die alltägliche Verwaltungsarbeit. 

RMH

20. Mai 2026 09:42

@Laurenz, wenn die anderen Parteien, das Establishment, nervös werden, zeigt das, dass der Erfolg wächst (optimistische Lesart). Wenn dann in einem Artikel die möglichen Gegenmaßnahmen diskutiert werden, braucht man, wenn weitere Maßnahmen in der Debatte andiskutiert werden, nicht ostentativ zum Pfeiffen im Walde auffordern, weil man die Bäume nicht ansehen will.
In diesem Artikel und der Debatte hier gehts um möliche Repression nach dem Erfolg, da darf alles dazu gehörende diskutiert werden. In anderen Artikeln dann wieder um etwas anderes.

Maiordomus

20. Mai 2026 09:48

@brueck. Sie haben offenbar gar keine Ahnung von praktischer Politik, was es heisst, in seinem eigenen Land 60 Jahre lang, auch mit Registrierung als angeblicher Rechtsextremist, gegen die Masseneinwanderung das Mögliche gemacht haben, auch jetzt, wo es mit härtesten Bandagen um die sog. 10 Millionen-Schweiz geht, verfolgte in dieser Sache über sechs Volksbegehren nicht nur theoretisch. Dass die praktischer Lösung aber schwierig ist und schwierig wird, hat nichts mit Pippi Langstrumpf zu tun, sondern mit einem Mehrfrontenkampf , dessen prioritäre Absicht sein muss, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher. Unter den in den letrzten 60 Jahren ins Land Gekommenen finden Sie aber ohne weiteres sogar mehr Verbündete als bei jüngeren Hochschulabsolventen und solchen, die von dieser Entwicklung zu profitieren glauben und uns zum Beispiel Angst machen, wir hätten in 10 Jahren kein Pflegepersonal mehr und die Mieten würden weiter steigen. Ich habe übrigens Jahrzehnte lang Politiker der Rechten beraten, oft auch Reden geschrieben. War auch Lektor eines einwanderungskritischen Autors. Es war indes falsch, dass er mal schrieb "Sie kamen wie die Heuschrecken" und gleichzeitig auch wieder sehr human argumentierte. Natürlich braucht es Spitzenwissen über Demografie in der Art von Sieferle. Das ist meine lebenslange Linie, nicht die Ihre, was haben Sie schon als Berater Ihrer Politiker geleistet? 

fw87

20. Mai 2026 10:06

@Marcus AC Severus: Mich beschleicht die dunkle Vorahnung, dass die AfD früher als gedacht auf Bundesebene mit der CDU in Berührung kommen wird und dass nicht unbedingt in Gegnerschaft.
Sie sagen es. Genau das ist die größte Gefahr. Es ist extrem beunruhigend, dass Friedrich Merz in letzter Zeit immer weniger von der Brandmauer spricht. Zum jetzigen Zeitpunkt würde eine wie immer geartetete Koalition zwischen CDU und AfD der AfD als politischer Oppositionskraft das Rückgrat brechen. Das ist schlicht und einfach Realismus und nicht das Anhängen an der "reinen Lehre", wie manche unterstellen.
Die Problematik besteht allerdings nicht nur auf Bundesebene. In den Parlamenten zeigt sich überall das gleiche Bild: Es sind Bussi-Bussi-Gesellschaften. Man kennt sich, man schätzt sich. Man lächelt, doch in Wahrheit zeigt man Zähne. Weiche Schale, harter Kern. Wir haben es auf allen Ebenen mit Verschwörungen von Pseudo-Eliten gegen das Volk zu tun. In den Parlamenten wird ausgekabbelt, wie man das Volk am besten für abgehobene Partikularinteressen aussaugen kann (Stichwort: "Kultur"). "Wir gegen die" - Top-Down-Revolution gegen das Volk in Permanenz. Gemeinwohl? Pustekuchen! Dass sich manche nichts sehnlicher wünschen, als genau hiervon ein Teil zu werden, wird mir auf immer unbegreiflich bleiben.

Maiordomus

20. Mai 2026 10:42

PS. Dass "politische Fehler nicht pauschal rückgängig gemacht werden können", ist eine schlichte Binsenweisheit. Gilt zumal auch für die Resultate von Kriegen und Umweltschäden, so für das Abholzen von Wäldern zur Zeit des Römischen Reiches oder natürlich auch für die ganze Epoche der Sklaverei. Die Schwarzen in der Neuen Welt  konnten, auch wenn man es gewollt hätte, nicht einfach wieder nach Afrika zurückgeschafft werden. Man musste sich andere Lösungen überlegen. Fehlerbewältigungsstrategien erfordern höchste politische Weisheit, auch Erfahrung, nicht zuletzt historische Erfahrung. Ich schliesse, Herr Brück, einigermassen aus, dass Sie für Weidel und Chrupalla als Berater, auch nur wie sie ihre Politik begründen sollten, in Frage kämen. Und würde, was ich ihm so zutrauen könnte wie einst Joschka Fischer für eine linke Regierung. Herr Sellner, was zwar nicht zu erwarten steht, Minister in einer Regierung Kickl, er würde nun mal in der praktischen Arbeit gewiss noch "auf die Welt kommen" und Leuten wie Ihnen erklären müssen, was machbar ist und was nicht, falls er nichts Klügeres zu tun hat.    

Karl

20. Mai 2026 11:29

@Speng 19. Mai 2026 22:49
Die Partei entwickelt interne Machtstrukturen, leitet Geldflüsse und springt über juristische Fallstricke: Parteiausschlussverfahren, Finanzprüfungen, Verfassungsschutz-Einstufung einzelner Landesverbände…. Ob das „eingebaute Ventile“ eines ursprünglichen Konstrukts sind oder machtpolitische Gegenmaßnahmen eines etablierten Systems gegen einen unliebsamen Konkurrenten, ist mir nicht klar. Eine gesteuerte „Kontroll-Opposition“ ist riskant und schwer durchzuhalten bei einer Partei mit basisdemokratischen Elementen und hoher Fluktuation.
Was traue ich dem „Apparat“ (welchem auch immer) noch zu?

Eskalation des Machtkampfs und Spaltung. Externe Akteure (Medien, Justiz, Verfassungsschutz, EU) werden weiter Druck ausüben, um die Partei zu radikalisieren.
Der Apparat (hier meine ich den gesamten politisch-medial-juristischen Komplex) hat gezeigt, dass er sehr gut darin ist, zu isolieren und zu delegitimieren und den status quo aufrecht zu erhalten. Eine echte Machtübernahme oder grundlegende Kurskorrektur (EU-Austritt, Massenmigration stoppen, Energiepolitik um 180° ändern) wird verhindert werden. Das „Kleine Parteienverbot“ und die U-Boot-Flotte wird vom Stapel gelassen?
Aber auch Grenzen: Der „Apparat“ ist nicht allmächtig. Die gesellschaftliche Polarisierung und reale Probleme (Migration, Wirtschaft, Energie) treiben Wähler zur AfD. Die Geopolitik ist ein möglichweise entscheidender Game changer.

Volksdeutscher

20. Mai 2026 12:17

@RMH - "Und bitte immer nicht vergessen, es gibt auch noch das "kleine" Parteienverbot durch Ausschluss einer Partei von der staatlichen Parteienfinanzierung."
Ja, das gibt es als Möglichkeit. Damit kann das Machtkartell drohen, um Wähler, Sympatisanten und Mitglieder zu ängstigen und die Handlungsdynamik der Partei verlangsamen. Aber womit ließe sich der Ausschluß der AfD von der Parteienfinanzierung nicht nur rechtfertigen, sondern auch juristisch begründen? Ich bin kein Jurist, vielleicht könnte jemand mit juristischen Kenntnissen die Problematik etwas genauer erörtern. Die Folgen einer sochen Maßnahme für die Systemparteien wäre nämlich nicht kalkulierbar. 

Laurenz

20. Mai 2026 15:01

@RMH @L. ... Ach nee, RMH. @TF hat aber einen neuen Aspekt, den Bundeszwang, historisch beleuchtet, neben dem üblichen Konfliktweg Bund/Länder über das BVerfG. Weder Brüssel, noch das Spree-Kalkutta, können 18 Mio. Wählern, die Bankkonten einfrieren, weil sie die falsche Partei wählen, noch wie die DDR Anno '53 Russische -, Amerikanische Panzer zu Hilfe rufen. Es gibt keine Panzer mehr. In Deutschland sind weder Linke, noch Grüne, noch SPD reformierbar. Im Untergangsexzeß verschwindet die SPD zugunsten der Linken/SED. Selbst der Klima-Gott fällt. Die Brandmauer läuft quer durch die Union. Selbst bei einem AfD-Verbot, wählt niemand mehr ersatzweise die Union, RMH. Es sterben gerade die 9,5 Mio. weg, die vor 1950 geboren wurden. Auch die Jahrgänge 50-59, 8,2 Mio. werden rapide weniger. Die Union steht also vor der Frage mit einem linken Deutschland unterzugehen, oder den unaufhaltsamen Paradigmenwechsel im Zeitgeist zu überleben. Weil das auch den wenigen Linken mit Hirn klar ist, hätten die lieber Art 37 GG abgeschafft, als es noch ging, um die Hochburgen in den urbanen Zentren zu halten, solange es geht.

Laurenz

20. Mai 2026 15:45

@RMH @L. ... Natürlich ist die Intelligenz von Precht & Lanz arg bescheiden. Die heutige Interpretation des Art. 1 GG & des Staatsbürger-Rechts bringen den Staat um. Das werden auch noch Lanz & Precht (im Podcast Doof & Doofer) lernen, wenn sie vor der Zwangskonvertierung stehen. ... @Maiordomus ... letztere beiden Kommentare waren Ihre besten seit Jahren. Nicht, weil Sie meine Meinung teilen. Ich bezweifle, daß Sie auch nur 1 Jota Einfluß auf Schweizer Staatspolitik haben. Man wird Sie in seltenen kultur-historischen Fragen konsultieren. Aber in beiden Kommentaren schreiben Sie über sich, ohne Hinz & Kunz A & B, Hanswurst C oder Kaschberl D zu zitieren. Bleiben Sie bitte dabei. Es ist viel wichtiger, was Lebende meinen, als all die toten Geister. Die toten Geister haben uns dahin gebracht, wo wir jetzt sind. Hätte ich mir auch anders vorstellen können. Aber Sie wissen ja, Maiordomus, hätte, hätte, Lichterkette. ... @Karl,  Speng, FW87 & Marcus AC Severus ... Sie schreiben alle, als ob Sie auf dem Stuhl Petri sitzen würden. Uns wäre allen mehr gedient, wenn Sie weniger schreiben würden, was Ihnen gegen den Strich geht, sondern eher, wie es laufen sollte.

heinrichbrueck

20. Mai 2026 16:18

@ Maiordomus / (pragmatisch-historischem Konservatismus)
"Fehlerbewältigungsstrategien erfordern höchste politische Weisheit." 
In einer funktionierenden Demokratie muß die aktuelle Mehrheit die Spielregeln so offen halten, daß die heutige Minderheit die Chance hat, die Mehrheit von morgen zu werden.
Wird Migration zugelassen, sollte der Wähler genau wissen, wo sein Platz ist und sein wird. Sonst wird aus Anstand durchgehend blinde Heuchelei. Mehrheitslogik ist ein ungelöstes Problem. Langfristig gesehen: Wo will man denn enden? (Im Krieg ist es aber meist eher so: Die Stabilität der Ordnung wird durch Zwang und Sicherheit ersetzt, nicht durch Mehrheitslogik. Das ist ein großer Unterschied.)
"Die Schwarzen in der Neuen Welt  konnten, auch wenn man es gewollt hätte, nicht einfach wieder nach Afrika zurückgeschafft werden. Man musste sich andere Lösungen überlegen."
Sklavenbefreiung hatte mehr mit Geldverdienen zu tun und nicht mit moralischen Sonntagsreden. Es war nie der Plan gegeben, sie auf den afrikanischen Kontinent zu bringen. Afrika, Amerika, bald auch Europa? Wer ist hier auf dem Rückzug? Wie verlustreich stellt man sich ein Zusammenleben vor? Was machbar ist und was nicht, hängt an der Zeit. Aber ohne die Einstellung dazu sind nur die Verluste zu katalogisieren. 

Laurenz

20. Mai 2026 18:31

@HeinrichBrück @Maiordomus ... eigentlich wollte ich mich in die artikel-abseitige Debatte gar nicht hineinhängen. Rechte & linke Debatten über Ihre "Mehrheitslogik" sind Täuschungsmanöver. Egal, wie schlecht die Mehrheitslogik qualitativ beschaffen sein mag, so ist sie nie! schlechter als Expertenlogik. Weltreiche, Nationen gingen unter, Kriege wurden verloren, weil die Expertenlogik einer Minderheit nicht nur mangelhaft, sondern ungenügend war. Das hat auch mit männlichem Denken zu tun. Kleines Beispiel, es gibt x viele Schlachtschiffkanäle auf YouTube. Dort werden manisch technische Daten von Schiffen verglichen (Männliches Prinzip in der Aufmerksamkeit für Gegenständliches, weniger für Menschen). Die sind aber fast völlig unerheblich. Entscheidend sind die Fehlentscheidungen kommandierender Offiziere oder der Admiralität, & eben nicht die Schiffe oder Mannschaften. Hier sehen Sie in Farbe (eingefärbter Schmalenbach-Film) https://youtu.be/423Fql79-W0 (02:05) das Gefecht in der Dänemarkstraße, Mai '41. 3 Tage später waren die 2k Mann, die sie in der Bismarck sehen, tot. Nicht weil die 2k Mann versagt hätten, sondern weil der kommandierende Admiral ein Idiot war & auch die SKL aus Idioten bestand, nicht die ersten in der Marinegeschichte.

Laurenz

20. Mai 2026 18:47

@HeinrichBrück @Maiordomus (2) ... "politische Fehler nicht pauschal rückgängig gemacht werden können", ist eine schlichte Binsenweisheit." ... Diese Maiordomus-Aussage ist natürlich absurd. Wer stellt 1. den Fehler überhaupt fest? 2. Wo ist der politische Wille, einen womöglichen Fehler zu korrigieren? Existiert der? Auch von Ihnen wurden die versklavten Schwarzen in der Neuen Welt in die Debatte geworfen. 1. Die Sklaverei wurde nur formal, aber nie real abgeschafft. 2. Die versklavten Schwarzen sind, trotz gegenteiliger Propaganda (Black Movement/BLM), total glücklich mit ihrer Versklavung. Oder kennen Sie auch nur einen schwarzen US-Amerikaner/Brasilianer, der freiwillig nach Afrika zurückging? Sind weiße US- oder Deutsche Steuerzahler informell nicht auch mittlerweile versklavt? Seit einigen Wochen kritisiere ich hier im Forum, die flache Art der Schlagwort-Debattenführung. Das Niveau hier driftet immer mehr nach links ab.

Karl

20. Mai 2026 18:48

@Laurenz 20. Mai 2026 15:45
Haha, touché! Sie haben vollkommen recht – wir alle schreiben hier ja tatsächlich, als hätten wir gerade den Heiligen Stuhl bestiegen und die Unfehlbarkeitsbulle von 1870 frisch in der Tasche. Wie peinlich. Deshalb jetzt mal ganz konstruktiv, wie Sie es sich wünschen: Wie es laufen sollte:
Alle Parteien hören auf, sich gegenseitig für das Böse zu halten. Die AfD wird wieder die nette Euro-Protestpartei, die CDU erinnert sich, warum man sie früher mal gewählt hat, die Grünen entdecken das große Potential der Kernkraft und die Linken merken, dass offene Grenzen und Sozialstaat sich irgendwie beißen. Die Medien berichten nur, was passiert ist, ohne Moralinbeigaben. Der Verfassungsschutz macht Sonderurlaub für immer. Und die Wähler wählen einfach das, was ihnen am vernünftigsten erscheint, ohne dass ihnen vorher jemand erklärt, dass sie eigentlich dumm oder böse sind. Probleme gelöst. In drei Sätzen. Danke für den Hinweis. War gar nicht so schwer. Ich gehe jetzt erst mal vom Stuhl Petri runter und setze mich wieder auf meinen Bürostuhl. Der ist bequemer und verlangt keine Unfehlbarkeit. Und Sie? Haben Sie schon einen fertigen Bauplan für dies Paradies, oder war das nur die Einleitung?

Le Chasseur

21. Mai 2026 08:44

@Laurenz
"Die versklavten Schwarzen sind, trotz gegenteiliger Propaganda (Black Movement/BLM), total glücklich mit ihrer Versklavung. Oder kennen Sie auch nur einen schwarzen US-Amerikaner/Brasilianer, der freiwillig nach Afrika zurückging?"
Was für eine dämliche Argumentation.
Abgesehen davon gab es natürlich ehemalige Sklaven, die nach Afrika zurückkehrten.

Waldgaenger aus Schwaben

21. Mai 2026 12:22

Ich denke, die juristischen Möglichkeiten stossen hier an eine Grenze. Nicht umsonst wird die Jurisdiktion als die schwächste der Staatsgewalten bezeichnet. Wenn die Exekutive nicht mitmacht, ist die Justiz machtlos. Konkret: Bei Bundeszwang und -Intervention würden wahrscheinlich viele  Beamte und Angestellte im mittleren und unteren Dienst "Dienst nach Vorschrift" machen und sehr auf ihre Gesundheit achten. Vom Bund eingesetzte Zwangsverwalter können keine Steuererklärungen bearbeiten, keine Bußgeldbescheide erlassen, keine Aufräge an Handwerker vergeben oder Rechnungen bezahlen, usw, 
 Die AfD hat heute bei einer Umfrage in Sachsen 42%. Damit hätte sie genau 50% der Sitze. Weder die AfD noch die anderen 5 Parteien hätten zusammen eine Mehrheit. In der Exekutive dürfte der Anteil der AfD-Wähler über den 42% liegen, da die Alt-Parteien bei den 65+-Wähler den größten Rückhalt haben.
In der Zusammenschau sehe ich nicht, dass die Alt-Parteien das Riskio einer noch härteren juristischen Konfrontation mit der AfD im Osten wagen würden. Sondern eher auf Maßnahmen zur Spaltung der AfD mittels Angeboten zur Kooperation setzen werden. 

Maiordomus

21. Mai 2026 13:37

@L. Sie halten offenbar Ihr "Niveau" für das einzige Theorie-Organ der deutschen Rechten für massgebend. Ihr Satz von den "glücklichen Sklaven", der, ernstgenommen, den Ruf der ganzen Richtung blamieren würde, ist meines Erachtens dumm und kindisch. Letzteres bedeutet zwar, dass an Ihrer unqualifizierten Behauptung ein Restlein wahr ist. Ich investierte für den Indianerbefreier Las Casas, der aber für den Vorschlag, statt Rothäute Schwarze zu versklaven nicht heiliggesprochen wurde, ein Kapitel meiner Dissertation bei fast einem Jahr Forschung. Es war nicht falsch, dass der Dominikaner Bartlomé de Las Casas bei Indios und Schwarzen Mentalitätsunterschiede feststellte. Während rothäutige Sklaven oft depressiv u. krankheitsanfällig wurden und nach Las Casas' Bericht vielfach die Lust an der Fortpflanzung verloren hätten, blieben die Schwarzen in ihrem Sozialverhalten oft fröhlich, siehe ihre neuweltliche Musikkultur und anderes. Las Casas bereute aber seinen Vorschlag, den ihm das Mitleid betr. "geringeres Übel" eingegegeben habe und hielt zuletzt fest, dass es bei der Ethik nicht um Mitleid, sondern um strenges Recht gehen müsse. Weswegen der mexikanische Erzbischof Franz Vittoria, früher Menschenrechtspionier, die Versklavung sowohl von Indios wie von Schwarzen ablehnte, was die Kolonialisten nach den Indianerschutzgesetzen von Kaiser Karl V.  keinesfalls akzeptierten.      

Majestyk

21. Mai 2026 13:44

@ Laurenz:
Kein heutiger schwarzer Amerikaner leidet an Sklaverei, kein Weißer ist Sklavenhalter. Selbstverständlich profitieren heutige Nachkommen davon in einem entwickelteren Land leben zu können. Es ist grundsätzlich woke und dumm, vermeintliche historische Benachteiligungen in der Moderne auf sich selbst beziehen zu wollen. Gilt für Ethnien, Frauen und Kriegsverlierer. 
Natürlich driftet die Debatte immer mehr nach links ab. Es bekennen sich ja auch immer mehr Teilnehmer zu ihrem Antikapitalismus, Antiamerikanismus und schlecht getarntem "Anti-Israelismus". Im Nebenstrang unter dem Artikel von Benedikt Kaiser zeigt sich zudem deutlich was der Technologiestandort Deutschland von jener technikfeindlichen Klientel zu erwarten hätte. Argumentiert wird auch immer mit Behauptungen, Deutschland ist nämlich der größte Robotikstandort in Europa. Mit den ganzen verkappten Sozis und Nasos hier kann man keinen modernen Staat gestalten. Das unterscheidet Deutschland auch von China, ob das nun Kommunisten oder Nationalsozialisten sind. Die wollen den Sprung nach vorn, die Mehrheit der hiesigen Teilnehmer will zurück zu Pferd und Wagen. 
Der größte Feind für rechts sitzt nicht links.

Maiordomus

21. Mai 2026 13:57

PS. "Dass politische Fehler nicht pauschal rückgängig gemacht werden können" gilt leider erfahrungsgemäss für alle grossen Kriege zum Beispiel der letzten 1000 Jahre, von den Kreuzzügen über die Religionskriege und den Dreissigjährigen Krieg sowie die Napoleonischen Kriege, alle deutsch-französischen Kriege incl. 1870/71, 1. und 2. Weltkrieg, sowie alle Nahostkriege und die Konflikte in Ostasien, ferner alle Kriege, in welche die Vereinigten Staaten verwickelt waren. Es handelte sich durchgehend um "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln". Zu einem Panoptikum politischer Fehler gehören  Regelungsversuche der Europäischen Union betr. Migration, aus schweizerischer Sicht und nicht nur aus dieser das Schengen-Abkommen, das auf dem Papier immerhin "gut gemeint" wäre. Gewiss auch zum Beispiel die deutsch-türkischen Vereinbarungen betr. Arbeitsmigration, an denen gewiss nicht alles falsch aber vermutlich nicht alles richtig war, so wie 1970 in der Schweiz das sog. "Italienerabkommen" des Bundesrates mit Rom so umstritten war, dass  nicht weniger sieben Kantone als 7 Kantone eine radikale Volksabstimmung betr. Zwangsremigration von 300 000 Gastarbeitern guthiessen:,  Abstimmungsresultat am 7. JUNI 1970  47% Ja gegen doch nur 53% Nein wegen Westschweiz und Tessin, letzterer  Kanton heute sehr einwanderungskritisch. Rückkorrektur epochaler politischer Fehler gelingt pauschal so gut wie nie! Es wird weder Putin noch Trump gelingen!     

Waldgaenger aus Schwaben

21. Mai 2026 15:44

Korrektur In Sachsen hat die AfD nur 50% der Sitze wenn es das BSW nicht schafft. Sonst müsste es eine 5 Parteien Koalition gegen sie geben.

Laurenz

21. Mai 2026 16:48

@Maiordomus @L. ... Sie haben mich mißverstanden. Spreche mich 100%ig gegen jegliche Sklaverei aus. Ich dafür einfach viel zu sehr ein politisch Deutscher Romantiker, als daß etwas anderes in Frage käme. Was Sie, die Teilnehmer @Majestyk & Le Chasseur nicht verstanden haben, ist die Macht der Zahlen. Die Zahlen sind nicht debattierbar. Was ändert es in den USA, ob man auf einem Baumwollfeld als Sklave malocht oder bis Henry Ford 6 Tage die Woche 12h unterbezahlt in der Industrie schuftet? Der Unterschied besteht rein in formaler & nicht-tarifärer Sklaverei. Es gab übrigens auch schwarze Sklavenhalter. Im Mittelalter wurden mehr als 1 Mio. Europäer versklavt & Leibeigenschaft bestand in Rußland formal bis 1860. Ob jemand mein Rechtes Theorie-Niveau für opportun hält oder nicht, brauche ich nicht beurteilen, ich vertrete ja meine Sichtweisen & Schlußfolgerungen. Aber niemand kann mir vorwerfen, ich würde meine sozial-patriotischen, wie liberalen & kapitalistischen Argumente, je nach angesprochenem Detail, nicht sachlich begründen. Hänge mich an gar keine ideologische Vorgabe, außer der des Vaterlands, der Herkunft & der Muttersprache. Bevor hier wieder neue Fronten aufgemacht werden, Maiordomus, erklären Sie uns doch als armer Schweizer - & reicher Deutscher Grandseigneur, wo exakt der Break-even in der Steuer- & Abgabenlast liegt, die einen vom freien Bürger zum informellen Staatssklaven im virtuellen Gulag mutieren.

Le Chasseur

21. Mai 2026 16:56

@Majestyk
"die Mehrheit der hiesigen Teilnehmer will zurück zu Pferd und Wagen."
Von Wagen war nie die Rede.

Maiordomus

21. Mai 2026 17:45

@L. Ich halte Precht und Lanz, was gewiss nicht Übereinstimmung bedeutet, von den Medienmoderatoren (incl. -innen) klar für fähig sowohl für intelligente Argumentation wie für intelligente Fragestellungen. Wenn Lanz in allen rechten Alternativmedien am meisten zitiert wird und immerhin gelegentlich gelobt, wogegen er dann wieder um seine Haut zu retten Gegensteuer geben muss, ist das ein Zeichen, dass diese politische Sendung aus Sicht der in der Regel von Mainstream-Foren geschnittenen "wirklich Andersdenkenden" durchaus ernst genommen werden kann. Selber profitiere ich von Lanz-Zusammenfassungen des gewiss nicht intellektuell argumentierenden "Satirikers" T. Kellner, den ich notabene mit dem Prädikat "gewiss nicht intellektuell" keineswegs als dumm qualifizieren möchte. Er beherrscht die Technik der Tarnung von Agitation als Satire annähernd so gut wie der politische Gegner, mit dem er mutmasslich einkommensmässig um Welten nicht Schritt hält. Kellners Zitierkünste dummer Aussagen im Mainstream habe ich vielfach schon bewundert, und bin überzeugt, dass auch er dank Erfahrung seiner bisherigen Praxis Lanz und Precht zu den Intelligenteren und vergleichsweise noch am wenigsten Korrumpierten der Gegenseite hält. Er würde beide wohl vermissen!  
PS. Auch Chrupalla ist im Vergleich zu Weidel eher "gewiss nicht intellektuell", was kommunikativ in seinem Fall aber meines Erachtens einen Vorteil bedeutet.  

Old Linkerhand

22. Mai 2026 11:46

......Pferd und Wagen.""Von Wagen war nie die Rede"
Genau! Gebt mir meine Dampflokomotive zurück.

Le Chasseur

22. Mai 2026 12:15

@Laurenz
"Was ändert es in den USA, ob man auf einem Baumwollfeld als Sklave malocht oder bis Henry Ford 6 Tage die Woche 12h unterbezahlt in der Industrie schuftet?"
Wir wissen alle, dass die offensichtliche Sklaverei nicht aus moralischen Beweggründen abgeschafft wurde, sondern weil sie unrentabel für die Sklavenhalter war: https://www.nzz.ch/article9JZPI-ld.298920
Aber zu behaupten, die schwarzen Sklaven wären "glücklich mit ihrer Versklavung" gewesen, weil sie nach ihrer vermeintlichen Befreiung nicht nach Afrika zurückgekehrt sind, ist eben Quatsch.

Maiordomus

22. Mai 2026 12:47

@L, Leibeigenschaft dürfen Sie, auch in Russland, nicht mit Sklaverei verwechseln. Verweise auf Hintergründe des Leibeigenen-Romans "Die Toten Seelen"v, Gogol. Abschaffung v. Leibeigenschaft in RU vergrösserte teilweise  soziale Probleme der Bauern. In der Schweiz gab's nach Bundesgründung bis zur Zeit Zwinglis u. später Leibeigene, galt für den Arzt Paracelsus als Sohn einer Leibeigenen. Leibeigene haben, wie v. mir nachgewiesen, als Stegbauer den Gotthardpass erschlossen. Sie wurden via Erbschaftssteuer ausgenommen, mussten  bei Heirat mit Nichtleibeigenen freigekauft werden, Kinder v. Leibeigenen und Freien blieben leibeigen,, Es gab Leibeigene v. Beruf Landvogt, Handwerker u. Gerätebauer, so im Toggenburg. Keplers Gehilfe Bürgi. Das Ius primae noctis war Heiratssteuer v. Leibeigenen. Hiess nicht, dass eine Frau von Einsiedelns Abt sich erst beschlafen lassen musste. Leibeigene waren oft wohlhabend, also ein bei der Herrschaft erwünschter Steuer-Status. Wenn v. Steuerflüchtlingen gesprochen wird, erinnert dies an den Leibeigenen-Status. Autoritäre sozialistische Staaten, die das Umziehen in andere Herrschaft behinderten, gingen in diese Richtung. DDR-Bürger als Kleinunternehmer waren teilweise nahe am Leibeigenenstatus. Im Mittelalter konnten aber Güter samt Leibeigenen verkauft und verpachtet werden. Heutige Steuerzahler können oft stärker geknüppelt werden als weiland Leibeigene. 

NC472

22. Mai 2026 14:05

@Waldgaenger aus Schwaben
"[...]sehe ich nicht, dass die Alt-Parteien das Riskio einer noch härteren juristischen Konfrontation mit der AfD im Osten wagen würden[...]"
Sie unterschätzen die Versaillische Blase in der die Neo-SED existiert. Deren Apparatchiks und Opportunisten lesen weder hier noch wo anders mit, trauen sich nicht ansatzweise mit dem Wähler noch mit dem oppositionellen politischen Vorraum in Dialog zu treten; sei es auf Grund von Überheblichkeit oder Angst. Der Auftritt von Merzel bei der Gewerkschaft hat gezeigt, die Bande hat nicht mal ein Gespürt dafür wie aufgeladen die Stimmung in ihrem eigenen Dunstkreis ist. 
Wer sich wie die Neo-SED Apparatchiks auf "normalisierte" Umfragen, deren Methodolgie mehr als fragwürdig ist und auf "feel-good" Altmedien Speichellecker die unter 20% Reichweite haben verlässt, und auf dieser Grundlage politische Entscheidungen trifft, der wird unter der falschen Annahme legitimiert zu sein ins offene Messer rennen. Das bedeutet in diesem Fall Papiergesetzgebung anzuwenden, die nicht nur materiel nicht exekutierbar ist, sondern normativ dem Gegner eine Steilvorlage liefert den Bund zu sprengen.
Die BRD steht vor einer Revolution, die Frage ist nur, wird sie Blutig oder Passiv, so oder so die Finanzmärkte von der das Konstrukt abhängig ist werden das Risiko quittieren, und ohne Kredite, ohne Abnehmer für Bundanleihen ist die BRD vorbei.

Laurenz

22. Mai 2026 14:21

@Maiordomus @L. ... Die Debatte um Leibeigene ist eine Scheindebatte. Natürlich gab es, je nach Land, ähnliche, aber auch abweichende Rechtslagen, wie Pflichten gegenüber der Leibeigenschaft, die es so in der Sklaverei nicht gab. Aber da brauchte es schon einen sehr pflichtbewußten Fürsten, der auf die Durchsetzung der Pflichten gegenüber Leibeigenen achtete. Die Lebensbedingungen der "freien" Tagelöhner bei den Ostelbischen Junckern im II. Reich & der Weimarer Zeit waren hanebüchen. Mit der Industrialisierung gingen viele sukzessive in den Westen des Reichs. Auch bei Sklaven in den USA oder im Orient gab es, wie in der Antike, Hauslehrer, Adjudanten (Burschen), Kontoristen, etc. Insofern bleibt Ihre Unterscheidung, Maiordomus, zwischen formal & informell. ... @Le Chasseur @L. ... nach der formalen Abschaffung der Sklaverei, migrierten tatsächlich 50k Schwarze aus dem Amerikas zurück nach Afrika, vor allem nach Liberia. Aber in denselben Zeitraum, der Post-Sklaverei-Ära, migrierten über 4 Mio. Schwarze nach Amerika, in die Staaten der bösen Peiniger. An diesem Quatsch, mon petit Chasseur, kommen sie nicht vorbei. Das führt jede Schwarze politische Bewegung ad absurdum.

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