Nun ist er tot. Wer?

Es begann im Herbst 2025. Es klingelte an der Tür. Kubitschek war zwei Stunden zuvor aufgebrochen - mußte eine lange Strecke fahren. Vor der Tür standen zwei Polizisten mit ernsten Mienen. Ob ich Ellen Kositza sei. Ja?

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Ich möge das bit­te per Aus­weis bestä­ti­gen. Es gäbe da eine „Nach­richt“. Ich flog mehr als ich ging – hoch in den ers­ten Stock, zur Schub­la­de mit den Aus­wei­sen. Ver­mut­lich war ich blaß. Mir war klar, daß etwas ganz Schreck­li­ches pas­siert sein mußte.

Ich zähl­te im Kopf die Kin­der durch: Mit der Jüngs­ten hat­te ich soeben tele­pho­niert. Die wäre also raus. Raus wären auch die ver­hei­ra­te­ten drei: Da wür­de man nicht mich, son­dern den Ehe­part­ner infor­mie­ren. Es blie­ben folg­lich zwei Kin­der und Kubitschek.

Stoß­ge­be­te. Ich über­brach­te mei­nen Aus­weis. Der wur­de eine Ewig­keit lang über­prüft und in ein For­mu­lar über­tra­gen. Dann wur­de mir von den Poli­zis­ten ange­bo­ten, mich doch bit­te zu set­zen. Wir haben eine Bank neben der Haus­tür. Mein Puls war auf 180, an „Set­zen“ war gar nicht zu denken.

Dann die Nach­richt: Es sei ges­tern die Lei­che eines XX auf­ge­fun­den wor­den. Es gab eine hand­schrift­li­che Bot­schaft, wonach ich (oder: wie sich nun her­aus­stell­te: Götz Kubit­schek) zu benach­rich­ti­gen sei. Nun: Ich hat­te die­sen Namen XX nie gehört. Nie­mand hier hatte.

Viel, viel spä­ter stell­te sich her­aus, daß XX Kun­de war bei uns, und zwar seit Jahr­zehn­ten. Unter einem leicht ande­rem Namen aller­dings. Stell Dir vor, Du heißt bei­spiels­wei­se Andre­as von Kir­stein, legst Dir aber ein Ali­as als Andy Kirs­ten zu, rein aus Vorsicht.

Er war ein sehr guter Kun­de, hat­te vie­le Bücher über uns bestellt. Alle eigent­lich. Er war vor fünf­zehn Jah­ren auf zwei unse­rer Ver­an­stal­tun­gen, Kubit­schek hat zwei, drei Brie­fe gewechselt.

Es ist unklar, wie er gestor­ben ist. Er war nicht krank, nahm kei­ner­lei Medi­ka­men­te. Er wur­de nach Tagen auf­ge­fun­den, und das Tes­ta­ment lag wie zufäl­lig parat.

Ergab sich nun mit groß­ar­ti­ger Ver­spä­tung (die Müh­len der Ämter, ein wei­tes Feld, und sehr bekla­gens­wert: Unser aller Leben ver­läuft mitt­ler­wei­le so rasch, unse­re Zu-erle­di­gen-Lis­ten sind eng getak­tet, wir sind per­ma­nent „auf Zack“ – aber da hocken so Damen und Her­ren im öffent­li­chen Dienst, die sich ein­fach mal vie­le Mona­te Zeit las­sen, einen Akt zu bear­bei­ten): Er hat uns zwei Schrän­ke samt Inhalt, sei­ne Biblio­thek, einen Eis­schrank und einen Wäsche­trock­ner ver­erbt. Sei­ne fami­liä­ren Erben (zwei Groß­tan­ten, 91 und 94, kin­der­los) sei­en dar­an nicht inter­es­siert, bloß an Haus und Grundstück.

Das alles ist eine Wei­le her, Kubit­schek hat­te die Sachen abge­holt. Die Schub­la­den sind vol­ler Klein­kram. Er nutz­te Kos­me­tik­pro­duk­te von „Wele­da“ und hat­te Lebens­mit­tel gehor­tet, die von soge­nann­ten „Bio­mar­ken“ stamm­ten. Ich hab die Kos­me­ti­ka ein­ge­heimst, und auch das opu­len­te, gran­dio­se Gewürz­fach. Er moch­te es scharf. Chi­li und Cur­ry in allen Varia­tio­nen, über 20 Streu­büch­sen. Kubit­schek fand es befremd­lich, daß ich es ver­wen­de­te. Mir woll­te kein Gegen­grund einfallen.

Nun, ich ent­stam­me einem Ver­trie­be­nen­haus­halt. Man ver­geu­det nichts.  Ich hab mir auch mit­tels Ein­la­gen ein Paar der sehr schö­nen, hoch- und neu­wer­ti­gen Schu­he pas­send gemacht. Er hat­te die 41 1/2, sel­ten für einen hoch­ge­wach­se­nen Mann.

XX ist mir nun in einer unheim­li­chen Wei­se nahe­ge­rückt, daß es mich seit Wochen beschäf­tigt. Er hat­te näm­lich Tage­buch geführt, akri­bisch.  Auch sein Rei­sepaß liegt mir vor: ein attrak­ti­ver, blon­der, gro­ßer Mann mit sei­nen 72 Jahren!

Wir wis­sen nicht, wie er gestor­ben ist. Aber wir haben nun die­se Noti­zen aus vie­len Jahr­zehn­ten. Es sind unge­fähr fünf­zig Hef­te, teils „liniert“, teils hin­ge­wor­fen in Wer­be­ma­te­ria­li­en. Er hat sogar Gesprächs­pro­to­kol­le fest­ge­hal­ten über Tele­pho­na­te, die er führ­te. Ist es pie­tät­los, in die­ser Hin­ter­las­sen­schaft zu lesen? Oder wäre es viel eher pie­tät­los, die­se gan­zen Schrift­stü­cke ein­fach dem Müll zu übergeben?

Jeden­falls gehe ich „full in“, ich kann gar nicht anders. Die Lek­tü­re der Auf­zeich­nun­gen saugt mich ein. Nach den ers­ten drei­ßig Minu­ten der Lek­tü­re bin ich völ­lig drin im Kopf von XX. Ich lese näch­te­lang (Schrift ist nicht ganz ein­fach), teils macht mich die Geschich­te schlaflos.

Wir haben ein Ehe­paar mit drei Kin­dern. Alle drei (in den 1950ern gebo­ren) labo­rie­ren hef­tig mit den Eltern. Die Toch­ter stirbt rela­tiv jung (in ihren Drei­ßi­gern) an einer schwe­ren Krank­heit. Es gibt eine gro­ße Kis­te vol­ler Nost­al­gie. Ohr­rin­ge und sowas. Auch ein „Posie­al­bum“ aus den spä­ten Sech­zi­ger Jah­ren, mir fal­len die Hand­schrif­ten und die Sprü­che auf. So schön und so „artig“ schrieb man auch noch in den Neun­zi­ger Jah­ren, aber heu­te gewiß nicht mehr. “In allen vier Ecken soll Lie­be drin stecken.”

XX arbei­tet sich an allem ab. Über Jahr­zehn­te. Er doku­men­tiert ein­zel­ne Gesprä­che, haar­klein. Kom­men­tiert Begeg­nun­gen im Super­markt. Oft geht es um ver­schlei­er­te Frau­en, denen er begeg­net. Er zeich­net minu­ti­ös nach, wie die­se Begeg­nung ver­läuft – wie er guckt und wie sie gucken. Frau­en attes­tier­te er eine gene­rel­le Ver­lo­gen­heit. Es gibt diver­se Gesprächs­pro­to­kol­le mit sei­nem Bru­der. Den liebt er und haßt ihn zugleich. Der Bru­der hat sich irgend­wann ums Leben gebracht.

XX hat­te Krie­ge an vie­len Fron­ten geführt. Mit Amts­per­so­nen, mit Nach­barn. Der Schrift­wech­sel weist ihn dabei aber als sehr höf­li­chen, elo­quen­ten Men­schen aus. Eine Art Micha­el Kohl­haas, der ein­fach um sein Recht kämpft, wo ihm Unrecht geschieht.

Er war gelern­ter Gar­ten- und Land­schafts­bau­er. Natur­be­ob­ach­tun­gen neh­men einen gro­ßen Raum ein in sei­nen Auf­zeich­nun­gen. In einem Jahr sieht er die Amseln die Sper­lin­ge bekämp­fen, und zieht dar­aus evo­lu­tio­nä­re Schlüs­se. Er freut sich an der Holun­der­blü­te: 18 Zei­len lang. Er ist mir sehr sympathisch.

Im Rah­men der Finanz­kri­se 2007 wur­de XX zum Prep­per. Sei­ne Auf­zeich­nun­gen hier­zu sind strikt logisch. Nicht panisch, son­dern vol­ler klu­ger Gedan­ken. Gan­ze Essays. Er kom­men­tiert läng­lich Arti­kel aus den Main­stream­m­e­di­en, er macht das gut.

Er hat uns also etwa 100 Dosen ver­erbt: Kid­ney­boh­nen, Kar­tof­fel­sup­pe, Lin­sen­sup­pe. Die ältes­ten haben MHD 6/2025, aber ich wer­de sie alle auf­es­sen. Ich habe das Gefühl, ihm das schul­dig zu sein. Er hat das alles nicht für den Müll gemacht, son­dern aus Sorge.

Drei Geschwis­ter also, alle­samt kin­der­los geblie­ben. Das ist ein ziem­lich nor­ma­les bun­des­deut­sches Ver­häng­nis. Im Grun­de all­zu nor­mal, bedeu­tungs­los fast. Aber geh mal tie­fer rein, schau auf die See­len­grün­de – und du fin­dest dies alles: Kriegs­schuld, per­sön­li­ches Trau­ma, exis­ten­ti­el­le Not & ech­te Ver­zweif­lung am Zustand des Vol­kes heute.

XX hat­te den wah­ren Hor­ror vor dem Reiß­ver­schluß­ge­räusch, das über dem Leich­nam des Vaters ent­stan­den ist. Er hat dane­ben hun­dert prak­ti­sche Pro­ble­me (ich hab sie nun gele­sen, und sie sind groß­teils nach­voll­zieh­bar, es sind Ämter­krie­ge), aber das über­wölbt alles: noch­mal die­ses Reiß­ver­schluß­ge­räusch über der toten Mut­ter hören zu müs­sen. Er lieb­te sie nicht, er hat sie im Schrift­ver­kehr stets mit zwei Initia­len abge­kürzt. Aber das Geräusch woll­te er, bitt­e­bit­te, nicht noch­mal hören.

Die etwa fünf­zig auf­ge­fun­de­nen Tage­buch­hef­te (oft ordent­li­che Schreib­hef­te wie für Schü­ler) sind mit­hin ein Phä­no­men. Ich habe hin­ein­ge­schaut, immer wei­ter. Und es war ein Abgrund. Einer ist gestor­ben, durch­aus ein beson­de­rer. Ich durf­te nun sei­ne Gedan­ken lesen. Er war ein­sam. War­um hat er sich nie gemel­det, son­dern immer nur Bücher bestellt? Es ist unend­lich traurig.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Sezession
DE58 8005 3762 1894 1405 98
NOLADE21HAL

Kommentare (54)

HagenAlternat

27. Mai 2026 17:24

Beim Lesen dieses Artikels ist mir wieder ein Traum eingefallen, den ich vor einiger Zeit hatte: Das ganze Rittergut Schnellroda war zu einem Museum, zu einem Wallfahrtsort geworden.
Die Aufzeichnungen des XX sind ein grosser Schatz, der aufbewahrt werden muss (z.B. Museum? - Aber auch späteren Historikern als Originalquelle dienen mag).
"Warum hat er sich nie gemeldet, sondern immer nur Bücher bestellt?" Dieser Satz steigert meine Vorfreude auf das Sommerfest! (Es wird also bei meinen Bücherbestellungen nicht bleiben :-) 

Kurativ

27. Mai 2026 17:59

Manchmal denke ich darüber nach, warum es keine rechten WGs oder Wohnprojekte gibt. Man hätte viel zu reden miteinander...

Ein gebuertiger Hesse

27. Mai 2026 18:24

Uff. Uffuffuff. Und kein weiteres Wort. 

Joerg

27. Mai 2026 19:53

Danke für diese bewegende Geschichte. Ich vermute, dass jemand, der sich so ausführlich mit seinen Gedanken beschäftigen kann, lange keiner Erwerbsarbeit mehr nachgehen musste. XX muss auch unfähig gewesen sein, die vielen kleinen, mittleren und großen Ungerechtigkeiten des Alltagslebens hinzunehmen. Im Bekanntenkreis habe ich ebenfalls solche Typen mit "querulatorischem Tendenzen", glücklich ist keiner von denen und über die Jahre wird es schlimmer. Manchmal muss man auch Dinge abhaken können.
Ich finde es aber sehr schön, dass Sie seine Vorräte aufbrauchen. So haben diese wenigstens noch einen Sinn. Vermutlich hätte XX das gefallen.

Franz Bettinger

27. Mai 2026 21:11

2 Schränke voller Krempel, 50 Tagebuch-Heften und das Pepper-Sortiment. Ich finde toll, dass Sie diese seltsame Erbschaft angetreten haben, & toll, wie sie darüber schreiben. Dem ehrenwerten und nun toten Michael Kohlhaas hätte nichts Besseres passieren können. Schönes Karma! Man sieht sich, spätestens im Jenseits. Sie sehen, liebe EK, Ihre erweiterte Familie ist größer als Sie vielleicht denken. Sie und GK und der ganze Schnellrodaer Clan sind vielen Menschen Stütze und Vorbild. Danke dafür. 

Blue Angel

28. Mai 2026 02:13

Dem Dank für die bewegende Geschichte schließe ich mich an und auch dem, was Franz Bettinger dazu schrieb.
@Joerg: Unbill läßt sich leichter ertragen oder abhaken wenn man einen Partner und/oder gute/n Freund/e hat, mit dem/denen man darüber reden kann. Menschen, die diese Möglichkeit/en nicht haben und alles mit sich alleine austragen haben es (nicht nur) diesbezüglich wahrscheinlich wesentlich schwerer. 
In meinem Schnellroda-Traum führte mich eine handwerkliche Aufgabe dorthin. Weil ich mich aber in den dortigen labyrinthischen Treppen-, Stiegen- und Gangsystemen verlaufen hatte konnte ich sie nicht ausführen und mußte von meinem Mann und einem unserer Kinder wieder abgeholt werden. War sehr realistisch geträumt und ein bißchen frustrierend ;-)

MARCEL

28. Mai 2026 08:53

Ein ehrender Nachruf, ein respektvoller Umgang mit Lebensspuren.
Ich hätte viel schreiben wollen, belasse aber bei Folgendem:
Ehrlich gesagt scheint mir alles, was mit Deutschland zu tun hat nunmehr Nachlassverwaltung zu sein. Aber auch ein Nachlass ist ein Auftrag und nach der Trauerarbeit über ein sterbendes Deutschland (auch die AfD wird da wenig re-animieren können) ist zu überlegen, was wo und wie weiterleben kann und muss!
Zur geschilderten Person: Vieles typisch ("Ämterkriege" Michael Kohlhaas trifft es aber nicht!), anderes individuell, manches manisch. Jeder Mensch hat von allen drei etwas! Der Tod hat ihn auch von sich selbst befreit.
Der Tod ist der Garant einer Freiheit, vor der wir uns fürchten. Diese Freiheit ist göttlich (meinte sinngemäß auch Ricarda Huch).
 
 

RMH

28. Mai 2026 09:44

Das Ganze ist interessant und berührt einen auch auf die eine oder andere Weise, da viele Punkte angesprochen sind, die sehr viele Nachkriegsmenschen vermutlich teilen (wozu ich auch zähle). Harte Schicksale, Tod, Verlust, auch noch Jahrzehnte nach dem Krieg, aber irgendwie damit verwoben (war der Verstorbene mit Vertriebenen-Hintergrund?), die Mühlen der Bürokratie, denen es auf entschiedene Art und Weise aus dem Weg zu gehen gilt (wer sich darauf einlässt, geht darin unter bzw. wird zermahlen), keine Familie, Kinderlosigkeit etc. 
Zu Lebzeiten war das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch so jemand, der keine große Smypathie und Empathie versprühte, denn die Einsamkeit ist immer Ergebnis einer Wechselwirkung. Erst durch seinen Nachlass wurder er "zugänglich". Traurig, aber immerhin jetzt passierte der Schritt, den er zu Lebzeiten nicht wagte, eine Öffnung.

Monika

28. Mai 2026 09:46

Nun ist er tot. Wer ? Nun ist sie tot. Wer ? Diese Geschichten gibt es zuhauf. Warum sollte er/sie sich melden ? Umgekehrt wäre zu fragen: Warum schauen wir nicht genauer hin, wer im Haus nebenan wohnt ? Ich wohne seit über dreißig Jahren in einem sog. bürgerlichen Wohnviertel. Und hatte als Hausfrau Zeit und Muße, Gespräche über den Gartenzaun zu führen und die  Menschen in meinem Viertel kennenzulernen. Und trotzdem bleiben einem viele Welten verschlossen. Und Menschen sterben, ohne daß man je etwas über ihr Leben erfahren hat. Einmal wurde ein Haus in der Nachbarschaft entrümpelt. Der Sohn der Verstorbenen hatte ein Bücherregal zum "Ausplündern" auf die Straße gestellt. Gesamtausgaben russischer Klassiker, Bildbände über Kunst usw. Allein die Buchauswahl ließ mich eine Seelenverwandte vermuten. Ich hatte diese Frau oft gesehen, immer lief sie hinter ihrem Mann, einem miesepetrigen Professor her. Sie grüßte immer freundlich. Er nie.  Nie habe ich mit ihr gesprochen. Sie war auch Hausfrau, studiert. Eines Tages hielt der Leichenwagen vor dem Haus. Sie habe sich umgebracht, hieß es. Viel später sprach ich mit dem Sohn, als ich vor den Büchern stand. Ein komischer Kautz. Auch von ihm erfuhr ich nicht mehr. So gibt es viele Schicksale.

Karl Otto

28. Mai 2026 10:43

Solche Auzeichnungen sollten wirklich einem Museum oder einem Archiv übergeben werden. Das sind später mal kostbare historische Dokumente, ähnlich wie etwa das Tagebuch von Samuel Pepys (das ich jedem, der es nicht kennt, zur Lektüre wärmstens empfehle).
https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Pepys

Der Gehenkte

28. Mai 2026 10:53

@ Blue Angel
Weiß gar nicht, wie oft ich schon von Schnellroda geträumt habe. Gerade heute erst. Kubitschek bat mich, mit dem Gemälde endlich fertig zu werden - dabei kann ich gar nicht malen. Aber ich nahm die unlösbare Aufgabe an ... Das ähnelt etwas Ihrem Traum. 
Interessanterweise sieht der Ort eher wie eine mittelalterliche Burg aus und bleibt auch in allen Träumen mehr oder weniger gleich. Es gibt eine Empore ganz aus vor Alter geschwärztem Holz. Oben geht es in viele Zimmer, unten lange Tische, an denen Leute sitzen und zechen. 
Nicht nur ein Kraft-, sondern auch ein Traumfängerort. 
 

Laurenz

28. Mai 2026 11:32

@Franz Bettinger & Blue Angel ... Ich halte mal dagegen. Warum rufe ich nicht einmal im Monat in Schnellroda an & fahre nicht jedes halbe Jahr dorthin? Obwohl ich häufiger dazu Lust hätte. Fahre auch nicht zum Sommerfest, um die ganzen Katholiken freundlich zu stellen. Kann auch nicht den Buchladen SDs zu meinem 2. Wohnzimmer machen. 1. Lese ich kaum noch Bücher. Das Netz & die KI sind mein Buch. Letztere hat den Vorteil, man kann sofort Gegenfragen stellen, das entspricht viel mehr meinem Charakter, als den ganzen Scheiß von Autoren unwidersprochen hinzunehmen. Wenn das alle so machen würden, käme in Schnellroda keiner mehr zum Lesen, zur Gartenarbeit, Enkelbetreuung, Planung wichtiger Gäste, zur Verlagsarbeit. GK würde nur noch Audienzen geben, anstatt, wie Höcke & Amann, vielleicht mal bei Ben unscripted aufzutreten. Das, was EK, mit Ressourcenbewahrung & Mangel einer Flüchtlingsfamilie aus dem Osten des Reiches beschreibt, hat damit zu tun, daß früher jedes Werkzeug, jedes handgemachte Möbelstück einen großen Wert besaß & ohne Obsoleszenz länger hielt, als ein Menschenleben. Der Wer-Er des Artikels stellt hier die fundamentale Frage, warum wir überhaupt noch schreiben & lesen, nicht nur noch Podcasts aufnehmen & hören.

Laurenz

28. Mai 2026 11:35

@Franz Bettinger & Blue Angel (2) ... Mein Vater starb Ende Oktober 2019. Auch Er hinterließ einen Riesenstapel DinA5-großer Schreibbüchlein an Tages- oder Wochengedächtnisstützen. Ich hätte die Werke weggeworfen, meine Mutter wollte sie behalten. Sie hat bisher kein einziges gelesen. Mein ADHS-Hirn kämpft schon gegen Windmühlen, um mich vom zivilisatorischen Schrott zu befreien, im Sinne HBs. Meine Mutter (wird in 30 Tagen 88, Bademantel schon rausgelegt) konnte mit Ihrer früher grenzenlosen Energie alles, häufig chaotisch, managen. Das Aufschreiben nimmt wie viel Lebenszeit weg? Wir hatten den degenerierenden Einfluß der Schrift & des Geldes auf uns immer mal auf der SiN andiskutiert. @Gracchus fand ich hier an meiner Seite. Aber wir sind nicht in der Lage, Geld & Schrift aus der Welt zu schaffen, das konnte nur Frank Herbert in Dune, der Wüstenplanet. Die Debatte um die KI ist dieselbe, wie um Bücher/Schrift. Es geht um die Auslagerung des Wissens aus unserem Hirn oder nicht. Ich, als alter Jünger des Netzes, weiß, Schrift ist böse. Besäße ich die Macht eines Kaisers, würde ich sie weitestgehend abschaffen. Es gäbe nur noch Podcasts.

Reimers

28. Mai 2026 12:30

Vielen Dank. Ihr Artikel hat mich sehr berührt. Wieviele solche Schicksale finden sich noch in Deutschland und niemand wird davon jemals Notiz nehmen weil derjenige nicht Tagebuch geführt hat? Mich hat selbst der Artikel schon nachdenklich gemacht und auf eine seltsame Art und Weise eingenommen, so daß ich Ihre Gefühle sehr verstehen kann. Danke dafür!

Adler und Drache

28. Mai 2026 12:34

@HagenAlternat
Beim Lesen dieses Artikels ist mir wieder ein Traum eingefallen, den ich vor einiger Zeit hatte: Das ganze Rittergut Schnellroda war zu einem Museum, zu einem Wallfahrtsort geworden.
Sehr seltsam: Ich hatte diesen Traum ebenfalls! Verbunden war er mit einem Gefühl tiefer Fremdheit, des Verlusts und der Traurigkeit. Das Leben war aus dem Rittergut entwichen. Ich lief hindurch, aber es war leer, und all die ausgestellten Zeugnisse des früheren Lebens bedeuteten mir gar nichts. - Ich bin dort gar nicht so oft, wenn's hochkommt einmal im Jahr, aber es ist schon erstaunlich, wie tief die Prägung offensichtlich reicht. 

Der Sinnierer

28. Mai 2026 13:45

Wir sind ein Volk der Besonderen, dieser Verstorbene zeigt es. Die Tragödie ist sich nicht weitergereicht, vulgo: fortgepflanzt, zu haben und so erfahren wir von der Pedanterie und den Eigenheiten, die unser Volk so verhaßt (schreibe ich als weltreisender Auslandsdeutscher) machen zwar durch Sie, EK, aber sie werden nicht weiter getragen...

Andreas Stullkowski

28. Mai 2026 13:58

Jemand der die Welt  & Gesellschaft beobachtet hat, aber nie Teil davon war.
Sich selber als wertvollen Teil einer Gemeinschaft zu sehen ist eine Eigenschaft die man von der Familie mitbekommt, oder auch nicht.
Darum blickte er auch immer von draussen. Hat gelesen statt geredet. Die Dialoger hielt er mit sich selber, und Sie lesen es jetzt.
In mehr energetischen Zeiten hätte er einen Weg gefunden sich einzubringen in eine grössere Aufgabe; aber nicht in unserer Zeit des  bleiernden Niedergangs.
Ich könnte mir gut vorstellen dass er an nichts wirklich akutem gestorben ist, sondern einfach an Interessenlosigkeit am Weiterleben.
Die ewige Ruhe ist willkommen.

Alex Schleyer

28. Mai 2026 15:32

Wie gerne würde ich diese Hefte lesen! Geschichte besteht doch am allermeisten aus Geschichten!
Die von @Kurativ genannten rechten WGs gibt bzw. gab es überdies. Unten wird gefeiert und gesoffen und oben sitzen die verbrämten Spießer und beschweren sich, daß unten gefeiert und gesoffen wird. 

Maxx

28. Mai 2026 16:41

Sagt viel aus über diesen Menschen. Eigentlich schade, dass wir die Tagebücher nicht zu lesen bekommen. Hätte mich interessiert. Traurige Geschichte wieder Zeigt exemplarisch und eindrucksvoll - wie auch der Fall des "Ludger von Lubomirski", der wenn ich mich recht erinnere, eine Ihrer Töchter perspektivisch als Erbin eingesetzt (jedoch bald darauf wieder enterbt (:-)) hatte - welche Bedeutung und Präsenz Sie bzw. "Schnellroda" im Bewusstsein vieler Deutscher hat ... Tja ja, gibt einem zu denken ... Jedenfalls danke. 

Caroline Sommerfeld

28. Mai 2026 17:53

Noch eine Lumperin, was für eine Freude! Ich habe das Wort "lumpen" erfunden, als Verbum, für "Gebrauchtes finden / erben / geschenkt bekommen / auf einem Flohmarkt billig kaufen". Pippi Langstrumpfs "Spunk" nicht unähnlich ist der Lump. Secondhandware und Antiquitäten sind nicht gelumpt, Verbilligtes auch nicht. In meinem Waldviertler Häuschen (gekauft, aber Massen an Hausrat und Werkstattinventar als Beifang) fanden sich zu meiner Freude Geschirrpalimpseste (aus allen Jahrzehnten des Jahrhunderts je eine Schicht), Devotionalien (die Mutter des Vorbesitzers war fromm und offensichtlich noch alte Schule), Schrauben wirklich aller Art, auch englischen Gewindes, Massen von schwarzweißen Fotos und der nichtssagendste Brief der Welt ("Ihr lieben Daheimgebliebenen, ich wollt von meiner Rückfahrt berichten, dem Toni hab ich schon berichtet, und der Mama auch, daß eigentlich alles gut verlaufen ist, und ihr jetzt meinen Brief wohl schon in den Händen haltet, wo ich doch kaum drei Tage schon wieder daheim angekommen bin..." usw.), zwei Handtücher von einem Versand à la "Die moderne Hausfrau", eins mit Monogramm "Christine" (die fromme Mutter) und "Norbert" (der erwachsene Sohn, Jg. '41, 2019 verstorben an Diabetes/Beinamputationen) sowie zwei Namenstassen aus Maria Zell. Ich habe ein fremdes Haus und ihre Bewohner "gelumpt", geistig bin ich ihnen auf Gedeih und Verderb jetzt verbunden. 

dojon86

28. Mai 2026 19:08

3 Kinder, keine Enkel. Ich sage nicht mehr, ein deutsches Verhängnis obwohl es das auch ist. Nein, es ist zuallererst das Verhängnis einer Familie.

ofeliaa

28. Mai 2026 19:51

Ich denke wohl, dass deswegen Gnade so wichtig ist. Es zieht sich durch mein Leben, dass ich mich mit den Grantlern arrangieren konnte, ja ihnen ein Freund werden konnte. Mein Cousin nahm sich vor Jahren das Leben und auch mein Lieblingsonkel hatte in der Familie meistens keinen guten Stand. In großen Familien gibt es ja viel Bewertung, Getuschel, sozialen Druck und eine Hierarchie. Als mein Cousin starb, sagte eine Verwandte, die soetwas Gutes eigentlich nie zu mir gesagt hatte: ,,Du hattest dich mit ihm (dem verstorbenen Cousin) eigentlich immer am besten verstanden. Er mochte dich." Warum er mich mochte war, weil ich einfach gnädig mit ihm war. Ich hörte ihm zu, ließ seine Meinungen und sein Gemeckere über die Welt genau so stehen und redete weiter ganz normal mit ihm über alles Mögliche. Was glaubt ihr, was passieren würde, wenn wir über die Fehler der anderen ein wenig mehr hinwegsehen würden und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen würden? Zu mir wurde ja auch oft gesagt, ich sei den rechten Rattenfängern verfallen. Nein. Ich lasse einfach oftmals deren Meinung so stehen wie sie ist, weil Meinungen, Charaktereigenschaften und auch Eigensinn in dieser Welt ihre Berechtigung haben. Allzu oft bringen wir bestimmten Personen keine Gnade entgegen, und dann vereinsamen sie ganz arg und ganz schlimm. 

RMH

28. Mai 2026 19:56

3 Kinder, keine Enkel. Ich sage nicht mehr, ein deutsches Verhängnis obwohl es das auch ist. Nein, es ist zuallererst das Verhängnis einer Familie.
@dojon86, Es ist aber leider etwas, was überhaupt nicht ungewöhnlich ist und damit schon ein spezifisch deutsches Verhängnis.
Muss nur meine verstorbene Oma väterlicherseits betrachten. Durch Krieg, Flucht & Vertreibung mit für damalige Verhältnisse nur 2 Kindern ohne Ehemann (vielen Dank geht an Tschechien, welches bis heute nicht aufgeklärt hat, wo mein Opa (Zivilist, war kein Soldat) verblieben ist, er ist einfach weg. Wie ausgelöscht. Rot-Kreuz Suchanfragen etc. führten nur zu Karteikarten ohne Ergebnisse) in Restdeutschland angekommen, immerhin dann 6 Enkel, aber bereits nur 5 Urenkel (2 davon sind meine Kinder), von denen bislang, so zumindest mein Kenntnisstand, noch keines davon für Ur-Urenkel gesorgt hat. Wäre vermutlich schon etwas, wenn die 5 für 5 Nachkommen sorgen.

Mauerbluemchen

28. Mai 2026 20:56

@dojon86
Es gibt wirklich sehr viele Familien im Land, die vom Verhängnis verschlungen werden, da sind absterbende Drei-Kind-Familien eher Durchschnitt. Leistungsstarke Aussterber wie Bekannte von mir, haben ein halbes Dutzend oder gar mehr Kinder in die Welt gesetzt, von denen jedes einzelne so stark mit Lebensgenuß oder Traumapflege (je nach dem, aber in jedem Falle Daseinsoptimierung) beschäftigt ist, daß für Küterkram wie Kinderkriegen Zeit, Kraft und vor allem der Wille fehlte. Man selbst ist ja schon der Mittelpunkt der Welt und hat völlig an sich genug - ob Lust oder Last ist da gleich.

Volksdeutscher

28. Mai 2026 21:45

"Oder wäre es viel eher pietätlos, diese ganzen Schriftstücke einfach dem Müll zu übergeben?"
Es ist eine traurige Geschichte. Oder vielleicht auch nicht und nur ich finde sie traurig. Warum hat er die Sachen Schnellroda vermacht? Ich denke, er tat das nicht nur, weil er niemanden hatte. Er wollte weiterleben und vertrauete darauf, daß die Gemeinschaft, zu der er sich zugehörig empfand, sein Andenken in irgendeiner Form, in irgendeiner Weise behielte. Oder er wollte dieser Gemeinschaft einfach etwas zurückgeben, von der er zeit seines Lebens Vieles empfangen hatte. Ich weiß nicht, was seine Aufzeichnungen enthalten. Vielleicht lassen sie sich zu einem Buch mit einem passenden Titel verarbeiten. 

Volksdeutscher

28. Mai 2026 22:54

@RMH - "...Tschechien... welches bis heute nicht aufgeklärt hat, wo mein Opa (Zivilist, war kein Soldat) verblieben ist, er ist einfach weg."
Man mußte damals kein Soldat gewesen zu sein, um verschleppt zu werden, es reichte schon aus, Deutscher zu sein. Hunderttausende deutscher Zivilisten wurden zur Zwangsarbeit verschleppt und tauchten nie wieder auf. Mein Vater, gegen Ende des Krieges 14 Jahre alt, wurde von Rotarmisten in der besetzten Tschechei in eine Gefangenenkolonne von deutschen Soldaten geschubst, um irgendwo in Sibirien "malenkij robot" zu verrichten. Er wurde mit anderen Kindern zusammen einwagoniert, aber in der Ukraine dann doch aussortiert und freigelassen. Er hatte Glück. https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/stiftung/presse/pressemitteilungen/zeitzeuginnen-berichten-von-der-deportation-von-zivilisten-die-sowjetunion

links ist wo der daumen rechts ist

29. Mai 2026 00:08

Vorweg: Ich habe ein Faible für Nachlässe, habe das zur Profession - man kann auch sagen: Obsession - gemacht (CS könnte ein Lied davon singen). Vor kurzem habe ich zu JS' Blogeintrag "Alles Makulatur!" meinen Senf dazugegeben. Ich weiß also von der "Wirkmächtigkeit" solcher Begriffe wie Vermächtnis oder Eigenwert der Dinge.
Und doch: was mich am meisten frappiert, ist dieser Absatz: 
Er war ein sehr guter Kunde, hatte viele Bücher über uns bestellt. Alle eigentlich. Er war vor fünfzehn Jahren auf zwei unserer Veranstaltungen, Kubitschek hat zwei, drei Briefe gewechselt.
Hier wollte jemand "erhört" werden, hat vermutlich eine Art Ersatzfamilie gesucht und wurde - wie so viele - geflissentlich übersehen. "Jugendwahn" bei den Akademien, für alte Knacker mit ihren Tagebüchern keine Zeit. Und das ist dann unwiederbringlich, ein echter Schmerz.

Kositza: Was für eine niederträchtige Unterstellung. Einerlei; fällt auf Sie selbst zurück.

Rheinlaender

29. Mai 2026 00:09

Mein eigener Wille zu Nachkommen wurde vor allem durch Erzählungen über die Großelterngeneration geweckt, von der nur wenige den Krieg überlebt haben, und diejenigen die überlebt haben, mussten dafür einige Opfer bringen. Wenn es nach mir ginge, würde ich mich lieber mit Büchern beschäftigen, aber aufgrund verbreiteter Kinderlosigkeit in den Nachkriegsgenerationen war ich irgendwann der letzte, der dafür sorgen konnte, dass die Opfer der Großeltern nicht umsonst waren; jener Großeltern bzw. Urgroßeltern, die man nach dem Willen der gerade wieder verstärkt laufenden Kampagne ja eigentlich verachten soll. Mein ältester Sohn, der jetzt das Grundschulalter erreicht, ist dagegen aber zum Glück immun. Er interessiert sich sehr dafür, wo er herkommt, und ist stolz darauf, Nachkomme von Kämpfern und Überlebenden zu sein.

Rheinlaender

29. Mai 2026 00:17

Ich existiere nur deshalb, weil vor langer Zeit ein Mädchen trotz allem nicht aufgab und über Felder von Leichen immer weiter nach Westen ging, und weil ein junger Mann, der sich in Sibirien zum Sterben bereits in den Schnee gelegt hatte, doch noch einmal aufstand. Kinder sind die einzige mit verbliebene Möglichkeit, Danke zu sagen.

links ist wo der daumen rechts ist

29. Mai 2026 00:27

Nachtrag:
Ich hatte vor kurzem eine Debatte mit einem Erich-Fried-Epigonen (es ging witzigerweise um einen Nachlass, bei dem der Bruder des Besagten, ein früh verstorbener Heidegger-Schüler, eine Rolle spielte), in deren Verlauf ich ihm vorwarf (stellvertretend für eine bestimmte linke Gesinnungsethik): es ist doch so einfach, sich mit den Ermordeten und Vertriebenen zu solidarisieren, während man die Lebenden, die Hilfe und Anerkennung nötig haben (und seien es nur kluge Gedanken), übersieht.
Ich sehe jetzt, dass das nicht nur im linken Lager so ist. Man muss nur die "Ermordeten und Vertriebenen" (die der anderen Seite, eigentlich unserer, zählen eh nicht) durch altersbegrenzte Akademieteilnehmer sommers wie winters ersetzen, und hat das selbe Ergebnis. Daher gelten ja auch Martin & Martin bis dato als die größten Nachwuchshoffnungen...
 
 
 

Guilelmia

29. Mai 2026 06:48

Es geht also um Familiengeschichte am Beispiel des XX. »Am Beispiel meines Bruders« von Uwe Timm ist ein Exempel dafür, was an Leben verloren ging durch den Zweiten Weltkrieg ...
Und es geht um das familiäre Erinnern und Erzählen. Ich beispielsweise weiß nichts über die Großeltern meiner Eltern, der eine aus Zwittau/Sudetenland, die andere aus Rothenburg o.d.T./Franken. Von ihnen kam mir überhaupt nichts zu Ohren. Das gleiche erwarte ich auch vom Erinnern an mich. Deshalb gebe ich meinem Kind möglichst viel mit, was ihm in seiner Lebenspraxis von Nutzen sein kann, tagtäglich.

Pit

29. Mai 2026 08:47

Vererben als Spende, Finanzierung von Projekten ist eine gute Idee und sollte ausdrücklich angeregt und dazu befähigt werden, so eine Idee von Greg Johnson, dem Betreiber von counter-currents.

Le Chasseur

29. Mai 2026 09:20

@Rheinlaender
"jener Großeltern bzw. Urgroßeltern, die man nach dem Willen der gerade wieder verstärkt laufenden Kampagne ja eigentlich verachten soll."
Während die Kampagnebetreiber gleichzeitig dafür sorgen, dass die Ukraine mit Waffen und Geld vollgepumpt wird:
Ukraine würdigt NS-Kollaborateur – Selenskyj spricht von einem „Helden“

dojon86

29. Mai 2026 09:42

@links ist wo der Daumen rechts ist  Mit Verlaub, der Verlag, die Akademie und die Familie Kubischek/Kositza verstehen sich nicht als Institutionen der Sozialarbeit. Dass politische Aktivität auf die Jugend fokussieren muss, ist wohl mehr als einleuchtend. Im Internet sind jede Menge politischer Vorträge abzurufen. Zoomt die Kamera über das Publikum, dann sieht man lauter graue Köpfe. Ich meine, schön, dass sich die Leute dafür interessieren, und ich weiß auch, dass politische Vereine der extremen Rechten und der Linken immer auch ein bisschen Sozialarbeit betreiben, aber das ist nicht der Auftrag dieser Vereine. (Man verzeihe mir die Bezeichnung "extrem" aber was heutzutage nicht extrem ist, ist nur Opportunismus) Wer als alter Mensch einsam ist dem kann leicht geholfen werden. Meine Pfarre bietet z. B. eine Pensionistenrunde an und ist dankbar für jeden der kommt. Im übrigen, viele, die im Alter allein sind, sind es selbstverschuldet. (→ Kinder)

RMH

29. Mai 2026 09:57

@Rheinländer, welche Kampagne meinen Sie? Die, die schon seit Ende 45 läuft und ab Ende der 60er immer mehr angeschwollen ist, wurde ja nie gestoppt, oder gab es etwas besonderes? Mir ist nichts aufgefallen, außer, dass der notorische Götz Aly mal wieder in der Blöd Zeitung eine Schlagzeile bekommen hat, dass angeblich alle "etwas" gewusst hätten. Im Übrigen perlt so etwas genauso ab, wie das ewige in den Dreck ziehen der Wehrmacht etc. - haben wir alle schon x-mal gehört, die Argumente der in den Dreck Zieher und Anbräuner werden nicht besser.
Die heutigen Kinder wachsen in der Tat - trotz Dauerberieselung in der Schule - aus meiner Sicht unbelasteter auf. Sie nehmen es in der Mehrzahl faktisch so historisch, wie man es historisch betrachten muss (so zumindest mein Eindruck).

RMH

29. Mai 2026 10:03

Wenn ich über den Text noch einmal nachdenke, dann ist der Verstorbene vermutlich ein sehr rationaler Mensch gewesen und typisch für seine Generation, man drängt sich nirgends auf, man bleibt lieber zu Hause oder macht etwas allein, als irgendwo aktiv sich um Kontakt zu bemühen. Er wird sich sicher seine Gedanken gemacht haben, ob er alles selber wegwirft oder nicht und wer evtl. die Sachen und Aufzeichnungen nicht einfach entsorgt, wenn er tot ist.  Und da er sich wohl dazu entschlossen hat, nicht selber tabula rasa zu machen (was erstaunlich viele doch noch zu Lebzeiten machen) und seine Sachen als für nicht wegwerfenswert eingeschätzt hat, hat er überlegt, wer evtl. etwas damit anfangen kann und wer es nicht gleich wegwerfen wird. Seine Überlegungen führten zum richtigen Ergebnis.
@links wo der daumen rechts ist: weiß jetzt nicht, warum Sie da so eine leicht persönliche Note rein bringen.

Laurenz

29. Mai 2026 10:19

@Pit ... Vererben als Spende, Finanzierung von Projekten ... Die Realitätsferne auf dem SiN-Forum reicht manchmal bis Alpha Centauri. Das ist ja schlimmer, als bei den Grünen. Die Deutschen besitzen ein liquides Vermögen von 9,5 Bio. €, sehr ungleich verteilt. Ganz selten kommt davon mal was bei der AfD an. ... @Links ist, wo der Daumen rechts ist ... Wie viele tausend Kunden betreuen Sie denn gerade, mit denen Sie alle kommunizieren, die Sie alle erhören? Wie viele Verlage kennen Sie, die mit wenigen Mitarbeitern ein eigenes gesellschaftlich-politisches Forum betreiben? Fragen Sie doch mal die KI, was man technisch & juristisch für solch ein Forum braucht. Wie viele bezahlbare Sommerfeste, wie viele Akademien haben Sie denn schon organsiert? Warum recherchieren Sie nicht & halten uns für so dumm, wie Sie sind? Wie viele Stundenten an Deutschen Unis sind Ü35? 3%. Wie viele Studenten sind Ü40? 1,4%. Wie viele Studenten sind Ü50? Knapp 0,5%. Ü60? Unter 0,2%. GK & EL bilden also genau Deutsche Universitäten ab. Schnellroda ist kein Sozialamt & will die Zukunft fördern. Wenn Franz Bettinger oder ich uns gegen Kinder entschieden hatten, heißt das noch lange nicht, daß uns die Mitstreiter ihre Kinder & Enkel leihen müssen. Für Sie gilt dasselbe, wie für den Teilnehmer @Pit.

Ekstroem

29. Mai 2026 13:28

Danke für den Artikel und die empathischen Kommentare, insbesondere auch für die geteilten Traumerfahrungen.

Christa

29. Mai 2026 15:26

@HagenAlternat, so geht es mir und freue mich auf ein erstes Sommerfest in Schnellroda. Vielleicht ist ja auch jemand anderes aus Hamburg dabei.
 
 

Beta Jas

29. Mai 2026 15:33

Die Geschichte erinnert ein wenig an den Herrn, der Ihrer Tochter ein Erbe hinterlassen wollte, wenn ich mich richtig erinnere und weil er aber halt so war, wie er war - diplomatisch gesagt - leicht verschoben, wurde daraus nichts?!
Ich finde diese Geschichte um einen Kontakt mit diesem Herrn nach seinem Tod, noch unangenehmer und alle sollten sich Fragen, was mit vielen Menschen dieser Gesellschaft los ist und dabei Männer und Frauen auf ihre jeweilige Art. Mich stört es, wenn man das Grundlegende nicht sieht. Kinder. Ehelosigkeit, Kinderlosigkeit bei vielen in der politischen Rechten. Aber salopp gesagt, große politische Töne "spucken", viele Schriften im Bücherregal und die Welt begriffen haben wollen.
@Kurativ 27. Mai 2026 Manchmal denke ich darüber nach, warum es keine rechten WGs oder Wohnprojekte gibt. Man hätte viel zu reden miteinander...
Wie wäre es mit Ehe und Familie? "Andy Kirsten" ist leider eine traurige "psychoanalytische Visitenkarte" des Volkes zu der Thematik. Die Fixierung auf verschleierte Frauen resultierte dabei aus Neid auf sie, weil sie sichtbar und hörbar durch temperamentvolle arabische Kinderstimmen, eine Zukunft haben. Ich sehe sie in meiner Stadt auch, 4, 5 Kinder und mehr, meistens Abends spazieren gehend. Er war allein, keine Frau, keine Kinder. Schreibt Tagebuch, weil er auch keinen Freundeskreis hatte mit dem er hätte reden können.

Mitleser2

29. Mai 2026 16:51

Chasseur: Ist zwar in diesem Faden off-topic, aber wer als Neurechter die Ukraine verteidigt, dem ist nicht zu helfen. Und ja, die Aufforderung Nazi-Vorfahren zu suchen, ist ekelhaft.

Sandstein

29. Mai 2026 17:25

Bewegende und letztlich traurige Geschichte. Ich meine, Beta Jas bringt es auf den Punkt. Männer ohne eigene Familie sind ab einem gewissen Alter, Ende dreißig, aber spätestens ab den 40iger Jahren gefährlich. Jeder auf seine Weise. Viel Zeit und Energie, die nicht so recht zu etwas führen soll. Ist natürlich nicht immer der Fall, aber doch die Regel. Erlebe das im Umfeld hautnah, gute Männer mit guten Herzen, die dann viel Hass und Schmerz anstauen.
Insofern war der Herr XX mit seinen Tagebüchern und seiner akribischen Dokumentation noch ein harmloser Fall. Er möge in Frieden ruhen. 

RMH

29. Mai 2026 17:32

"Und ja, die Aufforderung Nazi-Vorfahren zu suchen, ist ekelhaft."
@Mitleser2, eher ekelhaft empfinde ich es, wenn man aus NSDAP-Mitgliedern automatisch überzeugte Nazis und Verbrecher macht, wie sie es in ihrer verkürzten Art mehr oder weniger dritten Lesern unterjubeln. Jeder weiß, dass gewisse Berufsgruppen eigentlich keine echte Wahl hatten (formal schon), wenn sie noch was "werden" wollten. Damals war es fast ehrlicher als heute, damals sagte man den Beamten sehr schnell (auch via Gesetz), werdet Parteimitglied oder Edeka, heute ist es so, dass man die Beamten mit Allimentation und Versorgungsbezügen erst korrumpiert und wer remonstriert, nicht mitläuft, der wird eben kalt gestellt, wer das falsche sagt, dem wird der Pensionshahn zugedreht etc. - wer den Unterschied findet, darf ihn behalten.
 

Monika

29. Mai 2026 18:07

@ Beta Jas 15:33 / Sie treffen den Nagel wohl auf den Kopf. Auch in meiner Kirchengemeinde habe ich über die Jahrzehnte einige vereinsamte, verschrobene Junggesellen und "alte Jungfern" erlebt. Wie sie so wurden ? Ein weites Feld. Verklemmte katholische Erziehung, autoritäre Väter, bösartige Mütter, die verhinderten, daß ihre Kinder den "Falschen" heirateten. Ein ältliches Fräulein, sie bestand darauf, mit Fräulein angeredet zu werden, Lateinlehrerin und Klavierlehrerin, vertraute mir mal verschämt an, daß sie noch auf einen Partner hoffe, jemanden, wenigstens zum Klavierspielen. Da war sie schon 80. Ihre Jugendliebe habe sie nicht heiraten dürfen. So gibt es viele Geschichten...

Rheinlaender

29. Mai 2026 18:17

@RMH
Nach meinem Eindruck läuft gerade in Leitmedien wie "Spiegel" und "Zeit" eine Kampagne, die dafür wirbt, die Mitgliedschaft der eigenen, stets als potenzielle Verbrecher dargestellten Vorfahren in der NSDAP mittels eigens dafür geschaffener KI-Tools zu recherchieren, wobei betont wird, dass fehlende Treffer keinesfalls bedeuten, dass die eigene Familie unschuldig sei, und dass Schweigen zu diesem Thema automatisch als Verdachtsmoment zu betrachten sei. Flankiert wird das durch zahlreiche Artikel zum Thema "Erinnerungskultur", bei denen es meist darum geht, dass Menschen der Gegenwart ihre eigenen Eltern, Großeltern und Urgroßeltern öffentlich anklagen. Die stilistischen Parallelen zu bestimmten Praktiken der chinesischen "Kulturrevolution" sind auffällig.

Jan

29. Mai 2026 18:23

@Beta Jas
"Ehelosigkeit, Kinderlosigkeit bei vielen in der politischen Rechten."
Ist das in der Rechten besonders ausgeprägt? Eine Ansammlung frustierter Incels, die  aus eben diesem Grund rechts sind? Kinderlosigkeit und "Kinderwenigkeit" (nur 1) zieht sich jedenfalls durch die gesamte Gesellschaft. Selbst bei hochattraktiven Frauen in der Promi- und Medienszene: Judith Rakers: 0 Kinder. Man kann hier schon von einer fatalen Verschwendung des Genpools reden, wenn manche Frauen aus der Unterschicht dann auf 5 Kinder von 4 Männern kommen (und landet schließlich bei Sarrazin). Iris Berben, Birgit Schrowange und Mareile Höppner: jeweils 1 Kind. Gibt noch etliche weitere Beispiele. Ach ja: DAS deutsche Sexsymbol der 70er, Ingrid Steeger, die Männer standen Schlange: ebenfalls 0 Kinder. Da hat auch der Schlitz im Kleid nichts gebracht. Oder Hippie- und 68er-Ikone Uschi Obermaier: ebenfalls 0. Die Freie Liebe blieb fruchtlos. Ich höre jetzt auf. Es zieht sich durch die gesamte westliche Welt und muss schon vor 1920 virulent gewesen sein, sonst hätte es die Eugenik-Bewegung und Stoddard nicht gegeben. Schon damals beklagte man den Geburtenrückgang der Weißen. Die '68er waren hier wohl nicht die Urwurzel des Problems, wohl aber der Verstärker. Würde mich freuen, wenn man die ganze Thematik mal aufarbeiten würde.

Le Chasseur

29. Mai 2026 18:48

@Beta Jas
"Mich stört es, wenn man das Grundlegende nicht sieht. Kinder. Ehelosigkeit, Kinderlosigkeit bei vielen in der politischen Rechten. Aber salopp gesagt, große politische Töne "spucken", viele Schriften im Bücherregal und die Welt begriffen haben wollen."
Vielleicht ist die Tatsache, dass sie "die Welt begriffen haben" ja der Grund für ihre Kinderlosigkeit?

Monika

29. Mai 2026 19:10

#Jan ich sehe, Sie lesen auch die BUNTE. 😃Zur Kinderlosigkeit. Da wären noch die vielen Abtreibungen zu nennen. Nun sind sie tot, die Kinder. Wer wären sie geworden. Die Sängerin Gitte Haenning hat ihre zwei Abtreibungen bereut.https://www.abendblatt.de/vermischtes/article106919577/Gitte-bereut-ihre-zwei-Abtreibungen.html
Hat die EMMA jemals über Frauen berichtet, die in späteren Jahren ihre Abtreibung bereut haben. Ich vermute, auch da gäbe es einiges Schmerzliche zu erzählen. So wie Oriana Fallaci in "Briefe an ein nie geborenes Kind". 

RMH

29. Mai 2026 19:27

@Rheinländer, danke für den Hinweis, wie man an meinem letzten Beitrag erkennt, ist bei mir der Groschen gefallen. Sehe an der NS- Recherche-Möglichkeit prinzipiell nichts Problemat., aber wenn man aus ner popeligen Parteimitgl. was besonderes macht, dann hat man das Thema nie ernsthaft versucht zu begreifen. Das braucht man in diesem Debattenkreis nicht vertiefen. Ich pers. habe keine direkten Verwandten, die Parteimitglied waren & bei dem einen NSDAP- Mitgl. aus der angeh. Verw. war es offen bekannt. Er war Finanzbeamter (& war in der Ausbildung dazu während des Krieges) & hat bei seiner Beerdigung in den 2010er Jahren dann einen Kranz vom Staat bekommen, für treue Dienste (vermutlich müssen wir die Kosten dafür jetzt erstatten). Bei diesem einen habe ich die  Recherche-Möglichkeit ausprobiert, herausgekommen war 1 Treffer in der Datenbank & bei Aufrufen des Treffers ein leeres, gescanntes, weißes unbeschriebenes Blatt. Das kommt dabei heraus, wenn keiner schaut, ob ein Scan gelungen ist oder nicht.

Mitleser2

29. Mai 2026 20:40

@Rheinländer, RMH: Ich hasse "Erinnerungskultur" und Schuldkult. Erklärt 90% der gegenwärtigen deutschen Neurosen. Der Rest ist "Klima".

Laurenz

29. Mai 2026 20:57

@Sandstein ... traurige Geschichte ... Männer ohne eigene Familie ab den 40iger Jahren gefährlich. ... Ihre Vorurteile sind Fehlurteile. Kennen Sie Märchen von bösen Einsiedlern? Eben, nur vom bösen Weibsvolk im Wald. Ich mag Frauen, aber sie gehen einen auf den Senkel, wenn der eigene Tetsosteronspiegel sinkt & die Frage hochkommt, warum soll ich mir das antun? In den USA verzichten immer mehr Männer auf Frauen, weil 2-3 Generation an Frauen völlig kaputt sind, und?
Wer sich alleine fühlt, macht bei vielen Erlebnisvereinen mit. Es gibt als Junggeselle Tage an denen man sich alleine fühlt, wie es Tage gibt, an denen man die Freiheit auch nicht für Mio. verkauft.

Majestyk

29. Mai 2026 20:59

@ Mitleser2:
"Ist zwar in diesem Faden off-topic, aber wer als Neurechter die Ukraine verteidigt, dem ist nicht zu helfen."
Kann sein, mir persönlich ist die Ukraine wie so vieles ziemlich schnuppe. Wer aber als angeblich patriotischer, geschichtsbewußter Deutscher sein Herz an Rußland hängt, in diesem den Verteidiger westlicher Kultur und Freiheit sieht, dem hilft kein Arzt mehr. Man öffne nur mal den Link von Volksdeutscher. Patriotische Deutsche sollten lieber mal fordern, daß das Schandmal der Unterwerfung an der Straße des 17. Juni verschwindet. 
@ Rheinländer:
"Ich existiere nur deshalb, weil vor langer Zeit ein Mädchen trotz allem nicht aufgab und über Felder von Leichen immer weiter nach Westen ging, und weil ein junger Mann, der sich in Sibirien zum Sterben bereits in den Schnee gelegt hatte, doch noch einmal aufstand. Kinder sind die einzige mit verbliebene Möglichkeit, Danke zu sagen."
Wow, was für ein Kommentar. Das wäre ein Satz um einen großen historischen (vielleicht biografischen?) Roman einzuleiten. Für mich ein Satz zum Nachdenken  und jetzt schon einer der Kommentare des Jahres. 

Majestyk

29. Mai 2026 21:04

Interessant, daß ausgerechnet die feministisch/ links angehauchten Gemeindemitglieder sich über die Kinderlosigkeit des Erblassers echauffieren. Komplett daneben der Kommentar des Linken. Bin ja oft über Kreuz mit EK, kann man aber nicht einmal einfach wertschätzen, wenn jemand versucht einen Menschen zu würdigen und darauf hinweist, daß mit einem Menschen dessen ganze innere Welt stirbt?
@ Sandstein:
Gut apportiert. Fehlt noch der obligatorische Hinweis auf toxische Männlichkeit. Deutschland hat sich 16 Jahre eine kinderlose Kanzlerin geleistet, die sich für die Zukunft deutscher Jugend nicht den kleinsten Pups interessierte. So schädlich können 1. Mio ominöser Incels zusammen nicht sein. 
_____________
Auch witzig, jahrzehntelang zerstört Links die Existenzgrundlage für Rechts und frißt sich am Volk satt und frotzelt dann, weil Rechts angeblich zu wenig zum Erhalt des Volkes schnackelt. 

Majestyk

29. Mai 2026 21:12

@ Jan:
Die berechtigten Argumente können Sie sich sparen. Nur Frauen können Kinder gebären. An fehlender männlicher Fortpflanzungslust kann der Geburtenrückgang kaum liegen. Aber haben Sie jemals in ihrem Leben erlebt, daß eine Frau keinen Grund findet, warum nicht Männer an allem schuld sind?

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.