RESUM26 – Warum war Portugal so wichtig?

von Maximilian Märkl -- Es gibt Momente, in denen ich mir wünschen würde, daß unser Lager seine Erfolge so klar sehen würde wie unsere Gegner. Für sie ist es selbstverständlich, daß von Veranstaltungen wie dem „Remigration Summit“ eine enorme Gefahr für die bestehenden Machtverhältnisse ausgeht.

Fol­gen­der­ma­ßen beschrieb die Zeit­schrift „neu­es deutsch­land“ den letzt­jäh­ri­gen RESUM in Mailand:

Auf der Büh­ne zeig­te sich der Embryo einer künf­ti­gen poli­ti­schen Füh­rungs­klas­se auf Welt­ebe­ne: jung, rhe­to­risch geschickt und geprägt von einer ideo­lo­gi­schen Basis, die am Schlüs­sel­wort die­ser Bewe­gung ver­an­kert ist – Remigration.

So ist es, und auch das Aus­maß an Repres­si­on läßt erah­nen, wie viel Respekt das Estab­lish­ment vor die­ser Ent­wick­lung hat. Zum zwei­ten Mal in Fol­ge gibt man sich der Lächer­lich­keit preis, indem man ver­such­te, wich­ti­gen Teil­neh­mern die Aus­rei­se aus der Bun­des­re­pu­blik zu versagen.

Es sind offen­sicht­lich ver­zwei­fel­te Schlä­ge, wenn man bedenkt, wie unsanft und plump die Repres­si­on daher­kommt. Frü­her reich­ten noch ein­fa­che Lügen und ein­sei­ti­ge Bericht­erstat­tung aus, um uns gesell­schaft­lich zu iso­lie­ren. Mitt­ler­wei­le hat man so viel Auto­ri­tät ein­ge­büßt, daß man es gar nicht mehr ver­sucht, den Durch­schnitts­bür­ger von der gro­ßen Erzäh­lung „gegen Rechts“ zu überzeugen.

Als die Bun­des­po­li­zei mich am Gate einer „rou­ti­ne­mä­ßi­gen Paß­kon­trol­le“ unter­zie­hen woll­te, war mir bereits klar, was fol­gen wür­de. In der Zel­le am Flug­ha­fen hat­te ich lan­ge Zeit, über die nächs­ten Schrit­te nach­zu­den­ken. Ehr­lich gesagt habe ich durch­aus erwo­gen, ein­mal eine Pau­se ein­zu­le­gen. Ein ruhi­ges Wochen­en­de am Schreib­tisch oder im Gar­ten anstatt wie­der mit den Zustän­den in die­sem Land zu rin­gen, erschien mir sehr ver­füh­re­risch, ja sogar vernünftig.

Als ich im Ver­lauf des Tages dann aller­dings sah, wie Hun­dert­tau­sen­de Men­schen auf die Neu­ig­kei­ten reagier­ten, wur­de mir klar: Vie­le erken­nen das Unrecht, aber es braucht jeman­den, der sich traut, sich den ange­droh­ten Kon­se­quen­zen auszusetzen.

Also nahm ich die zwei­und­zwan­zig­stün­di­ge Auto­fahrt auf mich und konn­te auf der Rei­se förm­lich spü­ren, wie gut es sich anfühlt, in unse­ren Zei­ten ein­mal etwas aus Prin­zip zu tun. Nicht, weil es vor­ge­schrie­ben oder ver­nünf­tig ist, son­dern weil es rich­tig ist.

In all der Zeit wur­de mir von so vie­len Sei­ten Unter­stüt­zung zuge­spro­chen, daß ich sehr opti­mis­tisch in die Zukunft schaue. Egal, wel­che Stra­fe das Sys­tem für den Besuch einer fried­li­chen Kon­fe­renz vor­sieht: Ich bin mir sicher, daß ich sie mit der Hil­fe unse­res Lagers ertra­gen werde.

War­um löst der Remi­gra­ti­on Sum­mit eine sol­che Ner­vo­si­tät bei unse­ren Geg­nern aus?

  • Wir haben einer­seits ein klar umris­se­nes Ziel, das in der Bevöl­ke­rung auf Zustim­mung stößt. Euro­pa soll die Hei­mat der Euro­pä­er bleiben.
  • Ande­rer­seits haben wir auch eine Leit­stra­te­gie, die eine Viel­zahl von Akteu­ren als Kom­pass aner­kennt. Zuerst soll die kul­tu­rel­le Hege­mo­nie erobert wer­den, dann auf die­ser Basis die Par­la­men­te. (Im gesell­schaft­li­chen Main­stream der BRD ist das undenk­bar. Schon lan­ge kann man kein „Wir“ mehr defi­nie­ren, auf das sich alle eini­gen kön­nen, geschwei­ge denn ein Ziel, auf das die­se Gemein­schaft zusteu­ern soll.)
  • Uns fällt es nicht schwer, uns als Euro­pä­er zu erken­nen und zusam­men dem abwärts rol­len­den Rad in die Spei­chen zu grei­fen. Der Remi­gra­ti­on Sum­mit ist für uns eine ent­schei­den­de Grund­la­ge. Vor 600 Gäs­ten in stil­vol­lem Ambi­en­te tref­fen sich Akteu­re, die gemein­sam das Fun­da­ment einer Gegen­eli­te bil­den kön­nen: Akti­vis­ten, Influen­cer, alter­na­ti­ve Medi­en und rang­ho­he Poli­ti­ker. Die­se Kom­bi­na­ti­on ist das Treib­haus für jeden wei­te­ren Schritt, den wir gehen wol­len und müssen.

Dank der auf­ge­bau­ten Gegen­öf­fent­lich­keit schwin­det täg­lich der Anteil derer, die nicht ver­stan­den haben, daß der Bevöl­ke­rungs­aus­tausch die Kri­se unse­rer Zeit ist und Remi­gra­ti­on der ein­zi­ge Ausweg.

Die Regie­rung kann sich nur noch durch enor­me Aus­ga­ben ihr Heer an Zufrie­de­nen leis­ten. Beam­te, Pen­sio­nis­ten und Sys­tem­ge­winn­ler hal­ten ihr noch die Treue. Die­se Min­der­heit, die sich den Staat zur Beu­te gemacht hat, erklärt ihr Sys­tem zu „Unse­rer Demo­kra­tie“ und ver­bar­ri­ka­diert sich hin­ter einer Brand­mau­er. Doch wäh­rend sich auf ihrer Sei­te der Brand­mau­er mie­se Stim­mung breit macht, voll­zieht sich auf unse­rer Sei­te der ent­schei­den­de Schritt – der Schul­ter­schluß zwi­schen Par­la­men­ta­ri­ern und Akti­vis­ten, Par­tei­stra­te­gen und Vordenkern.

Nir­gend­wo wird das so klar, wie auf dem Remi­gra­ti­on Sum­mit. Zusam­men dis­ku­tiert man auf der Büh­ne, läßt sich foto­gra­fie­ren und schmie­det beim Abend­essen gemein­sa­me Plä­ne. Die Bemü­hun­gen, durch Dif­fa­mie­rung einen Keil in unser Lager zu trei­ben, dür­fen als geschei­tert betrach­tet werden.

Auf der Ver­an­stal­tung erklär­ten nicht nur Akti­vis­ten und Influen­cer, wie ihnen die­ser Kul­tur­wan­del gelun­gen ist, es wur­den vor allem auch zwei neue Pro­jek­te vorgestellt.

Bis­her ziel­ten die Bemü­hun­gen vor allem dar­auf ab, den Begriff der Remi­gra­ti­on zu popu­la­ri­sie­ren. Jetzt soll mit dem “Save Euro­pe Act“ und dem „Insti­tut für Remi­gra­ti­on“ abs­trak­te meta­po­li­ti­sche Macht kon­kret spür­bar werden.

  • Mit einer Mil­li­on Unter­schrif­ten wird die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on in eine Debat­te gezwun­gen, die sie nur ver­lie­ren kann.
  • Das neue Insti­tut von Mar­tin Sell­ner wird in der Lage sein, die Ent­schei­dun­gen von Poli­ti­kern je nach Bedarf zu beloh­nen oder zu bestra­fen und Unter­stüt­zung zu bie­ten bei der Imple­men­tie­rung von Maß­nah­men zur Remigration.

All die­se Ent­wick­lun­gen wur­den in einem gebüh­ren­den Rah­men prä­sen­tiert. Die Bil­der, die das zwan­zig Mann star­ke Medi­en­team ein­ge­fan­gen hat, spre­chen für sich.

Die Tat­sa­che, daß eine Ver­an­stal­tung die­ser Grö­ßen­ord­nung mit ent­spre­chend pro­fes­sio­nel­ler Optik ohne nen­nens­wer­tes Bud­get orga­ni­siert wer­den konn­te, sagt viel über die Kraft aus, die in unse­rer Bewe­gung steckt.

Abschlie­ßend bleibt mir nur zu hof­fen, daß die­ser Bericht eine Begeis­te­rung beim Leser ent­facht hat, die der Beun­ru­hi­gung unse­rer Geg­ner in nichts nachsteht.

Die Vor­be­rei­tun­gen für den Remi­gra­ti­on Sum­mit 2027 lau­fen bereits auf Hoch­tou­ren. Ich ver­spre­che, daß die Iden­ti­tä­re Bewe­gung wei­ter Kurs hal­ten wird und bin gespannt, was sich unse­re Geg­ner als Nächs­tes aus­den­ken wer­den. Mit unse­rem krea­ti­ven Wider­stand dür­fen sie dabei aber schon jetzt rechnen.

– –

Maxi­mi­li­an Märkl ist Lei­ter der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung Deutsch­land (IBD). Er ist Medi­zi­ner. Für die Druck­aus­ga­be der Sezes­si­on debü­tier­te er im The­men­heft „Ich” mit Tex­ten über Dopa­min und ande­re Stof­fe – hier ent­lang.

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Kommentare (56)

Beta Jas

8. Juni 2026 22:05

Interessanter Beitrag! Ich hoffe, dass vielen Rechten in Deutschland bewusst ist, wenn vom EU-Austritt die Rede ist oder eine D-Mark-Romantik der 90er-Jahre gelebt wird – dass die AfD dafür 30 Jahre zu spät kommt. Es ist zu spät!
Bei dem Thema wird zwar eine Politik der destruktiven Migration auch mit europäischen Menschen aus den Ländern Europas gemacht und dieser Kontinent selbst durcheinandergewürfelt; das ist aber nichts im Vergleich zu dem, was im Windschatten gemacht wird – mit dem aktiven Bestreben, Menschen aus Afrika und Arabien aktiv wie passiv reinzulassen.

Volksdeutscher

9. Juni 2026 01:21

@Beta Jas - Nichts ist zu spät, niemals! Anstatt hier Defätismus und Resignation zu verbreiten, reißen Sie sich zusammen und bereichern Sie die erreichten Erfolge durch teilnehmende Worte nebst Verbesserungsvorschläge. Das braucht man, das ist angesagt!

Laurenz

9. Juni 2026 03:08

@Beta Jas ... Ich treffe Ihre Haltung auch in meinem engen Freundeskreis. Kann damit nichts anfangen. Aufgeben passiert dann automatisch, wenn keiner von uns mehr da ist. Aber bis dahin, einfach machen. Besuchen Sie ein Indianer-Reservat in Nordamerika. Das ist Ihre Perspektive.

Majestyk

9. Juni 2026 05:38

@Beta Jas:
Die EU ist das Werkzeug, die Migration ein Symptom. Sie werden die Symptome nicht los, wenn Sie das Werkzeug nicht bekämpfen. Warum EU, UNO und Konsorten in Stein gemeißelt sein sollen, erschließt sich mir nicht so ganz. Bekanntlich hat außer der Wurst alles ein Ende. 
 

Maiordomus

9. Juni 2026 08:03

Diese Sache kommt mir, wie oben beschrieben allzu gemütlich und clubmässig vor, und bei aller Wichtigkeit des Anliegens, reduktionistisch auf eine These, eben Remigration, wo man vielleicht sogar das Kind mit dem Bade ausschütten kann wegen denen, denen man umständlich erklären muss, dass sie allfällig "nicht gemeint" seien, wiewohl ich zum Beispiel in Sachen afrikanische und indische Priester und Ordensschwestern bei uns der Meinung bin, dass zumal die Priester nun mal wegen der Pfründe hier sind und etwa als Pfarrer in der Schweiz einen Lohn haben wie in ihren Ländern vielleicht ein Minister. Aber von dem abgesehen, halte ich nicht zuletzt etwa die Klima-Ideologie oder das ausgerechnet "grüne" Menschenrecht auf Abtreibung hauptsächlich "unserer Kinder" für eine Art dekadent, siehe auch die Sprachverderbnis, dass ich auf jeden Fall eine absolute Massen-Remigration, die vermutlich nicht ganz "so gemeint" ist, auf jeden Fall ablehne und bei der Opposition gegen den Zeitgeist die innere geistige Vergiftung, die Idologie des Westlichen Selbstmords, seit 1966, als ich das Buch von Burnham las, als das Hauptproblem betrachte, bei dem die Überfremdung, gar "Islamisierung" nur eine Nebenfolge davon ist. Auch gibt es leider bei den deutschen Rechten, das sieht man auch hier, nach wie vor noch eine Menge Wirrköpfe.    

fw87

9. Juni 2026 10:13

Die Bedrohung durch Kulturmarxismus einerseits und Ersetzungsmigration andererseites birgt sicher die große Chance eine neue europäische Solidarität zu entwickeln. Ich meine hier im besonderen eine ethnische Solidarität. Dem Anspruch nach soll ja der Begriff "Ethnie" nicht einfach das vornehme Wort fürt "Rasse" sein, sondern zeigen, dass biologische und kulturelle Faktoren für den Menschen in einem Zusammenspiel stehen. Genau auf diesen beiden Ebenen sind die europäischen Vöker gleichermaßen bedroht. Wichtig also zusammen zu stehen und sich nicht durch falschen Nationalismus gegenseitg zu blockieren.
Man sagt, dass das Teuflische meist die Nachäffung von etwas Gutem ist. Bei der EU ist das sicher der Fall. Das geeinte Europa ist eine schöne Idee, die aber in das völlige Gegenteil pervertiert wurde. "Einheit in Vielfalt" ist das Motto der EU. Wenn man die Realität betrachtet, kann man darüber natürlich nur lachen. Durch EU-Zentralismus wird die gewachsene Vielfalt der europäischen Völker bis zur Unkenntlichkeit nivelliert.
Für Europa als rechtes Projekt stellt sich natürlich die Frage, wie man nationale Souveränität und europäische Einigung unter einen Hut bringt. Gerade als Deutsche müssen wir jedoch auf Souveränität pochen. Wir sind jahrzehntelang in Europa untergebuttert worden. Auch in einem Europa von rechts darf es auf diese ungesunde Art nicht weitergehen. Nicht um deutsche Vorherrschaft geht es, sondern um die Gleichberechtigung Deutschlands innerhalb der europäischen Nationen.

Andreas J

9. Juni 2026 10:31

Nervös macht die Gegner wohl auch, dass eine gesamteuropäische Remigrationsbewegung sich spezifisch deutschen Markierungsversuchen („braun“, „Nazi“) erfolgreich entzieht. Fotos vom Gipfel mit sympathischen, südländisch aussehenden Männern in Anzügen widerlegen mühelos diese gegnerischen Narrative. Die Begriffe Gipfel und Europa werden pausenlos vom linksmedialen Establishment positiv aufgeladen. Nun sieht man sich der Tatsache gegenüber, einen positiven Imagetransfer nicht stoppen zu können. Zudem bildet das Netz die Dynamik der europäischen Remigrationsbewegung wirkungsvoll ab, was wieder die These bestätigt, dass Linke die großen Verlierer der Digitalisierung sind. 
 

Monika

9. Juni 2026 11:40

Danke , Maiordomus, Sie sprechen es aus, wenn auch etwas vorsichtig. Club oder Edelsekte ?, das ist hier die Frage. Seller sieht den Begriff "Remigration" als Schlüsselbegriff des 21. Jhds. , als "Vision der Rechten, wie damals für die Linken Kommunismus ". Nun, der Schlüssel ist leider nicht passgenau. Meint "Remigration" einen ideengeschichtlichen Begriff, eine politische Maßnahme, eine soziologische oder kulturelle Beschreibung oder schlussendlich nur ein ideologisches Konzept, welches per se kein Allheilmittel ist und deshalb der Kritik unterliegen muß. Auch und gerade der Selbstkritik, weil die Sache, um die es geht, viel zu wichtig ist. Die überhöhte Selbsteinschätzung und Selbstinszenierung der eigenen Bedeutung ( irgendwer bezeichnete Herrn Sellner gar als "godfather der Remigration ")  berührt peinlich. Die vor allem strategisch und ideologische Ausrichtung zur Erlangung der politischen Macht greift m.E. zu kurz oder gar daneben. Für das Leben bedeutsamer ist eher die lebendig-persönliche Erfahrung, nicht die theoretisch-sachliche Problematik, in die die Erfahrung natürlich eingehen muss. Sonst wartet man bis zum Ende auf den größtmöglichen "ethnischen Schock ", der vielleicht niemals eintritt. 🤔

dojon86

9. Juni 2026 12:35

@Laurenz Ich fürchte, das Indianerreservat ist die günstige Perspektive. Fragen sie einen Kopten. Der kann ihnen manches erzählen. @Maiordomus Sie haben natürlich recht. Die Ideologie des westlichen Selbstmordes wie sie das nennen (ich nenne es Liberalismus) ist die Grunderkrankung alles andere folgt daraus. Was afrikanische und indische Priester anbelangt, sie sind mir jedenfalls lieber als unsere bärtigen Mitbürger und deren Priesterschaft. Freilich, wenn eine Kultur ihre angestammte Religion nur mehr durch Import der Zeremonienleiter aufrecht erhalten kann, ist's sowieso Mathäi am Letzten. Trotzdem, zu kämpfen lohnt immer.

Martha

9. Juni 2026 13:09

Die Zurückeroberung Europas hat das Potential zu einem neuen sinnstiftenden Mythos für ganz Europa zu werden, mögen hier auch einige Tastaturhelden anderer Ansicht sein und in ihren bequemen Sesseln sich in den üblichen Bedenken verlieren. 

Guilelmia

9. Juni 2026 13:46

Wie kam der Europäer als homo sapiens zum aufrechten Gang? Herr Märkl, schauen Sie sich die Reise der Menschheit an – sie beginnt in Afrika... Insofern Sie das ignorieren, sind Sie für mich nicht satisfaktionsfähig.
 

Ekstroem

9. Juni 2026 14:23

@Volksdeutscher, Zustimmung. Gleich zu Beginn schreibt der Autor des guten Artikels über "das klare Sehen der Erfolge". Es ist enorm wichtig, sich darauf zu fokussieren. Was wir anschauen, bekommt unsere Energie und wird gestärkt. 

Maiordomus

9. Juni 2026 14:25

Damit man mich, siehe oben, bei meinen leider ellenlangen Sätzen nicht falsch versteht: Ich bin nicht gegen Remigration, bei Kriminellen allenfalls bedingungslos. Nur muss dieses berechtigte Anliegen des Rechtsstaates nun mal mit Fingerspitzengefühl angegangen werden. Vor allem muss der Eindruck, selbst wenn das von den vernünftig Engagierten gar nicht behauptet wird, einer allgemeinen Drohung gegen Migranten unbedingt vermieden werden, neigen doch die politischen Gegner zur Panikmache. Dies wird gegenwärtig zur Bodigung der Schweizer 10 Millionen-sind-genug- Initiative massiv praktiziert, Angstmaccherei an die Alten betr. Spitalpflege und angeblich schlechterer Sicherheit wegen Schengen usw. Es sieht leider für nächsten Sonntag schlecht aus, wegen der systematischen Entmutigung der potentiellen Ja-Stimmer. Unter diesen befinden sich bereits zwar erfreulich viele Migranten, vor allem solche, die noch für ihre Integration kämpfen mussten und immer gearbeitet haben. Zur Angstmacherei gehört auch Panikmache an Migranten, sie würden, wenn sie für die Initiative stimmten , ausgeschafft und dergleichen. Jedenfalls so politisieren, dass man die Panikmache nicht noch fördert. Das gelingt Weidel nicht schlecht. Wohl weniger dem "Club Portugal".

dojon86

9. Juni 2026 14:54

@Martha Mag sein wie sie es sagen. Ich hoffe es. Sicher, wenn das gelänge, dann wäre es ein sinnstiftender Mythos. Spanien war einst bis zum Ebro, also zu 80 % ein Teil der Ummah. Es bezog seine Kraft zur weltausgreifenden Expansion aus dem Mythos der Reconquista.

Gracchus

9. Juni 2026 15:54

@Maiordomus: Ihr Unbehagen, sich derart auf "Remigration" zu fokussieren, teile ich (bekanntlich). Remigration ist notwendig, gewiss, aber ob diese darüber hinaus jugendlichen Schwung und Begeisterung auszulösen vermag? Ich denke aber: Lassen. Wenigstens tun die ja was; vielleicht ist "Remigration" nur das Aushängeschild, wohinter sich etwas Größeres verbirgt. 
Und ob Burnham der richtige Gewährsmann ist? Woher kommen denn des Westens suizidale Neigungen, falls man diese Metapher akzeptiert? Aus dem Camus'schen Absurden? - bekanntlich beginnt ja die Abhandlung vom Sisyphos mit der Frage nach dem Selbstmord.  

Mitleser2

9. Juni 2026 18:07

@Monika: Natürlich meint Remigration eine politische Maßnahme. Dass die Mehrheiten braucht, die (noch) nicht vorhanden sind, ist was anderes.
@Guilelmia: Worauf wollen Sie hinaus? Dass der homo sapiens über viele Zwischenstufen aus Afrika kam, hat doch mit den heutigen Zuständen nichts mehr zu tun. Im Gegenteil, es gibt kaum afrikanische Gesellschaften, die heute irgendein Vorbild sein könnten. Das ganze auf die Ebene von "satisfaktionsfähig" zu heben, ist ziemlich schräg. 

Monika

9. Juni 2026 18:33

Nach einem erneuten "ethnischen Schock", dem bestialischen Messerangriff auf einen Iren in Belfast durch einen Sudanesen , die Details möge man sich ersparen, sind die Gemüter erhitzt und es stellt sich die Frage, wie lange die Politik noch tatenlos zusieht. "Man ringt mit diesen Zuständen in Deutschland und Europa" , trotzdem Herr Märkl, sollte man eine "Pause einlegen können und auch mal ein ruhiges Wochenende im Garten verbringen ". OK, in jungen Jahren wäre ich auch so verrückt gewesen, 22 Stunden nach Portugal zu fahren. Nichtsdestotrotz, die jungen Leute wollen die Welt retten, die Linken anders als die Rechten, beide mit Idealismus und Aktivismus. Das ist anzuerkennen. Trotzdem sollte man es auch schaffen, eine Distanz zu dieser heillosen Welt herzustellen und zu leben. Sie haben wohl kirchlich geheiratet ( Glückwunsch) . Ich hoffe, daß Sie diesen inneren Abstand immer wieder finden können und auch auf die hoffnungsvollen Lebensinhalte schauen können. Sie müssen nicht die Welt retten, denn sie ist für den Gläubigen schon gerettet. Und jeder kann an seinem Platz seine ihm zugedachte Aufgabe erfüllen. Ruhig und besonnen.

Beta Jas

9. Juni 2026 19:21

Ich predige keinen Defätismus, sondern Realismus in Anbetracht dessen, dass wir im Jahr 2026 leben und damit 36 Jahre nach der Wiedervereinigung von Restdeutschland. Da hätte eine Partei von der Qualität der AfD auftauchen müssen; stattdessen kamen die NPD, die Republikaner und andere Splittergruppen, die sich im ehemaligen Gebiet der DDR auszubreiten versuchten. Woran das scheiterte, kann man in alten Dokumentationen sehen. Stichworte: Küssel und Kühnen sowie Alkohol.
Remigration? Ich unterscheide zwischen Europäern und dem Rest der Welt. Ich unterscheide zwischen dem, was einst an nationalstaatlicher Souveränität und Stärke alter Zeiten da war, und heute, wo es eine EU braucht – gleichgültig, wie sehr die heutigen politischen Akteure in Brüssel eine Zumutung sind – gegenüber der übrigen Welt in Form von Asien und Afrika und deren Demografien. Wenn man sich wehrt und eine Remigration pauschalisierend gegen alle betreibt, auch gegen Europäer, legt man sich selbst Steine in den Weg. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt, dass Europäer auch angegangen werden, denn Linksextremisten, die sich den Staat zur Beute gemacht haben, verteilen Staatsbürgerschaften vom Fließband – vor allem auch an Menschen von anderen Kontinenten. Ein fait accompli soll vermeintlich herbeigeführt werden. Dagegen muss man sich zur Wehr setzen.

Laurenz

9. Juni 2026 19:38

@Dojon86 @L. ... Sie schreiben nichts, um mein Argument zu entkräften. Ja, Sie provozieren sogar eine stärkeren Handlungsbedarf, als den @MS/MM (oder meine Wenigkeit) hier in den Raum stellt. Und realpolitisch mal ganz davon abgesehen, den größten zukünftigen Migranten-Blocker stellt/stellen nicht die Rechte/die Konservativen dar, sondern die an der Macht befindlichen Kultur-Marxisten, die den Westen selbst verusacht in den ökonomischen Niedergang/Untergang führen.

FraAimerich

9. Juni 2026 20:24

Will den Chor der Skeptiker nicht unnötig erweitern. Es sind ohnehin immer dieselben, die auf die Problematik der Remigrationspropaganda verweisen.
Was den von @Maiordomus erwähnten Burnham angeht, weiß ich nicht recht, was von diesem zu lernen sein sollte. "Suicide of the West" scheint mir unterm Strich etwas oberflächlich, auch ist die Zeit über vieles hinweg gegangen.
Zu erkennen, daß nicht zuletzt sie selbst wesentlich zur Schwächung des Lebenswillens sowie zur Stärkung des Feindes beigetragen haben, sind Konservative oft nicht in der Lage. Sie erkennen mit Leichtigkeit stets nur "linke" Ursachen. Aber woraus hätten zum Beispiel die vielgescholtenen 68er und die verderblichen Sumpfblüten der Hippie-Bewegung ihre politisch-kulturelle Kraft ziehen sollen ohne die verheerende Wirkung des Vietnamkriegs? 

Laurenz

9. Juni 2026 22:49

@Gracchus, Maiordomus & FraAimerich ... also jetzt haben schon 3 Kommentatoren "Burnham" & sein Buch "Suicide of the West" aus 1964 erwähnt, von Maiordomus ausgehend. Habe stumpf die KI gefragt. Im Wesentlichen gibt Burnham dem Liberalismus die Schuld am Selbstmord des Westens (Sage ich ja auch in etwa, ohne Burnham gelesen zu haben). Für mich sind entscheidende Punkte in der Aussage der KI ... "Das liberale Schuldgefühl: Westliche Eliten neigen dazu, die Schuld für weltweite Probleme (wie Armut oder historische Ungerechtigkeiten) bei sich selbst zu suchen. Dieses moralische Schuldgefühl führt dazu, dass der Westen gelähmt ist & eigene, legitime Machtinteressen nicht mehr verteidigt." ... "Falscher Rationalismus: Liberale glauben laut Burnham fälschlicherweise, daß sich alle globalen Konflikte durch Bildung, Verhandlungen & Kompromisse lösen lassen. Dabei ignorieren sie die harte Realität von Machtpolitik & unvereinbaren Ideologien." ... Fazit: "Der Westen stirbt laut Burnham nicht, weil er schwach ist, sondern weil er durch seine eigenen liberalen Denkmuster den Glauben an den Wert und die Verteidigung der eigenen Zivilisation verloren hat." ... Die KI sieht das irgendwie anders, als Maiordomus. Die Redaktion frage ich, woher stammt dieser Liberalismus im Wertekontext.

Christa

9. Juni 2026 22:49

Vor einiger Zeit war ich auf einer Veranstaltung, die sich mit DDR-Biographien auseinandersetzte. Ich unterhielt mich mit einem Mann und erzählte stolz, dass ich  Ostfriesin  bin. Daraufhin hob er sein Kinn an und sagte: Ich bin Europäer. Nun kann ich mir unter einem Ostfriesen so ziemlich konkretes vorstellen, unter einen Europäer recht wenig. 
Zweites Beispiel: Heute in den Nachrichten. In Hamburg haben sich im letzten Jahr die Vornamen Emma und Mohammed durchgesetzt. Ich glaube, das ist ein Novum. 
Alles, was auf das Deutsch-sein verweist, wird weitestgehend vermieden und durch Islamisierung ersetzt. Es wird Zeit, dass aus Emma und Mohammed wieder Emma und Maximilian werden.
 

Maiordomus

10. Juni 2026 07:35

@Fra Aimerich. Danke, dass Sie um Burnham wissen, einen kommunistischen Renegaten, klugen Theoretiker des Managertums und der Managerkrankheit, vgl. Tod des Handlungsreisenden von Monroe-Gatte Arthur Miller: ein Stück Zivilisationskritik. Sie haben insofern recht, als für diesen Renegaten, vgl. auch William S. Schlamm, der sogar Atomkrieg zu riskieren bereit war, gilt: Mit dem Feindbild "Lieber tot als rot" hat man übertrieben. Der Sowjetkommunismus wie auch der intern zwar oft massenmörderische Kommunismus Maos waren als damalige Weltbedrohung vielfach Papiertiger, so wie es jenseits des Kommunismus lächerlich bleibt, für die Rechtfertigung der Selbstverteidigung z.B. der Schweiz Putin als Hauptgefahr hinzustellen. Aber Burnhams Buch systematisiert eine Liste von ca. 200 Dogmen des US-Liberalism, die sich unterdessen u.a. in der BRD durchgesetzt zu haben scheinen, bis hin zur Antirassismus-Ideologie zu Lasten der Weissen und all jenen Dogmen gegen wirkliche und angebliche Diskriminierung, wie sie die Linken u. Grünen heute vorbeten. Dies, nicht der krude Antikommunismus, bleibt die Charakterisierung der westl. Selbstmord-Ideologie. Als methodische Leistung für rechte und konservative Analyse sicher bedeutender als Sellners Gramscismus.     

dojon86

10. Juni 2026 08:55

@Laurenz Sie haben natürlich recht. In den Medien, in der Kultur und in der Werbung ist am deutlichsten zu sehen, dass die Kulturmarxisten, die offene Grenzen und totale Durchmischung massiv fördern, völlig dominieren. Diese Kulturmarxisten sind aber im Kern Verbündete und nützliche Idioten des mächtigsten Zweigs der Liberalen, nämlich den Neocons. Den Kern ihrer linken Lehren nämlich die materialistische Analyse (simpel formuliert, cui bono)  und den Klassenkampf haben diese Kultur- und Psychoanalysemarxisten längst in die Tonne getreten. Und was wollen die liberalen Neocons. 1. Totale weltweite US Dominanz, 2. totale weltweite Herrschaft der Konzerne. Um das zu erreichen, müssen kulturelle und nationale Unterschiede völlig eingeebnet und durch eine vulgarisierte Form der angelsächsischen Populärkultur ersetzt werden. Und genau hier setzen die "Kulturmarxisten" an. Hören sie mal grüne Redner an. Jedes sechste Wort in ihren Ergüssen ist Legasthenikerenglisch (cit. Akif Pirinci) Oder nehmen wir den Zerfall des Ostblocks. Alle Ausstellungen moderner Kunst (zu jener gibt es einen großartigen Podcast des Schattenmachers) in Osteuropa wurden nach 1989 zuvorderst von diversen "privaten" Unterstützern aus dem Westen bezahlt. Klingelts da nicht ? Ich habe dazu ja eine private These. Wenn ein Staat demnächst zum globalen Westen überläuft, nimmt als erstes die Zahl der Psychoanalytiker zu.

Laurenz

10. Juni 2026 11:15

@Dojon86 @L. ... für die jüngere Vergangenheit der letzten 30 Jahre, im weiteren Sinne 60 Jahre, stimme ich Ihnen zu, ähnlich wie Sich @Maiordomus auf Burnham aus 1964 ja nicht umsonst bezieht. Und Burnham publizierte auch nicht von gestern auf heute. Klaus Schwab hatte bis vor kurzem noch den leninistisch-marxistischen Anspruch der Besitzlosigkeit an uns klar formuliert. Allerdings hakt das System gewaltig & bleibt auf den mittlerweile recht einsamen Westen (nicht mal 1 Mrd. Erdenbürger) beschränkt, was den Westen in den ökonomischen Niedergang & damit in die Bedeutungslosigkeit führt. Das passiert sukzessive im Grunde schon seit dem gescheiterten Korea-Krieg 1953. Es war nur noch nicht in unserer Wahrnehmung so deutlich angekommen & wurde erst durch den Ukraine-Krieg allzu deutlich. Denn, dieses bolschewistische Schwab-Prinzip basiert rein auf der Militärmacht der USA. Die ist mittlerweile aber arg überschaubar. Ostasien & der globale Süden distanzieren sich immer mehr vom Westen, emanzipieren sich. Insofern hat ein Paradigmen-Wechsel längst stattgefunden. Jeder von Verstand ist sicher der Überzeugung, daß Antifanten-Lars von der AfD geschmiert wird, wenn er äußert, Migranten machen uns reicher. Um es mit Kinski zu sagen, "so blöd kann keiner sein".

SMHJanssen

10. Juni 2026 12:12

@Christa: Ich habe dieses Identitätsproblem nicht: ich bin mit Leib und Europäer, zugleich aber auch bekennender Rheinländer mit ostfriesischen Wurzeln. Europa ist für mich Heimat, das Rheinland und Ostfriesland konkrete Bezugspunkte und Deutschland der Staat in dem ich lebe, dem ich über die gemeinsamen Erfahrungen, historischen Ereignisse und nicht zuletzt seine Verfassung verbunden bin. Deutschland ist im positiven wie im negativen Teil meines Seins das mich geprägt hat, aber meine Bezugspunkte liegen stärker im europäischen und regionalen Kontext. Meine Freunde in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Luxembourg stehen mir persönlich und intellektuell näher als manch Deutscher. Und in Europa - jeweils versinnbildlicht durch konkrete Orte - fühle ich mich zu Hause - ebenso wie in Ostfriesland oder Bonn. Ich denke jeder von uns hat diese diversen Identitäten. Orte, Regionen, von denen er/sie weiß: hier gehöre ich hin, hier ist "Heimat" unabhängig von Herkunft und Kultur. Die europäische, nationale und regionale Identität ergänzen und bereichern sich und ich bin der EU jeden Tag dankbar das es gibt. Auch gerade wegen der Vielschichtigkeit von Identitäten, gerade in Grenzregionen und ihrer oft leidvollen Geschichte, halte ich die Wiedereinführung von Grenzkontrollen für fatal. Sie zerstört die wachsende Idee einer Identität jenseits nationaler Staatsangehörigkeit und damit eine Kernidee europäischer Integration.
Herzlichst,
Siebo M. H. Janssen

Laurenz

10. Juni 2026 13:36

@SMHJanssen @Christa ... Sie beschreiben eben nur die apolitische Sicht vieler Bürger. Regierungen sind aber nicht apolitisch & vertreten, bis auf uns, mehr oder weniger, die nationalen Interessen ihres Staates, was einfacher fällt, wenn Bürger ein nationales Bewußtsein in sich tragen. Das geht schon beim MIlitär los. Wer kämpft schon für Europa? Sie nicht & ich auch nicht.

Majestyk

10. Juni 2026 14:15

@ Beta Jas:
Was kann eine EU, was eine EFTA oder eine EWG nicht könnten? Sie sind demnach dafür, daß in Brüsseler Hinterzimmern politische Entscheidungen getroffen werden, die national umgesetzt werden müssen? Wo schon allein dies dazu führt, daß der nationale Souverän seiner Entscheidungsgewalt beraubt wird?
@ FraAimerich:
Dass Sie sich nicht gegen 68er positionieren verwundert genauso wenig wie Ihre einseitige Betrachtung des Vietnamkrieges. Dass dieser auch nach innenpolitisch erzwungenem Abzug der Amerikaner weiterging bis zur Eroberung Südvietnams und nachfolgend über 1 Mio. Menschen in Umerziehungslagern verfrachtet wurden und 1,5 Mio. Menschen aus dem Land flohen, wen interessiert das schon? Da war Amerika ja nicht der Täter. Interessiert ja auch keinen, daß jener angebliche Antikriegsprotest marxistisch unterwandert war und zum Teil durch Moskau oder Ostberlin gesteuert. Eine Unterwanderung, die bis heute nachwirkt, weswegen einstmalige Linksextremisten heute das politische und kulturelle Establishment dominieren und die Zerstörung von Existenzgrundlagen genauso verantworten wie die Massenzuwanderung oder den Kampf gegen nationale Identitäten.
@ SMHJanssen:
"ich bin der EU jeden Tag dankbar das es gibt"
Logisch. Als bekennender Sozialist stören Sie sich ja nicht an Umverteilung und Bevormundung durch die EU. Kommt ja nicht von ungefähr, daß Sie sich im Kampf gegen Rechts engagieren und die allseits beliebten Omas unterstützen. 

Christa

10. Juni 2026 17:04

@SMH Janssen: Wir alle haben eine Identität. Es verhält sich jedoch so, dass einige Menschen ihre Identität verleugnen, weil ... na ja. Wir beide gehören wohl nicht dazu. Ich denke, dass die jeweiligen Zugehörigkeiten unterschiedliche Ebenen betrifft. Primär bin ich Ostfriesin mit Wahlheimat in Hamburg und dann Deutsche und - ja, auch Europäerin. Je kleiner die Region ist, desto größer ist die Schnittmenge sein, mit der ich mich identifizieren kann. Dass die EU ein Segen ist, kann ich nicht so empfinden. Europa dagegen schon! Dieser Kontinent hat eine wunderbare Geschichte, großartige Denker und Landschaften, Künste etc. hervorgebracht. Die Europäische Union ist (und hierbei denke ich an Carl Schmitt) fulminant damit beschäftigt, unser schönes Erbe zu zerstören. Zudem ist es eine "Verwaltungsbehörde" und keine legitim gewählte politische Institution. Die Sitzeverzeilung der EU Abgeordneten entspricht nicht dem Verhältnis der jeweiligen Bevölkerung. Die EU, wie sie noch als Wirtschaftsgemeinschaft war, da hätte ich keine Probleme mit. 
 

Christa

10. Juni 2026 22:00

@Laurenz: "Wer kämpft schon für Europa?" Deutsche Männer, die noch die Wehrpflicht machen mussten, haben sich zumindest einige als Reservisten gemeldet. Es muss darum gehen, SEIN eigenes Land zu verteidigen, wenn es notwendig ist. Ich habe mich als Soldatin beworben, da es scheinbar nicht genug junge Männer geben wird, die das tun wollen. Diese Diskussion um die NATO nützt nichts. Es bräuchte in diesem Land zunächst eine regierungsfähige Gestalt, die nicht vor jedem einknickt. Der Rauswurf aus den UN ist doch selbstredend, so stehen wir vor den anderen da: schwach. Wir sind in einem unsouveränem Zustand. Dafür eine feministische Grüne, die die UN moderiert. 

Gracchus

10. Juni 2026 22:21

@Fra Aimerich, Maiordomus: Wäre es denn so schlimm, wenn sich der "Westen" suizidierte? Vielleicht hat der "Westen" Suizid versucht, konnte aber gerettet werden und sitzt nun in der Psychiatrie. Was ist überhaupt der "Westen"? Mehr als ein seltsam abstraktes Konzept?

FraAimerich

10. Juni 2026 22:35

@Majestyk  -  Daß Sie meine Beiträge gern gegen den Strich lesen, ist bekannt. Aber Ihre ständigen Projektionen beginnen zu langweilen. Oben ging es nicht um meine "Positionierung" dem Geist jener Zeit gegenüber, sondern wo dieser herwehte und was Konservative dazu beigetragen haben. Daß Sie dies offenbar nicht mal im Rückblick erkennen/wahrhaben wollen, entspricht freilich den einseitigen, kurzsichtigen und in der Tat oft genug extremen Positionen, die Sie hier gern zum besten geben, wenn es etwa um Israel oder den Iran geht. Milde unterhaltsam immerhin, daß Ihnen die USA abwechselnd mal "zu links", mal zu wenig hart und entschlossen agieren.

SMHJanssen

10. Juni 2026 22:59

@Majestyk: Klar, ich bin ein "böser" Sozialist und deshalb für die EU...so ganz geht die Rechnung aber nicht auf: die Melenchons, Chevremonts, Varoufakis, Wagenknechts und andere sogenannte Linke sind EU-skeptisch bis -feindlich. Ich bin Sozialdemokrat - nicht durchweg am linken Rand, sondern abhängig von den Fragen: kulturell progressiv, pro-EU und für einen europäischen Föderalstaat, sozialpolitisch eher links, fiskalisch moderat: die kleinen und mittleren Einkommen müssen steuerlich deutlich entlastet werden, bei den "Reichen" würde ich steuerlich unterscheiden, zwischen Gewinnen die wertschöpfend eingesetzt werden - geringere Steuerlast und Gewinnen die lediglich der Vermögensmehrung dienen - höhere Steuern. Ansonsten soll jeder machen was er will, so lange er die verfassungsmäßige Ordnung anerkennt. Ich habe tatsächlich keine große Lust den Leuten ihr persönliches Leben vorzuschreiben - Freiheit soll jeder/jede - im verfassungsrechtlichen Rahmen - so leben wie er mag. Übrigens schützt gerade die EU die Freiheit von Minderheiten - siehe Ungarn und Polen. Ich bekomme hier im Forum häufig das Gefühl das viele Foristen für sich Rechte einfordern, die sie anderen nicht bereit sind zuzugestehen. Freiheit wird dann häufig mit der Pflicht zur Zustimmung durch Andere verwechselt. Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und Meinungsfreiheit, bedeuten nun gerade nicht die Pflicht zur Zustimmung.
Herzlichst,
Siebo M. H. Janssen

SMHJanssen

10. Juni 2026 23:48

@Christa: ich bin bei Ihnen, mit Ausnahme der Einschätzung der EU. Ohne die EU werden die europäischen Staaten in den nächsten Jahren im geopolitischen Spiel zwischen Autokratien und Diktaturen a la Russland, China und einem aufstrebenden, radikal-nationalistischen Indien auf der einen Seite und einer taumelnden, zunehmend egomanischen USA auf der anderen Seite zerrieben. Die Wahl zwischen Putin, Trump, Xi und Modi (oder wie immer ihre Brüder im Geiste als Nachfolger heissen) möchte ich nicht treffen müssen - gerade weil es mir um die Grundwerte der europäischen Zivilisation geht: liberale Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, die offene Gesellschaft...
Ostfriesland ist ein wunderschöner Flecken Deutschlands😃👍

Maiordomus

11. Juni 2026 04:51

Debatte Burnham, wo @L gemerkt hat, dass an dem was "dran" war. Nicht geschaltet wurde, dass ich @Ls Orientierung nach KI kritisierte, u. vermerkte, schon vor Höckes Geburt referiert zu haben, was er sinngemäss im Interview mit Köppel betr. US-Ideologien kritisiert. Dass damals Jugendgruppen (an Uni wurden qualifizierte Studenten-Zirkel daraus) Theorie-Arbeit auf Niveau Schnellroda betrieben hätten. Das klang überheblich, war aber Anerkennung. Über mich steht in CH-Rechtsextremismus-Lexikon, ich hätte Vorträge gehalten "über die komplizierteste Ideologie , den Linksliberalismus", was Burnhams Analyse war. Wir pflegten Kaltenbrunner-Leserkreis, diskutierten mit Rechtsintellektuellen wie Schwarzenbach, engagierten Kuehnelt-Leddihn, Ernst Kux über den jungen Marx, Molnar, den Sartre-Kritiker, den ganz rechten Franzosen Louis Rougier usw.. Mein Jugendfreund Rhonheimer, heute kath. Hayekianer, schrieb 1972 in Criticon überragenden Aufsatz über traditionale,  transzendententale, pragmatische Legitimation, das höchste je erreichte Niveau jener SiN-Vorgängerzeitschrift. Es wurde damals mit hohem Risiko gegen die 68er aufgerüstet! Theorie-Arbeit u.a. der Lübbe-Schüler. 

Maiordomus

11. Juni 2026 05:30

Schluss-Bemerkung noch zum Thema "Portugal": Der von dieser Nation seit dem 15. Jahrhundert praktizierte Kolonialismus sowie die Ära Salazar, ferner das konservative Erbe Brasiliens, war um 1968 ein gewaltiges und natürlich umstrittenes Thema. Dabei erschienen im "Rheinischen Merkur" regelmässig Artikel, welche die Verhältnisse in Angola und Mozambique wenigstens in Sachen Rassismus positiv gegen Südafrika abgrenzten. Selber engagierte ich mich in der Debatte um den Staudamm Cabora Bassa, in den Schweizer Firmen involviert waren, was mir zwar politisch schadete, aber in der Sache richtig war. Eher übereifrig agierte ich in der Art von Sellner beim Protest gegen das antiportugiesische Agitationsstück von Peter Weiss "Gesang v. lusitanischen Popanz", gegen das ich 1969  ein "Antiprogramm" verfasste, mit vertretbaren Argumenten, aber das Unterbrechen der Erst-Aufführung zur Erzwingung einer Debatte schadete mir nachhaltig und katapultierte mich auf eine Extremistenliste u. polizeilicher Registrierung bis hin zu einer späteren wirklich grundlosen Haussuchung. Deshalb warnte ich hier Sellner u. Co. schon vor Jahren, dass Rechte im Vergleich zu Linken mit Provokationen sich lebenslänglich nur schaden würden und leider Klischees bestätigen.    

Laurenz

11. Juni 2026 10:53

@Christa @L. ... Die von Ihnen beschriebene Geschichte Europas mag kulturell ein Erfolg gewesen sein. Staatspolitisch besehen, war sie eine Katastrophe. Natürlich gab es immer einen streitsüchtigen Föderalismus. Das erkennt man bestens daran, daß der meist Deutsche Adel Europas nie völkisch identitäre Empfindungen besaß & informelle linke Herrschaftsmodelle lebte. Die Habsburger & Bourbonen waren im Grunde Globalisten. In der Betrachtung von Macht unterscheidet sich die heutige herrschende Linke 0 vom woken Feudalismus.

Maiordomus

11. Juni 2026 12:54

@Gracchus. Ich halte Sie für einen gebildeten Teilnehmer dieser Debatte. Aber der Westen, das sind nun mal zum Beispiel die Abwehrkriege gegen den Islam in Spanien, bei Poitiers mit Karl Martell, die Kreuzzüge, der Vertrag von Tordesillas. Dies war die wahre Geburt des amerikanischen Kontinentes, Ausgeburt unseres Westens, sonst müssten Sie den Namen Amerika preisgeben, gemeint nämlich "Land des Emmerich". Bei diesem Vertrag wird das staatsmännische Format des übel beleumdeten Borja-Papstes unterschätzt. Zum Westen gehört die lateinische und griechische Lireratur nicht nur in Gutenbergs Mainz, zumal in Venedig bei Aldus Manutius  und weiteren hundert Verlagen, mit denen verglichen in der Buchproduktion das ästhetische Niveau heute kaum Schritt hält. Auch hebräische u.cyrilische Schrift samt Grammatiken dieser Sprachen wurde dort druckreif. Grammatikalisch denken heisst westlich denken, fragen Sie Roland Barthes. Bei allem Respekt vor Voltaire und Kant war es Erasmus, der trotz seines Namens als Symbol europ. Bildung an den Hochschulen fast nirgends mehr im Original gelesen wird,- Dabei bleiben seine "Adagia" die wohl bedeutendste Aphorismensammlung der Menschheitsgeschichte. In Venedig geschrieben bei Aldus Manutius, einem der quasi Neu-Erfinder der massgeblichen Typologien des Buchdrucks, u.a. mit Hilfe seines technisch hochversierten Schwiegervaters.  

SMHJanssen

11. Juni 2026 15:45

@Laurenz: ich bin nun nicht besonders wehrtauglich mit 56, aber wenn ich jünger wäre, könnte ich mir, wenn überhaupt, einen Dienst für die EU und ihre Werte vorstellen - zugleich würde ich damit ja auch Deutschland verteidigen. Ich bin überzeugt davon das wir mittelfristig eine europäische Armee (incl. GB und Kanada) brauchen um in den geopolitischen Veränderungen standhalten zu können.
Herzlichst,
Siebo M. H. Janssen

Gracchus

11. Juni 2026 15:58

@Maiordomus: Sie setzen Abendland = Westen. Ich: Westen = Abendland minus Christentum. Eine Kontinuität von Karl Martell bis heute zu behaupten (ohne z. B. die Brüche, wie sie js auch der Begriff "Neuzeit" anzeigt zu berücksichtigen) - erscheint mir nicht sachgerecht. Wann kam der Begriff "Westen" denn auf? Gemeint ist damit doch das Bündnis liberaler Demokratien nach WK2 samt der Werte. Diese Demokratien definieren sich doch durch einen bewussten Bruch mit der abendländischen Tradition. 

Laurenz

11. Juni 2026 19:12

@SMHJanssen @L. ... Die Finnen haben vom Kampfwert aus betrachtet, die beste Armee Europas. Das hat rein mit der Finnischen Identität zu tun, die aus Konflikten mit Russen, Sowjets & Schweden entstand. Es gibt auch mehr freiwillige Finnische Frauen, als der Finnische Generalstab ausbilden kann oder will. Man kann sich die Frauen mit dem höchsten Kampfwert aussuchen. Aber Finnland kann sich keine Verluste außerhalb Finnlands in einem Europäischen Krieg leisten. Das geht mehr als halb Europa so. Niemand fällt für den Klimawandel & wie Höcke sagt, fallen aktuell Ukrainer & Russen für die Interessen Blackrocks in der Ukraine. Am 22. April 1676 verloren die Kasköppe den größten Niederländer aller Zeiten, Michiel de Ruyter, in der Seeschlacht bei Augusta gegen die Franzosen (Duquesne), weil sich die Spanier im Zentrum der Koalitionsflotte nicht einsetzten & die Vorhut unter de Ruyter alleine ließen, so daß die Franzosen ihr Zentrum auch auf die Vorhut der Koalitionäre massieren konnten. Die Spanischen Habsburger ließen die Kaasköppe bluten. Das ist die schöne & typische Geschichte Europas, welche @Christa beschreibt. Ein weiteres Synomym ist Carl von Clausewitz, der Preußen gegen den Europäer Bonaparte drehte.

Majestyk

11. Juni 2026 19:32

@ SMH Janssen:
"Übrigens schützt gerade die EU die Freiheit von Minderheiten"
Dann besteht für mich ja Hoffnung. Als Deutscher mit prodeutscher Einstellung und antifeministischen sowie antisozialistischen und antiautoritären Überzeugungen gehöre ich ja langsam auf die Liste der bedrohten Arten.
Im Übrigen ist man entweder für die EU oder Deutschland. Die EU schreddert europäische, okzidentale Kultur. Kirchen oder Moscheen für beides ist kein Platz. Die EU ist zudem Sargnagel der Nationalstaaten und zutiefst antidemokratisch, halt eher sowas wie eine Räterepublik.
"Ich bekomme hier im Forum häufig das Gefühl das viele Foristen für sich Rechte einfordern, die sie anderen nicht bereit sind zuzugestehen."
Andersherum wird ein Schuh daraus. Ich unterstütze keine Organisationen, die dem politischen Gegner den Mund verbieten wollen. Der Punkt ist ja noch nicht einmal der, daß ich zu den politischen Verlierern gehöre. Ich als Teil des Souveräns wurde nie befragt, wenn in Hinterzimmern der Komplettumbau des Staates beschlossen wurde. Es ist zwar nicht meine Demokratie, aber wenigstens den Schein hätte man wahren können. 
Zustimmung benötige ich keineswegs, ich schließe mich selten mal einer Mehrheit an. Sie bekommen nur keine Zustimmung von mir. Erst recht nicht beim Thema EU, die für all das stet, was ich innerlich zutiefst ablehne.

FraAimerich

11. Juni 2026 20:54

Da schon von meinem Namensvetter die Rede war: Die Entdeckung und Ausbeutung Amerikas ist allerdings der - auch schon von Friedrich Hielscher hervorgehobene und erläuterte - Umschlagpunkt, an dem das Versinken der Seele(n) Europas im Stoffwahn des Westens beginnt.
Die massenhaften Gold- und Silberimporte aus den amerikanischen Kolonien erzwangen den Übergang zu modernen Markt- und Geldstrukturen. Die Geldfrage wurde im Sinne des Frühkapitalismus entschieden. Großkaufleute und Bankhäuser mußten in die Staatsgeschäfte eingebunden werden und gewannen an Einfluß und Reichtum.
Insofern ist "der Westen" keineswegs nur ein "abstraktes Konzept", sondern eine verdammt konkrete, grobstoffliche Angelegenheit - und sehr ansteckend dazu. Die ausschließliche Orientierung an Kapital und "Verwertbarem" ist etwas, was die Seelen der Europäer tötet, ihren Überlebenswillen schwächt - und gerade in denen, die diesen Zusammenhang ahnen/erspüren, Lähmungen erzeugt, die weit über das hinausgehen könnten, was man sich gern mit historischen "Schuldkomplexen" zu erklären sucht.

Laurenz

12. Juni 2026 08:33

@FraAimerich ... Entdeckung & Ausbeutung Amerikas ist allerdings der Umschlagpunkt, an dem das Versinken der Seele Europas im Stoffwahn des Westens beginnt. ... Da muß man Ihnen fundamental widersprechen. Solange Sie das nicht präzisieren, verkaufen Sie uns eine Scheißhausparole. Wir Weißen mögen zwar im eiszeitlichen Isolat entstanden sein, aber einen globalen Welthandel gab es schon immer. Wenn sich auch die Segelschiffahrt erst entwickeln mußte, blieben die Landwege bis 1835 immer gleich, zu Fuß, Ochsenkarren, Esel, Pferd. Bis vor 6k Jahren waren die Ozeanpegel auch noch 120 Meter niedriger als heute, die Landmasse (- ewiges Eis) größer, was Seefahrt erleichterte. Die Schlacht im Tollense-Tal um 1250-1300 vor 0., zeigt eine Infrastruktur (120 m langer Damm), die man sich vor dem Fund nicht hätte vorstellen können. Vermutlich überfielen Einheimische eine fremde Handelskarawane an einem verkehrstechnischen Nadelöhr. Ab diesem Zeitpunkt setzte eine Keltisierung in Höhenburgen ein. Kosmische Katastrophen (Vukanausbrüche) militarisierten Europa & setzten Völkerwanderungen frei, was zum bronzezeitlichen Kollaps im mediterranen Raum führte. Hier gibt es keine faktischen Unterschiede zur Kolonialisierung der Amerikas. Ihre Gold- und Silberimporte führten nur zu einer zeitweisen Inflation. Ihre These ist nicht haltbar. Die Einführung des Geldes & der Schrift sind entscheidende Momente. Ein Buch ist analoge KI.

Umlautkombinat

12. Juni 2026 08:58

@Laurenz
Mein Grossvater - der dort im Krieg war - sagte immer: Der finnische Mann ist nicht viel wert, die Frauen allerdings schon, und das hatte keine sexuelle Konnotation. Ob das nun anekdotisch ist oder ob 85 Jahre die Relationen verschoben haben, keine Ahnung. 

Gracchus

12. Juni 2026 12:51

@FraAimerich: "Abstrakte Konzepte" können natürlich materielle Konsequenzen haben. Der "Westen" wird landläufig als Wertegemeinschaft verstanden, dies meinte ich mit abstrakt. Ihre Auffassung, dass diesen Westen ein Seelen tötender "Stoffwahn" kennzeichnet, das dürfte klar sein, teile ich - zu diesem "Stoffwahn" bildet ein seltsam abstrakter Intellektualismus das Pendant, quasi der Rationalismus eines Süchtigen. 

Maiordomus

12. Juni 2026 14:29

Gracchus: Sobald einer "Morgenland" sagt, definiert er sich als "Westler". Die westliche Hauptstadt Europas ist Köln, wo ich unlängst über Albertus Magnus referierte und wo Thomas von Aquin lehrte, auch Meister Eckhart, bei dem fast  allein man den Unterschied zwischen westlicher, d.h. abendländischer Mystik in Abgrenzung zum Buddhismus, Taoismus, Tibet und der Schule von Kyoto lernen kann. Köln ist das Heiligtum der Heiligen 3 Weisen aus dem Morgenland, dort studierten fast gleichzeitig Petrus Canisius, der Schöpfer des katholischen Katechismus, und Heinrich Bullinger, der zentrale Vermittler des Welt-Protestantismus, ausserdem fand dort der Reuchlin-Streit statt, die Dunkelmännerbriefe, die exemplarische Auseinandersetzung um den Antisemitismus. Für Paracelsus war das von ihm beschimpfte Köln die bedeutendste deutsche Universität, und via die hl Ursula ging von hier aus der deutsch-britische Kontakt zur Zeit des Hl. Röm. Reiches Deutscher Nation wesentlich aus. Köln ist eine Erklärung für Adenauers West-Orientierung, und via Köln war es mir möglich. Böll schätzen zu lernen wegen seiner Abrechnung mit der CDU in "Frauen vor Flusslandschaft". Auch Marco Polo war "Westler".   

Maiordomus

12. Juni 2026 15:10

PS. @Gracchus. Eines meiner ersten "Lehrbücher" für das zivilistorische Verständnis des Westlichen in Abgrenzung zum ebenfalls kultivierten Östlichen war das China-Buch "Der blaurote Methusalem" von Karl May, gelesen im Alter von 11 Jahren. Mit 18 Jahren bedeuteten Goethes "Noten und Abhandlungen zum West-östlichen Divan" samt den Gedichten einen wesentlichen Durchbruch. Sehr lehrreich bleibt der wegen Überheblichkeit gescheiterte Versuch der Christianisierung Chinas durch die Jesuiten, vgl ersten  Bischof von Macao 1576, diese Art Verwestlichung schaffte dann erst der zwar maoisierte und später dengisierte Marxismus in Form von Sozialismus und Kapitalismus. Im Vergleich zu Gegenüberstellung Eckhart/Tauler gegen asiatische Mystik, vgl dazu das hier mal zitierte Standardwerk von Shizuteru Ueda (Kyoto), bringt für ein anfängerhaftes Verständnis Karl May mehr. Wiewohl man seit Max Weber weiss, dass eine säkularisierte Theologie für das Verständnis des "Westens" wohl am meisten bringt. Ehrlich gesagt waren für mich die allererste Begegnung mit dem "Nicht-Westen" die Heiligen Drei Könige bei Sternsinger-Umzügen. Das faszinierte mich ab 4 Jahren, als ich das erste Mal das Wort "Morgenland" hörte. "Abendland" erst ca. 8 Jahre später, falls nicht schon bei der Karl-May-Lektüre aufgeschnappt oder bei Erika Fuchs' Comic-Übersetzungen aus Jean Pauls Schwarzenbach an der Sahle, dem DDR-Entenhausen.     

Laurenz

12. Juni 2026 16:46

@Umlautkombinat @L. ... Ihr Großvater erlebte aus Seiner Sicht, völlig i.O. Die Finnen entsprechen uns aber nicht. Müssen sie auch nicht. Aber, es war für die Finnen immer hart, sich gegen die mächtigen Nachbarn zu erwehren. Gegen die Rote Armee schafften sie es recht erfolgreich mit wenigen Leuten & nur Männern. Die Finnen haben auch eine relativ coole Musikszene, sind also kulturell keine Trottel. Die Sprache ist, wie Ungarisch, halt wenig kompatibel. Aber, das bietet auch einen gewissen Schutz.

Laurenz

12. Juni 2026 22:43

@Maiordomus @Gracchus ... Auch ich hatte bis ins Alter von 11-12 Jahren die meisten Karl-May-Werke gelesen. May richtete Sich aber nicht an Sie, sondern als Arme-Leute-Autor an mich. Mays verkaufte 200 Mio. Schriften waren nicht gerade das, was die Intelligenz las. May scheiterte aber grandios in Seiner Vision vom gebildeten Christenmenschen, der die Musels in der ökumenischen Debatte missioniert. Aus Ihrer Sicht eines akademischen Bildungsbürgertums, mag Köln eminent gewesen sein. Das zeigt aber nur Ihre gewaltige persönliche Distanz zur Politik oder Ökonomie. Aus dieser Sicht war & ist Köln die reinste Provinz, von Leuten, die 1x im Jahr die Sau raus lassen durften/dürfen & es noch nicht mal selbst schafften, den eigenen Dom fertig zu stellen. Bei Marco Polo mögen Sie noch Recht haben. Aber seit dem Heidnischen Putsch des Lorenzo di Medici war die Kirche völlig versaut, trotz aller konter-revolutionären (gescheiterten) Versuche, Lorenzo (den Prächtigen) geistig & systemisch wieder zu eliminieren. Die Büchse der Katholischen Pandora war geöffnet. Die Protestanten waren das Gegenteil von Protestanten. Sie ordneten sich der fürstlich weltlichen Herrschaft völlig unter. In den Kirchen & Kathedralen des Nordens wurden keine Heiligen mehr präsentiert, sondern die weltlichen Kaufmannsfamilien, welche den Kirchenbau finanziert hatten. Da hätte ja mal ein Pastorchen Beschwerde einlegen können. Protestanten sind Stiefellecker der Macht & seit Adolf Hitler genauso die Katholische Kirche.

FraAimerich

12. Juni 2026 23:00

@Laurenz  -  Habe als jugendlicher "Fan" ordnerweise Kopien nationalrevolutionärer Periodica der 20er zusammengesammelt. Hielscher war dabei einer der für mich interessantesten Autoren. So geriet ich an Peter Bahn, einen frühen intellektuellen Vertreter der Neuen Rechten, dessen Kreis keineswegs in Bedürfnisanstalten zusammenfand.
Wenn Sie sich Hielschers Argumentation über KI nicht erschließen können, greifen Sie bitte zu den "analogen" Primärquellen. Sie müßten zuvor freilich zugestehen, daß "Kapitalismus" eben nicht nur Geldwirtschaft und (internationale) "Handelsbeziehungen" bedeutet.
Falls Ihnen das zu "exzentrisch" ist, sparen Sie sich die Mühe. Zetern Sie lieber in gewohnter Weise über die frühsozialistisch-zentralistischen Eingriffe der Reichsstände ins Münzwesen, dann erkennt der ein oder andere vielleicht doch noch die "erzbolschewistischen" Zusammenhänge...
 

Laurenz

13. Juni 2026 00:23

@FraAimerich @L. ... Sie wissen haargenau, daß ich Ihnen nicht persönlich ans Zeug flicken will. Die Neue Rechte, deren prominentester Vertreter JD Vance sein wird, kritisiert nicht Privateigentum, Märkte, soweit vorhanden, Reisefreiheiheit oder Kapitalisten/Unternehmer per se. Was die Neue Rechte verweigert, ist der Ständestaat, die politische Macht der Kapitalisten, im Fokus steht die Familie, was einen gewaltigen Paradigmenwechsel erfordert, nur Mut. Wenn ich das I. & II. Reich als linksextrem woke bezeichne, basiert das nicht auf einem ideologischen Vergleich, sondern am realpolitischen Resultat (zB unser letzter Kaiser & Kumpels in ihren schwulen Uniformen auf Dauer-CSD bei Sonnenschein, also Kaiserwetter), welches durchaus mehr Sinn ergibt, als Machwerke von Philosophen, wie Marx, abstrakt zu debattieren. Wenn Sie da mehr Details wünschen, melden Sie Sich. Aber ich denke, ich habe mich politisch verständlich geäußert. Einen gebe ich Ihnen mit. Keynesianische Notenbankpolitik ist extrem sozialistisch. Sie erleichtert den Vermögens- & Einkommenstransfer von unten nach oben ungemein, im Gegensatz zu Schacht oder Vocke, den anti-inflationären Beschützern des Lohns der Werktätigen. Ich erachte es für unsereins als günstiger in der Realität zu diskutieren, auch wenn Sie, Aimerich, in der Tradition der SiN stehen, ich nur sehr bedingt.

Gracchus

13. Juni 2026 11:47

@Maiordomus: Ich kenne Köln und Meister Eckhart, pardon, wie meine "Westen"tasche. Köln ist hässlich und verkommt immer mehr. Womöglich ist Ihnen das bei Ihrem Kurzbesuch nicht so ins Auge gesprungen. Wenn Sie bspw. durch die Ehre-/Breite-/Hohestrasse, flanieren, können Sie den "Westen" in nuce besichtigen, das heißt flanieren ist nicht drin, weil Sie sofort weg wollen. Ich habe Ihnen gesagt, wie ich "Westen" verstehe. Erst im 20. Jhd. wurde in dem Sinne von "Westen" gesprochen. Titel wie "Der lange Weg nach Westen" zeigen, dass das keine Idiosynkrasie von mir ist. Da mögen alte Semantiken wie Ost-/Westliche (-Rom) und Morgen-/Abendland mitschwingen, um Vertrautes zu suggerieren - es ist aber etwas Anderes. 

Gracchus

13. Juni 2026 11:54

Im Übrigen hat der Erzbischof von Köln Eckhart doch mit einem Inquisitionsverfahten überzogen.
Eckhart ist die zentrale Figur im christlichen-buddhistischen Dialog. Die Schrift von Ueda habe ich mir - u. a. auf Ihren Hinweis - zugelegt und durchgelesen. Ihr ehemaliger Landsmann Alois M. Haas hat auch zu dem Verhältnis Eckhart - Zen geschrieben. Die Gemeinssmkeiten sind doch frappant und faszinierend. Wenn hierbei die Unterschiede nicht verschwiegen werden sollten. So stellt man sich jedenfalls einen ehrlichen ökumenischen Dialog vor! 

FraAimerich

13. Juni 2026 20:59

Gracchus: "Da mögen alte Semantiken wie Ost-/Westliche (-Rom) und Morgen-/Abendland mitschwingen, um Vertrautes zu suggerieren - es ist aber etwas Anderes"
 
So ist es. Fast könnte man sagen, der Westen ist das gerade Gegenteil der alten "Mitte" - und war nach Hielscher auch von Anfang an gegen das Seelentum des Reichs gerichtet. Gilt heute noch für den sog. Wertewesten, galt leider auch für den infamerweise sogar unter der Maske des Reichs auftretenden realexistierenden NS. 
Wir haben es hier mit zwei nur scheinbar gegensätzlichen Varianten einer katechontischen, Substanzverlust in Fortschritt umdeutenden Modernisierung zu tun - ganz im Sinne des Hinweises, den @Karl heute (13:50) im Lichtmesz-Strang gegeben hat.
Für mich ist damit das Wesentliche gesagt.

Maiordomus

13. Juni 2026 21:20

Ich war in Köln am Ort der Beisetzung von Albertus Magnus und bei einem Antiquar namens Elmar, eher Sammler, dessen Mysterien unübertrefflich sind. Natürlich lese ich Quellen, und über den Erzbischof, der gegen Eckhart ermittelte, habe ich wegen seiner direkten Beziehungen zu den beiden mutmasslichen Widmungsempfängerinnen von Echharts Liber Benedictus, Buch der göttlichen Tröstung mehr gearbeitet als irgendjemand, den ich kenne. glaube aber leider nicht, den Abschluss dieser Arbeit noch erleben zu können, hoffe es aber. Gut, hat Sie das Buch von Ueda, in dessen Art es nur ganz wenige Studien gibt, angesprochen. Dass Köln so ist, wie ich es schilderte, siehe den ganzen Hintergrund der Dunkelmännerbriefe, auch den Zusammenhang der hiesigen Dominikaner mit dem schrecklichsten internen Prozess dieser Ordensgeschichte, der mit der Verbrennung von vier zum Teil hohen Ordensangehörigen in Bern endete, keineswegs eine Geschichte ohne Abgründe, das ist nun mal, wie festgestellt wurde, der "Westen". Noch am meisten bedeutet mir rein spirituell nebst Albertus die Begine Christina von Stommeln einschliesslich der Geschichte ihres geistlichen Begleiters, einem schwedischen Dominikaner. Sie ist als eine Art Relief an einer Aussenwand des Doms eindrücklich "porträtiert".