Drohnen, Helsing, Todeszone

Helsing: Der Mann, der als Technischer Leiter (CTO) bei der Firma Helsing in München arbeitet, wirkt wie ein Grüner, der in Sachen Windrad, Niedrigenergie oder Veggie nichts dem Zufall überläßt: Öko-Kapitalismus, knallhart innovativ, weich angepinselt – der Dutt und der Norwegerpulli sind verharmlosende, optische Einbettung des »Auftrags«.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Aber Hel­sing stellt kei­ne Wär­me­pum­pen her, son­dern KI-gesteu­er­te Kampf­droh­nen namens XR‑2, und Dr. Robert Fink spricht nicht von der Ener­gie­wen­de, son­dern davon, daß bemann­te Kampf­jets gegen die unbe­mann­ten, die er zu ent­wi­ckeln und zu bau­en begon­nen hat, kei­ner­lei Chan­ce mehr haben wer­den: Sei­ne wer­den zehn­mal güns­ti­ger, stets wach, nie lau­nisch, nie ner­vös und nie defä­tis­tisch sein. Sie wer­den mehr Infor­ma­tio­nen in kür­ze­rer Zeit ver­ar­bei­ten kön­nen als jemals der Mensch, und sie wer­den des­halb zu Manö­vern in der Lage sein, mit denen nur Tom Crui­se auf der Lein­wand noch mit­hal­ten kann.

Vor allem aber wird, wenn der CA‑1, den Hel­sing baut, vom Him­mel geholt wer­den soll­te, kein Mensch dabei ster­ben, son­dern nur ein Hau­fen Ver­bund­stoff samt Infor­ma­ti­ons­tech­nik kaputt­ge­hen. Das ist das­sel­be Argu­ment, das auch im Ukrai­ne­krieg ver­fan­gen soll, wenn man über die gebur­ten­schwa­chen Par­tei­en spricht: Wenn aus dün­nen Jahr­gän­gen 350 000 Män­ner ver­lo­ren­ge­hen (auf jeder Sei­te so vie­le), wird es wohl Zeit, auf tech­ni­schen Ersatz zu bauen.

Pod­cast: Was ist so fas­zi­nie­rend an der Hal­tung, der Spra­che und dem gan­zen Habi­tus Robert Finks, die man gründ­lich stu­die­ren kann, wäh­rend er in einem Pod­cast dem Mit­grün­der der Online Mar­ke­ting Rock­stars (OMR), Phil­ipp Wes­ter­mey­er, andert­halb Stun­den lang Rede und Ant­wort steht?

Fink ist am Vor­trieb der tech­ni­schen Kon­trol­le und Durch­leuch­tung des Men­schen betei­ligt, und das Berg­bau-Wort »Vor­trieb« meint: Er ist wirk­lich »vor Ort« (wie­der Berg­bau!), also an der Spit­ze. Das war er schon als Pro­gram­mie­rer und Ent­wick­ler bei Palantir.

Die­ses 2003 im 9/11-Schock von Peter Thiel und ande­ren gegrün­de­te Unter­neh­men bemän­tel­te von vorn­her­ein sei­ne Exper­ti­se der Daten­zu­sam­men­füh­rung mit dem Argu­ment, man wer­de ähn­li­che Ter­ror­an­schlä­ge in Zukunft zu ver­hin­dern wis­sen. Man müs­se nur Zugriff auf mög­lichst vie­le Daten erhal­ten, dann sei über Ver­knüp­fun­gen und Aus­wer­tun­gen kom­ple­xer Pro­fi­le ein Pro­fil­ing, eine Vor­her­sa­ge möglich.

Robert Fink erzählt im Pod­cast von der unfaß­ba­ren Dich­te an Exper­ten, die Palan­tir ver­sam­meln konn­te, und er gibt sei­ner Über­zeu­gung Aus­druck, daß jene Pro­gram­me, die er maß­geb­lich zu ent­wi­ckeln half, den Demo­kra­tien west­li­chen Zuschnitts das ter­ror­freie und nicht­ma­ni­pu­la­ti­ve Abhal­ten von Wah­len ermög­licht hätten.

Die­ses Selbst­bild, die­ser vor­geb­lich defen­si­ve Auf­trag ist auch das ers­te, das einem ins Auge springt, wenn man die Inter­net-Prä­senz der Rüs­tungs­fir­ma Hel­sing auf­ruft. »Zum Schutz unse­rer Demo­kra­tien« steht in Groß­buch­sta­ben über Video­clips von auf­stei­gen­den Droh­nen, absur­ren­den Auf­klä­rungs­tor­pe­dos und dem Pro­to­typ jenes Kampf­jets, von dem oben schon die Rede war.

Der mora­li­sche Kompaß der Fir­ma wird in Leit­li­ni­en fest­ge­hal­ten, das Binnen‑I signa­li­siert mehr als Wor­te, und man hat ein Ana­ly­se-Tool ent­wi­ckelt, mit dem man poten­ti­el­le Kun­den (also immer und aus­schließ­lich Staa­ten) einem Demo­kra­tie­check unter­wirft. (Man liegt nicht falsch, wenn man die­ses Ver­fah­ren abkürzt und »NATO und ein biß­chen dar­über hin­aus« annimmt. Und die Geschich­te lehrt, daß Leit­sät­ze dehn­bar sind, wenn der Absatz­markt sich öff­nen läßt.)

Robert Fink ist nicht so dumm, das, was er tut, im Sti­le eines unge­schick­ten Mar­ke­ting-Schü­lers vor allem als idea­lis­tisch zu bezeich­nen. Auf der Inter­net­sei­te sei­ner Fir­ma heißt es zwar:

Der Schutz frei­er, demo­kra­ti­scher Gesell­schaf­ten durch Abschre­ckung und Ver­tei­di­gung ist unse­re staats­bür­ger­li­che Pflicht und wird bei Hel­sing als kol­lek­ti­ve Ver­ant­wor­tung gese­hen. Des­halb inves­tie­ren wir viel Zeit und Auf­wand in die Ent­wick­lung und pro­fes­sio­nel­le Nut­zung von zukunfts­si­che­ren Tech­no­lo­gien wie der künst­li­chen Intelligenz

– aber man merkt dem CTO an, daß auch er dies für jenen Wort- und Stan­zen­schwall hält, der in einer Nati­on, die zwei Welt­krie­ge ver­lor und so tat, als kön­ne sie nie mehr kämp­fen, zum Geschäft gehört. Was, wenn das Land so wäre, daß auf der Start­sei­te von Hel­sing »Zum Schutz unse­rer Völ­ker« ste­hen könn­te? Es wür­de dort ste­hen, ganz sicher.

Robert Fink wird im Pod­cast mit der The­se kon­fron­tiert, daß sei­ne Ent­schei­dung, in Deutsch­land Wehr­tech­nik vom Feins­ten bau­en zu hel­fen, eine patrio­ti­sche Ent­schei­dung sei. Und: Er weist die­sen Beweg­grund nicht von sich, son­dern bestä­tigt ihn, stört sich bloß ein biß­chen am wor­ding und will es nicht gleich Patrio­tis­mus nennen.

Aber ein paar Abschnit­te spä­ter erzählt er, daß sogar Alex Karp, Palan­tir-CEO, mit Ver­weis auf sei­ne deut­schen Wur­zeln davon spricht, daß die Deut­schen anders und wesent­lich an Sachen her­an­ge­hen wür­den, und daß das not­wen­dig und nahe­lie­gend sei.

The­se: Der­je­ni­ge, der weiß, daß er vorn am Vor­trieb am rech­ten Fleck ist, macht das, was er kann, unter allen welt­an­schau­li­chen Stim­mun­gen und fast unter allen poli­ti­schen Sys­te­men. Wir über­schät­zen näm­lich die Geis­tes­wis­sen­schaf­ten und die Küns­te (Rie­fen­stahl, Bre­ker, Tho­rak, Benn, Heid­eg­ger, Furtwäng­ler, Strauss, vie­le ande­re) und unter­schät­zen die Kon­ti­nui­tät, mit der Wirt­schaft und Inge­nieurs­we­sen über alle Stun­den Null hin­weg ihre Geschäf­te und ihre Ent­wick­lun­gen vor­an­trie­ben und »sich aufstellten«.

Man darf, wo es um Spit­zen­tech­no­lo­gie geht und über­haupt um den form­for­dern­den Drang, das Tun-Wol­len und Tun-Müs­sen, sowie­so kei­ne hohen mora­li­schen und ethi­schen Maß­stä­be anle­gen: Es gibt immer einen, der es tun wird, und war­um sol­len es, wenn es um die Nati­on geht, nicht die jeweils Bes­ten tun? War­um soll­te man sie zie­hen lassen?

Fink spricht davon, daß die Bes­ten, die man an deut­schen Uni­ver­si­tä­ten etwas schwie­ri­ger auf­fin­de als an den im Wort­sinn eli­tä­re­ren eng­li­schen und ame­ri­ka­ni­schen Orten – daß die­se Bes­ten durch­aus sehr gern nicht aus­wan­dern wür­den in ein zwar schnel­les, aber auch ober­fläch­li­che­res Land; son­dern, daß sie blei­ben woll­ten oder zurück­keh­ren, weil das alte Euro­pa eben das alte Eu­ropa sei.

(Das mit dem »alten Euro­pa« ist nun nicht mehr der Begriff, den Fink wähl­te, also: nicht expli­zit, aber dem Sinn nach schon, und er wür­de die­sen Gedan­ken, läse er ihn, viel­leicht umfor­mu­lie­ren, aber dadurch ganz ohne Zwei­fel bestä­ti­gen. Glaubt denn ernst­haft jemand, sol­che Leu­te bau­ten Droh­nen und unbe­mann­te Jets und dies in Mün­chen, weil es ihnen um die Ver­tei­di­gung einer woken Gesell­schaft gehe?)

Abschre­ckung: Hel­sing unter­hält in der Ukrai­ne ein dau­er­haf­tes »Büro«. Man ist »vor Ort« und ver­tei­digt »unse­re Demo­kra­tien«. Die Erpro­bung der HX‑2 war ein vol­ler Erfolg. Man ließ die KI-gesteu­er­te Droh­ne, die sich für die letz­ten tau­send Meter von manu­el­ler Steue­rung löst und ihr Ziel selbst fin­det, ana­ly­siert und zer­stört, fünf­zehn sol­cher Zie­le bei schlech­tes­ten Bedin­gun­gen (Schnee­trei­ben, Käl­te, Nacht) attackieren.

Die­se Akti­on war von sol­chem Erfolg gekrönt, daß die Ukrai­ne zu bestel­len begann. Geld, das zuvor maß­geb­lich von Deutsch­land zur Ver­fü­gung gestellt und nach dem Ende der Blo­cka­de durch Ungarn von der EU frei­ge­ge­ben wor­den war, floß und fließt nun also in deut­sche Rüs­tungs­pro­jek­te und Arbeits­plät­ze zurück.

Hel­sing hat sich dabei gegen ande­re Anbie­ter durch­ge­setzt, und Robert Fink kann sei­ne Freu­de dar­über im Pod­cast nicht ver­ber­gen. Er will zu denen gehö­ren, die sich durch­set­zen mit dem, was sie durch­ge­rech­net, kon­stru­iert und umge­setzt haben. Die Droh­ne sei der Ein­stieg in die Hard­ware-Welt, und die Stim­mung in der Fir­ma sei die ehr­gei­zi­ger Leu­te: Man wol­le »das an den Markt brin­gen«, man wol­le »das bau­en«, die­se Defen­se Technology.

Sicher­lich sind das die poli­tisch inter­es­san­tes­ten Minu­ten des Gesprächs. Wes­ter­mey­er fragt nach dem Fas­zi­no­sum, für eine so weit vorn im Ver­schmel­zungs­be­reich zwi­schen Indus­trie und Vir­tua­li­tät ope­rie­ren­de Fir­ma zu arbei­ten – und wäh­rend er fragt, ste­hen die Wor­te »Rüs­tung, Töten, Krieg« unaus­ge­spro­chen im Raum, und zwar nicht unwirk­lich his­to­risch oder theo­re­tisch, son­dern auf­ge­la­den mit dem soeben for­mu­lier­ten Ehr­geiz Finks, auf die­sen Fel­dern das wirk­sams­te, also töd­lichs­te Pro­dukt zu bauen.

Finks Ant­wort ist bemer­kens­wert: Er habe sich vom »nai­ven Pazi­fis­ten« der 1990er Jah­re zu jeman­dem ent­wi­ckelt, der in Hel­sing ein Instru­ment sehe, Krie­ge zu ver­hin­dern. Sei­ne Fir­ma sei mit ihren »Resi­li­enz­fa­bri­ken« in der Lage, jene hun­dert­tau­send Droh­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len, mit denen die Ost­gren­ze der NATO ein für alle­mal mit einem Sper­rie­gel ver­se­hen wer­den könne.

Was ist das? Fink ver­tritt die alte Über­zeu­gung, daß, wer den ­Frie­den wol­le, sich auf den Krieg vor­zu­be­rei­ten habe – eine Über­zeu­gung, die über das latei­ni­sche »si vis pacem para bel­lum« in den Namen einer Kurz­waf­fe mün­de­te (»Pea­ce­ma­ker« für Neusprachler).

Die­se Form der Frie­dens­be­we­gung mit­tels Auf­rüs­tung ist in den 1970er und 1980er Jah­ren vehe­ment theo­re­tisch und hand­fest hin­ter­fragt wor­den, und die Leit­the­se, daß jener, der am bes­ten vor­be­rei­tet und auf­ge­rüs­tet sei, bei­des nie unter Beweis und auf die Pro­be stel­len müs­se, beglei­te­te die Bun­des­wehr­jahr­gän­ge noch weit in jene Neun­zi­ger hin­ein, in denen Fink noch naiv und Pazi­fist war.

Was ist Fink heu­te? Pro­fes­sio­nel­ler Pazi­fist? Ernüch­ter­ter Pazi­fist? Abschreckungspazifist?

Der Unter­schied zur ato­ma­ren Abschre­ckung liegt auf der Hand: Wäh­rend das Patt zwi­schen der Sowjet­uni­on und den USA auf der schlich­ten Tat­sa­che beruh­te, daß die Aus­lö­schung gan­zer Kon­ti­nen­te nie­mals wirk­lich eine mili­tä­ri­sche Opti­on war, ist die Ver­fol­gung, Ein­krei­sung, Aus­spä­hung und Tötung ein­zel­ner Sol­da­ten mit­tels auto­no­mer Kampf-KI ein Wett­be­werb, der nicht das Wei­ter­le­ben der gan­zen Mensch­heit aufs Spiel setzt, son­dern nur das von »Tar­gets«, die auf­ge­spürt und aus­ge­löscht wer­den wie Figu­ren in einem Computerspiel.

Fink hat recht: Das ist der Krieg der Zukunft, und in die­se Zukunft hin­ein ent­wi­ckelt man sich am bes­ten und authen­tischs­ten, indem man sich am Krieg in der Ukrai­ne beteiligt.

Todes­zo­ne: Wäre der Ukrai­ne­krieg, wie geplant, durch einen blitz­ar­ti­gen Vor­stoß auf Kiew oder durch die rasche Ein­nah­me der vier Oblas­te im Süd­os­ten nach vier Wochen been­det gewe­sen, hät­te sich die Waf­fen­tech­nik nicht im sel­ben Maße wei­ter­ent­wi­ckelt, wie sie es seit vier Jah­ren tut. Den Mili­tär­ex­per­ten gehen dar­über die Ver­glei­che aus.

Vor drei Jah­ren war noch von einem Stel­lungs­krieg die Rede, der an den Ers­ten Welt­krieg erin­ner­te, und vor des­sen Hin­ter­grund sich die Auf­ga­be stell­te, wie man wie­der Bewe­gung in die Sache bekom­men könn­te (Jagd­kampf klei­ner Ein­hei­ten, schnel­ler Vor­stoß, Bre­sche, nach­rü­cken­de Beset­zung, also das, was unter ande­rem Ernst Jün­ger vor über hun­dert Jah­ren mit der Ent­wick­lung des Stoß­trupps versuchte).

Aber die­ser neu­er­li­che Bewe­gungs­krieg in der Ukrai­ne ist nach einer sehr kur­zen Pha­se bereits wie­der zum Erlie­gen gekom­men. Dies liegt an der Waf­fen­tech­nik, die Fir­men wie ­Hel­sing zur Ver­fü­gung stel­len. Droh­nen­auf­klä­rung, Droh­nen­kampf und KI-Unter­stüt­zung haben dazu geführt, daß sich der Mensch, der Sol­dat nicht mehr ver­ber­gen und daß er nicht mehr ent­kom­men kann.

Man spricht von einer Todes­zo­ne, die sich von der Front­li­nie aus in bei­de Rich­tun­gen drei­ßig, vier­zig Kilo­me­ter weit aus­dehnt. In die­ser Zone ist kaum mehr Bewe­gung mög­lich. Die Sol­da­ten kön­nen nicht ver­sorgt, Ver­wun­de­te kön­nen nicht gebor­gen wer­den, Ruhe­pha­sen (in den Welt­krie­gen ende­te jedes Trom­mel­feu­er nach ein, zwei Tagen – der Feind hat­te sich ver­schos­sen) gibt es nicht mehr, immer ist der Him­mel voll von sur­ren­den Spä­hern und Angrei­fern, und die Kame­ra­tech­nik spürt auch nachts und bei Nebel und unter dich­tes­tem Laub den Men­schen auf, der kei­ne Chan­ce mehr hat.

Ist das ein Über­gang? Sind die Ukrai­ner und die Rus­sen, von denen Tag für Tag vie­le fal­len und von deren pani­schen, aus­sichts­lo­sen Ver­su­chen, der Maschi­ne zu ent­kom­men, es musi­ka­lisch unter­legt Hun­der­te Clips im Inter­net zu sehen gibt – sind die­se Sol­da­ten nur durch eine dum­me, schick­sal­haf­te Fügung noch immer zwi­schen den Fron­ten gefan­gen, an denen sich bald wohl nur noch Kriegs­tech­nik und KI gegen­über­ste­hen werden?

Wehr­dienst: Der Her­aus­ge­ber der Jun­gen Frei­heit, Die­ter Stein, äußer­te sich jüngst in einem Inter­view mit der Jour­na­lis­tin Jas­min Kosu­b­ek zum Wehr­dienst in unse­rer Zeit. Er argu­men­tier­te ganz nach alter Schu­le und strich her­aus, daß im Ver­lauf unse­rer Geschich­te immer wie­der Män­ner bereit waren, ihr Leben für die Nati­on hin­zu­ge­ben. Er wür­de sei­nen Sohn nicht davon abbrin­gen, sich für die Ver­tei­di­gung des Vater­lands zu opfern.

Ich hin­ge­gen wür­de unter den gege­be­nen Umstän­den mei­nem Sohn die­ses Opfer aus­re­den. Die­se Umstän­de gab es auch in frü­he­ren Krie­gen immer wie­der: Die Abnut­zungs­stra­te­gie, die vor Ver­dun auf Kos­ten Hun­dert­tau­sen­der Leben ange­wandt wur­de, gehört eben­so dazu wie der Durch­hal­te­be­fehl, der an alte Män­ner und Kna­ben erging, als der Zwei­te Welt­krieg unwi­der­ruf­lich ver­lo­ren und der Schutz flüch­ten­der Zivi­lis­ten nur noch im Osten ein guter Grund war, stand­zu­hal­ten und weiterzukämpfen.

Man muß wis­sen, wann der Mensch kei­ne Chan­ce mehr hat. Wenn nun heu­te ein Krieg Gestalt annimmt, in dem (mit patrio­ti­schem Impuls ent­wi­ckel­te) Sys­te­me auf die Sys­te­me des Fein­des tref­fen, müs­sen unse­re jun­gen Män­ner nicht als Relik­te »im Fel­de« ihren Dienst versehen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

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Kommentare (109)

Ein gebuertiger Hesse

19. Juni 2026 21:07

"Et si j’avais cent fils, ils auraient cent chevaux / Pour vite déserter le Sergent et l’Armée" (Paul Verlaine) 
Unter den heutigen Umständen umso mehr. Danke für diesen wichtigen Aufsatz.

Le Chasseur

19. Juni 2026 21:52

"Wenn aus dünnen Jahrgängen 350 000 Männer verlorengehen (auf jeder Seite so viele), wird es wohl Zeit, auf technischen Ersatz zu bauen."
Oder man wirbt Kanonenfutter aus dem Ausland an, das mit dem Geld der europäischen Steuerzahler bezahlt wird: https://www.telepolis.de/article/Bis-zu-11-000-Dollar-Sold-Ukraine-wirbt-Auslaender-mit-EU-Milliarden-an-11331499.html
 
 

Christa

19. Juni 2026 22:02

Wer für den Einsatz von Drohnen zu Kriegszwecken ist, kann nicht gleichzeitig Verfechter der sog. Demokratie sein ... Habe ich das falsch verstanden?! Ius in bello  bzw. das sonst so hochgelobte Völkerrecht steht dem in ethischer Hinsicht entgegen. 
Purer Euphemismus. Auf dem Weg zum Totalitarismus.
 
 

Dieter Rose

19. Juni 2026 22:02

Spannend und interessant wird es, wenn die anderen Seiten - wodurch auch immer - in den Besitz von Konstruktionsunterlagen und Knowhow dieser Systeme gelangen. Gibt es dann ein Patt oder muss einer schnell sein und den ersten Schlag zur Auslöschung des Anderen ausführen?

FraAimerich

19. Juni 2026 23:27

Danke ebenso für die deutlichen Worte. Als notorischer Kryptobolschewik komme ich aber nicht um die Feststellung herum, daß ich dem deutschen Drohnenpionier den "patriotischen Impuls" zum Schutz der Demokratie natürlich genausowenig abkaufe wie den "bunten" Konzernen das "woke" Marketing für Vielfalt und Habteuchdochlieb. Nur die übliche Marken- und Verkaufspsychologie. Wird nach Bedarf angepaßt/ausgetauscht.

Andreas J

19. Juni 2026 23:58

Immerhin klingt das nach Technologiestandort oder regionalsprachlich formuliert: So oa 'gscheite Wunderwaffen vom Isar Valley is scho fesch. 

Laurenz

20. Juni 2026 00:19

@GK ... stimme Ihnen völlig bezüglich derjenigen, die Söhne haben, zu. Allerdings, abseits dieser persönliche Frage, ist das mit der Technik, die immer funktionieren soll, so eine Sache. Auch Eric Schmidt(Ex-Chef von Google/Akphabet), baut in der Ukraine, dem Baltikum & den USA Drohnen nach einer Preisvorgabe < 400 US$. Der Massenkonsum an Waffen im Ukraine-Krieg oder auch der bisher nur kurze Golf-Anrainer-Krieg, der Tichys dazu bewegt, schwachsinnige Trump-Basher-Artikel zu schreiben, anstatt dem Leser zu erklären, was die besseren Entscheidungen wären, beweisen, daß die alte, extrem teure, sozialistisch-oligarchische Cost-plus-Rüstungsindustrie dem von Ihnen beschriebenen zukünftigen Waffen-Ansatz im Westen mit enormen Kräften entgegensteht. Über Jahrzehnte rechnete man sich mit wenig, aber exorbitant teurem Kriegsspielzeug reich. Das betrifft auch die Raumfahrtindustrie. Der Trend geht, wegen der Kosten, natürlich trotzdem zurück zu einer Renaissance von Weltkrieg-2-Waffen, nur eben digital mit KI gesteuert. Die Chinesen entwickeln deswegen, eine maritime 155 mm Kanone (normal sind 130 mm) zum Küstenbeschuß, einfach billiger als Raketen. Die Granaten sind Satelliten gesteuert, selbst lenkend, weil daneben schießen zu teuer ist. Der EU-Waffen-Chef, Andrius Kubilius, monierte die vergangene Woche, daß die EU zu viel Geld in die falschen Waffen investiere.

Laurenz

20. Juni 2026 00:46

@GK (2) ... Als Beispiel mag hier die F-35 dienen, ein fliegendes Terminal, was ohne OK vom Server in Texas keinen Meter fliegt. Mittlerweile ist nur noch jede 4. F-35 einsatzbereit. Beim F-35 Senkrechtstarter ist es noch schlimmer. Die Briten brauchen ihre beiden neuen Flugzeugträger erst gar nicht auslaufen lassen. Was sollen Flugzeugträger ohne Flieger, die fliegen, bringen? Der Westen hat bereits 2 Bio. US$ in dieses gescheiterte Projekt investiert & Deutschland kauft auch noch diesen teuren Schrott. Die Russen haben ähnliche Probleme mit der Su-57, von der bisher nur 30 Stück per Hand mit extrem unterschiedlicher Qualität zusammengebaut wurden. Man konzentriert sich vielmehr in Rußland auf die Entwicklung von unbemannten Jets, die auch bemannt fliegen können. Das Problem mit KI gesteuerten Waffen ist der exorbitante Strombedarf. KI-Waffen, wie der Israelische Luftabwehr-Laser "Iron-Beam" brauchen LKW große Generatoren, deren Wärmebild ein ideales Ziel darstellen. Auch Ziel-Laser funktionieren nicht bei Nebel oder Regen. Alle Industrien, wie Helsing, haben ein Interesse daran, daß der Krieg in der Ukraine weiter geht. Stein sollte bei der JF abtreten. Das Interview bei Kosubek ist im Grunde unter aller Sau. Steins Zeit ist vorbei, abgelaufen. Die JF wäre wohl ohne Stein erfolgreicher.

Le Chasseur

20. Juni 2026 08:14

"Die Erprobung der HX‑2 war ein voller Erfolg. Man ließ die KI-gesteuerte Drohne, die sich für die letzten tausend Meter von manueller Steuerung löst und ihr Ziel selbst findet, analysiert und zerstört, fünfzehn solcher Ziele bei schlechtesten Bedingungen (Schneetreiben, Kälte, Nacht) attackieren."
Ein ukrainischer Drohnenhersteller behauptet, man hätte bereits vor zwei Jahren vollkommen autonome Drohnen an der Front getestet, die eigenständig Menschen getötet haben sollen: https://www.n-tv.de/wissen/KI-soll-erstmals-eigenstaendig-Soldaten-getoetet-haben-id30959085.html

kikl

20. Juni 2026 08:45

Unbemannte Drohnen haben den modernen Krieg fundamental verändert. Das Schlachtfeld ist gläsern geworden: Durch permanente Aufklärung aus der Luft ist dem Angreifer das entscheidende Mittel der Überraschung weitgehend genommen. Der Verteidiger ist im Vorteil.
Kleine FPV-Drohnen haben die klassische Artillerie weitgehend ersetzt – mit dem Vorteil, dass sie auch bewegliche Ziele in Echtzeit präzise bekämpfen können. Gleichzeitig übernehmen Marschflugkörper, Raketen und massenhaft einsetzbare, preiswerte Drohnen die Rolle ehemaliger Bomberflotten.
Auch die Infanterie und der Nachschub werden zunehmend durch unbemannte Bodendrohnen ergänzt oder ersetzt.
Unter diesen Bedingungen siegt sich Russland aktuell zu Tode. Es erkauft marginale Geländegewinne mit immensen Verlusten an Menschen und Material. 
Genau wie König Pyrrhus von Epiros nach der Schlacht von Asculum sagte:  „Noch ein solcher Sieg, und wir sind verloren.“

flurin von albertini

20. Juni 2026 08:47

Sehr geehrter Herr Kubitschek
Bei allem Respekt aber als Offizier sollten Sie besser informiert sein.
Tote auf russischer Seite bis heute: BESTÄTIGTE VERLUSTE 227.680
https://zona.media/article/2026/06/19/verluste
und auf ukrainischer Seite bis heute: ca 1.7 Mio (tot oder verletzt)
Gruss
Flurin von Albertini (Richter Kanonier in der Schweizer Armee als sie noch eine Armee war)
 

Laurenz

20. Juni 2026 08:53

@Andreas J ... 3 Oreschniks auf ihr Isar-Valley oder Schrobenhausen & alles ist platt. Und wir sind dagegen wehrlos.

RMH

20. Juni 2026 09:12

Die techn. Entwicklung überrascht wohl wirklich keinen. Ich kann mich an einen Beitrag im Deutschlandfunk zum Thema erinnern, der noch vor dem Start des großen Angriffs auf die Ukraine gesendet wurde, in welchem bereits genau angsprochen wurde, dass Drohnen zu autonomen Systemen sich entwickeln, so wie andere Waffen sich bereits zu "fire and forget" Waffen entwickelt haben. Da gab es aber zumindest noch die Primärzielauswahl durch den Menschen. Damals war KI noch nicht in aller Munde, aber es wurde schon andisktutiert, dass es möglich sein wird, auch die Zielauswahl autonom vornehmen zu lassen. Wir stehen also jetzt am Beginn der Umsetzung dessen, was - wie immer - einen langen Vorlauf hatte. Evtl. wollte Putin auch deshalb den großen Blitzkrieg, den Enthauptungsschlag auf Kiev, weil seine Militärs wussten, dass ihr militärisches Potential in 5 Jahren nicht mehr den Wert hat, wie damals. Was aber auch festzustellen ist: Die Bereitschaft, ernsthaft große Armen unter in Kaufnahme sofortiger, hoher Verluste in Bewegung zu setzen, ist offenbar nicht mehr da oder es ist nicht mehr möglich. Die 2,5 Mio UdSSR Truppen, die zum Sturm auf Berlin 45 angesetzt haben, würde auch heute noch - trotz Drohnen, Nachtkampf etc - vermutlich Kiev wegspülen, vermutlich sogar mit Original 45 Equipment. Kann man nicht oder will man nicht? Meine Zukunfts-Dystopie beschreibe ich in Teil 2.

RMH

20. Juni 2026 09:24

Autonome Killerdrohnen sind m. Meinung n. nur der Anfang & ob man sich durch Kdv dem Entziehen kann, da stehen doch erhebliche Fragezeichen im Raum. Kurfristiges, politisches Theater kann damit erreicht werden, verschafft aber nur dem einen Vorteil, der seine Jugend oder ausbeutbare Dritte unter den Bann stellen kann. Die Zukunft des Krieges wird sich noch weiter verschieben. Es wird zum einem möglich werden, jeden Menschen per Knopfdruck zu enteignen, den Zahlungsverkehr zu stören & zudem werden Menschen krypto-geschützte Selbstzerstörungsobjekte in sich tragen (evtl. durch "Impfungen" oder ganz offen, als Bezahlchips mit verstecker Funktion etc. - wer weiß, ich bin kein Techniker, irgendwie kann man alles unterjubeln), die sie, wenn der Code entweder vom Herrscher gesendet wird oder vom Gegner "geknackt" wird, sterben lässt. In der Zukunft könnten also KI-basierte Rechenzentren gegeneinander Krieg führen & so wie man Bitcoin schürft, so rechnet man eben die Killer-Codes aus & lässt wahllos Menschen der anderen Seite sterben, bis irgendwann einer genug hat. Das Schlachtfeld ist dann überall, in der vermessenen, ausgerechneten & digital total erfassten Welt. Man wird sich dem durch Kdv nicht entziehen können.

RMH

20. Juni 2026 09:28

"3 Oreschniks auf ihr Isar-Valley oder Schrobenhausen & alles ist platt. Und wir sind dagegen wehrlos."
Nur, wenn man so blöde ist, solche Produktionen an einem Ort - womöglich noch im eigenen Land - zu konzentrieren. Die teuren Raketen haben in der Ukraine rein militärisch auch noch nichts bewirkt, wenn Leute wie Sie sich davon beeindrucken lassen, dann haben sie zumindest einen Propaganda- Erfolg. Lassen Sie doch den Stammtisch einfach mal geschlossen, @Laurenz, Sie haben deutlich mehr drauf.

Guilelmia

20. Juni 2026 09:56

Cinematisch dargestellt wurde das vom Spiritus rector ausgezeichnet beschriebene Phänomen bereits mehrmals, mit Arnold Schwarzenegger in den Hauptrollen:
TERMINATOR ff.

Rheinlaender

20. Juni 2026 09:59

@Laurenz
Die übliche Antwort auf solche Probleme ist Abschreckung, d.h. die Entwicklung eigener Waffensysteme, die für die andere Seite mindestens ebenso schwer abzuwehren sind und existenzbedrohenden Schaden erzeugen können. Damit das funktioniert, müssen diese Waffen allerdings in ausreichender Menge vorhanden sein, in Tests ihre Wirksamkeit bewiesen haben und auch bei einem möglichen Erstschlag der anderen Seite einsetzbar sein. Vor allem aber muss die andere Seite davon überzeugt sein, dass man im Fall eines Angriffs über den bedingungslosen Willen dazu verfügt, diese Waffen auch tatsächlich einzusetzen. Dann herrscht Frieden, d.h. eine stabile Ordnung, vorbehaltlich möglicher Missverständnisse oder falscher Lagebeurteilungen, die in gegenseitiger nuklearer Vernichtung enden könnten. Peter Thiel hat ja offen gesagt, dass er sich aus diesem Grund für Argentinien interessiert. Andere bevorzugen Neuseeland.

RMH

20. Juni 2026 10:25

Was mich überrascht ist, dass in diesem Forum der Doppelboden-Kenner noch keiner die Namensgleichheit Helsing mit dem Vampirjäger van Helsing erwähnte. Also mach ich es einmal. Evtl. war aber einer schneller, dessen Beitrag noch nicht frei geschaltet war.

tearjerker

20. Juni 2026 11:24

Blöd für das Schlachtvieh in vorderster Linie. Das verkriecht sich in irgendwelchen Unterständen während der Drohnen-Meister ewig rumsucht, bis er dann unbemannte Fahrzeuge und irgendwelches Gezatter bombardiert. So kann man die Konflikte ohne Sieg ewig fortführen und weiter kassieren. Wie immer sind Ingenieure und Artilleristen die treibende Kraft, zu der sich jetzt die Coder und Gamer gesellen. Das dürfte auch der Grund sein, warum die Infanterie beider Seiten mit dem Drohnenproblem allein gelassen wird. Die Soldaten laufen überwiegend weg oder erstarren im Angesicht der Bedrohung. Einfach das Ziel beschiessen? Fehlanzeige. Beide Seiten scheinen es bisher für komplett unnötig zu halten, die Ausbildung zu verbessern oder spezielle Antidrohnen-Waffen für einzelne Soldaten zu entwickeln. Marktlücke.

Le Chasseur

20. Juni 2026 11:32

@RMH
"Die 2,5 Mio UdSSR Truppen, die zum Sturm auf Berlin 45 angesetzt haben, würde auch heute noch - trotz Drohnen, Nachtkampf etc - vermutlich Kiev wegspülen, vermutlich sogar mit Original 45 Equipment. Kann man nicht oder will man nicht?"
Beides.
"Nur, wenn man so blöde ist, solche Produktionen an einem Ort - womöglich noch im eigenen Land - zu konzentrieren."
Und oberirdisch. Vom Iran lernen heißt siegen lernen. Es gibt übrigens die Verschwörungstheorie, dass unter Stuttgart ein riesiger unterirdischer militärischer Komplex entsteht, und Stuttgart 21 dafür nur die Tarnung ist. ;-)

Ein gebuertiger Hesse

20. Juni 2026 11:37

@RMH
"van Helsing" ... jaja, man hat immer mal wieder den Eindruck, verarscht zu werden von "the guys in charge" - wer immer sie sind. Machen die sich über uns lustig? Oooh, das weiß keiner. Obwohl wir alle LESEN können. 
Mir etwa wurde neulich ein Medikament verschrieben, dessen Name allein so durchtrieben schwarzseitig war, daß ich es zurückwies. 

Le Chasseur

20. Juni 2026 11:53

@RMH"Was mich überrascht ist, dass in diesem Forum der Doppelboden-Kenner noch keiner die Namensgleichheit Helsing mit dem Vampirjäger van Helsing erwähnte."
Naja, van Helsing ist ja eigentlich einer von den Guten. ;-) Wäre jetzt was anderes, wenn die Firma "Vampyre" oder "Dracula" hieße.

Laurenz

20. Juni 2026 11:56

@RMH @L. ...  "3 Oreschniks" & so blöde sein, solche Produktionen zu konzentrieren. ... Tja, RMH, man merkt hier wieder, daß Sie Sich keine 3 Minuten mit dem Thema beschäftigt haben. Bei uns sind Taurus- & Patriot-Produktion in einem Werk zu Schrobenhausen konzentriert. Eine Oreschnik wird auf ca. 50 Mio. US$ Kosten geschätzt. Die Oreschnik stürzt mit ca. 13k Km/h aus 1k KM Höhe. Beim Einritt in die Erdatmosphäre teilen sich meist 6 rein kinetische Gefechtsköpfe vom Träger, vor denen sich Plasma bildet. Dadurch müssen sich die Gefechtsköpfe selbst steuern & sind auch (wegen der Geschwindigkeit & des Plasmas) mit keinem Abwehrsystem zu orten & abzufangen. Die Oreschnik ist explizit für immobile Flächenziele, wie das MBDA-Werk in Schrobenhausen konzipiert. Die kinetische Energie ist so heftig, wie wenn tonnenschwere Meteore einschlagen. Da bleibt in Schrobenhausen kein Stein auf dem anderen. Wollten die Russen exakt Ihr Wohnzimmer treffen, nutzen sie die Kalibr (Kosten ca. 2 Mio. US$, ähnlich der Tomahawk von den Amis) mit 450 KG hochexplosiven Sprengstoff. Die Kalibr trifft deswegen so genau, weil sie über das Satelliten-System der Russen (GLONASS) gesteuert, in 20-50 m Höhe mit 850 Km/h fliegt, also auch nicht wirklich zu orten. Die Deutsche Taurus ist zwar fast genauso teuer, weil nicht am Fließband hergestellt, hat aber nur 500 KM Reichweite, was zeigt, nicht wirklich unsere Kompetenz. Vor allem hat die BunteWehr nur 600 Stück & die Produktion steht still, weil nicht mehr zertifiziert wurden, eine deutsche Seuche.

Laurenz

20. Juni 2026 12:08

@Rheinländer @L. ... wir sind aber quasi unbewaffnet. Die NATO-Bodentruppen in Europa (ex-Amis/ex-Türken/ex-Griechen) kommen auf ca. 90k. Das reicht nicht mal für 100 KM Ukrainische Front. Die einzige Abschreckung, die wir besitzen, ist, daß sich ein Krieg gegen uns nicht lohnt. Bei uns ist nichts zu holen. Ein paar militärische Werke & Werften bilden hier die Ausnahme, was die Sache für die Russen im Ernstfall extrem überschaubar macht. Für die 4k-Mann-Brigade in Litauen finden sich komischweise, siehe GKs Sohn, keine Freiwilligen. Die meisten Väter sind schlauer als Stein. Und im Ernstfall kann man die 4k Mann mit Glück dann in Sibirischer Gefangenschaft besuchen. Ich weiß nicht, wo Sie, Rheinländer oder RMH alle leben, weil Ihnen allen nicht klar ist, daß wir keine Armee besitzen. Wir haben nur nicht ganz 200k Soldaten-Simulanten, die sich selbst verwalten & knapp 82k zivile Angestellte (Kosten locker 12 Mrd. € p.a.), die auch nur alles blockieren. 15 Mio. Mann der Wehrmacht wurden personell mit 250 Mann analog verwaltet.

Freier

20. Juni 2026 12:12

Was ich bei Betrachtungen über Technik oft vermisse, ist die Unterscheidung von Mittel und Zweck, von Instrument und dem Sinn seiner Anwendung. Es ist der Mensch der handelt, der sich Werkzeuge für seine, ihm eigenen Ziele schafft und dann verwendet.
Diese Ziele, diese Zwecke und dieser Sinn sind es, der über jede Stunde Null hinausragen. Zielgerichtetes Handeln ist im Kern des Menschen schon da. Ich halte es für ein Problem der gegenwärtigen Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, damit nicht umgehen zu können oder im Gegenteil, diesen Zusammenhang bewusst zu vernebeln. Aus grüner Sicht sind z.B. auch nur deutsche Atome 'böse', ukrainische Atome nicht, hier versteht man diesen Unterschied instinktiv.
 
Mich beunruhigt die aktuelle Entwicklung auch sehr, aber es sind Menschen, in diesem Fall die US-Eliten und deren Anhänge, die hier handeln und sich Ziele setzen. Und sei es nur, wie Eric Striker auf seinem Substack oder bei unz.com schreibt, dass sie ihre europäischen und asiatischen Hörigen aus Boshaftigkeit in Kriegen zerstören möchten, bevor die Macht der USA gänzlich schwindet.
 
Was ist also ein gutes Schwert, was ein böses Schwert? Das gute Schwert ist doch das in unserer Hand, würde ich meinen. Wenn ich mal einfach so "wir" sagen darf.

Freier

20. Juni 2026 12:29

Noch ein Kommentar zum wehrtechnischen Aspekt:Angesichts der Schwäche der leichten und mittleren Flugabwehr bei der Bundeswehr, und der hohen Kosten neuer Flugzeuge und Patriot-Raketen, habe ich mich damals gefragt, warum in einem Krieg nicht einfach tausende Cessnas geschickt würden. Auch bei Jagdflugzeugen wird ja der Luftkampf über den Horizont hinaus propagiert, weshalb die schlechten Kurvenkampf-Fähigkeiten der F-35 egal sein sollten. Nur könnte man dann nicht auch jene Cessnas mit ähnlichen Lenkraketen bestücken? Von den Kosten einer F-35 kann man sehr viele günstigere Flugzeuge kaufen und betreiben, und die F-35 werden nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der USA abheben.
 
Jetzt sind diese Kampf-Cessnas sogar ohne Märtyrertod ihrer Piloten denkbar, und ich denke hier wird jahrzentealtes Potential gehoben.

ede

20. Juni 2026 12:38

Wenn ich solch ein Duttträger wäre würde ich mich lieber wie die Aldibrüder unsichtbar machen, statt "no risk no fun". Duttträger in diesem Sinn gibt es auf allen Seiten und in China viel mehr.
Weiß noch jemand was eine Neutronenbombe oder ein elektromagnetischer Impuls ist?
Selbst mir würde betr. Drohnen noch vieles einfallen. 
Betreffs Söhne halte ich es mit Kubitschek, ich denke der Stein bereut. 
Ansonsten ist unser Hauptproblem "Deutschland unten, Amerika drin, Russland draußen", und das liegt nicht an Trump. 

Diogenes

20. Juni 2026 12:47

@Ein gebuertiger Hesse
"Mir etwa wurde neulich ein Medikament verschrieben, dessen Name allein so durchtrieben schwarzseitig war, daß ich es zurückwies."
 
Nähmlich? Sie müssen nicht antworten. Aber meine Neugierde verlangt als nach Antworten - auch sonderbarer Art  und gerade Alternativmedizin. Da ist vieles offen, was geschlossen in das Krankenkassensystem eingefügt werden könnte. 
 
Ich hoffe ja, die AfD wird wirklich die KKs als eine gemeinsame zusammen fügen. Den 1. Schritt kann bereits als Landesregierung tun. Oder nicht?                                   

Volksdeutscher

20. Juni 2026 13:05

Es ist wichtig, dabei festzuhalten, daß Soldaten auch in zukünftigen Kriegen  eingesetzt werden (müssen). Drohnen können zwar sowohl militärisches Material als auch menschliches Leben mit einer Perfektion vernichten, zu der kein Mensch jemals imstande war und sein wird. Was sie aber nicht können: Gebiete besetzen, Häuser besetzen, gegnerische Soldaten gefangen nehmen. In anderen Worten: Drohnen sind nicht für alle Kampfsituation und -aufgaben geeignet. Wenn die technische Entwicklung jedoch auf eine höhere Stufe tritt - hier in Form von alles überwachen und vernichten könnenden Kampfdrohnen - werden "wie automatisch" Verteidigungssysteme entwickelt, deren Stärke auf ebendiesen Schwächen und Mängeln der Kampfdrohnen aufbauen, um Soldaten die Möglichkeit zur Abwehr in die Hand zu geben. Die Einstellung Dieter Steins teile dennoch nicht.

Harlach

20. Juni 2026 13:11

Lassen Sie hier bitte das alte Europa aus dem Spiel. Das alte Europa ist das Europa, in dem Kunst und Philosophie höher geachtet wurden als die Entwicklung von Mordinstrumenten (wenngleich man auch diese benötigte).

Harlach

20. Juni 2026 13:35

Die hier angesprochenen Entwicklungen scheinen auch insofern eine ganz grundlegende Änderung des Charakters des Krieges zur Folge zu haben, als sie offenbar dazu führen, dass keine Seite mehr ihren Luftraum wirklich verteidigen kann. So kann jede Seite auf der anderen gezielt Funktionsträger erschießen, Anlagen zur Energieversorgung, Wasseraufbereitung usw. in die Luft sprengen, also in großem Stil terroristische Anschläge auf dem Territorium des Feindes ausführen, ohne dass es einer Seite möglich wäre, sich dagegen zu schützen. Das haben wir sowohl im Iran- als auch im Ukraine-Krieg gesehen. Die Front verliert an Bedeutung. Am Ende geht es nur noch darum, dass jede Seite versucht, die andere so sehr zu schädigen, bis diese endlich einlenkt. Wenn beide Seiten tapfer durchhalten, kann man dieses Spiel bis zur gegenseitigen Vernichtung treiben.

kikl

20. Juni 2026 13:51

Im russischen Propagandafernsehen bricht langsam, aber sicher Panik aus. Ausgerechnet im erdölfördernden Russland ist eine Treibstoffkrise ausgebrochen.
Das ist gut so, denn Putin wird aus meiner Sicht nur dann zu echten Verhandlungen bereit sein, wenn er befürchtet, den Krieg zu verlieren. Andernfalls wird Putin sich mit Gewalt nehmen, was er bekommen kann.   

Andreas J

20. Juni 2026 13:55

Gibt es nicht bereits effiziente Drohnen-Abwehr-Systeme? Schulterwaffen mit Gigahertz-Strahl, EMP-Kanonen, die gezielt einen energiereichen elektromagnetischen Impuls abfeuern und ganze Drohnen-Schwärme zerstören können (Stand 2017)?
 

Laurenz

20. Juni 2026 14:38

@Harlach ... Die Luftraum-Verteidigung wird genauso im Ukraine-Krieg weiter entwickelt, wie alles andere auch. Viele teure US-Waffen, wie HIMARS & Co., werden dummerweise über GPS gesteuert. Die GPS-Steuerung haben die Russen erfolgreich & einfach mit Störsignalen weggejammt. Die Russen bauen wie die Blöden relativ teure Starlink-Jammer, allerdings leicht zu orten & ohne große Reichweite. Natürlich verändert Starlink auch jederzeit die Frequenzen, quasi ein Katz- & Maus-Spiel, nur ernster. Man kann auch die gute Luftabwehr Israels nicht einfach hochskalieren. Israel paßt in die Ukraine 27 x , in den Iran 72 x, in Saudi-Arabien 97 x & in Rußland 777 x rein. Die Drohnen-Abwehr erfährt quasi eine Weltkriegs-Rainaissance mit kleiner Flak, nur eben digital & mit Kamera-Sensoren gesteuert, weil alles andere zu teuer ist. Auch Laser sind billig, aber leicht zu orten, & funktionieren nicht bei schlechtem Wetter. ZB die sehr effektive Gepard-Munition ist schon viel zu teuer. Ein Schuß dieser 35 mm Munition kostet 560 €, irre. Momentan werden viele Luftabwehr-Drohnen entwickelt.

Ein gebuertiger Hesse

20. Juni 2026 15:03

@Diogenes
Fampyra

Harlach

20. Juni 2026 15:34

@kikl:
Die Russen drängen seit zwanzig Jahren auf Verhandlungen. Es ist die NATO, die dazu nie bereit war, weil sie meinte, die Russen könnten ohnehin nichts ausrichten ("Regionalmacht" usw.). Noch Ende 2021 haben die Russen ultimativ und ungewöhnlicherweise auch öffentlich über die Medien Verhandlungen über den künftigen Status der Ukraine gefordert, verbunden mit der Ankündigung, die Sache sonst den Militärs zu übergeben. Vom Westen kam keine Reaktion. Ich weiß noch, wie Scholz kurz vor Kriegsbeginn noch in Moskau bei der Pressekonferenz neben Putin stand und dumme Witzchen gemacht hat, und erinnere mich an Putins gequältes Lächeln angesichts soviel Blindheit.
 
Sobald die Russen ernstlich fürchten müssen, den Krieg zu verlieren, werden sie Atomwaffen einsetzen, daran besteht kein Zweifel. Und es gibt auch Kräfte in Russland, die würden lieber heute als morgen damit beginnen. Wir können uns daher glücklich schätzen, es noch mit einem so besonnenen und Europa (und auch Deutschland) im Grunde wohlgesonnenen Mann wie Putin zu tun zu haben. Wer ernstlich wünscht dass Putin unter Druck gerät, der soll sich z. B. einmal das eine oder andere Interview mit Sergej Karaganow ansehen.

FraAimerich

20. Juni 2026 17:52

@Ein gebuertiger Hesse  -  Fampyra klingt nun wirklich alles andere als vertrauenserweckend. Falls Sie bei Jünger fündig werden, lassen Sie es mich bitte wissen. Selbst traue ich der von @Laurenz beworbenen KI nämlich nicht über den Weg. Man merkt, daß diese schnell an ihre Grenzen kommt, wenn man nach etwas fragt, wovon man selbst etwas Ahnung hat oder randständigere Verknüpfungen erforderlich sind. 
War mal auf der Suche nach dem Titel einer in Farbe ausgestrahlten anglo-amerikanischen Agentenserie meiner Jugend, in deren deutschem Anspann dem Protagonisten zum Frühstück in finsterster Absicht eine gar schröckliche Vogelspinne durch den Briefschlitz gesteckt wird. Die KI verwies prompt auf eine Folge von The Saint - mit einer verstrahlten Labor-Ameise, die erst kurz vor dem Abspann und nur in Schwarz-Weiß zu sehen ist...
Ihnen alles Gute!

kikl

20. Juni 2026 17:57

@Laurenz
Unser Militär verkennt vor allem die Ökonomie des Krieges. Ein einziger Stealth-Bomber kostet it allem drum und dran fast 200 Millionen Dollar. Dafür bekommt man vermutlich mehr als 2 Milliarden unbemannte Drohnen. Wovor muss man sich mehr fürchten?
@Harlach
"Wir können uns daher glücklich schätzen.." Wir sollen uns also dafür bedanken, dass euer kriegslüsterner Diktator Putin uns noch nicht überfallen hat? Habe ich das richtig verstanden?
Was den Status der Ukraine angeht. Da gab es mit der NATO nichts zu verhandeln. Die Ukraine ist ein souveräner Staat, die selber über ihren Status entscheidet.

Majestyk

20. Juni 2026 18:50

Ich finde es interessant, daß Deutschland so souverän sein soll, daß niemand ihm reinreden darf, auch nicht, wenn es sich von einem einzigen Energielieferanten abhängig machen will, der sich außerhalb der wirtschaftspolitischen und sicherheitspolitischen Bündnisse befindet. Über den Kopf der Ukraine aber, einem souveränen Land hätten fremde Mächte verhandeln sollen. Das ist so als müßte ich meinen Nachbarn fragen, welche Versicherungen ich abschließe oder in welchem Supermarkt ich einkaufe. Ich liebe ja die doppelten Standards. 
"Ich hoffe ja, die AfD wird wirklich die KKs als eine gemeinsame zusammen fügen." schreibt Diogenes.
Sollte die AfD dies wollen, muß sie sofort bekämpft werden. So ein Satz kann nur von einem autoritären Staatsgläubigen kommen. Der Staat hat sich aus den Sozialversicherungen rauszuhalten. Wie diese organisiert sein sollen haben die Versicherten zu entscheiden. Wer die Musik bezahlt, der soll auch bestimmen, was und wie diese spielt.

Majestyk

20. Juni 2026 19:21

@ Guilelmia
"Cinematisch dargestellt wurde das vom Spiritus rector ausgezeichnet beschriebene Phänomen bereits mehrmals, mit Arnold Schwarzenegger in den Hauptrollen: TERMINATOR ff."
In Terminator haben die Menschen der Zukunft die Maschinen aber letztendlich besiegt. Der T-100 wird ja nur in die Zeit zurückgeschickt, um die Niederlage durch Tötung der Mutter des Anführers der Menschen doch noch abzuwenden. 
Von solchen Cyborgs ist die heutige Militärtechnik aber noch entfernt. Drohnen sind ein Waffensystem und gegen jedes Waffensystem gibt es früher oder später eine Abwehrvorrichtung. Siehe z.B. Tarnbekleidung aus Nanogewebe, die gegen Wärmebildkameras etc. hilft.

Beta Jas

20. Juni 2026 19:33

Ich würde grundsätzlich allen Männern – also den „Söhnen“, die sich opfern sollen oder geopfert werden – abraten, in diese Bundeswehr zu gehen. Auch das Schreiben, das neuerdings verschickt wird, sollte nicht einmal ausgefüllt werden. Jeder Mann, der Würde besitzt, verweigert sich konsequent in Zeiten wie diesen. Das fängt damit an, dass viel von Gleichberechtigung die Rede ist, aber wenn es darum geht, ist es dann doch „altertümlich“ und Männer können verheizt werden und deren Tod als widerliches Drohnenabschuss-Video auf Kaotic landen. Des Weiteren geht es im Krieg um die Verteidigung des „Eigenen“. Was soll da verteidigt werden? Das Bild in den Fußgängerzonen, das Ethnische und das daraus resultierende Demografische? Obwohl viel auch von der vermeintlichen Staatsform die Rede ist – man verteidigt ja auch die Demokratie, was bei uns heißt: die Abgeordneten mit ihren Diäten –, sollte das männliche Individuum also Nein sagen, wenn man in einer Demokratie lebt. Aber von jungen Männern, die mit Wuschelhaarschnitt, Handtasche und mit „festgeklebtem“ Smartphone herumlaufen, kann man keine sich selbst achtenden Gedanken erwarten.

Kurativ

20. Juni 2026 19:39

Das Völkerrecht braucht im Zusammenhang der neuartigen intelligenten Kriegsautomaten (Luft, Land, See, Internet) nicht neu geschrieben werden. Wer solche "denkenden und handelnden" Automaten liefert, der schickt de facto Soldaten. Und dann werden diese deutschen "Soldaten" auch noch von Deutschen Geld geliefert. Schon die Ausbildung feindlicher Soldaten auf deutschen ist Kriegseintritt. Man versucht sich zu verstecken und Russland soll der böse Angreifer sein. Propaganda. 

Beta Jas

20. Juni 2026 19:41

@Harlach
Sobald die Russen ernstlich fürchten müssen, den Krieg zu verlieren, werden sie Atomwaffen einsetzen, daran besteht kein Zweifel. Und es gibt auch Kräfte in Russland, die würden lieber heute als morgen damit beginnen. Wir können uns daher glücklich schätzen, es noch mit einem so besonnenen und Europa (und auch Deutschland) im Grunde wohlgesonnenen Mann wie Putin zu tun zu haben.
 
Mich stören die Kriegsapologeten auf beiden Seiten, mich stören aber solche Menschen wie Sie am meisten. Ich lasse mich ungerne von alten Herren im Kreml und ihren Anhängern die fleißig Kommentare im Internet hinterlassen bedrohen. Wer mit Atomwaffen droht, ist nicht besonnen sondern geistig kaputt. Das zeigt das Russland isoliert gehört, so schade das ist, aber "Quarantäne" ist notwendig. Was sagte man früher im kalten Krieg zu bestimmten Menschen?!, "Geh doch rüber!"

Majestyk

20. Juni 2026 19:50

Ich schreibe hier seit Januar 2023. Wäre es nach einigen der hiesigen Teilnehmer gegangen, die Ukraine hätte damals schon kapitulieren sollen und wäre seitdem von Rußland besetzt. Der Krieg gegen Rußland sei für die Ukraine nicht zu gewinnen, schrieb ein Großteil des Kommentariats und so äußerten sich zahlreiche prominente, vorwiegend Rußland zugeneigte Stimmen in den Medien. Sieht irgendwie derzeit nicht danach aus als würden die Russen noch bis Kiew oder Odessa, geschweige denn Lemberg vorstoßen. Die Wettquoten haben sich längst geändert, auch dank der westlichen Unterstützung, westlichen Technologien und Investitionen. Soviel dazu wer im realen Leben nach wie vor stärker ist, NATO oder Rußland. Und wer in der Realität mehr fremde Hilfstruppen benötigt, sollte sich auch längst herumgesprochen haben, wenn man sich mal außerhalb der eigenen Blase informiert. 
Was mich stört. In Deutschland bewegt sich etwas auf technologischer Ebene und ausgerechnet dem patriotischen Lager paßt es nicht, wenn Deutschland in der Militärtechnik eben nicht zurückfällt. Das ist so als würde man sich über den Marktanteil chinesischer Autos und den Niedergang der eigenen Industrie freuen, aber das ist im sogenannten prodeutschen Lager ja auch nicht so selten. Manchen kann der Niedergang gar nicht schnell genug gehen, als wäre wirtschaftlicher Wiederaufstieg bei eigener Herrschaft ein Automatismus. Ich provoziere jetzt mal absichtlich. Echte Patrioten investieren in Helsing oder Rheinmetall.

Kurativ

20. Juni 2026 20:12

Wenn man gegen das gefügte westliche System gewinnen will, muss der Schlag überraschend und komplett die Bedrohung ausschalten. Wenn man diesem System sonst Zeit lässt, wird es offensichtlich schwerer und verlustreicher.
Der Westen wusste von dem Angriff (schon allein, weil er  diesen jahrelang vorbereitet hat). Und er hat für den ersten Vorstoß genügen Hinterhalte geschaffen. Das sind übrigens meiner Meinung nach auch die Mechanismen, welche uns beherrschen. "Stay Behind Army" müsste man weiter fassen. Nicht nur militärisch, sondern auch politisch, juristisch, medial, gesellschaftlich, ... Es wird neuerdings als "Resilienz" beschrieben.

Kurativ

20. Juni 2026 20:23

Dee Westen hat einen vermeintlichen Vorteil: Er hat einen Marionettenstaat, von dem aus er seine Angriffe ausführen lassen kann, ohne selber als Angreifer in seinen Medien dazustehen.
Hätte Russland die beiden Oblaste nicht zu russischen Staatsgebiet gemacht, dann könnte Russland quasi ferngesteuert, ebenso von dort aus NATO-Gebiete angreifen, ohne AKS Angreifer darzustehen.
Für die Abwehr von Kriegsautomaten sind konzeptionelle Studien notwendig. Von mechanischen Lösungen (Netze, Stolperfallen) bis EMP-Waffen. Wenn es zur Sache geht, kann ich mir vorstellen, dass man auch bereit ist, einen riesigen "Sack Schrauben" ins All schießt, um zB das Feuerleitsystem von Musk zu durchlöchern.
Der Krieg ist auf lange Sicht sinnlos. Handel und Kooperation schaffen Wohlstand und Zufriedenheit für alle.

ofeliaa

20. Juni 2026 21:46

Höher, schneller, weiter, besser. Wollen wir mitmachen? Das ist die Frage. Die Frage der Stunde und auch die Frage vor allen Weltkriegen. Es war immer diese Frage. Miteinsteigen oder nicht. Das große Grabschen und Raffen um Ressourcen hat wieder vermehrt und vehement begonnen. Es werden keine Gefangen mehr gemacht. Der Planet ist überbevölkert. Wir werden kolonalisiert und ausgebeutet. Wir haben noch einige Ressourcen, weil wir trotz allem noch viel herstellen und verkaufen können. Das ist alles, was wir haben. Nur Produkte, kaum Bodenschätze. In München kosten zwei Bratwürste plus ein Stück Schweinshaxe, ohne Getränk: 50 Euro. All das, es hängt zusammen. Der gemeinsame Nenner lautet Gier. Gier ist es, die uns selbst, uns Deutsche, in den Untergang treiben wird. 

Laurenz

20. Juni 2026 22:07

@Beta Jas @Harlach ... ähm nein Herr Jas. Es ist selten dämlich sich mit einer Weltmacht anzulegen, ohne deren billige Rohstoffexporte die eigene Wirtschaft den Sargdeckel über sich schließt. Unsere provokante Regierungskaste vertritt nicht unsere Interessen. Die Ukraine besitzt für uns nicht keinen Mehrwert, sondern ist der blockierende Staat, der Europa von der Seidenstraße trennen soll. Wenn Sie das nicht verstanden haben, wäre es ratsam Ihren geopolitischen Nachholdfbedarf schnellstens zu decken. ... @Kurativ ... die Starlink-Satelliten in Schrott zu verwandeln ist für die Russen relativ einfach. Aber die Systematik killt dann mit Schrott-Wolken auch die eigenen Satelliten in demselben Orbit. & es dauert ziemlich lange, bis diese Schrottwolken in der Atmosphäre verglühen. Musk muß sich eh schnell was überlegen. Starlink-Sateliiten korrigieren ihre Flugbahn mit ionisiertem Edelgasen als Antrieb. Nach ca. 5 Jahren verglühen diese Satelliten in der Erdatmosphäre & müssen ersetzt werden, ein echtes Problem. Denn das verbaute Lithium & Aluminiumoxyd zerbröselt nach dem Verglühen die Atmosphäre. Wenn die runiert ist, brauchen wir uns um Kriege keine Gedanken mehr machen. Die Japaner (JAXA) haben jetzt mit der NASA erfolgreich einen Mini-Satelliten aus Magniolien-Holz erfolgreich in den Orbit gebracht, eine wesentlich bessere Lösung. Auch verglühende Stahlgitter sind ungefährlich.

Christa

20. Juni 2026 22:19

@Beta Jas: "Das fängt damit an, dass viel von Gleichberechtigung die Rede ist, aber wenn es darum geht, ist es dann doch „altertümlich“ und Männer können verheizt werden und deren Tod als widerliches Drohnenabschuss-Video auf Kaotic landen."
Dieser Vorwurf ist zum Teil unberechtigt. Junge Frauen sollen die Kinder bekommen. Jemand anderes kann diesen Job schließlich nicht tun. Leute, die sagen, sie seien Patioten, aber dennoch den Dienst an der Waffe verweigern, erscheinen mir suspekt. Angenommen, die AfD ist in Kürze in Regierungsverantwortung. Dann könnte sie nicht von heute auf morgen eine Armee aus dem Fußboden stampfen. Genau aus diesem Grund ist es für jeden Patrioten angesagt, sich zur Bundeswehr zu melden für den Fall, dass es ernst wird. Ja, auch ich würde meine Söhne zur Bundeswehr gehen lassen. Ich selber habe mich bereits für den Dienst beworben. Als Frau. Das Mindeste, was zu erwarten ist, vorbereitet zu sein für den Ernstfall.

RMH

20. Juni 2026 22:32

Sehe es ähnlich wie @Majestyk. Ich habe nichts gegen eine dt. Rüstungsindustrie. Ich habe vom Grundsatz betrachtet auch nichts gegen die BW. Die lässt sich auch wieder auf einen anderen Kurs bringen, als der, der von oben aktuell vorgegeben wird. Wogegen ich etwas habe, sind tausende von Beamte im Verteidigungsministerium, ein planwirtschaftliches Beschaffungswesen, die traditionelle Verschwendung, die mit Rüstung & Armee einhergeht (zur Verschwendung gehört auch, wenn dann kein wirklich gutes Material am Ende dabei herauskommt) & wogegen ich auch etwas habe, ist die Bevormundung unserer Jugend. Wenn da Leute sind, die meinen, sie wollen zur BW, dann sollen sie gehen. Wenn sie nicht wollen, dann ist das auch ok. Kdv ist eine persönliche Entscheidung, ich sehe da auch eher weniger politisches darin. Mit 18 hat man alt & reif genug zu sein, so eine Entscheidung zu treffen. Ich konnte sie damals auch treffen & habe mich - entgegen des Zeitgeistes - damals für den Dienst in der BW entschieden. Weil das, was ich in die Veweigerung hätte schreiben müssen, einfach nicht gestimmt hätte. Ich habe uns Wehrpflichtige übrigens dann als Salz in der Suppe empfunden, als das, was die BW zu etwas Besonderen gemacht hat & keine Truppe von dummen Koffern. Von denen waren die die besten, die sich erst verpflichtet haben, als sie schon dort waren, also wussten, wo sie sind. Die Freiwilligen von Anfang an waren überwiegend Pfeiffen.

Laurenz

20. Juni 2026 22:36

@Majestyk (& Kurativ) ... Ihre Wahrnehmung ist beim Ukraine-Krieg völlig getrübt. Krieg ist extrem teuer. Die teuren Weltkriege haben den Westen bis heute ruiniert. Deswegen hat auf Krieg keiner wirklich Bock, außer die Aktionäre der Rüstungsindustrie oder die Juntas, die gerne über andere Staaten bestimmen wollen. Es sind die Rußland-Gegner, welche provokant erwarten, daß die Russen nächste Woche in Lemberg stehen, nicht die Putin Zugeneigten. Der Krieg wird aber nicht über verlustreiche Großoffensiven geführt, sondern über teure Abnutzung, für Entwickler ideal. Die NATO war noch nicht mal in der Lage, sich in Afghanistan gegen Sandalen tragende Taliban, die in Kartoffelsäcken stecken, zu halten. Man hatte den Schwanz eingezogen & viele Mrd. an Waffenwert dort zurück gelassen. Wenn Sie Sich nachhaltig über den Krieg in der Ukraine informieren wollen, schauen Sie den YouTube-Kanal "Military Summary", der fast täglich die Bewegungen an der Front in der Ukraine & die Ereignisse im Golf beleuchtet. Der Kanal ist zwar Russisch eingefärbt, berichtet aber auch gnadenlos über Ukraininische Erfolge & ist wesentlich besser, als all der Medien-Schrott, den der Westen anbietet. Weil solche Kanäle ziemlich gut sind, bekommen diese auch hunderte Videos & Infos geschickt. Der Hunger, vor allem im Westen, nach echten Nachrichten ist nach Jahrzehnten Bullshit-Info-TV enorm. So müssen sich auch früher DDR-Bürger gefühlt haben.

Volksdeutscher

20. Juni 2026 22:42

@Majestyk - "Soviel dazu wer im realen Leben nach wie vor stärker ist, NATO oder Rußland." 
Das ist ein Irrtum. Selbst wenn man zugibt, daß in der Ukraine ein Stellvertreterkrieg stattfindet, ist die von Ihnen aufgestellte Rechnung falsch. Die NATO mischt sich dort in den Krieg ein, damit führen zwei Beteiligte Krieg gegen einen. Daß Russland die Ukraine bis dato nicht besetzte, liegt nicht daran, daß es nicht die ökonomischen und finanziellen Quellen dazu hätte oder militärtechnisch nicht dazu befähigt wäre, sondern einzig daran, daß Russland die Ukraine nur entmachten, d.h. eine Regierung dort installieren möchte, die seiner Existenz wohlgesonnen ist, damit eine Pufferzone zwischen ihm und dem Westen entsteht. Bei diesem Vorhaben ist es für Russland eben nicht gleichgültig, wie es gegen das Brudervolk der Ukrainer vorgeht. Der globalistische Westen will aber um jeden Preis die Entstehung einer Pufferzone und einer multipolaren Welt verhindern, die mit der Schwächung Amerikas einhergeht. Deren Bejahung macht jedoch noch lange niemanden zum Freund russischer Expansionspolitik. Uns hat es nur um Deutschland zu gehen, um nichts sonst.

Laurenz

20. Juni 2026 22:54

@Ofeliaa ... Das Problem sind nicht wir, sondern unsere BunteJunta, die nicht unsere Interessen vertritt. Ein Beispiel sind die Franzmann-Deppen (inklusive deren Kommunisten), die immer noch Weltmacht spielen wollen, aber beim Pinkeln mit den großen Hunden das Bein nicht heben können. Frankreich will einen neuen Super-Flugzeugträger bauen, kann aber noch nicht mal die teure Force de Frappe finanzieren. Wenn ein Bundeskanzler Weidel neue Maastricht-Kriterien für den € fordert oder ganz aus dem € aussteigt, um mit der Deutschmark mehr Preisstabilität zu generieren, sind die Franzosen mit den Zinsen ihrer Staatsanleihen sofort geliefert & können stante pede den Pastis rationieren. Alle Forderungen, die Eruopäer sollten gemeinsam ihre Sicherheitspolitik besser koordinieren, sind müßig. Bei gemeinsamen Projekten wollen die Franzosen immer, daß die Partner bezahlen & sie bestimmen, wo es langgeht. Das hatten wir schon mit Bonaparte, funktioniert nicht. Jeder Staat in Europa muß selbst schauen, wo er bleibt.

Le Chasseur

20. Juni 2026 23:37

@Majestyk
"Sieht irgendwie derzeit nicht danach aus als würden die Russen noch bis Kiew oder Odessa, geschweige denn Lemberg vorstoßen."
Dass Russland die gesamte Ukraine besetzen will, ist eine dümmliche Progandalüge des Westens. Die Polen sind es, die es auf Lemberg abgesehen haben. Dass die Ukraine bzw.die NATO das Unvermeidliche so lange hinauszögern konnte, ist katastrophal für das Land, weil es wirtschaftlich ruiniert wird und Millionen von Menschen verliert (zum einen durch Verluste an der Front, zum anderen durch Flucht). 
Kürzlich haben Russland und die Ukraine wieder gefallene Soldaten ausgetauscht. Die Ukraine hat die sterblichen Überreste von 522 Gefallenen erhalten. Im Gegenzug hat die Ukraine 33 gefallene russische Soldaten überstellt. "Do the math", wie der Franzose sagt. 

nom de guerre

21. Juni 2026 00:58

Ich verstehe - und bitte zu entschuldigen, falls die Frage im Kommentariat schon angesprochen worden sein sollte, ich habe es dieses Mal nicht gelesen - allerdings nicht, warum unter diesen Bedingungen überhaupt jemand wieder für große, aus der Wehrpflicht rekrutierte Armeen eintritt. Anscheinend braucht man die Soldaten technisch gar nicht mehr und das scheint auch für jeden, der sich damit beschäftigt, erkennbar zu sein. Man kann doch aber niemanden in einen Kriegsdienst einziehen mit der ehrlichen Botschaft, dass er nur noch als Kanonenfutter benötigt wird, weil es irgendwie blöd wäre, wenn sich bloß die Maschinen gegenseitig kaputtmachen würden. Warum macht man das also? Die Frage meine ich nicht als Provokation, sondern verstehe es wirklich nicht.

Claus Wolfschlag

21. Juni 2026 03:28

@Majestyk.
Sie schreiben: "Echte Patrioten investieren in Helsing oder Rheinmetall." Über das Investment will ich kein Urteil fällen. Horst Lüning hat in seinem letzten UnterBlog-Video darauf hingewiesen, dass wir alle als Steuerzahler und Sondervermögen-Schuldner Rheinmetall mitfinanzieren. Insofern ist es moralisch nicht unbedingt zu verdammen, sich persönlich einen Teil seines Geldes als Aktionär über Kursgewinne zurückzuholen. 
Aber, mit Patriotismus hat das nichts zu tun. Die Produktion von Waffen erzeugt keinerlei Wohlstand für ein Land, weil nämlich Güter ohne echten Nutzen für die Bürger produziert werden. Bestenfalls werden sie nur irgendwann verschrottet, schlimmstenfalls richten sie noch Schaden und Gegenschaden an. Die einzigen, die etwas von der Waffenproduktion haben, sind die Rüstungsfirmen.
Und wer wirklich glaubt, mit Hilfe von Waffen militärische Vorteile (und materiellen Gewinn durch Kontributionen) für Deutschland zu erreichen, sogar gegen eine Atommacht, hat die Lehre aus zwei verlorenen Großkriegen vergessen, überschätzt die eigene Rolle und riskiert einen dritten karthagischen Krieg, in dem das eigene Land zum Ziel wird.
@Kurativ.Sie schreiben: "Handel und Kooperation schaffen Wohlstand und Zufriedenheit für alle." Dem kann ich angesichts der geopolitischen Lage Deutschlands nur zustimmen. Wir haben zudem genug innenpolitische Probleme zu lösen.
@Ofelia.Sie schreiben, Gier könne uns in den Untergang treiben. Ich hoffe, dass sich das abwenden lässt.

Maiordomus

21. Juni 2026 06:28

@Kiki. Die Ukraine sei ein souveräner Staat, der selber über seinen Status entscheidet? Ohne das Geld der anderen, den Endschuldnern, ausgebeuteten Völkern wie den Deutschen wäre dieser Krieg wohl zu Ende. Man spricht für die Ukraine nun von 9000 bis 11 000 Euro Monatslohn pro Mann für Kanonenfutter-Bereitschaft.  Souverän ist, wer über die Geldflüsse bestimmt, ob bar oder auf Kredit. Über gegenwärtige Waffensysteme einschliesslich Drohnen und deren möglicher aber längst nicht perfektionierter Abwehr kann ich nicht mitdiskutieren, das überlasse ich dem aus dem Netz gesurften "Wissen" des Stammtischs hier. Als Nachrichtensoldat um 1970 war ich über sowjetische u. NATO-Flugzeuge, Panzer und Artillerie im Bild, im Unterschlupf v. Gotthard-Alpenfestung war ich besser geschützt als Zivilisten, diese quasi Atombunker waren Überlebensmotivation, sollte es zu WK III kommen. Enkel entschieden sich für Zivildienst, angesichts freigekaufter Ukrainer, die hier mit SUVs herumschmarotzen. Es war aber nicht mein Ratschlag. Eingebürgerte aus dem Balkan schätzen es, als Soldaten eine Knarre bei sich zu Hause zu haben, einst die Ausstattung des freien Schweizers, so bei der Praxis der direkten Demokratie, darum lange nur Männerstimmrecht. Grundgesetz 1848 war "Verfassung für 2 Mio freie Schweizer", wie der damalige Staatsphilosoph es formulierte.   

RMH

21. Juni 2026 08:41

"Dass Russland die gesamte Ukraine besetzen will, ist eine dümmliche Progandalüge des Westens." Damit verbreiten Sie, @LeC., die dümmliche Propaganda der Gegenseite & haben @Majestyks Beitrag nicht verstanden. Warum hat man den direkten Enthauptungsschlag gegen Kiev geführt & greift weiter die gesamte UKR an? Um sich weitere Teile des Landes einzuverleiben & den Rest unter eine willfährige Regierung zu stellen, womit man sich eine Besatzung spart. Ergebnis ist dann eine unfreie UKR. Im Übrigen führt keiner Abnutzungskriege als erste Wahl. Sie sind PLan B, wenn man es als Angreifer Plan A nicht schafft oder Strategie von Angegriffenen, die immer & als erstes Zeit gewinnen müssen. Erst über die Zeit hat die UKR die Sache ausweiten können, sprich, andere tief mit einbeziehen können. & da hätte man von Anfang sich nicht einwickeln lassen dürfen. Jetzt, tief in den Krieg verstrickt, kann nur noch der Stammtisch behaupten, Geldhahn zu, Problem gelöst. Das RUS nicht will & nicht so richtig kann, wurde zu Beginn der Debatte schon geklärt. Direkte Ergebnisse der Schwäche RUS ist der Regime-Change in Syrien, in Teilen Afrikas geschehen auch Dinge, über die in D keiner berichtet & China gewinnt immer. Ich prognostiziere in der Taiwan Frage einen deal bis Ende 27, der Taiwan formal noch existieren lassen wird, aber faktisch Zentralchina einverleibt. & D braucht eine Armee, egal, welche Pfeiffen gerade das Sagen haben.

Le Chasseur

21. Juni 2026 08:57

@nom de guerre
"Anscheinend braucht man die Soldaten technisch gar nicht mehr und das scheint auch für jeden, der sich damit beschäftigt, erkennbar zu sein."
Doch, man braucht schon noch Soldaten, und wir werden auch wieder den Einsatz von größeren Truppenverbänden sehen.
"Man kann doch aber niemanden in einen Kriegsdienst einziehen mit der ehrlichen Botschaft, dass er nur noch als Kanonenfutter benötigt wird"
Völlig richtig, deswegen muss man ja auch lügen. Es gilt mehr als jemals zuvor: Warum sollte irgendein armer Sachbearbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste ist, was er dabei herausholen kann, dass er mit heilen Knochen (und ohne PTBS) zurückkommt?

Laurenz

21. Juni 2026 09:02

@Maiordomus @Kikl ... Sie haben @Kikls Trugschluß gut in Worte gefaßt. Souveräne Staaten gibt es nur in der Tageschau & bei Ganser, Theater für die Blöden. ... Der neue Teilnehmer @Claus Wolfschlag bringt es @Majestyk fast auf den Punkt, aber nicht ganz. Es schadet überhaupt nichts, über eine schlagkräftige Armee, Luftwaffe, Marine & deutsche Satelliten zu verfügen & dafür Geld auszugeben, dann geben uns die Polen & Tschechen freiwillig unser Land zurück. Aber nicht Rheinmetall darf den Preis bestimmen, sondern die Hardthöhe. Wer bei Rheinmetall nicht spurt, fliegt nach Stammheim. So geht Politik mit sicherheitsrelevanten Konzernen. Der Ukraine-Krieg, modern & symmetrisch, ist nur die Offenbarung der eigentlichen Kräfteverhältnisse & einer fundamentalen industriepolitischen Front, die quer durch den Westen verläuft. Seit Korea & Vietnam war man im Westen der Meinung durch ein paar Hightech-Schläge Konflikte entscheiden zu können. Die Lobby setzte enorm teure Cost-plus-Wartungsverträge durch, IT-Updates brauchen Jahrzehnte. Fast ohne Nutzen, brachte & bringt das die westlichen Staatssauhalte an Staatsschuldengrenzen, die nicht mehr finanzierbar sind. Musk, Thiel & Schmidt orientieren sich an Albert Speer & Russischer Industrie-Politik. Sie bieten Festpreise, betreiben permanent IT-Updates & simulieren nicht teuer, sondern testen durch Crashs mit gewonnenen echten Daten. Musk wechselte von teuren Verbund-Komponenten (Falcon9) auf billigen Edelstahl (Spaceship).

Le Chasseur

21. Juni 2026 09:06

@Claus Wolfschlag
"Die einzigen, die etwas von der Waffenproduktion haben, sind die Rüstungsfirmen"
Und die ausländischen Stakeholder, die unsere Regierung kontrollieren: https://ir.rheinmetall.com/de/investor-relations/veroeffentlichungen/stimmrechtsmitteilungen
https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2024-06/62473494-aktienanteil-erhoeht-rheinmetall-blackrock-uebt-kaufoptionen-aus-049.htm
https://www.nachdenkseiten.de/?p=128643
 

Laurenz

21. Juni 2026 09:19

@Maiordomus (2) ... Die Beharrungskräfte von Boeing, Lockheed Martin, Rocketdyne, Rheinmetall, Airbus, Dassault etc. zum Gelddrucken für die Aktionäre (Blackrock & Co.) sind natürlich enorm. Die NASA ist aber zB in ihrer bisherigen sozialistischen Form nicht mehr finanzierbar. Diese informell sozialistische Rüstungspolitik bringt den Westen um & verbrieft militärische Unterlegenheit im modernen Krieg, weil der Hightech-Schrott nicht funktioniert, wenn's schneit & keine Sau die Technik reparieren kann. Globale Zulieferketten sind ein weiterer Tod militärischer Souveränität. Ohne Chinesische Seltene Erden keine Chips & kein Krieg. In Deutschland ist die sozialistisch militärische Inkompetenz der Politik so gewaltig, daß man glaubt, einfach nur Geld in Rüstungsprojekte stecken zu müssen, um den Kampfwert der BuntenWehr zu erhöhen. Es reicht eben nicht, wenn Masken-Spahn das Wort "Vaterland" in den Mund nimmt. Wo soll die Überzeugung herkommen, wenn Spahn mit jeder Abstimmung im BuntenTag beweist, daß er selbst nicht an das Vaterland glaubt & es lebt. Um die BunteWehr wieder zu einer Armee zu machen, braucht es deutsche Tradition, Identität & Fließband-Profis bei der Beschaffung.

Mitleser2

21. Juni 2026 09:27

@kikl: Was wissen Sie über die Ukraine? Lesen Sie mal den unverdächtigen Henry Kissinger zur Kiewer Rus (auch wenn seine Vorschläge von 2014 inzwischen natürlich überholt sind).
https://www.ipg-journal.de/kommentar/artikel/henry-a-kissinger-eine-daemonisierung-putins-ist-keine-politik-298

kikl

21. Juni 2026 10:02

@Maiordomus
Ich halte die Unterstützung der Ukraine für sehr gut angelegtes Geld. Die Ukrainer führen den Krieg und sterben dabei an unserer Stelle – und sie fügen den Russen dabei gigantische Verluste zu. Genau das ist nötig, damit Russlands imperiales Projekt endlich gestoppt wird.
Medwedew schreddert Kanzler Merz in einem KI-Video und verkündet dabei: "No enemy can stop our homeland’s growth and prosperity. Happy Russia Day!"
Gemeint ist damit das territoriale Wachstum Russlands. Das ist guter alter Imperialismus.
Gleichzeitig lernen wir von der Ukraine, wie morderner Krieg funktioniert, und verbessern unsere industriellen und militärischen Fähigkeiten.

Mitleser2

21. Juni 2026 11:10

@kikl: "Die Ukrainer führen den Krieg und sterben dabei an unserer Stelle ..."
Ihr Zynismus ist ekelhaft.

Laurenz

21. Juni 2026 11:13

@alle zur Info, Weltwoche mit Götz Kubitschek im Interview https://youtu.be/Kn6SSMvVag8  knapp 4,5 Stunden.

Laurenz

21. Juni 2026 11:24

@Kikl @Maiordomus ... Es gibt kein imperiales Russisches Projekt. Anhand von Armenien können Sie sehen, daß Rußland klar kommuniziert hat, wenn Armenien den Westen als Partner will, soll Armenien auch teures westliches Gas/Öl kaufen, sich vom Westen gegen die Türkei & Aserbeidschan schützen lassen. Das ist das Problem, der Westen kann & will Armenien nicht schützen, (das ist reines Wunschdenken der Armenier), sondern nur den Armeniern das Geld aus der Tasche ziehen. Ist halt blöd, wenn man den Westen nicht verstanden hat & die Gewinne dann in den Westen fließen. Wenn die Russen sich den Staub von den Stiefeln schütteln, kommt es im Augenblick zur geopolitischen Perversion, daß der Iran sich veranlaßt sieht, Armenien gegen die Turkstaaten schützen zu müssen. & wie Sie wissen, ist der Iran der elementare Gegner des von den dummen Armeniern so innig geliebten Westens. In 2007 hat Rußland seine Roten Linien formuliert, hatte niemanden interessiert & jetzt kriegen wir dafür auf die Fresse, weil wir mit Mitbürgern, wie Ihnen, Kikl, verflucht sind.

RMH

21. Juni 2026 11:33

@kikl,
ich teile Ihre Auffassung, dass es zum einen russischen Imperialismus gibt und zum anderen, dass man die Ukraine daher unterstützen muss. Ich schreibe bewusst muss, da die Würfel dafür schon vor längerer Zeit gefallen sind und man nicht im Fluß umkehren kann. Das Thema ist jetzt Sache Deutschlands, ob man das will oder nicht. So wie man als Bürger Schulden erbt (das staatliche "Erbe" kann man bekanntermaßen nicht "ausschlagen", es sei denn, man emigriert), so erbt man auch Kriege. Man ist verstrickt & kommt da nicht mehr raus, ohne langfristig wesentlich schlechter da zustehen, als wenn man einen auf den ersten Blick populären Schlusstrich versucht. Nur eines ist sicher: Deutschland wird nicht als strahlenden Sieger vom Platz gehen. Die Frage ist nur, wie hoch der Schaden am Ende sein wird. Was aktuell nicht einzusehen ist, dass man wehrfähige Männer der Ukraine hier durchfüttert. Im Sinne der Unterstützung hat man diese konsequent der Ukraine zu übergeben. Die Sozialleistungen an nicht wehrfähige, ukr. Flüchtlinge gehören zudem auch auf den Prüfstand. Drohnen halte ich zudem nur für eine Brückentechnologie zu ganz anderen Schweinereien.

Gimli

21. Juni 2026 12:01

Hmmh, bin überrascht und zu faul, den Text ein 2. Mal zu lesen. Daher mag sein, dass ich ein Leitmotiv übersehe.Überrascht, dass am Ende ein "Militär" und "Nationaler" eine milit. Grundausbildung (zumindest aktuell) für seinen Sohn nicht als würde- und sinnvolle Nachfolge in den Fußstapfen des Vaters sieht. Die genannten Gründe kann ich nachvollziehen, aber ich kann mir vorstellen, dass die Ukraine für Generäle und Waffentechniker eine Art Glücksfall darstellt, da man im Zeitraffer die Evolution des Krieges mitverfolgen kann. In der Ukraine wirken sogar typ Darwinsche "Prinzipien". Diese neue Art Krieg dürfte nicht mehr diesen Typ Kämpfer/Soldat erfordern, den GK in seinen Beispielen sieht, mit denen er seinem Sohn das Soldatentum ausreden möchte.Man mag das auf einer höhere Ebene auch schon sehr dystopisch finden. Vor Jahren nannte man den Wandel VUCA - die ZEiten galten als volatil, unsicher, komplex und ambig. Die Digitalisierung verändert alles, aber nicht linear, sondern immer schneller. In VErbindung mit Robotik, wird KI zur echten Konkurrenz für uns organic life forms. In der sogenannten Dark Logistic arbeitet kein Mensch mehr, die "Kopf"-Berufe folgen dem Trend. Wieder zurück zu Palantir und Krieg: Es werden keine Menschen mehr an der Front kämpfen, sondern "Systeme" und das immer autonomer. In der Wirtschaft ist das schon im Gange. Bin so froh, dass ich Optimist und Progressivist bin. 

Valjean72

21. Juni 2026 12:18

@Majestyk: "Echte Patrioten investieren in Helsing oder Rheinmetall."
---
 
Ich habe soeben ChatGPT nach den Hauptaktionären von RHEINMETALL gefragt.
 
Hier die este Antwort:
BlackRock ca. 7,2 %FMR LLC ca. 3,1 %UBS Asset Management AG ca. 3,0 %Vanguard ca. 2,9 %
 
Ich habe dann noch nach indirekten Beteiligungen in Bezug auf BlackRock und Vanguard nachgefragt:
 
"Wenn man das gesamte (Anm.: globale) Netzwerk betrachtet, stößt man auf einen interessanten Effekt:
 
BlackRock ist Großaktionär bei Microsoft, Apple, Lockheed Martin, Boeing, Airbus und Tausenden weiterer Unternehmen.
Vanguard ist bei denselben Unternehmen häufig ebenfalls unter den größten Aktionären.
 
Für Rheinmetall bedeutet das: BlackRock und Vanguard haben einen spürbaren Einfluss als Großaktionäre."
 
Nach meinem Verständnis ist Rheinmetall kein deutsches Rüstungsunternehmen mehr.
 

Jan

21. Juni 2026 12:29

@ Le Chasseur
"Doch, man braucht schon noch Soldaten, und wir werden auch wieder den Einsatz von größeren Truppenverbänden sehen."
Am Boden werden analog zu den Drohnen in der Luft vermutlich erstmal die humanoiden Roboter zum Einsatz kommen. Man schaue sich die beiden Demo-Videos in der Bildergalerie an. Unglaublich, wie die Chinesen vom rückständigen maoistischen Hungerleiderland in Richtung Zukunft marschiert sind, auch durch den Klau und Aufkauf unserer Technologie wie im Fall des Roboterherstellers Kuka. Hier hatte die unfähige Bundesregierung wieder mal unverzeihlicherweise gepennt: "China will auf allen Gebieten konkurrieren. Es hat das Know-how von in China tätigen deutschen Unternehmen gestohlen und erwirbt auch auf legalem Weg tausende von deutschen Patenten"
 

Valjean72

21. Juni 2026 12:36

@RMH: "Kann man nicht oder will man nicht?"
---
Diese Frage stelle ich mir seit Beginn des russischen Angriffs.
 
Wer stirbt denn auf beiden Seiten? In der Regel junge patriotische, ostlawische (weisse) Männer, orthodox-christlichen Glaubens.
 
Beide Staaten weisen niedrige Geburtenraten auf und diese jungen Männer sollten eigentlich Familien gründen und künftig ihre Staaten tragen.
 
Gedankenspiel: Vielleicht gibt es Kräfte mit Einfluss, die weder Sympathien mit Ostslawen, noch mit orthodoxen Christen haben und denen es gelegen kommt, wenn diese sich gegenseitig dezimieren?
 
Bestimmt gibt es bald auch Liberale, die dann die Einwanderung von jungen Männern aus dem Orient und Afrika propagieren, um diesen Blutzoll auszugleichen ...
 
Tatsächlich bin ich der Aufassung, dass dieser Krieg sehr schnell hätte beendet werden können, aber offensichtlich gibt es Interessen (auf  verschiedenen Seiten?) über diesen laufenden Krieg andere Weichenstellungen realisieren zu können. Der wirtschaftliche Verlierer ist eindeutig die BRD und damit die EU ...
 

Artabanus

21. Juni 2026 12:54

Es ist immer wieder witzig wenn Leute glauben, daß Deutschland mittelfristig noch irgendwo technologisch Spitze sein wird. Ein Land in dem es bald noch nicht einmal mehr eine Stahlindustrie geben wird. Ein Land in dem elektrischer Strom bald rationiert werden wird. Diese Drohnenbude Helsing greift einfach einen Teil des Merzschen Sondervermögens ab, das ja so schnell wie möglich verbraten werden muss. Kostenmäßig sind die doch garantiert nicht konkurrenzfähig mit Russischen oder Chinesischen Herstellern, technologisch wahrscheinlich auch nicht. Zum Ukrainekrieg nur soviel: selbst wer Russland nicht mag ist schlecht beraten die Ukraine zu unterstützen. Die wird nämlich nicht nur  garantiert auf ewig unser Kostgänger und Parasit sein, sondern auch ewig bestrebt sein uns in einem Krieg gegen Russland zu verwickeln. Ein völliges Verschwinden dieses Staates wäre in unserem besten Interesse.

Majestyk

21. Juni 2026 13:28

@ Volksdeutscher:
"Daß Russland die Ukraine bis dato nicht besetzte, liegt nicht daran, daß es nicht die ökonomischen und finanziellen Quellen dazu hätte oder militärtechnisch nicht dazu befähigt wäre, sondern einzig daran, daß Russland die Ukraine nur entmachten, d.h. eine Regierung dort installieren möchte, die seiner Existenz wohlgesonnen ist"
So wie Sie es erzählen stimmt die Geschichte nicht. Rußland hat die Existenz der Ukraine geduldet, solange dort Marionetten an der Macht waren. Die Separationsbewegung entstand nicht, weil Kiew böse war, sondern umgekehrt Kiew reagierte auf die Entstehung einer Separationsbewegung, die vom Kreml finanziert und gesteuert wurde. Kein Staat würde dies dulden. 
Dass Rußland der Ukraine ohne weiteres überlegen wäre stimmt ebenfalls nicht, sonst bräuchte es keine nordkoreanischen Truppen, iranische Raketen (seit 2021!) und chinesische Rüstungshilfe. Wladimir Tschirkin hat schon letztes Jahr im russischen Fernsehen zugegeben, daß die eigene Militärführung den ukrainischen Widerstandsgeist unterschätzt hat. Böser Westen hin oder her, die Mehrheit der Ukrainer will nicht wieder unter russischer Fuchtel leben, gilt auch für Georgier oder Balten. Das hat seinen Grund und dieser heißt russischer Imperialismus. Dessen Existenz kann man leugnen, nicht aber die sich daraus ergebenden Kriege.

Le Chasseur

21. Juni 2026 13:44

@Valjean72
"Wer stirbt denn auf beiden Seiten? In der Regel junge patriotische, ostlawische (weisse) Männer, orthodox-christlichen Glaubens."
Für die Ukraine kämpfen auch viele Süd- u. Mittelamerikaner. Wer überlebt, bringt sein erworbenes militärisches Know-how den Kartellen bei.
"Vielleicht gibt es Kräfte mit Einfluss, die weder Sympathien mit Ostslawen, noch mit orthodoxen Christen haben und denen es gelegen kommt, wenn diese sich gegenseitig dezimieren? Bestimmt gibt es bald auch Liberale, die dann die Einwanderung von jungen Männern aus dem Orient und Afrika propagieren, um diesen Blutzoll auszugleichen"
Ich tippe auf Menschen, deren Vorfahren bereits in der Ukraine gelebt haben. Der Boden, den sie momentan besiedeln, wird langsam aber sicher zu heiß. Da muss man sich rechtzeitig nach Alternativen umsehen.

Majestyk

21. Juni 2026 13:52

@ Claus Wolfschlag:
"Die Produktion von Waffen erzeugt keinerlei Wohlstand für ein Land, weil nämlich Güter ohne echten Nutzen für die Bürger produziert werden."
Doch Rüstung schafft Wohlstand. Auch Rüstungsindustrie bietet Arbeitsplätze. Eigene Waffenproduktion schafft Unabhängigkeit. und äußere Sicherheit. Der Grund warum heimische Waffenproduktion ein Zuschußgeschäft für den Steuerzahler ist, liegt an der Subventionswirtschaft, sowie jener Moralfessel, der sich Deutschland unterworfen hat. Wer Waffen produziert muß in Friedenszeiten fleißig exportieren, gewinnbringend am ehesten in Konflikt-. und Kriegsgebiete. 
Die Diskussion ist bezeichnend. Man wirft Linken vor, daß diese eine Politik der Moral betreiben und eigene Interessen ignorieren. Was ich hier lese ist nicht besser. Moral hat in der Politik, erst recht Geopolitik nichts zu suchen. Rußland kann ja als Tankstelle dienen und Absatzmarkt für eigene Produkte. Das macht RU aber nicht zum politischen Partner, China erst recht nicht. Deutschland braucht eine Armee, die Stärke ausstrahlt und eine funktionierende Rüstungsindustrie. Jene Arbeiter, die bald keine Autos mehr bauen dürfen, benötigen eine Ersatzbeschäftigung. Es kann ja nicht jeder so wie und andere einen Großteil seiner Zeit in einem Kommentariat verbringen. Moral muß man sich leisten können, den Verzicht auf eine Industriesparte ebenso.Güter produziert man übrigens, um Gewinn zu erzielen und nicht um Bürgerinteressen zu bedienen.

Majestyk

21. Juni 2026 14:12

@ Laurenz:
"Die NATO war noch nicht mal in der Lage, sich in Afghanistan gegen Sandalen tragende Taliban, die in Kartoffelsäcken stecken, zu halten. Man hatte den Schwanz eingezogen & viele Mrd. an Waffenwert dort zurück gelassen. "
Das stimmt doch nicht und wenn Sie so viele Podcasts hören und Videos schauen, dann müßten Sie dies wissen. Ich verweise mal auf das Interview von Shawn Ryan mit Donald Trump. Afghanistan wurde linker Politik geopfert. Zum Zeitpunkt als Trump von Biden abgelöst wurde hatte man Afghanistan im Griff und der von Trump geplante Abzug wäre kontrolliert verlaufen und die USA hätten Bagram als Stützpunkt behalten, auch weil die chinesische Uranproduktion nur eine Flugstunde entfernt war. 
Das Niveau westlicher Armeen wird durch linke/woke Politik gesenkt, dazu gehört auch der Wasserkopf. Sie alle überschätzen die Kampfkraft Rußlands und Chinas. Rußland gewann den Zweiten Weltkrieg vor allem dank amerikanischer Militärhilfe und China hat noch nie einen modernen Krieg gewonnen. Der Abzug aus Afghanistan oder Vietnam hatte hingegen innenpolitische Gründe und beruhte auf schwachen politischen Führern, genau wie das Patt im Koreakrieg. Hätte man MacArthur gelassen, Korea wäre heute kein geteiltes Land. Und dazu brauchen Sie jetzt nicht Ihre von linken Historikern gefütterte KI befragen. Was am Westen falsch ist, das ist die linke Unterwanderung und linke Politik, nicht dessen Existenz.

Majestyk

21. Juni 2026 14:50

@ Valjean72:
"Bestimmt gibt es bald auch Liberale, die dann die Einwanderung von jungen Männern aus dem Orient und Afrika propagieren, um diesen Blutzoll auszugleichen ..."
Wenn Sie Ihre Feindbilder nicht pflegen können. Ich bin ein "deutsch sprechender Amerikaner". Identitätspolitisch bin ich aber so ziemlich der größte Falke. Von mir hört man kein Appeasement oder Zugeständnisse gegenüber Folgen deutschfeindlicher Migrationspolitik. Bei mir käme jede Einbürgerung seit Änderung des Staatsbürgerrechts auf den Prüfstand. Ich interessiere mich nicht für internationales Recht, sondern Politik, die neue Fakten schafft. 
Ich gebe mal zu bedenken, wenn ein islamisches Land Ausländern das Tragen eines Kopftuchs in der Öffentlichkeit vorschreiben kann, kann ein nicht islamisches Land dies verbieten, den Bau von Minaretten und Gründung von Islamvereinen sowieso. Ich habe keine Lieblingsausländer.
Wer in ein besiedeltes Land einwandern läßt verteuert Bodenpreise und Wohnraum für die Einheimischen und nimmt denen oftmals Jobchancen. Für mich gilt: Deutschland zuerst und innerhalb Deutschlands Volksangehörige zuerst. Deutschland hat nicht die Weite von Australien, Kanada oder den USA. Hier kann man keine neuen Städte bauen. 
Liberalismus für eigene Bürger statt Kosmopolitismus. Sie aber übernehmen die aus den USA importierte Begriffsdeutung der Linken, die für sich vereinnahmt haben, liberal, demokratisch und progressiv zu sein.

Ein gebuertiger Hesse

21. Juni 2026 14:58

@FraAimerich
Dankeschön! Was Jünger angeht will ich mich melden. Und betreffs der KI: fragen Sie die mal - und ich gehe jetzt mal dezidiert in linksintellektuelles Denken rein -, was ein "Dispositiv" ist oder was den Unterschied zwischen dem "Signifikat" und der "Signifikanten" im Sinne Barthes ausmacht. Die KI KNICKT EIN und ist blasser als ein Duden-Eintrag.

Majestyk

21. Juni 2026 15:02

@ Jan:
"auch durch den Klau und Aufkauf unserer Technologie wie im Fall des Roboterherstellers Kuka. Hier hatte die unfähige Bundesregierung wieder mal unverzeihlicherweise gepennt:"
Aber nur, wenn man an Zufälle glaubt und den deutschen, westeuropäischen, nordamerikanischen Ausverkauf als Folge von Dummheit betrachtet.

Laurenz

21. Juni 2026 15:21

@Majestyk @L. ... Mit Verlaub, Majestyk, Ihre Kommentare werden immer hanebüchener. Hier der Bericht eines Deutschen Soldaten aus Afghanistan. https://youtu.be/SjfuyKMgI7s Sie lesen auch schlecht Kommentare. Die Invasionen der USA, 1991 & 2003 in die Irakische Wüste vom Golf aus vorgetragen, waren Kindergarten. Und die Invasion der Briten & Sowjets in Persien, 1941, mit 200k Mann sind heute so nicht mehr möglich. Trump hatte öffentlich verkündet, daß weitere Kampfhandlungen in 4 Wochen beendet gewesen wären, weil die US Armee dann keinerlei Munitionsreserven mehr gehabt hätte. Das ist doch der Grund, warum die Saudis oder Inder mittlerweile machen, was sie wollen. Die Saudis stehen mittlerweile Israel näher als den USA. Ihre real-militärischen Einschätzungen sind, wie beim geschätzten @RMH, abseits jeglicher Realität.

Mitleser2

21. Juni 2026 15:49

Wieso ist eigentlich die Mehrheit des Kommentariats antirussisch (ja, sehe ich so) und oft antizionistisch? Braucht man das, um Neurechts zu sein? Ich dachte eigentlich, das sind altrechte Positionen.

RMH

21. Juni 2026 16:48

"Wer stirbt denn auf beiden Seiten? In der Regel junge patriotische, ostlawische (weisse) Männer, orthodox-christlichen Glaubens."
@Valjean72, scheint für die russische Föderation nicht ganz zu stimmen. Es ist bekannt, dass Moskau sog. Vertragssoldaten in der Ukraine einsetzt & aus den großen Machtzentren Moskau & St. Petersburg scheinen es nur wenige zu sein (Generalität wird es anders aussehen). Die Recherche wirft als Hauptbelastete Teilrepubliken Baschkortostan, Tartastan, Dagestan, Tschetschenien, allesamt mehrheitlich moslemisch sowie Burjatien & Tuwa mit einer Mehrheit von tib, Buddhisten aus. Hinzukommen angeworbene aus allen Teilen der Welt, Nordkoreaner etc. All diese Provinzen tragen den Blutzoll & werden die Rechnung den abgeschotteten Blasen um Moskau & St. Petersburg präsentieren. Das letzte Kolonialimperium Russland wird instabiler werden. Man erinnere sich nur an den Putsch der "Wagner"-Söldner, der dem Führer der Organisation auf seltsame Weise dann doch den Kopf gekostet hat. Ich denke, wir alle - schließe mich ein - ahnen zu wenig über die Machtgefüge in RUS.

RMH

21. Juni 2026 16:59

"Nach meinem Verständnis ist Rheinmetall kein deutsches Rüstungsunternehmen mehr."
Nach zutreffendem Verständnis ist Rheinmetall ein Rüstungsunternehmen in der Rechtsform der AG, mit Sitz in Deutschland (damit ist es ein deutsches Unternehmen), vielen Niederlassungen weltweit, welches sich im Streubesitz vieler Aktionärer, darunter knapp 28% Privatanleger, befindet.
https://ir.rheinmetall.com/de/investor-relations/aktie/aktionaersstruktur
Von den ca. 42tsd Arbeitnehmern arbeiten die meisten in Deutschland, zahlen hier also Steuern und in die Sozialversicherung ein. Ein paar Prozent Blackrock hat da nichts zu sagen, was ist außerdem gegen Vanguard einzuwenden? 
Es gibt sicher andere Kandidaten als Rheinmetall, wo Vorurteile besser passen.

FraAimerich

21. Juni 2026 19:03

@Majestyk: "Güter produziert man übrigens, um Gewinn zu erzielen und nicht um Bürgerinteressen zu bedienen"
 
Obacht - für solch schlichte Feststellungen wurde man hier bereits als Linksabweichler und Marxist markiert! Auch Ihr Verweis auf "Hochfinanz und Großkapital" neulich gilt unter Antisemitismusexperten keineswegs als unbedenklich.  
 
@RMH:  "...da die Würfel dafür schon vor längerer Zeit gefallen sind..."
 
Wie hätten sie auch anders fallen sollen - die Würfel waren gezinkt. Aber das hat Sie ja schon damals nicht wirklich interessiert. Waren ja westliche Würfel.
 
Sei's drum, mir ist es heut zu heiß für intensiveren Schlagabtausch. Aber falls einem der Teilnehmer etwas zu meiner subtilen Suchanzeige (20.6.2026 - 17:52) einfällt ... ich lese weiter gewissenhaft mit! 

Gracchus

21. Juni 2026 19:39

Ich schaue gerade das Gespräch von Köppel mit Kubitschek. Sehr stark. Geprägt von wohltuender Ernsthaftigkeit.
Wie hier zeigt sich ein Punkt, wo ich von Kubitschek und der Kern-Rechten abweiche, nämlich der Ansicht, Politik und Moral seien getrennte Bereiche (ohne dass ich Nietzsches Moralkritik gänzlich verwerfe). Ich müsste natürlich ausgreifen, was ich unter Moral verstehe, aber das würde zu weit gehen, ich kann z. B. auf Ostritschs Vortrag in der BdK verweisen. Dann folgende Hinweise: 

Gracchus

21. Juni 2026 20:01

1. Moral ist etwas den Menschen Konstituierendes, so dass politisches Handeln auch moralisch sein muss. Politische Propaganda bemäntelt den nackten Machtwillen und zielt auf Moral, weil dies den "Normalmenschen" anscheinend stärker motiviert. Jedenfalls: Mag diese Propaganda heuchlerisch sein und Moral zur Heuchelei einladen, zeigt dies doch, dass Moral politisch eine Rolle spielt.
2. Michael Kohlhaas.
3. Eingedenk des Spruches des Anam erachte den eigenen Lebenswillen nicht für unmoralisch. Der Schlussakkord des Artikels ist auch ein moralischer, nämlich die Absage, die eigenen Nachkommen als "Drohnenfutter" zur Verfügung zu stellen. 
4. "Die Weltgeschichte ist das Weltgericht."
5. Moral als Tugend. Beim Fussball fallen Sätze wie: "Die Mannschaft hat Moral bewiesen", etwa wenn sie bei einem Rückstand nicht aufgibt. Ohne Tugend funktioniert kein Gemeinwesen, kein Heer etc. 
 

Laurenz

21. Juni 2026 21:58

@Gracchus ... Es gibt keine Moral in der Geopolitik. Geopolitik wird nur moralisch verkauft. Unsere Vernichtung wird als Moral für andere verkauft. ... @Mitleser2 ... Russophobie & Amiphobie sind erstmal sinnlos. Man darf natürlich über diese Gefühlswelten verfügen. Wenn ich in unserer Geschichte an Briten, Franzmänner, Polacken, Sowjets & Amis denke, könnte ich denen permanent die Fresse polieren, aber das führt zu nichts. Das ist in ungefähr so, als sie einem Blöden erklären müssen, daß er blöd ist. Man sollte schlicht wissen, wer man selbst ist & wer die anderen sind. Nach Bismarck waren wir die Blöden, es war aber bis heute keiner da, der es uns erklären will. Die Gegenwart der anderen ist einfach faktisch & wir müssen schauen, wie wir mit allen irgendwie klarkommen. Konflikte sind am besten an die anderen auszulagern.

anatol broder

21. Juni 2026 22:16

helsing teilte vor zwei wochen mit:
«frank dirksen übernimmt von juni an die neue geschaffene position des chief commercial officers bei helsing.
dirksen wechselt mit langjähriger umfassender erfahrung aus der verteidigungsindustrie zu helsing. bei rheinmetall hatte er zunächst das ceo-büro geleitet, ehe er verschiedene führungsrollen übernahm, darunter die des ceo und country lead von rheinmetall südafrika. zu beginn seiner karriere war dirksen unternehmensberater und diente 15 jahre lang bei der bundeswehr.»

Valjean72

21. Juni 2026 22:16

@RMH: "Es gibt sicher andere Kandidaten als Rheinmetall, wo Vorurteile besser passen."
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Werter RMH, Vorurteile sind in einer liberalen Demokratie nie passend und in Bezug auf unsere US-Amerikanischen Befreier und Freunde doch nur Ausfluss eines tief sitzenden Komplexes und Freiheitsdefizites von Ewiggestrigen.
 
Pressemeldung von Rheinmetall vom 02.06.2026:
 
"American Rheinmetall investiert 41 Mio USD in sechs US-Produktionsstätten. Anlagenverfügbarkeit und Produktionskapazitäten der US-Rüstungsindustrie sollen gesteigert werden" (hier)
 
Aber klar, fühlte ich mich als deutsch sprechender Amerikaner, dann sähe ich auch überhaupt keinen Anlass zu Kritik oder gar zur Sorge.

Le Chasseur

21. Juni 2026 22:44

@Mitleser2
"Wieso ist eigentlich die Mehrheit des Kommentariats antirussisch (ja, sehe ich so) und oft antizionistisch? Braucht man das, um Neurechts zu sein?"
Meine Wahrnehmung ist, dass die Neurechten prorussisch und prozionistisch sind. Weiß auch nicht, wer von den hier Schreibenden sich als neurechts bezeichnen würde.

Volksdeutscher

21. Juni 2026 23:26

@Mitleser2 - "Wieso ist eigentlich die Mehrheit des Kommentariats antirussisch (ja, sehe ich so) und oft antizionistisch? Braucht man das, um Neurechts zu sein? Ich dachte eigentlich, das sind altrechte Positionen."
Man wird das Aussprechen von Wahrheiten und Tatsachen nicht verschweigen, nur weil es irgendwelchen Ethnien nicht gefällt, die durch ihr politisches Handeln uns schaden (wollen). Reicht es nicht, daß ihr Aussprechen in deren eigenem Land unterdrückt wird? Das Aussprechen von Wahrheiten und Tatsachen ist keine "altrechte" Position. Außerdem ist "neurechts" kein Fortschritt gegenüber "altrechts", es ist nur anders. Fallen Sie bitte nicht auf den linken Fortschrittsdünkel herein.

Volksdeutscher

21. Juni 2026 23:46

@Majestyk - "So wie Sie es erzählen stimmt die Geschichte nicht. Rußland hat die Existenz der Ukraine geduldet, solange dort Marionetten an der Macht waren."
Sie nennen sie Marionetten, ich nenne sie politische Kräfte, die der Existenz des russischen Volkes gegenüber wohlgesonnen sind. Sie vergessen außerdem zu erwähnen, daß die westlichen Hyperdemokraten aus Amerika und sonstwo die gültigen ukrainischen Wahlen putschten, die demokratisch erfolgte und gültige Wahlentscheidung des ukrainischen Volkes ignorierten, um ihre Marionetten dort einsetzen zu können. Übrigens: Sind auch wir Marionetten der Russen, wenn wir auf gute Beziehungen und einen Ausgleich mit ihnen hinaus sind, um Amerika aus Deutschland herauszuhalten und eine multipolare Welt entstehen zu lassen?

Volksdeutscher

21. Juni 2026 23:54

@Le Chasseur - "Meine Wahrnehmung ist, dass die Neurechten prorussisch und prozionistisch sind. Weiß auch nicht, wer von den hier Schreibenden sich als neurechts bezeichnen würde."
Ich denke, daß sind keine Neurechte, am allerwenigsten Altrechte, sondern einfach liberale Atlantiker, die sich in der Hoffnung verstellen, auf Neurechte Einfluß ausuüben zu können.

FraAimerich

22. Juni 2026 00:11

@Laurenz  -  Geopolitik betreiben hier wohl die wenigsten. Hier wird nur beurteilt (nach welchen Kriterien wohl), allenfalls analysiert. Daß Staaten Interessen und keineswegs moralische Werte/Tugenden zu vertreten haben, ist banal. Darüber braucht man normalerweise nicht mal mit Linken diskutieren. Ein paar ausgesprochene Moralisten gibt es freilich überall. Mit denen diskutiert man besser gar nicht. Sparen kann mich sich Diskussionen erfahrungsgemäß auch mit Leuten, die z.B. die Auslöschung des Iran, gerne auch atomar, für eine pfiffige und erfolgsversprechende Idee halten und begründeten Widerspruch als Moralisiererei vom Tisch zu wischen belieben. Da fehlt es an mehr als an klaren Begriffen.
Gewisse Moralvorstellungen u. Tugendappelle können sich Rechte wie Linke nicht nehmen lassen. Ohne funktioniert ja auch kein rechtlich verfaßtes Staatswesen von Bestand. Hegel hat sich dazu klug u. modern anmutend geäußert; sogar bereits davor gewarnt, daß es einen Punkt gibt, wo die moralische Gesinnung als unentbehrliche Grundausstattung des Staatsbürgers "ins Böse umzuschlagen" droht.
Kluge Rechte wissen um dieses Dilemma, möchten sich aber natürlich keinesfalls die Option versagen, etwa den Patriotismus oder die Nation selbst ins Reich höchster Werte und hehrer moralischer Gedankenschöpfungen zu heben. Gerade darin unterscheiden sie sich ja von Allerweltslinken und den lediglich klugen Rechnern/Liberalen.

ede

22. Juni 2026 00:43

Einen nennenswerten antirussischen Affekt innerhalb der Rechten nehme ich schon war. Dieser scheint glücklicherweise nicht mehrheitsfähig zu sein. Und, er scheint im Westen, oder wegen mir auch im Süden, bemerkenswerterweise präsenter als im Osten zu sein. 
Man sollte erwarten das es umgekehrt ist. Schließlich war der Osten 45 Jahre russisch, genauer sowjetisch besetzt. 
Und nein, das süße Gift der Zonenpropaganda hat keine Wirkung entfaltet. Es gab auch keine nennenswerten Kontakte zu Russen und Russland. Man sah russische Offiziere gelegentlich im Stadtbild, immer korrekt gekleidet u. geputzte Schuhe. Einfache Soldaten sah man hin und wieder auf den Ladeflächen von LKWs, nie im Ausgang. Man hatte Mitleid mit ihnen (den Zeitraum bis 1953 mal außen vor). 
Das sich der Westen a priori antirussisch und pro amerikanisch sozialisiert hat ist logisch und nachvollziehbar.
Das das mental so lange nachwirkt aber nicht. Russland ist nicht die Sowjetunion. Volksdeutscher liegt richtig. 
PS. Ich liebe Donald Trump. 

kikl

22. Juni 2026 06:52

@Le Chasseur
Ich bin hier fast der einzige, der den Neurechten die rosarote Brille entreißt, damit sie sehen, dass sich Putins Russland in der Ukraine nicht gegen den bösen Westen verteidigt. Das heißt nicht, dass ich "antirussisch" bin; ich bin nur gegen imperiale Raubzüge in meiner Nachbarschaft. Wenn Polen oder Rumänien sich genaus verhielten, dann würde ich mich auch dagegen wenden.

dojon86

22. Juni 2026 07:06

@LeChasseur @Mitleser2 Ich habe mich bis jetzt nicht geäußert, weil ich mich unter den ganzen Generälen fehl am Platz fühlte. Aber warum ist man pro Russisch, wenn man die US Dominanz in der Bunten Republik ablehnt. Und wieso soll man pro Arabisch (Propalästinensisch) sein, wenn man die Vertreibung von Menschen ablehnt, die dort jedenfalls seit mehr Generationen leben, als die jüdischen Zionisten. (Sieht man mal von der gemeinsamen mythischen Urheimat des jüdischen Volkes ab die jedenfalls ich bezweifle wenn man das phänotypische Erscheinungsbild eines Aschkenasen mit einem jemenitischen Juden vergleicht) Auch sehe ich mich nicht als prozionistisch, wenn ich das harte Vorgehen Israels in Gaza nach dem Überfall der Hamas für berechtigt halte. Im übrigen sollte der Angehörige eines Volkes, das selbst in seinem Bestand gefährdet ist und einen dritten karthagischen Krieg nicht überstehen würde, und das obendrein eigentlich ein abhängiges Territorium der USA ist, sich in erster Linie um das Eigene kümmern. Und dazu gehört, nicht, oder nur unter innerem Vorbehalt einem Staat oder meinetwegen dem globalen Westen zu dienen, der das eigene Volk auflösen will.

RMH

22. Juni 2026 08:10

"Aber klar, fühlte ich mich als deutsch sprechender Amerikaner, dann sähe ich auch überhaupt keinen Anlass zu Kritik oder gar zur Sorge."
@Valjean72, Rheinmetall erwartet für 2026 einen Umsatz von über 14 mrd und da sind 41 Mio pi mal Daumen irgendwas im Bereich von unter 0.3% (hab jetzt die Dollar-Euro Umrechung nicht gemacht).  Gleichzeitig baut Rheinmetall am Standort Unterlüß (Niedersachsen) für über 300 Mio ein neues Wert und auch nach Sachsen-Anhalt fließen um die 40 Mio, also fast so viel, wie in die USA und es entstehen 150 neue Arbeitsplätze (sicher solche, die nach Tarif bezahlt werden). Wenn ich mich jetzt als deutsch sprechender Deutscher in der Hallenser Ebene fühlte, dann sähe ich auch überhaupt keinen Anlass zur Kritik oder gar zur Sorge.
Wie geschrieben, jeder möge seine Vorurteile bestätigt sehen oder nicht. Am Ende sprechen die Zahlen.

RMH

22. Juni 2026 08:15

Nachtrag: Im Zusammenhang mit Rheinmetall wäre es auch interessant einmal zu wissen, wie Siegmund dazu steht, dass in Sachsen Anhalt von Rheinmetall in Silberhütte investiert wird und es 150 neue Arbeitsplätze dort geben wird - zusätzlich zu den bereis ca 300 bestehenden.

RMH

22. Juni 2026 09:02

"Schließlich war der Osten 45 Jahre russisch, genauer sowjetisch besetzt."
@ede, das war offenbar so spaßig, dass bis zu 4 Mio Einwohner der DDR bis 1989 diesen sozialistischen Musterstaat verlassen haben. 1953 hatte die DDR noch etwas über 18 Mio Einwohner, 1989 nur ca 16,4 Mio. Trotz Familienförderung, wie sie hier immer wieder gelobt wird, konnte diese Abwanderung offenbar nicht ganz durch Nachwuchs kompensiert werden. Die DDR heuerte um die 200.000 ausländische Arbeitskräfte ergänzend an. Man kann jetzt philosophieren, wie man will. Es gibt in ganz D Menschen, die eher pro russisch sind oder eher pro amerikanisch. Aufgabe einer echten, neuen Rechten ist es nicht, die einen oder anderen in ihren Neigungen, die beiderseits des vormals eisernens Vorhangs sehr wohl auch durch die Besatzungserziehung mitgeprägt wurden, für kurzfristige Wahlerfolge zu bestätigen, sondern es zu schaffen, dass die die ganz überwiegende Mehrheit wieder vorrangig pro-deutsch wird. Es liegt nicht im deutschen interesse, ein Russland zu haben, welches durch seinen Imperialismus die direkten Nachbarn in die Hände der Amerikaner, Briten & Franzosen treibt & unser Land energetisch & rohstofftechnisch abhängig von sich macht & es liegt nicht im Interesse Deutschlands, dass die USA Europa in rivalisierende Einzelländer auflöst & darüber primär Gelder in den eigenen, militärisch-industriellen Komplex & die Energieindustrie lenkt (das war jetzt die ganz grobe Kurzfassung).

Le Chasseur

22. Juni 2026 09:04

@kikl
Wenn es sich bei dem Ukraine-Krieg um einen imperialen Raubzug der Russen handelt, dann verstehe ich nicht, warum Putin nicht sofort nach dem von der CIA orchestrierten Putsch in die Ukraine einmarschiert ist. Stattdessen ließ er sich auf Minsk I und II ein und sah acht Jahre dabei zu, wie die Ukraine vom Westen hochgerüstet wurde.

Laurenz

22. Juni 2026 09:11

@RMH ... Daß Rheinmetall Werke baut, dagegen hat niemand was gesagt. Auch Meloni baut in Italien, gemeinsam mit Rheinmetall, die I. Italienische Munitionsfabrik. Der Fakt ist, daß ein Umwidmung der bisherigen gescheiterten Rüstungspolitik des Westens Not tut. Was die anderen Loser machen, spielt auch keine Geige. Aber wir müssen unsere Sicherheitspolitik verändern. Es kommt aber keiner auf die Idee, entsprechende Werke in einen Berg, als unter Tage zu bauen. Jeder Deutsche sollte wissen, was es bedeutet, wenn Fabriken aus der Luft zerstört werden. Das Problem ist eher der Preis. Eine 155 mm Granate kostet, je nach Zweck, zwischen 3k & 5k €. Eine Granate mit Suchzünder kostet bereits zwischen 60k-80k pro Stück. Eine Russische 152 mm Granate kostet zwischen 950 - 1,2k €. Russische Suchzünder-Granaten kosten zwischen 22k & 30k €. Der aktuelle Krieg, wie die Kriege der Zukunft werden über die Kosten geführt. Der Netto-Konzerngewinn von Rheinmetall beträgt nach Abzug aller Steuern, Zinsen & sonstigen Finanzierungskosten, 835 Mio. €. 528 Mio. € wurden als Dividenden ausgezahlt. Das ist noch Luft nach unten zugunsten des Beschaffungsamts.

Le Chasseur

22. Juni 2026 09:19

@dojon86
"Auch sehe ich mich nicht als prozionistisch, wenn ich das harte Vorgehen Israels in Gaza nach dem Überfall der Hamas für berechtigt halte."
Ein amerikanischer Militärhistoriker sagte bereits 2024 über das "harte Vorgehen Israels":
"Gaza is one of the most intense civilian punishment campaigns in history," said Pape. "It now sits comfortably in the top quartile of the most devastating bombing campaigns ever." Quelle
Mehr als zwei Drittel der Toten im Gazastreifen sind Frauen und Kinder: https://www.deutschlandfunk.de/uno-analyse-70-prozent-der-toten-sind-frauen-und-kinder-102.html
Kinder werden von Scharfschützen durch Kopfschüsse ermordet.

Karl Otto

22. Juni 2026 10:40

Wo ist denn eigentlich der Unterschied zwischen Russland und der Sowjetunion? Ich sehe eigentlich nur, dass man den Marxismus-Leninismus als offizielle Staatsideologie aufgegeben (und durch mystisches Geschwurbel ersetzt) hat, ansonsten geriert man sich galt, wie es die Russen seit Jahrhunderten tun gegenüber ihren Nachbarn.

Harlach

22. Juni 2026 11:12

Zur Frage Geopolitik und Moral (@Laurenz):
Moral - nicht zu verwechseln mit Moralismus - scheint mir durchaus auch geopolitisch relevant: Vertragstreue, Verlässlichkeit, Rücksichtnahme, die Bereitschaft, auch andere Interessen mit zu bedenken usw., das sind alles moralische Faktoren, die auf das Verhalten der anderen Staaten großen Einfluss haben.
 
So hat beispielsweise das zugleich skrupellose und neuerdings auch völlig erratische Verhalten der USA deren Autorität bei anderen Staaten schwer beschädigt. Einen "Weltpolizisten", der sich ganz offen als Gangster gebärdet und dabei selbst seine "Freunde" bedroht, der ist dann eben irgendwann kein Anker der Stabilität mehr, sondern wird selbst zum Problem.
 
Oder, anderes Beispiel: Wenn die deutsche Bundesregierung 2014 in der Ukraine ein Abkommen für einen friedlichen und demokratischen Machtwechsel mit aushandelt und unterzeichnet, dann aber einen Tag später ein gewaltsamer Putsch stattfindet, und dieselbe Bundesregierung das Regime der Putschisten umgehend anerkennt; und wenn diese Bundesregierung dann ein Minsker Abkommen zur Befriedung der Ostukraine mit aushandelt und unterzeichnet, das aber von Kiew nicht eingehalten wird, und die damalige Bundeskanzlerin später öffentlich erklärt, das wäre auch nie beabsichtigt gewesen, man hätte nur Zeit gewinnen wollen, um die Ukraine aufzurüsten - dann sieht eben bald niemand mehr irgendeinen Sinn darin, auf diplomatische Initiativen eines solchen Staates überhaupt noch einzugehen.

RMH

22. Juni 2026 11:30

@LeChasseur,
da sie immer rapid response in Punkte Leid der sog. Palästinenser in Form von drölf-fuffzig verschiedener links haben, aber man nichts in Punktp Christenverfolgung in Afrika, Massenmorde im Sudan, Nigeria & sonstwo etc. von Ihnen liest, darf man Ihnen schon unterstellen, dass sie hier eine gewisse Fixierung haben, einen Juden- oder Pali-Fimmel oder wie auch immer man das ausdrücken will.
Wenn man jetzt wieder und wieder und wieder diese Binnengabelung aufbaut, "Prozionistisch" oder "antizionistisch" und das soll dann natürlich die Gretchenfrage sein, die über den deutschen Patriotismus alleine entscheiden soll, dann kann man es mit der Opposition auch gleich lassen. Pro Deutschland wird ohnehin Konsequenzen haben, die weder den Antizionisten noch etwaigen Pro-Zionisten schmecken.

MARCEL

22. Juni 2026 11:31

Die ganze Perversion (und dämonische Aporie) unserer Zeit wird akkurat wie ungeschönt dargestellt. Wokismus war im Tiefsten immer hass-getrieben, der Podcast beweist es. Man sollte nicht über ein vermeintlich patriotisches Stöckchen springen!
In den aktuellen wie zukünftigen Kriegen wird es nur noch ums töten (bzw. ausweichen des Getötetwerdens), nicht mehr ums kämpfen gehen. Das Töten selbst wird abstrakt, fern, fast bequem, dank Gaming-Gefühl, ein "Kinderspiel", welche Art von Traumata werden da zurückbleiben? Es berührt schon, wie von Drohnen gejagte Soldaten (oft russische) vor der Kamera reagieren: Kreuzzeichen, Stinkefinger, letzte Zigarette vor dem Treffer...
Die alten-neuen Massenheere werden nur aufgestellt, wegen der zu erwartenden Verluste!
P.S. Geht das so weiter, wird Russland taktisch-nuklear reagieren (z.B. Oberst Reisner tippt auf das Schwarze Meer als Schauplatz einer Zündung)
 
 

dojon86

22. Juni 2026 11:32

@Le Chasseur Sie haben natürlich recht. Ich hätte nicht das Wort "berechtigt" sondern "verständlich" verwenden sollen. Das israelische Vorgehen in Gaza ist ohne Frage ein krasser Fall von Notwehrüberschreitung. Im übrigen habe ich aber bei laufenden Kriegen eine gesunde Skepsis bezüglich Zahlenangaben.

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