Mit Boomern leben

von Wiggo Mann -- Betrachtete man einen in seiner Substanz gefährdeten Staat wie ein Unternehmen, könnte man diskutieren, welche strafrechtlichen Konsequenzen anwendbar wären, wenn er finanziell mit Karacho gegen die Wand fährt, wie seinerzeit der legendäre Jürgen Schneider mit seinem Immobilien-Imperium.

Je nach kon­kre­tem Sach­ver­halt käme gege­be­nen­falls Ein­ge­hungs­be­trug nach § 263 StGB in Betracht, wenn über die wirt­schaft­li­che Lage getäuscht wur­de. Even­tu­ell auch Kre­dit­be­trug (§ 265b StGB), Insol­venz­ver­schlep­pung (§ 15a InsO), oder Bank­rott (§ 283 StGB) sofern man „Bestand­tei­le sei­nes Ver­mö­gens (…) bei­sei­te schafft oder ver­heim­licht oder in einer den Anfor­de­run­gen einer ord­nungs­ge­mä­ßen Wirt­schaft wider­spre­chen­den Wei­se zer­stört, beschä­digt oder unbrauch­bar macht.“ Die Haft­stra­fen wären erheb­lich. Sind aber rei­ne Theorie.

Poli­ti­ker einer Regie­rung sind kei­ne Geschäfts­füh­rer. Laut Grund­ge­setz sind sie „Ver­tre­ter des gan­zen Vol­kes“. Sie besit­zen ein frei­es Man­dat und sind nicht an Auf­trä­ge und Wei­sun­gen gebun­den. Nicht ein­mal an ihre eige­nen Pro­gram­me. Im Gegen­teil. Arti­kel 38 des Grund­ge­set­zes ver­hin­dert gera­de­zu, dass man Poli­ti­ker für die Inhal­te eines Wahl- oder Par­tei­pro­gramms haft­bar machen kann.

Der Wäh­ler hat kei­ne Gewähr­leis­tungs­rech­te. Die gibt es nur bei Frisch­kä­se und Autos. Wenn ein Elek­tro­mo­bil 18% weni­ger Reich­wei­te hat, dann kann man sein Fahr­zeug zurück­ge­ben, sagt das Land­ge­richt Wup­per­tal. Leu­te, denen man die Ver­ant­wor­tung für einen gan­zen Staat über­trägt, dür­fen dage­gen machen, was sie wol­len. Nennt sich „Unse­re­de­mo­kra­tie“.

Die­ses Ach­sel­zu­cken ist ver­mut­lich die Selbst­recht­fer­ti­gung vie­ler Wäh­ler der deut­schen Regie­run­gen über die letz­ten zwei Jahr­zehn­te. Gekop­pelt mit purem Ego­is­mus. Durch Exter­na­li­sie­rung einer kogni­ti­ven Dis­so­nanz wer­den nega­ti­ve Kon­se­quen­zen einer Wahl­ent­schei­dung nicht mehr als per­sön­li­che Schuld erlebt. Die psy­cho­lo­gi­sche Hemm­schwel­le sinkt. Die Wahr­schein­lich­keit zur Wie­der­ho­lung steigt. Par­tei­en­kar­tell und kein Ende.

Der Kana­di­er Albert Bandu­ra wird zu den ein­fluss­reichs­ten Psy­cho­lo­gen des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts gezählt und hat die­se Phä­no­me­ne – aller­dings abseits von Poli­tik – erforscht. Das von ihm beschrie­be­ne Kon­zept des Moral Dis­en­ga­ge­ment führt zur Beschö­ni­gung eige­ner Hand­lun­gen, zu mora­li­scher Recht­fer­ti­gung und Ver­harm­lo­sung von Fol­gen, bis hin zur Ent­mensch­li­chung von Geschä­dig­ten. Die Eska­la­ti­on der Recht­fer­ti­gung, der soge­nann­te Slip­pery Slo­pe, macht das absur­de Behar­ren der Kar­tell­wäh­ler noch ein­fa­cher: „Jetzt reicht’s. Die­ses Mal wirk­lich CDU/SPD/Grüne.“

Womit wir beim The­ma Boo­mer wären. Der Slip­pery Slo­pe unse­rer Boo­mer ist, neben den Ent­schei­dun­gen weib­li­cher Wäh­ler, der wesent­li­che empi­ri­sche Grund für die gru­se­li­ge Kon­ti­nui­tät deut­scher Regie­run­gen und somit für den sich abzeich­nen­den Total­scha­den unse­res Landes.

Ok, Boo­mer. Heu­te in aller Mun­de, war die Defi­ni­ti­on „Boo­mer“ (als Bezeich­nung der zwi­schen 1945 und 1965 Gebo­re­nen) lan­ge nur den Sta­tis­ti­kern und Sozio­lo­gen vor­be­hal­ten. Wie ent­stand der Hype um den Begriff?

Alles begann 2008 in einem japa­ni­schen Tier­heim. Die Kin­der­gärt­ne­rin Atsuko Sato adop­tier­te dort einen Shi­ba namens Kabo­su. Auf Social Media pos­te­te sie einen Schnapp­schuss des Hun­des auf der Couch. Läs­sig über­kreuz­te Pfo­ten, skep­tisch hoch­ge­zo­ge­ne Augen­brau­en, seit­li­cher Blick. Ein Sym­bol über­le­ge­ner Kon­tem­pla­ti­on? Der Hund wur­de zur Meme-Vor­la­ge ver­schie­dens­ter Repli­ken. Nach­dem Inter­net-Archäo­lo­gen die Wor­te „Ok, Boo­mer“ das ers­te Mal im Jahr 2013 auf Red­dit ent­deck­ten, wuch­sen Hund und Text zusam­men. Als Meme-Reak­ti­on einer ver­zwei­fel­ten Erschöp­fung der jun­gen Generation.

Brei­te Popu­la­ri­tät bekam die Boo­mer-Kenn­zeich­nung 2019 durch eine Abge­ord­ne­te aus Neu­see­land. Chlöe Swar­brick for­der­te in einer Rede mehr Bemü­hung des Staa­tes gegen den Kli­ma­wan­del. Sie kri­ti­sier­te dabei das rela­tiv hohe Durch­schnitts­al­ter der Par­la­men­ta­ri­er und wur­de vom Kol­le­gen Todd Mull­er harsch unter­bro­chen. Ihre Ant­wort an Mull­er war der end­gül­ti­ge Mul­ti­pli­ka­tor: „Ok, Boomer“.

Ist es fair, zum Nie­der­gang Deutsch­lands eine gan­ze Gene­ra­ti­on unter Gene­ral­ver­dacht zu stel­len? Natür­lich nicht. Sind auch klu­ge und ver­söhn­li­che Leu­te dazwi­schen. Aber die Sta­tis­tik ist ein­deu­tig: Hier ist ein Kern Unbe­lehr­ba­rer, die sich über Jahr­zehn­te fest­ge­bis­sen haben. Zum Nach­teil des Landes.

Ver­mut­lich wird es in Deutsch­land nie wie­der eine älte­re Gene­ra­ti­on geben, die so kom­for­ta­bel und abge­si­chert leben kann. Die Aus­wüch­se des Appa­ra­tes unse­rer 5,5 Mio Staats­be­diens­te­ten sto­ßen eben­falls an eine glä­ser­ne Decke. Auf der heu­ti­gen Gene­ra­ti­on von Rent­nern und Pen­sio­nä­ren ver­eint sich erst­mals in der Geschich­te die höchs­te Lebens­er­war­tung nach Ende der Arbeits­bio­gra­phie und die höchs­te medi­zi­ni­sche Leis­tungs­fä­hig­keit der Gesund­heits­in­dus­trie inklu­si­ve maxi­ma­ler Aus­wei­tung des Pflegesystems.

Die Gesund­heits­aus­ga­ben sind seit 1992 um 162% ange­stie­gen. Erstaun­li­che 12% des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes flie­ßen in die­sen Zweig. Mit 4,7 Ärz­ten und 7,7 Kran­ken­haus­bet­ten pro 1000 Ein­woh­nern liegt Deutsch­land in fast jedem Maß­stab an der Spit­ze. Die Alters­ko­hor­te Ü80 erzeugt 5- bis 10-fach höhe­re medi­zi­ni­sche Kos­ten als der durch­schnitt­li­che Pati­ent. Das war der Gip­fel. Ab jetzt geht’s berg­ab, wie die „Refor­men“ aus Ber­lin bereits zeigen.

Das Median­ver­mö­gen liegt in den Boo­mer-Jahr­gän­gen bei Wer­ten ober­halb 200.000 Euro durch gutes Lebens­ein­kom­men, schul­den­freie Eigen­hei­me und Betriebs­ren­ten – da sind die staat­li­chen Alters­zu­wen­dun­gen noch nicht ein­mal enthalten.

Der Ver­mö­gens­me­di­an über alle deut­schen Haus­hal­te beträgt dage­gen nur trau­ri­ge 100.000 Euro. Damit liegt die deut­sche Bevöl­ke­rung laut Euro­päi­scher Zen­tral­bank („House­hold Finan­ce and Con­sump­ti­on Sur­vey“) weit hin­ter Frank­reich, Spa­ni­en oder Ita­li­en. Knapp vor Grie­chen­land, das wir im Jahr 2010 mit bila­te­ra­len Kre­di­ten im Wert von 15 Mrd Euro und einem Haf­tungs­ri­si­ko von zeit­wei­se 80 Mrd Euro ret­ten durf­ten.

Machen wir uns nichts vor: Die Boo­mer hin­ter­las­sen den kom­men­den Gene­ra­tio­nen eine Kata­stro­phe. Im gesam­ten Wes­ten, aber ins­be­son­de­re in Deutsch­land. Selbst die auf diplo­ma­ti­sche For­mu­lie­run­gen bedach­te mul­ti­na­tio­na­le OECD (Orga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung) kon­sta­tiert in ihrem „Employ­ment Out­look 2025“:

Älte­re Gene­ra­tio­nen (…) haben seit Mit­te der 1990er-Jah­re in den meis­ten OECD-Län­dern von einem stär­ke­ren Ein­kom­mens­wachs­tum pro­fi­tiert als jun­ge Erwachsene.

Gleich­zei­tig ste­hen jün­ge­re Gene­ra­tio­nen vor erheb­li­chen Hür­den beim Ver­mö­gens­auf­bau, und Wohn­ei­gen­tum wird für vie­le zuneh­mend unerschwinglich.

Die Ein­kom­mens­lü­cke beim äqui­va­li­sier­ten ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­men zwi­schen älte­ren Men­schen im Erwerbs­al­ter und jun­gen Erwach­se­nen hat sich seit Mit­te der 1990er-Jah­re in den meis­ten OECD-Län­dern vergrößert.

Die sozia­len Aus­wir­kun­gen der Auf­lö­sung des Gene­ra­tio­nen­ver­trags sind dra­ma­tisch. Wer sich per­spek­ti­visch kein Haus leis­ten kann, will auch kei­ne Kin­der, sagt die OECD in einem wei­te­ren Report mit dem Titel „Socie­ty at a Glan­ce“:

Für jun­ge Men­schen ist es schwie­ri­ger gewor­den, finan­zi­ell unab­hän­gig zu wer­den und auf dem Arbeits- und Woh­nungs­markt Fuß zu fas­sen. Stei­gen­de Wohn­kos­ten wir­ken sich zudem nach­weis­lich nega­tiv auf die Gebur­ten­ra­te aus.

Ein OECD-Report über „House­hold Wealth“ prä­sen­tiert die Beschrei­bung der Ver­mö­gens­lü­cke für zukünf­ti­ge Gene­ra­tio­nen noch düsterer:

Die Ana­ly­se zeigt zudem erheb­li­che Ver­mö­gens­un­ter­schie­de zwi­schen ver­schie­de­nen Bevöl­ke­rungs­grup­pen, ins­be­son­de­re zwi­schen jün­ge­ren und älte­ren Gene­ra­tio­nen. (…) …ein Trend, der die Ver­mö­gens­un­gleich­heit wei­ter ver­schär­fen könnte.

Wenn wir ehr­lich sind, ist das alles längst bekannt. Nicht seit der letz­ten Wahl. Son­dern seit min­des­tens ein bis zwei Jahr­zehn­ten. Ste­ve Ban­non, der genia­le Ana­ly­ti­ker und Spin Doc­tor, hat die Zuhö­rer an der Uni­ver­si­tät Oxford bereits 2018 mit dem The­ma so nach­drück­lich kon­fron­tiert, wie es wohl nur jemand kann, der in sei­ner Vita unter­schied­li­che Posi­tio­nen von Sol­dat, Film­pro­du­zent, Invest­ment­ban­ker, Medi­en-Vor­stand und Polit­be­ra­ter vereint.

Sein impli­zi­ter Auf­ruf zu einer Revo­lu­ti­on der Jugend beein­druck­te die jun­gen Stu­den­ten erkenn­bar, obwohl sie sich fest vor­ge­nom­men hat­ten, den „Rechts­extre­mis­ten“ doof zu finden:

Denkt dar­an, was die Eli­ten dem Finanz­sys­tem ange­tan haben: Durch die enor­me Über­schul­dung und den Anstieg der Asset-Bewer­tun­gen haben sie die Mil­len­ni­als und die Gene­ra­ti­on Z im Grun­de zu Leib­ei­ge­nen gemacht. Ihr seid bes­ser ernährt, bes­ser geklei­det, gesün­der und habt mehr Zugang zu Infor­ma­tio­nen – aber ihr besitzt nichts und wer­det auch nichts besitzen.

War­um glaubt ihr, dass das Leben im Sili­con Val­ley, in New York oder in Lon­don so teu­er ist? Das wird eure Gene­ra­ti­on ver­ar­men las­sen. Die Sta­tis­ti­ken sind schon heu­te ein­deu­tig: Men­schen Mit­te zwan­zig ste­hen im Durch­schnitt rund 20 % schlech­ter da als ihre Eltern im glei­chen Alter.“

Ihr besitzt kei­ne Ver­mö­gens­wer­te und wer­det vor­aus­sicht­lich auch kei­ne besit­zen – außer dem, was ihr ein­mal erbt. Aus eige­ner Kraft könnt ihr kaum Ver­mö­gen auf­bau­en. Spa­ren lohnt sich prak­tisch nicht, und ein Eigen­heim könnt ihr euch nicht leisten.

Den meis­ten ist bewusst, dass sie nur zwei Gehalts­schecks vom finan­zi­el­len Absturz ent­fernt sind.

Tja. Reich Erben, oder arm ster­ben. Und da war KI mit der gro­ßen Aka­de­mi­ker-Kri­se noch kein The­ma. Boo­mer haben ange­rich­tet, was die jun­ge Gene­ra­ti­on aus­löf­feln darf. Und sie schä­men sich nicht ein­mal dafür.

Fünf Jah­re vor Ban­nons Oxford-Rede konn­te man das The­ma bereits unter dem Titel „Das Kapi­tal – im 21. Jahr­hun­dert“ nach­le­sen. Der fran­zö­si­sche Öko­nom Tho­mas Piket­ty ent­wi­ckel­te die For­mel „r>g“, was zum Aus­druck brin­gen soll, dass zukünf­tig die Ver­zin­sung von Ver­mö­gen (return on capi­tal) noch wich­ti­ger wird, als die Stei­ge­rung von leis­tungs­be­zo­ge­nem Lohn (growth of inco­me): «Le pas­sé dévore l’avenir. »

Die Ver­gan­gen­heit ver­schlingt die Zukunft. Hier sind Piket­ty und Ban­non einig, obwohl sie in ihren Emp­feh­lun­gen als spie­gel­bild­lich gese­hen wer­den kön­nen. Piket­tys lin­ke Ideen lau­ten a) Steu­ern, b) mehr Steu­ern und c) inter­na­tio­na­le Steu­ern. Ban­non sieht das Pro­blem hin­ge­gen nicht in einem Man­gel an Abschöp­fung, son­dern in einem Man­gel an Kon­trol­le der Staatsfinanzen.

Dabei ist Ban­non kein Liber­tä­rer, son­dern ver­kün­det „I belie­ve in govern­ment“. Er glaubt jedoch nicht, dass der heu­ti­ge Staat ver­ant­wor­tungs­voll mit dem Geld der Bür­ger umgeht. Die Ret­tung von Ban­ken oder schwä­cheln­den Län­dern, Bil­lio­nen für fer­ne Krie­ge, die Finan­zie­rung supra-natio­na­ler Orga­ni­sa­tio­nen oder natio­na­ler NGOs, die Kli­ma-Psy­cho­se und die offe­nen Gren­zen füh­ren zu einem Ader­lass, der effek­ti­ves Wirt­schaf­ten unmög­lich macht. Sogar dann, wenn der Staat die Ein­nah­men erhöht, indem er (wie bei unse­rer Strom-Rech­nung) auch noch Steu­ern auf Steu­ern kassiert.

All das hät­ten die Boo­mer wis­sen kön­nen. Es hät­te zu einer brei­ten Dis­kus­si­on und zu dis­rup­ti­ven Lösungs­an­sät­zen füh­ren müs­sen. Statt­des­sen zwei Jahr­zehn­te Augen zu und durch. Merz oder Mer­kel, Haupt­sa­che SPD – könn­te man in Anleh­nung an ein Zitat des Fuß­bal­lers Andy Möl­ler formulieren.

Erstaun­lich, dass die jun­ge Gene­ra­ti­on nicht wüten­der ist und die Boo­mer deut­li­cher auf ihre Ver­ant­wor­tung hin­weist. Liegt es dar­an, dass es oft Eltern, Ver­wand­te, älte­re Freun­de, Ver­eins­kol­le­gen sind, die man dann mit ihren Feh­lern kon­fron­tie­ren müss­te? Wol­len wir das letz­te Quänt­chen Zusam­men­halt in der Gesell­schaft und dem pri­va­ten Umfeld bewusst nicht gefähr­den, oder fehlt nur Mut?

Boo­mer sind oft­mals freund­li­che, aber stu­re Wie­der­ho­lungs­tä­ter, die das Leben der nächs­ten Gene­ra­tio­nen weni­ger zu inter­es­sie­ren scheint, als ein Kom­men­tar aus dem Pres­se-Team des Bun­des­kanz­lers zur Fuß­ball-WM. Ken­nen Sie einen Boo­mer, der sich für sein letz­tes Kreuz­chen und die lan­ge Igno­ranz ent­schul­digt hat? Doch, einer hat es gemacht. Er schreibt:

Die letz­ten drei­ßig Jah­re waren ein poli­ti­sches Desas­ter. Für Men­schen mei­ner Gene­ra­ti­on ist es leicht, in einem längst abbe­zahl­ten Eigen­heim zu sit­zen – einem Haus, das wir einst für einen Bruch­teil sei­nes heu­ti­gen Wer­tes gekauft haben – und den jun­gen Men­schen die Schuld für ihre Lage zu geben. Ich wer­de das nicht tun. Ja, es gibt immer Leu­te, die das Sys­tem aus­nut­zen. Die gab es schon, als ich jung war. Aber die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit der jun­gen Män­ner und Frau­en in unse­rem Land will nichts ande­es, als hart arbei­ten, sich ein eige­nes Leben auf­bau­en und eine Fami­lie gründen.

Es ist nicht ihre Schuld, dass die Infla­ti­on wei­ter steigt, die Löh­ne nicht mit­hal­ten, der Woh­nungs­markt gegen sie arbei­tet, explo­die­ren­de Ener­gie­kos­ten alles ver­teu­ern, ihre Innen­städ­te ver­fal­len und kaum noch Per­spek­ti­ven bie­ten, har­te Arbeit zu Tode besteu­ert wird und Mil­lio­nen Migran­ten aus der Drit­ten Welt Vor­rang vor ihnen erhal­ten. Wir schi­cken sie ohne über­zeu­gen­den Grund an die Uni­ver­si­tät – und belas­ten sie anschlie­ßend mit absurd hohen Kre­di­ten und Zin­sen, die letzt­lich nichts ande­res sind als eine wei­te­re Steu­er. Das ist nicht ihre Schuld. Das ist unse­re. Mei­ne Gene­ra­ti­on soll­te end­lich Ver­ant­wor­tung für das Cha­os über­neh­men, das wir hin­ter­las­sen haben.

Und wir soll­ten ehr­lich dar­über spre­chen, wel­che Opfer nötig sein wer­den, um die­ses Land wie­der in Ord­nung zu brin­gen. Denn wir hat­ten es leicht. Bezah­len wer­den unse­re Kin­der und Enkel. Unse­re gewal­ti­ge Staats­ver­schul­dung ist eine Schan­de für mei­ne Gene­ra­ti­on. Eine ech­te Schan­de. Wir haben uns eine Schein­welt geschaf­fen – finan­ziert mit Schul­den und frisch gedruck­tem Geld. Das ist ein gigan­ti­scher Etikettenschwindel.

Ich emp­fin­de dafür Ver­ant­wor­tung. Und ich ver­su­che, mei­nen Bei­trag zu leis­ten. Mein Ziel ist es, ein bes­se­res Land zu hin­ter­las­sen, als das, das wir selbst über­nom­men haben. Ein Land, in dem jun­ge Män­ner und Frau­en wie­der dar­an glau­ben kön­nen, eine Fami­lie zu grün­den und sich eine Zukunft aufzubauen.

Die­ses kur­ze Boo­mer-Mani­fest stammt von Rupert Lowe, dem Vor­sit­zen­den der eng­li­schen Par­tei „Res­to­re Bri­tain“. Es lässt an Deut­lich­keit und ehr­li­cher Ein­ord­nung nichts zu wün­schen übrig. Hof­fen wir, dass die Kom­mis­si­on zur Erar­bei­tung des neu­en Grund­satz­pro­gramms der AfD sich mit sol­chen Bau­stei­nen der stra­te­gi­schen Mar­ken­füh­rung beschäf­tigt, statt den Dis­kurs wei­ter mit schil­lern­den Sei­fen­bla­sen wie „libe­ral und kon­ser­va­tiv“ zu füllen.

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Kommentare (50)

Dietrichs Bern

9. Juli 2026 13:24

Naja, ich bin alterstechnisch wohl gerade raus aus der Klassifizierung, aber ich kann damit auch wenig anfangen. Man kann der Altersgruppe vielleicht eine Gewisse Naivität gegenüber der nackten Boshaftigkeit des linken Marsches durch Institutionen mit all seinen Folgen attestieren. Aber als ich 2005 in die CDU eintrat und dieser seltsam verhuschten Frau ohne Redetalent und Charisma begegnet bin, konnte ich mir ihre Zerstörungskraft auch nicht vorstellen, so bleibt dieser rund 2 Jahre andauernde Lernprozess eine Episode. An den Autor gewandt: Hinterher ist man immer schlauer.

Majestyk

9. Juli 2026 13:33

Aufhetzen der Jugend gegen die Alten und antikapitalistische Stimmungsmache kommt mir bekannt vor. Kommt aber davon, wenn man nur in Gruppen und nicht in Individuen denken kann.
Ich würde ja mal die Lebensleistung eines solchen "Boomers" (bin selber keiner) mit der Leistung und dem Leistungswillen von U-30 vergleichen. Die Boomer holten im Fußball WM und EM Titel. Was schafft die heutige Jugend?
Die Gesundheitsausgaben und die Staatsquote sind gestiegen, weil Deutschland zunehmend sozialistischer geworden ist. Darauf mit Umverteilungsphantasien antworten machen schon Linke. Dazu braucht es keine ähnlich klingenden Vorschläge von Rechts. 
"Hoffen wir, dass die Kommission zur Erarbeitung des neuen Grundsatzprogramms der AfD sich mit solchen Bausteinen der strategischen Markenführung beschäftigt, statt den Diskurs weiter mit schillernden Seifenblasen wie „liberal und konservativ“ zu füllen."
Von mir aus. Wird sicher ein Verkaufsschlager bei Boomern, Gen X, Liberalen, Konservativen, Unternehmern und Leuten, die sich Wohlstand erarbeitet haben. Irgendwann schafft Ihr es schon die AfD auf links zu drehen. Wird ein schönes Beispiel für eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Laurenz

9. Juli 2026 13:47

Die meisten Mitbürger können abstrakte Zahlen zwar lesen, aber nicht verstehen. Deswegen griffen die Briten bei ihrer Propaganda gegen Bonaparte zu grausamen Einzelschicksalen, weil Massen an Toten dem Normalsterblichen nichts sagen. Das wird bis heute so praktiziert. Auch ein Scholz, Habeck, Klingbeil wissen nicht, was 100 Mrd. € sind. Falls hier mir einer die Frage stellen sollte, was 100 Mrd. € sind. Ich sehe die als Bild, nicht als Zahl, vor mir.

Majestyk

9. Juli 2026 13:56

„I believe in government"
Das ist das Problem und ich persönlich vertraue niemandem, der sich mehr Regierung wünscht. 
Im Grunde sind die rechten Vordenker ja genau wie die linken Intellektuellen. Viel Geld haben, leichte Arbeit, aus einem schlechten Gewissen heraus woke Ideen entwickeln und glauben man hätte den Stein der Weisen gefunden. Ich empfehle 60 Wochenstunden harte körperliche Arbeit über Jahre. Danach hat man keine Flausen mehr im Kopf, denkt nicht mehr in Ideologien und braucht auch keinen Psychologen.
Ich bin für eine Gegenschrift und dafür endlich mal klarzustellen, wer wirklich die Probleme verursacht oder notfalls sogar welche erfindet. Es sind die Akademiker und Intellektuellen.

MARCEL

9. Juli 2026 13:59

Niemand kann etwas für seine Generation.
Und doch: Die Boomer, eine Generation der Selbstverständlichkeiten, von der Wiege bis zur Bahre:
selbstverständlich bleibt der Wohlstand, selbstverständlich reicht die Rente, selbstverständlich meint es der Staat immer gut, selbstverständlich ist man stets weltoffen, selbstverständlich ist man einer Meinung, selbstverständlich lässt sich Russland alles gefallen, selbstverständlich sollen die Jungen jetzt mal ran in der Ukraine! Selbstverständlich wird es uns nicht treffen und wenn, dann hauen uns die Amerikaner selbstverständlich wieder raus etc.
Und dann noch das unvergessene Bonmot von Ex-Kanzler Kohl: die Gnade der späten Geburt!
Für alle Nach-Boomer sei ergänzt: Der Fluch der noch späteren Geburt!

Ein gebuertiger Hesse

9. Juli 2026 14:12

DER Satz dieses Artikels:
"Machen wir uns nichts vor: Die Boomer hinterlassen den kommenden Generationen eine Katastrophe."

Ordoliberal

9. Juli 2026 14:29

Wenn die Boomer die zwischen 45 und 65 Geborenen sind, sprechen wir doch eigentlich kulturell von zwei Generationen: Den sozialistischen 68ern und den hedonistischen 84ern. Letztere haben zu lang studiert und zu wenig Kinder bekommen. Erstere haben die institutionellen und moralischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Letztere das tun konnten: Den ausufernden Sozialstaat, die Öffnung der Universitäten, die Proliferation der Geisteswissenschaften, die Verachtung von Autorität und Disziplin in Form von Wettbewerb, Haftung, Ehe, Treue, Bundeswehr, Religion, die Senkung der Schamgrenzen. Es macht einen großen Unterschied, ob 1968 das prägende Jahr für einen Boomer war oder 1984. Die 84er haben noch einen positiven Begriff von freier Rede, Leistung und Wettbewerb. Sie sind mehr FDP als SPD. Aber viel zu viele sind den Grünen auf den Leim gegangen. Grundsätzlich ist es aber richtig: Was wir unseren Kindern hinterlassen, ist eine Katastrophe.

Boomerangry

9. Juli 2026 14:32

Ich kann diesen den Angelsachsen nachgeäfften Modebegriff "Boomer" nicht mehr hören!
Damit bezeichnen die Kriegssieger ihre Jahrgänge 1946 bis 1964, von Trump bis Kamala Harris. Wie können Autor und Kommentatoren dieses Schlagwort ebenso sklavisch wie hirnlos für die ganz anderen Verhältnisse in (West)Deutschland übernehmen? Die wenigen Kinder der späten 1940er wurden "die 68er". Nur von 1961 bis 1966 gab es hierzulande "die geburtenstarken Jahrgänge", quasi eine Generation später als in den USA, und viel kürzer.
Den Älteren Vorwürfe machen, aber selber zu faul um einfachste Begriffe in Ordnung zu bringen. Ist ja schön bequem wenn man Internet-Memes nachäffen kann wie Boomer das TV-Programm.

Umlautkombinat

9. Juli 2026 14:43

@Majestyk
 
Ihr erstes posting - kein Dissenz. Da steht allerdings

kommt aber davon, wenn man nur in Gruppen und nicht in Individuen denken kann.

...das wenden Sie mal auf das Zweite an.

Es sind die Akademiker und Intellektuellen.

Es ist immer ein Problem, wenn man Dinge nicht von innen kennt. Hier was es heisst, Jahrzehnte hart mit dem Kopf zu arbeiten. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit den Blasenschlaegern, sonst bringe ich mal den Stumpfsinn einer geruettelten Anzahl von Arbeiterdenkmaelern ins Spiel. Ich kenne naemlich beide Welten.
 
Zum Artikel in der Summe:  Unter der Guertellinie, dieses Generationsbashing ist indiskutabel. Schlaegt langsam das der 68-er. Wie sieht es eigentlich mit Kindern der Generation AllesAusserBoomer aus. Ach ich vergass - kein Haus, geht leider nicht. Ich hatte auch keins und habe es auch heute nicht, zwei Kinder habe ich trotzdem.

Monika

9. Juli 2026 14:45

Darf man das Alter des Autoren und den Familienstand erfragen ? Um seinen Betroffenheitshintergrund zu verstehen?  Zum Thema : " Erstaunlich, daß die junge Generation nicht wütender ist und die Boomer auf ihre Verantwortung hinweist". .."Boomer interessiert das Leben der nächsten Generation nicht". Ich bin möglicherweise ein Boomer und kenne viele der beschriebenen Phänomene aus meinem "gutbürgerlichen" Umfeld. Und da kann ich nur sagen:  Boomer haben Boomerkinder großgezogen. Die konnten gut behütet u. materiell versorgt ihren Weg gehen. Abi natürlich, dann ein Jahr Erholung vom Abi beim schicken Auslandsaufenthalt. Studium, Auslandssemester, alles fein. Praktika auch fein. Mit Mitte dreißig die halbe Welt bereist, dann mit fast vierzig ernsthaft ins Berufsleben eingestiegen. So kurz vor knapp ein Kind bekommen mit der Freundin, die erst noch promovieren wollte in einem Laberfach. Das Familenleben ist hochgradig durchorganisiert. Man wird mal das Elternhaus erben und die ETW vom ledigen Onkel. Das paßt doch wunderbar zusammen. Was soll das arme Boomerkind machen ? Ich sage: mindestens drei Kinder und die Eltern einspannen, damit diese sich keine Kreuzfahrt erlauben können u. es gar nicht wollen. 

dojon86

9. Juli 2026 14:52

Also, ich bin eigentlich klassischer Boomer. JG 56. Durch mein Interesse an Demografie war ich eigentlich seit Mitte der 80ger irgendwie vorgewarnt. Ab Mitte der 90ger kamen mir Zweifel. Ab ca. 2005 wirkte sich das auf meine Wahlentscheidungen aus. Ich habe eigentlich gegenteilige Erfahrungen gemacht. Wogegen meine Generation oder zumindest die Männer meiner Generation, mit denen ich Umgang habe, immer skeptischer wurde, ist zumindest die akademische Jugend von heute einschließlich meiner Kinder voll auf Linie. Im übrigen hat @Majestyk recht. Junge gegen Alte aufzuhetzen ist ein beliebtes Mittel dubioser politischer Kräfte. Das haben die Nazis gemacht, das machten die 68ger, also die politische Generation unmittelbar vor meinem Jahrgang (ich war 68 12 Jahre alt und war zugegeben wie die meisten meiner Mitschüler ein dankbarer Adressat) und das wird heute offensichtlich wieder als Mittel der Politik mißbraucht. Ein typisches Krisensyndrom.

Ordoliberal

9. Juli 2026 14:53

@Majestyk
"Ich bin für eine Gegenschrift und dafür endlich mal klarzustellen, wer wirklich die Probleme verursacht oder notfalls sogar welche erfindet. Es sind die Akademiker und Intellektuellen."
Diese Gegenschriften gibt es schon längst:
Friedrich August Hayek: "Die Intellektuellen und der Sozialismus".Thomas Sowell: "Intellectuals and Society".
Schon Ludwig von Mises hat in "Human Action" dargelegt, warum Intellektuelle  für den Sozialismus anfällig sind wie keine andere gesellschaftliche Klasse und warum es geschichtlich immer die intellektuelle Klasse ist, die die sozialistische Revolution vorantreibt, und niemals die Arbeiterklasse.
Aber kommen Sie den Sozialpatrioten mal mit Mises, Hayek und Sowell!
Höcke hat bei Klöppel Spenglers preußischen Sozialismus als dem Deutschen "wesensgemäß" bezeichnet. Er sieht sich als wahrer Sozialdemokrat. SPD mit Pickelhaube sozusagen. Und wenn ich unseren Gastgeber GK nicht ganz falsch einschätze, wünscht er sich so etwas wie einen sinnstiftenden Rechtsstaat. Wie auch immer ein Rechtsstaat, der den Namen verdient, für den Einzelnen einen Lebenssinn stiften kann. Ich vermute, ihm schwebt da eine zivile bzw. säkulare Variante des Militärs und der Kirche vor. Bei Klöppel behauptete er ja, dass wir Deutschen wieder Befehl und Gehorsam lernen müssen.

Karl

9. Juli 2026 15:17

1.(von 2)
Einer ganzen Geburtsjahrgangskohorte die heutige Misere in die Schuhe zu schieben ist genauso arglos und intellektuell faul, wie zu behaupten, „die Deutschen“ hätten das Hitler-Regime zu verantworten. Die einen waren ideologisch verblendet, die anderen Mitläufer, die dritten schwiegen, und wieder andere haben Widerstand geleistet – aber wehe, man differenziert. Genau dasselbe hier: Unter den Boomern gibt es die 68er-Kader, die ihre Ideologie in Institutionen gegossen haben, und es gibt diejenigen, die in den 70ern und 80ern gearbeitet, Kinder großgezogen und Steuern gezahlt haben, während der Staat Richtung Verschleiß fuhr. 
Damals wie heute funktioniert das nach dem gleichen simplen Kollektivschuld-Muster: Man nimmt die lautesten und sichtbarsten Vertreter einer Altersgruppe und erklärt sie zur monolithischen Masse, deren vergangenes Agieren die gegenwärtige Misere produziert habe. Alle anderen haben damit natürlich nichts zu tun. Bloße Zugehörigkeit zu einer Generation führt zu individueller Verantwortung. Wie bei der Sippenhaft. Historische Zwänge, politische und geopolitische Zusammenhänge werden ignoriert. Eine Generation gebiert aus sich selbst heraus gewaltige Umwälzungen, wofür sie jetzt verantwortlich gemacht werden müsse. 

Karl

9. Juli 2026 15:17

2.(von 2)
Die eigentlichen Treiber waren nicht „die Boomer“ als Generation, sondern konkrete ideologische Verschiebungen (68er Kulturrevolution, später der grün-linke Konsens in allen Altparteien), die von Eliten konstruiert, getragen und von Medien und Bildungssystem verstärkt wurden. Viele Boomer haben das mitgetragen, ja – aber genauso Jüngere, die das System internalisiert haben und heute Grüne wählen. Kollektivschuld ist ein billiger Ausweg, wenn man Ideologien, Institutionen, historische und politische  Entwicklungen sowie individuelle Entscheidungen nicht beim Namen nennen will.
Wer das eine tut, sollte sich nicht wundern, wenn morgen jemand dasselbe mit „den Millennials“ oder „der Gen Z“ macht. Das Muster ist immer dasselbe und immer falsch.

Der Gehenkte

9. Juli 2026 15:25

So brennend wichtig es ist, dieses heiße Eisen endlich anzufassen, so sehr geht die ganze Boomer-Debatte doch hinter Marx, sie fällt analytisch weit hinter die soziologischen und ökonomischen Erkenntnisse des 19. und 20. Jh. zurück, so als hätte es die letzten 200 Jahre Theorie nicht gegeben. Das ist Vulgärpsychologie anstelle von Strukturkritik ...
Eine Generation ist keine politische Entität - es sei denn, sie bündelt ein mutmaßliches Interesse in einer Partei oder einer anderen politischen wirksamen Kraft. Dafür müßte es ein Gemeinsames geben. Wenn das nur die materielle Sicherheit sein soll, sehe ich wenig Aussichten auf Erfolg einer solchen Bewegung. Hat sich jemals eine Generation erfolgreich politisch als Generation organisiert? Oder laufen die organisatorischen Kräfte in ganz anderen, meist ökonomischen, sozialen und ideologischen Bahnen? Und aus diesen heraus haben sich bisher auch alle wirkmächtigen Politplayer gegründet. 
 

Adler und Drache

9. Juli 2026 15:33

Ich finde es intellektuell unredlich und auch unwürdig, statt den Mühen einer soziologischen Ursachenanalyse "die Boomer" als "schwarzen Peter" hinzustellen.
"Die Boomer" gibt es nicht, es gibt höchstens "den Boomer". 
 

Maiordomus

9. Juli 2026 15:48

@Marcel. Sie bringen es sehr kurz und präzis auf den Punkt. Es ist die Generation, die in meinem Land bei der Abstimmung, ob irgendwann mal das Boot voll sei, den Ausschlag für die satten 55% der in dieser Frage Gleichgültigen gegeben hat. Dieselben, welche sich vor weniger als 2 Jahren an der Urne auch noch eine 13. Monatsrente ab 65 genehmigt haben, vielleicht auch aus Protest für Geld betr. Ausgaben, die weit umstrittener sind und als Ausbeutung der Nettozahler gelten . Es gab mal eine Zeit, da Abstimmungen über Arbeitsverkürzungen und "mehr Ferien für alle" noch abgelehnt wurden, selbst von solchen, die von dieser Regelung profitiert hätten.   

RMH

9. Juli 2026 15:49

Der Artikel hat, wie so oft, bei populistischen, reinen Marketingansätzen, einen analytischen Kern von Fakten. Er bietet aber keine Lösungen, sondern ergießt sich in Schuldvorwürfen um vermutlich irgendwie zu "mobilisieren". Ich selber bin GenX & habe den gallertartig-zähen-Verpfropfungsschleim der Boomer, die auf ihren Stühlen kleben & vom Stamme Nimm sind, selber oft genug erlebt. Ihren Fetisch für Urlaub etc. Wenn sie jetzt in den letzten Jahren gefeuert wurden, dann war keine Abfindung zu klein. All das spricht Bände. Auf der anderen Seite waren das nicht nur narzisstische Akademiker, Lehrer & Beamte, sondern mit die letzten fähigen Arbeiter, Handwerker, Techniker, Ingenieure & Geistis. Schon GenX ist hier in der Struktur zerfaserter, amorpher. Meine eigenen Kinder, GenZ, fahren auf solche rants, wie in dem Artikel oder wie ich sie manchmal äußere, überhaupt nicht ab. Die fragen immer: Und? Was willst Du machen? Dich tot ärgern oder was? Was schade ist: Mein Ältester wird vermutlich das Land verlassen, wie so viele andere seiner Generation auch. Abstimmung mit den Füßen. Die Migranten bleiben hier. Daran ändert Boomer-Bashing auch nichts mehr. 

eike

9. Juli 2026 15:50

Das ist natürlich völliger Quatsch.Nach der Kriegsgeneration, die die Hauptlast trug, haben die 'Boomer' das Land aufgebaut.Der Niedergang begann danach, als die 'NullBockAufNichts'-Generation die Grünen toll fanden und ihr eigenes Land verachteten. "Deutschland verrecke!" war kein Boomer-Slogan.Der linke 'Marsch durch die Institutionen', an dem wir heute mehr leiden als an den Wahlergebnissen, ist klar ein Programm der Nach-Boomer."Keiner ist illegal, nirgendwo", "refugees wecome" und ähnlicher Wahnsinn sind Erfindungen der 'jungen Generation', die der Artikel so unschuldig findet.
Klar heben die Boomer versagt.Aber nicht, indem sie Wohneigentum kauften, als die Invasoren es noch nicht unbezahlbar machten, sondern indem sie unfähig waren, zu sehen, wohin die Reise geht und dem linken Treiben kein Ende setzten, als sie es noch konnten.

FraAimerich

9. Juli 2026 16:01

Finde es erstaunlich, daß "Durchschnittsrechte" nicht bereit sind anzuerkennen, daß die allgemein beklagte "Überschuldung" die Grundlage der gerade von diesen hochgehaltenen kapitalistischen Wirtschaftsweise darstellt. Wo soll das angestrebte ewige Wachstum denn sonst her kommen? Wie sollte stetige Kapitalakkumulation anders zu bewerkstelligen sein als durch Kredit? Was den einen zur Profitsteigerung dient, muß von anderen natürlich aufgebracht oder angeschrieben werden. Schulden dienen so als "produktive" Investition - oder bedienen diese. Der Staat deckt diese Kreditschöpfung und versucht mitunter auch, sie in neue, als lukrativ erachtete Bahnen zu lenken. Das ist dann z.B. auch der Ursprung der gescheiterten "Energiewende" und anderer, keineswegs immer nur "grün" schillernder Blasen.

Le Chasseur

9. Juli 2026 16:24

"Die sozialen Auswirkungen der Auflösung des Generationenvertrags sind dramatisch. Wer sich perspektivisch kein Haus leisten kann, will auch keine Kinder, sagt die OECD"
Was denn? Die jungen Leute wollen keine Kinder in die Welt setzen, weil sie in wirtschaftlich absolut prekärer Lage sind? Ich dachte, der Grund dafür wäre die antinatalistische Propaganda von Links ?

Thomas Franke

9. Juli 2026 16:44

Ich halte diese Boomer Diskussion für die dümmste. In der Psychoanalyse nennt man das Projektion, wenn man anderen die eigene Schuld unterstellen will. In der Bibel heißt es dazu, den Balken im eigenen Augen nicht sehen aber den Splitter im Auge des anderen. Sie führt zu nichts außer Schuldzuweisung.

Gracchus

9. Juli 2026 17:04

@Majestyk: Tja, hätten sich die Boomer, statt die WM zu holen, um wichtige Dinge gekümmert. Dafür würde ich alle WM-Titel hergeben. Die Mannschaft, die 2014 den Titel geholt hat, waren übrigens keine Boomer. Die jetzigen U30 können ihn noch holen. Interessant, dass der DFB reagiert; politisch herrscht, wie im Beitrag süffisant bemerkt, ein Weiter so. 
"Aufhetzten", "Antikapitalistisch", "mehr Regierung", "auf links drehen" - was Sie wieder da hineinlesen?! 
"60 Wochenstunden harte körperliche Arbeit" - für alle? Wer soll die ArbeiterInnen denn beaufsichtigen? 
"Es sind ..." richtig: die Boomer-Akademiker und Boomer-Intelektuellen ...
 

eike

9. Juli 2026 17:25

Anfang der 70er Jahre wurde das Wahlalter (in D und F) von 21 auf 18 herabgesetzt, was prompt linke Regierungen und ihre Institutionen in Verantwortung brachte.In Frankreich z.B. begann die Glorifizierung der algerischen Invasion unter Mitterand etwa 1985 (SOS racisme: "touche pas a mon pote"), als die Nach-Boomer bereits im Sattel saßen. Zu behaupten, die aktuellen Probleme, allen voran die Einwanderung, seien von Boomern verursacht, ist absurd. Zynisch betrachtet, lassen die Boomer jetzt diejenigen die Suppe auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben.
 

Utz

9. Juli 2026 17:39

Ich bin ein Boomer. Ja, der jungen Generation wird eine schlechte Zukunft hinterlassen. Aber es ist eine Frechheit uns dazu nötigen zu wollen, daß wir uns dafür schämen und uns entschuldigen. Was haben "wir" falsch gemacht? Wir haben ein Leben lang gearbeitet und mehr Kinder bekommen, als es spätere Generationen taten und wir haben die Kinder bekommen ohne auszurechnen, ob wir uns dann noch einen Urlaub leisten können. Wirft man uns vor, daß wir falsch gewählt haben? Daß wir die Zukunft nicht vorhersehen konnten? Man gibt ja ein sooo edles Bild ab, wenn man sich immer für alles entschuldigt. "Sture Wiederholungstäter" sollen wir sein? Wodurch? Daß ich dabei bleibe zu sagen: ich bin nicht schuld? Es ist doch wirklich nicht schwierig zu verstehen, daß in einem weltweiten Wirtschaftssystem Dynamiken entstehen, die einen zwangsläufig dahinbringen wo wir jetzt stehen. Sind die nachfolgenden Generationen bereit dieses weltweite Wirtschaftssystem aufzugeben? Wenn ja, sollen sie damit anfangen es zu bekämpfen. Ich helfe mit.Es ist nicht so, daß mich die Lage der jungen Menschen kalt ließe. Mit dem was ich habe (die Möglichkeit zu spenden) versuche ich die Kräfte zu unterstützen, die politisch in eine andere als die bisherige Richtung ziehen. Wird das etwas nutzen? Wohl eher nicht. Was aber sicher gar nichts nutzt, ist das was Sie machen: die Generationen gegeneinander aufzuhetzen.

bb

9. Juli 2026 17:40

@Majestyk
>Die Boomer holten im Fußball WM und EM Titel. Was schafft die heutige Jugend?
Nichts für ungut, aber der Leistungssport hat sich in den letzten Jahrzehnten stark professionalisiert. Ich bin kein Fußballfan, aber selbst für mich ist erkennbar, dass es zwischen damals und heute erhebliche Leistungsunterschiede gibt.
>Ich empfehle 60 Wochenstunden harte körperliche Arbeit über Jahre. Danach hat man keine Flausen mehr im Kopf, denkt nicht mehr in Ideologien und braucht auch keinen Psychologen.
Das ist einfach nur Raubbau am eigenen Körper. Etliche technische Hilfsmittel wurden erfunden, damit sich niemand mehr dieses Pensum auferlegen muss. Wer es dennoch tut, folgt bereits einer Ideologie, bzw. seinen Flausen im Kopf und sollte dringend mit jemandem reden, wenn's hilft auch mit einem Psychologen. Die Baubranche hat seit Jahrzehnten ein Problem mit offenem Alkoholismus, was jetzt auch nicht einen gesunden Geisteszustand nahelegt.
Für mich ist das Hauptproblem an den Boomern ihre fehlende Verbundenheit mit Familie und Volk. Warum sollte ich härter arbeiten, wenn die Früchte meiner Arbeit entweder verschleudert werden oder meine Feinde nähren?

Majestyk

9. Juli 2026 18:06

Ich bedanke mich für die Kürzung meines Kommentars von 13:33. Ich freue mich immer, wenn eine Spitze von mir so richtig ins Schwarze trifft.

Majestyk

9. Juli 2026 18:28

@ MARCEL:
"selbstverständlich lässt sich Russland alles gefallen"
Was mußte sich Rußland denn gefallen lassen? Wo haben uns Amerikaner bislang rausgehauen? Ich hätte auch gerne mal von einem von Euch Boomer-Bashern erklärt, inwiefern ein normaler Werktätiger das Rentensystem verantwortet. Ich dachte immer, darüber wird in der Politik entschieden und da sehe ich nicht so viele normale Werktätige. Welche Berufe hatten denn Adenauer, Schmidt oder Kohl?
Bezüglich Weltoffenheit. In meiner Generation verwendete man noch andere Wörter für "Migranten". Unsere Mädchen hingen auch nicht mit Ausländern ab. Jene Weltoffenheit hat doch nichts mit der Generation zu tun, sondern mit der sozialen Herkunft. Gehe zwar nicht mehr zur Schule, bin mir aber sicher, an Hauptschulen gibt es bei Weitem nicht eine solche Begeisterung für kulturelle Vielfalt wie an Gymnasien. Jene soziale Herkuft, nebst Bildungsabschluß entscheidet dann auch darüber, ob ich an der Politik oder in den Medien aktiv teilnehmen kann. Anstatt also auf 65 jährige Handwerker, (Fach) Arbeiter, Bauern, Ingenieure, Selbstständige, Kraftfahrer, Putzfrauen zu schimpfen, warum benennt Ihr nicht mal die Kaste, die hier in Deutschland wirklich was zu melden hat und die tatsächlich alle weltfemden Entscheidungen verantwortet? Wer sitzt denn so im Bundestag, den Landtagen, den Redaktionen und den Verbänden? 

Monika

9. Juli 2026 18:36

@Dietrichs Bern Mit einer gewissen Naivität ist es m.E. nicht getan. Und von wegen: Nachher ist man schlauer. Das lasse ich gerade Deutschen nicht durchgehen. Sie sollten eigentlich gelernt haben, wie man Katastrophen verhindern kann. Oder wenigstens vorsichtiger und aufmerksamer sein. Nein, da ist eine durch nichts zu entschuldigende Ignoranz. Ums Materielle haben sie sich gekümmert, aber alles andere war ihnen egal. Welchen Westdeutschen interessierten seinerzeit ernsthaft die Landsleute in der DDR ? Welche Alten machen sich ernsthaft Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel? Ich stehe tatsächlich mit meiner Generation im Clinch. Ich unterhalte mich lieber mit jungen Leuten. Und staune, wie klar und realistisch doch einige die Dinge sehen. Und ja, wir haben eine Verantwortung für die nachkommenden Generationen. Da muß jeder auf seine Weise einen Beitrag leisten. 

Christa

9. Juli 2026 18:43

@Ein gebuertiger Hesse: Die Nachkriegsgeneration dachte wohl genau so. 
Doch räsonierte diese nicht, sondern krempelte die Ärmel hoch (die anderen studierten Adorno). Meine Schwiegereltern beispielsweise gebaren sechs Kinder (und 11Enkelkinder), zogen diese zu anständigen Menschen heran und haben nie "Staatsknete" genommen. Nur eine kleine Rente. 
Ich bin laut Definition kein Boomer, kann jedoch nicht ansatzweise von mir behaupten, über solche Menschen zu stehen, denen wir unsere Existenz verdanken. Mein längst verstorbener Opa sagte zu meinen Eltern: "Ihr müsst die SPD wählen". Sie wussten es nicht besser, weil sie nicht die Gelegenheit hatten, Politikwissenschaft zu studieren. Auch gab es kein BAFöH, kein Kindergeld und sonst noch was oder ein  Internet, das einem ständig Alternativen darbot.
Try to walk in my shoes ...
Bei manchen AfD-Abgeordneten tun sich bei mir zudem Zweifel auf, ob sie tatsächlich die besseren Menschen sind. Auch nicht die Schlechteren!
 

Volksdeutscher

9. Juli 2026 19:18

"Betrachtete man einen in seiner Substanz gefährdeten Staat wie ein Unternehmen, könnte man diskutieren, welche strafrechtlichen Konsequenzen anwendbar wären, wenn er finanziell mit Karacho gegen die Wand fährt,..."
Wie wäre es, wenn man die politischen Entscheidungsträger per Gesetz finanziell haftbar machte für all die Schäden und Verluste, die sie während ihrer Amtszeit verursachen? Übrigens, abgesehen davon ist der Staat, wie er gegenwärtig agiert, vollkommen assozial: Er bestraft Arbeitnehmer durch Leistungsminderung oder gar -aussetzung, wenn diese ohne einen triftigen Grund eine Arbeit nicht annehmen oder kündigen. Den Unternehmen passiert jedoch gar nichts, wenn sie schlecht wirtschaften, Minus einfahren oder zum Zwecke höherer Gewinne Hunderte, Tausende oder gar Hunderttausende entlassen. Auch daran müßte etwas geändert werden, damit die Gleichheit vor dem Gesetz keine hohle Floskel bleibt.

Paavo

9. Juli 2026 20:25

Die Kernbotschaft des Sozialpatriotismus klingt simpel: Wir halten zusammen, schützen unseren Sozialstaat, und das Erarbeitete bleibt im Volk. Eine geschlossene Solidargemeinschaft gegen die Folgen der Globalisierung. Doch diese patriotische Wagenburg gerät ins Wanken, sobald der neueste Lieblingsfeind auftaucht: die „Boomer“.
Hier zeigt sich der Widerspruch. Einerseits wird nationale Solidarität beschworen, andererseits wird die Generation der zwischen 1955 und 1969 Geborenen zum kollektiven Schmarotzer erklärt. Das Narrativ lautet: Sie hätten den Planeten ausgebeutet, die Staatskassen geplündert und genössen nun üppige Renten, während die Jüngeren die Folgen tragen müßten.
Dieses Boomer-Bashing offenbart die Lebenslüge des Sozialpatriotismus. Solidarität gilt offenbar nur, solange sie nichts kostet. Sobald die demografische Realität sichtbar wird, zerfällt das angeblich geeinte Volk in Verteilungskämpfe zwischen Jung und Alt. Wer die Boomer pauschal als Wohlstandsvernichter darstellt, blendet aus, daß gerade diese Generation den Sozialstaat über Jahrzehnte mit hohen Steuer- und Abgabenlasten finanziert hat.
So entlarvt die Kritik an den Älteren den Sozialpatriotismus als das, was er im Kern ist: kein Konzept echter Solidarität, sondern die populistische Suche nach wechselnden Sündenböcken. Wenn nicht die Zuwanderer verantwortlich gemacht werden können, müssen eben die eigenen Eltern und Großeltern herhalten. Ein wahrlich „patriotisches“ Trauerspiel der „Neuen Rechten“.

A. Kovacs

9. Juli 2026 21:23

Die Rechnung ist einfach. Die meisten heute lebenden Deutschen sind "Boomer". Wenn sie sterben, vererben sie ihr angeblich so großes Vermögen. Wer erbt? Die nachfolgende, hier als so erbärmlich leidend dargestellte junge Generation. Da die Erbengeneration zahlenmäßig eher kleiner ist, wird das Erbe nicht geteilt werden müssen. Jammern auf hohem Niveau.
Ansonsten hat diese "Boomer"-Generation sehr viel gearbeitet, wahrscheinlich zuviel, und den Wohlstand lange noch gehalten, was vermutlich noch schwerer war als ihn aufzubauen. 
Dass die politischen Entscheidungen der von einem "fundamentalen Sozialdemokratismus" verunstalteten Boomer-Generation mehrheitlich so waren wie sie waren, ist m. E. auf die flächendeckend epidemische Neurose dieser deutschen Generation zurückzuführen. Stichwort Kinder der Kriegskinder. 
Ich freue mich, dass SEZESSION jetzt auch die Schuldigen in den "Boomern" gefunden hat. Die junge deutsche Generation kann jetzt gegen die alte deutsche Generation vorgehen. Das wird ein Nebenkriegsschauplatz, der von den wahren Problemen und den echten Gegnern ablenkt, vor denen man Angst hat und mit denen man sich ja schon arrangiert, seien wir ehrlich. 
 
 
 
 
 
 

Martha

9. Juli 2026 22:11

Diese ganze Boomer-Diskussion ist Unsinn. Sie ist eine monokausale Erklärung, die der Komplexität der Realität nicht gerecht wird. Hier wird sinnlos gespalten. Es sollte ausschließlich um Inhalte, nicht um Altersgruppen gehen.

Volksdeutscher

9. Juli 2026 22:13

@Monika - "So kurz vor knapp ein Kind bekommen mit der Freundin, die erst noch promovieren wollte in einem Laberfach." Wie bekommt eine Frau mit einer Frau ein Kind? Was wissen Sie darüber mehr, was ich als Mann eigentlich wissen müßte?

Utz

9. Juli 2026 22:23

@ Monika"Das lasse ich gerade Deutschen nicht durchgehen. Sie sollten eigentlich gelernt haben, sie man Katastrophen verhindern kann. Oder wenigstens vorsichtiger und aufmerksamer sein. Nein, da ist eine durch nichts zu entschuldigende Ignoranz. Ums Materielle haben sie sich gekümmert, aber alles andere war ihnen egal."
Schon ein bißchen von oben herab, oder? Woher wissen sie das, daß uns "alles andere egal war"? Man solidarisiert sich einfach mit der jüngeren Generation, und schon ist man bei "den Guten". Sagen Sie doch einfach welche Entscheidung, die wir falsch getroffen haben, würde die jüngere Generation besser machen? Sie haben sich ein Bild von uns zurecht gelegt, das einfach nicht stimmt. Die Leute, die ein Leben lang gearbeitet haben, Kinder erzogen haben, sich bemüht haben, diese zu wertvollen Menschen zu erziehen, die sich auch in vielen Vereinen für die Gesellschaft engagiert haben, die inzwischen aber vieles abgegeben haben, die sollen halt einfach nicht so zufrieden ausschauen. Sie sollen sich wenigsten auch grämen. Keine Sorge, das machen wir schon noch!
 

RMH

9. Juli 2026 22:24

Na, da hat der Autor ja in ein Wespennest gestochen. Fakt ist, dass "die Boomer" schlicht & ergriffen etwas gesät haben & Verursachungsbeiträge gesetzt haben - ob willentlich, bewusst oder nicht, ist dabei erst einmal völlig egal - was bereits jetzt mittelfristig als nicht mehr als "gutes" Ende dasteht. Sie hatten aber auch ihrerseits bereits die Verstrickungen der Vorgänger zu tragen.
@A. Kovac, Sie sind vermutlich Boomer, oder? Ihr angepriesenes "Erbe" wird doch gerade schon zum Ziel der Umverteilung, ist zudem bereits durch die Schulden des Staates belastet & wenn keine direkten Erben da sind, schlägt auch ohne weitere Steuer-"Reformen" der Fiskus bereits heute gnadenlos zu. & selbst direkte Erben haben geringe Freibeträge (wenn man bspw. an ein Reihenhaus in München denkt). Im Übrigen, wenn mich persönlich etwas an den "Boomern" so wirklich gestört hat, dann ist ihr ewiges darauf herumreiten, was sie angeblich so alles geleistet hätten, was einem "Faktencheck" oft gar nicht standhält. Die Generationen "Leistungsverdichtung" kamen später, aber egal ... wir leben in einem Land, in dem der Selbstfick schon immer wie eine Monstranz vor sich hergetragen wurde & wie bei jeder Prozession, ist der Show-Faktor dabei am größten. Es ist heute so, wie es ist & jetzt hilft nur noch der Blick nach vorne. Absolution für Vergangenes gibts deswegen dennoch nur in der Kirche.

Le Chasseur

9. Juli 2026 22:31

@elke 
"Klar heben die Boomer versagt.Aber nicht, indem sie Wohneigentum kauften, als die Invasoren es noch nicht unbezahlbar machten"
Es sind nicht die Invasoren, die Wohneigentum unbezahlbar machen.

Laurenz

9. Juli 2026 22:33

So wie GK bei Köppel vermutend ausschließt, daß wir einfach die EU oder die NATO verlassen können, will WM uns hier erzählen, die Geburtenstarken hätten politisch etwas ausrichten können. Kann sein, kann nicht sein. Wahrscheinlich ist das jetzt bei einem schwachen Staat & einem schwachen Hegemon leichter, als vor 40 oder 50 Jahren. Der Artikel unterlegt nichts mit Zahlen. Ökonomische Fakten werden von der Redaktion geblockt. Ich empfinde diese Debatte hier als völlig hanebüchen. Es gab bis 1990 ein geo-politisches Fenster, welches es ebenso, nur kleiner, zwischen 1934 - 1938 gab. Auch im II. Reich gab es bedingte ökonomische Boom-Phasen. Die Geburtenstarken waren ein reines Nachkriegsschicksal & das hat mit den jeweiligen Generationen nicht das geringste zu tun. Der geopolitisch indizierte Wohlstand führte dazu, daß der linke Staat überhaupt in die Lage versetzt wurde, etwas zu verteilen. Aber wir wurden auch schon vom Hegemon gezwungen, unlauter links zu verteilen, siehe das Türkei-Abkommen der 60er. Sind die Tributleistungen an die EU freiwillig? Wo sind denn die Demos der benachteiligten Generationen?

dojon86

9. Juli 2026 22:45

@Monika Ich halte es genauso. Meinen Kindern habe ich immer zu verstehen gegeben, dass sie im Falle von vorhandenen Enkelkindern auf mich rechnen können und zwar auch finanziell. Und was der Nachwuchs da zusammenerbt, übertrifft das, womit ich rechnen konnte, bei weitem.

bb

9. Juli 2026 22:52

@Majestyk
>Ich hätte auch gerne mal von einem von Euch Boomer-Bashern erklärt, inwiefern ein normaler Werktätiger das Rentensystem verantwortet.
Nunja, das Rentenproblem war seit den 90er Jahren bekannt. 1998 forderte die FDP eine kapitalgedeckte Altersvorsorge ergänzend zur umlagefinanzierten Rente. Sie erhielt nicht einmal 7% der Zweitstimmen. Ein klares Indiz dafür, dass den Boomern dieses Thema nicht so wichtig war.
>warum benennt Ihr nicht mal die Kaste, die hier in Deutschland wirklich was zu melden hat und die tatsächlich alle weltfemden Entscheidungen verantwortet?
Diese Kaste ist schwer zu benennen, da sie sich nicht offen zu erkennen gibt. Es gab jedoch in der Vergangenheit öfters Möglichkeiten zur Protestwahl, die allerdings nur sehr begrenzt genutzt wurden.
@Paavo
>Wer die Boomer pauschal als Wohlstandsvernichter darstellt, blendet aus, daß gerade diese Generation den Sozialstaat über Jahrzehnte mit hohen Steuer- und Abgabenlasten finanziert hat.
Ebendies ist der Vorwurf. Statt Vermögen aufzubauen und die Infrastruktur auszubauen wurde ein ineffizienter Sozialstaat geschaffen, der obendrein noch die Massenmigration befeuert und damit den Fortbestand Deutschlands gefährdet hat.

Le Chasseur

9. Juli 2026 22:56

@Utz
"Was haben "wir" falsch gemacht?"
Dafür gesorgt, dass Merkel 16 Jahre lang ungestört ihr Zerstörungswerk verrichten konnte (Energiewende, Grenzöffnung). Seit 2014 immer mehrheitlich Parteien gewählt, die Deutschland in einen Krieg mit Russland treiben wollen und die den Amis Abermilliarden in den unersättlichen Rachen werfen - entweder direkt ("Zeitenwende", NATO) oder über den Umweg Ukraine.
 

Blue Angel

9. Juli 2026 23:10

Toll, bzw. tolldreist, daß die globalistische Hetze gegen ältere Deutsche, die u. a. "zuviel Wohnraum besetzen", jetzt auch von "Neurechten" (?) mitgetrommelt wird. Eine typische "Teile-und-herrsche-Strategie", die sehr gut zu ersten Euthanasie-"Angeboten" paßt und zum Fremdschämen erbärmlich ist. 
Zum Thema "Medianeinkommen/-Besitz": Als "Buhmer" war mein letzter Urlaub 1982 eine Woche Nachsaison-Bergwandern in Österreich. Mit meinem Mann zusammen, der 47 Jahre gearbeitet hat, während ich unsere vier Kinder groß gezogen und mich überwiegend ehrenamtlich betätigt habe, besitze ich quasi nichts und wir vermissen auch nichts. Unsere jeweilige Arbeit war und ist, abgesehen von der Familie, unser Leben, das jeder von uns ohne zu zögern für Kinder und Enkel zu opfern bereit wäre. So ähnlich auch bei den meisten anderen uns bekannten "Mitschuldigen": Ihre "Median"-Klischees nicht mehr als das.

Majestyk

9. Juli 2026 23:16

@ Umlautkombinat:
Schön, daß Ihnen mein Widerspruch aufgefallen ist. Mir war der durchaus bewußt. Wollte damit zeigen, wie es ist auf eine Gruppe einzuhämmern. Wobei ich finde, daß meine Aussage mehr Wahrheit enthält als die Generationenschelte. 
Was mir auf den Keks geht, seit Jahren heißt es "wir müsssen die Spaltung überwinden" und nun gibt es schon seit geraumer Zeit, auch aus dieser doch angeblich oppositionellen Ecke immer wieder diese Hetze gegen die Generation, die sich gerade in die Rente verabschiedet. Das ist so schrecklich dumm wie falsch. 
@ Ordoliberal:
Ich stimme Ihnen wie fast immer zu. Debatten diesbezüglich sind hier aber sinnlos. Mag sein, daß Höcke dies so empfindet, gehöre aber nicht zu seiner Zielgruppe und bin ja auch kein richtiger Deutscher.
@ Karl, eike, Thomas Franke, Adler und Drache, Utz:
Ihren Kommentaren stimme ich zu. Zumindest manche durchschauen diesen Aufbau eines neuen Feindbildes, pünktlich zum Rentenkollaps. 
@ bb:
Real arbeitende Menschen brauchen keine Psychologen, die haben nämlich einen Lebensinhalt. Link übersehen? Wer wirklich schafft hat seinen Sinn des Lebens meist gefunden.
______________
Generell ist die Debatte müßig. Wir schreiben hier im Internet. Wer hat es erfunden? Wieviel Schneeflöckchen braucht man eigentlich, um einen Boomer zu ersetzen?

BENsRetroNews

10. Juli 2026 01:22

Trocken und treffend wie schon Tocqueville

A. Kovacs

10. Juli 2026 07:16

@RMH Wie Kommentator Majestyk schon richtig sagte: Wieviel Schneeflöckchen braucht man eigentlich, um einen Boomer zu ersetzen? Meine Erfahrungen aus dem Gesundheitswesen decken sich mit denen Anderer aus vielen anderen Branchen: Die junge Generation weiß nicht, wieviel man WIRKLICH arbeiten kann, ist schnell beleidigt und kaum belastbar. Und dass der Staat versucht, das Erbe abzugreifen, ist ja wohl kein ernstzunehmendes Argument gegen die vererbenden "Boomer". Es kommt aber immer noch genug an.Nein: Es geht um Ablenkung auf einen Scheingegner, der berechenbar und zivilisiert ist. Denn die Schneeflöckchen sind auch für die Bewältigung der wahren Probleme zu bequem und zu schwach. In der "Corona-Krise" haben wir ja gesehen, wie widerständig diese Generation ist... Wenn man im Glashaus sitzt...Ehre den Ausnahmen in beiden Generationen.

Laurenz

10. Juli 2026 07:43

@Ordoliberal & Majestyk ... Hayek & Mises wurden massiv gepampert, um den Weg zu Marx zu glätten. Hayek installierte, im Gegensatz zu Mises, ein Mindesteinkommen & wollte einen starken Rechtsrahmen gegen Kartelle installieren. lol? Sie sehen doch, wie die BundesJunta den Rechtsrahmen biegt, daß er längst zerbrochen, eine Pharce ist. Bei Marx kommen die Banker saugut weg, die FED ist quasi eine marxistische Idee & jene Unternehmer, Industriellen, welche die Jobs erschaffen, wird der Garaus gemacht. Marx wurde durch den Textil-Erben Engels, durch von Westphalen, Lion Philips, Wilhelm Wolff finanziert, & Marx zockte gerne an der Londoner Börse, während Hayek & Mises keine Sau kennen würde, wenn nicht Milliardäre beiden die Kohle in alle Körperöffnungen gepumpt hätten, die wichtigsten: William Volker Fund, Mont Pèlerin Society (Schweizer Bankiers & Versicherungsbosse), Rockefeller-Stiftung & die Koch-Brüder. Desweiteren haben Sie Höcke bei Köppel nicht richtig zugehört. Höcke sagte nicht, daß er Sozialdemokrat sei, sondern, daß das Deutsche Volk ein Sozialdemokratisches Volk sei, dem die Politik gerecht werden muß. & weil Höcke weiß, daß das Recht biegsam ist, will er eine andere, eine mehr Preußische Kultur in der Staatsführung (des Dienens) reimplementieren. Hat ja mal funktioniert. 

Laurenz

10. Juli 2026 08:15

@Ordoliberal & Majestyk (2) ... Was GK angeht, so kann man Ihm kaum unterstellen, daß Er unseren Mitbürger das Denken oder gar das Lesen abgewöhnen will. Ich habe Befehl & Gehorsam eher militärisch verstanden. Als Steuben vor 250 Jahren quasi mittellos in die USA ging, um die Rebellenarmee gegen die Briten zu organisieren, stellte Er fest, daß die damaligen Amis nach dem Sinn Seiner Befehle fragten, aber nach der Erklärung Steubens Dessen Befehle akzeptierten. Es geht hier vor allem darum, daß eine Armee funktioniert, sonst kann man es sich sparen, da auch nur einen Centavo reinzustecken.

RMH

10. Juli 2026 08:17

Werte Mitforisten, die ihr ein paar Jahre älter seit als ich und damit irgendwie unter die BOOMER- Definition fallt. Warum trifft Euch dieser rant so? Irgendeine tiefere Schicht scheint getroffen worden zu sein, getroffene Hunde bellen?
Und da wir mit dem Kanzler Merz einen Parade-Boomer als Kanzler haben, dessen Ehefrau auch mit 65 sich noch mit dem Titel einer Amtsgerichtsdirektorin schmücken muss, damit die Fassade stimmt (blos keine "Nur-Hausfrau" .... sie hat ja sogar eine eigene "Karriere" etc.) und der als Politiker moralisch (er erzählt etwas mal so, mal so) und handwerklich dermaßen versagt, dass ihm die davor in der Regierung gestandenen Versager eigentlich jeden Tag auf Knien tausendmal Dank zollen müssten, dass er so gut von ihren Fehlern ablenkt, steht er, der Parade-Boomer Merz, eben mit als Grund dafür, warum diese Generationen jetzt auch mal ordentlich abgewatscht werden.
Nehmt es wie gestandene Erwachsene. Oder haben die Boomer auch das "mimimi" erfunden? Vermutlich ja ... 

Götz Kubitschek

10. Juli 2026 08:18

ende der keilerei. schönes wochenende!

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