Es gibt keine neutrale Kunst

von Christian Illner -- Die rechte Diskussion um Kunst ist komplex, zu komplex, leider. Die leitende Frage sollte nämlich weder sein, was Kunst, noch was rechts ist, sondern wer diese Fragen stellt – und das sind wir. Erst der Blick auf uns selbst verrät uns, was rechts ist: Es bedeutet, mit diesem Titel in Vernichtungsabsicht gebrandmarkt zu werden. Damit befinden wir uns in einem Kampf auf Leben und Tod.

Nur wenn das begrif­fen ist, kann die Fra­ge nach unse­rem Befein­der gestellt wer­den, die aus unse­rer urei­ge­nen Per­spek­ti­ve sehr leicht und klar zu beant­wor­ten ist: Was uns als rechts befein­det, muss anti­rechts sein, und damit kommt alle Befein­dung not­wen­dig von links.

Natür­lich gilt das auch für die CDU, natür­lich gilt das für den Main­stream! Jede Macht ist links, die gegen uns Rech­te arbei­tet, mag sie nun ein mensch­li­ches Ant­litz haben oder ein sys­te­mi­sches, mag sie bewusst wir­ken oder unbe­wusst. Ziel des Lin­ken (als Macht) ist immer, uns zu ver­nich­ten, und mehr noch die Welt, an der wir hän­gen. Gera­de des­we­gen wer­den wir ja befein­det! Wir haben das gro­ße Welt­ver­nich­tungs­pro­jekt als das erkannt, was es ist, und weh­ren uns dagegen.

Sind wir also die Welt­ver­tei­di­ger? Die Auf­hal­ter des Welt­un­ter­gangs? Ja, offen­kun­dig, doch wären wir bloß das – eine sta­ti­sche Macht, die sich gegen eine dyna­mi­sche stellt –, wären wir chan­cen­los, weil die Welt selbst nicht sta­tisch ist.

Wir müs­sen ein­se­hen: Der lin­ke Unter­gang ist die Welt. Was unser Befein­der Fort­schritt nennt, ist weder eine Ent­glei­sung, noch eine Ent­füh­rung der Geschich­te, son­dern die­se selbst in ihrer fina­len Form. Man kann dazu auf Speng­ler ver­wei­sen, auf Heid­eg­ger und vie­le ande­re unse­rer Den­ker, doch der Gedan­ke darf hier, in der Welt­mit­ter­nacht, nicht abreißen.

Es stimmt: Der lin­ke Unter­gang kommt aus dem Unter­ge­hen­den selbst und lässt sich daher nicht her­aus­ope­rie­ren. Er geht aufs Gan­ze und wird kei­ne Refu­gi­en ver­schont las­sen. Die Welt gibt es eben nur ein­mal, sie ist links gewor­den und dul­det nichts neben sich. Aber es kann eine Welt nach ihr geben und auf die muss sich unser Wil­le rich­ten! Es gibt die­se neue Welt sogar schon heu­te – weil es uns gibt, ihre recht­mä­ßi­gen Ein­woh­ner und Erwohner.

Was bedeu­tet das? Es bedeu­tet, dass aus­nahms­los alles, wor­auf unser Auge fällt, uns gehört. Noch ist die­se neue, rech­te Welt zwar unver­wirk­licht, doch als Poten­ti­al hat sie sich uns bereits zuge­eig­net: Wir sehen ihre Mög­lich­keit. Unser Befein­der aber sieht etwas ganz ande­res. Er kämpft nicht um die­ses Poten­ti­al, weil er es sel­ber für den Bau einer ande­ren neu­en Welt bräuch­te, son­dern dage­gen, weil er dar­in nur die zu ver­nich­ten­den Bestän­de des Alten sehen kann.

Wir kön­nen unse­ren Befein­der packen und ihm ins Gesicht schrei­en, dass wir kei­ne Ewig­gest­ri­gen sind, son­dern das Neue und Unver­brauch­te wol­len – es schert ihn nicht im Gerings­ten. Genau­so unbe­ein­druckt soll­ten auch wir von den stän­dig wech­seln­den Selbst­iden­ti­fi­ka­tio­nen und Uto­pien unse­res Befein­ders sein, immer wis­send, dass er lügt, sobald er den Mund auf­macht. Das Lin­ke ist in sei­nem Wesen näm­lich kei­ne Ideo­lo­gie und auch kein kom­ple­xes his­to­ri­sches Moti­va­ti­ons­knäu­el, son­dern schlicht das mate­ri­el­le Nichts im geschicht­li­chen Selbst­voll­zug. Es hat wesens­ge­mäß kei­ner­lei Rech­te und ihm gehört buch­stäb­lich gar nichts. Es exis­tiert nicht ein­mal! Nur als irrea­ler Flucht­punkt eines lei­der sehr rea­len Ver­keh­rungs­pro­zes­ses ist es wirkmächtig.

Unser rech­ter Auf­trag ist damit ein zwei­fa­cher: Zum einen, das ist der kon­ser­va­ti­ve Part, müs­sen wir das Poten­ti­al einer neu­en Welt gegen die lin­ke Ver­nich­tung schüt­zen, zum ande­ren müs­sen wir eben­die­se neue Welt aller­erst ereig­nen und zur Allein­herr­schaft bringen.

Ist das der revo­lu­tio­nä­re Part? Ich hal­te die­sen Begriff für viel zu schwach. Revo­lu­tio­nen sind Umdre­hun­gen „vom Kopf auf die Füße“ oder, wenn’s Lin­ke tun, genau anders her­um. Das Ver­kehr­te wie­der umzu­dre­hen, ist eigent­lich jedoch bloß eine Form der Restau­ra­ti­on und gehört damit zum kon­ser­va­ti­ven Teil unse­res Auf­trags. Wir müs­sen grö­ßer denken.

Dazu sind zwei Erkennt­nis­se grundlegend:

  1. Rechts und links sind kei­ne poli­ti­schen Begriffe.
  2. Es gibt kei­nen neu­tra­len Grund zwi­schen rechts und links.

Ich weiß, dass das bei­spiels­wei­se in der Poli­tik ganz anders aus­sieht: Dort schei­nen wir und unser Befein­der ein­fach zwei Inter­es­sen­grup­pen mit inkom­pa­ti­blen Zie­len zu sein, die sich um die­sel­ben Bestän­de bal­gen, und wem es gelingt, mehr Macht auf sich zu ver­ei­nen, dem gelingt die Aneig­nung. Die­se Sicht ist berech­tigt – für den kon­ser­va­ti­ven Part unse­res Auf­trags, doch gehen wir nur die­sen an, sind wir ver­lo­ren. Es braucht eben­so die ande­re Sicht, die die Ober­flä­che durch­bricht, und in die Tie­fe dringt. So will ich auf das The­ma Kunst schauen.

Es gibt kei­ne neu­tra­le Kunst! Was nicht in die rech­te Auf­wärts­be­we­gung gehört, gehört in die lin­ke Abwärts­be­we­gung. Die­se zwei Bewe­gun­gen, die rech­te und die lin­ke, umfas­sen die Poli­tik genau so, wie sie die Kunst umfas­sen. Wenn wir nicht den Mut haben, die exis­ten­ti­el­le Bedro­hungs­la­ge, in der wir uns befin­den, auch in unse­rem Den­ken abso­lut zu set­zen, wer­den wir einem aufs Gan­ze gehen­den Feind immer unter­le­gen sein. Unser Cre­do muss lau­ten: Rechts und links sind die zwei grund­le­gen­den Begrif­fe des Seins! Wer also rechts ist und Künst­ler, der muss rech­te Kunst machen. Mit poli­ti­scher Ver­ein­nah­mung hat das rein gar nichts zu tun.

Die Frei­heit, die der Künst­ler für sei­ne Kunst will und braucht, ist näm­lich kein zeit- und geschichts­lo­ser Ruhe­raum, der als Ate­lier genutzt wer­den könn­te, son­dern exis­tiert allein in der rech­ten Bewe­gung. Die­se darf, ich erwähn­te es ein­gangs, im Vor­hin­ein nicht auf irgend­wel­che Defi­ni­tio­nen ver­pflich­tet wer­den, was rechts sei und was nicht. Ein wei­te­rer Leit­satz: Wir las­sen uns nicht begren­zen! Die Fra­ge, was rechts ist, wird von uns offen­ge­hal­ten, damit wir sie nach und nach mit unse­rem eige­nen Sein beant­wor­ten kön­nen. Die­ses Sein ist ein Wer­den und des­we­gen sind wir nicht sta­tisch; des­we­gen sind wir eine Bewe­gung; des­we­gen gehört uns die Zukunft.

Nur eines ist bei aller Offen­heit schon heu­te klar: Rechts und rech­tens ist eine Sache nur dann, wenn sie nicht „auf links gedreht“ ist, also nicht ver­kehrt, son­dern ganz sie selbst. Das Ziel der rech­ten Bewe­gung ist das Selbst­sein: Welt als Welt, Mensch als Mensch, Kunst als Kunst.

Allein rech­te Kunst ist daher freie, sou­ve­rä­ne Kunst – etwas, das in den Klau­en des Lin­ken gar nicht exis­tie­ren kann. Unse­re Mit­tel gegen die­sen Kral­len­griff der Ver­nich­tung rei­chen von der Kon­ser­vie­rung bis zu revo­lu­tio­nä­ren Umwäl­zun­gen. Die Neuer­eig­nung voll­brin­gen wir anders.

Nichts schreibt sich
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Kommentare (16)

das kapital

19. Juli 2026 14:33

"Was nicht in die rechte Aufwärtsbewegung gehört, gehört in die linke Abwärtsbewegung. "(Drohend:) "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns."Zum 100. Geburtstag von Ernst Jünger sind 2 Staatschefs in den Schwarzwald gefahren, um zu gratulieren. Als Sieger und (zeitweise) Besiegte. 1995 trafen sich dort Francois Mitterand und Helmut Kohl um einen herausragenden Schriftsteller u n d Soldaten zu ehren.War das nun "rechte Aufwärts-" oder "linke Abwärtsbewegung" ?Echte Kunst möge eben dem Wahren Schönen Guten Zeitlosen dienen.Eine Kunst die in allen Systemen funktioniert und sich allen Systemen entzieht, ist wahre Kunst. Alles andere ist nur wertlose Propaganda.Ernst Jüngers Werk hat sowohl in mehreren deutschen als auch in mehreren französischen Systemen funktioniert. So entsteht Kunst, welche die Zeit überdauert. Anders nicht.

Rabenkaiser

19. Juli 2026 15:08

Der Text erscheint mir ehrlich gesagt etwas merkwürdig. Er arbeitet mit einer metaphysischen Rhetorik, ersetzt die eigentliche Argumentation aber oft durch Setzungen. Philosophisch problematisch finde ich vor allem die Definition des "Linken": Wenn alles, was gegen Rechte steht, per Definition links ist, handelt es sich um eine immunisierte Begriffsbildung. Die These kann dann gar nicht mehr widerlegt werden. Hinzu kommt ein Zirkelschluss: Zunächst wird vorausgesetzt, dass es keinen neutralen Bereich zwischen rechts und links gibt; anschließend wird daraus gefolgert, dass es auch keine neutrale Kunst geben könne. Die Schlussfolgerung steckt damit bereits in der Prämisse.
Den eigentlichen interessanten Gedanken sehe ich in der These, dass Kunst nie völlig voraussetzungslos ist. Zwischen dieser Einsicht und der Behauptung, jede Kunst sei notwendig entweder rechts oder links, liegt jedoch ein erheblicher argumentativer Schritt, den CI meines Erachtens nicht überzeugend begründet. Mir erschien in der Diskussion mit GK auf dem Sommerfest – mit dessen Verweis auf Ernst Nolte – der Gedanke durchaus bedenkenswert, dass es eine "ewige Linke" mit einer eigenen geschichtlichen Daseinsberechtigung geben könnte. Das erscheint mir philosophisch jedenfalls spannender als ihre völlige Reduktion auf das "Nichts".

Eo

19. Juli 2026 15:42

 
.
Der Revolutionär von heute
ist notgedrungen reaktionär.
.
 
https://neue-spryche.blogspot.com/2017/04/notizen-auf-notsitzen.html
 

ofeliaa

19. Juli 2026 15:44

Es ist gut, dass dieser Text stark in die Realität zurückruft. Der Abstieg ist nicht die Zukunft. Man mag leicht den Eindruck bekommen, wenn man durch die Straßen läuft, dass der Abstieg schon so tief und felsenfest in unserer Gesellschaft, unsere Politik, ja unserer ganzen Mentalität angekommen und verankert ist und aller Aufstieg schon zerfressen und verloren ist. Ja, diese Leute arbeiten hart daran, die Hässlichkeit und Nichtigkeit über uns alle zu bringen, aber sie schaffen es nicht, weil selbst wenn sie es noch so sehr wollten, man für das Nichts niemals so brennen kann wie für eine lebbare, reale Daseinsform. Tief im Inneren spüren diese Menschen das. Das höchste der Gefühle für solche Menschen kann Mitleid sein, aber in Anbetracht ihrer Bosheit wäre das unnötig und fehl am Platz. Es ist alles so oberflächlich. So fragil. Weil man aus den Zutaten, aus denen sie etwas bauen wollen, gar nichts bauen kann. Es ist wie das Verhältnis zwischen asiatischem Krieger und Holzplatte. Die Linken sind Platte, die Rechten sind der Schlag. Und dann zerbröselt alles, weil es sowieso nie mehr  als ein poröses Brettchen war. Dass der Befeinder (wie hier genannt) so ist, wie er ist, ist wahres Glück. 

NC472

19. Juli 2026 16:07

Rechts/Links sind im Analystischen Sinne vor allem etwas: Extrem unpräzise, vieldeutige, wertlose, abgenutzte, elastische Begriffe. Persönlich bevorzuge ich die folgende Taxonomie: Den teleologisch universalistisch kollektivistisch chiliastisch denkenden Menschen, der glaubt, dass es einen für die "Menschheit" allgemein gültigen auf ewig Wahren "objektiven" Endpunkt gibt, zu dessen Erreichung jedes Mittel den Zweck heiligt, sowie jeder Mensch sich diesem idealistisch oder materialistischen Auftrag unterzuordnen hat; das Denken von Kultisten, Betrügern und Sklaven, deren Kunst die Propagierung des partikularen Heils-und Kollektivdenkens ist, der Versuch den Kult zu vergrößern und das Denken eugenisch zu lenken.Auf der anderen Seite den pragmatisch nominalistisch individualistisch diesseitig denkenden Menschen, der erkennt, dass es keinen auf ewig wahren Sinn des Lebens noch der Begriffe gibt, dass DIE "Menschheit" ein Kunstgriff ist und Homo Sapien mit dem zurecht zukommen hat was Heidegger die "Geworfenheit" nannte; das Denken des freien Menschens, dessen Kunst einzig und alleine der Darstellung und des Ausdrucks der indiviudellen Perspektive dient.Also ja, die "Linke" ist eine existentielle Bedrohung für jeden frei denkenden Menschen und ja, es gibt keine neutrale Kunst, doch was der Autor hier vorschlägt, ist aus meiner Perspektive nur ein partikulares Heils-und Kollektivdenken das gegen ein anderes Heils-und Kollektivdenken gerichtet ist. Zweimal Typus A, zweimal der klägliche Versuch Typus B für sich zu mobilisieren.

Ein gebuertiger Hesse

19. Juli 2026 16:11

Es ist Sommer, Tierchen kommen rein. 

Majestyk

19. Juli 2026 17:06

Ich habe kein Problem damit, wenn Linke Kunst machen. Einige der besten Schriftsteller, Musiker, Filmemacher positionierten sich eher links. Finde ich legitim. Kunst hat ja mit Emotionen zu tun und ich persönlich glaube ja, daß Links/Rechts etwas damit zu tun hat, wie man die Welt empfindet. Bin kein Hirnforscher, aber ich kann mir gut vorstellen, daß neurologische Vernetzungen mit entscheiden wie wir politisch denken.
Womit ich ein Problem habe, ist die staatliche Förderung von Kunst. Fällt der Staat in die Hände einer politischen Denkrichtung, entsteht ein destruktives Netzwerk, in dem nur noch gefördert wird, was der regierenden politischen Kaste genehm ist. Und das, was genehm ist, sorgt dann mit dafür, wie Menschen geprägt werden und denken. 
Hier muß man ansetzen. Der jeweilige Machtinhaber darf gar keinen Zugriff auf Mittel haben, um politische Günstlingswirtschaft per Kunstförderung betreiben zu können. Kunst kann man nicht vorschreiben politisch neutral zu sein, den Staat könnte man schon entsprechend gestalten Neutralität zu wahren.

Monika

19. Juli 2026 17:56

Man unterschied ab dem 18. Jhd. zw. l'art pour l'art ( Kunst als Selbstzweck, ästhetische Qualität) und politischer Kunst ( l'art politique) , wonach Kunst nie neutral ist, sondern in gesellschaftliche Machtverhältnisse eingebettet. ( historische Beispiele: sozialistischer Realismus/ 70er Jahre Aktionskunst, feministische Kunst u.ä.) Auch die zeitgenössische Kunst ( Contemporary Art) ist selbstverständlich politisch eingebettet. Wer bestimmt über die zeitgenössische Kunst ? Das sind wenige Megagalerien, die den internationalen Kunstmarkt dominieren ( Larry Gogosan/ David Zwirner/ Hauser&Wirth ) Das Magazin Art Review gegr. 1949 in London präsentiert jedes Jahr die 100 wichtigsten Personen der Kunstwelt ( darunter auch die genannten Galeristen) . Das ist ein riesiges Machtinstrument, was die Inhalte betrifft, bzw. Das Agenda Setting, welches lautet: Dekolonalisierung, KI, Klimakrise, BLM u.ä. An dieser Agendasetzung ist schwerlich vorbeizukommen. Wo also ist der Markt ( und immer geht es in der zeitgenössischen Kunst um den Markt) für eine sog. Rechte Kunst ? P.S. Das Bildchen der Aquarellfarben s.o. verharmlost das Thema. Es gibt keine unpolitischere Technik als das Aquarell. 😃

Laurenz

19. Juli 2026 17:56

@CI ... endlich sagt es mal einer direkt, was Sache ist. Hier im Artikel ist es für Normalsterbliche einfacher nachzuvollziehen, als im letzten öffentlichen Gespräch mit GK. Die Perversion des Linken basiert, wie Sie schreiben, auf der reinen Antithese gegen Rechts. Es gibt keine linke These. Links ist völlig leer, eine gesellschaftlich politische Leerstelle, ein Pausenzeichen in der Musik. Das Irrationale bei Linken begründet sich (wie Broder sagt) im Schmarotzertum. Die Linke fristet ökonomisch ihr Dasein mit unserer Lebensenergie, auf unseren Deckel. Vernichtet die Linke uns, vernichtet sie sich selbst. Warum, CI, beziehen Sie Sich auf Spengler & Heidegger? Beziehen Sie Sich doch einfach auf Illner. Das reicht (zumindest in meiner Sicht). Sie schreiben im hier & jetzt. ... @Das Kapital ... habe nichts zum Ihrem Beitrag zu kommentieren, außer hierzu ... So entsteht Kunst, welche die Zeit überdauert. ... Dem ist schwierig zuzustimmen. Die Linke cancelt alles. Es dauert nur, weil die Linke durch ihre heutige eklatante Bildungsferne noch nicht alles erfaßt hat, was es historisch, künstlerisch & politisch zu canceln gibt. Das ist aber nur eine Frage der Zeit.

Christa

19. Juli 2026 20:14

Es gibt keine neutrale Kunst?
 Selbstverständlich ist Kunst in die jeweilige Entstehungszeit und gesellschaftlichen Veränderungen eingebettet. Andernfalls existierten keine Kunstrichtungen. Man denke an die gesamte Antike oder den phantastischen Michelangelo ... Was war dort "links" oder "rechts"? 
Etwas anders gestaltet sich das demgegenüber zum Umgamg mit  Kunstschaffenden, die als "dem NS-Staat nahestehend" gelten. Das ist definitiv links und eine nur für Deutschland feststellbare Entwicklung seit 1945. Wer Richard Wagners Opern (Walküre!) verehrt, gilt als suspekt - auch wenn Richard Wagner zur Zeit des dritten Reiches nicht mehr lebte. Nietzsche ebenso, weil seine grausame und skrupellose Schwester mit Adolf Hitler in Verbindung stand, und Heidegger gilt als "Nazi-Philosoph", weil er sich verhielt, wie es jeder zu dieser Zeit musste, insofern er sein Land nicht zurücklassen wollte. Dem Himmel sei Dank, dass er (und andere) blieben. Hannah Arendt hatte keine Wahl, weil sie Jüdin war. Dennoch blieb sie bis zu ihrem Tod mit Heidegger - der ihr Denken maßgeblich prägte - in Verbindung. 
Kunst ist nicht rechts oder links. Sie gefällt oder gefällt nicht. Ich würde mir nur wünschen, dass sie nicht mehr zweckentfremdet wird und nur die Schönheit der Sprache und bildlichen Darstellung, die unsere Seele in Extase zu bringen vermögen, zählen.
 

Franz Bettinger

19. Juli 2026 20:25

Oberflächlicher: Einem, der mich in denunziatorischer Absicht Rechts schimpft, dem nicke ich zu & bejahe seinen Verdacht. Damit geht sein Stoß ins Leere. „Ich bin rechts, na klar, was sonst!“ manchmal noch ergänzend: „sonst wäre ich ja wie Sie, ein Linker, also z.B. ein Nazi!“ Schon hat er, wenn er will, seine Diskussion, und immer vor Publikum, denn der Streit soll ja etwas bringen und für unsere Sache werben. Geschieht das im Biergarten, stellt man erfreut fest, dass die Hälfte der Zuhörer die AfD wählt. Mittlerweile sind wir alle gute Fechter geworden, denke ich. 

Laurenz

19. Juli 2026 20:33

@CI ... endlich sagt es mal einer direkt, was Sache ist. Hier im Artikel ist es für Normalsterbliche einfacher nachzuvollziehen, als im letzten öffentlichen Gespräch mit GK. Die Perversion des Linken basiert, wie Sie schreiben, auf der reinen Antithese gegen Rechts. Es gibt keine linke These. Links ist völlig leer, eine gesellschaftlich politische Leerstelle, ein Pausenzeichen in der Musik. Das Irrationale bei Linken begründet sich (wie Broder sagt) im Schmarotzertum. Die Linke fristet ökonomisch ihr Dasein mit unserer Lebensenergie, auf unseren Deckel. Vernichtet die Linke uns, vernichtet sie sich selbst. Warum, CI, beziehen Sie Sich auf Spengler & Heidegger? Beziehen Sie Sich doch einfach auf Illner. Das reicht (zumindest in meiner Sicht). Sie schreiben im hier & jetzt. ... @Das Kapital ... habe nichts zum Ihrem Beitrag zu kommentieren, außer hierzu ... So entsteht Kunst, welche die Zeit überdauert. ... Dem ist schwierig zuzustimmen. Die Linke cancelt alles. Es dauert nur, weil die Linke durch ihre heutige eklatante Bildungsferne noch nicht alles erfaßt hat, was es historisch, künstlerisch & politisch zu canceln gibt. Das ist aber nur eine Frage der Zeit.

Umlautkombinat

19. Juli 2026 20:43

@Laurenz, Ihr Vorredner hat natuerlich etwas anderes gemeint, naemlich das Ueberstehen zeitgebundener Begrifflichkeiten durch Kunst. Und dass dies haeufig einen Wert an sich ausdrueckt.
 
Im Artikel selbst geht es m.E. nicht um Kunst, das ist nur ein Aufhaenger. Ich habe mir den/das(?) Kaplaken des Autors gekauft - das erste - weil mir diese eigenartigen (CI: an dem Wort koennen Sie zum Thema ordentlich mit Heidegger turnen) und kontinuierlichen Schwierigkeiten der Rechten mit ihrem Selbstverstaendnis immer wieder auffallen. 
Der Beitrag beginnt fast woertlich mit denselben Formulierungen wie das Buch und der Rest des Artikels folgt ebenfalls hart am Wind. Ich kann hier keine Rezension schreiben, aber mich ueberzeugt das Buch nicht. Man dreht die Frage der Selbstcharakterisierung in eine andere um und hat trotzdem die Chuzpe, im selben Atemzug alles Nichtrechte als links und alles Richtige als rechts zu vereinahmen. Weiterhin, ohne das inhaltlich zu vermoegen. Sorry, dafuer ist rechts zu duenn und alle Wortgymnastik hilft nicht. 
Ich stelle mir vor, die Namensgeber der Rechten haetten auf der anderen Seite in der franzoesischen Nationalversammlung gesessen...
Scruton bezeichnete einmal Heideggers etymologische Versuche als Niveau eines interessierten Laien. Faellt mir auch immer einmal auf, speziell die Neologismen durch Verwenden ungebraeuchlicher Prefixe. Manchmal nachdenkenswert, oft eine Macke.

thoma

19. Juli 2026 20:45

Liest sich sehr wirr und gerade in Bezug auf die Kunst sehr komisch. Die Künstler stehen in der Regel politisch Links und die Rechte verdammt in der Richtung alles Neue, bevor sie es nach einigen Jahrzehnten dann doch adoptiert und als schon ewig da gewesen verklärt. Praktisch die komplette Musiksparte der letzten hundert Jahre ist Adoption von Erzeugnissen irgendwelcher Gegenkulturen und von den Konservativen der Zeit schön verdammt.
Ansonsten wird hier nicht einmal klar, was Rechts oder Links sein soll. Die Welt eines VW-Arbeiters wird etwa gerade auch zerstoert. Ist der Markt nun plötzlich Links? 

thoma

19. Juli 2026 21:06

@laurenz: ich habe ein umgekehrtes Gefühl - welches auch der Hauptgrund gewesen ist mich von der Rechten abzuwenden. Da ist dieser irrsinnige Fokus auf Kulturkämpfe. Niemand spricht so viel über Gender und Cancel culture wie der Rechte. Ansonsten ist da ja wenig bis auf einen sehr naiven Marktglauben, was das praktische Leben angeht. Was die Rechte im Übrigen wunderbar kompatibel mit dem System macht. Sie wird eine wunderbare Heldenmelodie für den allgemeinen Abstieg abspielen können. 

Laurenz

19. Juli 2026 21:29

@Laurenz @CI ... PS: Auf der politischen Ebene ist es einzig Alice Weidel, die das ähnlich so formuliert, ja hinausposaunt, wie Sie, "Es geht um die Vernichtung Deutschlands". Bei aller Kritik mancher aus unserem Forum, das muß man der Frau einfach lassen. Sie besitzt enormen persönlichen Mut.