Der britische Homosexuelle und ehemalige Cambridge-Student galt 2016 im Vorfeld der Trump-Kampagne als einer der eloquentesten jungen Befürworter einer rechten Zeitenwende in den USA.
Seine Vortrags-Tour mit dem Titel „Dangerous Faggot“ (Gefährliche Schwuchtel) an den amerikanischen Universitäten wirbelte das Koordinatensystem der US-Konservativen damals schwer durcheinander.
Sein im Selbstverlag erschienenes Buch Dangerous verkaufte sich in der Erstauflage angeblich mehr als 100.000 Mal, während die durchschnittlichen Zahlen für Hardcover Non-Fiction in der Top 3 der NYT-Bestsellerliste üblicherweise bei bestenfalls 50.000 Exemplaren liegen. Gleichzeitig veröffentlichte er als Tech Editor regelmäßig Texte auf dem Online-Nachrichtenkanal Breitbart.
Milo warnte vor 10 Jahren davor, daß Deutschland die „Vergewaltigungszentrale Europas“ werde. Nach dem Terroranschlag des IS auf den schwulen Nachtclub „Pulse“ in Orlando mit 49 Toten und 53 Verletzten legte sich Milo während einer New Yorker Performance-Aktion in eine Badewanne voller Schweineblut. Es sei ein Symbol für das Blut „unschuldiger Menschen, die von illegalen Einwanderern getötet werden“.
Der Erfolg bei jungen Leute war verblüffend. Dem linken Establishment wurde klar: Der Mann muß gestoppt werden. Man suchte nach dem Üblichen. Steuervergehen oder Kindersex – und wurde bei Letzterem fündig.
In einem Videointerview plauderte sich der hyperaktive Schnellredner Milo in eine gefährliche Ecke. Die nachsichtige „Romeo-und-Julia-Regel“ (close-in-age-exception), welche Beziehungen bei geringfügigem Altersunterschied mit Minderjährigen in vielen Bundesstaaten der USA unter bestimmten Umständen etwas kulanter behandelt, wollte er auch im Bereich der Homosexualität diskutieren.
Aber nach breiter Streuung des Clips war nichts mehr zu retten. Auch nicht mit der offenen und schnellen Entschuldigung
I do not support pedophilia. Period. It is a vile and disgusting crime. I agree with the current age of consent.
Job weg, Buchvertrag weg, Vortrags-Tour weg. Gecancelt.
Milo Yiannopoulos zog sich zurück, um zu grübeln und einige Jahre später mit neuer Agenda aufzutauchen: „Nobody is gay“. Schwulsein ist eine Konditionierung, sagt er jetzt. Das könne man in vielen Fällen mit einer Konversionstherapie abtrainieren wie eine Sucht. Milo hat es gemacht. Sein neues Buch „Ex Gay“ steht kurz vor der Veröffentlichung. Mal sehen, ob sich auch ein deutscher Verlag traut, die Rechte zu sichern. „Umstritten“ wäre noch das vorsichtigste Adjektiv für die Thematik.
Ob Konversion funktioniert, wird wissenschaftlich breit diskutiert und – zumindest gemäß bislang veröffentlichter akademischer Sicht – mehrheitlich verneint. Schwul ist man, weil es hauptsächlich in den Genen liegt. Basta. Dazu gibt es interessante Ansätze, die sich bemühen, Evolutionstheorie und Homosexualität unter einen Hut zu bringen. Denn das Überleben einer Unfähigkeit zur Reproduktion gilt als Darwinistisches Paradoxon.
Eine These dazu ist die „Balancierende Selektion“. In einer Population kann ein genetischer Faktor erhalten bleiben, obwohl er bei einem Teil der Träger mit Nachteilen verbunden ist, wenn er im Bevölkerungsdurchschnitt Vorteile bringt.
Die Wissenschaft bezieht diese Idee zum Beispiel auf das sogenannte Sichelzell-Gen, welches in Malaria-Gebieten unverändert weitergetragen wird. Zwei Kopien des Gens können eine schwere Erkrankung auslösen, aber eine Kopie schützt vor Malaria.
Übertragen auf Homosexualität bedeutet es, daß eventuell beteiligte genetische Varianten bei den meisten Trägern Merkmale wie Fruchtbarkeit, Attraktivität oder soziale Fähigkeiten erhöhen. In seltenen Fällen tragen sie zu einer homosexuellen Orientierung bei.
Zweite These ist die „Antagonistische Selektion“, wonach dieselbe Gen-Kombination bei Männern nachteilig, bei Frauen aber vorteilhaft sein kann (oder umgekehrt).
Angenommen, ein Faktor bewirkt bei Männern eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit homosexueller Orientierung und dadurch im Durchschnitt weniger eigene Kinder, bei Frauen allerdings höhere Fruchtbarkeit, dann bleibt der Faktor womöglich über lange Zeit im Genpool.
Geht’s etwas genauer? Erstaunlicherweise nicht. Wir wissen zwar, daß blaue Augen insbesondere in der HERC2/OCA2-Region auf Chromosom 15 lokalisiert sind, aber wie Homosexualität entsteht, ist weiter unklar. Man wundert sich also über den Zickzack-Kurs des deutschen Staates. Wenn Homosexualität eine genetische Prägung ist, dann erscheint die aus der NS-Zeit übernommene Gesetzeslage der Nachkriegszeit geradezu bestialisch.
Günther und Oskar aus Hamburg wurden 1952/53 wegen „gleichgeschlechtlicher Unzucht“ verurteilt und wollten mit Verfassungsbeschwerde die Nichtigkeit des einschlägigen §175 feststellen lassen. Der erste Senat des Bundesverfassungsgerichts lehnte ab (Az. 1 BvR 550/52). Die Tortur ging weiter. Allerdings mit einer großen Ausnahme: Bei Lesben ist es egal. Entscheidend war nämlich laut oberstem deutschen Gericht,
…ob es sich von den biologischen Verschiedenheiten her bei der männlichen und der weiblichen Homosexualität um verschiedene Tatbestände handelt. Hiervon ist das Gericht auf Grund des Gesamtergebnisses der Beweisaufnahme überzeugt. Daher kann der Verfassungssatz von der Gleichberechtigung der Geschlechter hier keine Anwendung finden.
Glück gehabt, Mädels. Doch keine Gleichberechtigung. Das liegt daran, daß
…die Eigenart der Frau als weibliches Geschlechtswesen und die Eigenart des Mannes als männliches Geschlechtswesen den Tatbestand so wesentlich und so entscheidend verschieden prägen, daß das vergleichbare Element (…) zurücktritt und lesbische Liebe und männliche Homosexualität im Rechtssinne als nicht vergleichbare Tatbestände erscheinen.
Man muß es den jüngeren Generationen immer mal wieder erläutern. Strafbarkeit für Homosexualität galt nur für Männer. Und zwar unter bestimmten Umständen bis zum 11. Juni 1994. Schwule Beziehungen waren in unserem „Rechtsstaat“ bis kurz vor der Jahrtausendwende gefährdet, wenn einer der Beteiligten noch nicht 18 war.
Schwule sind eine wunderbare Norm-Abweichung. Das ist unabhängig vom Ursprung der Abweichung absolut kein Grund für Stolz („Pride“) der Betroffenen. Aber was auch immer diese Manifestation an positiver Bereicherung bietet, sollten wir als Gesellschaft annehmen, wie andere Norm-Abweichungen, die den Standard durchbrechen und neue Sichtweisen ermöglichen.
Gerade im Bereich kreativer Tätigkeiten können Schwule Erstaunliches bewirken. Nicht verallgemeinernd, aber doch in Relation auffallend häufiger, als statistisch erwartbar? Christian Dior und Tom Ford. Peter Saville und Jop van Bennekom. Um nur mal die Bereiche Mode und Design zu streifen.
Aber wie so vieles im Leben hat Homosexualität zwei Seiten. Besondere Genetik (oder doch Konditionierung?) privilegiert nicht nur, sondern setzt auch Grenzen. Schon die staatlichen Entscheidungen zu gleichgeschlechtlicher Ehe wurden und werden deshalb in nicht unerheblichen Teilen der Bevölkerung weiterhin skeptisch gesehen. Wenngleich hinter vorgehaltener Hand.
Noch dramatischer wird es in der Diskussion, wenn Schwule durch die gesellschaftliche Aufweichung des Familienbegriffs Ansprüche zu Kindern stellen können. Die Kritik erklingt dann nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand – wie das aktuelle Statement des Bischofs von Passau verdeutlicht, der unter dem Titel „Ware gegen Würde“ klug und emotional verdeutlicht:
Die einzigartige Beziehung von Mutter und Kind bewirkt eine tief gehende Prägung und auch Voraussetzung für das kommende Leben. (…) Unsere Tradition sagt, die Gemeinschaft von Mann und Frau, den jungen Eltern, ist ein Uterus Spiritualis. (…) Ich bin überzeugt, dass jedes Kind vor allen anderen Rechten zunächst ein Recht auf seine natürlichen Eltern hat. Und zwar viel mehr, als dass potentielle Eltern ein Recht hätten, sich ein Kind anzuschaffen.
Die Geschichte der homosexuellen Männer in Deutschland und die Verschmelzung ihrer Interessen mit beliebigen sexuellen Abgründen in einem wirren Akronym hat über die letzten 30 Jahre eine Eigendynamik bekommen, die erschüttert.
Die Chronologie verläuft von einem sinnvollen, ja humanistisch überfälligen Rückzug des Staates aus dem Privatleben zu einem Inkrementalismus, der möglicherweise schon seit Längerem das unterläuft, was Teile der Gesellschaft zu akzeptieren bereit sind, aber aus Konfliktscheu und falsch verstandener Konzilianz nicht ansprechen.
Milo Yiannopoulos hatte keine Lust mehr, „gay“ zu sein. Er verabscheute die eskalierende Promiskuität und suchthaften Abgründe seiner ganz persönlichen Erlebnisse. Er hat sich einer Konversionstherapie unterzogen. Das wäre in Deutschland nicht möglich gewesen. Eine Konversionstherapie ist in Deutschland vom Gesetzgeber nicht gewollt. Von der Öffentlichkeit wenig beachtet, wurde im Juni 2020 ein Konversionsbehandlungsschutzgesetz (KonvBehSchG) beschlossen und mit exakt sieben dürftigen Paragraphen ausgefertigt.
Seitdem gilt der juristische Trick: Selbst wenn ein erwachsener Mann gern den Versuch machen möchte, seine Homosexualität hinter sich zu lassen, wird es praktisch unmöglich, weil Bewerbung und Angebot einer solchen Behandlung mit Bußgeldern bis zu 30.000 Euro geahndet werden kann.
Der Staat läßt keine persönliche Entscheidungsfreiheit für therapeutische Maßnahmen, wenn Schwule unter ihrer Homosexualität leiden:
Wir wollen sogenannte Konversionstherapien soweit wie möglich verbieten. Wo sie durchgeführt werden, entsteht oft schweres körperliches und seelisches Leid.
Zähne zusammenbeißen und weiter Schwulsein. Egal was kommt. Das sei „auch ein wichtiges gesellschaftliches Zeichen an alle, die mit ihrer Homosexualität hadern“, konnte man damals in der Presseerklärung zum Gesetz nachlesen.
Nun wundert man sich bei der deutschen Legislative ohnehin kaum mehr über Auswüchse im Bereich der Freiheits-Einschränkung. Schon gar nicht, wenn die Regierungschefin zu dieser Zeit Merkel hieß und ein Gesetz im Jahr 2020, also in hektischen Corona-Zeiten kurz vor der parlamentarischen Sommerpause durchgewunken wurde.
Interessant mag hier nur ein kleines Detail sein. Im Fall des Gesetzes zum Schutz vor Konversionsbehandlungen wurde der Referentenentwurf seinerzeit federführend vom Ministerium für Gesundheit vorbereitet. Leitung: Jens Spahn.
das kapital
Ist Schwulsein ein "Gendefekt". Nur eine Frage, und schon wird das Eis dünn. Das Menschsein kennt 2 Geschlechter, die von biologischer Bedeutung für die Zukunft der Menschheit sind. Alles andere ist nichtiges Gewäsch der Gestörten, mit dem ich mich nicht tiefer beschäftigen möchte. Wenn sich Männer wie Männer verhalten und Frauen sich wie Frauen verhalten, hat Deutschland eine gute Zukunft. Sonst nicht. Und besonders anmaßend: Frauen sind (noch mehr als Männer) in der biologischen Pflicht, Kinder in die Welt zu setzen, ihnen ein gutes Umfeld zu schaffen und aus ihnen glückliche und erfolgreiche Erwachsene zu machen. Männer können da nicht vollständig liefern, egal wie sehr auch an ihnen rumgeschnippelt wird, wie sehr sie chemotherapiert und umerzogen werden. Nicht das Mannsein ist toxisch, sondern die Angriffe auf das althergebrachte Geschlechtermodell. Respektvoller Umgang der Geschlechter ist unverzichtbar. Islamismus ist toxische Männlichkeit. Der durchschnittlich geistig kastrierte Mitteleuropäer nicht. Wenn ein Mann einen Mann liebt, dann soll er ihn lieben, wenn er ihn liebt. Er soll aber nicht versuchen, sein Leben wider die Natur zum Maßstab für die Zukunft dieses Landes zu machen.