Das Ziel des Save Europe Acts

Im Juni 2026 initiierte ich mit Eva Vlaardingerbroek den „Save Europe Act“, eine Europäische Bürgerinitiative, die ein Ende der Masseneinwanderung sowie Remigration fordert. Die strategische Bedeutung dieses Vorhabens reicht jedoch weit über das Ziel einer Petition hinaus.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Was ist eigent­lich eine euro­päi­sche Bür­ger­initia­ti­ve? Die EU preist das Instru­ment als Mög­lich­keit zur demo­kra­ti­schen Teil­ha­be an. Sie­ben Bür­ger aus sie­ben ver­schie­de­nen Mit­glied­staa­ten haben die Mög­lich­keit, eine Geset­zes­än­de­rung zu for­dern. Errei­chen sie in einem Jahr eine Mil­li­on Unter­schrif­ten, dann muß die Kom­mis­si­on sich damit aus­ein­an­der­set­zen. Es könn­te theo­re­tisch sogar dazu kom­men, daß die Kom­mis­si­on die­se Geset­zes­vor­la­ge beschließt.

Bis jetzt machen vor allem lin­ke Grup­pen von die­sem Instru­ment Gebrauch. Mit dem Save Euro­pe Act woll­ten Eva und ich erst­mals eine gro­ße patrio­ti­sche Bür­ger­initia­ti­ve star­ten. Gesagt, getan. Wir sam­mel­ten die sie­ben Euro­pä­er, einer von ihnen ist Götz Kubit­schek, und star­te­ten die Initia­ti­ve. Im Text for­der­ten wir ein Ende der nicht abend­län­di­schen Mas­sen­mi­gra­ti­on und eine Kehrt­wen­de in der Migrationspolitik.

Wir hat­ten mit vie­lem gerech­net, aber nicht mit die­sem mas­si­ven Erfolg. Bin­nen einer Woche erziel­ten wir hun­dert­tau­sen­de Unter­schrif­ten. Die Kam­pa­gne wur­de offi­zi­ell von Vic­tor Orbán, Sant­ia­go Abas­cal, Rupert Lowe, Domi­nik Tar­c­zinski, Rober­to Van­ac­ci, Björn Höcke, Susan­ne Fürst und vie­len ande­ren Poli­ti­kern und Influen­cern unterstützt.

Viel­leicht auch des­halb reagier­te die Euro­päi­sche Uni­on rasch. Die Bür­ger­initia­ti­ve wur­de zurück­ge­wie­sen. Die Begrün­dung ist faden­schei­nig. Angeb­lich wür­den unse­re For­de­run­gen den Grund­wer­ten der Euro­päi­schen Uni­on wider­spre­chen. Dabei wird nicht nur ein Ein­wan­de­rungs­stop für nicht west­li­che Migran­ten fälsch­li­cher­wei­se als eth­ni­sche Dis­kri­mi­nie­rung gewer­tet. Die Euro­päi­sche Uni­on behaup­tet, daß jede migra­ti­ons­po­li­ti­sche Maß­nah­me gegen die Grund­wer­te ver­stößt, wenn ihr Ziel der Erhalt der eth­no­kul­tu­rel­len Kon­ti­nui­tät ist.

An die­ser Stel­le zeigt sich, wie wich­tig es war, daß wir eine eige­ne digi­ta­le Infra­struk­tur auf­ge­baut hat­ten. Bereits vor der offi­zi­el­len Annah­me auf der Sei­te der Euro­päi­schen Uni­on haben wir begon­nen, eige­ne Unter­schrif­ten zu sam­meln. Das Ziel war es, die­se nach einer Aner­ken­nung der EU auch zu einer Unter­schrift der Bür­ger­initia­ti­ve zu mobilisieren.

Nach der Ableh­nung grif­fen wir zu prak­ti­sche­ren Mit­teln. Am 15. Juli reis­ten Eva und ich nach Brüs­sel. Beglei­tet von hun­der­ten Patrio­ten lie­fer­ten wir 500.000 Unter­schrif­ten anony­mi­siert in zwei Schub­kar­ren ab. Die Euro­päi­sche Uni­on, die sonst beim Grenz­schutz kon­se­quent ver­sagt, errich­te­te tat­säch­lich eine Sta­chel­draht­bar­ri­ka­de um das Euro­pa­par­la­ment. Der Effekt war ein wei­te­rer mas­si­ver Anstieg in Unter­schrif­ten und eine öffent­li­che Unter­stüt­zung durch Elon Musk.

Spä­tes­tens an die­sem Tag wur­de uns und allen Unter­zeich­nern klar, wor­um es bei dem Safe Euro­pe Act eigent­lich geht. Weit über die blo­ße Peti­ti­on hin­aus ist es der Beginn eines euro­päi­schen Akti­vis­ten- und Kam­pa­gnen­netz­werks. Das war von Anfang an Teil des Pla­nes. Beim Unter­zeich­nen auf unse­rer Sei­te kann man die Opti­on anwäh­len, als Frei­wil­li­ger an der Kam­pa­gne mit­zu­ar­bei­ten. Im Augen­blick haben sich bereits über 150.000 Unter­zeich­ner als Akti­vis­ten gemel­det. Im Hin­ter­grund bau­en wir seit Wochen ein umfas­sen­des Sys­tem zur Akti­vie­rung und Ver­net­zung die­ser Unter­zeich­ner auf. Ein Netz aus 13 natio­na­len Orga­ni­sa­to­ren schmie­det aus die­ser schie­ren Mas­se gera­de eine euro­pa­wei­te Aktionsbewegung.

Unse­re Flug­zet­tel, Auf­kle­ber und Pla­ka­te tau­chen von Madrid über Paris und Wien bis nach Prag und Lai­bach auf. Direkt nach der Demons­tra­ti­on am 15. Juli star­te­te eine ein­zig­ar­ti­ge euro­pa­wei­te Kam­pa­gne. Das 20x20m-Groß­ban­ner, das wir direkt vor die Haus­tür der EU brach­ten, begibt sich jetzt auf einen Weg durch Euro­pa. Beim ers­ten Stop in Utrecht am 2. August kamen 450 Akti­vis­ten zusam­men. Am sel­ben Tag fand in Prag eine groß­an­ge­leg­te Unter­schrif­ten­ak­ti­on statt. Zugleich reis­te eine Divi­si­on der Save Euro­pe Act-Akti­vis­ten nach Ceu­ta, um dort über die Vor­gän­ge auf­zu­klä­ren und die Bür­ger zu unterstützen.

Durch mas­si­ven Arbeits­ein­satz ent­steht vor unse­ren Augen das ers­te pro­fes­sio­nel­le patrio­ti­sche Kam­pa­gnen­werk Euro­pas. Die zahl­rei­chen Unter­schrif­ten ent­pup­pen sich als ent­schei­den­de Mobi­li­sie­rungs­da­ten­bank. Lin­ke Krei­se arbei­ten bereits seit Jahr­zehn­ten erfolg­reich auf die­se Art und Wei­se. Sie ver­fü­gen über ein dich­tes, eta­blier­tes Öko­sys­tem aus NGOs, Stif­tun­gen und Akti­vis­ten­netz­wer­ken, das abs­trak­te Zustim­mung jeder­zeit in kon­kre­te Mobi­li­sie­rung umwan­deln kann.

Wenn es uns gelingt, die­se gewal­ti­ge Wel­le zu rei­ten und den unfaß­ba­ren admi­nis­tra­ti­ven, juris­ti­schen und finan­zi­el­len Auf­wand zu stem­men, könn­te das die Geburts­stun­de eines ein­zig­ar­ti­gen meta­po­li­ti­schen Werk­zeugs sein.

Neben der akti­vis­ti­schen Schie­ne läuft auch der juris­ti­sche Kampf wei­ter. Wir erhe­ben Ein­spruch gegen die Zurück­wei­sung durch die Euro­päi­sche Uni­on und brin­gen das Ver­fah­ren vor den Euro­päi­schen Gerichts­hof. Wir wol­len Brüs­sel dazu nöti­gen, Klar­heit zu schaffen.

War­um wider­spricht der Erhalt unse­rer eth­no­kul­tu­rel­len Kon­ti­nui­tät den Grund­wer­ten der Euro­päi­schen Uni­on? Wie­so darf jede links­ra­di­ka­le Grup­pe eine Bünd­nis­in­itia­ti­ve star­ten, wäh­rend Patrio­ten das ver­wehrt bleibt? Wir rech­nen uns gewis­se Chan­cen für ein Ver­fah­ren aus, haben aber auch im Fall der Nie­der­la­ge ein wei­te­res juris­ti­sches As im Ärmel.

Eines steht aber auf jeden Fall fest: Sobald wir die eine Mil­li­on Unter­schrif­ten auf unse­rer Kam­pa­gnen-Sei­te erreicht haben, kom­men wir wie­der mit Schub­kar­ren nach Brüs­sel. Es wird ver­mut­lich die größ­te patrio­ti­sche Kund­ge­bung, die die Eli­ten dort jemals erlebt haben!

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (65)

das kapital

3. September 2026 12:51

Danke für eure Initiative. "Fortresse Europe" ist genau das Konzept, das gebraucht wird. Gerade weil verblödete EU Kommissionen, Bundesregierungen, Landesre-gierungen, Politiker und Parteien es hassen und verächtlich machen. Es darf und muss unterschieden werden zwischen einer durch und durch wünschenswerten innereuropäischen kulturnahen und einer abgrundtief schadenstiftenden außer-europäischen kulturfremden Migration. Ceuta müsste das "eigentlich" selbst den letzten staatssozialistischen Hirntoten einprügeln. Macht es aber nicht. Der illegale Grenzübertritt ist keine Straftat, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit die mit einer Geldbuße geahndet wird. Die sozialistischen Spinner in Madrid werden das auch sobald nicht ändern. Es wäre wünschenswert, dass die spanische Opposition hier einen Gesetzesentwurf einbringt. Ihr kennt da sicher Leute und könntet das mit anstoßen. /// Im Übrigen, überlegt, ob ihr euch des Falls Jacques Baud mit annehmen könnt. Carl von Ossietzky kam in den 1930er Jahren ins Moorlager. Baud erhielt von der Brüsseler "'Elite" formell/informell Hausarrest ohne Wasser und Brot. Was die da treiben ist das Ende aller bürgerlichen Freiheiten. "Free Baud!" Wäre schön, wenn ihr auch dieses Thema mit aufgreift. Baud darf nicht schutzlos den korrupten Oligarchen in Brüssel und den Ländern ausgeliefert bleiben. Schluss damit!

Karl Otto

3. September 2026 13:35

Könnten sie mal ethnokulturelle Kontinuität bzw. Identität definieren? Kann mir darunter nichts konkretes vorstellen.

Mboko Lumumbe

3. September 2026 13:39

Herzliche Glückwünsche zum runden Geburtstag, liebe Frau Vlaardingerbroek.

Majestyk

3. September 2026 14:09

@ Martin Sellner:
Wird unterstützt.
"Warum widerspricht der Erhalt unserer ethnokulturellen Kontinuität den Grundwerten der Europäischen Union?"
Weil der Sinn und Zweck der EU nicht der Erhalt Europas ist und die EU schon mal überhaupt nicht den europäischen Völkern dient.
@ Karl Otto:
"Könnten sie mal ethnokulturelle Kontinuität bzw. Identität definieren? Kann mir darunter nichts konkretes vorstellen."
Das soll wohl ein Witz sein. Falls Sie sich Ihre Frage nicht selber beantworten können oder wollen, lohnt es nicht die Mühe, daß es jemand anders tut.

Le Chasseur

3. September 2026 14:19

"Wird Brüssel das neue Chicago? In Europas Hauptstadt eskaliert die Gewalt
Probleme mit Drogen und Waffengewalt gibt es in allen Metropolen Europas. Aber Brüssel, Hauptstadt des Königreichs Belgien und Machtzentrum der Europäischen Union, sticht auf erschreckende Art und Weise heraus.
Schießereien auf offener Straße sind in einigen Gegenden inzwischen fast an der Tagesordnung. Üblicherweise geht es um Drogen und Revierkämpfe der Banden und Dealer. „Wir befinden uns in einer nationalen Notlage“, erklärte kürzlich der belgische Innenminister Bernard Quintin. (...)"
Quelle

Le Chasseur

3. September 2026 14:30

"Sieben Bürger aus sieben verschiedenen Mitgliedstaaten haben die Möglichkeit, eine Gesetzesänderung zu fordern. Erreichen sie in einem Jahr eine Million Unterschriften, dann muß die Kommission sich damit auseinandersetzen. Es könnte theoretisch sogar dazu kommen, daß die Kommission diese Gesetzesvorlage beschließt."
Es handelt sich doch nur wieder um Demokratie- bzw. Partizipationssimulation:
"Über eine Europäische Bürgerinitiative, die die erforderliche Million Unterstützungserklärungen (...) gesammelt hat, wird im EU-Parlament eine Anhörung stattfinden, an der auch die Kommission teilnehmen muss. Am Ende des Verfahrens erstellt die Kommission innerhalb von drei Monaten eine rechtliche und eine politische Stellungnahme, entscheidet, ob ein neuer Gesetzesvorschlag gemacht werden kann, und begründet ihre Entscheidung öffentlich. Eine irgendwie geartete Verpflichtung der Kommission, die Bürgerinitiative umzusetzen, besteht allerdings nicht." Quelle
Erinnert sich noch jemand daran?

Beta Jas

3. September 2026 14:45

Ich halte von dieser Petitionsaktion nichts. Sie wirkt psychologisch schwach, als wäre die Bewahrung Europas und seines Charakters die Aufgabe einer Petition. Dafür gibt es Parteien – Parteien, die dies in den europäischen nationalen Parlamenten sowie im EU-Parlament zu vertreten haben, genau wie Bürgerinnen und Bürger es im Alltag tun sollten. Aber auch interessant, das die Europäische Union nicht diesem Zweck dienen soll, zumindest aus der Sicht der dort gegenwärtig Verantwortlichen.
@Karl Otto Können Sie stattdessen das Selbstbestimmungsrecht der Völker erklären bzw. den Völkermord-Paragrafen? Denn ohne diese bekannte Definition eines Volkes, könnte es auch den Vorwurf des Völkermords nicht geben.

Maiordomus

3. September 2026 15:14

@das Kapital. Baud ist ein ganz anderes Thema. Hier wäre die geschlossene Solidarität aller EU-Kritiker gefragt. 
500 000 Unterschriften sind eindrucksvoll, aber nicht viel mehr als eine Unterstützung der Europa-Rechten, in die, wie man sieht, hier auch der Name Höcke markiert wird. Vielleicht passiert etwas mehr, wenn in Frankreich Frau Le Pen an die Macht kommt, wiewohl dies nicht als sicher angesehen werden kann, weil deren Interessenpolitik zum Beispiel wenig auf Zusammenarbeit etwa mit Deutschland ausgerichtet ist. Leider ist der oben mitgenannte Orban nun mal weg vom Fenster. Er wird mutmasslich, wenn Magyar scheitert, wohl durch einen anderen Fides-Führer ersetzt werden müssen, wiewohl man ihm allenfalls als Brüssel-Parlamentarier noch einiges zutrauen kann. "Save Europa" wird wohl kaum über eine gewisse Propagandawirkung hinaus durch rechte Club-Aktionen Praxis werden. Dabei aber hätte ein Machtwechsel in Oesterreich ein ganz anderes Gewicht, so wie ein Ministerpräsident nun mal mehr bewirken kann, siehe einst Orban,   als ein "Aktivist" als Sammler von Gleichgesinnten. Ohnehin müsste es eher um konkrete Praxis gehen als um die Bestätigung ideologischer Formeln. 
 

heinrichbrueck

3. September 2026 15:26

Wenn mit "ethnokultureller Kontinuität" sowohl kulturelle als auch ethnische Kontinuität gemeint ist, kann man die ethnische Dimension nicht einfach auf Kultur reduzieren. 

Gimli

3. September 2026 15:37

Ich will mich nicht in sophistischer Ausdiffernzierung der EU-Begründung zu Migration, Zurückweisung oder Rückführung von Menschenwanderung ergehen, sondern gehorche meinem innersten Impuls, der hinter solchen Phrasen wie ethnokultureller Kontinuität nix Gutes vermutet, eine Verkleidung des Ansinnens irgendeine "Völkigkeit" zu definieren und Grenzen damit begründen zu wollen, die es einfach nicht logisch gibt; außer man denkt tribal, hierarchisch oder auch urtümlich biologisch. Die Menschheit sollte darüber hinaus sein ... Ich kann mir nicht vorstellen, worin Sinn und Nutzen liegen sollten, wenn zB in meinem Arbeitsumeld Kolleg*innen aus so ziemlich der ganzen Welt nicht mehr an den versch. GRoßprojekten zusammearbeiten sollten. Für mich als Early Adopter (das bin ich genetisch!) ist alles, was Vielfalt und Neuerungen verhindert, ein Unding. Ich weiß aber auch: Es gibt weder für Pro noch für Contra -  wie für viele politischen Grund-Haltungen - eindeutige Argumente. Allein unsere zumeist angeborene Denkungsart "entscheidet". Daher ist alles Argumentieren eher Ausdruck eines bloßen Willens. Und ich will Vielfalt. Hoffe die Mehrheit in der EU sieht da auch so.  

dojon86

3. September 2026 15:47

@Karl Otto Wandern sie aus. Verlassen sie Europa (West) oder seine angelsächsischen Siedlerkolonien in Übersee. Glauben sie mir, nach spätestens 2 Jahren können sie sich etwas darunter vorstellen.

Liselotte

3. September 2026 16:58

@Gimli: die Zeiten, in denen Europäer verschiedener Länder in die Nachbarländer wanderten, sind vorbei, was Sie jetzt mit weiterer Einwanderung bekommen, ist islamistische Einfalt. Deswegen die Initiative (die ja ausdrücklich die innereuropäische Migration weiterhin zulassen will).

Mitleser2

3. September 2026 17:30

@Beta Jas: "Aber auch interessant, das die Europäische Union nicht diesem Zweck dienen soll, zumindest aus der Sicht der dort gegenwärtig Verantwortlichen."
Waren Sie bisher naiv, etwas anderes anzunehmen? Die EU sollte Deutschland einhegen, incl. Euro und EZB. Und noch ein wenig gemeinsame Wirtschafts/Agrarpolitik betreiben. Warum sie gerade in den letzten Jahren zu so einem korrupten, autoritären Konstrukt geworden ist, ist mir auch nicht recht klar. Ein Name steht aber stellvertretend dafür: vdL-CDU. Und noch daneben Weber-CSU. 

Le Chasseur

3. September 2026 17:30

@das kapital
"Baud darf nicht schutzlos den korrupten Oligarchen in Brüssel und den Ländern ausgeliefert bleiben. Schluss damit!"
Bzgl. Jacques Baud: Interview mit Jacques Baud

Majestyk

3. September 2026 17:32

@ Beta Jas:
"Dafür gibt es Parteien"
So viel zum Verständnis vom mündigen Bürger. Waren es nicht Parteien, die den Mist verursacht haben? Ist dieses Demokratieverständnis nicht die Ursache der delegativen Demokratie? Natürlich sollten Bürger keine Petitionen einreichen müssen. Im Prinzip ist der Bürger ja der Boss seiner Parlamentarier, der Regierung und aller Staatsdiener. Soweit die Theorie. Petitionen und Demonstrationen sind aber die letzten Optionen des unbewaffneten Widerstands. Und wenn es hilft Rechte international zu vernetzen, dann ist das alleine schon ein Erfolg.

Mitleser2

3. September 2026 17:34

Liselotte: Nicht ganz. Angeblich wollen ja 20% bei einer AfD-Regierung auswandern. Hätte ich nichts dagegen. Da wären bestimmt viele Minderleister und Abgreifer dabei, incl. Antifa.

Umlautkombinat

3. September 2026 17:39

@Gimli

Und ich will Vielfalt. 

Sie haben doch schon Einfalt gewaehlt

Kolleg*innen

und das auch im zusaetzlichen Sinn. Wer die Vielfalt des Regenbogens will, braucht erstmal die Beherrschung eines Frequenzbereiches durch jede seiner Farben. Wenn nicht, waehlt er die Farbmischung in einem Topf. Diese Frequenz heisst hier deutsch, ohne das ich verschiedenen Auslegungen davon, die Sellner umtreiben, nun konkret folge. 
 
Wir haben mittlerweile glaube um die 9 Millionen Angehoerigen einer Religion hier im Land, deren Mitglieder mal homoeopathisch gesprochen als D24 in Ihren Grossprojekten, aber in sehr messbaren Prozent- und absoluten Zahlen in anderen Zusammenhaengen vorkommen. Und das wissen Leute wie Sie auch. Und Sie wissen auch, dass diese Religion keine Gefangenen macht.
 

Majestyk

3. September 2026 17:52

@ Maiordomus:
"Vielleicht passiert etwas mehr, wenn in Frankreich Frau Le Pen an die Macht kommt"
Wenn das nicht mal eine Fehleinschätzung ist. Als neulich jemand aus dem spanischen Fußballverband leicht spöttisch die Zusammensetzung der französischen Mannschaft kritisierte und echte Franzosen vermißte, kam so ziemlich die schärfste Kritik aus Frankreich vom Rassemblement National. Bezüglich Remigration oder Erhalt der eigenen Art ist m.E. aus Frankreich keinerlei Schützenhilfe zu erwarten. Fürs Rassemblement National ist jeder mit französischem Paß Franzose. Allein deswegen muß ja auch die innereuropäische Freizügigkeit überdacht werden. Wenn im Rheinland von niederländischen Banden die Rede ist, dann sind ja auch nicht blonde Holländer gemeint. 
Aufs Ausland kann man sich nicht verlassen. Ihre Schweizer haben ja neulich auch eindrucksvoll bewiesen was sie von Migrationsbegrenzung halten. Schaut man sich an, welche Rolle die eingebürgerten Schweizer spielen, ist meine Sichtweise, daß man sein Stimmrecht nie teilen sollte, vielleicht nicht mehr ganz so dumm. Wer nämlich sein Stimmrecht teilt, hat irgendwann im eigenen Haus nichts mehr zu sagen.

ofeliaa

3. September 2026 17:58

Karl Otto, geht es Ihnen gut? Muss man sich Sorgen machen? Im Notfall bitte die richtigen Telefonnummern wählen, falls da gerade ein Apoplex passiert ist oder so. 

Beta Jas

3. September 2026 18:08

@Gimli
Ich vermute, Sie haben sich hierher verirrt ;-) und wollen passiv-aggressiv mit vermeintlich „logischen“ Einwänden provozieren.
Die Rechten zum Beispiel, die glauben, ihre alte Mark, ihren Schilling, Franc usw. zurückhaben zu wollen, und denken, eine nationale Wirtschaft wäre heute noch etwas Gutes, sind unverbesserlich.
Es geht um ein Europa der Europäer. Das gefällt Ihnen natürlich nicht – gemäß Ihren linken sexualpolitischen Fantasien, die destruktiv und böswillig zerstören wollen.
Keine Ahnung, wo Sie beschäftigt sind, aber es klingt nach einem Büro, in dem Sie mit Menschen aus verschiedenen Kulturen Ihre großen Projekte planen, wie in einem Werbespot im Fernsehen.
 

das kapital

3. September 2026 18:26

@ Karl Otto Da haben Sie nun so unschuldig gefragt und schon gibt es was auf die Mütze. " Warum widerspricht der Erhalt unserer ethnokulturellen Kontinuität den Grundwerten der Europäischen Union?" Das war die Ausgangsfrage von Sellner. Damit könnte z.B. gemeint sein, dass die Bundesrepublik und Europa nicht in  Mekka und Medina erfunden worden sind, und deshalb auch davon nicht überformt werden sollen. Die EU leugnet die eigenen nationale Werte und eigenständigen Entwicklungen der Mitgliedsstaaten. Sie leugnet das kulturelle Substrat. Gerade deshalb misslingt sie.

RMH

3. September 2026 18:35

sondern gehorche meinem innersten Impuls, der hinter solchen Phrasen wie ethnokultureller Kontinuität nix Gutes vermutet, eine Verkleidung des Ansinnens irgendeine "Völkigkeit" zu definieren und Grenzen damit begründen zu wollen, die es einfach nicht logisch gibt; außer man denkt tribal, hierarchisch oder auch urtümlich biologisch.
@Gimli,
Sie befinden sich mit Ihrem "Unbehagen" in guter Gesellschaft mit Menschen, die dann gerne auch mal nen "Free Tibet" Aufkleber auf ihrem BEV haben oder eine Petition zum Erhalt "indigener Kulturen" am Amazonas unterschreiben (wobei das in der Tat zurück gegangen ist - Tibet bspw. juckt keinen von der ehemaligen Free Tibet Fraktion ernsthaft mehr).
Als ich vor 30 oder 35 Jahren zum ersten mal was von "Ethnopluralismus" gehört habe, gab es schon die selben, immer gleichen Argumente dagegen, die bereits damals meistens keine Konsistenz und Logik hatten. M. Lichtmesz hat dazu ein Buch geschrieben, an welches einmal wieder erinnert werden kann.
https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/103196/ethnopluralismus
Davon ist die AfD bspw. sehr weit entfernt.

Laurenz

3. September 2026 19:07

@Gimli ... ethnokulturelle Kontinuität nix Gutes ... Dann gehen Sie doch mal in die Staaten ihrer Kollegen & schauen, wie viel ethnokulturelle Pluralität es dort gibt, wie Sie sie bei uns einfordern. Die Menschheit funktioniert zu 90%, wie es MS mit Seinem Projekt fordert. Im Jahr 1900 waren 30% der Weltbevölkerung weiß. Heute sind es noch 8%. Auch wir haben ein Reservat verdient. Wenn Ihnen das nicht paßt, ziehen Sie doch einfach mit Ihrer Bagage nach Rio. Dort gibt es ganze Straßenzüge, wo sich ethnisch & sozial unterschiedliche Gruppen von einer auf die andere Straßenseite gegenüberstehen. Dazu heißt es in Rio, "die einen sterben vor Hunger, die anderen vor Angst". Die Reichen, meist Weiße, wohnen in Festungen. Nachts hält kein Schwein mit dem Auto an einer roten Ampel, viel zu gefählich. Bestellen Sie Sich doch bei Antaios das Buch von Matthais Matussek, "Geliebte zwischen Strand & Dschungel". Matussek lebte dort mehrere Jahre mit Seiner Familie & beschreibt Seine Erfahrungen. Ich habe es genau so dort vorgefunden. Das Buch hat man in 3h durch. Mittlerweile stehen in Rio viele Mauern, wie einst an der Zonengrenze. Das ist die wahre multi-ethnische Realität, die Sie hier fälschlich leugnen. Der mehrheitliche Unterhalt der Invasoren wird nachwievor von Indigenen mit Tributen finanziert. Der Art. 1 des GGs lautet nämlich informell, "die Würde des Deutschen Steuer- & Beitragszahlers ist antastbar".

Karl Otto

3. September 2026 19:42

Mein Problem ist der Begriff "ethnokulturell". Ich kann mir sehr wohl etwas vorstellen unter ethnischer Identität (=gemeinsame Abstammung) als auch unter kultureller Identität (gemeinsame Wertvorstellungen).
Aber was bedeutet dieser Begriffsbastard "ethnokulturell"?

Le Chasseur

3. September 2026 20:09

@Majestyk
"Als neulich jemand aus dem spanischen Fußballverband leicht spöttisch die Zusammensetzung der französischen Mannschaft kritisierte und echte Franzosen vermißte, kam so ziemlich die schärfste Kritik aus Frankreich vom Rassemblement National."
Le Pen hat eben erkannt, dass sie auch Stimmen von Franzosen mit Migrationshintergrund braucht, wenn sie jemals Präsidentin werden will. Für die AfD gilt das gleiche: Ohne Stimmen von Wählern mit Migrationshintergrund keine absolute Mehrheit im Bundestag, was wiederum bedeutet, keine Regierungsverantwortung. Denn keine der Kartellparteien wird mit der AfD koalieren. Lieber wählt die CDU Reichinek zur Kanzlerin.

Beta Jas

3. September 2026 20:15

@Majestyk
Nennen Sie mich naiv oder sagen Sie, ich glaube noch an das demokratische parlamentarische Christkind. Aber eine Demokratie wird über Bürgerinnen und Bürger in Parteien organisiert, die sich dazu zusammenfinden und dort organisiert eine politische Meinung vertreten. Ich habe zugegebenermaßen im Allgemeinen "von Parteien" gesprochen, Sie können davon ausgehen, dass ich damit aber nur die rechten Parteien hier in Europa gemeint habe. Selbst da gibt es aber Probleme und man fragt sich dann ob was in der Luft oder dem Wasser ist, das sich Leute plötzlich drehen. 
Eine Petition gegen die fortwährende Invasion einzureichen hat eben einen unbeholfen Charme, als wäre die Verteidigung Europas, der Länder eine Frage von Unterschriften. Wenn aber dadurch auch eine Vernetzung einhergeht eine Vertiefung der Zusammenarbeit der verschiedenen patriotischen Kräfte Europas, da hat's auch was Gutes. Warte aber nur noch dann darauf das man sich über historische Grenzziehungen zwischen den Ländern. Darin sind Männer immer gut ;)

Gracchus

3. September 2026 20:53

@Karl Otto, gut, ich kann mir darunter auch nix so richtig Konkretes vorstellen, aber Sie waren es doch, der kürzlich eine naturalistische Erklärung für moralische Einstellung verfochten hat, will sagen, ethnokulturell soll besagen: die Kultur, die eine Abstammungsgemeinschaft hervorbringt, ist nicht beliebig, es besteht ein Zusammenhang (Vertretern wie Gimli zufolge aber nicht) - zur Kultur gehören, meine ich, neben gemeinsamen Wertvorstellungen auch gemeinsame ästhetische und, äh, sagen wir, epistemische Vorstellungen, also vom Schönen, Guten, Wahren (oder auch Baren). 
 

dojon86

3. September 2026 20:55

@Laurenz Ihr Beispiel bezüglich des Nichtanhaltens an einer roten Ampel bei Nacht, das ist nicht nur in Rio so. Meine Tochter hat vor zwei Jahren ein Berufspraktikum in Kapstadt absolviert. Zu Beginn erhielt sie von der halbstaatlichen !?! Institution in der sie ihr Praktikum leistete, gewissermaßen eine Kurzeinschulung bezüglich Verhaltensregeln im Land. Da wurde ihr unter anderem gesagt, bei Nacht nicht bei roten Ampeln anzuhalten beziehungsweise allein als Frau nicht wirklich notwendige Nachtfahrten selbst in der Stadt nach Möglichkeit zu vermeiden. Dabei ist Kapstadt für südafrikanische Verhältnisse relativ sicher. Trotzdem, überall bewaffnete Securities und festungsartige Stacheldrahtzäune selbst bei Kindergärten. Also alles wie in Rio oder vielleicht noch schlimmer. Als Frau würde ich da nur sagen, da ist mir das (noch) monokulturelle Japan als Aufenthaltsort doch deutlich lieber.

Gracchus

3. September 2026 21:09

Man muss ja nicht unter jedem Sellner-Beitrag dieselben Themen wiederkäuen. Über die Sinnhaftigkeit der Petition kann ich ad hoc nicht urteilen, immerhin tut Sellner was.
In "meinem" orientalisierten Viertel - @Gimli - bleibt Ihre Vielfalt auf der Strecke. Döner, soweit das Auge reicht; natürlich noch anderer Fastffodkram, von dem ich die Finger lasse. Das beste (= ausgewogenste) Essen gibt's tatsächlich in einem deutschen Restaurant. Ausserdem: Restaurants mit "vielfältig" ausufernder Karte meide ich grundsätzlich. 
 

das kapital

3. September 2026 21:13

@ Karl Otto Der Bundestag kennt sich aus. Hüstl. Scheint also kein "Begriffsbas-tard" zu sein. /// Der Begriff ethnokulturell verbindet die Konzepte von Ethnie (Volksgruppe, Abstammung) und Kultur (gemeinsame Sprache, Traditionen, Werte). Er beschreibt Merkmale, Identitäten oder Zugehörigkeiten, die sich aus der Herkunft und der kulturellen Prägung einer Gruppe ergeben. /// Kulturelle Identität: Der Begriff bezeichnet das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, die sich durch gemeinsame Bräuche, Sprache oder Geschichte definiert. /// Sozialwissenschaftlicher Kontext: In der Forschung wird oft der Begriff natio-ethno-kulturell genutzt, um zu beschreiben, wie Vorstellungen von Nation, Abstammung und Kultur in einer Gesellschaft ineinandergreifen. /// Politischer Diskurs: Der Begriff taucht häufig im Zusammenhang mit dem Ethnopluralismus der Neuen Rechten auf. Dort wird ein „ethnokultureller Volksbegriff“ verwendet, der Zugehörigkeit stark über Abstammung statt über die Staatsbürgerschaft definiert. /// Verfassungsrechtlicher Kontrast: Demgegenüber steht der rechtliche Volksbegriff des Grundgesetzes, bei dem allein die Staatsangehörigkeit und nicht die Ethnie oder Kultur über die Zugehörigkeit zum Staatsvolk entscheidet. ///Lässt sich finden, oder. Einfach mal bei Professor Google "ethnokulturell bedeutung" eingeben. /// Blut ist dicker als Wasser. Mal so sprichwörtlich. Manche behaupten, das bliebe auch nach einer Einbürgerung so.

dojon86

3. September 2026 21:19

@Karl Otto Der Autor verwendet den Begriff, weil ethnische Identität ohne kulturelle Identität keine handlungsfähige Gemeinschaft schafft. Und umgekehrt kulturelle Identität ohne ethnische Identität, zwar in der Lage ist, eine handlungsfähige Gemeinschaft zu schaffen, diese aber nach aller historischer Erfahrung vor allem in Krisen alles andere als stabil ist. Aus Gründen der Einfachheit zieht er die beiden Ausdrücke in einem Wort zusammen weil das die deutsche Sprache erlaubt.

Laurenz

3. September 2026 22:29

@Karl Otto ... Die Identität besteht einerseits aus der Herkunft & andererseits aus dem kulturellen Rahmen aus dem man stammt. Schauen Sie Sich die Stammbäume des Adels in Europa an. Die meisten sind Germanischer Herkunft. Dazu gesellen sich noch ein paar Ungarn, wenige Tschechen & ein paar Hof-Juden. Das wars. Und dieser (Deutsche) Adel besteht meist aus Anywheres, Globalisten. Macht korrumpiert eben. Wenn mir als Säugling & Kleinkind meine Mutter jeden Abend vor dem Einschlafen mit Ihrer Altstimme "Guten Abend, gute Nacht" vorsang (ich kann mich daran erinnern), hat das eben einen kulturell extrem prägenden Einfluß. Bei Ihr kam das durch Ihre in Unterfranken zugewanderte Familie Rausch. Meine Mutter war in Lohr die V. Generation. Davor war man 3 Generation in Seligenstadt & vorher kam man aus Salzburg. Den Unterschied zu den Eingesessenen konnte man daran festmachen, daß die Rauschs immer mehrstimmig sangen. Der direkt jüngere Bruder meiner Mutter sang in Seiner Jugend nicht so gerne. So daß mein Großvater meinen Onkel immer abends am Tisch aufforderte, "sing, Albin, sing".

heinrichbrueck

3. September 2026 22:58

"Mein Problem ist der Begriff "ethnokulturell"."
Das steht doch schon in der Überschrift: "Das Ziel des Save Europe Acts". Und dieses Ziel wird im Text konkret benannt: Ende der Masseneinwanderung und Remigration bzw. das Ende der "nicht abendländischen Massenmigration". Wenn Sellner anschließend vom "Erhalt der ethnokulturellen Kontinuität" als Ziel dieser Politik spricht, ist damit der Begriff im Kontext des Artikels doch hinreichend erklärt. 

Majestyk

4. September 2026 00:38

@ Beta Jas:
Das hat nicht mit naiv oder nicht zu tun, aber ich frage mich, warum sich die Mehrheit diese Sichtweise zu eigen gemacht hat:
"Aber eine Demokratie wird über Bürgerinnen und Bürger in Parteien organisiert"
Heißt ja im Umkehrschluss, wer nicht in einer Partei organisiert ist, kann nicht aktiv an einer Demokratie mitwirken. Warum? 
Die demokratische Gestaltungsmacht den Parteien zu überlasen, hat m.E. nur bedingt gut funktioniert.
Gerade heutzutage zeigt sich doch, welch kartellartige Verstrickungen es zwischen Parteien und allen möglichen Institutionen gibt und wie wenig der eigentliche Bürgerwille wirklich zählt. Beispiel: Parteien besetzen das Verfassungsgericht mit eigenen Leuten und die entscheiden dann, ob die aufkommende Konkurrenz verfassungskonform ist. Um das zu ändern, reicht es ja nicht, daß neue Parteien den Platz der alten einnehmen, sondern die Organisation des Gemeinwesens durch Parteien sollte genauso überdacht werden wie Art. 21 GG.

Le Chasseur

4. September 2026 08:11

@Majestyk
"Heißt ja im Umkehrschluss, wer nicht in einer Partei organisiert ist, kann nicht aktiv an einer Demokratie mitwirken."
Natürlich können auch Parteilose an einer Demokratie mitwirken: https://www.bundestag.de/services/glossar/glossar/P/parteilos-246324
Sie können als Parteiloser Demos organisieren, Unterschriftenaktionen starten oder Petitionen einreichen. In Bayern gibt es die Möglichkeit des Volksbegehrens. Wenn Ihnen ein Fernsehsender oder eine Zeitung gehört, können Sie Werbung für ein politisches Projekt machen und den politischen Diskurs beeinflussen. Sie können sich mit anderen Parteilosen zu einer Interessengruppe zusammenschließen und Lobbyarbeit bei Politikern betreiben...
 

Mitleser2

4. September 2026 08:38

@Karl Otto: Der Gegensatz zu ethnokulturell ist doch ganz einfach erklärt:
"Vielfalt" und "Diversität" in woker Einfalt. Genau das preist der gimli. Im abgehobenen Lebensumfeld seiner Anywheres ist das wohl so (falls das real ist was er schreibt). Ich kenne auch solche Kreise. Die sind von den Verwerfungen tatsächlich (noch) nicht betroffen. SZ und ZEIT sind selbstverständlich. Die Kinder Privatschule, Studium teilweise mindestens im Ausland, und werden dann halt Juniorprofessor in Kopenhagen als Anfang der Karriere. Man sollte diese Kreise und ihre Netzwerke nicht unterschätzen.

Laurenz

4. September 2026 08:45

@Majestyk @Beta Jas ... Sie liegen da in meinen Augen schon richtig, Majestyk. In Art. 21, Absatz 1 des Grundgesetzes (GG) heißt es im ersten Satz unmißverständlich: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ ... Wie Poschardt zu Recht feststellt, ignorieren die Kartellparteien den Willen des Volkes. https://www.youtube.com/shorts/gjDYYuWLn_0?feature=share 

Umlautkombinat

4. September 2026 09:51

@Mitleser2
 
Als Anhang zu Ihrer Charakterisierung. Fuer den Islam gilt: Jegliche Kultivierung faellt ab einem bestimmten Punkt ab. Durchaus auch gegen den Willen des Traegers.
 
Da verschwindet die Tochter des recht sympathischen und gebildeten irakischen Arztes, der Jahrzehnte hier lebt, auf einmal aus dem Gesichtskreis ihrer langjaehrigen deutschen Freundinnen, die mit ihr bis 16 in der Gegend herumzogen. Nach ein paar Jahren erscheint das huebsche und frueher sehr lebenslustige Maedchen vollverschleiert mit ein paar Kindern hinter einem Zauselbart mit einem Intellekt jenseits von ein oder zwei Standardabweichungen unterhalb ihres eigenen. 
 
Da haut eine dieser Freundinnen aus Kairo ab, weil ihr in Deutschland umgaenglicher aegyptischer Freund anfing ihr zu verbieten aus dem Haus zu gehen.
 
Die Eltern waren alle ganz dolle weltoffen und alle mit dem Zug geschlagen, Folklore und Kultur zu verwechseln. 2015 musste ich vieles kappen, die Daemlichkeit war nicht mehr zu ertragen. Heute kommen sie langsam von allein wieder.
 
Und, und, und...

Le Chasseur

4. September 2026 10:05

@Laurenz
"Wie Poschardt zu Recht feststellt, ignorieren die Kartellparteien den Willen des Volkes."
Wir, das Volk, machen es den Parteien aber auch sehr leicht, unseren Willen* zu ignorieren. Wann haben Sie sich zuletzt auf einer Straßenkreuzung festgeklebt, um gegen die Energiepolitik zu protestieren? Wann hat Poschardt zum Generalstreik aufgerufen, um einen Kurswechsel in der Einwanderungspolitik herbeizuführen?
*) den es nicht gibt

Karl

4. September 2026 11:30

Da kämpft man um die Existenz der eigenen Zivilisation, und im Kommentarbereich muss man erst einmal den ABC-Schützen Nachhilfe geben, die sich mit großer, fast rührender Unschuld hinstellen und so tun, als sei „ethnokulturelle Kontinuität“ ein Begriff aus einer versunkenen Keilschrift, den man nur durch geduldige Volksschullehrer-Stunden verstehen könne. Google? KI? ChatGPT? Offenbar Fremdwörter aus einer fernen, technisch überlegenen Galaxie. Stattdessen dürfen Majestyk, ofeliaa und die anderen geduldigen Seelen erst einmal erklären, definieren, Ansagen machen und fast schon therapeutisch nachfragen, ob bei dem Fragesteller alles in Ordnung sei. Man möchte weinen vor so viel aufopferungsvoller Bildungsarbeit. Während draußen die Welt immer greller wird, sitzen wir hier und buchstabieren Erwachsenen vor, was sie in vier Sekunden selbst hätten nachschlagen können. Wie rührend diese Fürsorge – und wie ironisch, dass ausgerechnet diejenigen, die sich so dumm stellen, oft genau wissen, dass sie nur die Geduld der anderen testen. Aber gut: Erst die Grundschule, dann die Festung Europa. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Karl Otto

4. September 2026 12:12

Wenn ich recht verstehe ist also ethnokulturelle Identität ethnische Identität.

antwort:
auch, nicht wahr? auch. ist ja ein attribut mit zwei bestandteilen, haben Sie vielleicht übersehen. passiert.

Laurenz

4. September 2026 13:18

@Karl ... weinen vor so viel aufopferungsvoller Bildungsarbeit ... Das passierte in den letzten Wochen Herrn Siegmund hunderte Male mit erwachsenen Journalisten. Aber es blieb Ihm als Wahlkämpfer nichts anderes übrig. Ab & an konnte er diese infantile Dämlichkeit frühzeitig beenden. Sie, Karl, interpretieren den politischen Gegner völlig falsch. Diese Repräsentanten der pseudo-akademischen grünen Wählerschicht haben sich dieses pubertäre Denken & Publizieren angewöhnt, weil die der Meinung sind, daß man Sie, Karl, damit bewerben & beeindrucken kann.

Majestyk

4. September 2026 15:42

@ Le Chasseur:
"Wann hat Poschardt zum Generalstreik aufgerufen, um einen Kurswechsel in der Einwanderungspolitik herbeizuführen?"
Poschardt kann nicht zum Generalstreik aufrufen. Legale Streiks dürfen nur von Gewerkschaften organisiert werden. Als ich neulich die Kartellgewerkschaften kritisierte, die anders als in Japan eben nicht unternehmensnah organisiert sind, sondern zentral gesteuert und parteinah, haben die einen mich für verrückt erklärt, die anderen still gelacht. Hier ist halt kaum jemand, der sich jemals Gedanken gemacht hat, daß man in der Industrie faktisch in eine Gewerkschaft eintreten muß, andernfalls kommt man entweder gar nicht rein oder nur mit vielen Nachteilen, z.B. dauerhafte Zeitverträge. Die politisch linken Gewerkschaften würden niemals gegen linke Politik streiken und die unterstützen auch keine Mitarbeiter, die öffentlich ausscheren. Bei den Kirchen ist es ja auch nicht anders. 
Im Übrigen ist ein Streik aus politischen Gründen nur aufgrund von Art. 20 (4) möglich. Und solche Einzelaktionen wie festkleben hatten wir neulich schon beim Thema Selbstverbrennung. Die Kartellmedien würden solche Aktionen des Gegners nicht thematisieren. Die Macht der Parteien ist zu dominant und muß hinterfragt werden.

Karl

4. September 2026 15:57

@Laurenz 4. September 2026 13:18
Ich habe sie so interpretiert,dass sie mMn die Geduld der Mitleser provozieren/testen wollen. Darauf, dass sie irgendwen mit diesem Gefasel beeindrucken können/wollen bin selbst ich nicht gekommen ;-). Chapeau!

Diogenes

4. September 2026 16:29

@M. "Hier ist halt kaum jemand, der sich jemals Gedanken gemacht hat, daß man in der Industrie faktisch in eine Gewerkschaft eintreten muß, ..." Die meisten Betriebe im 2. u. 3. Grade (beim 1. reden wir von Firmen die Milliarden umsetzen) ihrer Beschäftigtengröße besitzen gar keinen Betriebsrat. "Zentrum" und wie sie sonst noch heißen, müssen mehr in die virale Werbung gehen um dann potentielle Betriebsräte bzw. Betriebsratswahlen zur Mitgliedergewinnung zu befähigen. 

Le Chasseur

4. September 2026 16:55

@Majestyk
"Im Übrigen ist ein Streik aus politischen Gründen nur aufgrund von Art. 20 (4) möglich"
Ist doch gegeben, wenn die Parteien den Mehrheitswillen ignorieren:
"Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus."
"Und solche Einzelaktionen wie festkleben hatten wir neulich schon beim Thema Selbstverbrennung. Die Kartellmedien würden solche Aktionen des Gegners nicht thematisieren." Ist doch egal. Die Kreuzung ist trotzdem blockiert. :-)
 

Maiordomus

4. September 2026 17:23

@Majestix. Sie beschreiben Verhältnisse, die Einbürgerung betreffend, die ich historisch stets als Basis-Privileg der älteren direkten Demokratien in den Alpenkantonen dargestellt habe, wo also Gewährung von Einbürgerungen ein absolutes Privileg der kommunalen und kantonalen Volksversammlungen waren. Das Vertrauen der Mehrheit war das eigentliche Integrationssignal. Für dieses System habe ich mich immer verwendet. Es fiel jedoch auf, dass bei diesen Abstimmungen Zugehörigkeit zu gewissen Ländern im Balkan kollektive Hürden darstellen konnten, was dann als "gruppenbezogen" schnell als Rassismus interpretiert wurde. So ging das System "vor die Hunde". Dass unterdessen in einer ländlichen Gemeinde, wo seit 1970 alle Volksabstimmungen, die Überfremdung betreffen, mit enormer Mehrheit angenommen wurden, unterdessen afghanische Asylbewerberfamilien kollektiv eingebürgert wurden, stört umso mehr, als diese schon das Aufenthalsrecht im Land als ausreichenden Privileg hätten betrachten dürfen im Wissen, dass die Bedingung ihrer Einbürgerung die Ausschaltung eines viele Jahrhunderte geltenden elementaren Bürgerrechtes voraussetzte. Aehnliches erwarten wohl mit der Zeit um die 70 000 Ukrainer, darunter auch Deserteure, denen bei uns wohl kaum wie einst Militärpflichtersatzsteuer zugemutet wird, wie bei uns früher sogar bei beinlosen Invaliden, so weit diese berufstätig sein konnten.        

Gracchus

4. September 2026 17:46

Man kann Fragen wie die von Karl Otto als Training sehen. Die Frage nach der ethnokulturellen Identität wird neuerdings von der anderen Seite nicht mehr totgeschwiegen, sondern mit "Region + Europa" beantwortet, was eine "Festung Europa" nicht ausschließt. Das Nationale wird übersprungen. 
Ethnokulturelle Kontinuität als eine Art Zielbestimmung - wie die Klimafraktion "Klimaschutz" im GG verankern will - ruft aber schon die Frage auf, wann ist diese erreicht, wann nicht, was soll politisch dafür getan werden etc., das heißt diese wird dann zum Gegenstand politischer Gestaltung.

Maiordomus

4. September 2026 17:49

@Laurenz. Ihre Beschreibung des Verhaltens beim Singen als Gruppencharakteristikum einer regionalen Mentalität beruht wie die musikalische Volkskunde, siehe die Herkunft von Jazz, vielfach auf echter und authentischer Beobachtung, was man bei herumgesurfter oder nur angelesener Information nicht gleich sagen könnte. Es geht um Authentizität. Solche Leute lernte ich bei einem slowakischen ländlichen Kirchenchor kennen, welche in der Schweiz ein wunderschönes Oratorium für Gratisaufenthalt als Entschädigung gesungen haben.
Auch was Sie vom Brasilienbuch Matusseks beschreiben geht in gleiche Richtung, weil Sie es offenbar vor Ort wieder so gesehen haben. Es war vermutlich im Nordosten Brasiliens. Ich traf vor Jahrzehnten brasilianische Studenten eher aus dem Südosten, nahe Uruguay, die behaupteten, bei ihnen gebe es keine Slums, und die Mehrheit der Leute, praktisch nur Weisse, würden dem Mittelstand angehören. Es waren Katholiken nahe der Vereinigung "Erhaltung des Privateigentums, des Glaubens und der Familie" oder ähnlich, was die Organisation betrifft.       

Laurenz

4. September 2026 18:02

@Karl @L. ... Was wollen Sie? 1. Der Teilnehmer @Gimli kommentiert einen Sellner-Artikel. 2. Die Redaktion publiziert den Kommentar, schaltet ihn frei. 3. Jetzt steht dieser antik-grüne Equality-Kommentar auf einer progressiv neurechten Plattform, die in 90-95% der Artikel zur Debatte geschaffen ist 4. Das SiN-Debattanten-Stadl antwortet. 5. Karl beschwert sich über die Debatte, bzw. über die Gimli-Korrespondenten. 6. Was schließe ich daraus? Entweder ist Karl ein Grüner oder ein Maiordomus II, der auf der SiN Noten verteilen will. 7. Also warten wir Debattanten zukünftig ab, ob der Teilnehmer @Karl die Debatte als debattierenswert freigibt oder sperrt?

heinrichbrueck

4. September 2026 23:13

Es fiel jedoch auf, dass bei diesen Abstimmungen Zugehörigkeit zu gewissen Ländern im Balkan kollektive Hürden darstellen konnten, was dann als "gruppenbezogen" schnell als Rassismus interpretiert wurde. So ging das System "vor die Hunde". - Maiordomus
Selbsterhaltungstrieb als Rassismus. Verantwortlich ist niemand. 
Die Afghanen sollten der Demokratie dankbar sein. 
Welche Entscheidung darf die Mehrheit treffen, welche darf sie nicht treffen – und warum? 
Welche Mehrheit hat wann beschlossen, daß sie es nicht darf – und auf welcher demokratischen bzw. verfassungsrechtlichen Grundlage? 
Warum wollte die Mehrheit 2008 diese alte Form der demokratischen Einbürgerung gerade nicht zurückhaben? 
Die Mehrheit hatte keinen Volkswillen. 

Laurenz

4. September 2026 23:36

@Maiordomus @L. ... Rio de Janeiro ist sehr gemischt, aber der schwarze Anteil der Bevölkerung ist begrenzt. Schwarze befinden sich vor allem im Norden (Nordosten) zB die Pronzinzen Bahia oder Maranhão. Hielt mich auch in Búzios (eine Art Sylt) auf, quasi leben da nur wohlhabende Weiße. In den vielen Kneipen spielten viele so kleine Carlos Santanas. Auf dem Weg von Rio nach Búzios kam ich auch an einer Schweizer Stadt vorbei, Nova Friburgo. Die Region ist als „Suíça Brasileira“ (Brasilianische Schweiz) bekannt.

Pit

5. September 2026 00:54

Wen geht es eigentlich was an, wenn Leute lieber unter ihresgleichen sein wollen?In Amerika gibt es die freedom of association: ich kann mir aussuchen, mit wem ich zusammen sein will.. Da sollte es ein Gesetz geben... welches erkannt hat, daß das moralisch böse ist?  Das Gesetz ist für den Menschen da, nicht der Mensch für das Gesetz. Es hat dasjenige Gesetz zu sein, was die Menschen wollen. Solange es niemand schadet.

Maiordomus

5. September 2026 09:56

@heinrich brueck. Wie in BRD haben Mehrheiten nie derlei beschlossen. Es waren Gerichte bis Bundesgericht, das wiederum die Verfassung interpretierte, die 1999 angeblich nur formal, betr. angeblich "bessere Lesbarkeit" totalverändert wurde, worauf der Souverän bei der Abstimmung hereinfiel. Auf diese Weise wurde dieses Volksrecht Einbürgerung, das man schon bei alpinen Landsgemeinden ab 1432 nachweisen kann, eliminiert. Die Macht des Bundesgerichts steigerte sich vor mehr als 40 Jahren, als die Kantone Appenzell Ausserrhoden, zuletzt Innerrhoden, 5mal  Einführung v. Frauenwahlrecht ablehnten, nachweisbar, weil es lange Zeit die Frauen selbst nicht wollten, weil Stimmen/Wählen zu bussfähigen Pflichten gehörte. Gewählte unterstanden Amtszwang für mindestens 1 Amtszeit. Es war seit Mittelalter die Versammlung waffenfähiger Dienstpflichtiger, zT. sogar Leibeigene. Dabei hatten da und dort Stimmbürger ohne Fraktionsdruck im Detail lange uneingeschränktere Befugnisse als heute ein dt. BT-Abgeordneter. Es gab aber eher selten überraschende Abwahlen, gelegentlich jedoch revolutionäre Beschlüsse. Aber auch generationenlang autoritäre Führung durch mächtige Familien. Hochemotional u. umstritten war zB. stets Debatte um Hundesteuer!         

heinrichbrueck

5. September 2026 11:24

@ Maiordomus
Demokratie bedeutet nicht lediglich, daß die Mehrheit entscheiden darf. Sie bedeutet auch, daß vorher geklärt ist, wer zur Mehrheit gehört, nach welchen Regeln entschieden wird und welche Rechte selbst eine Mehrheit nicht abschaffen darf. 
Eine Entscheidung kann durch eine demokratisch legitimierte Mehrheit zustande kommen und trotzdem rechtlichen Grenzen unterliegen. Aber wer die Grenzen der Mehrheit festlegt, besitzt seinerseits erhebliche politische Macht. 
Wenn die Mehrheit selbst der Souverän ist – wer oder was ist legitimiert, ihr vorzuschreiben, was sie entscheiden darf? 
Wer hat die Verfassung geschaffen, wer darf sie ändern, und wer entscheidet verbindlich darüber, was sie bedeutet? 

heinrichbrueck

5. September 2026 11:28

@ Maiordomus
1. Das Volk ist der Souverän – jedenfalls nach dem demokratischen Selbstverständnis. 
2. Eine Mehrheit des Volkes entscheidet nach den geltenden Regeln. 
3. Dann sagt ein Gericht: Diese konkrete Mehrheitsentscheidung ist unzulässig. 
4. Die Begründung lautet: Die Verfassung setzt der Mehrheit Grenzen. 
5. Wer hat diese Grenze legitimiert und wer legitimiert die Instanz, die sie verbindlich auslegt? 
Wer besitzt letztlich die Kompetenz, den Willen des Souveräns verbindlich zu bestimmen? 
Das Volk akzeptiert, daß eine andere Instanz diese Grenzen letztverbindlich bestimmen darf. Dabei steht die Verfassung (Fremde Gesetze im Sinne von Regeln, die gegen den erklärten Willen des Souveräns durchgesetzt werden und die der Souverän selbst nicht mehr ändern kann.) aber nicht über dem Volk. 
Was geschieht mit der Volkssouveränität, wenn nicht das Volk, sondern eine andere Instanz letztverbindlich darüber entscheidet, was die Verfassung erlaubt, was sie verbietet und ob das Volk diese Grenzen ändern darf? 

Le Chasseur

5. September 2026 14:16

@Mitleser2
"Die Kinder Privatschule, Studium teilweise mindestens im Ausland, und werden dann halt Juniorprofessor in Kopenhagen als Anfang der Karriere. Man sollte diese Kreise und ihre Netzwerke nicht unterschätzen."
Es sind nicht nur solche Anywhere-Akademiker- und Beamtenmileus. Vor einiger Zeit habe ich ein Interview mit Nikolas Stihl (Stihl Motorsägen) gesehen. Der hat auch betont, wie wichtig es sei, dass Deutschland ein weltoffenes Land bleibe, damit die Fachkräfte kommen. Wolfgang Grupp von Trigema hat bekannt, Grün gewählt zu haben. Bei uns im Landkreis (Oberpfalz/Bayern) gibt es ein international tätiges, im Familienbesitz befindliches, eng mit der CSU verfilztes Unternehmen, dass seine Milliarden u.a. damit verdient, das ganze Land mit Windkraftanlagen vollzustellen.

Majestyk

5. September 2026 14:57

@ Maiordomus:
"So ging das System "vor die Hunde"
So, und nun stellen Sie sich mal vor, Sie wären in meinem Alter, müßten im Dönermekka Rheinland leben, wären auch wegen Ihrer Grundeinstellung prekarisiert. Worüber streiten wir noch? Ein Schulfreund von mir lebt seit 27 Jahren in der Schweiz. Ist gegen deren Milizsystem, gegen freien Waffenbesitz, gegen Minarettverbot, gegen Volksentscheidungen, für Zwangsgebühren, für offene Grenzen, für den EU und NATO-Beitritt, ist für die 10 Millionenschweiz und hat beruflich an urbaner Verdichtung mitgewirkt. Er hat seit 2009 Schweizer Bürgerrecht. Mittlerweile haben wir nahezu keinen, vielleicht auch nie mehr Kontakt. Dem sage ich seit 10 Jahren, daß er der beste Beweis dafür ist, daß man keine Fremden einbürgern sollte. Einbürgerungen sollten wenn, dann in der jeweiligen Kommune erfolgen unter Beurteilung der Ortsansäßigen. Man holt nur den ins Team, der charakterlich dazu paßt. Das fängt schon mit der Stadtflucht an. Die endet schnell mit dem Verbot von Hähnen und Kuhglocken.
Ich kenne fleißige und pünktliche Schwarze, ich kenne Orientalen, die sind preußischer als ich. Man sollte die Ausnahmen aber nicht zur Regel erklären. Generell gilt, wenn man den Balkan importiert, sieht es bald aus wie auf dem Balkan. Wenn jene Neuen doch alle Goldstücke sind, warum sieht es bei denen zu Hause so aus, daß man am liebsten die Flucht ergreift? Einwanderung sollte zunächst den Einheimischen Nutzen bringen. Das muß der Maßtab sein.

Majestyk

5. September 2026 15:20

@ Maiordomus:
" als die Kantone Appenzell Ausserrhoden, zuletzt Innerrhoden, 5mal  Einführung v. Frauenwahlrecht ablehnten, nachweisbar, weil es lange Zeit die Frauen selbst nicht wollten, weil Stimmen/Wählen zu bussfähigen Pflichten gehörte."
Mit anderen Worten, die Frauen dürfen nun wählen, ohne Pflichten, zum Teil aber mit Privilegien, siehe Recht auf Offiziersdienst, ohne Wehrpflicht. Ist also wie bei uns, wo Frauen 80 Prozent der überbezahlten Verwaltungsjobs besetzen, per Quote an besser qualifizierte Männer vorbeiziehen, auf ihre Work-Life-Balance achten, über Gender Pay Gap klagen und wegen Überbelastung überproportional oft therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen müssen, die vom unterbezahlten Bauarbeiter in Vollzeit finanziert wird. Da sage noch mal einer, Gleichstellung sei kein Gewinn fürs Gemeinwesen.

Karl

5. September 2026 20:29

@Laurenz 4. September 2026 18:02
Werter Laurenz,was wollen Sie? Offenbar etwas anderes, als ich geschrieben habe.Ich habe mich nicht über Einzelne beschwert, nicht über die Freischaltung und nicht über das Stadl, das antwortet. Punkt 5 ist Ihre Zutat, nicht mein Text. Wer aus einer Glosse über gespielte Unwissenheit und Nachhilfe auf ABC-Niveau schließt, ich wolle Debatten sperren oder Noten verteilen, hat den Faden verloren oder legt ihn absichtlich woanders hin.Es ging um etwas Schlichteres: Erwachsene, die „ethnokulturelle Kontinuität“ behandeln, als sei das Keilschrift, und Mitleser, die daraufhin die Volksschule aufmachen. Google und KI sind heute Alltag. Dass ich das ironisch finde, macht mich weder zum Grünen – diesen Gedanken dürfen Sie gern einmal ausführen – noch zum Maiordomus II. Es macht mich zum amüsierten Leser, der zusieht, wie über Stöckchen gesprungen wird, die extra hingehalten werden.Ihre Sieben-Punkte-Anklage kommt etwas von oben herab. Maiordomus III, oder wie? Zwei Schubladen, ein Urteil, fertig. Auch das amüsiert mich. Wenn künftig jede Bemerkung zum Stil der Kommentare als Zensur gilt, darf man sich bald auch über die Zeichensetzung nur noch mit Parteibuch äußern.Also: weder grün noch Notenkonferenz. Nur die Feststellung, dass man den politischen Gegner zerpflücken kann, ohne ihm erst das Einmaleins vorzulesen. Den Rest der Debatte können Sie gern weiterführen. Meine Imprimatur brauchen Sie dafür nicht.

Gracchus

5. September 2026 21:57

@heinrichbrück: Das Paradox ist in der Verfassungstheorie bekannt: Wenn sich das Volk eine Verfassung gibt, ist es nüchtern; wenn es wählt im Rausch. Anders: Der Souverän bindet sich an die Verfassung wie weiland Odysseus an de Mast.
Daher besteht eine Spannung zwischen liberaler Rechtsschaatlichkeit mit dem Schutz von Minderheiten und Demokratieprinzip. Derzeit ist natürlich alles auf den Kopf gestellt.
Dass Verfassungsgericht eine "progressive" Rolle spielen, ist auch bekannt.
Das deutsche GG gilt als besonders "progressiv" (keine Plebiszite auf Bundesebene), weil post 45 das deutsche Nazivolk seine Demokratiefähigkeit erst beweisen musste. 

Laurenz

5. September 2026 23:00

@Karl @L. ... Glosse über gespielte Unwissenheit & Nachhilfe auf ABC-Niveau schließt, ich wolle Debatten sperren oder Noten verteilen ... Es ging um etwas Schlichteres: Erwachsene, die „ethnokulturelle Kontinuität“ behandeln, als sei das Keilschrift, und Mitleser, die daraufhin die Volksschule aufmachen. ... Bin leider kein Pädagoge oder gut in Erklärungen. Hoffe, ich finde jetzt die richtigen Worte. Sie verkennen schon wieder völlig den Ernst der Lage, Karl. Die Gimlis herrschen seit Jahrzehnten über unser Land, über Europa oder gar die USA. Was meinen Sie denn, warum Gimli überhaupt freigeschaltet wird? Wir führen oder ein Siegmund führt für uns exakt diese infantile Volksschul-Debatte im Wahlkampf. Das Infantile ist auch extrem gefährlich. So Faeser-Gimlis (mit Armbinde) schicken erbarmungslos das SEK zu Elsässer, Kellner, Ballweg (wurde von normaler Polizei verhaftet), Hättasch oder einem senilen Prinzen, verfolgt Janich auf die Philippinen, während bei uns munter gemessert, vergewaltigt, der Bürger (über Abgaben) versklavt wird. Sie könnten etwas mehr auf den Fokus Ihrer Wahrnehmung achten. Das ist kein Spaß hier.

Karl

6. September 2026 10:25

@Laurenz 5. September 2026 23:00
Werter Laurenz, danke für Ihre Antwort. Inhaltlich stimme ich Ihnen vollkommen zu. Unterschiedlich ist meine Herangehensweise an dieselbe Tragödie. Sie gehen sie direkt und ernst an. Ich neige zur Ironie, im Extrem zum Sarkasmus, und betrachte die Sache auch von einer Stufe darüber, quasi aus einer Metaperspektive, mit Humor. Das heißt nicht, dass ich den Ernst verkenne. Wer lacht, hat die Lage nicht verharmlost; er hat sich nur nicht von ihr auffressen lassen. Genau das meinte die Glosse über gespielte Unwissenheit und Nachhilfe auf ABC-Niveau: kein Antrag auf Debattensperre, keine Noten, keine Vereinnahmung für irgendeine Seite. Nur der Blick darauf, wie Erwachsene Grundbegriffe als Keilschrift ausgeben und andere pflichtschuldigst eilfertig buchstabieren. Das amüsiert mich. Es ändert nichts an der Sache. Bierernst ist nicht meins. Vereinnahmen lasse ich mich deshalb auch nicht. 

Maiordomus

6. September 2026 11:15

heinrichbrueck. Ihre Ausführungen betreffen den Justiz-Staat, wohl nicht automatisch und 1 zu 1 mit Rechtsstaat zu verwechseln, der am frühesten in den Vereinigten Staaten, einzelnen Gliedstaaten, in vielen Fragen Gesamtstaat, zur Blüte kam. Unglaublich ist, dass man auch in meinem Land der Meinung ist, jedenfalls bei der veröffentlichten Meinung, dass wir durch eine von den Behörden dorthin geschickte Juristin, neulich faktisch durch Frauenquote bestimmt, mit (bis zum Beweis des Gegenteils) plagiiertem Abschlussdiplom, dass man also durch eine solche Person am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte "vertreten" sei. Ein Gerichtshof, der allenfalls in letzter Instanz jahrhundertealte Privilegien des Stimmbürgers wegen angeblicher Diskriminierung ausser Kraft setzen kann. Wobei aber in einer Republik der angeblich Gleichen dieser Stimmbürger genau so als urteilsfähig zu gelten hat, wenigstens prinzipiell, als Behörden, an die Vollmachten delegiert werden. Wobei diese Behördenmitglieder in der Regel von Parteien vorgeschlagen werden, wenn die einen dort delegiert sind, dann die anderen am zweiten Ort erst noch bei Berücksichtigung der Geschlechter- und Sprachengerechtigkeit. Mit der Sache, um die es geht, hat dies nur bedingt zu tun.    

Maiordomus

6. September 2026 11:44

PS. Aus der Sicht der "Zeit" war der politische Misserfolg der Juristin Frauke Brosius-Gersdorff oder wie man sie schreibt ein Skandal. Dabei gibt es für nur halbwegs Andersdenkende nicht die geringsten Gründe, ihre Auffassungen etwa zur Menschenwürde vorgeburtlichen Lebens und noch anderes als nicht ebenso subjektiv weltanschaulich einzuschätzen wie einstige Expertenmeinungen betr. Hexenprozesse (was ebenfalls oft ein abgeschlossenes Studium voraussetzte) oder Richter zur Zeit des Nationalsozialismus. Dabei möchte ich aber den berüchtigten Freisler ausklammern. Dieser war mit seiner von der Kamera dokumentierten kriminellen Energie selbst auch für die Mehrheit der damals verantwortlichen Juristen nicht repräsentativ, was bei ihm zwar theoretische Fachkompetenz nicht ausschloss. Die Intelligenz-Voraussetzungen für einen Richter hatte er zweifellos. Dass so etwas möglich war und immer wieder möglich werden kann, so dass Gerechtigkeit zur reinen Rache ausartet, liess u.a. den philosophisch orientierten Friedrich Dürrenmatt in diversen literarischen Werken grundsätzlich am System der sog. Justiz zweifeln. Zwar unvermeidlich, aber "Glaube an die Justiz* ist wohl grundsätzlich naiv.    

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