Seelische Tragödien – NEET

von Nick Proboll -- Stetig wächst die Liste der Zuschreibungen, welche die Seelenlage der Generation Z erläutern sollen. In Zeiten der Corona-Pandemie war von der „depressiven Generation“ die Rede, im Zusammenhang mit dem Aufkommen von TikTok von der „Generation Handysucht“, während der Rentendebatte macht man die „faule Generation“ aus und neuerdings sprechen deutsche Medien hinsichtlich der Jahrgänge 1995-2010 von der „zynischen“ oder der „desillusionierten Generation“.

Sol­che pla­ka­ti­ven Ver­ein­nah­mun­gen sind schwam­mig und wer­den infla­tio­när ver­wen­det. Fak­tisch unter­mau­ert und in die­sem Kon­text von eini­ger Rele­vanz ist hin­ge­gen ein Phä­no­men namens NEET: Das sind jun­ge Leu­te, die “Not in Edu­ca­ti­on, Employ­ment or Trai­ning” sind – also Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­nen, die weder arbei­ten noch stu­die­ren oder einer Aus­bil­dung nachgehen.

Von sol­chen gibt es im glo­ba­len Wes­ten eine stei­gen­de Anzahl. In Deutsch­land waren es im Jahr 2025 über 10% der 15–29-Jährigen (Youth not in employ­ment, edu­ca­ti­on or trai­ning (NEET) | OECD). In der Ang­lo­sphä­re hat sich NEET längst begriff­lich ver­selbst­stän­digt und wur­de zur Chif­fre für den jun­gen Arbeits­lo­sen schlechthin.

Es scheint plau­si­bel, das Phä­no­men als Kon­se­quenz der ange­spann­ten Wirt­schafts­la­ge und der ein­set­zen­den KI-Revo­lu­ti­on, die zahl­rei­che Ein­stiegs­mög­lich­kei­ten in das Berufs­le­ben weg­ra­tio­na­li­siert hat, zu interpretieren.

Die­se Umstän­de tra­gen sicher­lich dazu bei – aber als Ver­tre­ter der Gene­ra­ti­on Z möch­te ich behaup­ten, daß der sys­te­mi­sche beding­te Anteil von NEET das Ver­häng­nis nicht erschöp­fend erklä­ren kann. Die Rea­li­tät, daß ein Zehn­tel der jun­gen Men­schen in öko­no­mi­scher Apa­thie ver­weilt, ist his­to­risch sehr weit von der Norm und erlaubt Rück­schlüs­se auf den NEET als solchen.

Man soll­te doch mei­nen, daß sich allein des­halb im NEET-Anteil der Gene­ra­ti­on Z längst eine gewis­se Tem­pe­ra­tur­er­hö­hung ein­ge­stellt hät­te, die sich auf den Stra­ßen der gro­ßen Städ­te bemerk­bar macht. Aber nichts der­glei­chen: Sämt­li­che gro­ße Pro­test­be­we­gun­gen der letz­ten Zeit waren strom­li­ni­en­för­mi­ge For­ma­tio­nen der poli­ti­schen Oppor­tu­ni­tät – weder Black Lives Mat­ter noch Fri­days for Future ent­zün­de­ten sich an der kon­kre­ten Rea­li­tät jun­ger Leu­te, son­dern wur­den durch enor­me Medi­en­kam­pa­gnen orchestriert.

Die Sta­tis­tik weist über eine Mil­li­on Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne aus, die per­spek­ti­visch von der gesell­schaft­li­chen Teil­nah­me aus­ge­schlos­sen wer­den könn­ten. Und dies vor dem Hin­ter­grund, daß es nach wie vor beruf­li­che Optio­nen gibt, die bran­chen­weit unter­be­setzt sind – allen vor­an im Handwerk.

Es erscheint vor die­sem Hin­ter­grund nicht ein­leuch­tend, daß NEET ein rein wirt­schaft­li­ches Pro­blem dar­stellt und dem­nach kei­nes­falls ver­gleich­bar ist mit einer der Kon­junk­tur­schwä­che geschul­de­ten höhe­ren Arbeits­lo­sig­keit, wie es sie etwa nach der Ban­ken­kri­se 2008 gab. Eher schon ist NEET ein besorg­nis­er­re­gen­des Sinn­bild für die see­li­sche Gesund­heit jun­ger Menschen.

Ich den­ke, daß bei den meis­ten NEE­Ts eine psy­cho­lo­gi­sche Dis­po­si­ti­on vor­herrscht, die Lorenz Bien in einem luzi­den Essay, der in der Rei­he Kapla­ken erschie­nen ist, auf die For­mel Depres­si­ve Hedo­nie gebracht hat.

Wie Bien aus­führt, befin­det sich ein beträcht­li­cher Anteil der jun­gen Gene­ra­ti­on in einer Suchtspi­ra­le, in der ein vor­herr­schen­des Gefühl der depres­si­ven Ermat­tung durch metho­disch her­bei­ge­führ­ten Lust­ge­winn aus nie­de­ren Quel­len – etwa durch Dro­gen, Video­spie­le oder exzes­si­ven Inter­net­kon­sum – kom­pen­siert wird. In der Fol­ge ergibt sich ein Zustand, in dem jede Anstren­gung, die zwangs­läu­fig Moti­va­ti­on erfor­dert und gar nicht oder zumin­dest nicht sofort von befrie­di­gen­den Gefüh­len beglei­tet ist, undenk­bar wird.

Es ist die­se psy­chi­sche Ver­fas­sung, wel­che die fata­le Antriebs­lo­sig­keit des NEE­Ts ver­ur­sacht. In die­ser Hin­sicht ist das Phä­no­men selbst unter sta­tis­ti­schem Vor­be­halt – auch jun­ge Eltern und Schwer­kran­ke, die aus die­sen Grün­den nicht erwerbs­tä­tig sind, wer­den als NEET klas­si­fi­ziert – ein ers­tes Signal dafür, wohin die Rei­se gehen könnte.

Dabei muß her­vor­ge­ho­ben wer­den, daß vie­le NEE­Ts, die auf­grund ihrer psy­chi­schen Kon­sti­tu­ti­on in die­se Lage gera­ten sind, sehr übel mit­ge­spielt wur­de. Die digi­ta­le Tech­nik, wel­cher die Gene­ra­ti­on Z schon in der Kind­heit aus­ge­setzt war, ist gera­de dazu geschaf­fen wor­den, den Men­schen zum depres­si­ven Hedo­nis­ten zu machen – nur unter die­ser Bedin­gung funk­tio­niert das Geschäfts­mo­dell der Tech-Gigan­ten gewinnmaximierend.

NEET hat schon jetzt mas­si­ve Kon­se­quen­zen für die öko­no­mi­sche Ent­wick­lung Deutsch­lands. Ein Jahr, in dem sich ein Arbeits­lo­ser nicht wei­ter qua­li­fi­ziert und kei­ne Anstal­ten macht, in Lohn und Brot zu kom­men, ist volks­wirt­schaft­lich auf­grund der exter­nen Effek­te, die Arbeits­lo­sig­keit etwa im Sin­ne von unkom­pen­sier­ten Abga­be­aus­fäl­len zei­tigt, stets mit Kos­ten ver­bun­den, die weit über die exis­tenz­si­chern­den Zah­lun­gen hinausgehen.

Die mensch­li­che Tra­gö­die des NEE­Ts hat dem­nach auch erkenn­bar eine poli­ti­sche Dimension.

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Kommentare (86)

RMH

18. August 2026 16:00

Vielen Dank für den informativen Beitrag. Als "Unc", wie ich es aus Sicht dieser jüngeren Generationen vermutlich bin, frage ich mich als erstes ganz spießig: Wovon leben diese jungen Leute, wie sind sie krankenversichert etc.?
Zu meinen Zeiten gab es die Dauer- (Schein) Studenten, aber hier haben die Universitäten ja etwas durchgegriffen und rein formal wäre ein Dauerstudent dann ja auch kein NEET, da er formal einem Studium nachgeht (und damit statistisch schwer unter NEET zu erfassen wäre - vermutlich gibt es aber auch sog. "Dunkelziffern" bei diesem Phänomen).
Also, wo kommen die Penunzen her, mit dem die Apathie, die Anhedonie finanziert wird? "Bürgergeld"? Eltern? Erbe?
Ein paar Alltagseindrücke von solchen NEETS und wie sie ihren Alltag bestreiten, würden den Artikel sicher gut abrunden.

Mboko Lumumbe

18. August 2026 16:05

Danke für die Thematisierung hier auf SIN. Aus meiner Sicht greift es jedoch weiter als nur bei jungen Leuten und ist auch bei älteren Generationen zu sehen: "Hartzer", davor "Sozialhilfeempfänger". Bekanntes Beispiel: Arno Dübel. Also mMn im Grunde ein altes Thema. Es mag sein, dass es zugenommen hat, vor allem bei jungen, aber auch früher gab es linke Asoziale wie Hausbesetzer, Punks, etc. 
Und die Gesellschaftspolitik der letzten Jahrzehnte hat ja genug dafür getan. Dazu die ständige Panikmache vor irgendwas von linksgrün, sei es Faschismus (ihren eigenen verleugnen sie dabei), Waldsterben, Ozonloch, Klima, Krieg, Russland, usw. usf.
Derartig verängstige Bürger werden mit Geldzuwendungen ruhig gestellt und damit gekauft (auch linke Wählerstimmen) und in Abhängigkeit von diesem Linksstaat gebracht. Das ist kein Zufall und nicht "einfach passiert". Man sehe nur die Panikmaschinerie der sog. "N"GOs und deren dubiose staatliche Finanzierung.
Bei älteren Menschen sieht man ähnliches - quasi BEET: Older but in employment, education or training. Also Menschen, die mitten im Leben stehen und arbeiten gehen, jedoch apathisch leben, Suchttendenzen haben, innerlich gekündigt haben und Dienst nach Vorschrift machen. Diese tragen jedoch zumindest volkswirtschaftlich noch etwas bei.

Majestyk

18. August 2026 16:09

Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel gab es schon vor Erfindung von englischem Soziologensprech. Anfang der 50er hatte mein Vater mit knappem Lehrstellenangebot zu kämpfen und landete in einem ungeliebten Beruf, bei einem Ausbeuterbetrieb. Zu meiner Zeit in den 90ern war das Angebot an verfügbaren Lehrstellen ebenfalls sehr knapp, zog sich bis in die 00er Jahre. Ich weiß von Vettern und Basen, daß es in den 70ern und 80ern kaum anders war. Dennoch erzählte man stets das Märchen vom Arbeitskräftemangel. Man hatte die Mitteldeutschen noch nicht richtig in Arbeit gebracht, da kamen schon die Nächsten. Arbeitskräftemangel verträgt sich nicht mit Mindestlohn, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und 1-Euro-Jobs. In der Gruppe der 50-65-jährigen haben laut Statistischem Bundesamt 24,6 Prozent keinen formalen Berufsabschluß. Arbeitsplatz- und Qualifizierungsmangel ist kein Generationenproblem, sondern hat in der BRD System. 
Konkretes Beispiel. Mein alter Betrieb ging 1996 in Insolvenz, nach 8 Jahren hingezogener Insolvenzverwaltung wechselte der Betrieb mehrmals den Besitzer. Die heutigen Eigentümer entließen 2012 bei Übernahme 80 Prozent der Arbeiter in der Produktion und stellten manche bzw. neue ein paar Monate später zu deutlich niedrigerem Tarif wieder ein. Liegt in der untersten Tarifgruppe knapp überm Mindestlohn. Wie ist sowas möglich, wenn Arbeitskräfte sich offene Stellen aussuchen können? Hätte ich gerne von schlauen Ökonomen und Politikern erklärt. 

Le Chasseur

18. August 2026 16:41

"Man sollte doch meinen, daß sich allein deshalb im NEET-Anteil der Generation Z längst eine gewisse Temperaturerhöhung eingestellt hätte, die sich auf den Straßen der großen Städte bemerkbar macht."
Bringt doch eh nichts. Nothing ever happens.
https://youtu.be/wfGkJPQ_u6A?si=7dsLzzPKKVDUdZh0

Majestyk

18. August 2026 17:47

@ Mboko Lumumbe:
"Es mag sein, dass es zugenommen hat, vor allem bei jungen, aber auch früher gab es linke Asoziale wie Hausbesetzer, Punks, etc."
Thema sind nicht Asoziale und Hausbesetzer, sondern Perspektivlosigkeit. Jahrelang in Maßnahmen gehalten werden, arm bleiben trotz Arbeit, Jahre um Jahre in befristeten Arbeitsverhältnissen an Tarifen komplett vorbei. Dinge, die es angeblich in Deutschland nicht gibt. Bislang haben solche Themen aber jene nicht interessiert, die es nicht betraf. In bürgerlicher Sorglosigkeit läßt sich leicht pauschal nach unten spotten. Da stören Probleme der anderen nur beim unbeschwerten Leben. 
@ RMH:
"Wovon leben diese jungen Leute, wie sind sie krankenversichert etc.?"
Noch nie von der Dunkelziffer der Nichtversicherten gehört? Von Versicherten, die rechen müssen, um Beiträge zusammenzubekommen? Sozialhilfeempfänger sind diesbezüglich am besten dran, Migranten sowieso. Die haben ja eine Lobby. Kleinverdiener, Kleinselbstständige oder sonst wie aus dem Primärarbeitsmarkt verdrängte haben keine. Ohne KV kann man leben, wenn die Kasse stimmt. Kenne Selbstständige, die sich einen eigenen Gesundheitsfonds aufgebaut haben, durch konsequente Meidung der Sozialversicherungen. Gibt heute aber kaum noch Schlupflöcher. Jene, bei denen es funktioniert hat, sind gut dran. GKV wird eh kollabieren und viele Leistungen einstellen müssen. Zusatzversicherungen oder Private kann sich nicht jeder leisten. Unser Sozialsystem ist für mich ein Ponzischema.

Le Chasseur

18. August 2026 17:55

@Mboko Lumumbe
"Bei älteren Menschen sieht man ähnliches - quasi BEET: Older but in employment, education or training. Also Menschen, die mitten im Leben stehen und arbeiten gehen, jedoch apathisch leben, Suchttendenzen haben, innerlich gekündigt haben und Dienst nach Vorschrift machen. Diese tragen jedoch zumindest volkswirtschaftlich noch etwas bei."
Ja, Gott sei Dank gibt's die noch. Ohne die hätte die Ukraine schon längst kapitulieren müssen.
NEET Life In A Nutshell

dojon86

18. August 2026 18:37

Die NEETS die ich kennenlernte, waren meist nur möglich weil die Eltern zwar an ihrem Nachwuchs verzweifelten aber die basics (also etwa das Kinderzimmer) weiter finanzierten. Mittels Bürgergeld läßt es sich dann, wenn diese basics gesichert sind, doch recht komfortabel leben. Der totale Absturz erfolgte dann mit dem Tod der Eltern. Mehr Strenge der Eltern, aber auch des Staates hätte geholfen. Auch ein verpflichtender Wehr- oder Zivildienst hätte manche dieser fatalen Karrieren verhindern können.Sicher, manche dieser armen weil schwachen Menschen wären bei mehr Druckausübung komplett untergegangen. Die meisten aber hätten sich am Riemen gerissen bevor es zu spät war.

Maximus

18. August 2026 18:46

Vielen Dank für diesen Beitrag und die treffende Analyse. Ich denke ebenfalls, das Phänomen ist fast ausschießlich durch die schnellen Belohnungsmuster der ständig verfügbaren digitalen Welt zu erklären (instant gratification). Viele Jugendliche sehen bereits mit 12 ihren ersten Porno, TikTok und Instagram sind ebenfalls in entsprechendem Alter erhältlich. Meiner Meinung nach läuft das ganz wie folgt. 
Durch den ständigen Konsum werden negative Emotionen unterdrück. Negative Emotionen müssen aber gefühlt und zugelassen werden, damit diese verschwinden. Dieser Prozess ist schmerzhaft, aber die einzige Möglichkeit etwas seelisch zu verarbeiten. Hierbei treten häufig Grübelein auf und diese müssen - wie die Gefühle - zugelassen und ausgehalten werden.
Die Jugendlichen kennen diesen Prozess nicht und unterdrücken diverse negative Gefühle durch den ständigen Bildschirmkonsum. Die sich so ansammelnden Gefühle werden immer schwerer und werden schließlich zur De-pression (unterdrücke Gefühle). Der Ausweg hierraus besteht in dem aktiven zulassen und fühlen der Emotionen. Ich empfehle dazu Peter Stapel - seelische Verarbeitung.

Dietrichs Bern

18. August 2026 19:31

Vielleicht habe ich es überlesen, aber wie groß ist der Anteil von Migranten an der Gruppe,  deren Leben auf Alimentation beruht? Ich meine, wenn ich weder lesen, noch schreiben kann und zu einer "Bedarfsgemeinschaft" gehöre, die bis zu 8.000 Euro im Monat unterstützt wird, was soll es auch, wenn meine Sozialisation keine Leistungsgedanken kennt?

ede

18. August 2026 19:45

Ich halte das für ein enorm wichtiges Thema. Vielleicht weil ich es im Umfeld schmerzlich sehe. 
Dazu kommen ja noch die arbeitslosen aber unwilligen, Dauerkrankschreiber und Millionen Mumpitzjobs aller Art. 
Das trifft auf Nullwachstum, Inflation, Energiekrise und Staatsverschuldung, Kriegswirtschaft, Migration, geopolitischen Blindflug und immer mehr Rentner.
Wie man dem ohne Härten begegnen will ist mir rätselhaft.
 

fw87

18. August 2026 21:58

Auch wenn man die Arbeitsunwilligkeit junger Leute natürlich nicht gutheißen kann, ist sie irgendwo verständlich. Arbeit wird in der Bundesrepublik Deutschland zum philosophischen Problem: Warum eigentlich arbeiten? Früher stellte sich diese Frage so nicht. Man arbeitete um sich zu ernähren, für die Familie. Arbeit als Broterwerb ist unmittelbar sinnvoll. Auch gab es viele Berufe, die an sich gut und erstrebenswert waren. Mit der Situation heute, der Digitalisierung und Überwachung, der Steuerlast und Bürokratie ist das alles anders. Das alles nimmt der Arbeit die Freude. Es ist kaum noch möglich, sich durch Fleiß Vermögen aufzubauen und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Arbeit wird zunehmend abstrakt und sinnentleert. Gesellschaftliche Anerkennung und Prestige scheint die neue Währung in der Arbeitswelt zu sein. Nicht jeder legt auf diese Dinge den gleichen Wert. Auch gibt es viele Menschen, die recht gut ohne Arbeit leben und die arbeitende und sich aufarbeitende Bevölkerung mit schiefem Grinsen betrachten. Arbeiten für die nächste Migrationswelle? Arbeiten für die Selbstabschaffung? Manchmal wünschte ich, die Deutschen würden in einen generellen Arbeitsstreik gehen, denn Arbeit als Selbstzweck, letztlich für den Staat und ohne eigenen Nutzen kann man von niemandem verlangen. 

anatol broder

19. August 2026 00:58

was soll eine «seelische tragödie» sein? muss ich mich auf diese sprechweise einstellen, um eine neue abkürzung von soziologen zu begreifen? kennt nick proboll menschen persönlich, der sich neet nennen? wann wurde den neets klar, dass sie «perspektivisch von der gesellschaftlichen teilnahme ausgeschlossen werden könnten»? woran hätten die neets gern teilgenommen?
«die digitale technik […] ist gerade dazu geschaffen worden, den menschen zum depressiven hedonisten zu machen.»
gähn.

Le Chasseur

19. August 2026 07:59

"Die Statistik weist über eine Million Jugendliche und junge Erwachsene aus, die perspektivisch von der gesellschaftlichen Teilnahme ausgeschlossen werden könnten."
Viele wollen an dieser Gesellschaft gar nicht mehr teilnehmen. 

RMH

19. August 2026 08:45

"Ohne KV kann man leben, wenn die Kasse stimmt. Kenne Selbstständige, die sich einen eigenen Gesundheitsfonds aufgebaut haben, durch konsequente Meidung der Sozialversicherungen. Gibt heute aber kaum noch Schlupflöcher."
@Majestyk. Es gibt keine legalen Schlupflöcher seit 2009 mehr. Jeder mit Wohnsitz in D muss seitdem eine Krankenversicherung nachweisen. Das ist aber erst so mit der Zeit bis zu den Betroffenen (meist Kleinselbständigen) durchgesickert & die KK haben dann erhebliche Beitragsnachforderungen gestellt - natürlich oft berechnet auf den Höchstbetrag! - was zu massiven Problemen bei den Betroffenen geführt hat, denn auch mittels Insolvenz bekommt man für die Beitrags-"Rückstände" i.d.R. keine Restschuldbefreiung. Ergo: Man macht nichts mehr, geht zur Stütze, lebt in den Tag & lässt die Titel & Pfändungsbescheide ins Uferlose wachsen bis zum Schluss, der Staat muss auch die Beerdingung bezahlen (der Umfang der staatlich zu bezahlenden Bestattungen ist so groß, dass größere Kommunen aus Kostengründen eigene Bestatter haben).

RMH

19. August 2026 09:00

Unser Land schröpft Einkünfte in einem Umfang ab, dass junge Menschen in der Tat nur wenig Anzreize haben, Leistung zu zeigen & zu arbeiten, da überall Geld abfließt, auch für Miete, schlichte Lebensunterhaltskosten etc. - & den Sprung in die oberen 5%, wo einem diese Abgaben dann irgendwann mal auch nicht mehr so belasten, schaffen bekanntermaßen die wenigsten, weshalb man ja auch von den oberen X% sprechen kann. Die Melkkühe der Nation sind Singles mit Einkommen ab 4.500.- Euro. Erst über 9.000.- brutto wirds wieder besser, aber wer hat das schon? Nicht ohne Grund wählen junge Menchen rechts oder links. & die, die bald in Rente gehen wollen, sollten auch mal genau rechnen, was alles zu bezahlen sein wird. Überhaupt besteht nur wenig Anlass, jung gegen alt & umgekehrt auszuspielen. Jedes Alter hat seine Herausforderungen, nur eines bleibt gleich: Ein raffgieriger Staat, der seine Pfründe (Beamte, Parteien, Bonzen aller Art etc.) bedienen muss & vom Umverteilungswahn lebt, wird immer versuchen, mehr abzuschöpfen & dann sagen, es würde irgendwer doch "entlastet", dumm nur, dass keiner was davon spürt, insbesondere, wenn die Inflation auch noch am Einkommen nagt.

Waldgaenger aus Schwaben

19. August 2026 10:14

Ich vermute, die Aussetzung der Wehrpflicht hat auch ihren Anteil daran. Solange sie noch galt, mussten jedenfalls junge Männer ein gutes Jahr unter einem struktuierten Tagesablauf (Wehrdienst oder Zivildienst) leben. Viele NEETs (den Begriff gab es damals noch nicht) wurden eingezogen oder meldeten sich, um es hineter sich haben. Manche suchten sich eine Ausbildungsplatz, um die Einberufung rauszuschieben. Mit abgeschlossener Berufsaussbildung war der Wehrdienst normalweise angenehmer, weil man in seinem Beruf eingesetzt wurde. Viele konnten auch bei der Bundeswehr den LKW-Führerschein machen und dann als Fahrer arbeiten, bis sie eine bessere Stelle fanden. Insofern verstehe ich nichtm warum Teile der AfD sich gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht stellen.

Le Chasseur

19. August 2026 10:23

Im Juli hat die Bundeswehr 15.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Die sind schon mal weg von der Straße. 

Le Chasseur

19. August 2026 10:49

@Waldgänger aus Schwaben
"Insofern verstehe ich nicht warum Teile der AfD sich gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht stellen."
Ein Wehrpflichtiger verursacht dem Steuerzahler höhere Kosten als ein Bürgergeld-Empfänger.
Darf ich fragen, ob Sie Wehrdienst geleistet haben?
Ich kam während meiner Zeit beim Bund mit Assis in Kontakt, denen ich sonst im normalen zivilen Leben nie begegnet wäre.

dojon86

19. August 2026 11:38

@Le Chasseur @Waldgaenger aus Schwaben Bezüglich der Assis muss ich @Le Chasseur recht geben. Andererseits habe ich in der Zeit wo ich IT Support für einen Rettungsdienst machte, einige verlorene Existenzen kennen gelernt, die als Zivildiener im Rettungsdienst wieder auf die Füße gestellt wurden. Manche bewarben sich sogar anschließend ebendort für eine reguläre Tätigkeit. Auch einen Freund dem der Realitätsschock beim Heer diesbezüglich geholfen hat. 

Waldgaenger aus Schwaben

19. August 2026 12:05

@Le Chasseur
ich habe nicht nur Wehrdienst geleistet. Aufgrund meiner starken Kurzsichtigkeit und weil ich "nur" Abitur hatte, war ich für viele Verwendungen untauglich. Nicht jedoch zum Wache schieben. In meinem Zug (45 Mann) waren sechs Abiturienten und der Rest zum Teil Kameraden, die sie als "Assis" bezeichnen würden. Ich habe gelernt, mit denen zurecht zukommen. Auf der einen Seite  bei Androhung von Gewalt bin ich nicht erschrocken, sondern habe deutlich gemacht, dass ich mich wehren würde. Auf der anderen Seite setzte ich meine Fähigkeiten ein, anderen zu helfen. Eine beliebte Strafe für kleinere Vergehen war es, Aufsätze schreiben zu müssen. Da habe ich "Assis" gerne meine Hilfe angeboten. Ich wusste auch, wie man beim Arzt eine Krankschreibung kriegt (zum Beispiel Sehnenscheidenentzündung). 

Laurenz

19. August 2026 12:20

Der NP-Artikel hat mich nicht berührt. Empfinde das als so eine Art Mode-Debatte, bei der meist die Geburtenstarken in die Pfanne gehauen oder als Ursache gesehen werden, obwohl das NP gar nicht so vornimmt. Kann es nicht sein, daß die sterbende Katholische Kirche, aus deren Lager NP nach der Netzinformation stammt, sich auf einer vergeblichen Sinn-Suche befindet? Natürlich haben sich die Nachkriegsgenerationen diesen Parteien-Oligarchen-Staat in dieser Form aufdrücken lassen. Ich widerspreche insofern dem Artikel, weil man schon immer Ungelernte & Arbeiter ohne Schulabschluß brauchte. Und es gab auch schon immer jene, die keinen Bock hatten. Da brauche ich nur in den Spiegel schauen. Auch die ersten Migrantenwellen in den 50er, 60ern, 70ern waren doch meist ungelernt, die Türken dazu noch Analphabeten. Natürlich ist es in diesem sozialistischen Staat sinnlos geworden, arbeiten zu gehen. Aber damit keiner den Aufstand probt, unterhält man die Freizeit-Bevölkerung ohne sie zur Arbeit zu verpflichten. Das Ende ist, finanziell betrachtet, absehbar. Wir müssen all diese Bullshit-Studienabgänger, die in den Staatsdienst gehen, als ungelernte Arbeitslose berechnen, die zu nichts zu gebrauchen sind. Auch konservativ geführte Kommunen sind unfähig zu sparen. In 10Jahresfrist werden die meisten Deutschen Kommunen zwangsverwaltet werden, auch das ist absehbar.

RMH

19. August 2026 12:24

Sehe die Wehrpflicht auch nicht als Auffanglager, Bootcamp oder gar Schule der Nation, die etwas retten oder korrigieren könnte, was an ganz anderen Stellen bereits krankt. Die "alte" Wehpflicht-BW hat doch gerade davon profitiert, dass halbwegs erzogene und vielfach auch über eine bereits solide Berufsausbildung verfügende Männer bei ihr gedient haben, sie also von bereits vorhandenen Grundvoraussetzungen profitieren konnte, Und die Grundvoraussetzungen sind eben nicht mehr in der Form da, wie sie früher da waren. Ne, auch eine Wehrpflicht kann nicht weiterhelfen. Ebenso haben "Erziehungslager" anderer Länder auch nur durchwachsene "Erfolge" vorzuweisen.
Ein weiterer Mosaikstein im NEET Bild könnte die mittlerweile allgemein zugängliche Droge Cannabis sein, die noch dazu mit immer höheren Konzentrationen an THC aufwartet. Nachdem neuere Forschungen den Abschluss der Hirnentwicklung bis Anfang 30 verschoben haben, sollten Jungendliche & junge Erwachsene am besten überhaupt nicht mit dem Zeug in Berührung kommen. Das gefährliche am Cannabis ist seine vermeintliche "Harmlosigkeit". Am Ende hat man antriebslose Menschen mit u.U. Psychosen und anderen psychischen Beeinträchtigungen zu versorgen.

Laurenz

19. August 2026 12:26

(2) Da KI keine Pizza-Lieferanten & Friseure ersetzen kann & der Sozialstaat nicht mehr finanzierbar sein wird, wird es wieder ein 90%-Prekariat geben, auf das der Staat zur Not schießen läßt. Das betrifft den gesamten Westen. Enteignungs-/Kollektivierungsphantasien in Berlin (inkl. der Union) werden für eine Kubaisierung sorgen. Kollektivierte Immoblien werden, wie in der DDR, wieder zu Ruinen verkommen. Außer, der Wähler entscheidet anders. Auch in Argentinien hatte sich die Wählerreaktion ziemlich lange Zeit gelassen.

Le Chasseur

19. August 2026 12:41

@Waldgänger
"In meinem Zug (45 Mann) waren sechs Abiturienten und der Rest zum Teil Kameraden, die sie als "Assis" bezeichnen würden. Ich habe gelernt, mit denen zurecht zukommen."
Damit's keine Missverständnisse gibt: mit "Assis" meine ich nicht Leute, die aus "einfachen Verhältnissen" stammen, oder die kein Abitur haben. Ich meine Leute, die harte Drogen konsumieren (einer aus meinem Zug starb bei einem durch Drogeneinfluss verursachten Unfall), oder die vorbestraft sind (einer hatte wegen Totschlags gesessen). Ich meine Leute, die regelmäßig in Tschechien ins Puff gingen, oder Sexurlaub auf Kuba machten. Assis eben. 

Laurenz

19. August 2026 13:11

@Le Chasseur, Waldgänger & Co. ... Ihre BunteWehr-Debatte ist völlig müßig. Dazu müßten erstmal 95% der zivilen Angestellten gefeuert werden, um die Kohle freizuschaufeln, mehr Soldaten bezahlen zu können. Die Armee kann dann sehr wohl, wie in den USA, als Auffanglager aus den unteren Schichten dienen. Aber auch nur, wenn man, wie die Amis, vorhat, diese Soldaten auch als Kanonenfutter einzusetzen. Entweder meint man tatsächlich der Bedrohungslage durch unsere direkten Nachbarn gerecht werden zu müssen, oder man spart sich diese militärische Option der Außenpolitik, weil es bei uns eh nichts zu holen gibt. Viele Nationen scheinen das aber anders zu sehen & rüsten auf, auf Teufel komm' raus.

Majestyk

19. August 2026 13:15

Man merkt, daß ich mit überwiegend Linken debattiere. Hochmoralisch und trotzdem blind. Und die einzige Antwort auf Probleme lautet staatliche Autorität, obwohl der Staat die Probleme verursacht hat.
@ RMH:
Sie schreiben theoretisch, es ist halt nicht Ihre Welt.

RMH

19. August 2026 13:39

@LeChasseur,
nachdem ich einmal mit einem zuständigen Herrn vom damaligen, hiesigen Kreiswehrersatzamt reden durfte, hat dieser mir mitgeteilt, dass sie anhand des Verhaltens bei Musterung und vor allem beim Eignungstest - und da gerne bei den Inhalten des "Aufsatzes" den man schreiben musste - gewisse "Persönlichkeiten", so nannte er es, eben in gewisse Einheiten, die ihren Ruf weg hatten, eingeteilt haben. Insofern haben Sie evtl. in jungen Jahren da was falsch gemacht, wenn Sie in so nem Haufen gelandet sind. 
Die Bundeswehr habe ich als echtes Panoptikum, als Mini-Universum erlebt, bei dem es von Kompanie zu Kompanie, von Zug zu Zug, ja von Gruppe zu Gruppe höchst unterschiedlich zugehen konnte. Von Himmel bis Hölle gabs da alles, die volle Bandbreite, deshalb nerven Boomer und Uncs wie wir ja jeden jüngeren Menschen mit unseren Stories vom Barras, von denen es entsprechend auch hunderttausende von Geschichtchen gibt.

Waldgaenger aus Schwaben

19. August 2026 13:54

@Le Chasseur
Bei uns, 1979, war es nicht so schlimm, Drogen gab es nicht. Auch keine Vorbestraften. Ich tat tief im ländlichen Schwaben Dienst. Es gab Alkoholiker, die sich auf der Wache bis zur Besinnungslosigkeit besoffen, mit geladenem G3 neben sich. Beim ersten Mal  drei Wochen Bau, bei Wiederholung kamen die vor ein Zivilgericht und waren weg. Puffbesucher gab es auch, die dann ausführlich von ihren bevorzugten Praktiken berichteten. 
@RMH Drogen machen viele Gehirne kaputt und sind sicher auch eine Ursache des Problems.  Eine Wehrpflicht wäre kein Allheilmittel, würde aber vielleicht so manchen NEET noch rechtzeitig auffangen. 

Le Chasseur

19. August 2026 13:57

Im EU-Vergleich steht Deutschland bei der NEET-Quote der 20 bis 24jährigen noch relativ gut da. Auch war die Quote in den Nuller-Jahren schon deutlich höher: https://aktuelle-sozialpolitik.de/2026/08/17/die-neeties/
Seit 2022 ist allerdings ein stetiger Anstieg zu beobachten.

Majestyk

19. August 2026 14:00

@ Le Chasseur:
"die regelmäßig in Tschechien ins Puff gingen"
Es gab mal einen SPD-Ministerpräsidenten, der hatte auch Rotlichtkontakte. Ein anderer homosexueller SPD-Ministerpräsident stand im Verdacht Kontakte ins Strichermilieu zu haben. Eine spätere SPD-Bundesministerin hat in einem Barbetrieb an der Theke gearbeitet und das ist Fakt. Ähnliche Affärchen finden sich auch bei Christdemokraten. Ihre Kameraden gingen nach Tschechien, weil der Sold nur für Tschechien reichte. Großkopferte brauchen nicht so weit zu reisen. Das Prinzip ist dasselbe, nur die Preiskategorie ist anders. 
@ Laurenz:
Stimme weitestgehend zu. Manchmal denke ich, mein Vater hat doch recht, es braucht einen großen Krieg oder eine Katastrophe um die Menschen wieder zu erden. Bei all der Ignoranz denke ich manchmal selber, es braucht den kompletten Absturz, damit es die Bürgerlichen mit ihrer Borniertheit endlich auch mal erwischt. Denn aus denen rekrutiert sich ja die Funktionselite. Bürgerliche sind das System. Soll sich Deutschland ruhig kubanisieren oder zu Somalia werden. Dann schauen wir mal wer den Survival of the Fittest Test besteht. 

dojon86

19. August 2026 15:48

@Laurenz Ihr Bild des US Militärs ist ein wenig durch Hollywoodfilme der 70ger Jahre geprägt. Ich bin nicht gerade ein zwanghafter Amerika Freund aber ich muss das doch etwas zurechtrücken. Gerade die USA setzen ihre Soldaten nicht als Kanonenfutter ein wie man anhand der selbst im Vietnamkrieg, geschweige denn in den Folgekriegen sehr geringen Verluste sehen kann. Und das US Militär ist beileibe nicht mehr ein reines Auffangbecken für die Unterschichten sondern gerade angesichts der Kosten für eine College Ausbildung eine sehr ernstzunehmende Option für die untere Mittelschicht. Als Fallbeispiel nenne ich hierzu übrigens die Biographie des derzeitigen Vizepräsidenten der USA. (Hillbilly Elegy) Persönlich traf ich übrigens auch einige Amerikaner, die diesen Weg zum sozialen Aufstieg gewählt hatten.

Majestyk

19. August 2026 16:01

@ Waldgaenger aus Schwaben:
"Eine Wehrpflicht wäre kein Allheilmittel, würde aber vielleicht so manchen NEET noch rechtzeitig auffangen."
Wie kommt man auf solch eine Idee? Wie lange soll der Wehrdienst denn dauern, fünf Jahre? Wie groß soll die Bundeswehr werden? Was kommt denn dann nach der Bundeswehr? Sie sind schätzungsweise 68 Jahre alt. Da dürften Sie den Arbeitsmarkt der 80er hautnah miterlebt haben. Damals gab es aber noch Jobs. Wohin soll denn der junge Mann (wir reden ja von Männern und ich wette diese NEEts sind überwiegend männlich, für Frauen gibt es immer Fördermittel) denn gehen? Arbeitsplätze wandern nach China, Polen, Ungarn, in die Schweiz und in die UISA. Jetzt hat die bürgerliche Mehrheit jahrzehntelang zugesehen, wie unten alles verarmte und nun, wo es überhaupt keine perspektivischen Angebote mehr gibt, wollt Ihr hier die von unten paternalistisch erziehen, als Antwort auf die paternalistische Verwaltung von Armut durch Linke, die so die eigene Klientel mit vom Steuerzahler finanziertem Einkommen versorgen konnten. Gebt den Markt endlich frei. So entsteht Arbeit und nur Arbeitschancen schaffen Würde.  

Majestyk

19. August 2026 16:03

@ Waldgaenger aus Schwaben:
"Eine Wehrpflicht wäre kein Allheilmittel, würde aber vielleicht so manchen NEET noch rechtzeitig auffangen."
Wie kommt man auf solch eine Idee? Wie lange soll der Wehrdienst denn dauern, fünf Jahre? Wie groß soll die Bundeswehr werden? Was kommt denn dann nach der Bundeswehr? Sie sind schätzungsweise 68 Jahre alt. Da dürften Sie den Arbeitsmarkt der 80er hautnah miterlebt haben. Damals gab es aber noch Jobs. Wohin soll denn der junge Mann (wir reden ja von Männern und ich wette diese NEEts sind überwiegend männlich, für Frauen gibt es immer Fördermittel) denn gehen? Arbeitsplätze wandern nach China, Polen, Ungarn, in die Schweiz und in die UISA. Jetzt hat die bürgerliche Mehrheit jahrzehntelang zugesehen, wie unten alles verarmte und nun, wo es überhaupt keine perspektivischen Angebote mehr gibt, wollt Ihr hier die von unten paternalistisch erziehen, als Antwort auf die paternalistische Verwaltung von Armut durch Linke, die so die eigene Klientel mit vom Steuerzahler finanziertem Einkommen versorgen konnten. Gebt den Markt endlich frei. So entsteht Arbeit und nur Arbeitschancen schaffen Würde.  

Le Chasseur

19. August 2026 16:28

@RMH
"Insofern haben Sie evtl. in jungen Jahren da was falsch gemacht, wenn Sie in so nem Haufen gelandet sind."
Ja, das habe ich definitiv. Ich war jung und naiv. Ich wollte "richtig" zur Bundeswehr, nicht in irgendein Geschäftszimmer oder eine Werkstatt. Habe das entsprechend bei der Musterung klar geäußert und bin dann auch bei den Panzergrenadieren einer KRK-Einheit gelandet (also denen, die im Gefecht statistisch nach drei Minuten ins Gras beißen). Ich hatte gehofft, so ein paar rambomäßige Survival und Bushcraft skills zu lernen. Stattdessen gab's Dummfick wie bspw. MG oder G3 zerlegen und wieder zusammensetzen, oder Wachdienst im Mun-Lager. Wie gesagt, ich war naiv. Ich war allerdings nicht der einzige Abiturient, und die anderen Kameraden, die mit mir auf der Stube waren, waren alle in jeder Hinsicht in Ordnung.

Le Chasseur

19. August 2026 16:34

@Majestyk
"Es gab mal einen SPD-Ministerpräsidenten, der hatte auch Rotlichtkontakte."
Nur dass der vermutlich nicht in Etablissements verkehrte, bei denen es fraglich war, ob alle dort arbeitenden Damen volljährig waren und/oder freiwillig ihre Dienstleistungen anboten.

Laurenz

19. August 2026 17:34

@Majestyk @Le Chasseur ... Puff ... Was debattieren Sie hier? Berühmt sind die Schwierigkeiten der Bundeskanzlei, adäquate Prostituierte in genügender Menge für Willy Brandts Kanzlerzug anzuheuern. War allgemein bekannt, interessierte keine Sau. ... @L. ... Krieg? ... Eher weniger. In Zeiten digitalisierter Daten wird viel deutlicher als früher, daß Krieg viel zu teuer ist. Unter Historikern rechnet nicht wirklich einer nach, wie die Weltkriege den Westen ruinierten. Das wird jetzt erst nur zu deutlich, da die aktuelle Schwäche des Westens eine direkte Folge der Weltkriege sind. Die USA haben extrem große Schwierigkeiten, dieses martialische Geschäftsmodel abzulegen, welches sie nachhaltig ruiniert. KI verändert zwar nachhaltig den Krieg, macht ihn aber keineswegs billiger. Es offenbart sich nur die zwangsläufige Albert-Speerisierung oder Russifizierung der Industrie. Kriege werden an Fließbändern & mit den niedrigeren Stückkosten gewonnen. Unsere Kaschberln zu Berlin & Brüssel haben das noch nicht einmal begriffen. In Paris & London ist es noch schlimmer. Die bauen da nutzlose Flugzeugträger.

Laurenz

19. August 2026 17:48

@Majestyk ... Man merkt, daß ich mit überwiegend Linken debattiere. ... Nein, das tun Sie nicht. Hätten Sie disziplinierter meine Kommentare über die Jahre gelesen, wüßten Sie, mit wem Sie debattieren. Sie diskutieren nicht mit Leuten, die im heutigen Sinne links sind. Sie diskutieren mit den aussterbenden Christen, die ich früher auf der SiN Antik-Linke nannte. Falls Sie mal aus Langeweile Zeit finden, das Neue Testament bei Antaios zu bestellen & zu lesen, sich die christianisierte Geschichte des Römischen Reiches & des Mittelalters anzuschauen, werden Sie auch sofort feststellen, wie ich zu dieser Aussage komme. Daß Ihre Diskussionspartner auf der SiN dieses Selbstverständnis meiner Deutung nicht teilen, hat mit dem entwickelten humanistischen Selbstverständnis & Arrangement der Philsophie mit der Kurie nach der Aufklärung zu tun, das bis zu Einstein reicht. Man sieht dadurch den Wald vor lauter Bäumen nicht.

heinrichbrueck

19. August 2026 19:01

Die Bundesrepublik hat einen umfangreichen Sozialstaat aufgebaut, aber gleichzeitig die kulturellen Voraussetzungen eines solidarischen Gemeinwesens abgebaut. Sozialstaat ohne Sozialität. Asozialstaat (Regierung) schafft Ersatzwelt (digitale Befriedigung), bis eine neue Regierung auf den Plan tritt. Als Referenz und Vergleichstext taugt Oswald Spengler: Preußentum und Sozialismus. 
„Sozial“ und „links“ sind nicht dasselbe. Man kann das ziemlich sauber auseinanderhalten, wenn man „sozial“ als Beziehungsbegriff und „links“ als politische Richtungsbezeichnung versteht. Wie verhalten sich Menschen zueinander und wie organisieren sie ihr gemeinsames Leben? 
„Mehr Staat“ und „links“ sind nicht dasselbe. „Mehr Staat“ beschreibt ein Mittel. „Links“ beschreibt eine politische Zielrichtung bzw. Ordnungsvorstellung. Staatsintervention, Sozialstaat und Sozialismus sind drei verschiedene Dinge. Und keines davon ist mit „links“ identisch. Weil „links“ nicht einfach das Ausmaß staatlicher Intervention bezeichnet, sondern eine bestimmte politische Zielrichtung. Ein starker Staat kann ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. „Wie viel Staat?“ und „Welche gesellschaftliche Ordnung?“ sind zwei verschiedene Fragen. Soziale Sicherung wurde keineswegs ausschließlich von der politischen Linken entwickelt. 
Universalistischer Asozialstaat funktioniert nicht lange. 

Le Chasseur

19. August 2026 21:41

@Majestyk
"wir reden ja von Männern und ich wette diese NEEts sind überwiegend männlich, für Frauen gibt es immer Fördermittel"
Wette verloren, der Frauenanteil ist höher:
"Unter jungen Frauen ist der Anteil derjenigen, die nicht in Ausbildung oder Beschäftigung sind, etwas höher als unter jungen Männern. 2025 waren in Deutschland 10,5 % der jungen Frauen und 9,6 % der jungen Männer im Alter von 20 bis 24 Jahren betroffen. Im EU-Schnitt waren es 13,2 % der jungen Frauen und 12,5 % der jungen Männer. In knapp zwei von drei EU-Staaten waren junge Frauen stärker betroffen als junge Männer." Quelle

heinrichbrueck

19. August 2026 22:01

Wenn das die Zukunft sein soll, wird in zehn Jahren kein Mensch mehr wissen, wer Vizepräsident unter Trump war. 

ofeliaa

19. August 2026 23:31

Was stimmt mit manchen Leuten hier nicht? Vielleicht sollte man sich lieber das einmal fragen. Es gibt hunderte Studien, Umfragen und reine Zahlenstatistiken, die belegen, dass junge Menschen zwischen 20 und 30 sehr viel arbeiten. Also wovon leben diese Menschen @RMH. Na, zum Beispiel von ihrem sauer verdienten Geld? Davon leben sie. Ich bin im Übrigen ein Millennial, muss also keine Partei für diese Altersgruppe ergreifen, aber zu behaupten, dass diese Leute von nichts leben könnten, weil sie faul seien, ist extrem unverschämt und auch wenn man sich nicht über Fremde online aufregen sollte, so muss ich sagen: Einige der Kommentare hier sind regelrecht ekelerregend. Ungebildet, ignorant und von oben herab. 
https://iab.de/presseinfo/generation-z-erwerbsbeteiligung-der-20-bis-24-jaehrigen-klettert-auf-den-hoechsten-stand-seit-jahrzehnten/

Laurenz

20. August 2026 00:43

@Dojon86 @L. ... Natürlich vermeiden die USA in den letzten 80 Jahren Verluste, soweit es sich machen läßt. Im Golfkrieg 1991 kamen 300 GIs durch friendly Fire ums Leben & später ein paar durch Heckenschützen. Aber die Zeiten sind vorbei. In der weiteren Entwicklung wurden Panzer durch ManPads zur Zielscheibe. Und heute schlagen auf allen Ami-Basen in der Golfregion die Drohnen ein, weil Luftabwehr zu teuer ist. Daß man in den USA der Meinung war, Politiker müßten mal gedient haben, auch wenn es nur Stiefelputzen war, ist doch kein repräsentatives Phänomen. Das hat sich radikal verändert. Obama & Clinton hatten nie gedient. Trump & Biden waren untauglich. 1975 waren noch 75+% der Senatoren & Kongreßabgeordneten Gediente. Heute liegt der Anteil bei ca. 18%. Vance kam selbst aus der weißen Unter- oder unteren Mittelschicht, richtig. Aus der Mittelschicht kommen auch die meisten Soldaten. Die Unterschicht ist beim US-Militär unterrepräsentiert, meist aus gesundheitlichen Gründen. Trotzdem hat die US Armee Probleme, genügend Leute mit genügend Grips zu werben.

RMH

20. August 2026 07:40

"Sie schreiben theoretisch, es ist halt nicht Ihre Welt."
@Majestyk,
Quatsch, irgendwann landet "die Welt" ganz praktisch auf dem Schreibtisch einer meiner Kollegen oder (einstmals) bei mir. Und dann gilt es ganz praktisch Lösungen zu finden - im Falle der Nachforderungen von Krankenkassen bei einstmals unversicherten Selbstständigen, Lebenskünstlern und anderen, welche die Pflicht erfolgreich prokrastiniert haben oder dachten, das betrifft mich nicht, ist dann eben nur noch die Hoffung auf Teilerlass, Stundung, Ratenzahlung (alles nicht einfach) ... oder die Leute verabschieden sich ins komplette Off. Das gibt es eben auch. Ganz praktisch - geschrieben wird darüber dann natürlich theoretisch.

Majestyk

20. August 2026 08:53

@ heinrichbrueck:
Sozialstaat ist ein Herrschaftsinstrument und mitnichten Basis eines solidarischen Gemeinwesens. Ganz im Gegenteil, er soll dieses ersetzen und staatlicher Kontrolle unterwerfen. Es sind die vom Staat gesetzten Rahmenbedingungen, die Rente und KV ruiniert haben. Bei einer echten Selbstverwaltung einer Solidarkasse könnten Parteilümmel nun nicht um die Rente feilschen und selbstgerecht Leistungen streichen. Ihr Sozialstaat ist der Ingebriff von Paternalismus. Die heutige Mentalität, die beklagt wird ist das Ergebnis dieses Überbaus. Und schwups haben Sie einen linken Apparat, inklusive Ersatzadel.
@ RMH:
Ersetzen Sie Pflicht durch Zwang, dann kommen wir der Sache schon näher. Dass Sie Gesetze nicht hinterfragen ist mir aber schon klar. Ihr Berufsstand setzt um und erfreut sich der Einnahmen. Sie müssen sich nicht fragen, wie bezahle ich was. Aus Ihrer Perspektive ist das Leben des unteren Drittels der Gesellschaft Theorie. Wir spielen mal Die Glücksritter, dann können Sie sich unten mal umschauen.

dojon86

20. August 2026 09:49

@ofelia Sie unterstellen da etwas. Ich dachte beim Schreiben meines Kommentars keineswegs vorrangig an Millenials. Neets gab es schon in meiner Generation. Bin JG 56. Das Phänomen ist keineswegs ein Generationenproblem. Wahrscheinlich gab es ähnliches schon immer in Gesellschaftsschichten, die die ökonomischen Möglichkeiten dazu hatten. Gerade weil ich im Freundeskreis erleben konnte, wohin solche Karrieren führten, schrieb ich meine Kommentare.

Le Chasseur

20. August 2026 10:06

@ofeliaa 
Die Frage war nicht, wovon junge Menschen leben, die Frage war, wovon NEETs leben. Meine Vermutung: Bürgergeld, Unterstützung durch Angehörige, gespartes oder ererbtes Vermögen, Schwarzarbeit.

RMH

20. August 2026 10:17

@Ofeliaa,
bitte lesen Sie doch einfach mal die genannte Definition von NEET. 
"NEET: Das sind junge Leute, die “Not in Education, Employment or Training” sind – also Jugendliche und junge Erwachsenen, die weder arbeiten noch studieren oder einer Ausbildung nachgehen."
Es geht hier also nicht um Leute, die von ihrem sauer verdienten geld leben, aber irgendwie nicht auf nen grünen Zweig. Ihr Beitrag hat daher den "Duft" (siehe anderer Artikel) der Themaverfehlung.

RMH

20. August 2026 10:29

@Majestyk, irgendwie schreiben wir hier aneinander vorbei oder es triggert Sie irgendwas. Ohne mich rechtfertigen zu müssen, stamme ich aus dem unteren 1/3 der Gesell., bin in der übelsten Gegend & da genau noch einmal dort, wo es am übelsten war, aufgewachsen (zu "uns" kam schon vor 45 Jahren keine Polizei mehr gefahren, wenn sie gerufen wurde). Meine Nachbarn hatten noch nicht mal Bäder & Toiletten in den Wohnungen, was es überall in D bis in die 80er Jahre hinein irgendwo noch gab. Mein Studium habe ich mit 3-Schicht-Maloche in der Fabrik bezahlt, nix mit der Student geht auf Reisen in den Semsterferien. Glücksritter brauche ich wahrlich nicht mehr nachspielen. Für mich aber kein Grund, die "einfachen Leute" zu romantisieren, so wie Sie das gerne tun. Jede Schicht der Gesellschaft hat Stärken & Schwächen. Oben, unten, mitte etc. & das ist das "Schöne" an Berufen wie meinem: man bleibt in Kontakt mit allen. Im Übrigen dreschen Sie Vorteile über Juristen. Von der erst vor wenigen Jahren abgeflauten Juristenschwemme & prekären Gehältern in der Anwaltschaft hat man dann natürlich nichts mitbekommen. Gut, wenn man das US-Movie Bild vom geldgeilen Anwalt einfach so auf D überträgt, kommt man evtl. zu solchen Vorstellungen.

Majestyk

20. August 2026 10:57

@ Laurenz:
"die im heutigen Sinne links sind"
Nur weil es noch eine Steigerung gibt, soll das, was gestern links war, heute nicht mehr links sein? 
@ dojon86:
"Phänomen ist keineswegs ein Generationenproblem."
Es ist kennzeichnend für Industriestaaten, die menschliches Futter für Fabriken brauchen und Nachschub für den Sozialapparat. Wo viel verwaltet wird, muß auch wer zum verwalten vorhanden sein.
 @ Le Chasseur:
Und wenn schon, im Kern stimmt meine Aussage trotzdem.

Laurenz

20. August 2026 11:34

@Ofeliaa ... der Teilnehmer @Dojon86 hat das gut in Worte gefaßt. Bin etwas jünger, 01/65. Wenn Sie meinen Kommentar gelesen hätten, wüßten Sie, daß ich selbst zur der Sorte Lebenskünstler aus meiner Generation gehöre. Mein Charakter kann keine Disziplin ertragen. Aus Respekt meiner menschlichen Umwelt gegenüber, muß ich Disziplin quasi simulieren, was mich auffrißt. Natürlich habe ich in meinen Leben auch schon etwas gearbeitet. Aber auch nur solche Arbeit, die meine Leidenschaft triggerte oder mir eine Art zuhause, einen Platz gab. Insofern kann ich die Romantiker gut verstehen, auch die wurden durch ihre Passion aufgefressen. Sie nehmen manchen Kommentar zu persönlich. Das tatsächliche Problem Ihrer Generation ist der sinkende IQ. ... @HeinrichBrück ... Ihr großer Kommentar, der zwischen sozial & links unterscheidet, hätte einen eigenen SiN-Artikel verdient, damit das mal publizistisch für die NeuRechte nicht akademisch festgehalten wird. Ich bin fast traurig über die Reaktion unseres affektierten @Majestyk, der wieder schneller geantwortet, als nachgedacht hat. Links ist ein Schlüssel-/Code-Wort für feudal, verherrlicht die Feudalherrschaft, ob die eines Generalsekretärs oder Gottes & seiner Stellvertreter auf Erden. Nicht umsonst verschrieb ich @Majestyk die Leseempfehlung des Neuen Testaments.

Eisberg

20. August 2026 11:37

Ich bin einer von ihnen, liege der geSeLlScHAft nicht auf der Tasche und partizipiere auch nicht mehr, seitdem ich der Sozialschädling wurde, weil ich mich weigerte mich mit für meine Einschätzung noch nicht genug geprüften Präparaten behandeln zu lassen. Ich war einfach nur ein kerngesunder, sensibler junger Mann mit Dissertationsvorhaben, der vorankommen und etwas aus sich machen wollte. Frau finden, arbeiten, Familie gründen, was (er)schaffen. Dann kamen das "Maßnahmenregime" und die Sprengung der Pipelines, mit der ich endgültig in ein Loch gefallen bin. Es hieß, ich sei jetzt raus aus der Gesellschaft, aber das war ich schon zuvor. Schön war es trotzdem nicht und die Ausgrenzung hat gut gewirkt, das muss ich eingestehen. Irgendwann war es nur noch Trotz und Nichtnachgebenwollen. Ich wollte mich nicht zwingen lassen und nicht demütigen, indem ich jeden Tag den getrennten Eingang zur Arbeitsstätte nehmen wollte, um mich testen zu lassen. Ich bin und war körperlich gesund. Mittlerweile bin ich so raus, dass ich nicht mehr weiß, warum ich überhaupt noch aufstehen und auch nur einen kleinen Finger krumm machen soll für ein Land und eine Heimat, die mir entrissen werden. Mach ich mich nicht mitschuldig? Man mag mir unterstellen, dass ich Arbeitsverweigerer sei und das ist wahrscheinlich auch richtig. Zu Promotionszeiten stand ich jeden Tag im Labor, zusätzlich 3 von 4 Samstage im Monat und habe auch sonst auf viel verzichtet. 1/3

Eisberg

20. August 2026 11:40

Zuvor erst 2 Semester Biologie mit sehr gutem Erfolg studiert, aber zu Chemie gewechselt, weil ich davon ausging in diesem Bereich arbeiten zu können und die Studiengänge sich sowieso überschneiden. Alles in Regelstudienzeit ohne Pause durchgezogen, also auch zweimal die sehr anstrengenden ersten beiden Semester. Zu Beginn meiner Disseration hat dann gleich die Masseninvasion begonnen und das ist bis heute ein weiterer Stressor, scheint aber noch immer kaum jemanden zu jucken. Zu Beginn der Maßnahmen ging ich davon aus, dass ich nochmal ins Labor kann um die Arbeit so zu beenden, wie es das Thema und mein Vermögen erlaubt hätten, anständig, aber daraus wurde nichts. Mittlerweile empfinde ich leider auch Hass und Ekel, wenn ich "Wissenschaft" und "Experte" höre und will nichts mehr mit dem Bereich zu tun haben, für den ich meine langjährige Ausbildung gemacht habe, weil ich mit Wissenschaft nur noch Korruption, Lüge und die Zerstörung meines Lebens verbinde. Die BRD fühlt sich an wie dauerndes Gooning/Edging (bitte selbst nachschlagen). Irgendwann wird man alt und stellt sich die Frage, warum und für wen man hier noch was schaffen soll? Klima retten für Neger in Deutschland? Arbeiten für fremde Alte, Kriege, westliche Werte und ein gutes Leben der Menschheit in Deutschland? 
Nein, ich bin bzw. war kein Incel und Frauen waren auch an mir interessiert, aber ich leider umgekehrt nicht. Ja, ich bin ziemlich vereinsamt und alleine, 2/3

Eisberg

20. August 2026 11:41

aber ist das schlimmer, als mich meinen lieben Mitmenschen weiter auszusetzen, die mir mein Leben, sei es auch nur durch Ignoranz und Opportunismus, durch Beteiligung an der BRiD, zur Hölle machen? Leute, die mir sagen, dass ich halt gehen solle, wenn es mir hier nicht mehr gefällt, weil ich mal wieder völlig unbegründet rumnörgele? Mir anhören, welchen neuen Netflixschund sie sich reingezogen haben oder wo ihr Pauschalurlaub hingeht? Ich bin wirklich "raus" und kann nicht mehr anders.
Um die Frage der ominösen Einkommensquelle zu beantworten, wie man das denn macht, statt der nie gestellten und geheuchelten Frage, wie es einem denn ginge: Lebe zu Hause bei meiner Mutter (Vater schon 20 Jahre tot), 270 € im Monat gehen an die Krankenkasse, meiner Mutter zahle ich 330 € Miete bzw. Versorgungskosten, bezahlt und fast gedeckt durch Mieteinnahmen (2021 waren das noch 210 € bzw. 300 €). Konsumverzicht, Prepaidhandyvertrag kündigen, weil man sowieso nur zu Hause ist, Sezession abbestellen, kein Auto, kein Urlaub, dafür mit dem Gravelrad (Schotterrad, falls sich jemand aufregen will) Ecken der Heimat erkunden, an die man sonst nie gelangt wäre. Natürlich helfe ich aus und beteilige mich, wo ich kann, repariere am Haus oder bringe es mir bei. Ich weiß, dass ich eine Schande bin, aber ich kann nicht mehr und habe kein Warum.
Wie ertragen es Rechte, die schon viel länger als ich auf diesem Planeten leben und länger klar sehen? 3/3

Laurenz

20. August 2026 11:49

@HeinrichBrück ... sozial ist die familäre, kommunale, völkisch-tribalistische Verantwortung, die nur unseresgleichen gegenseitig fordert, verpflichtet. Obwohl ich genauso, wie alle anderen, entsprechend meiner sozialen Herkunft geprägt bin, ein humanistisches Gymnasium besuchte, lehne ich den Humanismus & die christlich-jüdische Moral des Abendlands ab, weil sie sich globalistisch, universal versteht, ohne es zu sein. Das ist im eigentlichen Sinne unmenschlich. Es führt zur Bigotterie & zur Funktion des Feigenblatts. Hieraus entsteht damit auch eine Fehlinterpretation des Freiheitsbegriffs. Freiheit ist die Wahrnehmung von Verantwortung für sich & andere. Links oder feudal nimmt den Menschen die Verantwortung ab, & schuld an der Misere ist nachher keiner, außer jene, die man mit völligem Wahn-/Unsinn in Schauprozessen haftbar macht. Für diesen Kommentar hätte ich mal jemanden gebraucht, der trefflicher formulieren kann, als ich.

Laurenz

20. August 2026 12:20

@Eisberg ... suchen Sie Sich Leute, die Sie so mögen, wie Sie sind & Sie keinen Regeln unterwerfen. Das müssen ja nicht viele sein. Das können Identitäre sein oder sonstwer. Entstaatlichen Sie Sich. Es schadet nicht im geringsten, wenn Sie den linken Scheißstaat belasten. Nur die aus der überbordenden Steuer- & Inflations-Belastung erzeugte persönliche Betroffenheit von Poschardts  https://youtu.be/gqjuv8eKsCU Shitbürgern verändert etwas. Lassen Sie Sich meine Epostadresse von der Redaktion geben. Wenn Sie noch keine 35 sind, melden Sie Sich in Schnellroda oder bei Pluriversum (Poensgen) an. Überweise Ihnen einen Teil der Kosten, das krieg ich hin.

NC472

20. August 2026 12:46

@LeChasseur
Im Sinne dieses inkompetenten Propaganda Nudging Begriffs bin ich NEET. Weder bin ich in einer festen Beschäftigung im Boomer Sinne, noch in irgendwelchen Hirnrissigen 20. Jahrhundert "Ausbildungen". Die Einkünfte setzen sich aus Gelegenheits Jobs, Platform Auszahlungen, Zinseinkünften, Spekulations Gewinnen und "Spenden" zusammen. Selbstverständlich wird keine dieser Einkünfte deklariert.

RMH

20. August 2026 12:58

@Eisberg,
vielen Dank für Ihre gewährten Einblicke. Das macht den abstrakten Ausgangsbeitrag gleich lebendiger.
"Wie ertragen es Rechte, die schon viel länger als ich auf diesem Planeten leben und länger klar sehen?"
Nun, zum einen sind bei älteren Menschen die "Verstrickungen" und Abhängigkeiten größer, viele haben Familie mit zu versorgen etc. und zum anderen ist eine Alltagsgewöhnung da. Ist natürlich nicht abschließend, aber vollmundig zu behaupten, man "reite den Tiger" (in Anlehnung an J. Evola), werden wohl nur wenige. Alltags-Stoizismus und Demut. Manche haben als Stütze auch einen Glauben.
Bei Ihrem Beitrag sind mir die Song-Zeilen eines 50 Jahre alten Liedes aus den 70ern eingefallen:
Carry on my wayward sonThere′ll be peace when you are doneLay your weary head to restDon't you cry no more

Le Chasseur

20. August 2026 13:05

@Eisberg
"Ich weiß, dass ich eine Schande bin"
Das sind Sie nicht, im Gegenteil.
"aber ich kann nicht mehr und habe kein Warum."
Und das "Warum" braucht es bekanntlich, um das "Wie" zu ertragen.
"Wie ertragen es Rechte, die schon viel länger als ich auf diesem Planeten leben und länger klar sehen?"
Ich weiß nicht, ob ich auf diese Frage antworten darf, schließlich bin ich nach Ansicht einiger Mituser ein Linker, und als Rechten im landläufigen Sinne sehe ich mich auch nicht, aber ich kann für meinen Teil nur antworten: Gar nicht. Ich empfinde die Gegenwart als absolut unerträglich und ihrer Absurdität manchmal als geradezu surreal.

Le Chasseur

20. August 2026 13:37

@Laurenz
"Es schadet nicht im geringsten, wenn Sie den linken Scheißstaat belasten."
Möchte das unterstreichen. Jeder Euro, auf den Sie verzichten, fließt in die Taschen der Waffenfabrikanten. Zur Orientierung: Eine DM63 Panzergranate von Rheinmetall kostet 2.500 bis 3.000 Euro pro Stück. Die Artilleriegranate DM121 kostet etwa 1.500 Euro pro Stück. Sie können vielleicht erahnen, wieviel davon täglich in der Ukraine verballert wird, bezahlt vom deutschen Steuerzahler.
@NC472"Selbstverständlich wird keine dieser Einkünfte deklariert."
So ist's recht.

Majestyk

20. August 2026 15:56

@ Laurenz:
Wissen Sie was Links wirklich ist? Das hat nichts mit dem Verhältnis zum Kapital zu tun, nichts mit der Einstellung zu Militär oder Nation. Links ist eine Ansicht zu haben und von anderen zu erwarten, daß die diese Ansicht teilen. Links ist die Erwartungshaltung, daß der andere so zu leben habe wie man selber. Irgendwie scheint es Ihnen trotz aller Intelligenz unmöglich zu sein, zu akzeptieren, daß ein anderer bei gleicher Informationslage zu einem anderen Ergebnis in der Bewertung kommt. Wenn Sie mal jemanden sehen wollen, der komplett wie ein Linker argumentiert, keine anderen Ansichten stehen lassen kann und jeden abwerten möchte, der andere Überzeugungen hat, dann gehen Sie mal ins Bad und schauen in den Spiegel.
@ RMH: 
Ich brauche kein mediales Bild vom Anwalt, ich hatte und habe selber welche und bin mir nie so ganz sicher auf wessen Seite die stehen. Habe sogar so ein Exemplar in der Familie, der ist aber Staatsdiener. Im September kann ich Ihnen das nächste Kapitel erzählen. Richterin mit Doppelnamen, bei einem Streit mit einem öffentlichen Busunternehmen, weiß ich jetzt schon wie die Chancen stehen. Das Interesse von unserem Anwalt hat auch schon erkennbar nachgelassen. Was ein Mythos ist, daß ist der Anwalt à la Liebling oder Perry Mason. Lassen wir es aber gut sein. Das kriegen wir hier eh nicht geklärt. So wichtig ist es auch nicht und ich vertrete eh nur eine Minderheitsmeinung. Erzählen Sie mir bitte nur nicht, ich würde mit meinem Leben Dinge einbilden. 

Majestyk

20. August 2026 16:25

@ Eisberg:
"Wie ertragen es Rechte, die schon viel länger als ich auf diesem Planeten leben und länger klar sehen?"
Danke für Ihre ehrlich vorgetragene Geschichte. Kenne einige ähnliche Lebensläufe. Um Ihre Frage zu beantworten: Nach hiesiger Definition bin ich nicht rechts. Wie ich es ertrage? Durch innere Emigration. Ich beziehe ebenfalls von niemandem Geld, verlebe Ersparnisse, habe/ wurde vor Jahren aus dem Arbeitsleben ausgeklinkt, nehme an sozialem Leben nicht mehr teil. Frauen hatte ich stets genug, mich aber konsequent für die Falschen entschieden. Konsumiere außer gutem Essen fast nichts. Auto ist alt, aber in gutem Zustand. Als Migrations- und Spritzenverweigerer hat sich mein Bekanntenkreis auf fast Null reduziert, hatte aber schon angefangen als ich vor Jahren mal schwer erkrankte, da flog die Spreu weg. Jetzt betreue ich meine Eltern bis zu deren Tod. Entweder es klappt dann mit einer Geschäftsidee, falls sich der Wind gedreht hat und die Kohle noch reicht oder ich mache eine große Reise ohne Wiederkehr. Anders als Sie fühle ich mich aber mit mir selbst gut. Gefalle mir gesitig auch besser als früher, könnte nur mal wieder ein bißchen mehr Sport vertragen. Verzicht macht frei.  
Sie sind keine Schande. Denken Sie nicht so. Eine Schande sind ganz andere Leute. Die gelten zwar als Stützen der Gesellschaft, bekommen auch gerne mal Orden, sind es aber nicht einmal Wert, daß man sie anspuckt. Halten Sie die Ohren steif.

Eisberg

20. August 2026 17:17

@RMH
Das ist lustig, weil ich dieses Lied vorgestern auf YT entdeckt, mich angesprochen gefühlt und es als Zeichen gesehen habe.

Eisberg

20. August 2026 17:20

@Laurenz
Vielen Dank für das sehr freundliche und gut gemeinte Angebot, aber dass kann und will ich nicht annehmen. So bedürftig bin ich auch noch nicht. Irgendwo ist es wahrscheinlich auch Jammern auf hohem Niveau.

Laurenz

20. August 2026 17:55

@Majestyk @L. ... heutigen Sinne links ... mußte jetzt überlegen, ob ich Ihnen überhaupt antworten soll. Mir wäre es lieber, Sie denken Selbst mehr nach. Weder Sie noch ich kommen seit Clodwig I bis zur Aufklärung, im weiteren Sinne bis zur Franz. Revolution an unserer ureigenen Geschichte (des I. Reichs) vorbei. Das waren weit über 1k Jahre DDR mit Gott. Für viele (mutmaßlich eine Mehrheit), die auf der SiN schreiben, oder sie lesen, ist das eine unvorstellbare Deutung unserer Geschichte. Das können nur charakterlich privilegierte Querulanten, wie Sie oder ich so in diesem Ausmaß wahrnehmen, den Wald tatsächlich, trotz der Bäume sehen. Weder Sie noch ich können aber die SiN-Leserschaft, noch unser Mitvolk tauschen. Wir müssen damit leben, wie es ist, in der ehemaligen DDR säkularer, im Westen christlich geprägter. Wenn Sie also anfangen, hier Definitionen abzulassen, bin ich der Überzeugung, Sie müßten das fundierter tun, mehr belegen. Dazu haben die Debattanten, die sich Zeit für Sie nehmen, ein Recht. Der erste Unterschied zwischen einer antik-linken, neurechten Redaktion & der mordernen Linken ist, daß Sie hier mehr Kommentare durchkriegen, als ich. Auf Indymedia oder Telepolis werden wir geblockt. Selbst ein alt-linker Schwätzer, wie Poschardt, wird von Seinen geistigen Kindern (, die Er nicht als solche wahr- & annimmt,) geblockt. Das ist schonmal ein fundamentaler Unterschied, finden Sie nicht?

Laurenz

20. August 2026 18:36

@Majestyk @L. ... Wissen Sie was Links wirklich ist? ... Unterstütze hier Debattanten oder lehne Sie ab, je nach der Qualität & Plausibilität Ihrer Beiträge, das gilt auch für meinen Freund @Franz Bettinger, den ich sehr mag. (Wir haben uns heute wieder über die Causa Maaßen hart gefetzt.) Und was wollen Sie? Sie leben ja in etwa genauso, wie ich. ... Links ist eine Ansicht zu haben & von anderen zu erwarten, daß die diese Ansicht teilen. ... Wenn ich da in den Spiegel schaue, sehe ich auch Sie. Sie definieren hier ein Paradoxon. Sie sind, ähnlich Eisberg & Ofeliaa, hier zu emotional unterwegs. Prüfen Sie Ihr Gedächtnis. Habe ich jemals K & K, Teilnehmern, Ihnen vorgeschrieben, was Sie tun & lassen sollen? Ich gab Ihnen heute nur eine Leseempfehlung mit, was auf dieser Plattform legal ist. Die SiN hat den Sinn, die allgemeine Erkenntnis zu erhöhen, mögliche Positionen festzumachen, das für & wider auszuloten. Wenn ich den aktuellen Wahlkampf zu Sachsen-Anhalt verfolge, macht mich die infantile PR der politischen Gegner Siegmunds manchmal einfach nur noch sprachlos. Da fällt einem nichts mehr ein. 

Mboko Lumumbe

20. August 2026 18:37

@Eisbrecher und Majestyk – Ihnen beiden möchte ich meinen ehrlichen Respekt und Dank zum Ausdruck bringen und wir leben in ähnlichen Situationen und Erfahrungen. Ein jeder an seinem Platz und im Rahmen seiner Möglichkeiten. Es ist ehrwürdig für seine Überzeugungen einzutreten und diese zu leben – mit allen Konsequenzen. Und dabei kann nicht jeder zu den strahlenden Gewinnern zählen nach den Maßstäben der oberflächlichen Gesellschaft. Für mich zählt das alles nur noch am Rande und ich entkopple mich so gut es geht von Staat und Gesellschaft und der Meinung anderer über mich. Ich lebe wie ich es mag und für richtig halte und lebe eigenständig, selbstverantwortlich und unabhängig in weitestgehender Art und Weise. Dabei sind mir Freiheit und Gesundheit vorrangig und mein überschaubarer Kreis um mich herum ist ehrlich und treu. Für anderes ist da auch kein Platz und es gilt natürlich quid pro quo. Alles andere kann mir mal den Götz Berlichingen.
 
@Eisbrecher, Sie sind jung, falls Sie es nicht schon tun: Bilden Sie Ihren Körper. Jeden Tag. Keine Ausreden. Damit verändern Sie viel mehr und es öffnen sich neue Perspektiven. Lassen Sie sich nicht beirren und niemals aufgeben. Never! Schauen Sie in ihre offenen Hände – dort liegt Ihr Schicksal. Ihren Weg (wieder) finden und gehen, müssen Sie schon selbst.

Monika

20. August 2026 19:54

@ Eisbrecher "Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie". ( Viktor Frankl) Eigentlich wollte ich zu Ihren Ausführungen nichts schreiben. Es steht mir nicht zu. Verzeihung, wenn ich Ihnen zu nahe trete. Zunächst: Selbstmitleid geht hier nicht durch. Sie sind kein Sozialschädling. Das Coronaregime ist auch keine Entschuldigung. Es gibt auch Linke und Grüne mit diesem Sinnverlust. Da heißt es: Die Welt stirbt eh den Klimatod, was soll ich mich noch anstrengen. Auch der frühe Tod des Vaters ist keine Entschuldigung. Falls Sie nicht in einer Depression stecken, die man gut behandeln kann ! , kriegen Sie Ihren Hintern hoch. Ich kenne aus dem Umfeld meiner Söhne junge, intelligente, sympathische Männer, die so unterwegs waren wie Sie. Alles hingeschmissen, dann folgten mitunter erstaunliche Wandlungen zum Positiven. Es wäre schade, wenn Sie Ihre Talente vergeuden. Ihrer Mutter wird das auch nicht gefallen. Sie werden einen Weg finden ! 

RMH

21. August 2026 08:07

"Erzählen Sie mir bitte nur nicht, ich würde mit meinem Leben Dinge einbilden."
@Majestyk,
Und erzählen Sie mir und dem geneigten Forum bitte nichts mehr über Juristen, Anwälte etc. - ihre diesbezgl. subjektive Einzelfall-Evidenz ist gerade kein Argument für Verallgemeinerungen oder generelle Regeln. Soll doch jeder seine eigenen Erfahrungen machen. 

Freier

21. August 2026 10:26

Junge Menschen haben in der BRD generell kaum gute Perspektiven. Mr. Bond hat das mal mit "die Stimmung ist negativ" zusammengefasst und kam u.a. dafür in den Knast.
Ich denke, dass das hier vom System genau so gewünscht und mit Absicht durchgezogen wird: Frauen- und Ausländerquoten sperren Arbeitsplätze und Karrieren mit hoher gesellschaftlicher Anerkennung, und gleichzeitig mahlt die Mühle aus Ausbeutung und Forderungen gnadenlos für die, die sich hineinbegeben. Auch Erziehung und Ausbildung durch feministische Lehrer und Erzieher ist für Jungen schädlich.
 
Eigentlich müssten wir uns um diese Leute bemühen, aus deren Reihen rekrutieren, und selbst für die "normalen" NEETs könnte es Sportvereine etc. geben. Eigentlich sind junge deutsche Männer gutes revolutionäre Potential. Und ich wünsche mir für junge Deutsche generell Perspektiven und dass aus ihnen etwas wird.
Vielleicht kann so etwas ja in einem AfD-regierten Bundesland anfangen.
 
Bei den Kommentare hier fällt mir auf, wie beim "wie" verharrt wird statt zum "warum", zum "wer" zu kommen.Mir ist schon oft aufgefallen, dass Boomer bei den Mitteln hängen bleiben, und der Zweck für sie gedanklich nicht greifbar ist. Sehr schade.

Artabanus

21. August 2026 11:55

War ein gewisser Herr A.H. gebürtig aus Braunau am Inn nicht auch ein NEET? Das größte Problem dabei ist wohl dass diese Leute durch zuviel Grübeln auf dumme Gedanken kommen. Bei o.g. Herrn endete das NEET-Dasein mit der freiwilligen Meldung zum Kriegsdienst.

Le Chasseur

21. August 2026 12:06

@Freier
"Bei den Kommentare hier fällt mir auf, wie beim "wie" verharrt wird statt zum "warum", zum "wer" zu kommen."
Ich denke, es handelt sich oft um Leute, die sich den Stress eines 40-Stunden-Jobs nicht geben wollen, denen auch ihre Lebenszeit zu kostbar ist. Man strampelt sich im Hamsterrad ab, um Dinge zu kaufen, die man nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die man nicht mag (Tyler Durden, Fight Club).
Viele springen auf die Karotten (Netflix-Abo, Pauschalurlaub, siehe Eisbergs Posting), die das System ihnen vor die Nase hält, einfach nicht mehr an.

Laurenz

21. August 2026 12:25

@Freier ... es gibt gar keinen Grund, das, was Sie schreiben in Abrede stellen. Auch nicht, wenn Sie die Meinung äußern, unsere Destabilisierung sei geplant. Historisch geht die Linke destabilisierend vor, wenn sie in der Opposition sitzt, nicht, wenn sie an der Macht ist. Entweder ist das ein systemischer Fehler, weil man nicht mehr aufhören kann, die destabilisierenden Faktoren, Kampagnen, Agenturen, NGOs, zu finanzieren oder das politisch strategische Denken hat aufgehört. Denn, die Destabilisierung stärkt einzig die Opposition. Anhand des BSWs, welches sich nicht eindeutig vom Establishment trennen kann, wird deutlich, daß es für eher linke oppositionelle Wähler unwählbar wird. Damit vernichtet sich das BSW selbst. Denn einzig die Verkündung der Opposition unterschied das BSW von der korrupten & korrumpierten SED/Die Linke.

Majestyk

21. August 2026 14:49

@ RMH:
"Und erzählen Sie mir und dem geneigten Forum bitte nichts mehr über Juristen, Anwälte etc. -"
Den Gefallen werde ich Ihnen nicht tun. Das erzähle ich so oft ich will und man mich läßt. Ihr Berufsstand ist in den Parlamenten überrepräsentiert. Ich brauche mich nicht nur in meiner Umgebung umschauen, sondern kann den Fernseher anmachen: Schäuble, Merz, Herzog, Amthor, Gysi, Krah, Buschmann, Harbath, Schröder, Schily, Brosius-Gelsdorf uvm. 150 Juristen sitzen derzeit im Deutschen Bundestag. Wenn Sie Ihre Kollegen, die Ausbildung zum Juristen und das deutsche Justizwesen nicht kritisch hinterfragen wollen, so ist das Ihre Sache. Ich finde, es gehören nicht nur Politik, Wirtschaft, Universitäten, Schulen, Gewerkschaften und Medien hinterfragt, sondern auch die Jurisprudenz mit all Ihrer Macht. Und kritisches hinterfragen schließt Akteure und deren Denken mit ein. Kaum eine Berufsgruppe hat dieses Land mehr geprägt. Niemand bestreitet, daß es auch gute oder anständige Juristen gibt. Es ist aber schon auffällig, wie abwegig prominente Juristen argumentieren. Lesen Sie bei Danisch über dessen Erfahrungen mit dem Bundesverfassungsgericht oder dortige Wortmeldungen Ihrer Kollegen. Ich bin nicht der Einzige mit negativen Erfahrungen, Wenn Sie das unbedingt auf sich selber beziehen möchten, kann ich es leider nicht ändern. 

Majestyk

21. August 2026 14:58

@ Artabanus:
"Das größte Problem dabei ist wohl dass diese Leute durch zuviel Grübeln auf dumme Gedanken kommen."
Nur weil Sie die Gedanken nicht nachvollziehen können, heißt das nicht, daß diese Gedanken dumm sind. Sie nehmen eine Wertung vor. Wer ist dümmer, derjenige der sich einem Hamsterrad entzieht, nicht mehr gehorchen will und anfängt Nein zu sagen, mit allen Konsequenzen oder derjenige, der mit seinem Lauf das Hamsterrad in Gang hält, sich alles gefallen läßt, nur um fröhlich konsumieren zu können und mit seinem Ertrag langfristig den eigenen Untergang finanziert und eventuell vorhandene Nachkommen dem Schicksal überläßt Minderheit im Land der Vorfahren zu werden?

heinrichbrueck

21. August 2026 15:01

Nachkriegspolitik: Was passiert, wenn die Fäden gekappt wurden? Die politische Richtung ist offen. 

Le Chasseur

21. August 2026 15:24

@Artabanus"War ein gewisser Herr A.H. gebürtig aus Braunau am Inn nicht auch ein NEET? Das größte Problem dabei ist wohl dass diese Leute durch zuviel Grübeln auf dumme Gedanken kommen."
Auf die dummen Gedanken kam Herr H. aus B. während seiner Zeit an der Front, und danach im revolutionären München, wo er weiter bei der Reichswehr angestellt war. Hätte Herr H. übrigens eine Karriere als Künstler gemacht, würde man ihn einen Autodidakten nennen, denn seine Zeit in Wien nutzte er bekanntlich zur Lektüre und für Museumsbesuche. Ich bin sicher, so mancher Wiener Student der damaligen Zeit, der am Ende sein ordentliches staatliches Diplom erhielt, verbrachte weit weniger Zeit in der Bibliothek und machte stattdessen "Party".

Majestyk

21. August 2026 15:26

@ Monika:
"Das Coronaregime ist auch keine Entschuldigung."
Stimmt. Aber für viele ein Auslöser zu hinterfragen, was mit diesem Land und seinem Volk nicht stimmt. Mal abgesehen davon, daß Existenzgrundlagen vernichtet wurden und niemand dies vergeben muß. Ich würde keinem Mann folgen oder vertrauen, der mitmachte. Nicht mitgemacht zu haben ist zumindest ein Indiz für Resilienz. Jeder der sich selber zum Versuchskaninchen machte, hat bewiesen, nicht zu Ungehorsam bei Unrecht fähig zu sein. Grenzöffnung und Corona waren deutlich sichtbare Wendepunkte. Daran war nichts mehr theoretisch, wie bei Gesetzesänderungen, sondern es war greifbar und für jeden sichtbar und erlebbar. Wer jetzt immer noch nicht kritisch geworden ist, wird es in diesem Leben auch nicht mehr. 

Majestyk

21. August 2026 15:51

@ Freier:
"Frauen- und Ausländerquoten sperren Arbeitsplätze und Karrieren mit hoher gesellschaftlicher Anerkennung"
Gilt nicht nur für Laufbahnen im öffentlichen Dienst, wobei es da natürlich auch Irrsinn mit Methode ist. 
Als bei meinem damaligen Arbeitgeber Abteilungen geschlossen bzw. Arbeitsplätze ausgelagert wurden, habe ich mal den Sprung gewagt was ganz anderes zu machen. Hatte ziemlich viel Geld auf der hohen Kante. Konnte mir ein Praktikum bei einem Radiosender leisten, war auch eine Zeit lang freier Reporter. Eckte aber spätestens an, als wahrheitsgemäß eine Umfrage von mir auf Sendung ging, ob der lokale Fußballzweitligist von der Kommune gerettet werden soll oder nicht. Ich beschrieb das hier schon einmal. Damit war meine Chance auf ein Volontariat vertan. Beim regionalen Konkurrenzsender hatte bei der Bewerbung ein Kandidat die Nase vorn, der Neffe eines Mitgliedes der Veranstaltergemeinschaft war. Bewerbungen außerhalb scheiterten. Mir fehlte ein Uni-Abschluß oder alternativ langjährige Erfahrung. Damals überlegte ich ein Volontariat an der Hörfunkakademie zu machen. Ich hätte mir das selber finanzieren können, brauchte aber eine Förderungszusage. Dafür gab es auch einen Fördertopf, der galt aber nur für Behinderte (was ich OK finde), Frauen, Migranten und ehemalige Straftäter. Glaubt man nur, wenn man es erlebt hat. 

Majestyk

21. August 2026 16:37

@ Laurenz:
Mich stören weder Ihre abweichenden Ansichten, noch verbale Boxhiebe. Habe kein Glaskinn. Mit mir kann man sich übrigens auch über den Apparatschik Maaßen fetzen.
Ich verstehe nur zwei Dinge nicht. Erstens sind wir uns anscheinend einig, daß Feudalismus und Adelsherrschaft links waren. Ihr Vergleich mit der DDR paßt wie Faust aufs Auge. Man ersetze Adel und hohen Klerus durch Parteibuch und ideologischer Treue. Im Mittelalter gab es doch auch Glaubenszwang. Wieso ist jener nicht als Problem zu betrachten? 
Zweitens. Sie schreiben, man solle sich von staatlichen Zwängen frei machen, dem Linksstaat möglichst entfliehen. Warum ist es falsch darüber nachzudenken, wie man staatliche Kollektivierungszwänge grundsätzlich verhindern kann. Wenn der Fehler im System liegt, warum dieses nicht ändern? 

Majestyk

21. August 2026 17:06

Ich finde viele der Bilder, die Herr A.H. gemalt hat ansprechend. Ich finde auch nicht alle Fragen dumm, die sich Herr A.H. gestellt hat. Das Problem waren die Antworten und Lösungsvorschläge. Zumindest hatte der Meldegänger A.H. Mumm. Den kann ihm niemand absprechen, nicht einmal den Wunsch etwas für seine Nation zu tun. Das alles ist aber Schnee von gestern. Ich denke, es ist offensichtlich, daß Deutschland und sein Volk zwei Weltkriege überstehen konnten, jetzt aber vor ihrer größten Existenzkrise stehen.
Wäre A.H. als Künstler erfolgreich gewesen, der Welt wäre sicher einiges erspart geblieben. Dem wäre aber auch so, wenn der Operettenkaiser nicht unbedingt hätte Imperator spielen müssen, um es der englischen Verwandtschaft zu zeigen. Die New-York Daily Tribune hätte Karl Marx ebenfalls besser einen festen Job anbieten und als Redakteur nach New York holen sollen. Hinterher ist man immer klüger oder auch nicht. 
Ich finde, Länder sollten nicht andere Länder dominieren wollen, sondern lieber innerlich wachsen. Gilt natürlich nicht nur für Deutschland. Imperien und Armeen, die mehr können, als Landesverteidigung sind Mist. Kriege und Kriegsmaschinerien vernichten Geld, welches dem Bürger zusteht und verteilen von unten nach oben. Was bringt mir selbst ein gewonnener Krieg ein? Ich trage die Kosten mit, bekomme aber nie etwas von der Beute. 

Laurenz

21. August 2026 18:05

Frage: Warum lesen Monika & Mboko Lumumbe beim jungen (neuen) Teilnehmer "Eisbrecher" & der Rest "Eisberg"? Bekommen die SiN-Leser unterschiedliche Seiten zu lesen?

RMH

21. August 2026 20:09

@Laurenz @Eisbär :)
entweder Freud oder eine Autovervollständigung ist am Werk ;)
 

RMH

21. August 2026 20:22

"Das erzähle ich so oft ich will und man mich läßt."
@Majestyk, was besonders leicht von der Hand geht, wenn man unbedarft und kaum theoretisches und vor allem keinerlei praktische Kenntnisse von der Materie hat, denn nur so kann man u.a. auf die Idee kommen, so etwas zu behaupten:
"sondern auch die Jurisprudenz mit all Ihrer Macht."
Die Jurisprudenz selber hat keine Macht (und Anwälte bspw. schon mal gleich gar keine), Juristen selber können aber Werkzeuge der Macht sein. Selbst "Richterrecht" geht nicht allein auf die Personen in den Gerichten zurück, sondern auf das, was von anderen Kreisen quasi "erwartet" wird. Lesen Sie mal bei H.St.Chamberlain, Grundlagen des 19.Jhdts, ich denke, es war das Kapitel zum römischen Recht. Dort erfahren sie in verständlichen Worten auch, dass Jurisprudenz keine echte Wissenschaft ist, sondern Technik. Wenn Sie Juristen also Machtgebrauch vorwerfen, dann können Sie Ingenieuren die Beachtung von DIN-Normen und Handwerkern am Bau die Ausführung von Wärmedämmung nach Bauvorschrift vorwerfen.
Das Entscheidende, die Macht liegt also woanders. An wem oder was arbeiten Sie sich also ab?

Majestyk

22. August 2026 00:35

@ RMH:
"Die Jurisprudenz selber hat keine Macht"
Ich habe Kirchmann gelesen bzw. gehört. Dass Jurisprudenz keine Wissenschaft isein kann, kann man sich leicht erschließen, dem stimme ich zu, gilt auch für eine Reihe anderer Disziplinen. Die Judikative hat keine physische Macht und ist zur Vollstreckung des Rechts auf die Exekutive angewiesen. Trotzdem hat sie eine autoritative Macht. Warum sind die Parteien wohl scharf darauf, eigene Leute beim Bundesverfassungsgericht unterzubringen? Doch wohl, weil sich dadurch politische Entscheidungen lenken lassen. Das Bundesverfassungsgericht kann dem Gesetzgeber Grenzen aufzeigen, Gesetze für nichtig erklären, politische Akteure für verfassungswidrig erklären, wovor speziell Sie doch immer warnen. Was ist das denn sonst, wenn nicht Macht?

anatol broder

22. August 2026 03:57

@ rmh, majestyk
warum ihr euch offensichtlich unbedarft an hanf abarbeitet, könntet ihr beiden bei gelegenheit auch mal klären.

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