Dufte Politik

von Wiggo Mann -- Pecunia non olet, aber Politik schon. Könnte man die aktuellen Regierungs-Darsteller und ihre klebrigen Hinterzimmer-Spielchen riechen, wäre Politik in Deutschland vermutlich ein muffiges Erlebnis. Irgendwo zwischen Adrenalin-verstärktem Streßschweiß, Axe Bodyspray und Douglas-„Bestseller“?

Kein Wun­der also, daß unser Kar­tell hys­te­risch reagiert, sobald einer das Fens­ter auf­reißt, und meta­pho­risch möch­te, daß Poli­tik nicht mehr zum Him­mel stinkt.

Einer wie Ulrich Sieg­mund; einer, der Zeit­schrif­ten­ti­tel signiert, die ihn optisch zur Fahn­dung aus­schrei­ben; einer, des­sen aktu­el­les Inter­view auf dem You­Tube-Kanal „Ben ungeskrip­tet“ inner­halb von 3 Tagen 3,5 Mil­lio­nen Auf­ru­fe hat. Wären es „Uni­que Visi­tors Ü18“, dann ent­sprä­che es unge­fähr 6% aller Wahl­be­rech­tig­ten in Deutsch­land. Zum Ver­gleich: Die ZDF-Nach­rich­ten­sen­dung „heu­te“ sehen der­zeit im Schnitt noch etwas über 200.000 Men­schen in der Alters­ko­hor­te 14 bis 49.

Sieg­mund hört man offen­bar ger­ne zu. Er hat Ener­gie und wirkt fröh­lich. Das zieht sich durch sein Leben. Schon 2014 begeis­ter­te er sich unter dem Fir­men­na­men „Ber­lin duf­tet“ für Duft­mar­ke­ting. Da war er gera­de mal 24 Jah­re alt.

Olfak­to­ri­sches Mar­ke­ting klingt für rea­li­täts­fer­ne Gut­men­schen lächer­lich – nach Ver­kauf von Duft­bäum­chen für mus­li­mi­sche AMG-Rück­spie­gel. Aber Sieg­mund und sein Geschäfts­part­ner hat­ten vor einer Deka­de wohl erkannt, wel­che glo­ba­len Erfol­ge im Bereich des pro­fes­sio­nel­len Duft­mar­ke­tings ver­bucht werden.

„Smell-O-Visi­on“ hieß in den Sech­zi­gern mal eine Idee, Gerü­che eines Films über die Kli­ma­an­la­ge ins Kino zu bla­sen. Der Film „Poly­es­ter“ des selbst­er­nann­ten Bad-Tas­te-Regis­seurs John Waters ver­such­te es in den Acht­zi­gern mit Rub­bel­kar­ten zum Mit­schnüf­feln. Die Pro­fes­sio­na­li­sie­rung im Geruchs-Mar­ke­ting erfolg­te vor über 30 Jah­ren durch das Unter­neh­men Scen­tA­ir, einer Dis­ney-Abspal­tung, die mit dem Ein­satz von Düf­ten für noch inten­si­ve­re Erleb­nis­se in den belieb­ten Spaß-Parks des Kon­zerns sor­gen sollte.

Wahr­schein­lich sind wir alle schon durch mar­ke­ting-basier­te Raum­be­duf­tung gelau­fen, ohne es uns bewußt zu machen. Allei­ne Markt­füh­rer Scen­tA­ir ist heu­te in 119 Län­dern aktiv und erzielt einen Umsatz von weit über 100 Mil­lio­nen Dol­lar. Ein gutes Vor­bild für einen Groß- und Außen­han­dels­kauf­mann aus Tan­ger­mün­de, der Lust hat­te, als Net­to­steu­er­zah­ler eigen­ver­ant­wort­lich etwas zu bewegen.

Unter der Schlag­zei­le „Es liegt was in der Luft“ berich­te­te die Ber­li­ner Mor­gen­post 2014 über den „Jung­un­ter­neh­mer“ Ulrich Sieg­mund und schil­der­te begeis­tert die unbe­wuß­ten Effek­te von Düf­ten im Verkauf:

Neu­ro­mar­ke­ting heißt das, wenn der Kon­su­ment auf die viel­leicht sub­tils­te Art und Wei­se beein­flußt wer­den soll. Denn kaum etwas ist so prä­gend wie ein Geruch. Er kann die­sel­ben Gehirn­re­gio­nen akti­vie­ren wie der Anblick einer Ware oder eines Produktlogos.

Das war noch unter­trie­ben. Geruch ist die unbe­wuß­tes­te aller Sin­nes­wahr­neh­mun­gen. Wird sofort im Riech­kol­ben (ja, der heißt wirk­lich so) und im pri­mä­ren Cor­tex emo­tio­nal ver­ar­bei­tet und direkt an die Erin­ne­rungs-Biblio­thek des Hip­po­cam­pus durchgereicht.

Zwi­schen die­sem Moment und der bewuß­ten Dechif­frie­rung im orbi­t­o­fron­ta­len Cor­tex lie­gen oft 500 ms, bei kom­ple­xen Rei­zen sogar mehr als eine Sekun­de. Hier läßt sich die Idee des Neu­ro-Psy­cho­lo­gen Dani­el Kah­ne­man (Thin­king, fast and slow) ganz real ver­mes­sen. Zwei Sys­te­me. Wir reagie­ren, bevor wir kapieren.

Im Ver­gleich zu Gen­der Stu­dies also ein inter­es­san­tes und fak­ten-basier­tes The­ma, mit dem sich der jun­ge Ulrich Sieg­mund beschäf­tig­te. Hät­te die Ber­li­ner Mor­gen­post geahnt, wen sie damals inter­view­te, wäre der Arti­kel über das neue Unter­neh­men „Ber­lin duf­tet“ wohl nie ver­öf­fent­licht wor­den. Die oppo­si­ti­ons­feind­li­che Zei­tung der Fun­ke-Medi­en­grup­pe erklär­te noch vor ein paar Wochen ihren Lesern, die AfD sei zwar erfolg­reichs­te Par­tei, aber lei­der „nicht demokratisch“.

In der Bericht­erstat­tung von 2014 über Sieg­munds unter­neh­me­ri­sche Ambi­tio­nen war davon natür­lich noch nichts zu spü­ren. Man begeis­ter­te sich an sei­nen Ideen für den öffent­li­chen Nah­ver­kehr der Hauptstadt.

Für S‑Bahn und Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be (BVG) hat Sieg­mund einen „ent­span­nen­den“ Duft im Sinn, viel­leicht eine eige­ne Krea­ti­on, viel­leicht auch Laven­del. (…) „In New York wer­den beson­ders die stark fre­quen­tier­ten Bahn­sta­tio­nen dezent mit Vanil­le beduf­tet“, sagt Sieg­mund. „Das senkt Aggres­sio­nen und schränkt die Aus­wir­kun­gen von Van­da­lis­mus ein. Auch bei Ver­spä­tun­gen reagie­ren die Men­schen mess­bar gelassener.

Wäre ja ange­bracht bei der BVG. Jour­na­lis­tisch enga­giert befrag­te die Ber­li­ner Mor­gen­post dazu eine Reprä­sen­tan­tin des Staats­be­triebs, „Ber­lins pro­fi­lier­tes­te Pres­se­spre­che­rin“ Petra Reetz, und erhielt erwart­bar fol­gen­de Auskunft:

Ich kann mir das nicht vor­stel­len. Nicht alle Fahr­gäs­te mögen die­sel­ben Düf­te“, sagt BVG-Spre­che­rin Petra Reetz. Einen U‑Bahnhof von „Ber­lin Duf­tet“ aus­stat­ten zu las­sen, wür­de neben den ein­ma­li­gen Anschaf­fungs­kos­ten des Geräts eine drei­stel­li­ge Sum­me pro Quar­tal bedeu­ten, je nach Bahnhofsgröße.

Rich­tig gele­sen. Es ging der bit­te­ren Frau Reetz gar nicht um Neu­gier und Inno­va­tions-Dis­kus­si­on im ÖPNV-Moloch der Haupt­stadt. Der lan­des­ei­ge­ne Betrieb ver­zeich­ne­te zum Zeit­punkt des Inter­views in sei­nem Zustän­dig­keits­be­reich laut Poli­zei­li­cher Kri­mi­nal­sta­tis­tik rund 10.000 Straf­ta­ten pro Jahr inklu­si­ve 2.300 Fäl­len von Kör­per­ver­let­zung – aber ein moder­ner Ver­such unbe­wuß­ter Aggres­si­ons-Dämp­fung darf noch nicht ein­mal getes­tet wer­den, weil eine drei­stel­li­ge Sum­me pro Quar­tal und Test-Bahn­hof unmög­lich ist. CSD-Truck ja, Pro­dukt­ver­bes­se­rung nein.

Die Ver­wei­ge­rung der PR-Frau war dann selbst der regie­rungs­kon­for­men Ber­li­ner Mor­gen­post ein biß­chen zu doof:

Mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit wird es an Ber­lins Bahn­hö­fen also wei­ter so rie­chen wie bis­her. Nach Döner, Ziga­ret­ten, Urin.

Unge­fähr zu die­ser Zeit fand Sieg­mund neben der beruf­li­chen Tätig­keit auch noch Zeit, ein selbst­fi­nan­zier­tes Stu­di­um zu absol­vie­ren und sich für die AfD zu enga­gie­ren. Ein Jahr spä­ter war er bereits Vor­stands­mit­glied eines Kreis­ver­bands. Wer jemals in sei­nem Leben ein Start­Up hoch­ge­zo­gen hat, weiß, was Mehr­fach­be­las­tung bei gleich­zei­ti­ger Exis­tenz­si­che­rung bedeu­tet. Wie gesagt: Der Mann hat Energie.

Ulrich Sieg­mund könn­te man, aus dem Augen­win­kel betrach­tet, als leicht­ge­wich­ti­gen Sun­ny­boy unter­schät­zen. Aber was er macht, macht er bis­lang ziel­ge­rich­tet. Ein biß­chen wie Duft­mar­ke­ting: Es fällt schwer, sich sei­ner posi­ti­ven Wir­kung zu entziehen.

Das haben sei­ne poli­ti­schen Geg­ner zu spät ver­stan­den. In Zusam­men­ar­beit mit der „vier­ten Gewalt“ des Rechts­staa­tes und deren ange­schlos­se­nen Social-Media-Accounts inter­es­sie­ren sie sich nicht für Wir­kung, son­dern eher für irgend­ei­nen Diplom­zet­tel. Was zur Fra­ge führt, ob aka­de­mi­sche Bil­dung für einen Poli­ti­ker über­haupt wich­tig ist?

Gegen­pro­be: Wir haben einen Voll­ju­ris­ten als Kanz­ler. Mit anschlie­ßen­der Tätig­keit in den Schwer­punk­ten Cor­po­ra­te Finan­ce und M&A, also den anspruchs­volls­ten und pres­ti­ge­träch­tigs­ten Dis­zi­pli­nen der Juris­te­rei. Da geht’s unter ande­rem um tie­fe Kennt­nis­se in Steu­er­recht und Ver­trags­ge­stal­tung bei hohen Trans­ak­ti­ons­vo­lu­mi­na und teils mas­si­vem Zeit­druck. Am Ende hast Du in die­sem Anwalts-Job ent­we­der Tin­ni­tus oder eine Vil­la in der Tos­ka­na. Oder beides.

Fried­rich Merz hat bei­des nicht. Immer­hin war er aber mehr als vier Jah­re lang Auf­sichts­rat von Black­Rock Asset Manage­ment Deutsch­land, der regio­na­len Toch­ter des welt­weit größ­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ters. Er beriet den Vor­stand bei stra­te­gi­schen Ent­schei­dun­gen und kon­trol­lier­te die Unternehmensführung.

Black­Rock ver­wal­tet glo­ba­le Assets von 15 Bil­lio­nen US-Dol­lar. Bil­lio­nen mit B. Das beruf­li­che Umfeld des Kanz­lers war also eine Orga­ni­sa­ti­on mit Finanz-Manage­ment in einer Grö­ßen­ord­nung, die dem 15-fachen der jähr­li­chen Steu­er­ein­nah­men des deut­schen Staa­tes ent­spricht. Kein schlech­tes Argu­ment in einem Bewer­bungs­ge­spräch für den Kanzler-Job?

Das beein­druck­te im Dezem­ber 2021 auch die CDU. Der schlan­ke, wort­ge­wand­te Red­ner mit dem ele­gan­ten Dimp­le im Kra­wat­ten­kno­ten kann sich läs­sig gegen einen Berufs­po­li­ti­ker wie Rött­gen und einen dick­li­chen Assis­tenz­arzt namens Braun durch­set­zen. „Dies­mal führ­te kein Weg mehr an ihm vor­bei“ schrieb die Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung. Das fand auch die Gene­ra­ti­on Boo­mer und wähl­te ihn zum Insol­venz­ver­wal­ter der Republik.

Mitt­ler­wei­le weiß man, daß die Ver­läß­lich­keit von Aus­sa­gen des Herrn Merz vor­sich­tig behan­delt wer­den soll­ten – ähn­lich übri­gens wie die Aus­sa­gen jedes hek­ti­schen Top-Mana­gers auf der Jagd von Quar­tals­be­richt zu Quartalsbericht.

Wenn man Herrn Merz nicht puren Nar­ziss­mus oder eine sinist­re und fern­ge­lenk­te Moti­va­ti­on unter­stel­len möch­te, dann muß man ihm trotz sei­ner Vita mitt­ler­wei­le den wirt­schaft­li­chen Sach­ver­stand abspre­chen. Und zwar selbst dann, wenn man wohl­wol­lend berück­sich­tigt, dass mit Lars Kling­beil ein ver­knif­fe­ner Obstru­ist im Kabi­nett sitzt, wel­cher in jun­gen Jah­ren direkt vom Sozio­lo­gie-Stu­di­um ins Wahl­kreis­bü­ro von Schrö­ders Wahl­kampf-Mana­ger Wie­se wech­sel­te. Spä­te Sozi-Rache aus Han­no­ver gegen den Wirt­schafts­an­walt Merz?

Diplom, oder nicht. Ent­schei­dend sind bei einem Poli­ti­ker Inte­gri­tät und der unbe­ding­te Wil­le, die Auf­ga­ben so zu lösen, wie man es ver­spro­chen hat. Die Mischung aus ver­meint­li­cher Kom­ple­xi­tät und Koali­ti­ons­frust ist in der aktu­el­len deut­schen Situa­ti­on als Aus­re­de nicht mehr zulässig.

Wer dem kor­rup­ten Sys­tem zukünf­tig den Neu­start auf­zwingt, ist völ­lig zweit­ran­gig. Das kann ein Maler­meis­ter sein, oder ein ange­hen­der Pries­ter und wei­ser Pro­fes­sor, wie sei­ner­zeit Sala­zar bei den Por­tu­gie­sen. Mei­net­we­gen kann es auch jemand sein, der sei­ne Erwerbs­bio­gra­phie als Küchen­hil­fe ehren­wert in har­ten Arbeits­be­din­gun­gen star­te­te und immer­hin eige­nes Geld verdiente.

Frau Göring-Eckardt ist nicht des­halb eine ver­ach­tens­wer­te Per­son, weil sie vor vie­len Jah­ren Zwie­beln geschnit­ten und Tel­ler gewa­schen hat. Sie ist als Volks­ver­tre­te­rin inak­zep­ta­bel, weil sie Intel­lekt durch Ideo­lo­gie ersetzt, wenn die Stell­ver­tre­te­rin des zweit­höchs­ten Staats­am­tes Sät­ze sagt wie:

Wir krie­gen jetzt plötz­lich Men­schen geschenkt.

und

Die Ein­wan­de­rer bezah­len die Ren­te der­je­ni­gen, die in Dres­den auf die Stra­ße gehen und gegen Asyl­be­wer­ber und Ein­wan­de­rer demonstrieren.

Das war kein Ver­se­hen. Auf Nach­fra­ge der Pres­se bestä­tig­te Frau Göring-Eckardt, sie sei zwar schnell in ihren Urtei­len, aber „nie leicht­sin­nig“. Das darf man bestä­ti­gen. Ihr Auf­tre­ten ist nicht leicht­sin­nig, son­dern schlicht­weg dumm.

Dumm­heit und Inkom­pe­tenz ist kein zwin­gen­des Ergeb­nis einer Vita mit schma­ler Aus­bil­dung oder feh­len­dem Diplom. Es ist öfter eine cha­rak­ter­li­che Schwäche.

Das umge­kehr­te Erleb­nis ist in erstaun­lich vie­len Fäl­len die Stär­ke der AfD. Wer jemals Gele­gen­heit hat­te, Men­schen wie Ulrich Sieg­mund live zu erle­ben, ein per­sön­li­ches Gespräch mit Tino Chrup­al­la oder Björn Höcke abseits einer Red­ner­büh­ne zu füh­ren, oder den Aus­füh­run­gen von Hans-Chris­toph Berndt zuzu­hö­ren und dabei deren Auf­merk­sam­keit, Ruhe und tra­gen­de fami­liä­re Bin­dung zu erle­ben, der weiß, war­um sich der Tie­fe Staat zurecht um die Bestands­ga­ran­tie sei­nes Estab­lish­ments sor­gen sollte.

Viel­leicht ist Arro­ganz gegen­über dem AfD-Kader das letz­te ver­häng­nis­vol­le Leit­mo­tiv der BRD-Prot­ago­nis­ten. Die Mann­schaft an der Spit­ze von Deutsch­lands größ­ter Par­tei wird oft belä­chelt und igno­riert. So lan­ge, bis das Kar­tell vor Wahl­ter­mi­nen fest­stellt, daß ein erhoff­tes „Licht am Ende des Tun­nels“ die Schein­wer­fer des jewei­li­gen AfD-Kan­di­da­ten sind, der ihnen ent­ge­gen kommt.

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Kommentare (37)

Le Chasseur

19. August 2026 13:04

Am Nürnberger Hauptbahnhof riecht's nach menschlichen Ausscheidungen. Das löst Aggressionen aus und führt dazu, dass man sich bei Verspätungen noch mehr aufregt. :-)

gluecklichetage

19. August 2026 13:17

Es gibt ein literarisches vorbild für "Duft(e)-Politik" und "Duftmarketing", das in diesem zusammenhang erwähnt zu werden verdient: der "Klimator" genannte apparat aus Ernst Jüngers roman "Eumeswil" (1977). Sein erzähler, der "Anarch" Martin "Manuel" Venator bedient ihn, um raumatmosphäre, belüftung und duftberieselung in der nachtbar der "Casbah", dem herrschafts-sitz des "Condors", zu regulieren und auf diesem weg launen und stimmungen der anwesenden gäste - überwiegend mächtige männer und politische entscheidungsträger - zu manipulieren. Duch zufuhr von sauerstoff und ozon, wärme und feuchtigkeit spielt er gleichsam auf den registern der aromen. Wenn die debatten hitzig werden, kühlt er den raum; wenn müdigkeit eintritt, führt er frische zu. Die anwesenden merken es nicht; sie glauben, es seien ihre eigenen geistesblitze oder ihre natürliche ermüdung. Ich möchte Ulrich Siegmund nicht unredlichkeit unterstellen - er ist mir mit abstand sympathischer als sämtliche kartell-vasallen, aber natürlich verdankt sich die wahrnehmung seiner person auch ein gut stück der ausnehmend klugen marketing-strategie, die ihn (und mit der er sich) präsentiert. Daß ihm seine erfahrung im "Duftmanagement" dabei zugutekommt, wird in dem beitrag sehr deutlich. 

Laurenz

19. August 2026 13:46

Somit der beste WM-Artikel, den ich bisher las. Satz für Satz ein Treffer, konkludent abgespult. Die Funke-Mediengruppe als informelles Staatsorgan, schießt sich selbst ins Knie. Wenn das Märchenmagazin Relotius Herrn Siegmund als gefährlichsten Mann Deutschlands klassifiziert, obwohl Er kein Straftäter ist & keine Soldaten in den Tod schickte, dann war diese Auflage für das Märchenmagazin ein Bomben-Geschäft mit einem nichtssagenden, nichts belegendem Artikel, quasi heiße Luft zu Geld gemacht, aber aus journalistisher Sicht ist das wieder ein Offenbarungseid. Das Siegmund-Team hat einen kleinen PR-Fehler gemacht. Man sollte das Spiegel-Cover als Wahlwerbung weiß oder AfD-blau unterschrieben verbreiten. Daß Siegmund Talent besitzt, mit Pop-Stern-Aura auf Frauen wirkt, ist natürlich ein Glücksfall für die AfD. Das konnte ich zumindest Achim Winter entnehmen, der mit Seiner Frau nach Magdeburg zum Siegmund-Interview reiste & feststellen mußte, daß Sich Seine Frau, Mutter von 4 Kindern, in Siegmund verliebt hätte. Die Knie-Schüsse des politischen Gegners verbreiten sich inflationär. https://www.youtube.com/shorts/gikvKqerlo8?feature=share https://www.youtube.com/shorts/EEfVLCLWhjg?feature=share Ich frage mich nur, was die AfD an den Relotius für diesen Steckbrief gezahlt hat? Oder man muß davon ausgehen, der Relotius ist pro AfD.

Ein gebuertiger Hesse

19. August 2026 14:14

Es geht nichts über den Geruch von angebranntem Gummi in den Pariser Metro-Stationen. In Ffm gibt es was Ähnliches, etwa an der Hauptwache. Dort runtergehen zur U-, nicht zur S-Bahn. DAS ist "Branding" - du vergißt ne Stadt, einmal auf diese Weise unfreiwillig wahrgenommen, nimmermehr. Wobei es dort nicht überall gleich riecht, in der U-Konstablerwache, anderes Ende der Zeil, mieft es einfach. 

Ekstroem

19. August 2026 14:24

Hier der Netzverweis zum passenden "Sommerhit für Sachsen-Anhalt":https://www.youtube.com/watch?v=J6jH6wZelvU&list=RDJ6jH6wZelvU&start_radio=1

Ekstroem

19. August 2026 14:28

Und noch ein Sommer-Hit: https://www.youtube.com/watch?v=-5KUSSNPziI&list=RDJ6jH6wZelvU&index=3

Beta Jas

19. August 2026 14:36

Ich hoffe, dass sich in der AfD die Ulrich Siegmunds vermehren werden, damit nicht mehr das Bild des "dummen Rechten" gezeichnet werden kann. Dafür wird die andere Seite immer mehr zu dem.
Dass er mit Verkaufsförderung mithilfe von Düften Geld gemacht hat, ist skurril, aber mehr, als die meisten anderen gemacht haben, die in den Landtagen für SPD, CDU usw. sitzen – andererseits aber auch weniger als das, was Menschen machen, die das Land am Laufen halten und mit ihrer Arbeit unseren Kühlschrank füllen.
Dass Frau Göring-Eckardt das bringt, ist entlarvend. Es stimmt ja irgendwie: Die Deutschen, die nichts anderes im Kopf haben als die Rente, haben ein Problem – woher soll sie umgelegt werden? Wenn ich weiter schreibe, wird's sehr frauenfeindlich, also gegenüber bestimmten Frauen, nicht gegenüber denen, die neuerdings (seit 2015) mit Männern kommen und Zukunft besitzen, Kinder.

Dietrichs Bern

19. August 2026 14:49

Mit der Autogramm-Aktion auf dem Spiegel-Cover zeigt Ulrich Siegmund, warum der Wähler in mag. Ansonsten profitiert er, wie die ganze Partei von einem ins Groteske abgleitenden Staat, der auf wirtschaftlichen Niedergang, Energiekatastrophe, Erosion der sozial-Systeme und Preisgabe der öffentlichen Sicherheit mit ekligen, steuergeld verprassenden Leitern sog. "Volksbühnen" und Pädophilen in Kochsendungen kontert. Wer da den Status quo wählt, hat mentale Probleme.

Monika

19. August 2026 15:03

"Entscheidend sind bei einem Politiker Integrität und der unbedingte Wille, die Aufgaben so zu lösen, wie man es versprochen hat." So ist es! Václav Havel spricht von dieser Art Politik als "antipolitischer Politik" : "Für eine Politik nicht als Technologie und Manipulation der Macht oder als Kunst des Zweckmäßigen, Praktischen und der Intrige, sondern für eine Politik als praktizierte Sittlichkeit, als Dienst an der Wahrheit, als wesenhaft menschliche und nach menschlichen Maßstäben sich richtende Sorge um den Nächsten." (Havel in "Politik u. Gewissen.") Ulrich Siegmund strahlt das aus, ob er damit in der Machtpolitik bestehen kann, wird sich zeigen. Auch das Volk lechzt nach diesem Typ Politiker. Erstaunt hat mich bei einem AfD-Dorffest, daß ein Landtagsabgeordneter aus Mainz am nächsten Tag noch mal angereist kam, um die Toiletten u. den Festplatz zu reinigen, ohne Tamtam, ganz selbstverständlich. Nun, es gibt jetzt auch einen patriotischen Duft mit dem Namen " Treulich", daneben Eichenlaub. Ich kann nur hoffen, er riecht nicht greulich.

Monika

19. August 2026 15:06

Der passende Duft zum integren Politiker : TREULICH . 😵‍💫🇩🇪😀
https://jungefreiheit.de/kultur/2026/wenn-auf-dem-parfuem-das-eichenlaub-prangt/

RMH

19. August 2026 15:27

"sondern eher für irgendeinen Diplomzettel. Was zur Frage führt, ob akademische Bildung für einen Politiker überhaupt wichtig ist?"
Akad. Bildung ist nie verkehrt & die mittlerweile landläufig gewordene Verächtlichmachung des Intellektuellen & der Akd. überspannt so langsam den Bogen, nur hat das, was man in einem Lebensl. angibt, eben auch richtig zu sein, völlig unabhängig davon, ob da ein akad. Abschl oder ein anderer genannt wird. & so hatte ich den Vorstoß in Sachen Siegmund auch verstanden: Es ging nicht darum, dass er "nur" einen Bachelor hat, es wurde eher gefragt, ob das ein echter akad. Titel ist oder was aus dem großen Markt der Abschlussmühlen, was dann die Fernhochschule klar widerlegt hat. Als Schritt 2 wollte man sicher dann die Arbeit nach Plagiaten durchforsten. Wer keine solche Arbeiten hat, kann hier ggf. sogar einen Vorteil haben. Kennt man alles auch von anderen Politikern anderer Parteien (Bärbock z.B.) & da muss grds auch jeder AfD-Politiker durch & daher ist jedem, der in die Öffentlichkeit geht, zu raten: Blas dich nicht künstlich auf, schmück Dich nur mit deinen eigenen Federn, sei hier eher übervorsichtig als großspurig. Ansonsten spielt die Ausbildung in der Politik doch nur eine Nebenrolle. Es geht um Ehrlichkeit & Glaubwürdigkeit. Bei der AfD können das sowohl der Handwerksmeister also auch eine eher aus dem akad. Bereich stammende Vorsitzende, deren Dissertation vermutlich schon x-fach durch die Plagiatssoftware gejagt wurde, gut verkörpern.

Majestyk

19. August 2026 15:40

Siegmund kommt bei den Leuten an, weil er ihre Sprache spricht. Er gibt sich nicht volksnah, er ist bodenständig. Das wirkt nicht gespielt, wie bei vielen anderen Politikern, auch aus den eigenen Reihen. Siegmund fehlt die kühle Arroganz einer Weidel, die aufgeblasener Max Attitüde vom selbigen. Er marschiert verbal nicht in Springerstiefeln, wie nun leider doch so manche AfDler und spricht auch kein schwülstiges Walhalladeutsch. Gleichzeitig hat Siegmund eine positive Ausstrahlung mit Blick nach vorn, kein Gejammer über gestern. Siegmund wirkt wie ein Mann, mit dem ich ein Bier trinken würde, kann ich von AfDlern in meiner Region leider nicht durchgehend behauten. Das ist eine sehr seltene Gabe, es bleibt zu wünschen, daß er sich dies erhalten kann, wenn der Wind ihn nach oben trägt.. Die AfD wird solche Leute brauchen. Polarisieren soll man sich vom politischen Gegner, nicht von den einfachen Menschen im Land. 
Apropos Merz. Irgendwie tun immer alle so, als wären Merz, Merkel, Baerbock, Göring-Ekhardt von der Leyen, Fischer, Habeck, Lauterbach, Ramelow, Söder und wie sie alle heißen irgendwas Fremdes. Dabei sind diese Leute urtypisch deutsch, im Denken und Wirken. Selbst Özdemir ist von seinen Denkstrukturen her deutscher als ich. Schwabe durch und durch. Ich bin Rheinländer und wurde bei der Geburt falsch zugestellt. 

Ein gebuertiger Hesse

19. August 2026 15:45

@Monika
Der passende Duft zum integren Politiker : TREULICH .    https://jungefreiheit.de/kultur/2026/wenn-auf-dem-parfuem-das-eichenlaub-prangt/
Ich verstehe, was Sie meinen, aber haben Sie das Zeug denn gerochen? Ich auch nicht, aber vorhin ging mal wieder ein Typ an mir vorbei, dem ich einfach "Tabac!" zurief. Und er dreht sich um, lächelt und nickt. Mann hat in unserem Land keinen treffenderen Geruch als diesen drauf. Alles andere ist, noch, alles andere.
 

Zauberer von Oz

19. August 2026 15:51

Ich habe gerade "Das Revier um 1900" von Jules Huret gelesen. Der Franzose bereiste 1906 Deutschland und schrieb eine Art Tagebuch über die Menschen und die jeweiligen Orte. Die Bahnhöfe waren z.B. alle sehr sauber...es gab ein anderes und lebenswertes Deutschland...sehr lesenswert!

Le Chasseur

19. August 2026 16:44

Auf ebay wird die SPIEGEL-Ausgabe mit den Siegmund-Cover schon mit deutlichem Aufpreis angeboten. 

Majestyk

20. August 2026 10:28

Frage:
Ist mein Kommentar von gestern 15:40 nicht erschienen, weil gestern der Aufruf der Seite gestört war, gleich mit welchem Browser oder weil er nicht erscheinen sollte. Frage nur zur Info. Der Aufruf von SiN war bei mir seit Tagen sehr verzögert, hatte öfters die Fehlermeldung HTTP-Fehler 403. Alle anderen besuchten Seiten funktionierten perfekt. Freundliche Grüße und Dank vorab.

Kositza: Selten genug, aber da hatten wir gestern was gemeinsam... lief schleppend. Kommentar ist jetzt frei.

Majestyk

20. August 2026 10:43

@ Zauberer von Oz:
"Die Bahnhöfe waren z.B. alle sehr sauber...es gab ein anderes und lebenswertes Deutschland..."
In meiner Kindheit in den 70er Jahren waren die Bahnhöfe zumindest auf dem Dorf und in der Kleinstadt auch noch sauber. Den ersten verdreckten Bahnhof sah ich auf Klassenfahrt in Westberlin. Wir fuhren auch in den Ostteil. Da wirkte vieles marode, aber Müll lag keiner rum. In den 80ern nahmen dann auch auf dem Dorf die Graffitis überhand und für viele war der Mülleimer schwer zu finden. Köln war in den 90ern schon ziemlich dreckig, Bonn noch sauber. Und so vor 15 Jahren hatte ich ein Techtelmechtel nach Reutlingen/ BW. Da sah es anders aus als in NRW. Es gibt schon große regionale Unterschiede. Meine Autowerkstatt ist 10 km von mir entfernt. Im Straßenbild sind das Welten.

Laurenz

20. August 2026 11:57

@EK ... lol

Majestyk

20. August 2026 15:29

@ Ellen Kositza:
Danke. Der war gut.

Maiordomus

21. August 2026 15:14

Wer den bedeutenden Aufsatz von Josef Pieper kennt "Was heisst akademisch?" muss oder müsste freilich davon ausgehen, dass im gesamten deutschen Sprachraum derzeit ein gravierender Akademikermangel herrscht. Zumindest unter Männern gab es im Deutschland des 19. Jahrhunderts mutmasslich mehr im akademischen Sinn "Gelehrte" als heute, und übrigens erstaunlich viele im Zeitalter der Reformation, welche wie die Aufklärung ohne Akademiker gar nicht möglich geworden wäre. Es darf aber, um Überbewertungen vorzubeugen, nie vergessen werden, dass gerade für die Hexenverfolgung und das Verständnis des Hexenwesens von damals akademische Ausbildung ein ganz wichtiges Erfordernis war, dass auch deswegen zum Beispiel in der Schweiz die Justiz vielfach noch entdemokratisiert werden musste, ein Vorgang, der im 20. Jahrhundert jenseits dieser Fragestellungen noch weitergeführt wurde. Aus meiner Archiv-Erfahrung war übrigens das Niveau von Laienrichtern im 19. Jahrhundert noch erstaunlich hoch und ganz gewiss nicht unter dem vielfach anzutreffenden Level, wenn es heute etwa um Fragen des Geschlechtswechsels geht mit Partei-Voraussetzungen für das Richteramt. In Genf war im 18. Jahrhundert das intellektuelle Niveau der Richter noch nachweislich sehr hoch auch jenseits vorzuweisender Diplome. Die Stadt verfügte über 40 Buchhandlungen mit einem jeweils hochstehendem Angebot an philosophischer, juristischer, historischer, belletristischer und theologischer Literatur, auch technischer Lehrbücher, nicht zu vergessen Mathematik und Physik.        

Laurenz

21. August 2026 16:13

@Maiordomus ... Sie lesen doch jeden Tag ein Buch. Bestellen Sie Sich doch mal Prof. Dr. Hans-Ulrich Wehlers Buch über das II. Reich bei Antaios. Wenn es nicht verfügbar ist, schicke ich Ihnen meines. Die Abiturienten- oder gar die Akademikerquote im II. Reich lag unter 10%. Habe es nicht mehr genau im Kopf, wie hoch genau (schätze 7%), war aber extrem überschaubar. Das ist auch kein Wunder, weil diese Schul- oder Hörsaal-Karriere, bis auf wenige Stipendiaten, extrem teuer war. Es gab seinerzeit eben auch so gut, wie keine Bullshit-Studienfächer, wenn wir mal von Philosophie & Theologie absehen. Rechtswissenschaften sind zwar akademisch, aber selten eine Wissenschaft. Die ökonomische Überlegenheit des II. Reichs basierte einerseits auf der materiell relativ unabhängigen Wissenschaft (aufgrund der reichen Herkunft der Wissenschaftler) & der guten Ausbildung von Selbständigen, Arbeitern & Angestellten.

Gimli

21. August 2026 16:18

Ich möchte Never Ever eine AfD in Verantwortung. Nicht nur weil ein großer Teil der öffentlich bekannten Mandatsträger entweder Lachnummern sind oder zu pöbelhaft und erratisch, sondern auch weil ich dem unbekannten anderen Teil sowie den dich moderat gebenden zutiefst misstraue. Der hier im Beitrag gehypte JungAfDler mag nett lachen, auf dem 2. Bildungsweg einen Bachelor haben und iwas Grenzseriöses wie Duftmarketing in Selbständigkeit betreiben, aber Bildungspflicht anstelle Schulpflicht und "raus aus dem Rundfunkstaatsvertrag" sind nur ein untrügliches Signal von vielen, was angestrebt wird. Ich hoffe, die Geschichte rollt über diese ideologische Verirrung hinweg. Ein Stolperstein sozusagen hin zu höheren Idealen ...

Majestyk

21. August 2026 17:16

Gimli hat Angst, daß nicht mehr in seine Richtung umverteilt wird. Ich hoffe sehr, daß de Gimlis in den kommenden Dekaden zu den großen Verlierern gehören. Gimlis Angst macht mich froh. Die Menschen sollten sich nicht länger von Zwergen auf der Nase rumtanzen lassen. Ein Hoch auf das Ende der Zwergenherrschaft. Laßt uns den Ring, der alle knechtet endlich vernichten.

Mitleser2

21. August 2026 17:36

@Gimli: Was gibt es besseres als raus aus dem Rundfunkstaatsvertrag? Aber das wollen Sie natürlich nicht wahrhaben, Sie agent provocateur.
@Laurenz: Sie mögen das II. Reich nicht so sehr wegen der Junker etc. Aber die naturwissenschaftlichen Nobelpreise (und die Erfindungen schon weit vorher) sprechen für sich. Heute ist nur noch die Max-Planck-Gesellschaft übriggeblieben. Alles andere kann man vergessen, die Unis zuerst. 
 

RMH

21. August 2026 17:48

Ich möchte Never Ever(more) eine CDU/CSU/SPD/GRÜNE/LINKE/BSW in Verantwortung. Nicht nur, weil ein großer Teil der öffentlich bekannten Mandatsträger entweder Lachnummern sind oder zu pöbelhaft und es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, sondern auch, weil ich dem unbekannten anderen Teil sowie den s(d)ich moderat und volksnah Gebenden zutiefst misstraue. Der vielfach Auftretenden mögen nett lachen, den Bildungsweg nie erfolgreich bestritten haben und iwas Grenzseriöses wie Berufspolitik seit Klassenstufe 10 betreiben, aber Schulpflicht anstelle Bildungspflicht und "nur der ÖRR hat recht und ist finanziell mit Zwangsabgaben zu stopfen," sind nur ein untrügliches Signal von vielen, was nicht nur angestrebt wird sondern konkret verbrochen wird. Ich hoffe, die Geschichte rollt über diese ideologische, neofeudale Verirrung von Beutemachern hinweg. Ein Stolperstein sozusagen hin zu höheren Idealen ...

Laurenz

21. August 2026 18:18

@Gimli ... Never Ever eine AfD in Verantwortung ... Ihre Sicht der Dinge hätten Sie uns gar nicht schreiben müssen, Herr Gimli. Wir kennen bereits Ihre Haltung. Allerdings, was die Bildung von Mandatsträgern der AfD angeht, so projizieren Sie von Ihren Polit-Favoriten auf unsere, würden zumindest Psychologen so feststellen. Küchenhilfen, Ungelernte, Arbeitsleben-Befreite, Bullshit-Studienabgänger, Plagiatsbetrüger stellen ja Ihr Angebot dar. Glauben Sie ernsthaft, uns würde es einfallen, eine Scheißhaus-Expertin, die im Alter von 9 Jahren geistig stehengeblieben ist, zum Außenminister oder zur Vorsitzenden der UN-Vollversammlung zu küren? Ihre Mischpoke hat fertig, ist völlig unfähig. Falls Ihre Favoriten die nächsten 6 Jahre dranbleiben, können wir nur hoffen, daß wie jetzt der neue Britische Regierungschef (Labour) es ins Auge faßt, Sie ein paar Invasoren bei sich zuhause zugewiesen bekommen. Platz & passende Haltung besitzen Sie ja. https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/uk-andy-burnham-migration/ Ich hätte hier aber Ihrerseits bereits mehr Freiwilligkeit in dieser Frage erwartet.

Laurenz

21. August 2026 18:37

@Mitleser2 @L. ... habe doch die Fakten für Maiordomus in aller Kürze benannt, im Guten, wie im nicht so Guten.

Le Chasseur

21. August 2026 19:04

@Gimli"Ich möchte Never Ever eine AfD in Verantwortung. Nicht nur weil ein großer Teil der öffentlich bekannten Mandatsträger entweder Lachnummern sind oder zu pöbelhaft und erratisch"
Würden Sie Annalena Baerbock oder Markus Söder auch als Lachnummern bezeichnen?
 
 

Le Chasseur

21. August 2026 19:10

@Laurenz
"Die Abiturienten- oder gar die Akademikerquote im II. Reich lag unter 10%. Habe es nicht mehr genau im Kopf, wie hoch genau (schätze 7%), war aber extrem überschaubar. Das ist auch kein Wunder, weil diese Schul- oder Hörsaal-Karriere, bis auf wenige Stipendiaten, extrem teuer war."
Ist natürlich verheerend, wenn höhere Bildung und eine akademische Laufbahn vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Ist aber ein probates Mittel, den eigenen Nachwuchs vor Konkurrenz aus den unteren Schichten zu schützen.

Mitleser2

21. August 2026 20:07

@Chasseur: Sie liegen eben genau falsch. Die Nobelpreise kamen NICHT davon, den eigenen Nachwuchs vor den unteren Schichten zu schützen. Diese Art von Sozialismus können Sie sich sparen. 

Laurenz

21. August 2026 20:10

@Le Chasseur @L. ... Exakt. Das fiel seinerzeit deswegen nichtso wirklich auf, weil es überall so & noch schlimmer war. In den USA funktioniert das heute noch so. JD Vance konnte durch Seine militärische Laufbahn studieren gehen. Die US Armee bezahlte nach Seinem Ausscheiden die Uni. US Amrikanische Studenten haben 2 Bio. (2.000.000.000.000) US$ Studien-Kredit-Schulden. Das sind nicht ganz 2/3 unserer gesamten Staatsschulden. Die Trump-Admin hat die Tage die 40 Bio. US$ Staatsschulden-Marke überschritten. Das ist schon ein nettes Sümmchen. Unser gesamtes Volksvermögen (Immobilien & liquide Mittel) beträgt etwa 27-28 Bio. €, von dem unsere reichsten 10% etwas mehr als die Hälfte besitzen.

Majestyk

21. August 2026 20:13

@ Le Chasseur:
Ich bin wahrlich gegen ökonomische Bildungsschranken oder für Standesgesellschaften. Aber Sie tun Laurenz unrecht. Die Bildung im Kaiserreich und vermutlich bis in die 60er Jahre war tatsächlich produktive Bildung. Heute überwiegen die Dummstudierten. Abi für alle ist wie Ehe für alle. Am Ende ist eine Institution bedeutungslos. Eigentlich müßte es längst heißen Abi für keinen. Und eigentlich wissen Sie doch auch wie Laurenz es gemeint hat, hoffe ich zumindest.

Le Chasseur

21. August 2026 22:10

@Mitleser
"Die Nobelpreise kamen NICHT davon, den eigenen Nachwuchs vor den unteren Schichten zu schützen."
Vielleicht wären es noch mehr Nobelpreise geworden, wenn jeder, der die entsprechenden Voraussetzungen (Intelligenz, Motivation, Selbstdisziplin...) mitbrachte, Zugang zu Gymnasium und Universität erhalten hätte?

SMHJanssen

21. August 2026 22:21

PS: Was die Bildungsdebatte angeht, liegt das Problem nicht in erster Linie in der Studierfähigkeit der jungen Leute, sondern vielmehr darin das, gerade in den Geisteswissenschaften, immer mehr Studierende auf immer weniger wissenschaftliches Personal (wegen Einsparungen, BWLer-Mentalität der Univerwaltungen...) treffen. Mit 50-60 Studierenden im Seminar ist ein wissenschaftlicher Diskurs kaum noch möglich.
 

Laurenz

21. August 2026 22:27

@Majestyk @Le Chasseur & Mitleser2 ... Le Chasseur hat mir zu Recht zugestimmt. Die ganze heutige Beamtenlaufbahn (einfacher-, mittlerer, gehobener- & höherer Dienst) basiert immer noch auf diesem Prinzip der Besitzstandswahrung der einstigen Oberschicht. Denn die Beamtenlaufbahnen basieren programmiert nicht auf Leistung, sondern auf dem Bildungsabschluß. Deswegen hat die Linke auch diese ganzen Bullshit-Studiengänge eingeführt, damit man im Billig-Modus in den gehobenen oder höheren Dienst gehen kann. Ihr Vergleich mit heute ist unlauter, weil es im heutigen desaströsen Bildungsferne-System überhaupt keinen Disput zwischen Ihnen, Majestyk, Mitleser2 & Le Chasseur, wie meiner Wenigkeit gibt. Wir können es nicht verhindern, daß die degenerierten Adelsbankerte im gemachten Nest saßen & manche auch noch sitzen, aber ein Staat ohne Rohstoffe, wie unserer, kann sich keine Bildungslücken im Volk leisten & besondere Talente auch noch wegen Inklusionskacke, etc.., in der Schublade verschwinden lassen. Das ist übrigens auch ein Weg, unliebsame linksgrüne Beamte zu kündigen, indem man deren Schwachsinnsstudiengänge abschafft & die Abschlüsse aberkennt. Natürlich braucht es dazu eindeutige Gesetze.

SMHJanssen

21. August 2026 23:42

Moin zusammen. Nachdem der erste Teil meines Kommentars wohl zu AfD kritisch war, noch einmal in aller Deutlichkeit: ich stimme Gimli vollumfänglich zu. Nur habe ich keine Angst vor der AfD - Angst lähmt und macht uns blind für die Zukunft: S-A wird die Selbstzerstörung der AfD einleiten, weil weite Teile des Programms nicht nur verfassungswidrig sind und damit nicht umsetzbar, sondern S-A auch innerhalb der Bundespolitik isolieren und damit nachdrücklich schwächen würde. Von der Finanzierbarkeit des blauen Wunschkonzerts ganz abgesehen - Ökonomen haben den volkswirtschaftlichen Verlust schon durchgerechnet und nicht umsonst warnen UnternehmerInnen ebenso wie Krankenhäuser und Seniorenwohnzentren.  Am Ende wird die liberale Demokratie nicht nur gestärkt, sondern auch gefestigt aus dieser Erfahrung hervorgehen. Schade nur das S-A offensichtlich den Weg eines Selbstversuchs mit tödlichem Ausgang wählt...aber noch ist der 06. September ja nicht vorbei!
Herzliche Grüße von der Nordseeküste,
 
Siebo M. H. Janssen

Laurenz

22. August 2026 07:03

Habe hier mal mit Erlaubnis der Redaktion einen Film herausgesucht, "Die Vermessung der Welt" aus 2012. https://youtu.be/dJesw_FWdX4 Der Film dreht sich um die Leben von Gauß & Humboldt, überzieht, dramatisiert ziemlich fürs Lichtspielhaus, natürlich auch die Charaktere, verliert sich später sehr in den Lebensszenenwechseln. Der Film macht ziemlich brutal deutlich, welch ein genetisches Glück Humboldt war, drückt aber auch aus, daß Humboldt eigenes Geld besaß, was Seine Wissenschaft unabhängig machte. Und ohne einen klarsichtigen Lehrer wäre das Jahrtausend-Talent Gauß in Seinen armen Verhältnissen nie erkannt worden. Jeder von uns, der noch Deutschmark kennt, hatte Gauß mit dem 10-Markschein in der Hand, dessen Vorderseite das Portrait von Gauß zeigte.

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