Kritik der Woche (88): Die Macht der Moral

von Claus Wolfschlag - Die politisch-weltanschauliche Spaltung der Gesellschaft ist unübersehbar. Cancel Culture oder Gewalt gegen rechts sind nur die offensichtlichsten Merkmale.

Hier­zu­lan­de wird die Spal­tung vor allem durch die drei Links-Par­tei­en im Bun­des­tag, eine die­sen weit­ge­hend nahe­ste­hen­de Jour­na­lis­ten­schaft und eine Heer­schar “anti­fa­schis­ti­scher” Lohn­schrei­ber mit ihrer auf­ge­bläh­ten, schein­wis­sen­schaft­li­chen “Anti-Rechts”- und “Anti-AfD”-Literatur befeuert.

Die Ver­schär­fung die­ses Pro­blems, das zudem maß­geb­lich von den USA aus­geht, zwingt zumin­dest eini­ge Publi­zis­ten, sich damit zu beschäf­ti­gen und nach Erklä­run­gen zu suchen. Phil­ipp Anton Men­des 2020 erschie­ne­nes Buch Wider­stand: War­um zwi­schen lin­ker und rech­ter Poli­tik eine Schlacht der Gene wütet gehört in die­se Kate­go­rie. Nun hat der New Yor­ker Psy­cho­lo­gie-Pro­fes­sor Jona­than Haidt mit Die Macht der Moral einen umfas­sen­den Bei­trag zugesteuert.

Haidts Buch ist nicht immer ein­fach zu lesen, beschäf­tigt es sich doch aus­gie­big mit Moral­phi­lo­so­pie, Ver­hal­tens­bio­lo­gie, Gene­tik und Urge­schich­te. So kreist es um die Fra­ge, ob Moral ange­bo­ren, aner­zo­gen oder durch Inter­ak­ti­on mit ande­ren Men­schen spie­le­risch erwor­ben wird. Auch die Rol­le der Moral zur Lösung inne­rer Grup­pen­span­nun­gen wird angesprochen.

Zudem bear­bei­tet das Buch die Fra­ge nach der Ent­ste­hung unse­rer poli­ti­schen Leit­bil­der. Den Ursprung sieht Haidt nicht in der Ratio, son­dern der Emo­ti­on ver­or­tet, wes­halb auch Dis­kus­sio­nen auf der Ratio-Ebe­ne oft müßig sei­en. Häu­fig wer­den emo­tio­na­le Reak­tio­nen erst nach­träg­lich mit mora­li­schen Argu­men­ten zu ratio­na­li­sie­ren versucht.

Da der Mensch über ein stän­di­ges inne­res „Sozio­me­ter“ ver­fü­ge, das sei­nen Selbst­wert durch das Ver­hält­nis zur Gesell­schaft berech­ne, sei für die meis­ten Men­schen der Anschein und das eige­ne sozia­le Anse­hen wich­ti­ger als das Stre­ben nach Wahr­heit. Die Gesell­schaft nutzt die­se Angst vor dem Anse­hens­ver­lust als ste­tes Macht­in­stru­ment. Das führt dazu, daß Men­schen oft nur das sehen, was sie sehen wol­len, lügen, sich selbst belü­gen und dafür dann bestä­ti­gen­de Bewei­se suchen. So bil­den sich poli­ti­sche Mei­nun­gen weni­ger nach dem per­sön­li­chen öko­no­mi­schen Nut­zen als nach der Bestä­ti­gung der sozia­len Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit. Das “gut wir­ken” steht vor dem “gut handeln”.

Gegen Ende wer­den Haidts For­schungs­re­sul­ta­te plas­tisch nach­voll­zieh­bar. Der Autor arbei­tet sechs mora­li­sche Grund­la­gen von Poli­tik heraus:

Die Mora­li­tät von Lin­ken und Libe­ra­len fußt dem­nach vor allem auf zwei bis drei die­ser Grund­la­gen, die jenen als poli­ti­scher Antrieb und Bewer­tungs­maß­stab die­nen. Es sind die­se Für­sor­ge vs. Scha­den, Frei­heit vs. Unter­drü­ckung und – schwä­cher aus­ge­prägt – Fair­neß vs. Betrug. Das bedeu­tet, daß zum Bei­spiel das Enga­ge­ment für “Geflüch­te­te”, pre­kä­re Rand­grup­pen oder sexu­el­le Min­der­hei­ten aus einer tie­fen indi­vi­du­el­len Für­sor­ge-Moral ent­steht. Rob­ben­ba­bys oder Flücht­lin­ge aus Dar­fur neh­men in die­ser Welt­sicht eine wich­ti­ge­re Rol­le ein als die Sta­bi­li­tät des eige­nen Landes.

Haidt spricht von einer “Boo­mer-Psy­cho­lo­gie” der 70er bis 90er Jah­re, die “Moral” mit “sozia­ler Gerech­tig­keit” oder “Gleich­heit” gleich­setz­te. Tra­di­tio­nel­le Bin­dun­gen oder Auto­ri­tä­ten wer­den als Unter­drü­ckung wahr­ge­nom­men, denen gegen­über man sich zu eman­zi­pie­ren habe, um zur “Frei­heit” des per se guten Indi­vi­du­ums zu gelan­gen. Liegt bei Lin­ken die Gewich­tung pri­mär auf der Fair­neß-Moral, so steht bei Libe­ra­len der Frei­heits-Gedan­ke im Vor­der­grund. Posi­tio­nen, die die­sen Prio­ri­tä­ten­set­zun­gen poli­ti­schen Han­delns nicht fol­gen wol­len, wird vor allem von Links jede Mora­li­tät abge­spro­chen. Des­halb bemü­hen sich gro­ße Tei­le der lin­ken For­schung auch nur her­aus­zu­ar­bei­ten, was mit Kon­ser­va­ti­ven psy­chisch “nicht stimmt”, weil sie kei­ne lin­ken Posi­tio­nen vertreten.

Die­se Abwer­tung ver­weist Haidt in den Bereich der geis­ti­gen Kurz­sich­tig­keit, denn Kon­ser­va­ti­ve ver­fü­gen eben­falls über einen aus­ge­präg­ten mora­li­schen Kompaß. Auch sie stre­ben nach einer gut funk­tio­nie­ren­den Gesell­schaft. Im Gegen­satz zu Lin­ken aber sind bei ihnen die mora­li­schen Grund­la­gen gleich­mä­ßi­ger ver­teilt. Sie fußen dem­nach stär­ker auf den Grund­la­gen Loya­li­tät vs. Ver­rat, Auto­ri­tät vs. Umsturz und Hei­lig­keit vs. Entweihung.

Das meint, daß auch Kon­ser­va­ti­ve indi­vi­du­el­le Für­sor­ge für Schwä­che­re ken­nen, aber dabei stets die Fol­gen und Gefah­ren für das Gemein­we­sen im Auge behal­ten, dem sie sich zu Loya­li­tät ver­pflich­tet füh­len. Sie befür­wor­ten eine natür­li­che Auto­ri­tät, da die­se not­wen­dig sei, die ent­fes­sel­ten Antrie­be der nega­tiv bewer­te­ten mensch­li­chen Natur unter Kon­trol­le zu hal­ten. Und für sie besitzt die Hei­lig­keit des Lebens einen hohen Stel­len­wert. Dies beinhal­tet einen tie­fen Ekel gegen destruk­ti­ve Aus­wüch­se eines libe­ra­len Lais­sez-Fai­re. Kon­ser­va­ti­ve haben ein Gespür dafür, was edel, rein, erha­ben oder schmut­zig und ent­wür­di­gend ist. In klei­nen Tei­len fin­det sich das aller­dings auch bei der Lin­ken, zum Bei­spiel in der Fra­ge des Nah­rungs­mit­tel­kon­sums oder der Umweltverschmutzung.

Letzt­lich, so deu­tet Haidt an, sei­en poli­ti­sche Posi­tio­nen weit­ge­hend erb­lich vor­ge­ge­ben. Zudem zieht er das Resul­tat, daß die Lie­be zur “Mensch­heit” in der Pra­xis aus evo­lu­tio­nä­rer Sicht unwahr­schein­lich ist. So blei­be stets doch nur die Lie­be zur einer Grup­pe ein­an­der Ähnlicher.

– –

Jona­than Haidt: Die Macht der Moral: War­um Poli­tik und Welt­an­schau­un­gen unse­re Gesell­schaft spal­ten, Ham­burg 2026, 480 S., 28 Euro – hier bestel­len

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Kommentare (16)

Dietrichs Bern

29. August 2026 13:09

Im Grunde gebricht es diesem Werk, wie allen, deren Geburtsort der Elfenbeinturm ist, an erlebter Realität. Was über den Konservativen allgemein gesagt werden kann, ist eine Lebensdummheit und ein ewiges Versagen beim Ziehen von Grenzen zivilisatorischer Mindeststandards gegen Orks, seien sie rot oder braun. 

Majestyk

29. August 2026 13:29

für sie besitzt die Heiligkeit des Lebens einen hohen Stellenwert
Und warum ist dann das Recht auf Abtreibung in der Verfassung von Alaska verankert? Warum gibt es für dieses Recht nicht einmal juristische Einschränkungen durch Fristen, warum brauchen Minderjährige nicht einmal eine Genehmigung der Eltern und warum werden die Kosten von Medicaid getragen? Sind die Republikaner, die in Alaska dominieren keine Konservativen? Warum haben sich die Bürger von Montana und Kansas sogar per Volksentscheid für ein Recht auf Abtreibung entschieden? In Montana ist sogar Sterbehilfe legal.
Von welchen Konservativen wird hier geredet? CDU, CSU, Tories, ÖVP, US-Republikaner? Ich wüßte gerne eine einzige gesellschaftliche Position zu Themen wie Homosexualität, Feminismus, Stammzellenforschung Zuwanderung, Islam, die Konservative sagen wir mal in den letzten 30 - 40 Jahren gehalten haben? Die Bundesrepublik existiert seit 77 Jahren. 53 Jahre stellte die CDU den Kanzler. Warum ist die BRD dann keine konservative Republik? Warum haben Konservative keine Abwehrmechanismen installiert, die das Staatsgebilde vor politischer Vereinnahmung und Fremdeinflüßen schützen und den Bürger vor Übergriffigkeit des Staates? Welches Politikfeld läßt sich mit konservativer Positionierung gewinnen, wo es längst reaktionäre Maßnahmen braucht? Welche Antwort finden Konservative in Bezug auf Staatsquote, Behördenwachstum, staatliche Markteingriffe und Gesinnungsterror? Können Konservative auch Abrißbirne?

das kapital

29. August 2026 13:39

"Die politisch-weltanschauliche Spaltung der Gesellschaft ist unübersehbar. Cancel Culture oder Gewalt gegen rechts sind nur die offensichtlichsten Merkmale." Wann in der deutschen oder in der Weltgeschichte gab es eigentlich ein n i c h t gespaltene Gesellschaft? Als Karl der Sachsenschlächter dort im 8. Jahrhundert Massenmord organisierte? Im 30jährigen Krieg? Zu Bismarcks Zeiten angesichts von Sozialistengesetzen und Kampf gegen die '"transmontanen" Katholiken, die Rom und Gott mehr gehorchten als dem Kaiser? /// Zugegeben, Deutschland hat zwischen 1945 und 1990 besser funktioniert und war weniger gespalten als heute. Kein woker Dreck, Leistungsorientierung, keine grenzenlose Umverteilung. An der Mauer war Deutschland gespalten. Innerhalb des Westens nicht so merklich. Amis, Allierte, NATO und EWG hatten Deutschland "einkassiert" und brauchten es zur Verteidigung gegen den bösen stalinistisch sozialistischen Ostblock. Deutschland als verlorene Nation war innerhalb des Westens nicht so sehr gespalten. Es gab einen "Radikalenerlass". Das war die Brandmauer gegen links. Keine SED hörigen Kommunisten im öffentlichen Dienst. Das war es. Der Ostspion Günter Guillaume, der Brandt zu Fall gebracht hat, war der lebendige Beweis, dass der Westen schutzbedürftig war. Heute aber werden die bundesweit 30 Prozent Anhänger der blauen Partei behandelt wie der letzte Dreck.

Ein gebuertiger Hesse

29. August 2026 16:12

Jesses, Herr Wolfschlag. Alles richtig und so, aber ... zur Abwechslung/späten Stunde? 

Carsten Lucke

29. August 2026 17:40

"Letztlich, so deutet Haidt an, seien politische Positionen weitgehend erblich vorgegeben."
Aha - die volle Ration Schwachsinn !
Ich bin mindestens rechts/reaktionär und eine meiner Töchter mindestens links/progressiv - sollte ich da jetzt einen Vaterschaftstest machen lassen ?!!
Solche unkommentierten "Zitate" gehören nicht hierher !

Dieter Rose

29. August 2026 17:45

drei Mal Daumen hoch                                         

Majestyk

29. August 2026 18:07

@ Dietrichs Bern:
"Was über den Konservativen allgemein gesagt werden kann, ist eine Lebensdummheit und ein ewiges Versagen beim Ziehen von Grenzen zivilisatorischer Mindeststandards "
Nach meinem Dafürhalten definiert sich konservativ über einen Bezugspunkt. Der Konservative in Berlin Anfang der 20er Jahre vermißte seinen Kaiser, der Konservative Anfang der 90er in Ostberlin den Erich. Konservativ ist man in Bezug auf jene gesellschaftliche Ordnung, die man kennt. Bestenfalls können Konservative etwas bewahren, sie können sich aber nicht wie Entrepreneure Neues erdenken. Wäre es nach Konservativen gegangen, Autos hätten niemals die Droschken abgelöst. Jene zivilisatorischen Mindeststandards, die gerade erodieren, verdankt die Welt doch nicht Konservativen früherer Zeiten. 
Als Konservative des 18 u. 19 Jh. den Fürsten noch die Stiefel leckten, erkämpften Liberale Demokratie, Gewaltenteilung, Gleichheit vor dem Gesetz, Redefreiheit, Berufsfreiheit, Bürgerrechte und das moderne staatliche Bildungswesen des 19 Jh.
All diese Errungenschaften sollen gerade revidiert und durch autoritäre Bevormundung oder Neofeudalismus und Gegenaufklärung (s. proprietärer Zugang zu Versorgungsleistungen u. Bildung) ersetzt werden. Genau dafür steht der Linksglobalismus. Von Scheinkonservativen ist keine Gegenwehr zu erwarten. Und bei Rechten stehen liberale Errungenschaften auch nicht allzu hoch im Kurs. Für die zivilisatorischen Mindeststandards sieht es m.E. ziemlich düster aus.

Mitleser2

29. August 2026 18:43

Wenn die Konservativen so toll sind, warum haben wir dann hier den heutigen Zustand? Und warum sind in der konservativen USA die "Elite"-Unis scharf linkswoke? Deutschland ist natürlich zusätzlich ein Sonderfall mit der Historie und dem Schultkult. Siehe Trittin mit seinem SS-Vater. Der braucht den Deutschland-Hass als Kompensation.

Laurenz

29. August 2026 19:44

@Das Kapital ... mehr spalten als Deutschland & Korea kann man ein Land nicht, was schreiben Sie da? Die Zeit, die Sie für unseren Westen zwischen 1950 & 1990 beschreiben, war durch die geostrategische Notwendigkeit bestimmt, Stabilität zu wahren. Wer hat das bestimmt? Die Amis. Und man bürdete uns sehr wohl das Türkei-Abkommen auf. Dagegen kam kein Kanzler & kein Parlament an. Genauso zwang man uns über Bretton Woods bis 1973 den US$ zu stützen. Brandt wurde von den Amis nicht ernst genommen & startete den Ruin der Sozialkassen. Hätten sich die Alt68er nicht auch in den USA durchgesetzt, wäre das bei uns auch nicht möglich gewesen. Das von Ihnen benannte Zeitfenster war rein geopolitisch bestimmt. Dasselbe gilt auch für unseren Teilnehmer @Majestyk. ... Adenauer hätte Neutralität erzwingen müssen. Aber das wollte Adenauer gar nicht. Optionen waren nur dann möglich, solange 2 Weltmächte zuständig waren. Sobald beide Deutschen Staaten konstituiert waren, entschieden beide Staaten nichts mehr von Belang selbst.

fw87

29. August 2026 20:15

Tatsächlich ist es so, dass viele Linke Anderdenkende als psychisch krank betrachten, letztlich. Dadurch ist dann aber das Phänomen des Andersdenkenden selbst verschwunden. Denn der Andersdenkende würde ja denken wie man selbst, hätte er seine psychische Krankheit nicht. So zeigt sich die Grundgestimmtheit des Linken, seine fixe Vorstellung, dass "im Grunde genommen", "bei Lichte besehen", jeder so denkt wie er selbst. Das zerlegt jedoch völlig den Mythos von der Empathie als angeblicher Kernkompetenz der Linken. Wer bei abweichenden Meinungen sofort psychische Krankheiten als Hilfshypothese heranziehen muss, um das unerklärliche erklärlich zu machen, der hat eben gerade kein Einfühlungsvermögen. Das alles ist sicher einer der Gründe, warum eine politische Auseinandersetzung mit Linken fast nicht möglich ist. Der Linke müsste dafür erst einmal anerkennen, dass er Gegner hat, dass es tatsächlich Menschen gibt, die völlig anders denken und fühlen wie er selbst. Mit anderen Worten: Er müsste seine tiefsitzende Empathielosigkeit überwinden. 

Beta Jas

29. August 2026 20:29

Wenn Linksextremisten sich kümmern, sich „sorgen“, dann zum Preis des Diebstahls der eigenen finanziellen Substanz. Seit Jahrzehnten wird Entwicklungshilfe finanziert auf Kosten Deutschlands und anderer Länder Europas, und als würde dieser Diebstahl nicht reichen, können diese Menschen – Frauen und Männer aus diesen Völkern – auch noch kommen. Die gesamte Hilfe aus einer angeblichen Humanität heraus ist Böswilligkeit und gegen die Existenz des gesamten Kontinents gerichtet.

Ordoliberal

29. August 2026 21:10

Konservativ ist doch nur ein anderes Wort für unpolitischer Spießer. Man ist entweder libertär oder autoritär. Libertär kann man nur auf eine Weise sein, autoritär dagegen auf hundert verschiedene Weisen. Ein Staat, der bevormundet, erzieht, fürsorgt, umverteilt - also autoritär ist - kann das im Namen vieler erfundener Autoritäten tun: Götter, Geister, Nation, Reich, Rasse, Gemeinwohl, Gleichheit. Faktisch tut er es jedoch immer zur Privilegierung von Minderheiten wie Pfaffen, Beamte, Funktionäre, Offiziere, Reiche, Arme, Ausländer, Schwule, Faulpelze oder dämliche Weiber. Wer einen autoritären rechten Staat will, ist nicht politisch reifer oder gewiefter als der Libertäre. Er hat nur eine andere Minderheit im Auge, die er privilegieren will, als der Linke. Sozialpatrioten unterscheiden sich darin in nichts von den von ihnen so verabscheuten Liberallalas, Globalisten, Christsozialen, Sozialisten oder Muslimen.

Dietrichs Bern

29. August 2026 21:37

@Majestyk: Ich würde behaupten, dass Auto, Glühbirne und Computer eher auf Konservative zurückgehen, einfach schon deshalb, weil der Linke - schon bevor der Begriff existierte - an der Nutzung fremden Fleißes zu erkennen ist und war. Konservative Werte, wie Fleiß, Anstand und Ehrgefühl, Familiensinn und Eigenverantwortliches Leben sind mir auch im klassischen SPD-Umfeld vermittelt worden und haben für mich universelle Bedeutung, auch durchaus als zivilisatorischer Mindeststandard. Wo ich zustimme ist, dass es für die Zukunft dieser Standards eben schlecht aussieht, weil die o. g. Werte eben von niemandem verteidigt werden.

Diogenes

29. August 2026 22:50

1/3
 
"... Robbenbabys oder Flüchtlinge aus Darfur nehmen in dieser Weltsicht eine wichtigere Rolle ein als die Stabilität des eigenen Landes."
 
Diese Weltsicht - sie ist nicht los-gelöst sondern fest-verknüpft mit einem Typus den wir auf die Bezeichnung "Antideutscher" geprüft haben. Sie versuchen methodisch und systematisch uns einzureden es gebe keine Menschenvölker und Menschennationen - keine Menschenrassen (Tierrassen dagegen schon ...) - in all ihren unterschiedlicher Typologie und Be|merk|malung!

Adler und Drache

29. August 2026 23:45

@ Majestyk
Sind die Republikaner, die in Alaska dominieren keine Konservativen?
Gute Frage, die mich schon länger beschäftigt. Ich denke, dass der amerikanische Konservatismus ganz anders ist als der unsere. Ich denke, es gibt da keine in unserem Sinne "Konservativen", woher sollen die auch kommen?  Es gibt Rechte, ja, aber das ist etwas anderes. Die haben grad mal 200 - 300 Jahre Geschichte auf dem Buckel, und in dieser Zeit gab es eine Handvoll grundlegender Umwälzungen. Wie soll man da konservativ werden können? 
Oder wie soll es in den Niederlanden Rechte geben? Die müssten dann ja deutschgesinnt sein. Ich meine, deren Hymne fängt mit einem Bekenntnis zum Deutschsein an. 
Also, nein, ich denke, man sollte da nicht unseren Maßstab anlegen. Gestern waren sie gegen uns, heute sind sie vielleicht grad mal für uns, und morgen? Man kann von Rubio grad Geld abstauben für den Kampf gegen links. Das ist gut, dennoch sind es sehr unterschiedliche Ausgangspositionen.   
 
 

Majestyk

30. August 2026 00:37

@ Mitleser2:
"Und warum sind in der konservativen USA die "Elite"-Unis scharf linkswoke?"
Glaubt man Berichten ist das Universitätswesen in den USA genauso links wie hierzulande, mit wenigen Ausreißern. Eigentlich logisch, die USA hatten ja auch ihre 68er, de dann durch die Institutionen marschiert sind. 
Letztendlich entspringt linkswoke dem akademischen Mileu. Der Westen hat ein Problem mit seinen Akademikern und Intellektuellen. Bestimmte linke Sichtweisen können eigentlich nur entstehen, wenn man mit realen Problemen eher wenig zu tun hat. Der Überbuddha der Linken hatte ja zeitlebens auch nie eine Fabrik von innen gesehen und wußte über Arbeit zu philosophieren.