Massenpsyche – das Phänomen Siegmund

In Sachsen-Anhalt und jenseits der Grenzen dieses Bundeslandes gehen aus politischen Gründen seit Wochen hunderttausende Menschen zuversichtlich gestimmt zu Bett - und sie stehen morgens ebenso zuversichtlich wieder auf.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Grund dafür ist ein kol­lek­ti­ver Stim­mungs­wan­del. Aus­lö­ser die­ses mas­sen­psy­cho­lo­gi­schen Vor­gangs ist Ulrich Sieg­mund, der Spit­zen­kan­di­dat der AfD im Land und viel­leicht bald der ers­te Minis­ter­prä­si­dent aus den Rei­hen der AfD. Wer Sieg­mund auf einem der Fami­li­en­fes­te oder einer der Sim­son-Tou­ren erlebt hat, die in Sach­sen-Anhalt den Wahl­kampf der AfD prä­gen, weiß, was damit gemeint ist: Die Men­schen glau­ben dar­an, daß er die poli­ti­sche Wen­de in Gang set­zen könn­te. Sie wol­len Teil eines ener­gie­ge­la­de­nen, kraft­vol­len Auf­bruchs sein und ver­stär­ken ihn durch ihre Teil­ha­be. Die poli­ti­sche Kon­kur­renz steht rat­los und ohn­mäch­tig vor die­sem sich selbst ver­stär­ken­den Phänomen.

Auch auf dem 2. Bun­des­kon­greß der AfD-Jugend war das ges­tern in Mag­de­burg zu beob­ach­ten. Die­ser Kon­greß war mit knapp 400 Dele­gier­ten gut besucht, er war pro­fes­sio­nell orga­ni­siert und auf ein knap­pes Arbeits­pen­sum ange­legt, das ohne Über­ra­schun­gen und Kon­flik­te bewäl­tigt wur­de. Man konn­te einem geöl­ten Betrieb dabei zuse­hen, wie er sich wei­ter kon­so­li­dier­te und an den Stell­schrau­ben nachjustierte.

Die Stim­mung änder­te sich, als mit­ten im Nach­mit­tag Sieg­munds Ankunft ange­kün­digt wur­de. Aus dem Saal drän­gen­der AfD-Nach­wuchs stand Spa­lier, applau­dier­te spä­ter ste­hend minu­ten­lang und bil­de­te zuletzt eine Schlan­ge, um zum Sel­fie und zur Unter­schrift zu kom­men: SPIE­GEL-Cover sorg­sam in Klar­sicht­fo­lie mit­ge­führt, T‑Shirts, irgendwas.

Ste­hen­der Applaus jun­ger Par­tei­mit­glie­der aus allen Tei­len Deutsch­lands, meh­re­re Male muß­te Sieg­mund sei­ne knap­pe Rede unter­bre­chen. Er bespiel­te die Kla­via­tur so, wie man es von ihm erwar­ten durf­te, und er hob, indem er Stim­mung mach­te, vor allem auf die Bedeu­tung der Gestimmt­heit für die Bewäl­ti­gung der gro­ßen poli­ti­schen Auf­ga­ben ab: Vol­ler Hoff­nung an die Arbeit zu gehen sei  alle­mal bes­ser, als für Rück­zugs­ge­fech­te zu wer­ben und die Gren­zen des Mach­ba­ren zu eng zu ziehen.

“Alles ist mög­lich” – das ist aus Sicht der lebens­er­fah­re­nen und poli­tisch wachen Indi­vi­du­al­psy­che eine stei­le Behaup­tung: Sie möch­te argu­men­ta­tiv über­zeugt wer­den, möch­te dif­fe­ren­ziert ant­wor­ten und wird nicht in allem zustim­men. Aus Sicht der Mas­sen­psy­che ist es hin­ge­gen die Umwand­lung ver­zwei­fel­ten Wider­stands in eine Sie­ges­zu­ver­sicht, die im Moment und dar­über hin­aus kei­ne Dif­fe­ren­zie­rung mehr kennt und jedem ein­zel­nen im Saal inner­halb von Mil­li­se­kun­den riet, die Bewe­gun­gen, die Begeis­te­rung, den Adre­na­lin­schuß mit­zu­neh­men und dadurch die Stim­mung zu verstärken.

Nichts ande­res ist im Wahl­kampf die Auf­ga­be eines Poli­ti­kers. Die­se Pha­se, die­ser Arbeits­ab­schnitt muß frei gehal­ten wer­den von dif­fe­ren­zier­ter Argu­men­ta­ti­on, Ambi­va­lenz und zuviel Rea­li­täts­sinn. Es gibt nicht nur eine roman­ti­sche, son­dern auch eine poli­ti­sche Ver­zau­be­rung der Welt. Die aus­ge­klü­gel­te Pro­gram­ma­tik hat kei­nen Anteil dar­an, das Bild, der Film, die Insze­nie­rung, der Sog, die Stei­ge­rung, das Momen­tum haben das hin­ge­gen schon. Des­halb spielt das Film­kunst­kol­lek­tiv rund um Simon Kau­pert eine so wich­ti­ge Rolle.

Sieg­mund hat begrif­fen, daß es für die Mobi­li­sie­rung und die Aus­rich­tung von Mas­sen in einer Mas­sen­de­mo­kra­tie auf die Ober­flä­che ankommt. Das meint nicht, daß es kei­ne tief­grei­fen­den, mani­fes­ten Pro­ble­me und Ver­wer­fun­gen im rea­len Leben gäbe. Man kann mit­tels Sug­ges­ti­on, Pro­pa­gan­da und über­sprin­gen­dem Fun­ken nicht alles ver­kau­fen, schon gar nicht in einem poli­ti­schen Sys­tem, das zwi­schen die Auf­wal­lung, die begeis­ter­te Stim­mung noch eine letz­te Nacht, einen Gang ins Wahl­lo­kal und die Ein­sam­keit in der Wahl­ka­bi­ne mon­tiert hat – aus Grün­den. Am Ende soll es eben doch die Indi­vi­du­al­psy­che sein, die den Stift führt.

Natür­lich tut sie es nicht. Aber es ist den­noch ein Unter­schied, ob man auf Ver­an­stal­tun­gen gemein­sam akkla­miert und dadurch wählt, oder ob es jeder ein­zel­ne ist, der einen zwar kur­zen, aber den­noch büro­kra­ti­schen Pro­zeß absol­vie­ren muß, bis sei­ne Stim­me in der Wahl­ur­ne liegt. Beim indi­vi­du­el­len Wahl­gang muß die Stim­mung durchtragen.

Ver­mut­lich ist es bes­ser, in der Pha­se der Aus­rich­tung hun­dert­tau­sen­der Wäh­ler auf den Wahl­tag nicht in lan­ge Pod­casts zu gehen, in denen es dif­fe­ren­ziert zugeht und in denen man auf das Nach­fra­gen und Nach­boh­ren reagie­ren muß. Kon­kret: Sieg­mund bei Ben ungeskrip­tet lag des­we­gen in der Logik des Wahl­kampfs, weil die Reich­wei­te abseh­bar unfaß­bar groß wür­de und weil Ben nicht wirk­lich kri­tisch nach­hakt, son­dern erzäh­len läßt. Sieg­mund bei Kosu­b­ek: bes­ser nach der Wahl, Till­schnei­der bei Amann unframed auch: Bei­de For­ma­te erzie­len kei­ne wahl­re­le­van­te und wäh­ler­in­ter­es­san­te Reich­wei­te; aber die Aus­sa­gen in die­sen For­ma­ten kön­nen den gegen die AfD anschrei­ben­den Medi­en etwas von dem Fut­ter geben, nach dem sie so ver­zwei­felt suchen.

Auch das ist ja ein inter­es­san­tes The­ma: Am Ran­de des Jugend-Bun­des­kon­gres­ses kam es zu vie­len Gesprä­chen mit gründ­lich rat­lo­sen Jour­na­lis­ten. Über den SPIEGEL schüt­tel­te man uni­so­no den Kopf. Viel­leicht hat­te man sich von die­sem Leit­me­di­um einen nicht argu­men­ta­ti­ven, son­dern mas­sen­psy­cho­lo­gisch rele­van­ten Angriff auf den Sie­ges­zug erhofft – und kei­ne Titel­sei­te, die Sieg­mund aus der Luft pflü­cken, signie­ren und unters Volk wer­fen konnte.

Aber auch über die poli­ti­sche Kon­kur­renz der AfD fiel kein gutes Wort, so, als ver­zie­he man es denen nicht, deren abseh­ba­re Auf­ga­be es seit min­des­tens einem Jahr ist, zum “Phä­no­men Sieg­mund” ein wirk­mäch­ti­ges Gegen­bild zu ent­wer­fen und im Spiel “Alle gegen Einen” nicht nur als pani­sche Ver­hin­de­rer anzutreten.

Dies zuletzt, und viel­leicht ist das ein Schlüs­sel: Sieg­mund hat der Kon­kur­renz sogar das Ost-West-Argu­ment aus der Hand genom­men. Als er im “Alten Thea­ter” in Mag­de­burg zur Par­tei­ju­gend sprach, begrüß­te er die West­teil­neh­mer mit dem Hin­weis, daß man sich in Sach­sen-Anhalt von den Här­ten erho­len kön­ne, AfD-Mann in Ham­burg, Hes­sen und dem Rhein­land zu sein. Er mach­te dar­aus aber kei­ne Grund­satz­fra­ge, er frag­te nicht nach dem grund­sätz­li­chen Unter­schied zwi­schen einer Ost- und einer West-Sozia­li­sa­ti­on, son­dern beton­te, daß auch der Wes­ten längst auf­ge­wacht sei und die alte Herr­schaft abzu­schüt­teln begin­ne, und daß es ihm sowie­so ums gan­ze Land gehe: um die Rück­erobe­rung der gan­zen groß­ar­ti­gen Hei­mat, bis in den letz­ten Win­kel. Fre­ne­ti­scher Applaus.

Was wird abge­löst inner­halb der AfD? Die Vor­stel­lung, man müs­se sich erklä­ren, sogar recht­fer­ti­gen; die Nei­gung, auf Fair­neß zu pochen, auf das, was einem in einer Demo­kra­tie zuste­he; die Stim­mung aus Wut, Ver­zei­flung und Wider­stands­ap­pell. Sieg­mund läßt an sei­ner Zuver­sicht, daß man sie­gen wer­de, so oder so, kei­nen Zweifel.

Bezeich­nend war, daß spä­ter, als die Ver­an­stal­tung vor­bei war, drau­ßen die Jour­na­lis­ten wie­der zu mun­keln began­nen: ob nicht Sieg­mund dadurch, daß er auch über das Sze­na­rio einer ver­fehl­ten abso­lu­ten Mehr­heit gespro­chen habe, für das Schei­tern schon vor­bau­en woll­te? Und: Wie die inner­par­tei­li­che Kon­kur­renz sich entwickle?

Schei­tern … mit über 40 Pro­zent … Das muß man sich auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen. Sinn­ge­mäß sag­te Sieg­mund im Saal, daß eine Regie­rung aus CDU und Lin­ker und noch irgend­wem eher über kurz als über lang zu einem Auf­stand jener CDU-Tei­le füh­ren wer­de, denen es nicht nur um Macht und Ver­hin­de­rung um jeden Preis gehe. Er und sei­ne Par­tei wür­den die Zeit für den Auf- und Aus­bau außer­par­la­men­ta­ri­scher Struk­tu­ren nut­zen, also für das, was jen­seits aller Ergeb­nis­schwan­kun­gen ste­hen bleibt und an sich schon das Land verändert.

Außer­dem wer­de man alles tun, um in Thü­rin­gen oder Sach­sen oder Bran­den­burg den Auf­schlag durch­zu­brin­gen – eben ein, zwei Jah­re spä­ter. Aufs Gan­ze gese­hen sei es näm­lich uner­heb­lich, wo es begin­ne. Haupt­sa­che, es begin­ne end­lich. Was genau, wie genau, mit wem noch­mal, und: Was geht über­haupt? Uner­heb­lich in der jet­zi­gen Pha­se, wirk­lich uner­heb­lich. “Alles ist mög­lich!” – mehr Bot­schaft ist bis zum Wahl­tag nicht nötig. Sie paßt auf die Ober­flä­che eines Pla­kats und dort­hin, wo es im Kopf um Emo­tio­nen geht.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

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Kommentare (60)

ofeliaa

30. August 2026 19:41

Ich denke politisch und gesellschaftlich zuversichtlich werde ich dann, wenn Merz endlich abtritt und an seine Stelle kein Klingbeil oder anderer Verschnitt tritt. Doch dann steht noch die Durchsetzung der Remigration an, die Verhinderung der Turboeinbürgerungen, die Unterlassung finanzieller und anderer sozialstaatlicher Leistungen für Ausländer, sowie massive und weitreichende Gesetzesänderungen. Dann ... könnte man das erste mal überhaupt wieder frei atmen. 

Joerg

30. August 2026 19:54

Man muss bedenken, dass der aktuelle MP Schulz nicht einmal gewählt wurde, sondern die Position von seiner Beutegemeinschaft geschenkt bekam. Sowas war und ist in "unserer Demokratie" ohne Widerspruch möglich. Wir können dagegen jede Unterstützung gebrauchen, die wir bekommen können. Egal ob Julian Reichelt, H.-G. Maßen, Anthony Lee...oder tausende anonymer Internet Aktivisten, die jedes Siegmund Interview hochtreiben - der aktuelle Hype ist einfach wunderbar!

Joerg

30. August 2026 20:01

Am Markt wird sich auch ganz schnell herumsprechen, dass man gutes Geld mit AfD-positiver Darstellung verdienen kann.Benjamin Berndt dürfte bisher durch die beiden Interviews mit Björn Höcke und Ulrich Siegmund eine mittlere sechsstellige Summe verdient haben. (Selbst der Spiegel hat mit seinem Hetz-Titelblatt wahrscheinlich signifikant mehr Printexemplare durch die Siegmund Fans verkauft.)

RMH

30. August 2026 20:21

"Siegmund bei Ben ungeskriptet lag deswegen in der Logik des Wahlkampfs, weil die Reichweite absehbar unfaßbar groß würde und weil Ben nicht wirklich kritisch nachhakt, sondern erzählen läßt."
Mit dieser mehr oder weniger unbearbeiteten Wiedergabe der Hauptkritik an Ben Ungeskripted würde ich mir, wenn ich Benjamin Berndt wäre, es ab jetzt 2 x überlegen, ob ich noch jemanden aus der neurechten- &/oder AfD-Blase einlade.
"er fragte nicht nach dem grundsätzlichen Unterschied zwischen einer Ost- und einer West-Sozialisation"
Was ja in der Tat vor einer GD, deren Höchstalter bei 35 liegt, auch etwas albern wäre. Wer, der heute max. 35 ist, hat noch eine klare, erste Hand BRD/ Mitteldtl.-Sozialisation? Insgesamt hat Siegmund die Euphorie & die anderen sagen sich, wie weiland G. Schröder, Mehrheit ist Mehrheit & hiefen mit Leihstimmen fast schon tot gesagte, wie die Grünen, für die Mehrheit an Sitzen im Landtag über die 5% Hürde. Hier stellt sich die NACH der Wahl einmal zu diskutierende Frage, ob es wirklich so gut war, das BSW so zu demontieren, wie es geschehen ist, denn das hilft der AfD in SA kurzfristig nicht, aber ggf. den anderen AfD Landesverbänden.

Dietrichs Bern

30. August 2026 20:30

Erneut vielen Dank für die diffenzierte Darstellung, ohne Fangehabe und mit dem notwendigen Realismus. Siegmund könnte das Problem eines Christian Lindner erleiden, weil alle Parteichefs wie Condotierres bewertet werden, bei denen für Gefolgschaft Beute erwartet und Prinzipien geringgeschätzt werden., wodurch man vielleicht Kompromisse schließt, die einen letztlich vernichten. Es bleibt spannend.

das kapital

30. August 2026 21:17

6.9. 18 Uhr Hurra, Siegmund müsste schießen, Siegmund schießt und Tor ! Tor! Tor! Mit handfester zugewandter Selbstdarstellung und ohne scharfe Rhetorik lassen sich Mehrheiten schaffen. Die Menschen erkennen so sehr, wie sie von Merz und anderen Würstchen belogen zerstört und in die Irre geführt werden. Das ist fast schon selbsterklärend. Siegmund siegt für ganz Deutschland obwohl er ja erstmal "nur" in Sachsen-Anhalt siegen wird. Die Gegner haben sich, beginnend mit Sven Hüber auf das Allererbärmlichsten entlarvt. Es ist an der Zeit, die Mauerschützen abzuwählen. Die dürfen nicht länger in Deutschland mitbestimmen und regieren. Sie sind nicht die Deiche, sondern die blutrote Sturmflut der Verelendung.

Laurenz

30. August 2026 22:30

Es funktioniert ja nur deswegen ganz gut, weil die AfD in Sachsen-Anhalt oder in Thüringen gut zusammenarbeitet. Fehler sind nicht schlimm, weil menschlich. Ich bin bereits zufrieden, wenn Siegmund die 40% knackt. ... @Joerg ... Reichelt ist der Büttel seines Investoren. Lee agiert produktiv, aber parteilos, kein Fehler. Maaßen ist extrem gefährlich. In meiner üblichen Korrespondenz mit @Franz Bettinger hatte ich bezüglich Maaßens letzte Woche einen harten Disput. Maaßen agierte als VS-Chef bis 2018 gegen die AfD. Danach versuchte Maaßen durch die Abspaltung der Werteunion der AfD Stimmen wegzunehmen, wenn ich mich recht erinnere, in Thüringen. Der Mann ist ein Trojanisches Pferd. Franz Bettinger meinte, jeder könne sich ändern. Meine Antwort war die Gegenfrage, ob Er Sich das auch bei Angela Merkel vorstellen könne? AfD-Leute auf wichtigen Posten müssen verläßlich sein. Maaßen wird das in diesem Leben nie mehr sein.

Le Chasseur

30. August 2026 22:37

@Joerg
"Man muss bedenken, dass der aktuelle MP Schulz nicht einmal gewählt wurde, sondern die Position von seiner Beutegemeinschaft geschenkt bekam."
Der MP wird vom Landtag gewählt, nicht vom Volk. Angenommen, Höcke würde morgen vom Thüringer Landtag zum MP gewählt - würden Sie das dann auch kritisieren? Dafür, dass die CDU die Schlafmütze Schulze zum MP gemacht hat, bekommt sie am Sonntag die Quittung.
@ofeelia
Das wichtigste ist die Normalisierung der Beziehungen zu Russland.

Andreas J

30. August 2026 22:50

Während die Spiegel-Attacke auf Siegmund scheiterte, konnten in diesem Wahlkampf bisher gleich zwei alternative Medien (Apollo News, Compact) einen prominenten AfD-Gegner sowie eine Grünenpolitikerin vermutlich effektiv schwächen. Interessant ist die Frage, ob die Digitalisierung, bzw. die mit ihr einhergehende Faktenbasiertheit und Informationstransparenz als notwendiges Substrat (zukünftiger) politischer Umschwünge betrachtet werden kann. Auch die Wahlniederlage der Grünen nach Senkung des EU-Wahlalters (= mehr netzaffine Wähler) könnte damit zusammenhängen. 
 

omega

30. August 2026 23:01

Vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Ich glaube, dass Siegmund den Stein ins Rollen bringen könnte – nicht weil eine einzelne Person alles verändern kann, sondern weil durch ihn etwas in Bewegung geraten könnte, das durch mehrere richtige Entscheidungen immer mehr Dynamik entwickelt.
Dass es ihm „sowieso ums ganze Land“ geht, finde ich besonders interessant. Vielleicht muss eine Veränderung nicht überall gleichzeitig beginnen. Vielleicht braucht sie zunächst einen Ort, an dem sie tatsächlich machbar ist.
Ich frage mich deshalb, ob der Osten nicht der realistischere Ausgangspunkt sein könnte. Den Osten zu verändern, halte ich für machbar. Zu glauben, man könne den Westen Deutschlands aus seinen bestehenden Strukturen herauslösen und grundlegend verändern, wäre dagegen vielleicht naiv. Aber wenn der Stein erst einmal rollt, muss der Osten nicht das Ende sein, sondern könnte der Anfang sein.
Und vielleicht liegt genau darin mein Verständnis von „Alles ist möglich“: Nicht jede Idee muss heute schon realistisch erscheinen. Entscheidend ist, ob sie etwas in Bewegung setzen kann. Vielleicht kann eine zunächst absurde Idee etwas zum Einsturz bringen, das lange als unveränderbar galt – und gleichzeitig den Raum schaffen, etwas Neues aufzubauen.

lucianocali2

31. August 2026 06:18

Auch wenn nur Nebenthema, aber vielleicht durch Siegmund und weil Schnellroda in Sachsen-Anhalt eben liegt, dann doch nicht: Alle, mit denen ich sprach, verstanden die Absage der Sommerakademie durch GK nicht wirklich. Der Altersabstand wird größer? Aber hat er tatsächlich den Eindruck, zu den höchstens 35-jährigen nicht mehr durchzudringen? Oder sie zu ihm? Will er abwarten, was rauskommt und dann nachholen? Fürchtet er große Störungen, weil die Stimmung so aufgeladen ist, auch links? GK, EK und Lehnert sind Leuchttürme. Warum ausgerechnet jetzt das Licht dimmen? Wer versteht dieses Signal?

Maiordomus

31. August 2026 06:41

@L. Dass 40% enorm wäre, in stärker maiorzorientierten Ländern wie Grossbritannien, Frankreich, Italien für komfortable Regierungsmehrheiten ausreichend, bleibt bei der von @GK massenpsychologisch treffend interpretierten Euphorie zu beachten. Es bedeutet nun aber in Deutschland kein Regieren. Erinnert sei an Bundestagswahl 1969, als der CDU bei um 45% von Präs. Nixon zum Sieg gratuliert wurde und knappe NPD-Niederlage mit um die 4,5 % die Bedingung der Möglichkeit war, dass Brandt-Scheels sozialliberale Verlierer-Koalition mehrheitsfähig wurde. Mit NPD im Parlament hätte es keinen Regierungswechsel gegeben. So oder so bleibt heute das Abschneiden von Parteien im Umfeld der Limite von 5% von massgeblicher Bedeutung für Regierungsbildung zur Erhaltung von einer Art "Beutegemeinschaft". Weil bekanntlich Wechsel-Verhinderung seit eh und je eine gewichtige Wähler-Motivation jener Gruppen darstellt, die z.B. sozialstaatlich oder betr. öffentlichem Dienst irgendwas zu verlieren haben. In modernen Demokratien wächst der Anteil der in diese Richtung Interessierten rasant!      

Maiordomus

31. August 2026 07:15

Nachtrag: Die Bundestagswahl 1969 war eine Verliererkoalition, wiewohl Brandts SPD mit ca. 42%% leicht vorwärts machte. Die FDP hingegen stürzte ab. nahe an  5%-Hürde, während CDU/CSU das heute phänomenal erscheinende  Resultat von 46,1% erreichte, so dank Total-Triumph der CSU in Bayern. Ich erinnere mich an Euphorie noch am frühen Wahlabend, auch Spaltung der FDP in einen natonalliberalen Flügel um Mende und Sozialliberale um Scheel, Baum, Augstein (als Strauss-Gegner), obwohl dieser "nationaler" blieb als Linke, welche damals wie Lafontaine und die Juso die Wiedervereinigung als reaktionär und revanchistisch abgeschrieben hatten: Eine Haltung, wogegen Brandt Reserven behielt wie gegen die die durch 68er Ungeist beflügelten Feministinnen u. Abtreibungsbefürworter, die zwar von katholischen Sozialdemokraten wie Leber, sogar auch Brandt, dessen Mutter eine Abtreibung erwogen hatte, gebremst wurden. Es gab sogar rechten Flügel SPD, der aus heutiger Sicht diesen Namen verdiente, so u.a. Peter Glotz, in St. Gallen mit Sieferle in Kontakt. Auch Wirtschaftsminister Schiller.    

RMH

31. August 2026 08:37

Ich stelle einmal 2 Aussagen aus den Kommentaren gegenüber:
@ofeliaa schreibt:"Doch dann steht noch die Durchsetzung der Remigration an, die Verhinderung der Turboeinbürgerungen, die Unterlassung finanzieller und anderer sozialstaatlicher Leistungen für Ausländer, sowie massive und weitreichende Gesetzesänderungen."
Worauf @LeC. antwortet: "Das wichtigste ist die Normalisierung der Beziehungen zu Russland."Ok, so hat halt jeder seine Prioritäten, aber das die Beziehungen zu RUS wichtiger als Remigration sein sollen, spricht für sich ... evtl. bekommt @LeC. für sein ostentatives Druschba jetzt nen ganze Satz an Tassen mit rus. Armeeaufdruck für seinen nicht ganz vollständigen Tassenschrank.
PS: Auf diesen Beitrag kann dann @Mitleser2 gleich mit seinem Lieblingswort "russophob" um die Ecke kommen, & die kleine Welt des SiN-Kommentariats ist wieder heil. Zum Glück sind wir in 1 Woche schlauer, dann wird man sehen, was aus der Euphorie geworden ist (ich hoffe, sie trägt zur Mehrheit, die Wahrscheinlichkeit sprich dagegen. Die Hoffnung stirbt aber zuletzt).

Wuwwerboezer

31. August 2026 09:28

Kleine "Einordnung" zum SPEIGEL-Kowwer: Kurbjuweit hat den linken  Fuchs im linken Hühnerstall gemacht. Die Relotiusspitze hat allein letztes Jahr wieder 11 % Auflage verloren. Strategie gegen den Absturz: sich als Platzhirsch im langfristig lohnenden Markt des Kampfes gegen die AfD positionieren, und zwar damit die indirekte Förderung der AfD in Kauf nehmend. Eiskaltes Kalkül mit Beratung vom Chefbetriebswirt. Auftakt und Reviermarkierung gegenüber allfälligen Nachahmern war das Kowwer. Damit hat K. aus wirtschaftlichem Egoismus subtil den Konsens im Kampf gegen Rächzzz aufgesprengt. Der Rest bleibt bisher mehr oder weniger altruistisch in diesem Kampf, muss aber im Sinne der "Sache" gute Mine zum bösen Spiel machen, (angebliche) "Geschlossenheit demonstrieren". Selbst Linkspartei-Bartsch, der am wütendsten von allen war, hat sich vor der Kamera diszipliniert, K. lediglich irreführend als "irre" angegriffen.

Ein gebuertiger Hesse

31. August 2026 09:35

@GK
"Aber es ist dennoch ein Unterschied, ob man auf Veranstaltungen gemeinsam akklamiert und dadurch wählt, oder ob es jeder einzelne ist, der einen zwar kurzen, aber dennoch bürokratischen Prozeß absolvieren muß, bis seine Stimme in der Wahlurne liegt. Beim individuellen Wahlgang muß die Stimmung durchtragen."
Wichtiger Punkt. Die Nebelwand, die sich in der Kabine plötzlich vor Wählern auftut, die "eigentlich ja wollen würden" aber dann doch, den kratzigenden blauen Kuli der Wahlbehörde in der Hand, einen Rückzieher machen, ist noch gar nicht richtig evaluiert worden.

Mitleser2

31. August 2026 09:35

@RMH: Habe ich irgendwo über Teilnehmer hier "russophob" geschrieben? Höchstens bzgl. gimli & Co. Ich bin allerdings weiter der Meinung, dass ein Ausgleich mit Rusland genauso wichtig ist wie Remigration und Grenzschließung etc. Ansonsten bleiben wir weiter uneingeschränkt im Einfluss der vdL-EU und der USA. Egal ob Trump, oder falls dann linke "Democrats" an die Macht kommen. Viel Spaß dabei.

RMH

31. August 2026 09:44

@omega, alte Diskussion, die ich hier wieder aufwärme:
"Ich frage mich deshalb, ob der Osten nicht der realistischere Ausgangspunkt sein könnte. Den Osten zu verändern, halte ich für machbar."
Was ist an der ehem. Herzkammer des hl. dt. Reiches bitteschön der Osten? Magdeburg liegt in etwa auf der geograf. Länge wie München (btw.: ganz D liegt auf Längengraden östlicher Länge). Dieses ewige perpetuieren der DDR-Propaganda vom Osten (die vom teilwiederver. D nur zu gerne übernommen wurde), um aus der Mitte von D Ostd zu machen, ist für eine Rechte ernsthaft fragwürdig. Ich bin grds großzügig, was die Übernahme von sog. Sprachgebrauch angeht oder von "das sagt man eben heute so". Bei allen Patrioten sollte es aber schon ein bisschen Klick im Kopf machen, bevor man vom Osten oder Ostd. spricht. Gerade Sachsen-Anhalt & Magdeburg haben für D einen Symbolgehalt von einer tiefe, welche der Gegner bewusst wegdrängt. Es ist nicht irgendein "ostdeutsches" Provinz-Bundesland. Wer in Magdeburg die Regierung übernimmt, tut dies direkt neben der Grablege von Otto dem Großen, dem Sieger vom Lechfeld! Einen größeren Symbolfaktor für eine echt-dt. Partei gibt es kaum.

Ulrike

31. August 2026 09:50

@RMH "...ob es wirklich so gut war, das BSW so zu demontieren."
Der Unterschied zwischen dem „Thüringer Weg“ und dem „Magdeburger Weg“ ist, daß beim „Magdeburger Weg“ der Bürger schon vor der Wahl vom BSW reingelegt wird:
Wörtlich heißt es unter Punkt 5 im 6-Punkte-Plan „Magdeburger Weg“ des BSW Sachsen-Anhalt vom 14.08.2026 : „Wir fordern, dass Sachsen-Anhalt den Medienstaatsvertrag fristgerecht kündigt und damit eine grundlegende Neuverhandlung der Rundfunkordnung einleitet.“ Das klingt zunächst vernünftig.
Entgegengesetzt dazu antwortete BSW-Listenplatz-1-Kandidat Thomas Schulze am 26.08.2026 auf Anfrage jedoch: Sollte eine grundlegende Reformierung ohne die vorherige Kündigung möglich sein, dann werden wir den Medienstaatsvertrag auch nicht kündigen.“
Nach der Anfrage wurde übrigens das Titelbild auf der BSW-Sachsen-Anhalt-Internetseite zum „Magdeburger Weg“ geändert: Die Gesichter der beiden BSW-Spitzenkandidaten Thomas Schulze und Claudia Wittig wurden am 28.08.2026 gegen ein Bild von Sahra Wagenknecht als kaum wahrnehmbarer Schatten getauscht...

Joerg

31. August 2026 10:32

@Le Chasseur: Bitte ersparen Sie mir Ihren Rabulismus.

Le Chasseur

31. August 2026 10:33

@RMH
"Ok, so hat halt jeder seine Prioritäten, aber das die Beziehungen zu RUS wichtiger als Remigration sein sollen, spricht für sich"
Merz & Co sind gerade dabei, Deutschland in einen Krieg mit Russland zu treiben. In diesem Zusammenhang werden Milliarden für Rüstung ausgegeben, die - teilweise über Umwege - vor allem in amerikanischen Kassen landen. Gleichzeitig ist D von russischem Gas abgeschnitten und kauft dafür überteuertes Fracking-Gas von unseren US-Freunden. Ich will nicht, dass Deutschland ein Kriegsgebiet wird, und ich will, dass D wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt. Dafür ist eine verlässliche und günstige Energieversorgung Voraussetzung. Parallel dazu braucht es einen Wiedereinstieg in die Kernenergie. Zuwanderungsstopp und Rückführung kommen gleich danach auf der Prioritätenliste.

cubist

31. August 2026 10:37

@Majordomus: Der Verweis auf 1969 zeigt eben: In der Bundesrepublik zählt die Mehrheit im Parlament, nicht die Erst- oder Zweitstimmen. 1969, 1976 und 1980 stellte man den Kanzler ohne stärkste Fraktion, wenn eine Koalition die Mehrheit hatte. Der saubere Übergang galt 1969 als Zeichen der Reife - hier von fortgesetzter "Beutegemeinschaft" zu sprechen ist Unsinn, nachdem die Union seit 1949 regiert hatte. Heute täte genau das Not! Und wir sind weniger reif als das Land 1969!
Dass ein Wechsel nach 20 Jahren einfach auch mal sinnvoll sein kann, zeigte sich, als sich die CDU danach selbst zerlegte: Trotz guter Ausgangsbedingungen scheiterte der glücklose (und auch etwas tragische) Barzel 1972, den geschwächten Brandt abzulösen (dass das nicht sauber war, korrekt). Die vorgezogene Wahl im Dezember 1972 bedeutete aber Barzels Ende. Und erst mit Kohl in den 70er Jahren gelang die Reform der CDU zur selbstbewussten Mitgliederpartei statt eines Honoratiorenvereins zur servilen Kanzlerwahl (Merkel machte das dan rückgängig).
Ebenfalls falsch: Glotz, 1969 noch in München, war kein Rechter, später auch nicht höchstens desillusioniert und dann näher bei der FDP der Freiburger Thesen.
Schiller war "ein Talent, kein Charakter" (frei nach Kraus über Heine) - brillant, aber eine Mimose. Rechts war der nicht; seine einzige Richtung hieß "Ich, Karl Schiller", da war er dem heutigen Kanzler nicht unähnlich.

Joerg

31. August 2026 10:49

@ Laurenz: 
Reichelt, Maaßen ...ich kann Ihnen nicht widersprechen. Aber auch diese Personen würden ihre großen Zahlen an Anhängern mitbringen und weitere AfD-Skeptiker umstimmen. 

Laurenz

31. August 2026 10:53

@Maiordomus @L. ... 40% & die alten Geschichten ... ich weiß das alles, &? Warum schreiben Sie mir das? Natürlich wäre es gut, wenn Siegmund alleine die Mehrheit packt, aber warum sollte ich die Kirschen so hoch hängen? Nur wer erwartet, kann enttäuscht werden. ... @RMH @Unser Freischütz ... Was hat Dessen Aussage @Ofeliaa mit russophob oder russophil zu tun? Ist Ihnen der Ernst der Situation nicht klar? Wer glaubt, ohne negative Konsequenzen aus diesem Konflikt zu kommen, kann nicht ganz dicht sein, ob im Berliner Regierungsviertel oder auf der SiN. Einen direkten Krieg halten wir keine Woche durch. Was ist denn, wenn in Schrobenhausen oder in Kiel die Oreschniks runter kommen? Nichts ist dann. Das wird der III. Krieg in Folge sein, für den Deutschland Reparationen zahlt. Deutschland wird Kriegsverbrecher, wie Merz & Scholz, ausliefern müssen, sonst knallts weiter. Das Baltikum wird es nicht mehr geben & Polen wird nur noch bis zur Weichsel reichen. Das ist die Konsequenz des Handelns der Europäer & ich bin nicht russophil. Wie Kinski sagt, die Russen werden uns auf unseren Platz verweisen. ... @LucianoCali2 ... Wie alt sind Sie? Wie viele Kinder haben Sie groß gezogen? Wie oft sitzt die Presse bei Ihnen im Gebüsch? Irgendwann ist eben Schluß. Vor allem dann, wenn man noch ein paar Jahre verdienterweise Enkel genießen will. Auch wenn ohne Deutschland alles nichts ist, Deutschland ist nicht alles.

Karl Otto

31. August 2026 11:21

Wie werden hier die aktuellen Umfragen eingeschätzt, die SPD und Grüne im Landtag sehen und damit die AfD ohne eigene mehrheit? Als Täuschungsmanöver?

Valjean72

31. August 2026 11:31

Zitat GK: "Siegmund bei Kosubek: besser nach der Wahl"
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Ulrich Siegmund war jetzt am Wochenende bei Kosubek, bzw. sie kam zu ihm nach Tangermünde, um ein Video-Interview aufzunehmen. Das Video wurde gestern auf YT ausgestrahlt und Siegmund hat sich wieder einmal sehr gut geschlagen, trotz kritischer, zum Teil mit negativer Absicht gestellter Fragen seitens Kosubeks.
 
Mal sehen was nun am Sonntag rausspringen wird. Ein knappes Verfehlen der absoluten Mehrheit wäre vielleicht sogar das beste Ergebnis, weil es dann ungeheuren Druck in die CDU hineintragen würde. Und diesen Druck wird die CDU meiner Meinung nach nicht mehr lange aushalten ...

Joerg

31. August 2026 11:38

@ Ein gebürtiger Hesse: Mit den Einknickern in der Wahlkabine sprechen Sie ein ganz wichtiges Thema an! Die linksgrünversiffte Propaganda wirkt. Darum brauchen wir abseits von kühlen Verwaltungsmenschen genau solche Typen wie Uli Siegmund, die positive Gefühle auslösen können.

Le Chasseur

31. August 2026 11:48

@Joerg"@Le Chasseur: Bitte ersparen Sie mir Ihren Rabulismus"
Angenommen, ein AfD-Politiker wäre MP und würde sich entscheiden, nach drei Amtszeiten nicht wieder zu kandidieren. Glauben Sie, der würde nicht ein paar Monate vor dem Wahltermin an einen Parteikollegen übergeben, damit der mit dem Amtsbonus in den Wahlkampf gehen kann?
Ich kann grundsätzlich verstehen, dass Sie der Ansicht sind, dass Schulze eine Legitimation durch den Wähler bräuchte. Und der Wähler wird am Sonntag ja auch die Möglichkeit haben, über das bisherige Wirken Schulzes zu urteilen. Ihre Kritik wäre angebracht, wenn Haseloff kurz nach der Landtagswahl 2021 das Szepter an Schulze übergeben hätte, und der dann fünf Jahre statt fünf Monate regiert hätte.

RMH

31. August 2026 11:51

@Mitleser2, evtl. habe ich Sie mit einem anderen, regelm. Debattenteilnehmer verwechselt, ich bitte um Entschuldigung.
Auch ich bin übrigens für langfristig wieder herzustellende, normale Beziehungen mit RUS, aber das Tischtuch ist von beiden (!) Seiten so zerissen worden, dass es aus meiner Sicht keine Prio 1 hat und schon gar nicht als erste Amtshandlung einer ggf. neuen deutschen Regierung auf der Agenda zu stehen hat. Hier bin ich auch fundamental anderer Meinung als @LeC., gerade weil wir bereits jetzt in einer kriegerischen Auseinandersetzung mit RUS sind, bei der nur noch der harte, militärische Teil fehlt, gibt es keinen Anlass, für einseitiges Appeasement. Man erbt Kriege genauso wie Schulden und entsprechend umsichtig hat man dann - im Falle eines Regierungswechsels-  damit umzugehen. Wir erben auch demontierte & in vielen Fällen bereits zerstörte Atomkraftwerke. Die können auch nicht von heute auf morgen wieder aufgebaut werden (selbst bei den wenigen Meilern, die rettbar wären, würde es Jahre brauchen, um sie wieder ans Netz zu bringen), auch hier gilt es sorgsam zu überlegen, wie man da wieder raus kommt - aber ohne Vorfestlegungen und eben technologieoffen.

Laurenz

31. August 2026 11:52

@Karl Otto ... auf Tichys können Sie eigene Prognosen abgeben. Ich warte einfach, bis die Hochrechnungen rum sind. Wir werden die Redaktion nicht überreden können, ein Wettbüro aufzumachen. ... @Joerg @L. ... Reichelt hat 565k Abos auf YouTube, immer noch weniger als Tim Kellner. Und niemand braucht sich Maaßen oder Reichelt anbiedern. Das wäre völlig sinnentleert. Wen sollen denn die Reichelt-Konsumenten oder Maaßen-Follower wählen? Die Union? Die Union will den Bürger sozialistisch enteignen, weiß also, wie man Wahlkampf macht. https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/von-der-leyen-private-bankguthaben-staatlich-lenken/ Sie, Joerg, haben Macht nicht verstanden. Nicht nur Reichelt & Maaßen biedern sich der AfD an, das macht selbst Lanz, weil er in 5 Jahren noch gerne moderieren möchte. Diese Typen bleiben aber nur Fähnchen im Wind des Zeitgeistes.

RMH

31. August 2026 12:01

@Ulrike, ich war nie ein Freund des BSW & habe das gesamt Projekt immer als Teil einer AfD-Verhinderungsstrategie gesehen. Das einzige, was mich aktuell ein Stück weit bewegt ist folgender, rein wahltechnischer Umstand (und die sich nicht festlegenden Aussagen von S.W.):
Der restliche "Block" hieft mehr oder weniger seine unsicheren Kantonisten über die 5% Hürde, lediglich die FDP hat das Verdikt, ihr seit endgültig draußen, aus unserem Club, zu spüren. Grüne sahnen sicher jeder Menge Stimmen von Leuten ab, die diese nur wählen, um eine AfD- Regierung zu verhindern. Vermutlich wählen sogar "bürgerliche" CDUler die Grünen, so wie einst SPDler großzügig die Grünen als potentiellen Partner aufbauten. Die AfD hat keinen potentiellen Partner, das BSW saugt aber vermutlich ca. 4% Stimmen ab, die dann in Sitzen im Parlament fehlen. Wenn die 2% FDPler und 4% BSWler mal echte Veränderung im Land statt nur Protest wollten, dann sollten sie AfD wählen, aber das machen sie eben nicht (Fakt!). Und so gewinnt die AfD die Wahlschlacht furios, aber verliert eiskalt den Krieg um die Regierung. Diese Frage wollte ich in die Debatte einbringen. 

RMH

31. August 2026 12:11

@Laurenz,
mal wieder bitte genauer lesen. Ich schreibe nicht, dass wir unbeschadet aus allem raus kommen (die Schäden sind bereits jetzt enorm) - die Unterstellung einer solchen Naivität verbitte ich mir. Ich habe lediglich die Prioritäten anders beurteilt. Und Ihre Oreschniks können sie sich gerne sonst wohin stecken (die meisten funktionsfähigen davon dürften bereits verballert sein). Wer im Umgang mit Russland Angst zeigt, hat schon verloren, dass gilt auch und gerade für angestrebte Friedenszeiten oder besser die Normalisierung der Beziehungen. Zuerst dürfen wir aber erst mal in unserem Land aufräumen, dazu zählt auch, dass wir die ukrainischen Männer umgehend in ihr Heimtland remigrieren, damit sie dort endlich ihren Wehrdienst leisten (das könnte auch für ein Ende des Krieges sorgen). Wie geschrieben, wir haben einen Krieg geerbt und da stellt sich nicht mehr die Frage, ist der richtig, gut oder gerecht und schon gar nicht weht man mit weißen Fahnen bei einem Land, dessen Propaganda D als FEIND markiert und nicht einfach umschwenken wird, wenn jetzt zur Abwechslung mal ne andere Partei in D regiert.

Maiordomus

31. August 2026 12:16

cubist. Natürlich kam's 69 auf netto Zweitstimmen an, sonst hätte, wie bei anderen Wahlen zur Zeit von Brandt/Schmidt, die Union mit noch weniger Ausnahmen seit 1949 durchregiert. Klar, hilft Wunsch nach Wechsel stets dem Favoriten der Opposition, was aber im herkömmlichen System mit einer Ausnahme immer mindestens einen bereitwilligen Koalitionspartner voraussetzte. Und natürlich können Sie den enttäuschten SPD-"Rechten" Glotz nicht Ihren Kriterien gleichsetzen."Rechts" hiess bei Glotz kenntnisreiches Verständnis für Vertriebene u. vernünftige Übereinstimmung mit FDP, vor allem aber ein Argumentationsniveau, von dem "rechtere" Rechte vieles lernen könnten. 
@L. Der Kommentar belehrte sie nicht, bestätigte Sie mit Details, warum Trauben für absolutes Mehr heute höher hängen. Gilt in diesem Fall für Landesebene, wo allenfalls bis 6 Parteien mitmischen. Also muss man sich auf eine Situation wie Thüringen einrichten, mit Damokles-Schwert, dass die bunte Koalition zu vieler Verlierer mal mit einer Abstimmung endet, bei der die AfD den Ausschlag geben darf.

Laurenz

31. August 2026 12:23

@RMH @Mitleser2 ... Ich weiß nicht, wo Sie leben, RMH. Die EU hat seit März 2022 bisher 220 Mrd. € Unterstützung an die Ukraine geleistet, Deutschland davon 100 Mrd. Wir unterstützen ja auch nicht Venezuela, Afghanistan, Iran oder Kuba gegen die Amis, oder? Das Prestige der EU können Sie daran ermessen, daß sich die Tage Island gegen die EU & für die Weltmächte entschieden hat. Alleine mit dem Einfrieren Russischer Aktiva bei Euroclear zwingen Berlin & Brüssel Rußland dazu, an beiden ein Exempel zu statuieren, damit jeder auf dem Planeten sieht, wo der Hammer hängt. Sie, RMH, leben im Grünen Phantasialand mit Lastenfahrrad im Fronteinsatz mit für Schwangere geeigneten E-Leos. Ich bin tatsächlich bestürzt über Ihre geo-politische Naivität. Vielleicht etwas weniger in der Kaffeestube des Gewerkschaftsbundes abhängen.

Maiordomus

31. August 2026 12:34

@Valjean 72. Mit dem genannten "Druck" sprechen Sie etwas an, was mit dem mutmasslichen Wahlresultat, es muss indes "erdrückend" genug sein, genau das bewirkt, was in diesem oder jenem Einzelfall eines Tages dann doch eine Politikwende am Beispiel eines hoffentlich relevanten Einzelproblems  mit entsprechenden Vernetzungen auslöst.
Damit ginge es um den Tatbeweis, dass eine Opposition von rechts mal wirklich was bewirkt. Wenn dies auf einem der etwa drei wichtigsten Politikfeldern des Programms Konkretes über symbolische Massnahmen hinaus bewirken könnte. entspräche dies dann etwa analog dem bisherigen Politik-Erfolg der Grünen: welcher gemessen an ihren Wahlresultaten über Jahre viel bewirkt hat, leider in zu vielen Fällen Fehlentwicklungen.  Zweifelsohne geht es oft nur darum, solche rückgängig zu machen. Das wäre freilich noch längst kein neues Deutschland., Auch kein solches " von rechts".     

tearjerker

31. August 2026 12:36

@Le Chasseur: SA ist ein abgehängtes kleines Bundesland, das den Russland-Konflikt nicht entscheiden wird. Präsenz in der Fläche, in den Kommunen gilt es weiter aufzubauen. Bundesthemen und den Weltgeschichte-Klimbim gilt es zu meiden. @DBern: Die Alternative wird mit den gleichen Institutionen regieren wie die anderen Kräfte auch. Sie begründet ihr Wachstum gerade nicht auf irgendeiner ausserparlamentarischen Gruppierung wie den MAGAs in USA, deren Figuren einen Platz in den Gremien wollen, sondern hat eine im Kern sozialdemokratische Programmatik ohne den Landfremden-Fetisch und das DiversenGedöns. Im Fall der Regierungsbildung wäre natürlich harter Gegenwind angesagt, der aber das Profil nur schärfen würde. @Hausmeier: Im alten Westen hat ausgerechnet die FDP in 66/69 und 82/83 die Umschwünge betrieben und die Sozis konnten nur 72 überzeugend mobilisieren, während man 76 wg des herabsetzten Wahlalters noch hauchdünn vorn lag und 80 dann den Gegenkandidaten wirken lassen konnte. Ihre Programmatik kommt aber ohne diese Partei aus. @lc2: spot on.

Karl

31. August 2026 12:48

Die Kritik an Ben unscripted unterschätzt das Format. Beharrlich Themen setzen, ohne den Gast zu zerlegen, bedeutet nicht unkritisch zu sein. Gerade die freundliche Hartnäckigkeit – nachfassen, den Faden nicht preisgeben, den Satz stehen lassen – ist eine Form von Wahrheitssuche. Wer das Kreuzverhör vermisst, bemisst Ben an einem Zeitungsinterview. Sein Vorgehen: der Gast darf erzählen, der Gastgeber bestimmt worüber, ist nicht naiv, sondern Methode. 
Die Reihenfolge der Formate folgt bei GK einer Kampagnenlogik: Ben jetzt, weil die Zahl stimmt; Kosubek und Amann nach der Wahl, weil dort keine wählerrelevante Reichweite, wohl aber Zitatfutter für Gegner anfalle. Das ist taktisch nachvollziehbar aber intellektuell dünn. Entweder die Aussagen halten der Öffentlichkeit stand – dann ist der Zeitpunkt zweitrangig. Oder sie halten nicht – dann schützt das Verschieben bis nach dem 6. September niemanden, es verschiebt nur die Konsequenz. Wer Interviews nach Reichweite und Risiko staffelt, behandelt das Gespräch als Taktik. Das kann man machen. Daraus begründet sich aber kein Qualitätsurteil.
Unklar ist der Rückzug von den Akademien. Die Stimmung sei gekippt, man könnte auf der Welle reiten, … man denke über anderes nach, jetzt, wo etwas durchbreche. Das erklärt den Kalender, nicht die Beendigung einer Institution. Und auffallend ist: Der Massenpsyche-Artikel analysiert Siegmund, ohne die Beziehung zu Schnellroda zu thematisieren.

Maiordomus

31. August 2026 12:50

@Cubist. Natürlich hat sich  der Begriffsinhalt von "Beutegemeinschaft" seit 1969 verändert. Es waren und sind natürlich nicht immer die gleichen Gruppen von Profiteuren. Vor allem sind es, beim Wachstum der Staatstätigkeit, sehr viele ganz neue Gruppen, zumal die seit 1968 entdeckten "Minderheiten aller Art", wohingegen die deutschen Vertriebenen im Vergleich zu den heute "Geflüchteten" genannten kaum mehr gross relevant zu sein scheinen. Der Faktor "Staat als Beute" galt natürlich fast unübertrefflich zur Zeit des Nationalsozialismus, wurde deshalb ursprünglich etwas rückgebaut, so zum Beispiel was Propaganda und Kultur betraf; dann aber mit linken und linksaffinen Regierungen wieder in in einem neuen Geiste ausgebaut. Merkel hat hier wohl auch DDR-Erfahrungen mit eingebracht. Den Etatismus musste ihr niemand mehr beibringen.

Ulrike

31. August 2026 12:53

Nachtrag „BSW Sachsen-Anhalt“: Das BSW traut sich nicht, mit der Migration eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf anzusprechen. Im Landtagswahlprogramm werden unter dem Punkt „Migration – Realismus schafft Akzeptanz“ Arbeitsmigration und illegale Masseneinwanderung quasi in einen Topf geworfen. Asylmißbrauch wird in einem Halbsatz abgehandelt. BSW-Listenplatz-2-Kandidatin Claudia Wittig würde gegen die Verpflichtung von Asylbewerbern zu gemeinnütziger Arbeit stimmen.
BSW-Frau Wittig teilt die Bürger im Gespräch mit der ZEIT übrigens ein in „...das jüngere, urbane Akademiker-Milieu und Menschen, die neu in der Politik sind, aus dem ländlichen Raum stammen, keinen akademischen Hintergrund haben, aber die tägliche Arbeit im Land leisten.“ Das klingt ein wenig nach „Völkerrechtler und Hühnerzüchter“...
Daß Sahra Wagenknecht in ihrer eigenen Partei, deren Umbenennung man Ende 2025 bereits beschlossen hat aber erst im Oktober 2026 nach den Wahlen umsetzen will, nur noch als Gast geduldet wird und quasi als „Didi Hallervorden des BSW“ durch Sachsen-Anhalt tourt – geschenkt.

Ekstroem

31. August 2026 14:25

Wir brauchen "Typen wie Uli Siegmund, die positive Gefühle auslösen können." Zusimmung @Joerg. Ein ähnlicher Typus ist Jean-Pascal Hohm, der Chef der AfD Jugend. Diese Ähnlichkeit ist mAn wichtig und nicht zufällig. Dies ist keine bloße Äußerlichkeit.

Wahrheitssucher

31. August 2026 14:51

@  "Das wichtigste ist die Normalisierung der Beziehungen zu Russland."
Wie richtig und wie wahr! Warum begreifen das hier einige nicht, vor allem der Teilnehmer und Vielschreiber RMH?
Es geht um nicht weniger als um die Frage Krieg oder Frieden!
Dass wir noch nicht in einem Krieg sind, ist nicht zuletzt der Besonnenheit der russischen Führung zu verdanken... 

Mboko Lumumbe

31. August 2026 14:54

Die linke Union der Scheinkonservativen wird es zerreissen und das ist nötig und unabwendbar. Danach ist es egal, wer gute und richtige (rechte) Politik bietet und macht für unser Land und Volk. Dafür braucht es keine AfD und hoffentlich kommt es (noch) nirgends zu einer AfD-Regierung oder Beteiligung. Es sollen weiterhin diejenigen, die für die linken Zustände verantwortlich sind, diese ausbaden und immer tiefer sinken im Ansehen durch das Volk (das sie verachten). Die Verachtung der Verantwortlichen durch das Volk hingegen muss noch sehr viel größer werden und das wird es von ganz allein, wenn sie gezwungen sind weitermachen. Eine jetzige AfD-Regierung oder Beteiligung wäre deren billige Chance dem zu entkommen und alles auf die AfD und deren Menschen zu schieben. Genau darauf hoffen die Brandmaurer und Linksfaschisten jeder Couleur insgeheim und versuchen es ja bereits. Es ist noch nicht soweit im Land und es braucht noch viel mehr Druck auf dem Kessel beim Volk. Auch und gerade jetzt in der Euphorie im Osten, weil desto größer der Frust und steigender Druck dort. Es ist zu früh, den brandmauernden Linksfaschisten in den Arm zu fallen. Lasst sie machen und weiter fallen. Doch die Zeit kommt und dann wird politisch aufgeräumt und umgewälzt und das Volk steht dahinter und alles Linksfaschistische wird sich verstecken und keiner will es gewesen sein – wie damals. Dann kommt der große erfolgreiche Umbruch und der wahre Wandel. Alles ist möglich!

NC472

31. August 2026 14:58

"Was genau, wie genau, mit wem nochmal, und: Was geht überhaupt? Unerheblich in der jetzigen Phase, wirklich unerheblich."
Von der propagandistischen Perspektive gesehen haben Sie recht; in der jetzigen Phase geht es primär darum. dem Wähler "Hoffnung" auf "etwas anderes" zu geben und ihn in die Wahlkabinen zu treiben, um den Versagern die Legitimität, legalistische Handlungsfähigkeit und finanzielle Absicherung der Mitläufer, Opportunisten und wahren Gläubigen und damit deren Rekrutierungs Potential zu rauben.
Was aber jedem klar ist, der die Propaganda durchschaut und die Realität im Blick hat, dass die Partei AfD die Fehler über die letzten 80 Jahre nicht umdrehen kann. Die BRD ist mit Merz und Klingbeil auf Grund gelaufen und am absaufen. In den letzten 12 Monaten sind mehr Bundesanleihen Auktionen gescheitert als in den letzten 50 Jahren zusammen. Und egal ob mit einem Preußenschlag-lite bei AfD Erfolg oder mehr und mehr instabilen Koalitionen (inkl. AfD) auf Länder und Bundesebene, der "Markt" sieht klar, dass die BRD keine Zunkunft mehr hat, und mit dem Ende der BRD wird auch Frankreich, Italien und die EU mit absaufen.

Joerg

31. August 2026 15:06

@ Laurenz: Wenn Sie so eine strenge Gesinnungsprüfung machen, werden Sie schnell ganz einsam sein. Der Zeitgeist lässt niemanden ganz unbeeindruckt.

Majestyk

31. August 2026 15:09

Thüringen ist die Mitte Deutschlands. Gibt nur eine Berechnungsmethode, mit der man beim Mittelpunkt in Hessen landet, ansonsten ist es Thüringen. Die Mitte kann nie der Osten sein. Berücksichtigt man das historische Deutschland, sind Länder, die aus der ehemaligen DDR entstanden eh nicht der Osten. RMH liegt richtig, Ostdeutschland ist ein Begriff der SED-Propaganda. Die Übernahme solcher Geschichtsverfälschungen verbietet sich eigentlich für SED-Gegner.
Desgleichen gibt es andere Prioritäten als außenpolitische Beziehungen. Die regeln sich irgendwann. Es kann aber nicht angehen, daß nur Deutschland auf Rußland zugehen soll. Rußland ist kein armes Opfer. Es verfolgt sehr wohl eigene politische Ziele und die sind ziemlich oft nicht im westeuropäischen Interesse. Wenn Rußland endgültigen Frieden will, soll es aufhören gegen andere europäische Länder Krieg zu führen, Migranten in die EU zu schleusen und seine hybride Kriegsführung gegen westliche Länder beenden. 
@ Mitleser2:
Wichtig wäre, daß Trump, Vance usw. in Europa endlich stabile, verläßliche Partner bekommen, um jene linkstransatlantische Achse zu zerschlagen. Rußland hat daran kein Interesse. Im Gegenteil, der Niedergang des Westens und die Erosion westliche Sicherheitsstruktur sind Rußlands und Chinas Chance. Schon streckt China seine Hände nach Südkorea und Taiwan. Wem billiges russisches Gas wichtiger ist als ein Sieg über die Linken und Entislamisierung, kann gleich schonmal den Koran lernen und den Kotau üben.

Joerg

31. August 2026 15:11

@ Le Chasseur: Parteien gehen nun mal mit einem Spitzenkandidaten in die Wahl, der - siehe Ulrich Siegmund, ganz enorm zum Erfolg beitragen kann. Dass der gewählte MP während der Legislatur ohne Not, gesundheitliche Gründe beispielsweise, alle immensen Befugnisse an eine ganz andere Person übergibt, ist Feudalismus pur.

Majestyk

31. August 2026 15:26

Was die Verteilung vom Bärenfell betrifft, würde ich noch warten. Ohne absolute Mehrheit kann die AfD nicht regieren und danach geht der Tanz ja erst richtig los. Maiordomus hat richtig erkannt, die 5-Prozent-Hürde ist der Schlüssel. Deswegen wird ja derzeit vorgeschlagen jene fallenzulassen. Von der Möglichkeit Gesamtdeutschland entscheidend gestalten zu können ist die AfD noch weit entfernt. Mit einem symbolträchtigen Achtungserfolg von 40 plus x wäre ich schon sehr zufrieden. Der setzt die Union deutlich mehr unter Druck als eine absolute Mehrheit der AfD. Die würde man vermutlich eh nutzen, um deren Wähler und das Land Sachsen-Anhalt zu bestrafen.
Nichts wäre im Übrigen wichtiger als dem linken Apparat den Geldhahn abzudrehen. Wenn man politisch eine Stellung erobert ist die wichtigste Maßnahme dafür zu sorgen, daß man die Stellung auch halten kann, dazu gehören auch Maßnahmen, um die Wirtschaft drin zu halten und Arbeitsplätze zu erhalten. Der nächst wichtige Schritt ist die Veränderung demografischer Faktoren, damit Deutschland als Land der Deutschen erkennbar bleibt. Da eigene Geburten selbst im Erfolgsfall erst in Dekaden Früchte tragen, wird man um Remigration nicht drumherum kommen. Egal welchen Begriff man benutzt, egal welche juristischen Winkelzüge es braucht. Merkels Grenzöffnung muß weitestgehend rückgängig gemacht werden, ansonsten ist jede politische Arbeit langfristig umsonst. 
Ob ich an all das glaube ist eine andere Frage.

MARCEL

31. August 2026 15:27

Ich staune und bewundere den Optimismus, den ich schon lange nicht mehr habe.

RMH

31. August 2026 16:00

@Wahrheitssucher, ich hab klar & deutlich geschrieben, dass ich auch für normale Beziehungen zu RUS bin, leider ist das aktuell eine Vision für die Zukunft. Unsere Regierung, von der Mehrheit gewählt & in diesen Punkten auch noch durch Wahlen klar bestätigt, unterstützt seit langem eine Kriegspartei, was ein Fakt ist, den man nicht wegdiskutieren kann. Es hat NICHTS mit einer etwaigen Umsicht Russlands zu tun, dass es auf uns keine Bomben hagelt, sondern zum einen damit, dass die NATO nach wie vor stark genug ist & wir Länder wie Polen zwischen uns & der russ. Einflusssphäre haben. Zum anderen hat China so viel bei uns & in Europa bereits eingekauft & investiert & lebt nicht schlecht vom Export nach Westeuropa, dass sie den russischen Kläffer zwar kräftig bellen, aber in Bezug auf weitere Länder als die Ukr. nicht beißen lassen.
@Majestyk hat daher vollkommen recht, eine Normalisierung kann es dann gerne geben, wenn RUS endlich aufhört, schwachsinnige Kriege zu führen & seine Nachbarn zu bedrohen.
@Laurenz, warum holt RUS dann nicht "den Hammer" raus? Weil es im Gegensatz zu ihren vor 4 Jahren geäußerten Phantasien vom Durchmarsch bis nach Lissabon eben Lichtjahre davon entfernt ist. Wer mit RUS auf dem Niveau des Schwachredens von D verhandeln will, der braucht gar nicht mehr verhandeln, der bekommt Diktate. & etwas diktiert zu bekommen, ist gerade kein "normales" Verhältnis zu einem Land.

Le Chasseur

31. August 2026 16:21

@Joerg
"Dass der gewählte MP während der Legislatur ohne Not, gesundheitliche Gründe beispielsweise, alle immensen Befugnisse an eine ganz andere Person übergibt, ist Feudalismus pur."
Vielleicht liegen ja gesundheitliche Gründe vor? Der Mann ist immerhin 72 Jahre alt.
Haseloff hat die Befugnisse auch nicht übergeben, sondern der CDU-Fraktion Schulze als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Möglicherweise war es aber auch andersrum, Haseloff wurde von der Partei/Fraktion zu dem Schritt gedrängt? Anschließend musste sich Schulze jedenfalls im Landtag zur Wahl stellen. Mit Feudalismus hat das nichts zu tun. 

Majestyk

31. August 2026 16:33

@ Joerg:
"@ Laurenz: Wenn Sie so eine strenge Gesinnungsprüfung machen, werden Sie schnell ganz einsam sein. Der Zeitgeist lässt niemanden ganz unbeeindruckt."
Das hat mit Gesinnungsprüfung nichts zu tun. Niemand der bei Trost ist, steckt sich freiwillig einen falschen Fuffziger ins Portemonnaie. In diesem speziellen Fall ist der Fuffziger auch noch auffallend schlecht gedruckt. 

deutscheridentitaerer

31. August 2026 16:34

Siegmund finde ich mittlerweile auch super, sein Normalocharme im Verbund mit, ich sage mal, Vorfeldfiguren mit  ist genau das richtige. Ein Sieg in Sachsen-Anhalt halte ich auch für äußerst wichtig und ein NIchterreichen der absoluten Mehrheit könnte ein kurzes Zeitfenster schließen. Mal davon abgesehen, dass der harte Teil so oder so erst nach der Wahl beginnt.Aber obwohl ich deshalb auf einen Sieg hoffe, gibt es mittlerweile, im Vorhof zur Macht, bedenkliche Tendenzen. Tillschneider kenne ich seit Jahren als intellektuelles Schwergewicht. Umso befremdlicher ist seine absurde Russophilie,, worauf sich RMH bereits mit der Roten-Armee-Tasse bezogen hat. So etwas kann man einem Facebookboomer gerade noch nachsehen, aber doch nicht einem Mann in der Position Tillschneiders. Das ist so eine unnötige Flanke, die man sich jahrelang im Ghetto leisten konnte, aber nicht wenn man staatspolitische Verantwortung übernimmt.
 
 

heinrichbrueck

31. August 2026 16:38

@ Majestyk
Meinen Sie den Islam oder islamische Praktiken bei der Durchsetzung moralischer Rechtschaffenheit in den jeweiligen Ländern? Europa hat seine hohen moralischen Standards verloren (wie Kleidungsstil und Pornographie beweisen). Es gibt zwei Möglichkeiten der Sexualmoral: 1. Jungfräulichkeit und Ehe, 2. Epstein Island. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich hege keinerlei Sympathie für irgendeine Form des Islams, aber deren Frauen werden biologisch-kulturell nicht zu Prostituierten degradiert. Liberale Lösungen habe ich noch keine gehört.  

Majestyk

31. August 2026 16:51

@ Mboko Lumumbe:
"Die linke Union der Scheinkonservativen wird es zerreissen und das ist nötig und unabwendbar."
Wer nach 2005 in die Union eingetreten ist, der ist höchstwahrscheinlich Merkelianer. Selbst vorher war man mit Schäuble und Co. einverstanden. Selbst wenn die Union Mitgliederverluste verzeichnen muß, wird der Rest ausreichen, um die Linken in den Regierungen zu halten. Es ist auch mitnichten so, daß die ganze Jugend AfD wählt. 37 Prozent der Frauen unter 25 wählten bei der letzten Bundestagswahl die Linke, also SED, bei den Männern unter 25 waren es 18 Prozent. Von wirtschaftlichen Krisen profitieren linke Heilsversprecher überproportional. Hat einerseits mit dem Wesen junger Menschen zu tun, die Welt retten zu wollen, andererseits sind die Jungen von Krisen am Arbeitsmarkt und Wohnungsnot besonders stark betroffen. Wie neulich schon angesprochen wählen die Migranten, insbesondere die Muslime ebenfalls gerne links. Ich will den Optimisten ja keine Zitrone ins Glas gießen, aber wenn Ihr alle Euch mal nicht verkalkuliert. Selbst in Sachsen-Anhalt hat mehr als die Hälfte der Wähler nicht vor die AfD zu wählen, im Westen ist die AfD von Werten um die 40 Prozent noch meilenweit entfernt. Im Westen leben aber mehr als 80 Prozent aller Wähler. 

Dietrichs Bern

31. August 2026 17:05

@heinrichbrueck: Das was Sie über Frauen im Islam schreiben erscheint doch kurios. Die weit verbreitete Verheiratung minderjähriger Mädchen mit älteren Herren ist doch recht speziell, wenngleich dies sicher nur von AFD und CDU generell abgelehnt wird. Das gleiche gilt für die Verheiratung naher Verwandter (die gesundheitlichen Folgen, wären für das Gesundheitswesen, z. b. In Städten wie Berlin, Duisburg oder Köln, sicher einer Untersuchung wert). Ich kann da nichts positives finden.

Majestyk

31. August 2026 17:09

@ heinrichbrueck:
Auch in islamischen Ländern gibt es Prostitution, nur eben illegal, vom Senegal abgesehen. Im Iran prostituieren sich Millionen von Ehefrauen. Dort gibt es auch das Prinzip der Zeitehe/ Sighe, ab 30 Minuten aufwärts. Moslems saufen, kiffen, koksen und huren wie alle anderen auch. Komisch auch, daß muslimische Clans den deutschen Luden als Puffbetreiber abgelöst haben, nun eben mit importierten Zwangshuren. Was sind eigentlich Kinderehen in Ihren Augen? Schonmal von den Grooming Gangs bei Birmingham gehört?
Ich darf ja hier nicht wie ich will, aber wenn Sie deutschen Frauen wieder den jungfräulichen Gang in die Ehe verordnen wollen, dann viel Erfolg beim Einsammeln weiblicher Stimmen. Und wenn Sie libertäre Ideen mit Kriminalitätsignoranz gleichsetzen kann und will ich Ihnen nicht weiterhelfen.

Joerg

31. August 2026 17:12

Die Massenpsychose, das Hoffen auf den Beginn eines blauen Wunders ist so wohltuend im Vergleich zu dem ganzen Klein-Klein bei den "Konservativen": Gerade habe ich auf YouTube gesehen, wie Jürgen Elsässer und Compact in einem Beitrag von NIUS vollkommen im Ernst als "rechtsextrem" bezeichnet wurden. Oder Jasmin Kosubek, die ständig klarzumachen versucht, dass sie selbst ja nur Fragen stellt und nicht so denkt wie der böse rechte Gesprächspartner. Das ist alles so irrsinnig. "Richtig" rechtsextrem sind immer die anderen.

RMH

31. August 2026 17:33

"37 Prozent der Frauen unter 25 wählten bei der letzten Bundestagswahl die Linke, also SED, bei den Männern unter 25 waren es 18 Prozent. Von wirtschaftlichen Krisen profitieren linke Heilsversprecher überproportional."
@Majestyk, heute wurden die Zahlen der sog. U-18 Wahl in SA veröffentlicht. Die haben die Linken mit 33,1 % deutlich vor der AfD (22,1%) gewonnen. Gibt also viel zu tun, den Linkstrend einzudämmen. 

Joerg

31. August 2026 17:50

@Majestyk und Laurenz: Ich habe wirklich NULL Sympathie für Maaßen (oder Julian Reichelt, NIUS usw.)
Wenn man Reichweite und Anhängerschaft und kompetente Mitarbeiter nur aus einem engeren Kreis von Vertrauten gewinnen könnte, wäre es besser. Aber ich bin skeptisch. 
Der einzige "gegnerische" Politiker, den ich gern für die Sache der AfD gewinnen würde, wäre Mathias Brodkorb. Einfach aufgrund seiner überragenden Kompetenz.

Mitleser2

31. August 2026 18:57

@Majestyk: "Von wirtschaftlichen Krisen profitieren linke Heilsversprecher überproportional." Mag bei jungen Leuten und besonders Frauen so sein. Ändert aber nichts, dass sie sich damit eben selber mittelfristig schaden. Und wenn es so ist, kann man nur schulterzuckend sagen, ihr habt es so gewollt. Und unser Unbildungssystem wird den Niedergang noch stark beschleunigen. Dann sehen wir weiter. Trotzdem braucht es eine starke AfD, und nur in Mitteldeutschland kann das anfangen. 

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