West und Ost

Ulf Poschardt hat gerade Höcke (oder mich) für verrückt erklärt, weil Höcke mein Editorial aus der 133. Sezession mit einer gelben, zustimmenden Markierung bei X veröffentlichte. Es geht dabei um folgende Passage, die in drei groben Strichen eine der Verhaltenskurven nach der Wende von 1989 skizziert: "Aus der Nachahmungsbegeisterung der Ossis ist eine Nachahmungsskepsis geworden, und in vielen Bereichen haben wir es sogar mit Nachahmungsverweigerung zu tun."

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Die­ser Gedan­ke und die Begriff­lich­keit der “Nach­ah­mung” des (sieg­rei­chen) Wes­tens durch den (unter­le­ge­nen) Osten stammt (das weiß Pos­ch­ardt natür­lich nicht) aus dem Buch Das Licht, das erlosch von Ivan Kras­tev und Ste­phen Hol­mes, das es als Taschen­buch noch immer zu kau­fen gibt. Es ist eines der erhel­lends­ten Bücher über den Nie­der­gang der libe­ra­len Idee nach andert­halb Jahr­zehn­ten ihrer unein­ge­schränk­ten Herr­schaft, die man auch als “Ende der Geschich­te” bezeich­net hat­te. Kras­tev und Hol­mes exer­zie­ren die­sen Gedan­ken­gang an Ruß­land und Ungarn und an den mit­tel­deut­schen Län­dern durch.

Pos­ch­ardt, ganz Krie­ger des Wes­tens, irrt als einer, der sich die Vor­wen­de-BRD zurück­wünscht, wenn er denkt, daß sich jemand die DDR zurück­wün­sche. Aber eine erfah­rungs­s­at­te Kor­rek­tur des rein west­li­chen Weges – das wünscht man sich durch­aus dort, wo man ihn zuerst begeis­tert und auf­at­mend nach­ah­men woll­te, dann skep­tisch wur­de und sich nun zu ver­wei­gern beginnt, um vom Vater­land zu ret­ten, was noch zu ret­ten ist. Von Spal­tung redet dabei niemand.

Kurz­um: Die­ser Gedan­ke ist beden­kens­wert. Hier nun das Edi­to­ri­al, und hier geht es zur Druck­aus­ga­be.

– –

West und Ost

Im Gespräch mit Roger Köp­pel, dem Chef­re­dak­teur der Welt­wo­che, gab Björn Höcke zu Pro­to­koll, daß er die deut­sche­ren Deut­schen im Osten und die ame­ri­ka­ni­sche­ren im Wes­ten ver­or­te, und daß die­ser Umstand das unter­schied­li­che Wahl­ver­hal­ten, den kla­re­ren Ost- und den moral­blin­de­ren West-Blick auf die sub­stan­ti­el­le Bedro­hung der Deut­schen als Volk zu erklä­ren helfe.

Kei­ne Aus­sa­ge aus Höckes über zwei­ein­halb­stün­di­gem Gespräch ist so hef­tig skan­da­li­siert wor­den wie die­se: Er spre­che dem Wes­ten ab, deutsch zu sein, hieß es, und er trei­be den Keil, der West und Ost spal­te, tie­fer in den Riß. Ein­ge­üb­te Refle­xe funk­tio­nier­ten: Es sei der „ame­ri­ka­ni­sche­re Wes­ten“ gewe­sen, der den Osten nach der Wen­de finan­ziert und auf­ge­baut habe, und der Dank dafür sei­en Ruß­land­blind­heit, Undank­bar­keit und die über­heb­li­che Behaup­tung, man sei poli­tisch wei­ter, wacher, verantwortungsbewußter.

Indes: Was Höcke ansprach, ist ein alter Zopf. Daß die re-edu­ca­ti­on, die Umer­zie­hung der Deut­schen ein von den US-Ame­ri­ka­nern ange­sto­ße­nes und durch­ge­führ­tes und von den Deut­schen über­nom­me­nes und per­fek­tio­nier­tes Mit­tel der poli­ti­schen Indok­tri­na­ti­on war und ist, haben nicht nur kon­ser­va­ti­ve, rech­te Wis­sen­schaft­ler und Publi­zis­ten beschrie­ben. Deutsch­lands Wes­ten war nach 1945 das idea­le Expe­ri­men­tier­feld für den inne­ren, den geis­ti­gen, den men­ta­len Umbau einer Gesellschaft.

Er war es, weil die Natio­nal­so­zia­lis­ten Stoff genug für eine scho­ckie­ren­de Erzäh­lung und für die mora­li­sche Schei­dung his­to­ri­scher Abläu­fe in gut und böse, weiß und schwarz gelie­fert hat­ten. Er war es außer­dem, weil die West­al­li­ier­ten auf­grund der bedin­gungs­lo­sen Kapi­tu­la­ti­on Deutsch­lands die Bedin­gun­gen für den Um- und Neu­bau der Gesell­schaft im Wes­ten mit nie­man­dem aus­han­deln mußten.

Die Sowjet­uni­on konn­te und durf­te das in Mit­tel­deutsch­land auch, der Osten war sowie­so als Aus­gleich für die West­ver­schie­bung Polens vor­ge­se­hen und wur­de eth­nisch gesäu­bert. Mit­tel­deutsch­land also, den „Osten“ nen­nen wir es mitt­ler­wei­le. Jeden­falls: Der Zugriff der Sowjets war hart, das Gebiet der spä­te­ren DDR wur­de gründ­lich aus­ge­plün­dert und erhielt rasch und kon­se­quent eine sozia­lis­ti­sche Staats­struk­tur. Man nag­te das har­te Brot der Besat­zung und bekam davon am 17. Juni 1953 noch ein­mal vor­ge­legt, als sowje­ti­sche Pan­zer und Batail­lo­ne den Auf­stand niederschlugen.

Im Wes­ten trank man im Gegen­satz dazu ein süßes Gift: Die Kon­struk­teu­re der Umer­zie­hung gin­gen sub­til vor und sorg­ten dafür, daß die gewünsch­ten Erzäh­lun­gen den Weg über die Uni­ver­si­tä­ten und die Leh­rer­aus­bil­dung, den Jus­tiz­ap­pa­rat und die Ver­wal­tun­gen nahmen.

Das Ange­bot lau­te­te, daß man mit dem deut­schen Lebens­aus­druck von vor 1945 nicht viel zu tun haben müs­se, mit­hin von ganz ande­rem Schla­ge sei und mit gekapp­ter Wur­zel schö­ner blü­hen kön­ne. Man dür­fe sich auf die Sei­te der Sie­ger schla­gen und Hit­ler noch etli­che Male besie­gen: durch Bekennt­nis, selek­ti­ve Geschichts­wahr­neh­mung, ein­deu­ti­ge Schuld­zu­wei­sung, Ver­ur­tei­lung der frü­he­ren Gene­ra­ti­on und unaus­ge­setz­te Bekämp­fung des­sen, was man das deut­sche Täter-Gen nen­nen müs­se und des­sen Spur sich wie bei kei­nem ande­ren Volk durch die Epo­chen schlän­gel­te, bis sei­ne Trä­ger zwi­schen 1933 und 1945 voll aus­ge­men­delt den Völ­ker­mord began­gen hätten.

Wir sehen, wor­auf es hin­aus­läuft: Geschichts­po­li­tik und Ver­gan­gen­heits­po­li­tik sind des­halb so wich­ti­ge Poli­tik­fel­der, weil sie den Blick len­ken und Selbst­be­wußt­sein stif­ten oder beschä­di­gen. Der Wes­ten hat den ame­ri­ka­ni­schen Blick auf die deut­sche Geschich­te über­nom­men und möch­te sich auf­lö­sen, der Osten den der Rus­sen nicht. Wäh­rend der Nach­wen­de­eu­pho­rie trat die­ser Umstand nicht deut­lich zuta­ge. Er tut es jetzt, weil die Eupho­rie längst ver­flo­gen ist und der Osten im Wes­ten gera­de geis­tig nicht fand, was er suchte.

Aus der Nach­ah­mungs­be­geis­te­rung der Ossis ist eine Nach­ah­mungs­skep­sis gewor­den, und in vie­len Berei­chen haben wir es sogar mit Nach­ah­mungs­ver­wei­ge­rung zu tun. „Im Osten war nicht alles schlecht“ ist die popu­lärs­te Phra­se, die ihren Ursprung in die­ser Ver­wei­ge­rung hat. Dar­aus sind der kla­re­re Blick und der poli­ti­sche Trotz ent­stan­den, aber auch die genaue­re Prü­fung und Teil­ab­leh­nung der west­deut­schen Bestän­de. In die­sem Sin­ne sind es die noch immer suchen­den Deut­schen, die im Sep­tem­ber viel­leicht für his­to­ri­sche Wahl­er­geb­nis­se sor­gen werden.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

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Kommentare (80)

RMH

31. August 2026 23:15

Ich verstehe Poschardt nicht in dem Sinne, dass er wegen des Inhalts des Editorials zum Ausspruch "verrückt" gekommen ist sondern vielmehr deshalb, weil B. Höcke offenbar den Zerfall des wiedervereinigten Deutschlands nicht mehr komplett ausschließen will. Und dieses leise Berühren der Klaviertaste mit dem Ton eines möglichen Abfalls von Teilen oder allen der sog. neuen Länder überspannt den Bogen dann schon deutlich. Natürlich bietet dieses "antweeten" alle Möglichkeiten zum "war nicht so gemeint" etc Rückzug, aber in der Tat, als maßgeblicher Politiker einer Partei mit gesamtdt. Anspruch solche Töne leise rauszulassen, kann dann schon mit "verrückt" kommentiert werden.
Zum Editorial selber, welches ich bereits im gedr. Heft gelesen habe, schreibe ich zunächst noch nichts und warte die Kommentare ab.

Dietrichs Bern

31. August 2026 23:34

Lieber Götz Kubitschek, heute wurde in einer Stadt in der Nähe jemand mit einer Axt im Kopf gefunden. Vor ein paar Wochen wurde auf meinem Heimweg jemand mittels Maschinenpistole aus einem Taxi gemäht. Meine Kinder sind zu 8 Deutschen in einer Klasse von insgesamt 30. Mein Arbeitgeber erfreut mich jeden Tag mit Gender und chichi. Meine Rentenauskunft ist eine Provokation, mein Arbeitsweg ein Ritt durch verfallende Infrastruktur, wenn ich die Stadt betrete, begegne ich Menschen, denen man besser aus dem Weg geht, Dreck, Drogenhandel und Abstieg. Ich will nicht sagen, dass Ihre Gedanken und die von Herrn Höcke unwichtig wären, aber die Prioritäten müssten deutlich woanders liegen.

Zauberer von Oz

1. September 2026 00:05

Selbst mehrere Schwalben machen noch keinen Sommer...

Argus

1. September 2026 00:23

Trotz aller "Nachahmungsskepsis", verehrter GK, wird's aller spätestens am Montagmorgen, 7.9.26, nach Auszählung der sogen. "Briefwahlstimmen", nicht zur absoluten AfD-Mehrheit in S-A reichen. Die Auguren der "Meinungsforschungsinstitute", Westzonen-beheimatet, geben's zum Wochenanfang bereits vor, so dass das Auszählungsergebnis  dieser erneuten Farce nicht zur Besorgnis erregenden Verwunderung in "Good Old Western Germany" führen wird. Aber immerhin, die AfD wächst und wächst in Mitteldeutschland. Sie wird schon danach in Meck-Pomm sowie Berlin noch viel klarer auch nix nach der Wahl in Machthänden halten dürfen, und so ist das Wahl-Jahr 2026 kein verlorenes, dennoch erneut ein zur D-Rettung kein beschleunigendes. Leider. Das  Personal des jüngst gewählten AfD-Bundesvorstandes in diesem Jahr 2026 ist ein bisschen mehr in Richtung D-Rettung geschlüpft. Die FPÖ-Kanzlerschaft in Wien wirds nur noch für uns Deutsche richten können.

ede

1. September 2026 01:37

Das mit den verschiedenen Nachahmungskategorien des Ostens: Begeisterung, Skepsis und schließlich Verweigerung, halte ich für eine völlig überzeugende Verbildlichung des Ost-West Unterschieds.
Es entspricht jedenfalls meinen persönlichen Erfahrungen. 
Ergänzend möchte ich darauf hinweisen, daß der freundlichen Vorzugsbehandlung der Westdeutschen durch den Kriegsgewinner, verbunden freilich mit den genannten Waschungen und Ölungen, handfeste geopolitische Zwänge zu Grunde lagen. 
Stalin war noch am Leben und an der Macht, und niemand wusste, ob er der Roten Armee nur eine kurze Kampfpause auf dem Weg nach Westen gönnen wollte. 
Mag sein, das die zwei Atombomben auf japanische Städte, oder der noch lebendige Ruf der Wehrmacht, Stalin abgeschreckt haben. Die V2 Ingenieure wurden auch freundlichst, vorerst jedenfalls, in Amerika integriert. 
Die Grundlage für diese schöne, vernünftige und wohlstandssatte Verbundenheit fiel aber 1990 weg. Der Feind im Osten war endgültig besiegt. Der Weg in die Gegenrichtung frei. Erstmal jedenfalls. 
Was meinen Sie, RMH? 
 

das kapital

1. September 2026 06:06

Deutschland braucht Vorbilder und es bekommt sie nicht mehr. Da gibt es nichts Nachahmenswertes mehr, sondern nur noch Verabscheuungswürdiges. Soll man etwa Merz nachahmen, Merkel, von der Leyen, Söder, Bas, Klingbeil, Esken, Aiwanger, Karl Napf oder wen. Mett Mario? Ooch nich. Einem Ulli Siegmund immerhin folgen Tausende, weil er authentisch i s t und sich authentisch inszeniert. /// Der Westen ist ooch nicht besser. Das ist es, was jeder Ostdeutsche des Jahres 2026 sicher erkennen kann. Das Joch der Roten Armee ist zwar abgeworfen. Statt dessen hat der Westen den Osten nun als Rindvieh in den Ochsenkarren der NATO eingebunden. Das Joch ist nicht abgeschüttelt, es heißt jetzt nur anders. Erst sollten hier alle Krieg gegen den Kapitalismus führen. Jetzt sollen hier alle gefälligst Krieg f ü r den Kapitalismus führen.Ein Leben ohne staatlichen und parteilichen Machtmissbrauch gibt es auch im Westen nicht. Die wirtschaftliche Existenzgrundlage von Mittelschicht und Mittelstand ist jetzt auch noch verfallen. Was bringt es da noch, sich von skrupellosen und empathielosen und hirnlosen Wessis wie Merz unterjochen zu lassen? Nischt. Bei Honecker und Mielke waren die Züge pünktlicher als bei einer Regierung aus CDU CSU und SPD. Die sichere und bezahlbare Energieversorgung funktioniert nach der Nordstream-sprengung ooch nich mehr.

Maiordomus

1. September 2026 07:11

Es ist eine gute bzw. interessante Debatte. Möchte aber als einigermassen genauer Kenner der Biografie und Prägung Adenauers zur Kenntnis geben, dass dieser durchaus ein wirklicher und zumal auch amerikaskeptischer, die jüdisch geprägte Ostküste inbegriffen, ein wahrer deutscher Patriot war, allerdings rheinisch geprägt und in diesem Sinne wie übrigens auch George, Frankreich näher. Nie glaubte dieser auch skeptische Katholik an die Illusionen der Welt von Hollywood, sein Lieblingsdichter war Eichendorff, und sein grösstes Anliegen als Bundeskanzler war, sich jeweils nicht über den Tisch ziehen zu lassen. Dass sich der Kölner Bürgermeister, als der er von Hitler bewundert wurde, über den "Führer" nie Illusionen machte, aber eigentlich auch keine Probleme mit "Nazis" hatte, sofern sie sich hinterher noch als brauchbar erwiesen wie Globke, zeigt, wie rein pragmatisch er sich dem deutschen Wiederaufbau widmete und dem Bemühen, bei Nachbarn wie de Gaulle und de Gasperi und Henri Spaak Vertrauen aufzubauen. Dass er der Stalin-Note Misstrauen entgegenbrachte und unter damaligen Verhältnissen kein neutrales Deutschland wollte, ist ebenfalls begreiflich. Von der politischen Basis-Begabung war er Herrn Höcke mit Sicherheit überlegen, und es lohnt sich immer, alle seine Aufzeichnungen zu lesen.  U.a. wurde er von William S. Schlamm richtig eingeschätzt, der ihn für seine Kennedy-Skepsis lobte..

Laurenz

1. September 2026 07:58

Zweifle nicht daran, daß Poschardt in der Lage ist, zu denken. Er kann sich auch ziemlich geschwollen ausdrücken. Aber am besten ist er wohl, wenn Er Sich vorab überlegen muß, was Er (zu) sagen hat, will oder muß. Poschardts desaströse Schwäche ist es, Sich am liebsten Selbst zuzuhören & ins langweilige Schwafeln & Schwadronieren zu geraten. Neulich, bei Ben Berndt, langweilte das extrem & Berndt beförderte das auch noch. Nach 40 Min. ungeskriptet reichte das leere Geschwätz wieder für die nächsten 5 Jahre. Es ist ziemlich dämlich, GK bei der Nachahmungsverweigerung im Territorium der Ex-DDR zu widersprechen. GK lebt in diesem Raum. Poschardt lebt in der Schickeria von Berlin-Zehlendorf, weiter weg von der Lebensrealität im sogenannten Osten kann man nicht leben. Die Umfrageergebnisse & das Wahlvehalten zeigen die Resilienz gegen die westlich infantile Textbaustein-Zivilgesellschaft,-Medienwelt & nicht reformierbaren Politiksumpf. Poschardt hatte zwar den unseligen Corona-Faschismus verstanden, ist aber ähnlich Precht, anders als Tichys & Achgut, nicht den Weg gegangen, die Bonner Republik weitestgehend zu beerdigen. Obwohl wir die Bonner Republik schon viele Jahre auf der SiN debattieren, ist dieses Poschardt-/Precht-Syndrom des Gedächtnisverlustes auch bei vielen SiN-Kommentatoren zu beobachten. Der ökonomische Erfolg der historischen BRD war geo-politisch bestimmt, genau, wie ihr Ende.

Laurenz

1. September 2026 08:17

(2) Und wenn Vocke sich im Bundestag nicht beim Bundesbankgesetz gegen Adenauer durchgesetzt hätte, wäre die Geschichte der BRD vielleicht anders, weniger nostaligisch verbrämt verlaufen. Durch die Abstraktion der Geldpolitik mit ihrer existenziellen Eminenz bleibt das Verständnis dafür leider auf wenige beschränkt. Das betrifft nicht nur die SiN mit ihrer Themenauswahl, sondern für das ganze Land. Das wäre übrigens auch mal ein Thema für eine frühere Akademie gewesen. Höcke bei der Deutsch-Deutschen Sozialisierung zu widersprechen, ist mehr als selten dämlich. Man muß nur die Billig-KI fragen, wo man die Quellen für die US-Umerziehungspläne für Deutschland veröffentlicht findet. ZB bei der BPB  https://www.bpb.de/themen/nachkriegszeit/marshallplan/40015/re-education-und-re-orientation/ Das zeigt auch die engen Grenzen & den Narzißmus von Poschardts Journalismus auf.

Wuwwerboezer

1. September 2026 08:29

Rass

Meiner Ansicht nach ist die These von Krastev-Holmes nicht falsch, aber sie deckt höchstens 1 % dessen ab, was es über die zunehmende Ost-West-Kluft zu sagen geben würde.

Bereits der Rekurs auf die (liberale) Schock-"""Therapie""" = Schockvergewaltigung, die für die darauffolgende etwa dreißigjährige Schockstarre (Atomisierng!) ursächlich war, aus der sich der Osten jetzt allmählich zu lösen beginnt, ermöglicht einen viel tieferen Zugang zur Erklärung als diese lasche These. Finde ich.

Oh, es gäbe noch so viel mehr darüber zu sagen. Man könnte symptomatologisch bis zum (geistigen) Krieg zwischen Florenz und Venedig, ebenso bis zum Krieg zwischen Spartanern (Ossis im allerweitesten Sinne) und Athenern (Wessis) zurückgehen und sagen, daß sich deren Mentalitäten als kontinentale Mentalitäten manifestiert haben. Aber selbst dies würde zur Erklärung nur zart an der Oberfläche kratzen.

Wuwwerboezer

1. September 2026 08:30

Dwa

Annäherungsweise kommt man dem Ost-West-Phänomen erst nahe, wenn man Barkhoffs und Sommerfelds (Er-)Kenntnisse aus dem Volkstod-Volksauferstehungsbuch konsequent weiterdenkt; erst auf dieser Ebene ist der Schlüssel zum Verständnis zu finden. Hier ist aber nicht der Ort dafür. Vielleicht schreibe auch ich mal ein Buch darüber. Mal sehen.

Eines noch: nur ein winziger Bruchteil der West-Menschen, jedenfalls gewiß niemand aus der flachen Verstandeskultur des Westens, hat überhaupt die Organe / das Instrumentarium, um angemessen verstehen zu können, wie der Osten tickt. Alle Versuche, die ich bisher dahingehend registriert habe, waren gröbst unzureichend oder sogar absurd. Man versteht den Osten nicht mit dem Intellekt.

Der Schutzwall hält offenbar stand. Physisch ist er nicht mehr nötig, er besteht jetzt nur noch als Ausdrucksform des Egregors. Zum Schutz des Ostens vor dem Westen. Zum Schutz des noch zarten russischen Kulturkeims respektive zum Schutz der Keimkräfte der sechsten Kulturepoche (kann jeder selbst googeln), die bereits da sind. Gut so!

- W.

Monika

1. September 2026 08:34

"Die Menschen in den Ländern Mittel-und Osteuropas haben sich die ersehnte Freiheit hart erkämpft. Doch in dem Augenblick, in dem sie sie gewonnen haben, sind sie auf einmal völlig überrascht. Sie waren ihr in einem Maße entwöhnt, daß sie plötzlich nicht mehr wissen, was sie mit ihr anfangen sollen. Sie fürchten sie. SIe wissen nicht, womit sie sie füllen sollen. Als habe das Leben auf einmal den Sinn verloren."  Václav Havel 1990 / Ich halte die Beschreibung der NWO nach dem Zerfall des Ostblocks als Zeitalter der Nachahmung ( Krastev) für nicht zutreffend. Für mich stellt sich das eher dar als ein Diffundieren beider Systeme ( Kapitalismus/Kommunismus) ineinander. Nachahmungskritiker gab es auch lange vor dem Systemzerfall.( Solschenizyn/Leszek Kolakowski/ Václav Havel u.a.) Sie beschreiben die beiden großen Ideologien des Liberalismus u. Sozialismus als Produkt der Aufklärung. Beide losgelöst von einem "metaphysischen"Hintergrund. Beides Selbsterlösungslehren, einmal von der Gesellschaft, im Liberalismus vom Ich."Was hat der Osten im Westen geistig denn gesucht, was er nicht gefunden hat? "Und umgekehrt. Das ist die eigentliche Frage. 

Laurenz

1. September 2026 08:44

@Maiordomus ... Ihr Schwadronieren über Adenauer zeigt eben, daß weder Adenauer, noch Sie, jemals Staatsmänner oder staatspolitisch kompetent waren. Adenauer zog den Job als Kanzler einfach weiter als Bürgermeister durch, obwohl er mal Staatswissenschaft studiert hatte. Dazu reichte aber schlicht sein Intellekt nicht. Daß Sie Adenauer Höcke als überlegen klassifizieren, zeigt nur Ihre persönliche Inkompetenz, diese Frage beurteilen zu können. Das hat auch mit Meinung nichts zu tun. Zwischen dem relativ naiven Höcke, den ich das erste x sah & dem heutigen Höcke liegen, aufgrund Seiner gemachten Erfahrungen, Lichtjahre. Diese fast übermenschliche Belastung sieht man Ihm auch an. Daß gerade Sie, als Eidgenosse, den Erfolg einer Neutralität Deutschlands anzweifeln, schlägt dem Faß dem Boden aus. Dann können wir die Eidgenossenschaft besser heute als morgen zerschlagen, Köppel & Co. als Verfechter der pösen Neutralität einbuchten. Mit Verlaub, Maiordomus, Schuster, bleib bei Deinen Leisten. Und wie Hinz & Kunz Kennedy einschätzten, bleibt nun mal belanglos. Kennedy wurde erschossen, Adenauer nicht, was die jeweilige Eminenz beider aufzeigt. Als Kennedy 1961 neben Adenauer auftrat, zeigte sich die geistige Überalterung der Adenauer-Ära konkret, ganz lebendig. Adenauer wurde von der FDP & seiner eigenen Partei gezwungen, abzutreten. Er mußte seinem Erzfeind, dem intellektuell mounteveresthoch überlegenen Erhard das Zepter übergeben. Setzen, 6, Hausmeier.

Le Chasseur

1. September 2026 08:49

"Die Menschen erleben, dass nirgends mehr Heimat ist; alles ist zerstört und wird fortwährend weiter zerstört im Namen eines ruinösen Fortschritts. Überall nur Kälte und Entfremdung, es gibt kein Entrinnen.
Helmut Dahmer schreibt in seinem Essay "Antisemitismus, gestern und heute":
"Weil aber der Fortschritt ein ruinöser ist, weil er die Menschen aus jeder traditionalen Bindung, aus jeder vertraut gewordenen Lebenswelt aufscheucht und sie in immer neue Fremden threibt, klammern sie sich so nostalgisch wie fanatisch an 'heimische' Verhältnisse, über die die Entwicklung längst hinweggegangen ist.""
Quelle

Mitleser2

1. September 2026 08:55

@RMH: Ich sehe keinen Unterschied zwischen dem Inhalt und Höckes Hervorhebung, und auch nicht seiner Überschrift davor. Und GKs Text ist alles andere als verrückt. Es ist wieder mal Höcke-Bashing von Seiten der Libkons. Was glauben die immer noch, damit zu erreichen? Ob der Post von Höcke taktisch klug war, ist was anderes.

Valjean72

1. September 2026 09:00

Dietrichs Bern @GK: "... aber die Prioritäten müssten deutlich woanders liegen."
---
Das ist ein Trugschluss. Ulf Poschardt & Co wollen lediglich an Symptomen rumdoktoren und kritisieren heute wohlfeil - nicht mehr verschweigbare - Auswüchse des Masseneinwanderungsirssinns, den sie 2015 ff. mitgetragen und massgeblich mitbefeuert hatten.
 
Björn Höcke und GK hingegen positionierten sich von Anbeginn des Masseneinwanderungswahns dagegen und gerade Höcke stand und steht im Feuer des polit-medialen Komplexes samt angeschlossener NGO's aufgrund seines substantiellen und frühen Widerspruches dieser Politik oder Auflösung der Völker durch Massenzuwanderung.
 
Ulf Poschardt und auch Julian Reichelt sind nach meiner Überzeugung gefährlichere Feinde einer patriotisch-deutschen Sache als irgendwelche Linksgrüne.
 
Darüber hinaus fürchten sie, dass der deutsche Wesenskern der patriotischen Opposition in Mitteldeutschland zunehmend in den Westen herüber schwappt und somit die vollzogene re-education der Alt-BRD'ler abgeschwächt wird, bzw. bei den Jüngeren immer weniger verfängt. Sie fürchten zurecht, dass damit ihr gesamtes liberales Multikulti-Gesellschaftsprojekt scheitern wird.
 
 
 
 

Monika

1. September 2026 09:07

Maiordomus , Auch Konrad Adenauer war die Westbindung Deutschlands wichtiger als die Überwindung der Teilung Deutschlands, ebenso wie Helmut Kohl. "Kompromißlos für die Einheit"waren "kaum mehr als ein gutes Dutzend"Politiker, wie Karl Feldmeyer im November 2013 unter gleichem Titel in der JF schreibt: "Daß die Mauer fiel, bewirkten nicht die Politiker, sondern zu ihrem Entsetzen das deutsche Volk, die Leipziger und Berliner vor allem mit ihrem Ruf "Wir sind ein Volk". Als man im Bundeskanzleramt erfuhr, daß die Demonstranten in Leipzig "Wir sind ein Volk skandierten" reagierten die bei Kohl Versammelten nach einer Schrecksekunde mit der Frage: "Sind das NPD-Leute von uns ?" Das sagt alles über die Geistesverfassung und Begeisterung, die man im Oktober 1989 im Bundeskanzleramt über die Ereignisse in der DDR empfand." Im übrigen halte ich die Orientalisierung Gesamtdeutschlands aktuell für besorgniserregender als die Amerikanisierung des Westens. 

RMH

1. September 2026 09:16

@Mitleser2, GK fabuliert in seinem Editorial zumindest nichts von einem Zerbrechen Deutschlands, was man, wenn es aus dem Munde eines Politikers kommt, immer auch konkret politisch im Sinne des Endes der dt Einheit interpretieren darf & kann. Das festzuhalten, ist kein "bashing". Bei GK geht es weiland einmal mehr um sein altes Lieblungsthema vom Riss, der eben tiefer wird (& nach einem äteren Beitrag auch werden muss). Da sehe ich schon ein qualitatives "mehr" bei Höcke, aber ich bin nicht der Apologet von Poschardt oder dessen Verteidiger. Ich sehe Porschardt mehr als eine von den Stimmen, die auch notwendig sind, wenn es darum geht, das aktuelle polit System zu kritisieren & zu hinterfragen. & ich hatte noch nie die Neigung, berechtigte Kritik vom Standpunkt "der gehört zu uns", der darf das & "der ist aber vom pöhsen Springer-Verlag oder stammt aus diesem Haus & darf daher nicht" zu unterscheiden. Ich schaue mir die Kritik inhaltlich an & wenn Sie gut ist, dann ist es ok, & wenn sie inhaltlich schlecht ist, dann nicht & erst ganz viel später bzw am Ende kommt das Kriterium, das kommt aber von diesem oder jenen aus dieser oder jener Ecke. Selbst der hier scheint offenbar ein paar Punkte aus meiner Sicht ganz gut zu treffen, auch wenn ich ihn als Person nicht mag:
https://www.bild.de/politik/politik-talkshows-im-tv-talk-kritik/hart-aber-fair-abrechnung-mit-den-nationalen-jammerlappen-6a96098b518a586e1855ecb6

Maiordomus

1. September 2026 09:24

@Monika. Dass Liberalismus und Sozialismus ein "Produkt der Aufklärung" sei, ist in diesem Sinn vielfach auch eine Pauschalisierung, weil der Begriff Aufklärung leider wie etwa der Begriff "Psychologie" nicht geschützt ist. Aufklärung ist in Deutschland zum Beispiel die Naturrechtslehre von Pufendorff und das quasi mathematische Weltbild von Leibniz, zumal aber Kant Streit der Fakultäten, nicht zuletzt seine Warnungen vor dem Radikal-Bösen. Der für mich aufgeklärteste Deutsche aller Zeiten war aber wohl Kepler, dem notabene Einstein den Vorrang gibt als dem ihm bekannt gewordenen intelligentesten Menschen, von dessen Aufzeichnungen er Nachrichten hatte. Dass im Rahmen der Aufklärung dann allerlei Ideologien wucherten, geht vielfach dann doch eher unter Abfallprodukte, zu denen ich aber Eulers Briefe an eine deutsche Prinzessin so wenig rechnen würde wie  Newtons Hauptwerk über die Mathematisierung  der Naturwissenschaften, welches die Welt wie kein zweites Buch wirklich veränderte, was der Bibel nur bedingt gelungen ist. Die bedeutendsten Errungenschaften der europ. Aufklärung wurden sodann in St. Petersburg, und zwar lateinisch, ständig und original rezipiert, und dabei spielten Liberalismus u. Sozialismus kaum eine Rolle. Für Nietzsche waren die Aufzeichnungen Lichtenbergs notabene, wenn schon, das Beste, was die deutsche Aufklärung zu bieten hatte. Kann man betr. Lesbarkeit und Klarheit unterschreiben! 

lucianocali2

1. September 2026 09:40

Der Poschardt hat ja keinen Westen mehr, den er zur Nachahmung vorhalten könnte. Drüben haben sie allerdings noch nie einen Osten gehabt, den sie nachahmen wollten. Was den Poschardt eigentlich ärgert, dass die Ossis momentan so schlecht nicht bei ihrer eigenen Stunde Null sind. Und diesmal nicht qua Reeducation, sondern frontal gegen sie. Im Moment sind sie da drüben fast götzenlos. Das mochte nie ein Journalist, wenn das Volk wirklich von vorne anfängt. Und sich auch noch selber definiert dabei. Chapeau! 

NC472

1. September 2026 09:41

Die Erzählung der Umerziehung der Deutschen nach '45, ob in Ost oder West ist m.M nach eine Mär, vor allem in den Riegen der Beamtenschaft, Politik und den selbsternannten "Eliten". Unter diesen hat sich nach '45 nichts bezüglich der Vorstellung zur Beziehung zwischen "Volk" und "Regierenden" geändert, man hat nur die Sprache gewechselt, war aber weiterhin fest der Überzeugung, dass eine erleuchtete Minderheit die Wahrheit mit Löffeln gefressen hat und das natürliche Recht hat "die da unten" zu beherrschen, das ist viel aber sicher keine Amerikanisierung. Erschwehrend kommt dazu, dass der falsche Pragmatismus eines Adenauers so ziemlich jeden NSDAP Mitläufer, Opportunisten und wahren Gläubigen wieder zu Rang, Wohlstand und Namen verhalf, das selbe Spiel wieder vom CDU Kohl nach '90 mit den anderen Sozialisten.
Die kombinierte Suppe aus diesen Fehlern dürfen heutige Generationen auslöffeln mit einer klaren Lehre; ein Sozialist bleibt ein Sozialist und wird nicht magisch zum Liberalen weil er ein paar neue Vokabeln gelernt hat.

Karl Otto

1. September 2026 10:12

Ich fand diese Rede von der "Umerziehung nach 1945" schon immer irritierend. Was war denn vor dem Mai 1945, war Deutschland da noch authentisch und bei sich? Müsste man nicht die Umerziehung auf 1933 datieren, oder noch früher? 
 

ofeliaa

1. September 2026 10:19

Es ist wichtig dass Ost und West sich wieder vermehrt die Hände reichen. Wir sind ein Volk. Dies sollten Politiker unabhängig politischer Strategien als grundlegende Maxime haben. Alles andere ist ehrenlos und unanständig und eine viel zu teure Strategie. 

Le Chasseur

1. September 2026 10:35

@Monika
"Im übrigen halte ich die Orientalisierung Gesamtdeutschlands aktuell für besorgniserregender als die Amerikanisierung des Westens."
Die Orientalisierung Gesamtdeutschlands ist eine Folge der Amerikanisierung des Westens.

Maiordomus

1. September 2026 10:49

Wenn hier von "Journalisten" geschrieben wird, vor denen Köppel abermals warnt, darf nicht und niemals vergessen werden, dass dieser Beruf sicher nicht zu den 12 bis 20 derjenigen gehört, bei denen Exaktheit und Genauigkeit wirklich existentiell sind.  Journalistische Nachrichten sind allenfalls als krude Augenzeugenaussagen vor Ort hilfreich, eher nicht mit Titel"Von unserem US-Korrespondenten" / "Nahost-Korrespondenten", Fernost, China usw. Beim Schweizer Fernsehen ist es möglich, eine halbe Million zu verdienen, ohne auch nur zu wissen, dass Crans-Montana so wenig wie Davos noch ein Bergdorf ist, auch nicht von der Einwohnerzahl, nach der in der CH eine Stadt definiert wird, sowieso einer der Geburtsorte des Ski-Weltcups und mehrfacher Austragungsort von alpinen Weltmeisterschaften usw., dies nur  als Beispiel für Unwissen selbst über Elementarstes direkt vor der Nase. Wenn Köppel 3 Tage in Kabul ist, erfahren wir, dass man dort "alles" kaufen kann usw., das ist aber nur  ein Beispiel, dass journalistische Auskünfte nur zurechenbar sind, wenn Unzuverlässigkeit eingestanden. Auch sollten Parlamentarier möglichst nie Geld anderer Leute sprechen über Befunde, die ihnen nur medial vermittelt wurden.       

Artabanus

1. September 2026 11:07

Den Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland mit dem Wort Amerkanisierung zu beschreiben ist eine starke Vereinfachung die durchaus zu Missverständnissen führen kann. Fest steht, daß es klare Unterschiede auch heute noch gibt. Der Westen fühlt sich als Sieger und der Osten als Verlierer. In Wahrheit sind die Deutschen insgesamt die Verlierer und steuern gerade mit rasender Geschwindigkeit auf den Abgrund zu. Und das tragische ist dass die Ursachen der nahenden Katastrophe zu 100%auf das Konto der Deutschen Politik gehen. Die Amerikaner kann man für die eigene Dummheit nicht verantwortlich machen.

links ist wo der daumen rechts ist

1. September 2026 11:14

Dazu in Kurzform: Keine Heimat, wer schützt uns vor Amerika...

Maiordomus

1. September 2026 11:16

@NC472. Es kam "nicht  jeder NSDAP Mitläufer, Opportunisten und wahrer Gläubiger" wieder zu Rang und Namen. Umgerechnet zu anderen bleibt zuzugeben, dass "Nazis" und solche, die man dafür hielt, im Vergleich zu in Kriegsverbrechen Verwickelte anderer Systeme tatsächlich nach dem Krieg überdurchschnittlich mit Schikanen und Schlimmerem zu tun bekommen haben. Die Quote schändlich Hingerichteter kann sich sehen lassen, und mit Blick auf Abrechnungen mit massenmörderischen Stalinisten und auch der Teilnehmerschaft von vielen hundert wenn nicht tausend Kriegen der letzten 200 Jahre ergibt sich im Moment eine "Rangliste", bei der heute "Nazis" bis zum Beweis des Gegenteils die vergleichsweise Meistbestraften und Meistgeächteten der Weltgeschichte geblieben sind. Für Napoleon galt hingegen noch wörtlich:  "Für die Kollektivverbrechen ist niemand haftbar." Der "Nazi"-Vorwurf ist heute weit schlimmer als vor 70 Jahren, weil man  damals die  Leute noch persönlich kannte, während heute der Befund lautet: "zivilreligiöser Teufels-Ersatz". Im Falle v. Unbeweisbarkeit müsste der Vorwurf im Minimum mit der Strafe für schwerste rassistische Übergriffe geahndet werden, allenfalls mit Gefängnis vgl. Auschwitz-Leugner.      

heinrichbrueck

1. September 2026 11:23

Der Eiserne Vorhang schützte die russische Gesellschaft vor bestimmten zerstörerischen kulturellen Einflüssen. Als er fiel, wurde Rußland von diesen Einflüssen überflutet. Der Osten suchte Wohlstand, Freiheit und Modernisierung – bekam aber gleichzeitig eine ganze westliche Konsum- und Sexualkultur, deren Folgen er nicht erwartet hatte. Die 1990er Jahre waren für sehr viele Menschen in Rußland eine extrem harte Zeit. 
"Ich halte die Orientalisierung Gesamtdeutschlands aktuell für besorgniserregender als die Amerikanisierung des Westens." - Monika 
Amerikanisierung und Orientalisierung werden offenbar als zwei getrennte Gefahren behandelt, obwohl man sie historisch auch als aufeinanderfolgende oder miteinander verbundene Entwicklungen betrachten kann. 
Wenn man die Amerikanisierung/Hollywoodisierung als problematische Auflösung traditioneller deutscher Bindungen betrachtet, muß man erklären, warum man die daraus entstandene Offenheit gegenüber Migration nun als davon unabhängige "Orientalisierung" thematisiert. 
Ist die heutige politische Offenheit, durch die die "Orientalisierung" überhaupt erst möglich wird, nicht selbst ein Ergebnis jener liberalen Moderne (liberalen westlichen Ordnung), die die traditionellen Abwehrkräfte Deutschlands geschwächt und dadurch die Moslemisierung ermöglicht hat? 

Ein gebuertiger Hesse

1. September 2026 11:26

Kraß, wie sehr der Gegner eskaliert. Manchmal möchte man einen wie Dávila noch da haben, um solche Drecks-Anwürfe gegenzulesen.

Mitleser2

1. September 2026 11:28

@RMH: Feine Sahne Fischfilet kann NIE als legitime Kritik an der AfD oder rechten Positionen akzeptiert werden. Nur meine unmaßgebliche Meinung.

Dietrichs Bern

1. September 2026 11:29

@Valjean72: Die Eindrücke, die ich geschildert habe, sind ja nur der persönlich erlebte Anteil eines großen Zusammenbruches. Das Poschardt selbst viel Mist gedacht und gemacht hat ist unbestritten. Das gibt er allerdings selbst zu, eine Eigenschaft, die ich bei AfDlern eher unterentwickelt betrachte. Mein Punkt ist, dass die Realität dieses Landes möglichst schnell praktisch angefasst werden muss, sonst regieren z. b. in Berlin oder Köln die , die am helllichten Tage um sich schießen - wenn sie das nicht längst tun, anders ist Stade doch gar nicht mehr zu erklären. 

Ordoliberal

1. September 2026 11:44

Ich bin in den Achtziger Jahren sozialisiert worden und habe als Gymnasiast das elitekuturelle Deutschland und England von Goethe bis Benn, von Shakespeare bis Orwell ebenso bewundert wie die popkulturelle USA und das popkulturelle England von Humphrey Bogart und den Beatles bis heute. Philosophisch war ich immer mehr Wiener und Brite als Deutscher, mit der Ausnahme von Nietzsche.
Ab 1945 hat die Massenkultur die Elitekultur in allen Ländern des Westens verdrängt. An was hätten die Deutschen denn anknüpfen sollen? Mein Sohn hat mit Donald Ducks lustigen Taschenbüchern und Harry Potter lesen gelernt. Der Räuber Hotzenplotz und das Sams haben da nicht lange mithalten können. Es ist nicht der Fehler oder gar die Absicht der USA gewesen, dass wir außer dem deutschen Schlager keine Popkultur entwickelt haben. Wir sind bis auf das deutsche Vereinswesen kulturell tot. Man sehe sich den deutschen Film, die deutsche Musik, die deutsche Literatur an. Was uns nach 1945 noch geblieben ist, war die Naturwissenschaft und das Ingenieurswesen. Und das zerstören uns gerade nicht die Amerikaner, sondern unsere eigenen Leute, und zwar auf typisch deutsche Weise, nämlich die ewigen Sozialisten von der SPD, der CDU, den Grünen und der SED.

Ordoliberal

1. September 2026 11:51

Alles, was in den USA und in England kulturell wirkungsmächtig geworden ist, ist auf einem freien Markt entstanden. Das gilt übrigens auch für die kulturelle Wirkungsmacht der deutschen Kultur bis 1933. Was wir heute haben, ist Behördenfernsehen, Subventionstheater und Förderliteratur. Das wird nie eine Jugend hinter dem Ofen hervorholen, egal, ob die Grünschwarzroten die Mittel verteilen oder die Blauen.

Majestyk

1. September 2026 12:00

Zensur und Kommunikationsverweigerung sprechen für sich. Das ist also die Debattenkultur von rechts. Wo ist der Unterschied zu links?

Plus Ultra

1. September 2026 12:15

Die westdeutsche Identität ist letztendlich eine Spielart dessen, was man im linken postkolonialen Diskurs als "kolonialisiertes Denken" (Mental Colonization) beschreibt: nämlich ein "Zustand, in dem kolonialisierte oder ehemals kolonisierte Völker (sowie deren Nachkommen) die Wertvorstellungen, Kultur und das Überlegenheitsgefühl der Kolonisatoren unbewusst als Norm akzeptieren und die eigene Kultur, Sprache oder Identität als minderwertig ansehen." Dieses Schema lässt sich tatsächlich ziemlich präzise auf die BRD im besonderen, und in abgeschwächter Form wohl auch auf Westeuropa im allgemeinen anwenden. 
Der Liberalismus angelsächsischer Prägung (mit allen seinen seitdem durchlaufenen Mutationen) fungiert seit 1945 als von den "Kolonisatoren" hier durchgesetze (eigentlich "raumfremde") politische Leitideologie, die das nicht verhandelbare "Colonial Mindset" bildet, und der dauerhaften mentalen Beherrschung der Europäer dient. Somit wird auch ersichtlich, dass Europa faktisch kollektiv den 2. WK verloren hat, und 1991 die Nachkriegsordnung zwar strukturell transformiert wurde, das Selbstverständnis der westeuropäischen Eliten sich aber gerade nicht verändert hat. 
Daher kann eine grundlegende Veränderung nur vom Osten ausgehen, sei es im deutschen oder europäischen Kontext. Das ist natürlich die Horrorvorstellung der Poschardts und Reichelts dieser Welt, die nichts anderes als fanatisch überzeugte Satrapen des US Amerikanismus sind.
 

Majestyk

1. September 2026 12:35

@ NC472:
Es gab keine amerikanische Re-Education. Das war ein Entwurf, der nie wirklich durchgezogen wurde. Die einzig erfolgreiche Umerziehung begann nach '68 und zerstörte, was in jedem Staat am wichtigsten ist, die Familie. Mein Opa sagte immer, nach '49 waren dieselben Leute wieder oben, nur unter einem anderen Namen. Wird ständig ignoriert, aber gerade die CDU wurde mit Finanzen und Bodenpersonal der NSDAP aufgebaut. Wie Sie schon schreiben, anderes Etikett, selber Inhalt. Hat Fett so an sich, ständig oben zu schwimmen. . Wie konnte es sein, daß all die Kahanes und Hübers nach '90 so weich fielen?
Wäre der Westen wirklich amerikanisiert, es gäbe nicht dieses Obrigkeitsdenken, diese Ehrfurcht vor weißen Kitteln, Talaren, Beamten. Deutschland ist ein Land mit Standesdenken, nur fehlt unten das Klassenbewußtsein, daß wurde sozialstaatlich abtrainiert. Amerikanisierte Deutsche hätten ein fundamental anderes Verständnis von Redefreiheit und nicht mal ansatzweise so viele Paragraphen um Wortdelikte zu verfolgen. Es gibt kein einziges Grundrecht im GG, welches nicht schon im Text Umgehungsmöglichkeiten durch die Hintertür andeutet. Das GG ist kein Vertrauensbeweis ans Volk, sondern ein Mißtrauensvotum gegen selbiges.

Umlautkombinat

1. September 2026 13:04

@Ordoliberal
 
Wirtschaftliches liberales Denken ist zunehmend nicht in der Lage, die oekonomischen Entwicklungen die nach ihren eigenen Praemissen erfolgten unter Kontrolle zu halten. Geschlagen durch den eigenen Erfolg sozusagen und u.a. gebunden durch die Ablehnung von Kontrolle als eine der Grundcharakteristiken des Liberalismus, dieselbe aber dialektisch gesehen eben auch einen ihrer wertvollsten Bestandteile, den der Eigenverantwortung, enthaelt.  
 
Das betrifft speziell die Frage des Monopols. Und die koennen Sie auch in US-Popkultur sofort nachvollziehen. Prequels, Sequels, einzelne, dann Gruppen, schliesslich Armeen von Superhelden deren Zusammenstellung genau dem Besitz der Marke durch die Produzenten entspricht - einfallsloser und teurer geht es nicht. Ich habe durchaus einige Kenntnis zu ganz anderen US-Filmen als dem o.G. oder anderen Hauptthemen wie meinetwegen Western. Aber das wird ist eben im Wortsinn immer peripherer geworden und illustriert damit nur das Problem.
 
Es ist eben die Frage, bis zu welchem Grad man Oekonomie als Naturgesetz ansehen moechte, kann oder sollte.

Majestyk

1. September 2026 13:05

@ Laurenz:
Was wollen Sie immer mit Ihrer Neutralität? Sie wissen genauso gut wie ich, da0 Deutschland zu klein ist um Weltmacht zu sein und zu groß für Neutralität. Sie wissen ebenso gut, daß die Neutralität von Schweden, Finnland, Österreich und auch der Schweiz meist nur auf dem Papier existierten. Die Finnen wollten nicht neutral sein, sie mußten. Schweden und Schweizer kooperierten wie kaum ein NATO-Staat mit US-Nachrichtendiensten. Und die Neutralität von Österreich wird schon dann ein Witz, wenn man sich die Ausbildungskooperationen mit NATO-Partnern anschaut. Costa Rica nennt sich heute auch neutral, hat seine Armee abgeschafft, wird de facto von den USA geschützt und von US-Kapital kontrolliert. 
Adenauers Pragmatismus ging bei Personen wie Globke definitiv zu weit, aber was hätten Sie grundlegend anders gemacht als Adenauer, angesichts Millionen Vertriebener im Land, einer kaputten Infrastruktur, zerbombten Städten und Hungerwinter? Hatte Adenauer keine Lebenserfahrungen wie z.B. zwei Weltkriege? Bei aller berechtigten Kritik an der CDU, Adenauer verdient mehr als Schimpftiraden, die an Karl-Eduard von Schnitzler erinnern und Sie wirken keineswegs kompetenter als Maiordomus, wenn Sie Stalins hölzernes Pferd als verpaßte Gelegenheit betrachten. Thema verfehlt Laurenz, bitte eine Runde nachsitzen. 

Majestyk

1. September 2026 13:10

@ Le Chasseur:
"Die Orientalisierung Gesamtdeutschlands ist eine Folge der Amerikanisierung des Westens."
Wann und wie genau wurde Angela Merkel denn amerikanisiert?

das kapital

1. September 2026 13:37

@ plus ultra Nun, da bin ich doch versucht nochmal zu schreiben, obwohl sich oben im Verlauf 2 Lücken auftun. /// Deutschland hat sich vom russischen Denken befreit und gesamtdeutsch (Mitteldeutschland) immer noch nicht an die Kolonisierung durch die Amis gewöhnt. Kommt die D-Mark, bleiben wir. Kommt sie nicht, gehn wir zu ihr. (Wahlkampfschlager 1990) Nu isse weg und wertlos. Esperantogeld, Euro. Die Russen sind weg, die Fremdherrschaft bleibt. Merz ist der Kanzler der Amerikaner, nicht der Deutschen. Kurt Schumacher (SPD)  hatte das so um 1949 im Bundestag Adenauer vorgeworfen, mit sich überschlagender Stimme und entsetzt. "Sie sind ja der Kanzler der Amerikaner!" Heute sind eben alle Regierenden Kanzler und Stiefelknecht der Amerikaner. Scholz hätte Nordstream am liebsten selber weggesprengt. Schützenswert war ihm die sichere und bezahlbare Energieversorgung keinesfalls. /// Der Liberalismus als Leitideologie.Nordstream wegsprengen , in Afghanistan einmarschieren, den Iran bombardieren oder Vietnam und Laos und Lybien wollte ich nicht so recht unter die Begrifflichkeit "Liberalismus" packen. Die Amis denken nicht freiheitlich und sie handeln nicht freiheitlich. Die Indianer haben sie niedergemetzelt und jetzt ist Europa dran. Landnahme um jeden Preis.

Ekstroem

1. September 2026 13:38

Danke für Ihren Artikel, werter GK. Beim Nachsinnen kam mir die Idee, daß es zwei Arten von "Wossies" (Wessie + Ossie oder umgekehrt) gibt. Die eine ging vor dem Fall der Mauer von Ost nach West, die andere ging den umgekehrten Weg, allerdings nach dem Mauerfall. Eine weitere notwendige Voraussetzung für den Wossie ist "Aperzeption" des Geschehens. Zwei Beispiele für Wossies, die den zweiten Weg gingen, sind GK und Höcke. Der Wossie sieht mAn mehr, nimmt anders wahr. 

RMH

1. September 2026 13:39

@Mitleser2,
Legitim ist jede Kritik, die Punkten kann, egal von wem sie kommt. Das, was der dicke Sänger gesagt hat, berücksichtigt mehr "Ossi" und ist intelligenter, als das Gekäse von im Ausland lebenden Sängern wie Grönemeyer. Es zeigt auch ein kleines bisschen, warum die Linke in Mitteldeutschland wieder so stark ist. Denn zur ganzen Wahrheit von der Nachahmungsverweigerung gehört eben auch dazu, dass diese die SED Nachfolger mit all ihren Seilschaften stark erhält und auch dazu, dass bei der U18 Wahl in SA die Erben der Mauermörder mit Abstand am besten abgeschnitten haben, noch vor der AfD.

Monika

1. September 2026 13:46

@ Maiordemus natürlich muß man pauschalisieren, wenn man vom Aufklärung als geistigen Hintergrund von Liberalismus u. Sozialismus spricht, wenn man sich nicht in irgendwelchen Spitzfindigkeiten verlieren will. Konkret meine ich mit Aufklärung in diesem Zusammenhang eine sog. wissenschaftliche, vernünftige Sicht auf die Welt (  Kant Sapere aude) . Und damit verbunden eine Religionskritik. Die DDR war das einzige staatliche System auf deutschem Boden, dessen herrschende Ideologie des Marxismus-Leninismus explizit atheistisch war und den Atheismus systematisch förderte. Der ML wurde als wissenschaftlicher Sozialmus bezeichnet und sei deshalb wahr. Nicht mal das NS-Regime war atheistisch. Dieser Atheismus hat Spuren hinterlassen. Siegmar Faust hat mal gesagt, als er das erste Mal in Dresden in der Galerie der alten Meister war, habe er die meisten Bilder nicht verstanden, da er deren biblischen Hintergrund überhaupt nicht kannte. Ich bin der Meinung, daß die eigentliche Krise unseres Landes geistlicher Natur ist. @ Chasseur die Orientalisierung ist eine Folge der Amerikanisierung / d.i. eine steile These , also ist mal wieder der Liberalismus schuld. So einfach ist das nicht.

Umlautkombinat

1. September 2026 14:24

@Monika

eine sog. wissenschaftliche, vernünftige Sicht auf die Welt

Ist ja wie Gaensefuesschen-DDR. Wuerden Sie eine "sogenannte religioese Sicht auf die Welt" akzeptieren?  Zumal Wissenschaft eine staendige Ueberpruefung des eigenen Bildes mit sich bringt, von dem Religionen nur traeumen koennen (aber nicht wollen).
 
 

Dietrichs Bern

1. September 2026 14:41

@Majestyk: Die einzig erfolgreiche Umerziehung begann nach '68 und zerstörte, was in jedem Staat am wichtigsten ist, die Familie." Ja, merkwürdig, zu welchen Konstruktionen manche Leute aus einfacher Ablehnung der USA kommen. Wer regiert denn dieses Land? Was hat Blackrock denn von einer Linksislamischen Herrschaftsnahme von Berlin, Paris, Stockholm bis New York, alternativ einer Mogadischiesierung, weil die kriminellen Kräfte stärker sind, als die Religiösen?

Valjean72

1. September 2026 14:44

@Plus Ultra: "... die das nicht verhandelbare "Colonial Mindset" bildet, und der dauerhaften mentalen Beherrschung der Europäer dient [...]Daher kann eine grundlegende Veränderung nur vom Osten ausgehen, sei es im deutschen oder europäischen Kontext."
---
Sehr gut und trefflich formuliert, Ihr ganzer Kommentar.
 
Es zeigt sich allerdings einmal mehr, dass jene, die dieses Mindset brav verinnerlicht und für sich übernommen haben, gar nicht mehr in der Lage sind, zu erkennen, dass dieses Mindset ursprünglich von aussen aufgepfropft wurde.
 
Daher ja, der Impuls aus dem Osten der Republik als auch aus dem Osten Mitteleuropas ist  existenziell wichtig für unser Volk ...

Thomas Franke

1. September 2026 14:51

Herr Kubitschek, welche Bücher aus Ihrem Hause können Sie empfehlen, wenn man die westdeutsche Reeducation besser verstehen möchte?
Vielen Dank!

1. https://antaios.de/buecher-anderer-verlage/ares-verlag/1263/charakterwaesche
2. https://antaios.de/autoren/stefan-scheil/1150/transatlantische-wechselwirkungen
3. https://antaios.de/buecher-anderer-verlage/edition-junge-freiheit/1163/das-verlorene-land.-aufsaetze-zur-deutschen-geschichtspolitik
4. von Armin Mohler, antiquarisch: "Vergangenheitsbewältigung" sowie "Der Nasenring".

Le Chasseur

1. September 2026 15:02

@Majestyk
"Wann und wie genau wurde Angela Merkel denn amerikanisiert?"
Keine Ahnung.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/beitrag-in-us-zeitung-merkels-bueckling-vor-bush-a-237040.html
Die Orientalisierung Westdeutschlands begann allerdings schon Anfang der 1960er Jahre auf Druck der USA.

Morgner

1. September 2026 15:14

Sehr interessante Kommentare heute. Man merkt, das obige Thema ist Allen wichtig und brandaktuell geworden.
An Herrn Wuwwerboezer schließe ich mich am direktesten an und ergänze ein bisschen mit meiner Sicht.

Le Chasseur

1. September 2026 15:38

@Monika
"@ Chasseur die Orientalisierung ist eine Folge der Amerikanisierung / d.i. eine steile These , also ist mal wieder der Liberalismus schuld. So einfach ist das nicht."
Ich habe nicht behauptet, dass die Liberalisierung schuld ist.
"Die USA drängten im Jahr 1961 die Bundesrepublik Deutschland dazu, ein Anwerbeabkommen mit der Türkei zu unterzeichnen. Die USA wollten ihren NATO-Verbündeten Türkei wirtschaftlich stärken. Dies war der Ausgleich dafür, dass die Türkei unweit von Izmir US-Atomraketen stationieren ließ. Die Bundesrepublik war anfangs unschlüssig und wollte nur ungern Arbeitskräfte aus außereuropäischen Regionen aufnehmen."

Ordoliberal

1. September 2026 15:47

Die Orientalisierung als Folge der Amerikanisierung? Ich habe es so satt, dass die Rechte immer den Amis die Schuld gibt! In Deutschland herrscht seit Brandt der deutsche Sozialdemokratismus, der Schritt für Schritt von allen Parteien übernommen worden ist. Nicht, dass da viel zu übernehmen gewesen wäre. Die Union war schon immer christsozial, die FDP war noch nie libertär. Sie war und ist seit der sozialliberalen Koalition eine progressive Partei für Freiberufler.
Das Problem der Rechten ist, dass sie glauben, sie könnten eine alte Version Deutschlands rebooten. Die alten Versionen laufen aber nicht mehr auf der aktuellen Hardware! Und die alte Hardware von 1914 ist kaputt und wird seit 1945 auch nicht mehr hergestellt.
Man muss doch damit arbeiten, was man hat! Und das ist in Deutschland die Wirtschaft, die Wirtschaft und nochmal die Wirtschaft. Jenseits der Wirtschaft ist Deutschland bedeutungslos. Energiepolitik, Familienpolitik, Sozialpolitik, Bildungspolitik, Steuerpolitik, Einwanderungspolitik - welches Ziel sollen sie denn verfolgen, wenn nicht das, dass Deutschland sich wieder aus dem eigenen Volk heraus reproduziert, und zwar, weil es wieder das Gefühl von Freiheit, Pflicht, Gleichheit vor dem Gesetz und Wohlstand für die Tüchtigen gibt?
Wenn es eine Tendenz gibt, die sich gerade massiv durchsetzt, dann doch die, dass auch der deutsche Gartenzwerg allmählich die Schnauze voll hat von der ewigen Steuergeldumverteilung und Bevormunderei durch den Staat. Das und nichts anderes muss die Botschaft der AfD sein!

Morgner

1. September 2026 15:54

Sehr interessante Kommentare heute. Man merkt, das obige Thema ist Allen wichtig und nuni brandaktuell geworden.
An Wuwwerboezer schließe ich mich am direktesten an: als ehemalige DDRler sind wir die Einzigen, die zwei ganz gegensätzliche Gesellschaftsordnungen durchlebt haben. Nach der Wende ging es im Zeitraffer-Tempo in ein neues System. Dieser UMBRUCH hat rasante Anpassungen erfordert...Das eigene, alte Leben floss noch im Blut und das Neue musste auch rein. Diese Parallelität hat zu seltenen Erkenntnissen befähigt und von Anfang an den skeptischen Blick wachsen lassen. Und zwar, obwohl die DDR, Gott sei Dank, Geschichte war. Jedenfalls - ich erkenne zwei teilungsbedingte deutsche Lebensläufe. Die sind Tatsache und mit dem Intellekt nicht zu knacken. Aber wir können das Spiel der Spaltungen verlassen und gemeinsam das beschädigte Selbstbewusstsein und di ureigensten Abwehrkräfte Deutschlands wieder aufbauen. Das wird schwer genug...aber auf der Stelle treten und untergehen? Nein! 
Lieber Wuwwerboezer, mit Ihnen würde ich gern ein Buch schreiben...😊 Es gibt viel, vielmehr zusagen. Hier kann ich ja doch nur verallgemeinern.
 
 

Ordoliberal

1. September 2026 16:28

Der Ami hat uns weder die Türken aufgedrückt, noch die 68er unterstützt, noch uns in die EU gezwungen. Der Ami hat uns vom Euro abgeraten. Er hat uns auch nicht befohlen, 2015 die Syrer reinzulassen. Der Ami bohrt nach Öl in Alaska, crackt Schiefergas und baut Kernkraftwerke der vierten Generation. Über unsere Windmühlen lacht er. Unsere Operettenarmee nimmt er nicht ernst. Über unsere Migrationspolitik kann er nur den Kopf schütteln. Unsere Zensur macht ihn ärgerlich. Er hält uns zu Recht für Sozialisten, denen man nicht trauen kann.
Trump und Vance haben uns die Hand ausgestreckt. Wir haben ihnen vor die Füße gespuckt. Wir halten Milei und Musk für Faschisten. Wir denken, der Iran sei nicht unser Feind, die Ukraine aber unser Freund. Es dämmert uns erst ganz langsam, was Trump schon seit zwanzig Jahren weiß: Dass China uns durch Dumping, Subventionen, Ausbeutung, Patentdiebstahl, Marktabschottung und Währungsmanipulation ausraubt. Wir brauchen keine Amis, um uns zum Hanswurst zu machen. Das können wir schon selbst.

Kriemhild

1. September 2026 16:29

Ich habe einmal nachgeforscht, wo diese U-18-Wahl in Sachsen-Anhalt so stattgefunden hat: in erster Linie in allerlei linken Jugendclubs und "im Rahmen des Magdeburger CSD". Da schau her. Die Umfrage ist insofern Teil der linken Beeinflussung und Bewirtschaftung der Öffentlichkeit. Suggeriert werden soll, dass Jugend und die Zukunft links sind, und man sich daran bitte schön ein Beispiel nehmen sollte, um nicht als altmodisch zu gelten. Wie gut diese subtile Beeinflussung wirkt, kann man daran ersehen, dass selbst hier unter Sezessionisten die Ergebnisse als realistisch und glaubwürdig zitiert werden.  

Majestyk

1. September 2026 16:43

@ Ordoliberal:
"Wenn es eine Tendenz gibt, die sich gerade massiv durchsetzt, dann doch die, dass auch der deutsche Gartenzwerg allmählich die Schnauze voll hat von der ewigen Steuergeldumverteilung und Bevormunderei durch den Staat. Das und nichts anderes muss die Botschaft der AfD sein!"
Müßte die Botschaft der AfD sein. Allein mir fehlt der Glaube. Wenn es stimmt, daß nun Beamte zur AfD überlaufen ist der Drops schon gelutscht. Bestenfalls geht die AfD (falls sie denn mal regieren sollte) zwei Schritte zurück, um mit Anlauf wieder drei Schritte nach vorne zu gehen. Ich bin zu alt, müde und ernüchtert, um noch anderes zu hoffen oder gar zu erwarten. Die Nationalsozialdemokraten werden sich in der AfD durchsetzen, mitsamt ihrem Paternalismus. Nationalliberalismus ist jetzt schon verpönt. Kritisiert werden immer nur die Westdeutschen. Will ja nicht behaupten, daß es hier nichts zu kritisieren gibt, aber die Akzeptanz der umetikettierten SED und die Verniedlichung der DDR, auch durch mitteldeutsche AfD-Anhänger sind jetzt schon gefährlich. 
Eigentlich höre sich seit 35 Jahren, "wir müssen auf die Befindlichkeiten der Ostdeutschen Rücksicht nehmen". Ja, warum eigentlich?

Le Chasseur

1. September 2026 16:47

@Ordoliberal
"Das Problem der Rechten ist, dass sie glauben, sie könnten eine alte Version Deutschlands rebooten. Die alten Versionen laufen aber nicht mehr auf der aktuellen Hardware!"
Die "Hardware" (=die Menschen) sind biologisch gesehen die selben wie 1871. Da hat sich in der kurzen Zeit nichts geändert.

Der Sinnierer

1. September 2026 16:58

Als US-Buerger koennen sowohl meine Frau als auch ich bestaetigen wie amerikanisch Westdeutschland (geworden) ist - die selben unfoermigen Baseballkappen, die gleichen haeszlichen kurzen Hosen und die unflaeetige Art jegliche Person zu duzen (wobei man im Englischen ja siezt seit dem 16. Jahrhundert und dem Untergang des "thou", "thine" usf.) sind nur einige von vielen haeszlichen Aspekten der Amerikanisierung. Der Materialismus, das viele Umziehen und das Oberflaechliche sind einige weitere Aspekte und der Aufenthalt in Mitteldeutschland (und der Schweiz und Oesterreich, wobei diese sich bewuszt antideutsch zu verhalten versuchen) ist deutlich angenehmer. Dasz meine Kinder als Doppelt- und Dreifachstaatsbuerger schraeg mit Namen wie Anselm, Lutwina oder Friedrich angeschaut werden ist genauso traurig wie ich mir sicher bin, dasz - sollte es mit Kind 9 und 10 bei mir bzw. uns klappen (wir sind ja in Gottes Haenden und beten darum!) - die schon herausgesuchten Namen ebenfalls fuer Nasenruempfen sorgen wird. Daher bin ich heilfroh, dasz die Verarmung Europa und auch Deutschland ergriffen hat, denn eine starke Roszkur ist noetig um entweder auszuwandern (wer amerikanisiert ist) oder in Deutschland fuer eine Neu- und Rueckbesinnung zu sorgen... Viel Erfolg wuensche ich meiner Heimat hierbei und helfe auch gerne mit aus der Ferne!

Mitleser2

1. September 2026 17:02

@RMH: Die SED-Nachfolger sitzen ganz oben in der Bundespolizei, und wohl noch ganz anderswo. Wer hat denn das ermöglicht? Was soll also dieses Ossi-Bashing?

Morgner

1. September 2026 17:10

Da ist mein halber Kommentar zu Hause hängengeblieben...Entschuldigung.
Die beiden gegensätzlichen deutschen Lebensläufe sind einzigartig und die andere Lebens- und Denkweise der ehemals  Eingeschlossenen im Ostteil ist für Menschen aus dem Westen Deutschlands intellektuell nicht zu erschließen, so Wuwwerboezer ganz richtig. Denn die Ossies haben nunmal in Sachen Diktatur den nicht selbstgewählten Vorsprung, den sich niemand vorstellen kann, der es nicht ein halbes oder ganzes Leben lang hier selbst erlebt hat. Dieses Erleben sitzt im Blut und in den Zellen, ist in der langen Zeit langsam und stetig eingewachsen in uns. Aus der DDR im Zeitraffer in der BRD "gelandet" zu sein, bedeutet den teilweise klareren und in der Folge skeptisch gewordenen Blick auf beide  Gesellschaftssysteme. Das ist eine großartige Chance für die Zukunft, denn das ist nur uns Deutschen passiert. Soweit, sogut. Die Westdeutschen haben aber durch den Umbau-und Neubau des deutschen Soseins im zweiten  "Experimentierfeld" ebenfalls eigene Narben davongetragen. Verlassen wir also besser das Spiel der Spaltungen, um gemeinsam mit mehr Verständnis füreinander in die Zukunft zugehen, ohne viel zurückzuschauen. Es wird schwer genug. Ich jedenfalls nehme den enormen Schwung, den der selten talentierte Uli Siegmund verbreitet mit vollem Herzen auf. 
Lieber Wuwweboezer, mit Ihnen würde ich liebend gerne ein Buch schreiben. In dieser Kürze kann ich nicht annähernd Genaueres sagen.

Andreas J

1. September 2026 17:35

Höcke hat Geschichte studiert, Poschardt Philosophie (Promotion mit einer Arbeit über „DJ Culture“)... 

RMH

1. September 2026 17:40

"Es ist wichtig dass Ost und West sich wieder vermehrt die Hände reichen. Wir sind ein Volk. Dies sollten Politiker unabhängig politischer Strategien als grundlegende Maxime haben. Alles andere ist ehrenlos und unanständig und eine viel zu teure Strategie." 
@Ofeliaa,
bester Kommentar bislang. 

tearjerker

1. September 2026 17:45

Die Ost/West-Geschichte ist nun wirklich ein Langweiler von Vorvorgestern, dessen Protagonisten jetzt schon fast so lange verschwunden sind wie sie alt wurden. Töricht, das Land auf diese Art betrachten zu wollen, nur weil einige politische Organisationen aus der alten Bundesrepublik und deren Verweser einem dieses Thema ständig wieder aufzwingen, weil sie was zu verlieren haben. Wem oder was hätten Höcke und Poschardt wohl nachgetrauert, hätten sie auf die letzten 40 Jahre aus der Perspektive von 1950 geblickt? Gab's damals Kaiserreich/Weimar/Weltmacht-Nostalgie, die man unbedingt zum Massstab der neuen Zeit machen wollte?

Monika

1. September 2026 17:59

@Umlautkombinat , Ich habe nichts gegen eine wissenschaftliche vernünftige Sicht auf die Welt. Nur - sollte man wissenschaftliche Erkenntnisse nicht mit Wahrheiten im ontologischen Sinne verwechseln. Das führt dann zu Pseudoreligionen. Daneben halte ich andere - nicht wissenschaftliche Sichtweisen auf die Welt für wichtig. Warum ? Einzig, um den Geheimnischarakter der Welt zu bewahren. Das kann geschehen in Märchen, Legenden usw. Ich habe Theologie studiert. Theologie gilt, was die meisten nicht wissen, als Wissenschaft,d.h. als die Lehre von Gott. Die Schriftauslegung muß wissenschaftlichen Kriterien genügen . Religionskritik muß angenommen werden und kritisch auf die Religion hinterfragt werden. ( Religion als Projektion , Ludwig Feuerbach, oder Religion jenseits von Gut u.Böse, Nietzsche) , auch naturwissenschaftliche Erkenntnisse hat Theologie zu berücksichtigen. Fazit: Ein Theologiestudium in diesem Sinne ist fast eher geeignet, seinen Glauben zu verlieren als zu festigen. Da braucht es durchaus auch andere Zugänge zu religiösen Fragestellungen und Erfahrungen. Gebet, Liturgie, Meditation u.ä.

RMH

1. September 2026 18:08

Dieses "Ost"-Bullerbü, welches manche AfDler & ihr Vorfeld zeichnen, ist substanzlos, wenn man es einmal abklopft, genau so wie es Wolkenkuckucksheim ist, wenn man die alte BR vor 89 zurück haben will. Das Gerede von der Umerziehung ist auch so ein Punkt, welcher recht schnell hohl & löchrig wird, wenn man einmal genauer hinsieht. Umerziehung wurde im Potsdamer Abk. für ALLE Besatungszonen beschlossen, entsprechend wurden die DDR Bürger zum sozialist. Menschen erzogen (konstant 2-stellige Prozentzahlen für die Linke + einstellig fürs BSW zeigen, dass das wohl nicht ganz erfolglos war) & im Westen eben zu vermeintlichen "Demokraten" (wesentlich dehnbarerer Begriff, unter welchen sich dann linke, rechte, Spießer, unpolitische etc., kurz einfach jeder, recht unreflektiert eingeordnet hat). In der von mir in meinen ersten Lebensjahrzehnten erlebten West-Praxis gab es immer einen Dünkel der Dt gegenüber Amis, man hat sie für wohlhabend, aber letztlich blöde & vor allem ungebildet gehalten. Die 68er waren massiv antiamerikanisch (Ho, Ho, Ho Chi Minh etc), trotz zuvor durchlaufener Umerziehung. War also massiv erfolgreich, das amerik. Umerziehungsprogram, wenn die, welche die Elite der Umerzogenen bildeten, im Kern antiamerikanisch waren. Die ganzen Güllefässer, die über die USA regelmäßig & seit Trump auch konkret erinnerbar medial ausgegossen wurden, hat jeder schon seit den 70ern von seinen linken Lehrern zu riechen bekommen. Proamerikanisch war bekanntermaßen noch 2004 "politically incorrect".

Monika

1. September 2026 18:08

@, Umlautkombinat , zu ergänzen, neben einem naturwissenschaftlichen oder sozialwissenschaftlichem Zugang über den Verstand , gibt es auch einen erfahrungsmäßigen oder sinnlichen Zugang zur Welt, etwa über Musik, Malerei oder Naturerfahrungen. 

heinrichbrueck

1. September 2026 18:09

"um vom Vaterland zu retten, was noch zu retten ist."
Dazu bedarf es einer gemeinsamen deutschen Identität, und diese scheint im Osten zu wachsen. Man erkennt deutlicher die Waffe, die gegen diese deutsche Gruppenidentität eingesetzt wird. Wollen sie nicht – kleine Amerikaner sein, was dem Westen nicht schmecken kann, denn dann müßte er etwas zugeben. 

NC472

1. September 2026 18:17

@MaiordomusIch gebe Ihnen recht, die Kleinsten und Lokalsten sowie einige ausgewählte Opferlämmer direkt nach dem Krieg nichts zu lachen hatten; das gilt aber für jeden Deutschen.Auf die es ankam, diejenigen die das Regime am Laufen hielten, die Mittleren, ob Beamte, Funktionäre, Richter, Akademiker, Schreiberlinge.. die sind nicht nur davon gekommen, die haben doppelt profitiert; die CDUSPDFDP[Grüne] waren ganz vorne mit dabei wenn es darum ging diese zu integrieren, dasselbe für die Wirtschaft. Und was heute mit dem Begriff "Nazi" und "Rechts" läuft, ist nur die SED Propaganda als Import des Fehlers nach 90, als CDUSPDFDP[Grüne] wieder die Mittleren integrierten, die bis heute wieder doppelt profitieren. Die Konstante heißt CDUSPDFDP[Grüne](SED) und wenn man aus den Fehlern gelernt hat müssten diese Vereine nicht nur verboten werden.
@Majestyk[...]dieses Obrigkeitsdenken[...]Standesdenken[...]Die Kernfrage für jeden Nicht-Deutschen Europäer, ist der Deutsche von Natur aus ein Stiefellecker? Wenn ja, müsste Deutschland zerschlagen werden und dafür gesorgt werden, dass es nie wieder ein geeinigtes Deutschland gibt und kein Deutscher jemals wieder auf dem Kontinent irgendeine Art von Macht zukommt. Wenn es nur eine Frage der Sozialisation ist, wäre der erste Schritt die Lumpen Aristokratie der Parteien, Beamtenschaft und Mittleren loszuwerden, ein verspätetes 18/19. Jahrhundert.
Auf den Osten geblickt erscheint es Zweiteres zu sein, der Blick auf den Westen und dessen "Bürgertum" suggeriert Ersteres.

Beta Jas

1. September 2026 18:23

@Ordoliberal "von der ewigen Steuergeldumverteilung und Bevormunderei durch den Staat. Das und nichts anderes muss die Botschaft der AfD sein!"
Wissen Sie, was stört; Wenn man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass die "Pseudophilosophie" der Libertären sich wie Gift verbreitet. Eine Art neue "Amerikanisierung".
Ich bin z. B. für das Bürgergeld, aber dagegen, dass nichtdeutsche Staatsbürger diese Leistung erhalten, Deutsche haben wenn nötig, ungeachtet wie viel Steuern man als Bürger gezahlt hat, entsprechend der Notwendigkeit eine derartige Hilfe zu erhalten. Auch eine Krankenversicherung gehört dazu. Andererseits ist es auch kein weiter Weg mehr, die Staatsbürgerschaft zu erhalten.
Der Staat eines Volkes dient der Organisation und der Sicherung der Wohlfahrt durch gerechte Verteilung an die Bürger im Land! Dass dies auch zur Manipulation der Gesellschaft genutzt wurde in der Vergangenheit und heute, liegt auf der Hand, sobald man sich tatsächlich Gedanken darüber macht.
Ein schönes Beispiel stellen der "Unterhaltsvorschuss" und das "Wohngeld" dar: Bei dem einen fragt man sich, warum andere Männer über Steuern den Unterhalt fremder Kinder bezahlen sollen; bei der anderen Sache denkt man sich, dass sie einfach aus der Zeit des Kalten Krieges stammt, um einen Teil der Arbeiterschaft im Kampf der Ideologien zu protegieren. 
Die meisten wollen eine Verschmelzung einer wirtschaftlichen starken BRD und einer territorialen abgesicherten DDR. Da kommt die AfD mit ihrer Qualität aber 35 Jahre zu spät.

RMH

1. September 2026 18:39

"Die SED-Nachfolger sitzen ganz oben in der Bundespolizei, und wohl noch ganz anderswo. Wer hat denn das ermöglicht? Was soll also dieses Ossi-Bashing?"
@Mitleser2, wer sitzt denn genau ganz oben, der eine SED/DDR Vergangenheit hat, außer dem medial bekanntgewordenen Vize einer der der sog. "Polizeigewerkschaften", der aber - mal abgesehen von seiner Funktionärsstellung in der Gewerkschaft - auch nicht "ganz oben" saß/sitzt?
Ist es Ossi-Bashing, wenn man auf gute Wahlergebnisse der SED Nachfolgeparteien hinweißt? Die als Partei die Linke nach starken Jahren und einem kurzen Zwischentief aktuell wieder eine echte Renaissance erlebt? Dann "basht" man also mit Fakten ... o.k.
PS: Die Linke gewinnt auch in den alten Ländern unter jungen Leuten dazu, keine Frage, was aber eher zeigt, dass sich alte und neue Länder faktisch weiter angeglichen haben, als es so gerne dargestellt wird.

Ordoliberal

1. September 2026 18:51

Im Grunde ist es bei den Rechten dasselbe Gegreine wie bei den Linken, die nie selbst für ihre Taten verantwortlich sind, sondern immer nur "die Gesellschaft". Bei den Rechten ist es "der Ami", "der Westen", "der Liberalismus", der ihnen durch Unterdrückung, Ausbeutung und Erziehung die "Freiheit" nimmt. Dabei ist die Freiheit der Rechten so wertlos wie die Freiheit der Linken. Beide können nur im Kollektiv, in der Gemeinschaft, als Volk, im Gleichschritt erreicht werden. Die Rechten, die Linken, die Muslime - alle sind sie nur unter einer Knute glücklich, die ihre Überzeugungen in die ketzerischen Hirne der anderen prügelt.

Majestyk

1. September 2026 19:09

@ Der Sinnierer:
"Daher bin ich heilfroh, dasz die Verarmung Europa und auch Deutschland ergriffen hat"
Und mir wirft man Zynismus vor. Sowas schreibt sich bestimmt gut mit vollem Bauch. Ich bin Jahrgang '71. In meiner Kindheit gab es noch keine Baseballkappen, vielleicht in Städten mit US-Truppen, aber nicht für mich. Ich hätte nämlich sehr gerne die gleiche Kappe wie Thomas Sullivan Magnum IV gehabt. Populär wurden die erst Ende der 80er, eher sogar in den 90ern. Kann also kaum an der Nachkriegsumerziehung gelegen haben. Gekauft habe ich mir so eine Detroit Tigers Kappe dann tatsächlich 1994. Tatsächlich sah ich in während meiner 11-jährigen Pendelei nach Thüringen deutlich mehr Basecaps in Mitteldeutschland als hier im Rheinland. In Mitteldeutschland gibt es auch eindeutig mehr Kevins. Im Übrigen wird im "Osten" ganz eindeutig mehr und schneller geduzt. Von den Eltern meiner Freundin wurde mir gleich beim Kennenlernen das Du angeboten, das war bei meinen westdeutschen Freundinnen anders und meine rheinischen Eltern würden sich eher auf die Zunge beißen, als schnell mit Fremden per Du zu werden. Meine Eltern leben nun 40 Jahre mit denselben Nachbarn Tür an Tür und sind immer noch per Sie.

Beta Jas

1. September 2026 19:12

@RMH
Die 68er waren in Wahrheit nie antiamerikanisch sondern nur gegen ein bestimmtes Amerika. Das weiße Amerika, das von Ronald Reagan bis Nixon, ein Amerika das seit Jahrzehnten sich selbst durch soziologische Manipulationen der eigenen Kultur zerlegt. 
Das Amerika das links glorifiziert wird, unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Kraft, man will ja schließlich konsumieren, ist das, was medial propagiert wird:
Die Dandys des Ghettos
This Is America
INDUSTRY BABY

Le Chasseur

1. September 2026 19:26

@Ordoliberal
"Trump und Vance haben uns die Hand ausgestreckt."
The Don hat uns die Hand hingehalten, damit wir den Ring des Paten küssen - und wir haben ihn geküsst.

Le Chasseur

1. September 2026 19:33

@Beta Jas
"Ein schönes Beispiel stellen der "Unterhaltsvorschuss" und das "Wohngeld" dar: Bei dem einen fragt man sich, warum andere Männer über Steuern den Unterhalt fremder Kinder bezahlen sollen"
Weil der Staat nicht will, dass das Kind leiden muss, wenn der Vater ein Arsch ist. Übrigens zahlen auch Frauen Steuern. 

deutscheridentitaerer

1. September 2026 19:40

@ordoliberalSie schreiben:"Der Ami hat uns weder die Türken aufgedrückt, noch die 68er unterstützt, noch uns in die EU gezwungen"Während ich Ihnen grundsätzlich zustimme, dass der Ami in vielen Kreisen als Wurzel allen Übels oft zu schwer gewichtet wird (ein Übel ist er insgesamt wohl trotzdem), haben Sie hier Unrecht. Das Gastarbeiterabkommen wurde maßgeblich auf Druck der USA geschlossen, die der Türkei im Hinblick auf den Kalten Krieg entgegenkommen wollten.

RMH

1. September 2026 19:51

@Beta Jas, natürlich gab es bei den 68ern Fankultur & Bewunderung bspw. für Hippies, Counter-Culture & Co., da dies antikapitalistisch gelesen wurde & bei denen, die Horkheimer & Adorna zur Abwechslung nicht nur im Bücherschrank hatten, sondern auch gelesen haben, hatte das aber immerhin zur Folge, dass sie Hippie & Counterculture recht schnell als Teil der Kulturindustrie erkannt haben. Am Ende stand stets der Kulturdünkel. "Wir" haben "unsere" Vergangenheit aufgebarbeitet, die "Amis" in Bezug auf Indianer "nie" (was z.B. auch nicht stimmt). Ich lese bei SiN seit Tag 1 mit, bei "Gesamtrechts" habe ich zuvor auch kommentiert. So viel fast wortgleiche Stereotype in Bezug auf die USA, wie ich sie in der Schule gehört habe, lese ich eigentlich nur bei Rechten. Und meine Schule war bestimmt nicht "rechts". Das Maul aufgerissen & den Ton angegeben haben die 68er, die Linken & die ersten Grünen (ein später sehr bekannter Grüner war bspw. einer meiner Lehrer, der hat zumindest nicht groß politisiert & war real umweltschutz-engagiert). Die rechten & konserv. Lehrer haben maulhaltend ihren (meist guten) job gemacht. Im Übrigen hat @Majestyk mit seinen Schilderungen recht. Bis Ende der 80er war us-amerikanische "Kultur", die über Musik & Filme hinausgeht für alle, die nicht in der Nähe von US-Garnisonen lebten, eher etwas exotisches. 

Eisberg

1. September 2026 19:53

...und dann postet der offizielle X-Account der AfD, dass man plane, bei Einbürgerung zu verlangen, dass der Deutsche danach strebt, die Deutsche Sprache zu erlernen sowie er sich bemüht, sich selbst zu ernähren.
Ich trinke jetzt ein Leinburger.

Laurenz

1. September 2026 19:57

@Ordoliberal ... Ami hat uns weder die Türken aufgedrückt, noch die 68er unterstützt, noch uns in die EU gezwungen. Ami hat uns vom Euro abgeraten. Er hat uns auch nicht befohlen, 2015 die Syrer reinzulassen. ... In den USA gibt es keine politische Trennung zwischen Staat & Wirtschaft. Senatoren sind quasi die Lobbyisten der eigenen Wiscthaft der jeweiligen Bundesstaaten. Kennedy setzte Adenauer mit dem Türkei-Abkommen 1961 (Mauerbau) unter Druck, indem er androhte, die US-Truppen aus Berlin (West) abzuziehen & die US-Militärhilfe einzustanzen. ... Alan Greenspan war glücklich über die Einführung des €s, weil er damit die unbequeme Deutschmark & die Bundesbank loswurde, welche bis dahin den Planeten zur Haushalts- & Zinsdisziplin zwang. ... Was die Flüchtlingsströme nach Deutschland angeht, so sollten Sie die Publikationen von Willy Wimmer konsumieren. Der belehrt Sie eines besseren über die militärisch organisierten Flüchtlingströme, informell durch die NATO. Der 4* General Wesley Clark veröffentliche 2007 die Absichten der US-Admins den Arabischen Raum zu destabilisieren. Diese Destabilisierung mit der Folge der Invasoren-Krisen wurde also von den USA langfristig geplant & durchgezogen (zB Arabischer Frühling).

Ein gebuertiger Hesse

1. September 2026 20:05

@Beta Jas
Nixon und Reagan künftig besser in dieser Reihenfolge nennen.

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