Kritik der Woche (90): Ausradiert

von Jörg Seidel -- Es wird im Frühjahr 1990 gewesen sein, als ich spät am Nachmittag die Hochschule betrat und vor der Bibliothek einen großen Abfallcontainer stehen sah, in den man emsig Bücher ablud.

Schnell rann­te ich zu einem Freund, lieh mir sei­nen Tra­bi und ret­te­te, was zu ret­ten war, dar­un­ter die Marx-Engels-Gesamt­aus­ga­be (MEGA) kom­plett im dama­li­gen Han­dels­wert von 7000 Mark. Vie­le ande­re Schät­ze muß­te ich fah­ren las­sen, dar­un­ter die gan­ze Ber­li­ner Goe­the-Aus­ga­be. Den­noch wur­de die­ser unfrei­wil­li­ge Fisch­zug – und ähn­li­che – der Grund­stock mei­ner Biblio­thek. Alle die­se Bücher hat­ten einen Makel: sie wur­den in der DDR gedruckt, stan­den in „ver­seuch­ten“ Biblio­the­ken, die Rega­le muß­ten für West­wa­re frei­ge­räumt wer­den … Und Ver­gleich­ba­res geschah über­all im Land, unzäh­li­ge Bücher wur­den ver­nich­tet, eine gan­ze Lite­ra­tur soll­te aus­ra­diert werden.

War­um das so war und wel­che poli­ti­schen und geis­ti­gen Pro­zes­se dahin­ter­stan­den, daß es letzt­lich um eine Dele­gi­ti­mie­rung ging – das auf­zu­klä­ren hat sich Cars­ten Gan­sel, ost­deut­scher Lite­ra­tur­wis­sen­schaf­ter mit lang­jäh­ri­ger Lehr­erfah­rung im Wes­ten, zur Auf­ga­be gemacht. Aus­ra­diert? heißt sein Buch.

Man begreift plötz­lich, daß die­ses indi­vi­du­el­le Erleb­nis Teil einer gro­ßen Ent­wick­lung, daß man nur Räd­chen in einem Getrie­be war, das man selbst nicht über­schau­te. Die­sen Über­blick nun zu gewäh­ren, soll­te das Buch zu einem fas­zi­nie­ren­den Ereig­nis machen. Und das war es auch, aber aus ande­ren Gründen.

Wenn es näm­lich nicht so span­nend und lehr­reich gewe­sen wäre, könn­te man den über lan­ge Pas­sa­gen evi­den­ten Ver­lust der Aus­gangs­fra­ge als Man­ko bezeich­nen. Aber da es uns über den intrin­si­schen Wert wesent­li­cher Tei­le der DDR-Pro­sa belehrt, uns vie­le Schlüs­sel­wer­ke erschließt, Autoren und ihre Pro­ble­me vor­stellt – die oft ganz ande­re waren als uns die west­deut­sche Geschichts­schrei­bung weis­ma­chen will –, uns den wah­ren Grund für das berühm­te Lese­land DDR erklärt, die eigent­li­che Funk­ti­on von Lite­ra­tur, uns nicht nur die Ver­lus­te auf­lis­tet, son­dern die sys­te­mi­sche Logik dahin­ter ermit­telt und uns vor allem ani­miert zu lesen, wie­der neu­gie­rig auf Uwe John­son, Bri­git­te Rei­mann, Irm­traud Morg­ner, Vol­ker Braun, Wer­ner Bräu­nig, Ger­ti Tetz­ner, Gün­ter de Bruyn, Joo­chen Laabs und sogar Mar­tin Schrey­er oder Fritz Rudolf Fries und vie­le, vie­le ande­re macht, schau­en wir über die­ses Man­ko wohl­wol­lend hin­weg. Ande­re wich­ti­ge und sys­tem­kon­for­me­re Autoren wie Die­ter Noll, Her­mann Kant, Gün­ter Gör­lich, Beni­to Wogatz­ki, Her­bert Otto, Hel­mut Sakow­ski, Hans Weber u.a. fin­den lei­der kei­ne Erwähnung.

Auch, daß Gan­sel ganz offen­bar ein paar klei­ne­re Stu­di­en zusam­men­ge­kehrt und hier neu auf­be­rei­tet hat, ist vernachlässigenswert.

Ganz zum Ende erhebt er sich dann auf eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che, ja fast phi­lo­so­phi­sche Ebe­ne und sin­niert über Erin­ne­rung, Ver­trau­en und der­glei­chen und da wird er rich­tig groß und auch mutig, weil er nicht davor zurück­scheut, die Aktua­li­tät die­ser Lite­ra­tur, die heu­ti­ge Bri­sanz ihrer Pro­ble­me zu benen­nen: da gibt es ganz hei­ße Pas­sa­gen, lexi­kon­taug­lich, die den Grund­kon­flikt Ost-West auf einen Nen­ner brin­gen, die unter­schied­li­chen Denk- und Lebens­wel­ten- und wei­sen greif­bar machen und durch­schei­nen las­sen, war­um der Osten oft rech­ter hat als der Westen.

Grund­be­din­gung dafür ist, die Dif­fe­renz zwi­schen dem Staat und der Gesell­schaft DDR zu akzep­tie­ren. Ers­te­ren will kaum jemand zurück, nach letz­te­rem seh­nen sich vie­le Ostdeutsche.

Für die­se ist die Lek­tü­re auch eine Selbst­be­stä­ti­gung und ein Auf­ruf, ihr Erbe zu bewah­ren und zu pfle­gen und nicht – wie nach der Wen­de – bil­lig zu ver­scher­beln oder gar zu ent­sor­gen. Und die „Wes­sis“ haben die Chan­ce, dem Kon­ti­nent DDR näher zu kom­men, indem sie weni­ger über die DDR, son­dern sie selbst lesen – in Form ihrer groß­ar­ti­gen und viel­fäl­ti­gen Lite­ra­tur, die vie­le Häu­tun­gen durch­ge­macht hat.

Frei­lich müs­sen sie ler­nen, die dar­in ent­hal­te­nen ideo­lo­gi­schen und lebens­welt­li­chen Codes zu ent­zif­fern, aber gera­de dafür eig­net sich Gan­sels Werk als Hand­buch. Wenn die­se Lek­tü­re gelingt – das ist sein Sub­text – dann kann die ost­deut­sche Lite­ra­tur wie ein Spie­gel wir­ken, zur Kathar­sis füh­ren, eine „Auf­stö­rung“ auch für den BRD-Leser. Kurz und gut: Soll­te man lesen! Jeder!

Aber weil der Kri­ti­ker auch kri­ti­sie­ren muß, soll Gan­sels ner­vi­ge Selbst­ver­liebt­heit nicht ver­schwie­gen wer­den, die sich nicht zäh­men kann, unun­ter­bro­chen die eige­ne Wich­tig­keit und wen er nicht alles kennt, getrof­fen, gespro­chen hat, zu beto­nen, und auch der unnö­tig ver­kom­pli­zier­te und ver­win­kel­te Anmer­kungs­ap­pa­rat, der die Augen­blicks­eu­pho­rie im Nach­schla­ge­pro­zeß bremst, ist tadelnswert.

– –

Cars­ten Gan­sel: Aus­ra­diert? Wie die Lite­ra­tur der DDR ver­schwand, Stutt­gart 2026. 383 S. 28 € – hier bestel­len

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Kommentare (70)

Laurenz

15. September 2026 13:37

@JS ... Mitte der 80er machte ich Sport-Abi. Dazu gehörte auch eine mündliche Theorie-Prüfung. Die von den Sport-Lehrern empfohlene Sport-Theorie-Lektüre mußte man privat bestellen & kaufen, vom DDR-Verlag. Denn es gab im Westen keine Fachliteratur. Hatte 2020 12 Kartons & 3 Koffer Bücher in die Presse gegeben, weil die keiner haben wollte. Auch meine verbliebene Bibliothek umfaßt immer noch schätzungsweise 10 Kartons & bei meiner Mutter noch mal dieselbe Menge, häufig Bertelsmann-Autoren aus den 60ern & 70ern. Habe schon überlegt, diese Bücher an Agenturen zu verkaufen, die sie weiter an BigTech verhökern, wo sie eingescannt werden. Allerdings werden die Bücher beim Scan-Vorgang zerstört. Mindestens die Menge von 2 Kartons meiner Bücher sind nicht zu ersetzen, sprich wertvoll, vor allem meine Marine-Sammlung. Die könnte man schonend selbst scannen, aber warum? An sich denke ich, ist der Büchertod nicht aufzuhalten.

Majestyk

15. September 2026 14:28

Marx und Engels im Abfallcontainer. Das Bild gefällt mir. 

SMHJanssen

15. September 2026 14:49

@Laurenz: Wir sind wahrscheinlich fast niemals einer Meinung - politisch, gesellschaftlich, kulturell (wie mit 99% der anderen Foristen hier) - aber im Bezug auf den Büchertod muss ich Ihnen, leider, zustimmen. Ich selber habe zwar noch eine Biblothek mit Fachliteratur von ca. 7500 Bänden, sowie klassischer und zeitgenössischer Literatur von ca. 1500 Bänden, aber wenn ich an der Universität einen Handapparat anlege - Texte, Fachbücher - und nach zwei Wochen etwas ergänzen will, dann kann ich sicher sein das kein Studierender/keine Studierende sich den Handapparat angeschaut hat. Die intellektuelle Selbtverzwergung der Gesellschaft und insbesondere der Gen Z hat mittlerweile Warp-Geschwindigkeit erreicht! Aber das ist nicht die Schuld der Flüchtlinge und MigrantInnen, im Gegenteil, am ehesten haben diese noch eine intellektuelle Neugierde. Die sogenannte AfD leistet dieser Entintellektualisierung durch ihre a-soziale Mediebesessenheit noch Vorschub. Wirkliche Konservative lesen gedruckte Bücher und Zeitungen und kennen die Klassiker,statt sich der großen Blase der intellektuellen Beliebigkeit der a-sozialen Medien hinzugeben.
Herzliche Grüße,
Siebo M. H. Janssen

Christa

15. September 2026 15:17

@Majestyk: Auch, nein, gerade unliebsame Literatur sollte man nicht verschrotten. Warum? Weil sich hierüber Irrtümer aufdecken lassen, die auch aus historischer Perspektive wichtig bleiben. Es erklärt späteren Generationen, weshalb etwas so, und nicht anders verlaufen ist. Bestenfalls im Museum oder als Archivmaterial. Das Lesen unliebsamer Werke dient zudem als Argumentationshilfe. 
 

RMH

15. September 2026 15:28

"Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) komplett im damaligen Handelswert von 7000 Mark." Die außerhalb staatlicher Stellen offenbar kaum Abnehmer fand, denn ich kennen keinen, bei dem die Gesamtausgabe den Weg ins private Regal auf einem anderen Weg, als den beschriebenen (Rettung aus dem Müllcontainer), gefunden hat. Ich selbst habe nur die 3-bändige Seperat-Ausgabe von K. Marx "Das Kapital" aus dem Dietz Verlag. Die wurde aber auch tatsächlich gekauft. Als Teilnehmer am "kleinen Grenzverkehrt" wusste man eigentlich nie so recht, was man mit seinem Zwangsumtausch anstellen sollte & da ging man dann eben in eine Buchhandlung. Eine mehrbändige Ausgabe eines in der DDR verlegten Werkes einmal komplett auf einmal erwerben zu können, war übrigens ein Glücksfall. So konnte ich von Goethes Faust in der Reclam Leipzig Ausgabe lange Jahre nur der Tragödie 2. Teil haben, von der es ein paar Paletten in die Ost-Buchhandlung geschaft haben. Mitleidiger "oh weh, ein Wessi" Blick gabs Gratis bei der Nachfrage, ob irgendwann auch wieder Teil 1 erhältlich sein wird. & so ist der Artikel doch recht einseitig. DDR Literatur fand seinen Weg in den Westen, schon vor der Grenzöffnung. Plenzdorf hat es bis zur Schullektüre in bayer. Gymnasien geschafft. Die Zeichenbegrenzung begrenzt jetzt meine Ausführungen.

Martha

15. September 2026 15:30

Vergessen wir nicht wieviele Bücher die Kommunisten in der SBZ-DDR vernichtet haben. Mindestens 35.-36.000 Titel kamen auf die Liste der "auszusondernden Literatur". Es dürften Millionen Bücher gewesen sein. Die meisten wurden makuliert, d.h. vernichtet. Schon nach der Novemberevolution nach dem WK I gab es sowas. Da wurde im von der SPD mit anderen Roten regierten Bezirk Neuköln beispielsweise am 22. 9. 1922 eine öffentliche Bücherverbrennung durchgeführt, bei der u.a. Geschichtsschulbücher verbrannt wurden. Es ist ein unendliches Thema.

RMH

15. September 2026 15:30

@SMHJanssen: Wirkliche Konservative wählen ganz klar AfD mangels solcher in anderen Parteien - PUNKT.

das kapital

15. September 2026 15:37

Nicht nur die Literatur der DDR verschwand. Die ganzen Strukturen sind verschwunden. Wenn wir ehrlich sind, ist Literatur ein Minderheitenprogramm.Neulich vorm Abitur, sagen wir mal von 1979 bis 1984 war Literatur Lebensinhalt. MRR Marcel Reich-Ranicki von der FAZ und Fritz J.Raddatz von der Zeit waren stillprägend. "Der Rabe", Frankfurter Schule der Literatur, Diogenes, Haffmanns Verlag, Suhrkamp für mich auch. Literaten damals haben sich noch voller Demut  für die wirklich Großen eingeordnet. Hans Wollschläger: "Ich bin ein drittklassiger Schriftsteller in einer Zeit, die von fünftklassigen dominiert wird." Heute aber halten sich die sechstklassigen Wokisten, die weder einem Hans Magnus noch einem Christian Enzensberger standhalten können, für das Maß aller Dinge. /// Im 19. Jahrhundert war Leipzig die Literaturhauptstadt Deutschlands und Weimar ein kultureller Leuchtturm. Schön mittig gelegen zwischen Ost und West und auch bezogen auf Österreich und den deutschsprachigen Teil Böhmens. Nun, angesichts der sozialistischen Vorprägung des Literaturbetriebs der DDR ist das dann so nicht geblieben. Uwe Tellkamp hätte weltweite Anerkennung verdient, mehr noch als Günter Grass. Aber mangels richtiger "Haltung" wird er als Mitteldeutscher ausgebremst. Der Westen will den woken Wahn sonst nix.

Ein gebuertiger Hesse

15. September 2026 16:41

Hervorragend, Herr Seidel, danke! Praktisch jeder Satz Ihres Artikels hängt nach.

Ein gebuertiger Hesse

15. September 2026 16:47

@Majestyk
"Marx und Engels im Abfallcontainer. Das Bild gefällt mir."
Sowas haben Sie nicht nötig. 

Majestyk

15. September 2026 16:49

@ SMHJanssen:
"Die sogenannte AfD leistet dieser Entintellektualisierung durch ihre a-soziale Mediebesessenheit noch Vorschub."
Natürlich. Die AfD ist schuld, wenn in Deutschland Bücher ungelesen im Regal verenden und Zeitungen am Subventionstropf hängen. Irgendwer muß ja schuld sein. Warum nicht Putin oder Trump? Als ob es anderen Ländern keinen Strukturwandel geben würde. 
_____________
Es wird keinen kompletten Büchertod geben, gab es bei der Langspielplatte auch nicht, nicht einmal beim Kino. Der Markt wird sich nur radikal verändern. Gedruckt wird, womit man Geld machen kann. Sammlereditionen wird es immer geben, hochwertige Literatur, Kinderbücher, bestimmte Bestseller, alles wofür Leute bereit sind tatsächlich Geld auszugeben. Aber Nachschlagewerke, Ratgeber, Reiseführer oder Anleitungen wird man wohl nicht mehr drucken. Papier ist als Rohstoff teuer. Den Wandel könnte man ja auch als Chance begreifen Papier einzusparen. Falls zukünftig keine Politikerbiographien mehr gedruckt werden oder diese unsägliche Weltrettungsliteratur wäre das ja auch ein Segen und Zeitungen, die einem weismachen wollen, der Himmel sei grün, obwohl jeder das Gegenteil beobachten kann braucht ohnhin kein Mensch. 

Lady

15. September 2026 18:28

Majestyk15. September 2026 14:28Marx und Engels im Abfallcontainer. Das Bild gefällt mir. 
Skurril, da Sie doch geistig ertragreich, bereichernd und vorbildlich marxistisch denken, nämlich:
historisch-materialistisch
 
 

RMH

15. September 2026 19:26

"Uwe Tellkamp hätte weltweite Anerkennung verdient, mehr noch als Günter Grass. Aber mangels richtiger "Haltung" wird er als Mitteldeutscher ausgebremst. Der Westen will den woken Wahn sonst nix."
Genau, und deshalb werden seine Werke vornehmlich im westdeutschen Suhrkamp-Verlag veröffentlicht und gesamtdeutsch ordentlich verkauft. Gerade "Der Turm" war, trotz oder gerade wegen der wesentlichen Handlung in der DDR, ein gesamtdeutsches Ereignis, welches wohl über 1 Mio mal verkauft wurde, die meisten Bücher gingen in die alten Länder.
Manchmal kann man auch Schatten boxen ....

Der Gehenkte

15. September 2026 19:39

@ RMH
Das "Kapital" wird heute noch immer zuverlässig verkauft, in der braunen Dietz-Ausgabe oder in der blauen. Drei Bände zwischen 20 und 40 Euro. 
Meine MEGA habe ich für 3500 Euro verkauft, also zum Nennwert. An einen Privatmann. Dafür Heidegger GA erworben und natürlich MEW komplett behalten - mit was anderem arbeitet man sowieso nicht. 

Laurenz

15. September 2026 19:49

@SMHJanssen ... naja, viel politisch verstanden haben Sie von dem, was Sie gelesen haben, wohl nicht, ein Akademiker-Problem. ... Die sogenannte AfD leistet dieser Entintellektualisierung durch ihre a-soziale Mediebesessenheit noch Vorschub. ... Der Weg der AfD durch Publikation im Netz hat mit den Staatsmedien zu tun, also den Hofberichterstattern. https://www.youtube.com/shorts/dEseR9obmhE?feature=share Die Menschheitsgeschichte (nicht unbedingt der Mensch an sich) vor dem Netz war wesentlich dümmer als jetzt. Verlage, Medienhäuser, Druckereien waren ziemlich überschau- & für Politik, wie Oligarchen beherrschbar. Der Öffentliche Flachzangen-Funk ist bereits tot, auch wenn wir ihn noch finanzieren müssen. In Krisenzeiten werden Philosophen eben zu Toilettenpapier. Sehe das auch etwas anders als @Majestyk. Analoge Tonträger besitzen einen qualitativen Vorteil, Bücher nur den, daß man zum Lesen nicht unbedingt Elektrizität braucht. Ansonsten ist mir der Bildschirm lieber, als Papier. Der Baum der Erkenntnis hatte eben schon immer seinen Preis, sagt zumindest die Genesis. Das menschliche Hirn ist nicht zum Lesen vorgesehen, sondern zum auswendig lernen aus (Zu)Gehörtem. Der Einband, wie der Druck/Handschrift erschufen das Format des Buches, heute überflüssig. In Zukunft kann man alles, was GK je verfaßt hat, einfach abfragen. Es wird alles nach Autoren sortiert werden & man wird es sich anhören können. Lesen wird nicht mehr notwendig sein.

Laurenz

15. September 2026 19:52

@SMHJanssen (2) ... Alleine an den ganzen Kommentaren hier bemerkt man, wie Gewohnheit das Denken verhindert. Das muß nichts schlechtes sein, kann aber. Automatisierung vom Bewußten ins Unbewußte ließ den Menschen bis jetzt überleben.

Majestyk

15. September 2026 20:08

@ Christa, Ein gebuertiger Hesse:
Ich habe den Marx doch nicht entsorgt. In meinem Regal darf der doch noch vor sich hin verstauben. Das Bild des in der DDR im Altpapier entsorgten Marx gefällt mir dennoch. Und wie Martha richtig anmerkt, die DDR-Führung hatte selber keine Hemmungen alles zu entsorgen und zu verbieten, was unliebsam war. So ein bißchen ausgleichende Gerechtigkeit muß sein. Schade nur, daß so mancher Sven Hüber dann doch wieder weich gefallen ist. Aber lassen wir das. Nach meinem Dafürhalten war die deutsche Diktaturaufarbeitung stets ungenügend. Ans Eingemachte ist man nie gegangen, sonst gäbe es keine Verbotsandrohungen gegen eine zunehmend populärer werdende Partei, nur weil deren Inhalte von den Etablierten als nicht genehm betrachtet werden.. Man müßte wegen abweichender Ansichten auch nicht zum Demokratie-TÜV. Der Goethe im Papiercontainer war jedenfalls bedauerlicher als der Marx. Wenn ich vor der Wahl gestanden hätte, Goethe oder Marx, hätte letzterer keine Chance gehabt. 

SMHJanssen

15. September 2026 21:07

RMH@: Wirkliche Konservative mögen heimatlos sein - AfD werden diese in der Regel nicht wählen, denn Konservative im Burkschen Sinn schützen und verteidigen die staatlichen Institutionen gegen Angriffe der Extremisten. Die sogenannte AfD will genau diese Institutionen, die wirkliche Konservative schützen, zerstören und dazu das Vertrauen in diese Institutionen unterminieren. Ich würde übrigens Frömming als einen der wenigen, zusammen mit Lucassen, verbliebenen Nationalkonservativen ansehen.
@Majestyk: Die sogenannte AfD ist nicht alleine verantwortlich - Entlesung ist kein ganz neues Problem - aber es wird durch die Filterblase a-soziale Medien und die 10 Sekunden Clips, gepaart mit einer Geist- und Intellektuellenfeindlichkeit der sogenannten AfD massiv verstärkt.
Mit herzlichen Grüßen,
Siebo M. H. Janssen

Majestyk

16. September 2026 01:08

@ LadyL:
Natürlich. Die Welt beginnt erst mit der Schrift. Bevor es kein Geisteswissenschaftler niedergeschrieben hat, ist nichts vorhanden.
@ SMHJanssen:
Ich weiß zwar, daß es sinnlos ist, aber welches soziale Netzwerk wurde eigentlich nicht durch linke Tech-Giganten gegründet?
Sie meinen also, ich und viele andere wählen AfD, weil wir durch Videoclips verblödet wurden? Auf die Idee, daß andere Menschen vielleicht von der Welt an der Sie mitwirken nicht so begeistert sind, sind Sie noch nicht gekommen? 
@ Laurenz:
"Lesen wird nicht mehr notwendig sein."
Natürlich. Wozu noch Kulturtechniken. Strom kommt ja aus der Steckdose. 
Auf die Idee, daß man Wissen in Ihrer Zukunft per Knopfdruck löschen kann und nicht mehr umständlich verbrennen muß, sind Sie noch nicht gekommen? Von welcher literarischen Vielfalt reden Sie? Von der auf Netflix und Co., wo nur abrufbar ist, was die Agenda nicht allzu sehr stört? Auf kommerziellen Streamingplattformen können Sie nur einen Bruchteil aller alten Filme abrufen. So ähnlich dürfte es auch mit Büchern laufen. Lesen und wissen, was Onkel Google gefällt. Die Sache, der Sie das Wort reden nennt sich Gegenaufklärung. Die Fähigkeit lesen und schreiben zu können ist eine Errungenschaft, die die Schöpfungskraft der Modern erst ermöglichte. Wovon Sie schwärmen, ist ein Mensch, der sich von der KI vorlesen läßt, was die für ihn ausgesucht hat. Und ich dachte, Sie seien ein Gegner theokratischer Herrschaft.

Majestyk

16. September 2026 01:15

@ SMHJanssen:
"schützen und verteidigen die staatlichen Institutionen gegen Angriffe der Extremisten." 
Und auf Steuerkosten Millionen Kulturfremde importieren und Kritiker mundtot machen ist kein Extremismus? Wegen eines ominösen Klimawandels, für den sich in Kalkutta kein Mensch interessiert die Lebensgrundlagen zerstören ist auch kein Extremismus? Die Justiz nutzen um kritische Bürger zu verfolgen ist auch kein Extremismus? Einfach so tun als würde der Staat einer bestimmten politischen Gruppe gehören ist auch kein Extremismus?
Wer schützt Bürger wie mich eigentlich vor dem Denken und Wirken von Superdemokraten wie Ihnen?

heinrichbrueck

16. September 2026 01:50

„Ja, man muß seinen Feinden verzeihen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt worden.“ - Heinrich Heine
Das kumulierte deutsche Steueraufkommen seit 1950 dürfte nominal in der Größenordnung von 27 Billionen liegen. (Geld: ca. 30.000 Abfallcontainer.) 
+ ≈ 21 Billionen kumulierte Sozialversicherungsbeiträge, 1950–2025 (≈ 23.000 10-m³-Container)
= ≈ 48 Billionen kumulierte Steuern und Sozialbeiträge
Rund 53.000 große Abfallcontainer, randvoll mit 100er-Scheinen. 
Plusgeschäft? 

das kapital

16. September 2026 06:21

@RMH Wie erfolgreich ist Tellkamp literarisch heute im Jahre 2026? 2008 konnte er noch erfolgreich sein. In einem Jahr, in dem die Vorstellung von "nur" 2 biologischen Geschlechtern noch mehrheitsfähig war. Damals wären Aiwanger und Söder auch noch nicht bereitgewesen, Atomkraftwerke stillzulegen und wegzusprengen. Heute ist das pseudokonservativer Mainstream. Wie ist heute die Wahrnehmung und Darstellung von Tellkamp in der Hauptstrompresse? Ist er noch ein großartige Schriftsteller, der ganz Deutschland literarisch bewegt, wird er noch so dargestellt?Ein allzugemeines Portal führt ihn wie folgt ein: "Tellkamp steht seit längerer Zeit in der Kritik, extrem rechte Positionen zu vertreten." Vermeintlich falsche Haltung soll dann wichtiger sein, als literarische Qualität. "Rechtsextremismus: Umstrittener Autor Tellkamp bezweifelt "Reichsbürger"-Pläne" Die Zeit vom 9.12.2022 inklusive Fotografie, die ihn ein wenig dämonisch erscheinen lässt. So geht Bildsprache. Das Publikum, das ihn 2008 noch als politisch neutral gelesen hat oder gar als "einen von uns",  dürfte weggebrochen sein. Günter Grass mit militärischer Erfahrung bei der Waffen SS blieb "einer von uns Sozialdemokraten". Den Status wird Uwe Tellkamp sobald nicht erreichen. Er sitzt jetzt hinter der literarischen Brandmauer.

Maiordomus

16. September 2026 07:54

@SMH. "Wirkliche Konservative mögen heimatlos sein." Was heisst da "heimatlos"? Bedeutendste konservative Grundlagendichter deutscher Sprache waren Stifter und Fontane, ersterer mit "Kalkstein", "Witiko" oder "Mappe meines Urgrossvaters". Intensiver hat nie jemand "Heimat" porträtiert wie Stifter mit obigem und Fontane mit dem "Stechlin", dem wohl intelligentesten Heimat-Roman deutscher Sprache. Aber: diese Art Heimat erstrahlt nicht als nationalistisches Modell! Und "konservativ im Burkeschen Sinn"? Das ist wohl kaum öffentlich-rechtlicher Rundfunk, zu dessen Klassikern u.a. Goebbels gehörte, auf den sogar Jochen Klepper noch reingefallen ist. Burkes "Institutionen" waren  Monarchie, Kirche, Parlamente, Familie, Clubs, gewiss aber nicht das, was Sie der AfD als Zerstörungsabsicht vorwerfen. Lese Burke seit 60 Jahren, liess mich an Uni über ihn prüfen von einem Meister der polit. Philosophie. "Wirkliche" Konservative sind regional orientiert, vgl. Romantiker P.A. Segesser im 19. Jhd.: "Ohne Luzern ist mir die Schweiz die innere oder äussere Tartarei". Dies schloss für ihn den Status einer "Reichsstadt" nicht aus.     

RMH

16. September 2026 08:00

@Der Gehenkte, es ist schön, wenn Sie Ihre MEGA für eine staatliche Summe veräußern konnten, aber da Sie von Euro schreiben, war das nicht in der Zeit, in der die Annekdote des Autors & vermutlich auch das bespr. Buch spielt & von der ich geschrieben habe. Damals, in der Zeit ab Ende 89 bis 91, die man durchaus als die "wilde"bezeichnen kann, landete so etwas eben auf dem Müll & von da wurden einige Ausgaben von wenigen Interessierten, dauerbunkernden "Antiquaren" & sogar bei manchem aus den alten Ländern als eine Art "Trophäe" abgestaubt (& später weggeschmissen oder verramscht). Großes Geld wollte damals KEINER dafür ausgeben, dass ist der Fakt. Damals standen auf den Straßen auch jede Menge aufgegebene Trabbis & Wartburgs herum, für die heute auch wieder Sammler Geld zahlen, wie generell es ein paar Jahre dauerte, bis die Ostprodukte mehr als nur wenige Nerds als Sammelgebiet interessierte. 

RMH

16. September 2026 08:01

2
Überhaupt war auf einmal die DDR "mega-out" (in Erinnerung an "Leo" Lukoschik, dessen in & out Listen genau in der Zeit ausgestrahlt wurden), viele DDR Bürger riefen, "Kommt die D-Mark, bleiben wir – kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr" & schaufelten damit das Grab für Ihre Wirtschaft selber, denn nur im Ausnahmefall, der heute zum ostalgische Narrativ gemacht wurde, gabs den zukunftsfähigen Betrieb, der von fiesen Wessies platt gemacht wurde. Die Masse war mit der harten DM, dem sozialistischen Personalüberbestand nicht mehr marktfähig. Das dürfte übrigens auch für das Verlagswesen gegolten haben, wo einfach zu wenig Auflage zu viel Personal durchfüttern musste, welche denknotwendig wegbricht, wenn Staatsabnehmer fehlen & Auflagen sich nur noch in wenigen 100 realisieren lassen können. Am Ende ist es doch wieder mal the economy, stupid und nicht eine Verschwörung und die Ausnahmefälle, wo es anders war, werden verallgemeinert. Erst später besannen sich die Bewohner der DDR wieder auf Ihre DDR & ihre Produkte, Bücher etc zurück, aber da war es zu spät & die Zeit der bunkernden Trödler & Antiquare war gekommen.

RMH

16. September 2026 08:27

@SMHJanssen, aktuell stärkt der Druck der AfD aber die Institutionen in D. Beispiel: Der dt Richterbund fordert auf einmal, endlich die Weisungsunabhängigkeit der Staatsanwaltschaften herzustellen (ein uralte Forderung von Anwälten übrigens, nicht von der Kernjustiz), damit eine AfD- Regierung keine Weisungen an StAs erteilen kann. Jahrzehntelang war dieser Makel an der Rechtsstaatlichkeit Ds offenbar egal, so lange "die Richtigen" eben die Weisungsbefugnis hatten (in Bayern gab es- ach, lassen wir diese "Hetze" & den "Angriff" auf die Instit.). Dies führte sogar zur Blamage Ds vor dem EuGH, da dieser internat. Haftbefehle von dt Staatsan. für nicht rechtmäßig erklärte, da dt  Staatsanw. eben keine unabhängigen Justizbeh. i Si der EU-Regeln sind. Trotz dieser internat. Kritik an der dt Weisungspraxis änderte man daran nichts, die Haftbefehle kamen dann eben vom Richter aus der Büroetage nebenan, der oftmals vorher selber Staatsanwalt war. Wie gut, dass jetzt die AfD erfolgreich wird, auf einmal sieht man es anders. Auf gut deutsch, komplette Heuchelei der bisherigen Etablierten & Ausbeutung, & damit wahre Demontage der Instit. Wer mit dem Finger auf die AfD in Bezug auf Zerstörung der Instit. zeigt, bei dem zeigen 3 Finger auf ihn zurück. Ohne das sich den Staat & seine Institut. zur Beute machens durch die etabl. Parteien, gäbe es die AfD nicht.

Maiordomus

16. September 2026 08:31

@Martha.  Diese "auszusondernde Literatur" bewirkte, zwar schwerlich im Ausmass der nazistischen Bücherverbreinnung, eine Verknappung, die langfristig Neugier und insofern neue Leser generiert. Jede Erwähnung als "auszusondernde Literatur" bedeutet, dass zumindest historisch Interessierte und langfristig auch die Forschung dies "lesen müssen". Sowieso gilt der Satz von Dürrenmatt. "Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden."
Natürlich wimmelt es auch von banaler oder bloss propagandistischer Literatur. Es bleibt aber dabei, dass allein schon der berühmte Index librorum prohibitorum, das Verzeichnis der verbotenen  Bücher der katholischen Kirche, erst zur Zeit von Papst Johannes XXIII. (oder Paul VI.?) definitiv eingestellt, nahezu fast jedem einzelnen Titel zur Unsterblichkeit verholfen hat mit der Einschränkung, dass allzu viele davon nur lateinisch geschrieben sind. Das Verbot gäbe heute indes zumindest einen zusätzlichen Anlass zur Übersetzung. Zahlreiche Werke,u.a. Rousseau und Voltaire, verdankten dem Index sogar bereits zu Lebzeiten der Autoren Welterfolg, vgl. nicht wenige verbrannte Bücher von 1933.      

Mitleser2

16. September 2026 08:33

@SMHJ: "- aber es wird durch die Filterblase a-soziale Medien und die 10 Sekunden Clips ...massiv verstärkt.
Die debilen Clips diverser linkswoker Abgeordneter (meist weiblich) zählen nicht dazu?
 

dojon86

16. September 2026 08:41

@SMHJanssen Elektronische Medien sind Medien. Wichtig ist was man mit ihnen liest. Die Attacken der Medienhäuser gegen sie ähneln den Attacken der Katholiken gegen die Bibellektüre während der Reformation als die technische Entwicklung (Buchdruck) die Lektüre der  Bibel und unzähliger Flugschriften jederman möglich machte Das Flugblatt wurde damals miterfunden. Und heute ermöglichen die elektronischen Medien praktisch jedermann, zu schreiben und gelesen zu werden. Das ist den Eliten unheimlich. Es war ihnen auch im Jahre 1530 unheimlich. Dass bei dieser Publikationsmöglichkeit für Jedermann natürlich zu 90 % Unsinn herauskommt ist klar. Doch als jahrzehntelanger ÖPNV Benutzer dessen Leidenschaft das Beobachten ist, weiß ich, was die Leute früher lasen. Es war auch damals zu 90 % Schrott. PS. Was sie über die Kulturfreudigkeit unserer Migranten schreiben ist nicht meine Erfahrung. Der durchschnittliche moslemische Migrant der zweiten oder dritten Generation ist seiner Herkunftskultur. meist völlig entfremdet und in unserer nicht angekommen. Das Resultat ist bei den meisten eine oberflächliche Amerikanisierung (Konsumreligion) plus einige Restbestände ihrer Herkunftsreligion. (Oft den unangenehmeren Restbeständen) Ich habe ein ehrliches Interesse am Islam und seinen Verästelungen. Fast immer wenn ich dazu moslemische Migranten befragte, was sie über ihre Religion wüssten, stieß ich auf ziemliche Ahnungslosigkeit. Und was ich da abseits einiger Speisevorschriften zu hören bekam, war höchst unergiebig.

AlbertC

16. September 2026 08:56

Etwas zu viel Ostalgie für meinen Geschmack , aber ich bin Wessi.  Die Überschrift hatte mich neugierig gemacht. Ich würde mal anders titeln, nämlich "Wie die DDR aus der Literatur verschwand".  In der Bibliothek einer westdeutschen Universität sind in der Germanistik kaum Werke von Dissidenten zu finden. Ich suchte neulich ein Buch von Monika Maron und stellte fest , dass alle (!) ihre Werke ab 1990 im Archiv gelandet sind. Einzig der Debütroman Flugasche von 1977 stand noch im Lesesaal, weil man das wohl vergessen hatte. Stille Zeile sechs war gar nicht im Bestand, obwohl es in Kanones gelistet ist.  Loest, Hilbig, Schädlich, Jurek Becker. Entweder nicht vorhanden oder im Archiv. Dagegen Christa Wolf, Hein, Heym oder die überschätzte Jenny Erpenbeck natürlich vorhanden. Ich habe dann mal KI gebeten (ich weiß, wie die Systeme funktionieren )- , die besten gesellschaftskritischen DDR-Schriftstellerinnen zu nennen und ähnliche offene Fragen gestellt, Christa Wolf kommt fast immer zuerst, Monika Maron wird erst beim dritten Nachfassen genannt.  Leute wie Heym, Hein oder Heiner Müller kennt man, einen Reiner Kunze und die "Wunderbaren Jahre" kennen noch nicht mal heutige Deutschlehrer. Das liegt an der linken Sekundärliteratur und dem Kritikerbetrieb, wo man alles DDR-kritische ausblenden möchte. Furchtbare Unkenntnis bei den heutigen Schülern.

Laurenz

16. September 2026 09:40

@SMHJanssen @Majestyk (2) ... Sie brauchen aber den Faktor der Freiwilligkeit. Wenn die Deutschen nicht mehr lesen wollen, ist das ihr gutes Recht.

Laurenz

16. September 2026 10:00

@Majestyk @L. ... Lassen Sie Sich bitte mehr Zeit & denken Sie doch mal über den Eigenen Tellerrand hinaus. Ich habe keinen Kommentar gegen das Buch geschrieben, sondern nur über das, was ich sehe oder erwarte. Wir (Alten) sind durch das Lesen geprägt, sozialisiert, aber im Hören ungeübt. Es macht einen eklatanten Unterschied, ob man diesen JS-Artikel vor Augen hat oder sich diesen vorlesen läßt. Kann man sich einen Schaltplan merken oder muß man dauernd draufglotzen? Ich habe auch nicht behauptet, daß es Antaios in 100 Jahren nicht mehr gibt. Natürlich braucht es dazu einen entsprechenden Enkel oder Urenkel. Es ist nicht wirklich die Frage des Formats, sondern entscheidend über das jeweilige Werk der Autoren. KI kann immer nur Quellen abgleichen. Es kommt kein Verleger daran vorbei, ein Manuskript zu lesen oder zu hören, um dann unternehmerisch zu entscheiden, mach ich oder mach ich nicht. Es wird auch in 100 Jahren Infrastruktur vonnöten sein, um gescheit zu publizieren. Sie kommen aber wieder mit BigTech angeschissen, weil Sie nur BigTech im Kopfe haben. Aktuell hatte sich Heise stark gemacht, weil kleine Medien von BigTech als Quelle ohne Klicks ausgebeutet werden. Da wird sicher politisch etwas kommen müssen. https://www.telepolis.de/article/Google-bedroht-Telepolis-Warum-das-freie-Internet-nicht-kostenlos-ist-11442154.html

ofeliaa

16. September 2026 10:11

Hm, also "Uwe Tellkamp - Der Turm" lag hier auf einem Wühltisch (umsonst). Der Mauerfall und alles, was dieses Ereignis umgibt, ist abstrakt für mich, da ich nach der Wende in eine westdeutsche Familie geboren wurde - also auch keine Familiengeschichte explizit an DDR oder Mauerfall gebunden ist. Ich lese das Buch gerade. Man kann ja nie aufhören, sich über Geschichte und darüber, wie Menschen diese Geschichte erlebt haben, zu informieren. Ich muss (vielleicht) kitschigerweise sagen, ich bin sehr froh und dankbar, dass Deutschland wieder vereinigt wurde. 

Mitleser2

16. September 2026 10:29

Viel wichtiger wäre es, alle Bücher von Scholl-Latour nochmal zu lesen. Ich lese gerade "Russland im Zangengriff" von 2006. Könnte heute genauso geschrieben sein. Was für eine Weitsicht. 

RMH

16. September 2026 10:44

ich bin sehr froh und dankbar, dass Deutschland wieder vereinigt wurde. 
@ofeliaa, 
das ist kein Kitsch und ich bin auch froh und dankbar darüber, zumal ich noch das Brüllen (!) meines 68er-Geschichtslehrers im Ohr habe, "Wiedervereinigung? Das werdet IHR NIE erleben." Was auch ein Beispiel dafür ist, wie der Versuch, junge Leute in irgendeine Richtung zu stricken, oft zum Gegenteil führen kann.
Um so mehr bin ich enttäuscht, wenn man in der AfD in Mitteldeutschland mittlerweile auch wieder Töne vernimmt, die eine mögliche, neue Abspaltung nicht gerade ablehnend kolportieren.  Ich bin im sog. "Zonenrandgebiet" aufgewachsen. Bei vielen Wanderungen am Wochenende kam man an hohen Zäunen, Stacheldraht und Wachtürmen vorbei und schaute rüber, manchmal sah man Ferngläser auf einen zurück starren. Wer das nicht bedrückend empfand oder dabei nicht bemerkte, welcher Gewaltakt in dieser Grenze lag, dem ist m. M. n. nicht zu helfen. Mit dem sog. "kleinen Grenzverkehr" konnte man gegen Zwangsumtausch mal reinschauen, in den blühenden Sozialismus. Was war das für ein Gefühl der Befreiung, auch für uns grenznahe "Wessis", als man endlich ohne Schikanen an der Grenze einfach zu den Nachbarorten fahren konnte. Ich weiß nicht, warum dieses positivste Ereignis, welches die deutsche Geschichte nach 45 zustande gebracht hat, immer wieder von manchen in Frage gestellt wird. Unter dem Strich - bei allen Fehlern die gemacht wurden - ist die Wiedervereinigung ein Glücksfall für Deutschland.

das kapital

16. September 2026 12:34

@ offelia Da haben Sie einen guten Griff getan. Prima, dass Sie jetzt zu Tellkamp gefunden haben. Wertvoll auch für die Nachgeborenen. Ich bin ja nun ein bisschen Zeitzeuge. Habe zu Wendezeiten öfter einen Freund besucht, der in West-Berlin Medizin studiert hat. Wohnte Berlin-Wedding nicht gar zu weit weg von der Mauer. Nach dem 9.11.89 war beim Aldi immer Zucker und Mehl ausverkauft. Zu Silvester standen wir auf der östlichen Seite der Mauer, vielleicht einen Kilometer südlich vom Brandenburger Tor. Die jungen Menschen waren glücklich wie nie und fielen einander und auch mir (als Wessi) um den Hals.Endlich Freiheit, endlich neue Lebenschancen. Da wehte er, der Mantel der Geschichte. Und wie erbärmlich haben unsere Regierungen Parteien Politiker und die EU Kommission das 36 Jahre später versaut und vor die Wand gefahren. /// Eine EU Kommission die Jacques Baud kalt stellt schlimmer als die SED Robert Havemann kaltgestellt hat. Können Sie als Nachwendekind nicht kennen. War mit Erich Honecker als Sozialist bei den echten Nazis im Zuchthaus in Brandenburg a.d.H. Wurde zum Dissidenten. Im Normalfall gefängnisreif. Aber wegen des gemeinsamen Schicksals nur Isolation in Grünheide und Anklage wegen "Devisenvergehen". Der hatte Westgeld. Der Bezirksstaatsanwalt war nach der Wende als Rechtsanwalt tätig.

heinrichbrueck

16. September 2026 14:00

"Ich weiß nicht, warum dieses positivste Ereignis, welches die deutsche Geschichte nach '45 zustande gebracht hat, immer wieder von manchen in Frage gestellt wird." - RMH
"Vereinigung" klingt so nach Liebesheirat. "Abwicklung" oder "Übernahme" klingt ein bißchen anders. Westdeutsche Stadtbilder gibt es auch noch – die Fassade bröckelt, Vorsicht bei Spaziergängen.
Der Westen hat einen falschen Freiheitsbegriff. Wie bildet man einen freien Menschen, ohne ihn dabei wieder zu bevormunden?
Um selbständig urteilen zu können, muß ich zunächst von anderen etwas lernen. Aber wenn andere mir vorschreiben, was ich am Ende zu denken habe, bin ich gerade nicht selbständig geworden.
Beispiel "Selbstgesetzgebung": Ich könnte lügen und niemand würde es merken. Ich tue es trotzdem nicht, weil ich erkenne, daß ich eine Regel, die das Lügen allgemein erlaubt, nicht vernünftig als allgemeines Gesetz wollen kann.  
Wer entscheidet, was vernünftig ist? 

Majestyk

16. September 2026 14:04

@ Laurenz:
"Wir (Alten) sind durch das Lesen geprägt, sozialisiert, aber im Hören ungeübt."
So viel älter als ich sind Sie doch nicht, wenn ich mich richtig erinnere. Wurde Ihnen als Kind nie vorgelesen, haben Sie nie diese Hörspiele gehört, z.B. aus dem EUROPA Verlag? Ich habe Herr der Ringe gehört, Jahre bevor ich das Buch gelesen habe. Unsere Generation war doch auch noch recht Radio-Affin. Lesen, hören, sehen schließt einander nicht aus.
Ich bezog mich auf den Satz "Lesen wird nicht mehr notwendig sein." Der Satz ist falsch. Das Medium, ob nun Papier oder Bildschirm ist nicht entscheidend. Aber der Mensch sollte lesen können. Dass zukünftig weniger Bücher gedruckt werden, erst recht Zeitungen, dem stimme ich doch zu. Und auch wenn ich mich dagegen sträube, selber Bücher per E-Book-Reader zu lesen, das ist nun einmal der Fortschritt. Jüngere werden sich daran gewöhnen oder haben es schon und die sind mehr Zukunft als ich. Und dennoch sind Bücher Kulturgüter, die es zu erhalten gilt. 

Majestyk

16. September 2026 14:22

@ RMH:
"Ich weiß nicht, warum dieses positivste Ereignis, welches die deutsche Geschichte nach 45 zustande gebracht hat, immer wieder von manchen in Frage gestellt wird. Unter dem Strich - bei allen Fehlern die gemacht wurden - ist die Wiedervereinigung ein Glücksfall für Deutschland."
 
Ihre Sätze sollte man jedem, der "Ossis" gegen "Wessis" hetzen will und umgekehrt, um die Ohren hauen. Wer Deutschland spalten will ist ein wahrer Antideutscher, gleich wie er sich sonst nennt. 
Es heißt: "Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland" und nicht Zwietracht.

Majestyk

16. September 2026 14:41

@ Laurenz:
Sie schicken mir einen Link, in dem die Dominanz der Techgiganten kritisiert wird, die immer mehr zum Monopol wird und attackieren mich gleichzeitig dafür, daß ich diese Dominanz immer wieder anspreche? Wer von uns beiden ist denn Thiel, Karp, Musk Fan? 
Es glaubt doch niemand ernsthaft, daß diese Herren was anderes als die eigene Machtsicherung und den eigenen Profit im Schilde führen. Deren Interesse an Amerika richtet sich auch nur danach den perfekten Standort zu haben, um die eigene Marktdominanz durchdrücken zu können. Faktisch Digitalimperialismus. Inwiefern unterscheiden sich diese Personen denn von Gates, Zuckerberg oder Bezos? Die Dominanz US-Amerikanischer Tech-Konzerne bedroht jede europäische Souveränität. Und Proprietarismus ist nichts anderes als Feudalismus 2.0.
Gleichzeitig darf man natürlich nicht übersehen, daß Heise/ Telepolis keinesfalls politisch neutral sind, aber diesbezüglich erwarte ich eh keine Zustimmung. 

das kapital

16. September 2026 15:39

@ heinrichbrück RMH Majestyk Das mit der wunderbaren Wiedervereinigung hat im Blick zurück eben auch Schattenseiten. Man hat die Deutschen glauben lassen, es ginge um sie, in Wirklichkeit sind sie aber danach in einer Weise abserviert worden, die bis 1990 undenkbar war. Den Amis ging es nicht um Deutschland und das deutsche Wohl. Die wollten wirtschaftlich politisch und militärisch die Schwäche der UdSSR und Russlands maximal ausnutzen ohne Rücksicht auf deutsche und europäische Verluste. Bis 1990 war die Anstiftung der Amis zur Vernichtung der sicheren und bezahlbaren Energieversorgung undenkbar. Heute ist sie Kernprogramm. Nordstream sprengen, 21 Sanktionspakete der EU, 2 völkerrechtswidrige Kriege gegen den Iran um Deutschland und Europa von der sicheren und bezahlbaren Energieversorgung längerfristig abzuschneiden. Vorher faktische Beschlagnahme des Öls aus Venezuela, damit die USA trotz deren völkerrechtswidrigen Kriegen weiter versorgt werden kann. /// Deutschland bleibt kulturell gespalten, auch nach 36 Jahren der Wiedervereinigung. Wir wollten die Freiheit. Statt dessen ist die westdeutsche Kolonie der USA auf Mitteldeutschland ausgeweitet worden. PCK Schwedt und Leuna waren und sind von der Druschbapipeline abhängig. Die ist schon mindestens 4 mal mit US Waffen angegriffen worden, um Mitteldeutschland das Genick zu brechen.

Umlautkombinat

16. September 2026 16:26

1/3Lesen ist nicht Teil einer Hierarchie der Form kleiner als Hoeren oder Sehen oder in anderer Form AI. Beispiel: Seit es YouTube gibt frage ich oft und immer wieder neu, warum schreibt der das nicht auf eine viertel Seite statt 20 Minuten zu faseln und mich dort suchen und spulen lassen will, bis ich - vielleicht - den Inhalt unter lauter Gezappel und Geschrei habe?Lesen ist fuer etliche Sachverhalte schon einmal effizienter. Einmal im Lesen, geht das je nach Thema noch weiter, ich brauche als Mathematiker z.B. keine seitenweisen Beschreibungen oder meinetwegen auch Programmcode sondern oft einfach eine Formel, die noch kuerzer und dann meist trotzdem umfassender ist. Abstraktionsfaehigkeit geht auch anders, ist aber auch eine charakteristische Staerke der Schrift. 
Ich sage damit nicht allgemein, dass nun Lesen umgekehrt besser waere - es ist schlicht keine Kette schlecht zu gut oder andersherum, sondern oft genug Verschiedenes im Sinn von Nichtvergleichbarem.

Laurenz

16. September 2026 20:10

@Majestyk @L. ... Unsere Generation besteht nur aus Hörkonsumenten. Oder kennen Sie jemanden aus unserer Generation, der sich nur Sprachnachrichten zuschickt? Und nochmal, ich habe nicht gegen das Lesen kommentiert. Soll ich meine Erben dazu zwingen, meine Bücher aufzuheben? Bei mir um die Ecke ist ein Marinevereinsheim. Die sind aber alle so alt, wie ich. Und was BigTech angeht, so ist KI aktuell ein Scheißgeschäft.

Ein gebuertiger Hesse

16. September 2026 20:18

@Hauptartikel
"Grundbedingung dafür ist, die Differenz zwischen dem Staat und der Gesellschaft DDR zu akzeptieren. Ersteren will kaum jemand zurück, nach letzterem sehnen sich viele Ostdeutsche."
Ersteren wollen im Osten nach vier Bieren so einige zurück! Und nicht nur aus persönlicher Lebensenttäuschung. Der DDR-Staat ist eine echte bête noire, ein Tabu, über das positiv zu reden sich keine Sau traut, es sei denn klammheimlich.

anatol broder

16. September 2026 20:58

sämtliche veröffentlichungen von soziologen, politologen, geschichtswissenschaftlern und ähnlichen minderleistern zähle ich zur makulatur.

Wuwwerboezer

16. September 2026 21:08

Also die Helga spielt heute das beliebte Spiel "Schriftsteller loben die Partei- und Staatsführung für ihre gute und umsichtige Politik" virtuos wie es damals nur wenige vermochten!

Bei 01:04, 06:47, 10:07, 11:19, 15:03:

https://www.youtube.com/watch?v=nGMxIjqwwbo

Oder siehe hier:

https://www.youtube.com/watch?v=Mf9YkbDsmSs

- W.

Majestyk

16. September 2026 21:37

@ Ein gebuertiger Hesse:
Sie können DDR-Staat und dessen Gesellschaft nicht voneinander trennen. Wer Vollkasko leben will, muß sich ein bißchen Gängelei und höhere Prämien schon gefallen lassen. Man kann sich nicht nur die Pralinen heraussuchen. 

Majestyk

16. September 2026 21:42

@ das kapital:
Ich erwarte zwar keine konstruktive Antwort, aber irgendwer kann mit vielleicht mal bei Gelegenheit erklären, was die Amerikaner damit zu tun hatten, daß sich die Deutschen 1998 Rot und Grün an die Regierung wählten, obwohl die vorher ankündigten aus Kohle und Kernkraft aussteigen und das Staatsbürgerrecht reformieren zu wollen. Das Wahlprogramm hat wohl vorher keiner gelesen. 

RMH

16. September 2026 21:59

Das mit der wunderbaren Wiedervereinigung hat im Blick zurück eben auch Schattenseiten.
@das kapital, habe selber von Fehlern, die auch passiert sind, geschrieben, aber für mich überwiegt das Licht die Schattenseiten und Schatten gibt ohnehin nur, wenn es auch Licht gibt. Alleine, dass diese mörderische Grenze nicht mehr durch unser Land geht, ist schon mal ein Gewicht in der Wagschaale, wo man schon viele Bleiklumpen in die andere legen darf und man kommt immer noch nicht mal zu waagerecht.

RMH

16. September 2026 22:00

"Der DDR-Staat ist eine echte bête noire, ein Tabu, über das positiv zu reden sich keine Sau traut, es sei denn klammheimlich."
@Ein gebuertiger Hesse, dass ist doch übertrieben, es wird >35 Jahre danach doch immer mehr postiv geschrieben, alleine die nicht klammheimlich, sondern recht offen erkennbare Ostalgie-Welle spricht gegen Ihre These. Ich sehe das komplett anders: Die DDR als "Staat", mit seinem ihn beherrschenden System des real-existierenden Sozialismus war verbrecherisch, murx von Anfang bis Ende. Das, was die DDR lebens- und für die dort Geborenen auch teilweise liebenswert gemacht hat, waren seine Einwohner, die in der Mehrheit eben ihr ganz eigenes Leben in Ihren Familien mit Anstand gelebt haben und das war nicht der Verdienst der DDR. Genausowenig, wie es der Verdienst der aktuellen Bundesrepublik ist, dass hier immer wieder (und noch!) einfach in überraschend großer Zahl großartige & anständige Menschen leben, bei all den A...löchern, die immer und überall auch dabei sind. Licht/Schatten - und Grauzonen gibt es auch noch. Bei allem Recht zur Kritik, man darf den Blick nicht immer nur auf den Schatten und die A...löcher richten.

Wuwwerboezer

16. September 2026 22:15

Ein gebürtiger Hessse

"Der DDR-Staat ist eine echte bête noire, ein Tabu, über das positiv zu reden sich keine Sau traut, es sei denn klammheimlich."

Schon von den geistigen Wurzeln her: Achse Ost Hegel-Schelling-Fichte-Beethoven-Goethe-Schiller linksabzweigend Marx-Engels, immerhin auch Letztere Objektivisten, allesamt in der BRD wie lästige Wechselbalge behandelt, versus hochtoxisches, destruktives Gebräu West, man könnte sagen: Molotow-Cocktail, aus Moralphilosoph Kant plus Achse Kierkegaard-Sartre-Camus-Beauvior rechtsabzweigend Jaspers-Arendt-Heidegger, allesamt Subjektivisten, allesamt aus gutem Grund indiziert in der DDR!

Eckermann statt Neckermann: "Ich will Ihnen etwas entdecken, und Sie werden es in Ihrem Leben vielfach bestätigt finden. Alle im Rückschreiten und in der Auflösung begriffenen Epochen sind subjektiv, dagegen aber haben alle vorschreitenden Epochen eine objektive Richtung. Unsere ganze jetzige Zeit ist eine rückschreitende, denn sie ist eine subjektive. Dieses sehen Sie nicht bloß an der Poesie, sondern auch an der Malerei und vielem anderen. Jedes tüchtige Bestreben dagegen wendet sich aus dem Inneren hinaus auf die Welt, wie Sie an allen großen Epochen sehen, die wirklich im Streben und Vorschreiten begriffen und alle objektiver Natur waren." - 29. Januar 1826

Prösterchen!

- W.

Wuwwerboezer

16. September 2026 22:58

Nachtrag:

Moralphilosoph und Zivilreligionsstifter Kant!

Und Friedrich II zu Potsdam hat ja seinen Antimachiavell geschrieben - wohingegen die Roten Preußen im Politbüro Machiavelli mit großem Vergnügen gelesen haben!

All die genannten Philosophen haben wie Vektoren in Volksgeist und Volksseele je im Osten und im Westen sowie bis tief in die Seelen von Onkel Mäxchen und Tante Lieschen hinein gewirkt - so daß sich allein deshalb bitte niemand über die sich vertiefende Ost-West-Spaltung wundern sollte.

- W.

das kapital

16. September 2026 23:05

@ Ein gebürtiger Hesse - die DDR schlecht zu reden war Volkssport West und ist es bis heute. Je schlechter du sie reden konntest, desto besser fühltest Du dich in der amerikanischen Kolonie. Ja, in den stalinistischen Anfängen gab es mehr Sauereien, als zeitgleich im Westen. Der Morgenthauplan ist abgeblasen worden. Der wird gefühlt erst heute durchgezogen. Mit den Marionetten des Epstein- kartells (?). Sozialismus funktioniert nicht so gut. Enteignungsdrohungen alleine schon hinterlassen ein mehr und mehr verwahrlosendes Land. /// Nach dem Ende Stalins gab es nun auch in der DDR Bestrebungen, Mehrwert aufzubauen und Nutzen für breitere Bevölkerungsschichten zu schaffen. Der Wohnungsbestand war zwar teils hundsmiserabel, aber keiner ging an den Mieten pleite. Die Züge der Reichsbahn waren pünktlicher, als die Bundesbahn heute. Weder die Kosten von Lebensmitteln noch von Energie sind explodiert wie heute u.a. wegen der EVP Einheitsverkaufspreise. Da aber die Angebotslenkung nicht über den Preis erfolgte, gab es einiges an Mangel- und Bückware und bei Autos unfassbar lange Bestellzeiten. Urlaub auf Mallorca war auch nicht drin, eher Rumänien, Schwarz-meerküste.

dojon86

16. September 2026 23:11

@anatol broder Und genau deshalb, weil diese ihre Ansicht unter Rechten beliebt ist und es somit unter den Rechten kaum Ideologieproduzenten gibt, verlieren die Rechten immer. 

dojon86

16. September 2026 23:26

@Majestyk Es geht nicht darum, Wessis gegen Ossis oder umgekehrt aufzuhetzen. Ich denke mir angesichts der Lage, ob nicht zwei deutsche Staaten für die deutsche Nation bessere Entwicklungsmöglichkeiten geboten hätten. Getrennt marschieren, vereint schlagen. Zwei deutsche Staaten hätten immer in Konkurrenz zueinander gestanden. Ein scheiterndes multikulturelles Westdeutschland wäre für ein einigermaßen ethnisch homogenes Mitteldeutschland kein Vorbild mehr gewesen. Vielleicht wäre es sogar zu einer Wanderungsbewegung von West nach Ost gekommen. Gewissemaßen eine umgekehrte Republikflucht. Und auch Westdeutsche wären bei der Existenz eines erfolgreichen deutschen Gegenmodells gezwungen gewesen, manches an der eigenen Haltung zu überdenken. Aber wie gesagt, die Geschichte hat andere Wege eingeschlagen. Trotzdem ist es zumindest eine nette Spielerei, über kontrafaktische Möglichkeiten der Entwicklung nachzudenken.

Laurenz

17. September 2026 03:19

@Ein gebürtiger Hesse ... Diese DDR-Gesellschaft von der Sie schreiben, hat ihren Ursprung, abseits der Verbechen des Nationalsozialismus', im III. Reich, findet den Bezug in der Volksgemeinschaft, auch wenn viele Nationalsozialisten enttäuscht waren, weil die 2. nationalsozialistische Revolution (im Sinne Röhms) ausblieb. Das Hotel Lux zu Moskau überlebten ja nur jene Deutschen Bolschewisten, die nicht Akademiker waren, also aus dem Handwerk kamen. Und die waren meist patriotischer als alles, was sich heute in Deutschland bewegt. Die Uniformen, der gesamte militärische Ansatz, wurden vom III. Reich kopiert. Man nahm nur billigere Stoffe, etc., weil staatliche Planwirtschaft immer Mißwirtschaft ist.

RMH

17. September 2026 07:55

"die DDR schlecht zu reden war Volkssport West und ist es bis heute. Je schlechter du sie reden konntest, desto besser fühltest Du dich"
@das kapital, die DDR schön reden wurde immerhin von offiziellen, staatlichen Stellen der DDR als Aufgabe den Bürgern der DDR abgenommen & wenn sich in der DDR lebende Bürger mit Kritik von "drüben" subjektiv gekränkt oder herabgesetzt gefühlt haben, dann zeigt das doch, dass es eine subjektive Identifizierung mit diesem Popanz DDR über den Faktor, man gestaltet das Leben unter den konkreten Bedinungen hinaus & fühlt sich in Gemeinde & Land wohl, bei manchen/vielen gegeben hat & die These von @Wow. , dass der "Osten" eine Ausrichtung zur Objektivität gehabt habe & der Westen eine Art Kult des Subjektivismus (den man auch Christentum findet) unzutreffend ist. Wenn der normale DDR Bürger eine Erziehung zum Objektiven genossen haben soll, dann würde er Kritik ausgerechnet am Sozialismus der DDR nicht persönlich nehmen. Daran scheitert es aber offenbar bei manchem.
"Die Züge der Reichsbahn waren pünktlicher, als die Bundesbahn heute."
Die DB war damals auch pünktlich - ergo: unzul. Vergleich
Urlaub auf Mallorca war auch nicht drin, eher Rumänien, Schwarz-meerküste.
Und woran lag das wirklich? Den 1. Preis fürs Schönreden haben Sie sich damit redlich verdient.

RMH

17. September 2026 08:15

@Wuwwwerboezer, dass Sie hier eine gespaltene Volksseele nach nur 40 Jahren DDR diagnostizieren wollen, übertreibt den Ausmaß des sozial. Unfugs enorm. Eine Volksseele hat andere Dimensionen & die deutsche ist nicht gespalten. Im Kommentar zu @das kapital habe ich bereits kurz dargelegt, dass diese schwarz-weiß Malerei, die Sie mit Objektivismus (Ost) & Subjektivismus (West) machen, offenkundig ein nur auf den esten Blick einleuchtendes Distinktionsschema darstellt. Zutreffend ist eher folgendes: Goethe/Schiller, damit wurde & wird JEDER Schüler in D, egal in welchem Landstrich er lebt, getriezt. Es gibt auch keine "guten Gründe" (außer Jugendschutz) für "Indizierungen" von Literatur & Geistesrichtungen. Im sog. "Westen" konnte eben jeder das lesen, was er wollte & es gab linke (Besuche von IGM-Delegationen sollen von DDR Bürgern als peinlich empfunden worden sein, da die IGMler mit ihrem 150%er -tum den Menschen im realen Sozialismus auf den Sack gingen), rechte, Konsumfreaks & tausende andere Grüppchen & Mischungen (die es unter einem Deckmantel auch in der DDR gab). Da hat man es bei einer staatlichen Einheihts-Objektivierung natürlich leichter. Man behauptet einfach, alle hier sind Sozialisten & Klassenfeinde haben rüber gemacht oder werden abgeschoben (P. Langstrumpf Modell: Ich mach mir die Welt ...). Das ist "objektiv" betrachtet natürlich einfacher, als dieser Mix bei der anderen Feldpostnummer (der natürlich den dort Herrschenden die Sache des Herrschens klar einfacher machte, als den Fahnenappell Einfordernden auf der anderen Seite der Mauer).

Majestyk

17. September 2026 09:26

@ dojon86:
"Getrennt marschieren, vereint schlagen."
Ja, aufeinander. Wie von den Alliierten erwünscht.
Was reden Sie da? Hier gibt es kaum einen Kommentarfaden, in dem der Wessi als Schädling nicht heruntergemacht wird. Oder man behauptet wir Westdeutsche seien nicht so richtig deutsch. Und warum bitteschön sollten die Deutschen ihre Einheit infrage stellen? Diese zwei Staaten gab es nur, weil die Sieger Deutschland auseinander gerissen haben. Warum sollten sich Deutsche am Willen der Sieger orientieren? Wenn Sie in Österreich nicht mehr zu Deutschland gehören wollen, ist das Ihre Sache. Unsere zwei Staaten zu vereinigen war ein Auftrag. In meinem Land hatten wir sogar ein Wiedervereinigungsgebot.
________
Diese Verklärung der DDR ist peinlich. Bis die Bomben fielen, war das Dritte Reich für viele Deutsche auch eine Wohlfühldiktatur. So macht man den Braten doch schmackhaft. Man muß sich nur die Ferien- und Golfresorts im Nahen Osten anschauen oder manchen aufblühenden Staat im fernen Asien. Autoritäre Herrschaft bleibt trotzdem Mist. 

Dietrichs Bern

17. September 2026 09:42

@Das Kapital: Man braucht die DDR nicht schlecht zu reden, sie war es. Und die Umsetzung des Plans von Herrn Morgenthau beeinhaltet an keiner Stelle die Ansiedlung primitiver Scharen, die auf die gesamte westliche Welt übergreifen und so auch eine Gefahr für Morgenthaus Erben darstellen werden. Sie argumentieren ähnlich realitätsnah wie die Energiewender.

Majestyk

17. September 2026 10:30

@ dojon86:
Noch was. Erst die Wiedervereinigung machte die Grünen salonfähig. Die Westdeutschen Grünen hatten 1990 den Slogan „Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Wetter.“ und sind an der 5-Prozent-Hürde gescheitert. Das ostdeutsche Bündnis 90/Grüne zog dann in den Bundestag ein. Ohne Wiedervereinigung hätte es vielleicht nie den Druck auf Deutschland gegeben seine D-Mark zu opfern. Die EU hätte sich ohne Osterweiterung ganz anders entwickelt. Vielleicht wäre Fischer nie Vizekanzler geworden, Angela Merkel ganz sicher nicht Kanzlerin und in westdeutschen Talkshows säßen nicht Wagenknecht oder Gysi. Wir hätten im Westen keine Funktionäre, die früher IM waren, keine entsprechenden Schauspieler und Kaderschüler aus dem Osten würden keine Talkshows moderieren. 

heinrichbrueck

17. September 2026 12:37

@ Majestyk
Sie tun in Ihrem Kommentar so, als agiere Deutschland im luftleeren Raum und als hätte der deutsche Wähler im Jahr 1998 in absoluter, historisch unbefleckter Freiheit eine Entscheidung getroffen. Damit blenden Sie die gesamte Nachkriegsgeschichte aus. Aber meine Theorie, daß die deutsch sprechenden Amerikaner den Weltkrieg gewonnen haben, erhärtet sich von Tag zu Tag mehr. 

RMH

17. September 2026 13:18

"deutsch sprechenden Amerikaner" @heinrichbrück, bleiben Sie doch beim O-Ton aus den Jahren 33 bis 45, da lautete der Vorwurf an Deutsche, die nicht so recht auf der neuen Linie waren, eben "verjudet" (konnten bekanntermaßen auch "Arier" sein). Heute meint ein Wessi, mit dem Hinweis auf "deutsch sprechende Amerikaner" bei Ossis punkten zu können & er macht damit auch ganz erwartbar das Tor. Seltsam ist nur, dass in den neuen Ländern in der Realität keine so großen Unterschiede zu den alten mehr zu finden sind, wie man anhand der Unterscheidung zwischen dt deutschen & am. deutschen meinen könnte. Ich bin häufig in Thüringen, in den Neubauvierteln stehen stolz die Grill-Kommoden auf der Terasse, der gute alte, einstmals selbst zusammengeschweißte Grill, später dann von Thüros gebaut, wurde verdrängt. Das Trampolin mit Fangnetzen ist im Garten gut sichtbar & vor der Tür steht ein möglichst neuer SUV, die Doppelgarage wird als Abstellkammer benutzt, auch die Fahrräder sind "E-Bikes". In den Wohnungen dann Spielekonsole & Großbildschirm, begrüßt wird man von tätowierten Bewohnern.  Man steht hüben wie drüben früh auf & lässt sich den ganzen Tag auf Arbeit verarschen, drückt Steuern & Abgaben ab & versucht sich ein kleines Stück Glück aufzubauen - also: Was soll diese künstliche Aufteilung, außer man will ernsthaft Hand an das legen, was zusammengehört? @Majestyk, danke für ihre klaren Beiträge.

das kapital

17. September 2026 13:49

@Dietrichs Bern Die Energiewende ist Unsinn. Das hatte ich wohl an anderer Stelle genügend dargelegt. /// "Die DDR war schlecht." Nicht die Rahmenbedingungen vergessen, unter denen sie entstanden und fortgeführt worden ist. Es gab Nischen für ein angepasstes Leben, mehr Nischen als in BRD und EU des Jahres 2026. Siehe Jacques Baud, der Carl von Ossietzky der EU Kommission und der 27 Mitgliedsregierungen.  /// Die DDR hat nicht Millionen Menschen in Lockdowns gepackt und zu gefährlichen Impfungen genötigt. /// Die russische / sowjetische Fremdherrschaft gehörte eben zu den Rahmenbedingungen, unter denen alle leben mussten. Das ging nur mit erzwungenen Kompromissen. Sobald die SED sich nicht mehr auf Russland stützen konnte, kam deren Macht an ein Ende. /// Nein, die außereuropäische unqualifizierte kulturfremde Massenmigration wie sie seit 2015 läuft, war nicht Teil des Morgenthauplans, Das ist eher ein Epstein und Consorten Plan. Die völlige energiepolitsche und industrielle Vernichtung, wie sie seit der Nordstreamsprengung und den zwei völkerrechtswidrigen Angriffskriegen gegen den Iran läuft, verstehe ich aber sehr wohl als moderne Variante des Morgenthauplans zur Deindustrialisierung Deutschlands. Die Zollpolitik von Trump kommt als Sahnehäubchen zur Zerstörung der Weltwirtschaft oben drauf.

dojon86

17. September 2026 14:36

@Majestyk Und wo werden die Grünen eher gewählt ? Im Westen oder im Osten ?

Majestyk

17. September 2026 18:07

@ heinrichbrueck:
Dann erklären Sie mir verblendeten Dummkopf doch mal, wie die Verschwörung abgelaufen ist, die Schröder und Fischer an die Macht brachte. Versuchsweise mal auf der Sachebene und ohne versteckt persönlich zu werden.

Laurenz

17. September 2026 18:16

@Dojon86 @Anatol Broder ... Rechten kaum Ideologieproduzenten gibt ... Precht beschwert sich schon bei Lanz im Podcast, daß die Neue Rechte Gramsci für sich vereinnahmt hat. Hier wird genug geschmittet, gejüngert & gemaschket. Der Teilnehmer @Anatol Broder schopenhauert ja selber gerne. Jeder sucht eben gerne die Konsequenzen bei anderen. Fakt ist aber, da hat @Anatol Broder indirekt völlig Recht, der mediale Aspekt von Politik hat sich eklatant verändert. Siegmund ist ein gutes Beispiel. Siegmund begegnet irgendeinem politischen Aspekt, setzt Sich damit Szene & postet es den Followern. Damit wird Politik viel mehr direkt erfahrbar. Beim Weltwoche-Interview mit GK haben wir knapp 100k Aufrufe, ist überschaubar, aber dem ZDF schon ebenbürtig mit 1/10 der Produktionskosten. Das ist die Zukunft. Und das Gespräch mit Röger Köppel war eher am unteren Rand neurechter Akademie, was mit Köppel & Seinem Publikum zu tun hat. Das linke Parteienspektrum, von Union bis die Linke, hat weder Philosophen noch gescheite Ideologen. Es existieren nur noch 08/15 Textbausteine, die keiner mehr hören will.

Laurenz

17. September 2026 18:36

@Das Kapital @Ein gebürtiger Hesse ... die DDR schlecht zu reden ... die hier geführte Debatte unter diesem JS-Artikel wird, für meinen Geschmack, viel zu billig geführt. Unsere Eltern hatten Adenauer & damit die Deutsche Teilung gewählt, Punkt. Dafür konnten weder die Schumacher-Wähler, noch die Bürger der DDR etwas. Daß die Bürger der DDR das beste aus den äußeren Umständen machten, muß man ihnen lassen. Sie produzierten Kultur, wie es im Rahmen des möglichen machbar war. Dieses Kultur-Leben hilft auch ziemlich gut das Wesen der jetzt informellen, gesamtdeutschen DDR 2.0 zu erkennen. Ohne DDR gäbe es auch kein Rammstein, keinen Jochen Kowalski & keine Katja Ebstein, nur mal so am Rande. Und die DDR gehört damit zu unserer gesamtdeutschen Geschichte & ist dementsprechend auch zu respektieren, so wie auch das III. Reich dazu gehört. Wir, als NeuRechte, brauchen hier nichts beschönigen. Wir müssen auch nicht, wie die Linke, im nachhinein, die größten Helden irgendeines Widerstands mimen, aber gleichzeitig Volk & Opposition in den Heim-Gulag verfrachten, wie im Corona-Faschismus, während die BundesJunta maskenfreie Parties feierte. Wenn man die DDR kritisiert, sollte man das im Detail machen. Aber wir müssen nicht das Leben unserer Brüder & Schwestern runtersauen. Deren Leben besitzt denselben historischen Wert, wie unseres, im Guten, wie im Schlechten.

heinrichbrueck

17. September 2026 22:24

(IM "Victoria") Anetta Kahane (2015):
"Dem Osten wurde es erspart, Einwanderungsland zu werden. Das holt er jetzt nach. 
Es ist die wichtigste Aufgabe der nächsten Zeit, dafür zu sorgen, daß die Verteilung der Flüchtlinge [im Osten] ernst genommen wird [...]. Man muß den Menschen dort klarmachen, daß es kein Recht auf ein ethnisch reines Territorium gibt." 
In der ehemaligen DDR hätte sie das nicht sagen können. In Wessiland schon. 
Zum Thema Machtperspektive: https://www.theoccidentalobserver.net/2026/09/17/american-sabotage-of-europes-empires/  

anatol broder

17. September 2026 23:36

@ das kapital 13:49
ich denke nicht, dass die kulturfremde massenmigration seit 2015 läuft. als ich selbst zwanzig jahre vorher nach deutschland migrierte, gab es bereits einen ununterbrochenen strom aus der ganzen dritten welt. die dummen, die kranken und die alten waren keine ausnahme. ich erlebte bereits damals die deutsche asylindustrie in derselben blüte, wie sie heute (dreissig jahre später) wuchert. auch wurden damals schon die entsprechenden begleiterscheinungen von den medien verschwiegen. ich erinnere mich noch über meine verwunderung, dass die lokalzeitung die wöchentlichen blutigen schlachten zwischen russen und türken auf dem grossen parkplatz hinter dem bahnhof nie erwähnte. ich wusste von dem bandenkrieg, weil die russen versucht haben, mich hinzuzuziehen. /// mein eindruck deckt sich mit den persönlichen berichten von @ rmh oder @ majestyk, die ich auf etwa zehn jahre älter als mich schätze. somit würde der beginn der massenmigration bereits vor der wiedervereinigung liegen. /// unter welchem stein lebtest du vor 2015?

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