Wahlanalyse Sachsen-Anhalt

Ulrich Siegmund und seine Mannschaft haben am Sonntagabend eine neue Phase der AfD eingeleitet. Noch nie erzielte die AfD bei einer Landtagswahl ein höheres Ergebnis, noch nie gewann sie gegenüber einer vorangegangenen Wahl so stark hinzu und noch nie war sie einer absoluten Mehrheit so nahe.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Schon Tage und Wochen zuvor ver­mit­tel­ten sowohl Umfra­gen als aber noch viel mehr die emo­tio­na­len Ein­drü­cke das Bild einer bei­spiel­lo­sen Mobi­li­sie­rung, die zumin­dest im deutsch­spra­chi­gen Raum nur mit einem Phä­no­men wie Jörg Hai­der ver­gleich­bar ist.

Mit 43,8 % der Stim­men gewinnt die AfD 23 Pro­zent­punk­te hin­zu und läßt eine auf 17,2 % hal­bier­te CDU weit hin­ter sich. SPD, Grü­ne und Lin­ke blei­ben jeweils ein­stel­lig und das BSW zieht mit 5,3 % knapp in den Land­tag ein. Die­se Zah­len doku­men­tie­ren eine poli­ti­sche Kräf­te­ver­schie­bung, deren Bedeu­tung weit über das Bun­des­land Sach­sen-Anhalt hinausweist.

Am Wahl­sonn­tag schau­te man schon 12:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr gebannt auf die Wahl­be­tei­li­gung, bei der sich ein neu­er Rekord für das Bun­des­land abzeich­ne­te. Die­ses Mus­ter zahl­te bei ver­gan­ge­nen Wah­len zwar zuver­läs­sig auf das Kon­to der AfD ein, aber ange­sichts der bun­des­wei­ten Bedeu­tung und pola­ri­sie­ren­den Zuspit­zung konn­te eine star­ke Gegen­mo­bi­li­sie­rung der lin­ken Mit­te zwi­schen­zeit­lich nicht aus­ge­schlos­sen werden.

Die Gewiß­heit kam dann schließ­lich mit der ers­ten Pro­gno­se um 18:00 Uhr. Mit einer Wahl­be­tei­li­gung von 77,8 % war es die höchs­te Wahl­be­tei­li­gung in der Geschich­te Sach­sen-Anhalts nach 1990 und zugleich die zweit­höchs­te Wahl­be­tei­li­gung bei einer ost­deut­schen Land­tags­wahl. Ins­be­son­de­re in den länd­li­chen Wahl­krei­sen stieg die Wahl­be­tei­li­gung außer­ge­wöhn­lich stark an.

Abso­lut betrach­tet mobi­li­sier­te die AfD dop­pelt so vie­le Nicht­wäh­ler­stim­men wie CDU, SPD, Grü­ne und Lin­ke zusam­men. 70 % der gesam­ten Nicht­wäh­ler­mo­bi­li­sie­rung ent­fiel auf die AfD. Inner­halb der eige­nen elek­to­ra­len Zusam­men­set­zung der AfD waren 30 % Stamm­wäh­ler aus dem Jahr 2021. 38 % waren hin­zu­ge­kom­me­ne Nicht­wäh­ler, 18 % ehe­ma­li­ge CDU-Wäh­ler und der Rest der AfD-Gesamt­stim­men setz­te sich über die rest­li­chen Par­tei­en zusam­men. Abso­lut betrach­tet wuch­sen die Gesamt­stim­men von 231.000 auf 576.000 Stim­men um mehr als das doppelte.

Der AfD-Wahl­kampf in Sach­sen-Anhalt war kei­ne klas­si­sche und stau­bi­ge 0815-Pla­kat­kam­pa­gne, die immer wie­der in die glei­che völ­lig unin­spi­rier­te kom­mu­ni­ka­ti­ve Tool­kis­te greift. Statt­des­sen setz­te die Par­tei auf eine emo­tio­na­li­sier­te und vor allem „rol­len­de“ Life­style-Kam­pa­gne, die poli­ti­sche Bot­schaft und Gemein­schafts­er­leb­nis mit­ein­an­der verband.

Beson­ders sicht­bar wur­de dies bei den soge­nann­ten „Sim­son-Tou­ren“. Hun­der­te bis Tau­sen­de Bür­ger und ins­be­son­de­re jun­ge Leu­te fuh­ren gemein­sam mit Spit­zen­kan­di­dat Ulrich Sieg­mund auf den kul­tisch auf­ge­la­de­nen DDR-Mopeds durch Dör­fer und Klein­städ­te des Lan­des. Die­se Even­ti­sie­rung des Poli­ti­schen erin­ner­te zuwei­len an hoch­gra­dig pro­fes­sio­nel­le Tona­li­tä­ten des US-ame­ri­ka­ni­schen Kampagnenhandwerks.

Wäh­rend die CDU mit einer eher staats­män­ni­schen und büro­kra­tisch wir­ken­den Ästhe­tik auf­trat, insze­nier­te die AfD Wahl­kampf als gemein­schaft­li­ches Erleb­nis. Gera­de dies wirk­te als effek­ti­ver sozia­ler und milieu­ori­en­tier­ter Bin­dungs­me­cha­nis­mus, der emo­tio­na­le Distanz abbau­te, Zuge­hö­rig­keit erzeug­te und vor allem bei Jung­wäh­lern wie­der ein attrak­ti­ves Poli­t­an­ge­bot mit Ereig­nis­cha­rak­ter schuf.

Die­se Attrak­ti­vi­tät und Anzie­hung der Jung­wäh­ler mach­te sich schließ­lich auch in den Mobi­li­sie­rungs­zah­len deut­lich bemerk­bar. Die AfD wur­de in allen Alters­grup­pen bis 70+ zur stärks­ten Kraft. Ledig­lich die Tat­sa­che, daß 47 % der Bevöl­ke­rung in Sach­sen-Anhalt über 60 Jah­re alt sind, lie­fer­te den letz­ten, dün­nen Schutz­schild für die CDU und ihren Minis­ter­prä­si­den­ten Sven Schul­ze. Auch bei der Direkt­wahl­fra­ge zum Minis­ter­prä­si­den­ten lag Schul­ze ein­zig bei den über 60-jäh­ri­gen vorn. In der gesam­ten Alters­span­ne der 18- bis 49-jäh­ri­gen schlug Ulrich Sieg­mund den Amts­in­ha­ber in die­ser Kate­go­rie deut­lich. Bei den unter 25-jäh­ri­gen hol­te die AfD Ergeb­nis­se nahe ihrer abso­lu­ten Dominanz.

Die Rebel­li­on kommt nicht mehr von links. Im Osten ist sie blau und jung. Die poli­ti­sche Mit­te ver­wal­tet der­weil nur noch ein schrump­fen­des, altern­des Depot der Ver­gan­gen­heit, wäh­rend die pro­duk­ti­ve Zukunft des Lan­des längst auf der Gegen­sei­te steht.

In den meis­ten sozio­de­mo­gra­phi­schen und geo­gra­phi­schen Fak­to­ren zeig­te sich bei der AfD ein Mus­ter, wel­ches auch schon aus den ver­gan­ge­nen Wahl­er­fol­gen bekannt gewor­den ist, aber in Sach­sen-Anhalt noch­mals ein ande­res Niveau erreicht. Die AfD erschließt nicht per­ma­nent völ­lig neue Wäh­ler­seg­men­te, son­dern ver­dich­tet bestehen­de Hoch­bur­gen, sta­bi­li­siert ihre Kern­mi­lieus und erwei­tert die­se schritt­wei­se um angren­zen­de Grup­pen. Beson­ders deut­lich zeigt sich das bei den Arbei­tern, von denen 61 % für die AfD stimm­ten. Auch bei Wäh­lern mit ein­fa­cher for­ma­ler Bil­dung erreich­te die Par­tei außer­ge­wöhn­lich hohe Wer­te und vor allem Zuwächse.

Ähn­lich ein­deu­tig fällt das geo­gra­phi­sche Mus­ter aus. In allen 218 Gemein­den Sach­sen-Anhalts wur­de die AfD zur stärks­ten Kraft. Zum Ver­gleich: 2021 waren es nur 4! In Orten mit weni­ger als 5.000 Ein­woh­nern liegt die Par­tei im Durch­schnitt bei etwa 51 %, in mit­tel­gro­ßen Gemein­den zwi­schen 20.000 und 50.000 Ein­woh­nern bei unge­fähr 45 %. Hal­le, Mag­de­burg und Des­sau-Roß­lau kom­men zusam­men­ge­nom­men dage­gen nur auf etwa 32 %. Auch hier wird somit deut­lich, daß die Par­tei vor allem dort stark hin­zu­ge­winnt, wo sie auch schon vor­her ihr größ­tes Poten­ti­al abru­fen konnte.

Wäh­rend auf Wahl­kreis­ebe­ne sich das flä­chen­de­ckend länd­li­che Sach­sen-Anhalt blau ein­färb­te, boten die urba­nen Zen­tren Hal­le und Mag­de­burg das Bild fast schon ver­zwei­fel­ter, hoch­gra­dig tak­ti­scher Abwehr­kämp­fe. Das prä­gnan­tes­te Labo­ra­to­ri­um hier­für war der Wahl­kreis Hal­le III. Jan­nik-Loris Bal­int von der Links­par­tei gewann dort mit 39,9 % der Erst­stim­men sou­ve­rän das Direkt­man­dat, obwohl die Lin­ke bei den Zweit­stim­men ledig­lich 13,8 % erreich­te. Gleich­zei­tig erziel­ten die Grü­nen, deren Direkt­kan­di­dat nur auf 12,2 % kam, bei den Zweit­stim­men außer­ge­wöhn­li­che 33,7 %.

Die Dif­fe­renz zwi­schen Per­so­nen- und Par­tei­stim­me war damit kla­rer Aus­druck einer bewuß­ten tak­ti­schen Koor­di­na­ti­on. Ein Teil des aka­de­misch-urba­nen Elek­to­rats bün­del­te die Erst­stim­me auf den aus­sichts­reichs­ten Gegen­kan­di­da­ten zur AfD und nutz­te gleich­zei­tig die Zweit­stim­me zur Stär­kung des Grü­nen-Ergeb­nis­ses, um die­se über die not­wen­di­ge 5 %-Hür­de zu tra­gen. Ein Trend, der im lin­ken Par­tei­en­block des Ostens womög­lich Schu­le machen könn­te, denn auch in Meck­len­burg-Vor­pom­mern rufen die Grü­nen bereits aktiv zu einer tak­ti­schen Zweit­stim­men­kam­pa­gne für sich auf.

In mei­nem jüngst beim Ver­lag Antai­os erschie­ne­nen Buch „Auf dem Weg zur Volks­par­tei“ habe ich eine Rei­he von Merk­ma­len beschrie­ben, die den Cha­rak­ter einer Volks­par­tei in der Ver­gan­gen­heit und für die Zukunft prä­gen könn­ten. Neben star­ken Wahl­er­geb­nis­sen, brei­tem Wäh­ler­spek­trum, offe­nen Milieu­zu­gän­gen gehört dabei auch eine wach­sen­de pro­gram­ma­ti­sche Ver­trau­ens­wahr­neh­mung dazu. Die­ser Fak­tor wird zwar häu­fig auch durch die pro­ji­zier­ten Wäh­ler­wahr­neh­mun­gen ver­zerrt, aber den­noch ist er für die lang­fris­ti­ge Ver­an­ke­rung einer Par­tei von Bedeutung.

Die AfD wird längst nicht mehr nur aus­schließ­lich mit ihren klas­si­schen Kern­the­men Migra­ti­on, inne­re Sicher­heit oder Asyl­po­li­tik ver­bun­den. Sie konn­te ihre Kom­pe­tenz­zu­schrei­bun­gen auch auf jene Fel­der aus­wei­ten, die tra­di­tio­nell das Fun­da­ment ande­rer Par­tei­en bil­de­ten. Beson­ders deut­lich wird dies im Bereich der Wirt­schafts­po­li­tik. Gegen­über der vor­he­ri­gen Land­tags­wahl leg­te die AfD bei der zuge­schrie­be­nen Wirt­schafts­kom­pe­tenz um knapp 22 % zu, wäh­rend die CDU aus­ge­rech­net auf ihrem tra­di­tio­nel­len Kern­feld 13 Punk­te verlor.

Auch bei Arbeits­plät­zen und sozia­ler Gerech­tig­keit gewann die AfD deut­lich an Ver­trau­en. Genau dar­in liegt eine qua­li­ta­tiv neue Ent­wick­lungs­stu­fe. Solan­ge eine Par­tei ledig­lich bei ein oder zwei kon­flikt­ge­la­de­nen The­men domi­niert, bleibt ihre gesell­schaft­li­che Reich­wei­te struk­tu­rell begrenzt. Erst wenn ihr Wäh­ler zutrau­en, auch Wirt­schaft, Sozi­al­staat, Bil­dung oder Infra­struk­tur poli­tisch gestal­ten zu kön­nen, ent­steht die Mög­lich­keit einer umfas­sen­de­ren par­tei­po­li­ti­schen Bindung.

Die AfD beginnt damit in Sach­sen-Anhalt, das klas­si­sche Instru­ment einer rei­nen Pro­test­par­tei des „Issue Owner­ship“ auf­zu­bre­chen. Das alte Par­tei­en­sys­tem ver­liert damit zuneh­mend etwas von sei­ner alten funk­tio­na­len Zuschrei­bung, daß die CDU klas­sisch wirt­schafts­ori­en­tiert sei und die SPD für sozia­le Gerech­tig­keit stün­de. All die­se frü­he­ren Gewiß­hei­ten wer­den durch die Erfolgs­wel­le der AfD in Fra­ge gestellt und rekonfiguriert.

Mit 43,8 % hat die AfD in Sach­sen-Anhalt die Schwel­le zur Volks­par­tei fak­tisch über­schrit­ten. Die schwie­ri­ge­re Schwel­le besteht nun jedoch dar­in, auch aus die­ser Domi­nanz mit­tel­fris­tig poli­ti­sche Macht zu for­men. Volks­par­tei­en waren his­to­risch betrach­tet nicht nur Sam­mel­be­cken ver­schie­de­ner Milieus, son­dern zugleich effek­ti­ve Macht­or­ga­ni­sa­tio­nen. Sie ver­füg­ten über insti­tu­tio­nel­le Ver­an­ke­rung und die selbst­ver­ständ­li­che Mög­lich­keit, Regie­rungs­ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Dies bleibt bei der AfD jedoch ein Sonderfall.

Die poli­ti­sche Mit­te exis­tiert in Sach­sen-Anhalt par­la­men­ta­risch nun nur noch als Nega­tiv­ko­ali­ti­on gegen den stärks­ten Block. Es las­sen sich aus dem Wahl­abend eini­ge Leh­ren zie­hen, die ich hier aus­ge­brei­tet habe. Die tak­ti­schen Über­le­gun­gen einer mög­li­chen Trans­for­ma­ti­on zum rea­len Macht­fak­tor soll­ten aber zumin­dest zu die­sem Zeit­punkt ande­re anstellen.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (55)

RMH

8. September 2026 10:48

Vielen Dank für die, wie immer, fundierte Aufbereitung und Analyse! Bei der Wahl gibt es 3 Punkte, die ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen kann:
1. Wie konnte das "totgesagte" BSW, welches sich direkt vor der Wahl auch noch in Thüringen selber zerlegt hat & damit eigentlich nicht mehr zur Wahl empfohlen hat, auf einmal es über die 5% Hürde schaffen?
2. Ist Halle wirklich derart "links"? Gut, einschlägige Erfahrungen mit der Antifa gibt es ja, aber die Antifa macht keine Wahl aus, zumindest nicht in dem Umfang.
3. Warum gibt es derart eklatant weniger Briefwahlstimmen für die AfD? Ist das alleine dem Umstand zuzuschreiben, dass die AfD aktiver zur Wahl an der Urne aufruft, als andere Parteien? Warum trauen sich die "Protestwähler" des BSW, die ja seit der BT Wahl auch schon ihr Wahlmanipulationstrauma hatten & mindestens genauso "systemkritisch" sind, wie die AfD-Kernwähler, offenbar deutlich häufiger per Briefwahl zu wählen als AfD Wähler? Und: Schaffen es von den Ü 70 wirklich nur noch so wenige ins Wahllokal? Was ist das los, dass die Menschen derart "bequem" wurden & nicht mehr persönlich die Stimme abgeben wollen?
FAZIT: Jetzt muss die AfD nochmal Vollgas in MVP geben. Bei dem Flächenland sollte eigentliche jeder Tankvorgang den Wählern genug Motiviation für eine Stimme für die AfD geben. Für Berlin hoffe ich auch, dass die AfD noch zulegt.

Maiordomus

8. September 2026 10:49

Wahlergebnisse sind nur bedingt "historisch". Auch das Charisma eines Spitzenkandidaten ist ein "flüchtiger Eros", doch zweifellos ein Faktor, der den Unterschied ausmachen kann. Dies trifft nüchterne Analyse haargenau."Historisch" ist hingegen, was nach den Wahlen passiert oder nicht passiert. Das beste Beispiel, in diesem Fall negativ, ist Friedrich Merz. Spätestens seit der Bundestagsabstimmung mit dem alten Bundestag mit gigantischen Beschlüssen, die Schuldenkapazität betreffend, scheint mir klar, siehe das Geschwätz von demokratischen und angeblich nicht demokratischen Parteien, dass wer kollektiv auf diese Weise Politik betreibt, vom Sinn und Gehalt parlamentarischer Politik gar nichts verstanden hat. Genau diese Art "Foul" hat die angeblich "demokratischen Parteien" überführt. Wer mit diesem Zungenschlag behauptet , "nur mit demokratischen Parteien zusammenzuarbeiten", scheint mir des Betrugs überführt. Es wirkt und ist, besonders bei der Union, konstitutiv unehrlich. Der Wähler hat gezeigt, dass dieser "Kaiser" in der Unterwäsche dastand!  

das kapital

8. September 2026 11:07

"Die politische Mitte existiert in Sachsen-Anhalt parlamentarisch nun nur noch als Negativkoalition gegen den stärksten Block." Ulli Siegmund i s t die Mitte. Nur deshalb hat er dieses grandiose Ergebnis erzielt und nur deshalb kann und wird er Sachsen-Anhalt gut und erfolgreich regieren. Weil er die Mitte ist und die Bundesregierung und die Bundes-CDU die Normalbürger ganz und gar aufgegeben hat. Die Union ist nach links bis linksextrem abgestürzt und hat alles Christliche und alles Konservative über Bord geworfen und alle historischen Erfahrungen und Erfolge. Nur noch woker Müll, Zerstörung der Wirtschaft, der bürgerlichen Werte und der inneren Sicherheit. Deutschland wird nie wieder so lebenswert, liebenswert und erfolgreich sein, wie es am 3. Oktober 1990 war. Das ist das Werk der Union, die sich ganz und gar vom Konservativen u n d von der Mitte verabschiedet hat. Mittelschicht und Mittelstand hat sie vernichtet und vernichtet sie weiter. Deshalb trägt die Mitte jetzt die AfD. /// Na klar, viele in der AfD haben ein rechtes Selbstverständnis. Nur wenn eine solide Politik für Mittelstand und Mittelschicht gemacht wird, kann die AfD diese Mitte dauerhaft für sich gewinnen. Ulli Siegmund kann das und andere dürfen sich daran ein Beispiel nehmen. Die Mitte ist der Königsweg zur Bundesregierung. Da müssen wir hin.

das kapital

8. September 2026 11:36

@ RMH Auch mich überrascht, dass die Linke 3 Direktmandate abgefasst hat, das dürfte aber den ganzen Kampagnen des "strategisches Wählens" geschuldet sein. In 39 Bezirken wurde ja nun ganz und gar strategisch richtig AfD gewählt. Mit den 3 Ausreißern wird man leben müssen. Null Direktmandate für die Union. Das zählt. /// Differenz zwischen Wahllokal und Briefwahl. Dieser Effekt entsteht im Wesentlichen dadurch, dass die AfD die Briefwahl diskreditiert und zur Direktwahl aufruft. Die anderen sind da professioneller. Die nehmen alles, was sie auch vor dem Wahltag schon bekommen können. Natürlich gibt es a u c h Wahlbetrug. Dieser Effekt ist aber wesentlich geringer, als der Effekt durch die eigene Empfehlung keine Briefwahl sondern Wahllokal. Das steigert die Stimmen im Wahllokal und reduziert die bei der Briefwahl. /// In brandenburgischen Gemeinden habe ich mich selbst schon als Wahlbeobachter davon überzeugt, dass bei der Auszählung als solcher alles mit rechten Dingen zugeht.

Maiordomus

8. September 2026 11:43

@Das Kapital. Der Begriff "politischen Mitte" ist Unort, der nicht von einem politischen Willen oder Programm noch von einer Ideologie abhängt. Ich gehe davon aus, dass es im Volkskongress in Be-jing eine Mitte gibt, sagen wir mal zwischen Altmaoisten und eher Westkapitalisten, wobei man dort fast immer, auch bei Wendungen um 360 Grad (Baerbock) oder "nur" 180 Grad, gerne einstimmig entscheidet. In Thüringen hält sich verbotsfreudige Kommunistin Wolf für eine Mitte-Politikerin usw. Gysi ist vermutlich der Mitte-Politiker der Linken. 
Wenn ich Sie richtig verstehe, meinen Sie Mitte gesellschaftlich-ökonomisch, den "Mittelstand". Der war leider noch zur Zeit der von Zollschranken geschützten Grenzen, herkömmlicher Landwirtschaft und Tante-Emma-Läden an jeder Hausecke noch klar was anderes. Man müsste Begriff ändern in Netto-Steuerzahler ausserhalb des Staatssektors, wobei dies heute komplexer ist als auch schon. Hingegen würde sich bei SiN wohl ein Mittelstandsseminar, diesen Wandel beschlagend, eher lohnen als etwa eine Remigrationskonferenz. Letzteres gehört praktiziert und nicht zu sehr verschwatzt, auch nicht ideologisch.    

Andreas J

8. September 2026 12:51

Die „kultisch aufgeladenen DDR-Mopeds“ könnten Siegmund eine spätere Karriere auf Bundesebene erschwert haben, medial dann umgedeutet als ostentative Abgrenzung ggü. den Wessis. Oder er ist wie Boris Johnson, an dessen Charisma als Campaigner alles abprallte. 
 

Majestyk

8. September 2026 13:55

Wie stets eine fundierte, sachliche Analyse von Daniel Fiß. Eine ergänzende Beobachtung meinerseits.
An der Urne kommt die AfD auf 51,2 Prozent der Stimmen, bei der Briefwahl erhält sie nur 24,3 Prozent. Die CDU kommt an der Urne auf 14,5 und bei den Briefwählern auf 24,3 Prozent Stimmanteil. Bei den offiziell linken Parteien sieht es ähnlich aus. SPD 7,7/ 13,5, Grüne 7,4/ 12,9, Linke (SED) 7,6/ 11 und BSW 5,0/ 6,0. 
(Quelle Stat. Landesamt SA) 
Somit haben die Briefwahlstimmen das Wahlresultat entscheidend verändert.

lucianocali2

8. September 2026 14:05

Kann das mehr als einmal aber gelingen? 
Waren alle Punkte über 35 nicht einfach der Siegmund - Effekt?
In Mecklenburg werden nämlich exakt diese 35 vorhergesagt?
Wenn es aber ein Ausreißer war, was folgt daraus für die Gesamtpartei?
Alice Weidel auf einer Schwalbe?
Kann das klappen? 

Le Chasseur

8. September 2026 14:06

@RMH
"Warum gibt es derart eklatant weniger Briefwahlstimmen für die AfD? Ist das alleine dem Umstand zuzuschreiben, dass die AfD aktiver zur Wahl an der Urne aufruft, als andere Parteien?"
Die Wähler der AfD schaffen es - im Gegensatz zu denen von CDU und SPD - eben noch aus eigener Kraft ins Wahllokal. Bei der Alterskohorte der Wähler unter 30 Jahren kommt die CDU gerade noch auf fünf Prozent.

Le Chasseur

8. September 2026 14:37

Ich möchte etwas Wasser in den Wein gießen:

Ein hervorragendes Ergebnis, das meiner Ansicht nach aber viel mit der Person Siegmund zu tun hat. Gutaussehend, jung, verbreitet Zuversicht, geht auf die Leute zu, macht einen dynamischen Wahlkampf mit Happening-Charakter. Solche Spitzenkandidaten kann man sich aber nicht backen.
Die Wähler in den östlichen Bundesländern sind sehr volatil, die Parteibindung ist sehr viel schwächer ausgebildet als im Westen (wo sie auch schwindet). Soll heißen: Die Wähler, die diesmal neu bei der AfD dazu gekommen sind, können bei der nächsten Wahl wieder zuhause bleiben oder eine andere Partei wählen. Das Problem, mit dem sich Deutschland konfrontiert sieht, ist nicht nur Überfremdung, sondern auch wirtschaftlicher Niedergang und infolge dessen Sozialabbau. Dies könnte der Linkspartei Wähler zurückbringen.

Mitleser2

8. September 2026 16:35

@Majestyk: "Somit haben die Briefwahlstimmen das Wahlresultat entscheidend verändert."
Das ist klar. Ist aber nicht die Frage. Sondern, ob soviel Briefwahl verfälscht werden konnte, um eine absolute Mehrhiet zu verhindern. Das wird kaum herauszufinden sein. 

Beta Jas

8. September 2026 17:09

Was ich bizarr finde, ist wieder einmal die Kritik an dem Ergebnis der Auszählung der Wahlzettel, die per Briefwahl eingetroffen sind. Die AfD schneidet dort schlechter ab als bei den traditionell abgegebenen Stimmzetteln. Das kann daran liegen, dass man in der Vergangenheit davor gewarnt hatte, per Briefwahl zu wählen. Weil man der ganzen Sache nicht traute und auch aus gewisser Unkenntnis darüber, wo ausgezählt wird, hat man die Leute dazu aufgefordert, in die Wahllokale zu gehen.

MarkusMagnus

8. September 2026 17:12

"Die „kultisch aufgeladenen DDR-Mopeds“ könnten Siegmund eine spätere Karriere auf Bundesebene erschwert haben, medial dann umgedeutet als ostentative Abgrenzung ggü. den Wessis."
@ Andreas J
Bei uns hier im Westen werden die 50 cm2 Mopeds von Simson auch immer beliebter.
Es gibt sicherlich schönere und neuere Mopeds, aber die tuckern alle mit 45 km/h darum, während die Simsons mit 60 eingetragen sind, real 70 fahren und mit etwas tuning am Luftfilter locker 80 km/h schaffen...und das mit Sozius.
Und der Klang ist unverwechselbar. Der Geruch auch ;)

Beta Jas

8. September 2026 17:22

@Le Chasseur Das Problem, mit dem sich Deutschland konfrontiert sieht, ist nicht nur Überfremdung, sondern auch wirtschaftlicher Niedergang und infolge dessen Sozialabbau. Dies könnte der Linkspartei Wähler zurückbringen
 
Es droht ein wirtschaftlicher Niedergang, der durch die Einwanderung von Menschen aus anderen Völkern und Kulturen zusätzlich verstärkt wird. Man kommt nicht zur Ruhe und wird fortwährend mürbe gemacht.
Wenn die Deutschen aufgrund manipulativer Aussagen wie „Wir haben euch verstanden“ die Linke oder die SPD wählen, nur damit der Sozialstaat weiterhin als Mittel der Korruption aufrechterhalten wird, dann haben sie es nicht anders verdient, als unterzugehen – zwar auf eine peinliche, an der Nase herumgeführte Art, aber die Deutschen sind halt geschichtlich dafür bekannt, nicht anders zu können.

Ekstroem

8. September 2026 17:29

Mit der ersten Wahl von Donald Trump zum POTUS  im Novemner 2026 begann der Wind wieder stark zu wehen. Die Wahl am 6.9.2026 in SA ist wieder eine sehr kräftige Brise. Wenn dann der Wind zum Sturm wird...

Gimli

8. September 2026 17:52

Hört auf mit dem Briefwahlmythos, also dass hier der große Betrug statt fände.  Bezeichnend, dass dazu vom Autor dazu nichts zu vernehmen ist, aber in den Kommentaren großteils geraunt wird. Es ist so lächerlich unplausibel. 

Carsten Lucke

8. September 2026 18:06

Kleine Stänkerei : Hätten Frauen kein Wahlrecht gehabt, wäre die Sache natürlich noch viel besser gelaufen.

Waldgaenger aus Schwaben

8. September 2026 18:49

Die AfD Vorhersagen und das Ergebnis sind im Rahmen der üblichen Abweichungen. Auffallend ist die Abweichung der Prognosen vom Ergebnis der CDU.  Gleichzeitig haben SPD und Grüne bessere Ergebnisse erzielt als vorhergesagt. Das zeigt, dass viele CDU Wähler in den letzten Tagen vor der Wahl aus taktischen Gründen sich für SPD und Grüne entschieden haben, um beide sicher über die 5% Hürde zu hieven. Was dann wiederum zeigt, dass viele CDU-Anhänger den Unterschied zwischen der CDU und SPD/Grüne als marginal ansehen. 
Es hat mich gestern und heute überrascht um nicht zu sagen, schockiert, dass Merz am Tag nach der Wahl schon mit Bundeszwang droht. Bundeszwang bedeutet den Einsatz von Gewalt durch landesfremde Polizekräfte gegen unwillige Behörden oder Polizei in Sachsen-Anhalt und auch sich widersetzende Bürger, wenn sie sich den Anordnungen des Kanzlers (oder eines Auftragten) nicht fügen. Ein erster Schritt in einen Bürgerkrieg. Eine Drohung, die nur ein  verantwortungsloser Kanzler ausspricht, wenn nicht der geringste Anlass vorliegt. Bundeszwang ist nur möglich, wenn konkret gegen das Grundgesetz oder ein Bundesgesetz verstossen wird. Eine mögliche abstrakte Gefahr reicht nicht. Überschäumende Emotionen bei Merz scheint nicht der Grund zu sein, weil Wüst heute noch nachgelegt hat mit der Forderung ein AfD-Verbot zu prüfen.  Wahltaktisch zwei Wochen vor der Wahl in MVP völlig falsch. Dem Wähler indirekt Gewalt anzudrohen, wenn er falsch wählt, wird der AfD weitere Stimmen bringen. Ich verstehe es nicht!
1/2

Waldgaenger aus Schwaben

8. September 2026 18:52

2/2
Noch was zu Wahlfälschungen: Im größeren Stile sind sie durch eine Abweichung von der gaußsche Verteilungskurve (Glockenkurve; Normalverteilung) zu entdecken. 
Beispiel: Wenn die AfD bei den Briefwahlen 24,3% erhalten hat, lässt sich mathematisch ziemlich genau vorhersagen, in wievielen Briefwahllokalen sie unter 15% (10%, 8%, 5%) haben sollte. Eine Wahlmanipulation, die nicht in allen Briefwahllokalen normalverteilt wäre (und das wäre nicht einfach zu bewerkstelligen), fiele auf. Man kann das anhand der veröffentlichten Ergebnisse nachprüfen.

Waldgaenger aus Schwaben

8. September 2026 20:07

Nachtrag zu Wahlfälschungen. Es gibt inzwischen Wahlforensik mit etablierten, wissenschaftlichen Methoden, ein Gebiet, das auch in die Politwissenschaft fällt.  ChatGPT weß was dazu:
https://chatgpt.com/share/6aa04bc6-06a8-83eb-86b6-795f35a2d79c
Die AfD sollte inzwischen genug Mittel haben, im Zweifel wahlforsenische Analysen zu beauftragen anstatt über Wahlfälschungen zu raunen.

Le Chasseur

8. September 2026 20:10

@Waldgaenger aus Schwaben
"Das zeigt, dass viele CDU Wähler in den letzten Tagen vor der Wahl aus taktischen Gründen sich für SPD und Grüne entschieden haben, um beide sicher über die 5% Hürde zu hieven. Was dann wiederum zeigt, dass viele CDU-Anhänger den Unterschied zwischen der CDU und SPD/Grüne als marginal ansehen."
Naja, es wurde halt in den letzten Tagen die Kampagne gefahren, SPD, Grüne und Linke über die 5% zu hieven, um eine absolute Mehrheit für die AfD zu verhindern. Das führte kurioserweise dazu, dass die erbärmliche Trümmertruppe SPD sogar noch leicht zulegen konnte. Jetzt bekommt Merz den ganzen Shitstorm ab, der eigentlich auch Klingbeil und Bas treffen müsste.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/waehlerwanderung-landtagswahl-sachsen-anhalt-2026-102.html

AlbertC

8. September 2026 20:15

Siegmund war wohl der Faktor, der die AFD über die 40 % getragen hat mit seiner Erscheinung, der natürlichen überzeugenden und vor allem fröhlichen (!) Eloquenz und der Konzentration auf wenige Punkte. Das zieht immer noch mehr als hundert trockene  Fakten-Argumente, die der Durchschnittswähler natürlich nicht zur Kenntnis nimmt und die je nach der Art des wütenden Vortrags nach der Wählerpsychologie fast sogar schaden können. Man muss die Noch-Nicht-Afd-Wähler mE eher intelligent und sympathisch abholen. Siegmunds locker ironische Umgang mit den stets perfiden Nazi-Vorwürfen ist im Übrigen in der rhetorischen Wirkung klüger als zB Höckes revisionistische Exkurse und langen Rechtfertigungen.
Wer sich über die Rest-Prozente von Rot-grün wundert , vergisst den ÖD, die Rentner, Schüler und Studenten und Bürgergeldempfänger denen die Wirtschaft egal ist, weil das Geld so oder so aus dem Automaten kommt.  Im Westen kommt dann noch dazu, dass es allgemein vielen Deutschen immer noch noch sehr gut geht. Insgesamt ist der Gruppendruck und insbesondere die Angst vor sozialer Ausgrenzung im Westen immer noch sehr entscheidend. Kognitive Dissonanz ist so für viele leider noch länger lebbar. Das ist im Osten zum Glück anders und man kann sich viel leichter zur AFD bekennen oder  sogar offensiv für sie werben. Prominente aus Kultur oder Sport sind auch nicht ganz unwichtig. Während ein Steimle im Osten auch ein kleiner Faktor für die AFD ist, fehlt das im Westen bekanntlich komplett.

Beta Jas

8. September 2026 20:18

@Carsten Lucke
Sparen Sie sich das was Sie selbst stänkern (!) nennen, und weiteres zersetzendes Gift zu dem schon vorhandenen in der deutschen Gesellschaft darstellt. Kannte bisher es nur andersherum, entsprechende "feministische" Artikel oder persönliches Gespräch mit bestimmten Personen, die meinten, dass vielleicht Männern keinen Wahlrecht haben sollten. Denn wer wählt die AfD? Aber die meisten Männer wählen sowieso was anderes als die AfD oder wer wählt die anderen Parteien?!

das kapital

8. September 2026 20:32

Herr Fiß, Sie lieben die Mitte nicht? Dort aber werden die Wahlen gewonnen.

Platon

8. September 2026 20:43

Zu einem Haider fehlt bei Siegmund noch einiges. Aber das Potential - vor allem Charisma - ist vorhanden. Haider hatte einen weiten Bildungshorizont, sodass er über mehr als drei Textbausteine verfügte. Intelligenz ist hilfreich, das eigene Wahlprogramm zu verinnerlichen und zu verteidigen. 
Ich war erstaunt, dass Hr. Tillschneider so wenig in der Lage war, sich zu erklären, dass er intellektuell so ungelenk und wenig beweglich in Erscheinung trat. Der schöne Schein endet mit der Mühe der Ebene. Ja, ja "deutsch denken". Nicht jeder kennt Kleist und dessen Hermannsschlacht.

Majestyk

8. September 2026 20:55

@ Mitleser2:
Ich habe nichts über eines Verdacht bezüglich Wahlfälschungen geschrieben, werde ich auch nicht. Es gibt aber ein unterschiedlicheres Wählerverhalten. Zufriedenheit schafft Bequemlichkeit, Unzufriedenheit erzeugt Energie. Die Wähler der Altparteien sind satt. Beamte, Funktionäre, Umverteilungsgewinner. Die Wähler der AfD haben es satt, die Umverteilung zu finanzieren ohne eigene Gewinne. Langfristig gehört die Briefwahl abgeschafft oder zumindest wieder reduziert.
@ Carsten Lucke:
Das ist keine Stänkerei. Westliche Demokratien leiden an PMDS im Endstadium. 
___
Zu anderen Kommentaren. Wirtschaft braucht keinen Sozialstaat, der Sozialstaat aber ökonomische Grundlagen. Damit ist zur Priorität alles gesagt. 

RMH

8. September 2026 20:57

Kurz zur Klarstellung:
1. Mein Beitrag war der erste, der das Thema Briefwahl aufgegriffen hat. Ich habe dazu sachliche Fragen gestellt, die in der Folge vom Kommentariat zum Teil vollkommen sachlich beantwortetet bzw. diskutiert wurden. Es gab kein "Graune", dass Thema kann und wurde sachlich diskutiert.
2. Selbst wenn ich geraunt hätte, was ich nicht getan habe, dann habe ich das als Einzelmeinung getan & da ich KEIN AfD Mitglied bin, noch nie in irgendeiner Partei in meinem Leben war, kann auch nicht die "AfD" deshalb raunen.
3. Zum Thema Briefwahl hat Prof. C. Rieck aus meiner Sicht alles gesagt. Dem schließe ich mich an. Briefwahl in einem Umfang von mehr als 5-10% der Stimmen verletzt eklatant demokratische Wahlprinzipien.
https://youtu.be/gcssn27Ucgs?si=yZyG7sByI79-qgs6

Laurenz

8. September 2026 20:59

@Gimli ... nur der getroffene Hund bellt. Wahlen haben geheim stattzufinden. Das steht in jeder Verfassung Deutschlands. Die geheime Wahl läßt sich nur im Wahllokal garantieren. Wie im Wahllokal damit umgegangen werden muß, ist sehr genau geregelt. Bei einer Briefwahl ist die Geheimniswahrung nicht gewährleistet, weil nicht vom Wahlhelfer kontrolliert, ist von daher verfassungswidrig. Um das zu verstehen, muß man kein Jurist sein. ... @DF ... herzlichen Dank für Ihre Ausarbeitung. ... @Maiordomus ... Siegmund hat Seinen Wahlkampf noch nie dagewesen transparent gestaltet. Wenn Ihm was begegnet, nimmt Er es mit Seinem Telefon auf & postet es in die Medien. Das ist ein völlig neuer Politikstil. Warum sollte der nicht weiterhin funktionieren. Ich habe daran nicht die geringsten Zweifel.

das kapital

8. September 2026 21:23

@ Laurenz Der Grundsatz der geheimen Wahl soll sicherstellen, dass niemand Kenntnis davon erlangt, für welchen Wahlvorschlag eine Wählerin oder ein Wähler gestimmt hat. Das Wahlgeheimnis dient zugleich dem Grundsatz der Freiheit der Wahl. Andere Wählerinnen und Wähler sollen vor einer Beeinflussung bei ihrer eigenen Stimmabgabe geschützt werden. /// Da der Grundsatz der geheimen Wahl die freie Wahlentscheidung sichern will, ist die Wählerin oder der Wähler selbst grundsätzlich nicht verpflichtet, das Wahlgeheimnis zu wahren. Vor und nach der Wahlhandlung darf das Stimmverhalten offenbart werden /// Bei der Briefwahl hat jeder Briefwähler es selbst in der Hand, sich vor fremder Einfluss-nahme zu schützen. Die Behauptung, Briefwahlen seien generell verfassungs-widrig, ist eine Interpretation, die wenig geteilt wird. /// Die Ermöglichung der Briefwahl ohne Angabe von Gründen bei der Europawahl ist verfassungsgemäß. Die Grundsätze der freien und geheimen Wahl sowie der Öffentlichkeit der Wahl werden hierdurch nicht verletzt. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Juli 2013 betreffend die Europawahl von 2009.

Waldgaenger aus Schwaben

8. September 2026 21:32

@RMH
ich meinte nicht Sie. Sie haben auch nicht "geraunt". Das Video von C.Rieck habe ich zufällig dieser Tage gesehen und stimme ihm zu. Die Briefwahl sollte die Ausnahme sein. Ich habe mich nicht auf die Kommentare hier bezogen, sondern wollte nur allgemein darauf hinweisen, dass der Vorwurf der Wahlfälschung mit Zahlen und Indizen unterstützt werden könnte oder eben nicht. Und wenn die Zahlen das nicht hergeben, sollte man in Sinne der Unschuldsvermutung besser davon schweigen. Das halte ich intellektuell redlich. Nachprüfbare  Einzelfälle kann und soll man natürlich bekannt machen. 

Franz Bettinger

8. September 2026 22:31

@BetaJas: Weil auf dem langen Weg der Briefwahl vom Ausfüllen über das Zwischen-Lagern, den Transport, das End-Lagern & Auszählen theoretisch manipuliert (gefälscht, hinzugefügt oder weggenommen) werden kann, kann das auch praktisch geschehen. Deshalb sollte die Briefwahl entweder ganz abgeschafft oder zur seltenen Ausnahme werden. Ist das so schwer zu verstehen? Im Übrigen bin ich der Meinung, die 5%-Hürde soll in Gänze abgeschafft werden. 

dojon86

8. September 2026 22:34

@Laurenz @Gimli @das Kapital In diesem Zusammenhang erinnere ich daran, dass die sozialdemokratische Partei Österreichs bis in die 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts den Versuch der Einführung der Briefwahl blockierte. Nun, ich denke, sie hatten ihre Gründe. Immerhin hatten die damaligen Entscheider die aufgeheizten Zustände der Zwischenkriegszeit noch erlebt. Ich persönlich habe übrigens mehrmals das Wahlverfahren in Bezirkssprengeln mit der Unterstützung der von den Parteien gestellten Wahlhelfer geleitet und dabei eigentlich nur peinliche Korrektheit und Fairness bei der Anerkennung unklarer Stimmzettel von Seiten der Wahlhelfer aller Parteien erlebt. Aber wie das jetzt in dieser aufgeheizten Stimmung aussieht ? Gelegenheit macht bekanntlich Diebe.

dojon86

8. September 2026 22:37

@Majestyk Ich stimme ihnen nicht immer zu, aber diesmal hundertprozentig. Der Sozialstaat braucht eine funktionierende Wirtschaft, eine funktionierende Wirtschaft aber keinen Sozialstaat. Damit ist über die Prioritäten alles gesagt.

Ordoliberal

8. September 2026 22:38

Wie immer die richtige Adresse für statistische Analysen: Michael Klein.
https://sciencefiles.org/2026/09/07/statistische-indizien-fuer-wahlbetrug-in-sachsen-anhalt/
Zusammenfassung: Die Zufallsvariablen Bildung und Alter, nicht aber Krankheit oder Pflegebedürftigkeit bestimmen die Verteilung der Wählerstimmen auf die Parteien. D.h. die Urnenwähler der 70+ Gebildeten sollten dieselbe Verteilung aufweisen wie die 70+ gebildeten Briefwähler. Tun sie aber nicht. Das ist ein deutlicher Hinweis auf Wahlfälschung durch Beeinflussung oder Auszählung.

Ordoliberal

8. September 2026 23:08

Man könnte natürlich auch so argumentieren: Ein 70+ gebildeter, mobiler AfD-Wähler traut der Briefwahl nicht, ein 70+ gebildeter, mobiler Nicht-AfD-Wähler aber schon. Das könnte die Vorliebe der mobilen 70+ Gebildeten für die Urnenwahl begründen. Aber warum sollte es so viel weniger 70+ gebildete nicht-mobile AfD-Wähler geben als 70+ gebildete nicht-mobile Nicht-AfD Wähler? Man sieht schon: Man muss ganz genau nachrechnen. Herr Fiß?

dojon86

8. September 2026 23:10

@Laurenz, @Gimli, @das Kapital. Ich habe mich geirrt, die österreichischen Sozialdemokraten haben die Briefwahl nicht bis in die 1970ger Jahre verhindert sondern bis 2007 ! Sagt die KI. Interessant übrigens die damaligen Argumente der Spö. 

Franz Bettinger

8. September 2026 23:25

@Laurenz sieht Neuwahlen, und ich sehe sie auch. Ich traue Sarah W den Durchblick nicht zu. Sie hat schon 2 Elfmeter aufs leere Tor verschossen. Sie wird es ein 3. Mal tun. Dann ist das Spiel für sie entgültig verloren. 

Laurenz

9. September 2026 01:46

@Das Kapital @L. ... Da sehen Sie mal, wie blöd das BVerfG ist. Ich wette, kein Richter des BVerfGs war jemals schon mal Wahlhelfer.

anatol broder

9. September 2026 02:34

«alte tun, als lebten sie nicht mehr, /// träge, unbehilflich, und wie blei so schwer.» (shakespeare)
@ ordoliberal 22:38
danke für die ergänzung.

MarkusMagnus

9. September 2026 05:30

"Wirtschaft braucht keinen Sozialstaat, der Sozialstaat aber ökonomische Grundlagen. Damit ist zur Priorität alles gesagt."
@  Majestyk
Sie vergessen das die Wirtschaft für den Menschen da ist, und nicht die Menschen für die Wirtschaft.
 
 

RMH

9. September 2026 08:06

Wie wird es weiter gehen?
Die kommenden LT Wahlen werden in MVP von der AfD dominiert werden, für rot-rot unter Schwesig wirds weiter reichen. Berlin wird tief rot werden, bei klarem Zuwachs für die AfD.
Und in SA? Da sagt die Union pathetisch "wir nehmen das Wählervotum an und gehen in die Opposition", der Loser Schulze wurde schon einmal zum Fraktionsvorsitzenden gewählt, obwohl er noch MP ist (und vermutlich länger im Amt "aus Verantwortung" bleiben wird, worüber die MSM aktuell schweigen) und Siegmund wird nach strahlendem Sieg zur lame duck der Opposition, da das BSW sich auf keine stabile Mehrheit, für die nur ein Koalitionsvertrag die Grundlage wäre, einlassen will.
Das wird eine echte Hängepartie für SA werden, auch wenn Merz vermutlich nach den Wahlen in MVP und Berlin gegen Wüst ausgewechselt werden wird.

Valjean72

9. September 2026 08:23

lucianocali2: «Kann das mehr als einmal aber gelingen? Waren alle Punkte über 35 nicht einfach der Siegmund - Effekt?»
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AlbertC: «… ist im Übrigen in der rhetorischen Wirkung klüger als zB Höckes revisionistische Exkurse»
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INSA-Wahlumfrage vom 21.05.2026 zur Landtagswahl 2029 in Sachsen: AFD (42%)
 
INSA-Wahlumfrage vom 02.07.2026 zur Landtagswahl 2029 in Thüringen: AFD (40%)
 
Das sind meines Wissens die aktuellsten Umfrafen in den beiden Bundesländern. Sollte es in baldiger Zukunft zu Neuwahlen in Thüringen kommen, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die AFD an das Ergebnis von Sachsen-Anhalt heran kommt, bei einem geringerem Briefwahlanteil, sogar darüber hinaus.
 
Zum Wahlerfolg der AFD in Sa.-Anh. gilt es festzuhalten, dass sich Ulrich Siegmund eben nicht in vorauseilendem Gehorsam von Begriffen (Remigration) und Personen distanziert hat.
 
 
 
 

Andreas J

9. September 2026 08:44

Hier wurde bereits öfter eine Art MdB-Mentalität von Politikern konstatiert (strenge Konfliktaversion in der eigenen Partei, Karriere zuerst). Wenn also Egoismus & kompromissloses Machtstreben die Richtschnur fast aller Politiker sind, finde ich es spannend, wann diese Menschen ihren Kompass neu ausrichten werden, nach AfD-Sensationserfolgen, Applaus aus den USA etc., wann sie sich von Merz abwenden, wann dann eine Dynamik in ihrer Partei (der Opportunisten) einsetzt. Diesen Monat? Dieses Jahr? 

Le Chasseur

9. September 2026 09:00

@Ordoliberal
Ich habe den verlinkten Artikel nur überflogen, aber auf diese darin gestellte Frage "Warum sollen CDU-Wähler häufiger Briefwahl in Anspruch nehmen als AfD-Wähler?" würde ich antworten, weil die AfD ihre Wähler dazu aufruft, die Briefwahl nicht zu nutzen.

Majestyk

9. September 2026 10:24

@ Franz Bettinger:
"Im Übrigen bin ich der Meinung, die 5%-Hürde soll in Gänze abgeschafft werden."
Damit endlich komplett Weimarer Verhältnisse erreicht werden, sinnvolle Regierungsbündnisse unmöglich und die AfD sowieso komplett im Abseits steht?

Majestyk

9. September 2026 10:27

@ MarkusMagnus:
"Sie vergessen das die Wirtschaft für den Menschen da ist, und nicht die Menschen für die Wirtschaft."
Derjenige, der das gesagt hat, sagte aber auch:
"Wenn aber die Ergebnisse der Leistungen der Menschen verschieden sind, ist es zweckmäßig, auch die Verwaltung dieser Ergebnisse ungefähr im entsprechenden Verhältnis den Menschen zu überlassen. Es würde unlogisch sein, die Verwaltung des Ergebnisses einer bestimmten, an eine Persönlichkeit gebundenen Leistung dem nächstbesten Minderleistungsfähigen oder einer Gesamtheit zu übertragen, die schon durch die Tatsache, daß sie die Leistung nicht vollbrachte, bewiesen hat, daß sie nicht fähig sein kann, das Ergebnis zu verwalten. Damit muß zugegeben werden, daß die Menschen wirtschaftlich nicht auf allen Gebieten von vornherein gleich wertvoll, gleich bedeutend sind." - Düsseldorf, den 26. Januar 1932 
Und damit endet dann die Mär von Sinn und Zweck der Mitbestimmung jener, die von Wirtschaft und Unternehmensführung keine Ahnung haben. Was mich wieder zu dem Hinweis bringt, daß politische Mitsprache sich danach richten sollte, wer den Staat finanziert und nicht wer ihm bedingungslos gehorcht und von dessen Hand lebt. Kein Rudel, keine Herde überlebt im Tierreich, wenn man sie das Leittier ungeachtet von Fähigkeiten wählt. Ein starker Staat entsteht, wenn er die Starken begünstigt, nicht die schwächsten Glieder der Kette.

das kapital

9. September 2026 10:56

@ Laurenz Sie glauben, dass Sie schlauer sind, als das Bundesverfassungsgericht.Ich glaube das von mir nicht trotz 2 Staatsexamen und 30 Jahren Berufserfahrung.Wer schlauer ist, als das Bundesverfassungsgericht, der sollte mal zusehen, dass er Richter in Karlsruhe wird. 2 von den späteren Verfassungsrichtern haben an unserer Uni doziert. Di Fabio und Lerke Osterloh. Nein, ich hatte deutlich den Eindruck, dass die schlauer sind, als ich. Wobei di Fabio damals schon arrogant aufgetreten ist im Klausurenkurs wo Sie für das 1.Examen lernen. "Meine Damen und Herren, die ersten beiden Punkte gibt es schon für das Falten des Papiers." Es waren ihm zuviele, die noch nicht examensreif waren, aber schon mal die Klausuren mitschreiben. Das erste Urteil aus Karlsruhe, dass ich mir als Schüler noch näher angeschaut habe, war das Urteil zum Zivildienst mit Minderheiten-voten von Mahrenholz und Böckenförde. Die ganze Breite der gesellschaftlichen Diskussion war da abgebildet. Auch über die juristische Fachlichkeit hinaus. /// Die politische Besetzung in Karlsruhe ist einfach aus dem Ruder gelaufen. Die größte Oppositionspartei findet dort auf der Richterbank keinen Platz. Leute wie Brosius-Gersdorf sind einfach widerlich und für dieses Richteramt wegen geisteskranker Ideologie ungeeignet. "Schlau" im Sinne von Turnen im Hinter der Regierenden ist sie aber schon. Dümmer als di Fabio und Lerke Osterloh ist sie allemal. Dafür verbürge ich mich.

Le Chasseur

9. September 2026 10:56

@dojon86"Der Sozialstaat braucht eine funktionierende Wirtschaft, eine funktionierende Wirtschaft aber keinen Sozialstaat. Damit ist über die Prioritäten alles gesagt."
Unser Wirtschaftssystem braucht aber auch Konsumenten: Viele Berufsgruppen können Gebrauchtwagen nicht bar bezahlen
Wie es mit der Vermögensverteilung in unserem Land aussieht, wissen Sie sicherlich. Und den Spruch "Autos kaufen keine Autos." kennen Sie sicherlich auch.

Majestyk

9. September 2026 11:13

Apropos Briefwahl. Wieso wird immer so getan als würden nur Alte oder Pflegebedürftige die Briefwahl nutzen? So in meinen 30ern pendelte ich zwischen zwei Bundesländern ständig hin und her, ich hatte entweder keine Zeit oder keine Lust mich vorzeitig daran zu binden an die Urne zu gehen. Eigentlich wähle ich erst seit 10 Jahren wieder an der Urne.
1990 waren 25 Prozent der Wahlberechtigten unter 30 J., nur jeder 8. über 70 J. alt. Nicht nur das Land, auch die Wahlberechtigten sind im Schnitt älter geworden. Gleichzeitig steigt in der Regel die Wahlbeteiligung mit zunehmendem Alter, das gilt dann aber für Urnengänger und Briefwähler gleichermaßen. Die Wahlpräferenz sollte sich zwischen den Wahlmöglichkeiten nicht derart unterscheiden, wie derzeit gegeben. Mal weg von den AfD-Wählern, von der Briefwahl haben überproportional eben nicht SPD oder Linke profitiert, was man vielleicht in Pflegeheimenerwarten könnte, sondern die CDU. Dies nur über die Altersstruktur erklären zu wollen halte ich für einen Interpretationsfehler. 

Laurenz

9. September 2026 13:30

@Majestyk @Franz Bettinger ... Die Weimerer Verhältnisse entstanden nicht durch die Präsenz von Kleinstparteien in den damaligen Parlamenten. Das ist nur eine billige Argumentation größerer Parteien, um den Topf der Fremdwähler für sich einzuheimsen. In einem lupenreinen demokratischen Staat müßten die Nichtwähler durch leere Plätze im Parlament repräsentiert werden. Weidel reagierte ziemlich entspannt auf den 3%-Klausel-Vorschlag von Willingmann (SPD). Es verändert nichts an der Verantwortung des Wahlbürgers.

Mboko Lumumbe

9. September 2026 13:39

Die CDU/CSU der Scheinkonservativen steht vor dem Zerbrechen und das ist gut so. Deren linker Teil kann dann weiter mit den vereinten undemokratischen Linksfaschisten kuscheln und zusammengehen und von Verboten träumen. Jedoch der liberal-konservative Teil der Union wird sich weiter schwer tun mit der AfD gemeinsame Sache zu machen, wegen deren stark rechtslastigen Anteil. Das ist verständlich und nachvollziehbar – geht mir selbst auch so. Doch daraus erwachsen Möglichkeiten und Perspektiven in dieser historisch bedeutsamen Zeit, wo politisch vieles unklar und alles im Umbruch steht. Es ist Zeit für etwas Neues und Großes für die Bürger in Deutschland. Die Union könnte sich spalten und eine neue liberal-konservative Partei entstehen. Der AfD könnte das Gleiche passieren (das Richtungsgezerre innerhalb besteht schon immer) und der liberal-konservative Teil der AfD könnte sich verbinden mit dem liberal-konservativen Teil der Union zu einer neuen Volkspartei der Mitte. Sie könnte auch so heißen: VdM oder LKP: Liberal Konservative Partei. Danach wären dann Koalitionen mit der restlichen (stark rechtslastigen) AfD möglich für Regierungsmehrheiten. AmS wäre das wünschenswert und sehr zu begrüßen. Denn es ist egal, wer gute und richtige Politik (liberal-konservative, heute als rechte Politik bezeichnet) bietet und macht für unser Land und Volk. Problematisch ist jedoch der Faktor Zeit vor dem Hintergrund des Niedergangs von Deutschland und Islamisierung.

Laurenz

9. September 2026 13:53

@RMH ... fragen Sie die KI doch mal nach der Wahl des Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt. Das Parlament zu Magdeburg kann sich nur selbst auflösen. Der Antrag braucht 25% der Abgeordneten. Der Beschluß zur Selbstauflösung eine 2/3 Mehrheit. Dem würden aktuell nur jene Parteien zustimmen, die sich eine Verbesserung der eigenen Stimmanteile progonostizieren. Wenn der Landtag Sachsen-Anhalts auch nach 2 gescheiteterten Wahlgängen keine Selbstauflösung beschließt, kommt es zum dritten Wahlgang. In diesem fallen Enthaltungen weg, was aber aktuell auch nichts ändert. Solange kein neuer Ministerpräsident gewählt wird, bleibt die alte Landesregierung geschäftsführend im Amt für die nächsten 5 Jahre, zumindest solange sich keine Fraktion zu einer Änderung der eigenen Haltung entschließt. AfD & BSW haben eine gemeinsame Option den neuen Landtag wieder aufzulösen. Siegmund könnte sich mit den Stimmen des BSW zum Ministerpräsidenten wählen lassen & danach die Vertrauensfrage stellen, in der das BSW gegen Siegmund stimmt. Bei einer verlorenen Vertrauenfrage kann der Ministerpräsident per Landtagspräsidenten den Landtag auflösen.

Claus Wolfschlag

9. September 2026 13:59

@das kapital. Nur theoretisch hat es jeder Briefwähler selbst in der Hand, seine Wahlentscheidung vor fremder Einflussnahme zu schützen. In der Praxis kann das aber z.B. für Personen, die unter der Kontrolle ihrer Ehepartner (Partriarchale Familienpaschas oder übergriffige Ehefrauen), Eltern oder Kinder (bei gebrechlichen Senioren) stehen, schwierig werden. Etwas anderes ist die von Ihnen angesprochene Wahrung des Wahlgeheimnisses. Es ist natürlich erlaubt, vor oder nach der Wahl zu erzählen, was man gewählt hat. Ob diese Erzählung dann aber auch stimmt, ist etwas ganz anderes. So kann der Mann in der Wahlkabine AfD ankreuzen, seiner woken Ehefrau aber aus Gründen der Harmonie erzählen, "grün" gewählt zu haben. 
Ich schließe mich übrigens schon seit Jahren Franz Bettingers Forderung an, dass die 5-Prozent-Hürde abgeschafft gehört. Ich sehe damit auch nicht die Weimarer Verhältnisse drohen, die Majestyk erwähnt (ein altes Argument übrigens). Die Weimarer Republik ist nicht daran untergegangen, dass ein paar Abgeordnete der Bayerischen Volkspartei im Reichstag saßen. Und die Demokratie wird auch nicht daran sterben, wenn zwei Abgeordnete der Tierschutzpartei im Bundestag sitzen und ihre Wähler repräsentieren. Die Abschaffung der Hürde würde vielen Menschen, die keine parlamentarische Vertretung bekommen, weil ihre Stimmen gestrichen werden, stärkere demokratische Teilhabe ermöglichen. Funktionierende Demokratien wie die Niederlande oder Dänemark zeigen, wie es geht.

Claus Wolfschlag

9. September 2026 15:01

Ein Nachtrag.
Majestyk schrieb: "Wieso wird immer so getan als würden nur Alte oder Pflegebedürftige die Briefwahl nutzen?"
Aus Erfahrung im Bekanntenkreis kann ich sagen, dass es viele gibt, die gar nicht wählen gehen. Zum Einen, weil sie ihrer Stimme keine zählbare Bedeutung zumessen, zum Anderen, weil sie sich am Wahltag (in der Regel ein arbeitsfreier Sonntag) nicht in ihrer Freizeitbeschäftigung einengen wollen. Bei gutem Wetter wollen sie lieber einen Ausflug machen, bei schlechtem Wetter wollen sie zu Hause auf der Couch liegen bleiben und fernsehen gucken. Zum Anderen sind es diejenigen, die mit ähnlichen Argumenten Briefwahl beantragen. Sie sind so in der Freizeitgestaltung an dem Sonntag flexibel. Bei einigen mag zudem auch eine Rolle spielen, dass sie sich nicht herablassen wollen, am Wahlvorgang teilzunehmen. Also erst mühevoll mit dem SUV einen Parkplatz suchen (wenn das Wahllokal weiter entfernt und in einem innerstädtischen Bereich liegt), sich dann womöglich in eine Schlange stellen müssen und vor der Wahlkabine warten. Und überhaupt haben sie vielleicht keine Lust, sich mit dem ganzen "Plebs" zu umgeben, Bürgergeldempfängern, Proleten usw., neben die man sich einreihen muss. Ich rede hier von urbanen Besserverdienern, von denen einige keine Lust auf viel Umgang mit "Normalbürgern" haben. Ich mag das jetzt überspitzt geschildert haben, aber diese Tendenz scheine ich bei einigen schon feststellen zu können. Da ist dann die Briefwahl die "saubere" Alternative.

RMH

9. September 2026 15:32

OK, ich bin - wie wohl auch @Laurenz - dafür, dass die AfD in SA zügig Neuwahlen anstrebt. Bis auf das BSW haben alle anderen Parteien die Einladung der AfD zu Sondierungsgesprächen erwartungsgemäß abgelehnt und das BSW, welches als einzige Partei noch nicht abgelehnt hat, will lieber zusammen mit der Linken Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie in Sangerhausen verhindern. Drops gelutscht -  „Macht doch euren Dreck alleene!“ (Friedrich August III).

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