Wahlanalyse Mecklenburg-Vorpommern

Daß Mecklenburg-Vorpommern (MV) als beschauliches Bundesland im Nordosten einmal bundesrepublikanische Politgeschichte schreiben würde, hätte vor einigen Monaten wohl kaum einer für möglich gehalten.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Am spä­ten Wahl­abend des 20. Sep­tem­ber war es dann jedoch so weit: Die CDU flog erst­mals in ihrer Geschich­te mit knapp 4,9 % aus einem deut­schen Lan­des­par­la­ment. Schon weni­ge Wochen zuvor beweg­ten sich die Christ­de­mo­kra­ten in einem bemer­kens­wer­ten Abwärts­stru­del von soli­den zwei­stel­li­gen Wer­ten in Rich­tung Ein­stel­lig­keit. Daß das Sze­na­rio eines Ver­feh­lens der 5‑Pro­zent-Hür­de am Ende tat­säch­lich ein­tref­fen wür­de, haben nicht vie­le pro­gnos­ti­ziert, aber die Nie­der­gangs­dy­na­mik scheint letzt­lich doch ein rasan­tes Tem­po ange­nom­men zu haben.

In der CDU ist die aktu­el­le Stim­mung erwart­bar gedrückt, doch Merz konn­te sich weni­ge Tage vor den Wah­len in MV und Ber­lin durch einen offe­nen Brief der acht amtie­ren­den CDU-Minis­ter­prä­si­den­ten einen Sicher­heits­gurt anle­gen, der ihm zunächst eine Ver­schnauf­pau­se gege­ben haben dürfte.

Man braucht kei­ne beson­de­ren ana­ly­ti­schen Fähig­kei­ten, um zu erken­nen, daß der Ver­lust der CDU maß­geb­lich durch das pola­ri­sier­te Duell zwi­schen der SPD-Amts­in­ha­be­rin Manue­la Schwe­sig und dem AfD-Minis­ter­prä­si­den­ten­kan­di­da­ten Leif-Erik Holm geprägt war.

Ins­be­son­de­re unter dem Ein­druck der Sach­sen-Anhalt-Wahl zwei Wochen zuvor dürf­ten sich die Mobi­li­sie­rungs­strän­ge in der MV-Wäh­ler­schaft noch­mals deut­li­cher in Rich­tung SPD und AfD ver­scho­ben haben. Die SPD kan­ni­ba­li­sier­te dabei vor allem den bestehen­den Alt­par­tei­en­block, wäh­rend die AfD – ähn­lich dem bekann­ten Mobi­li­sie­rungs­mus­ter – ver­stärkt Nicht­wäh­ler an die Wahl­ur­ne konnte.

Die Wahl­be­tei­li­gung stieg um gut 10 %, wobei zwei Drit­tel der vor­ma­li­gen Nicht­wäh­ler dies­mal ihr Kreuz bei der AfD mach­ten. Die AfD mobi­li­sier­te im Sal­do mehr als dop­pelt so vie­le Nicht­wäh­ler wie SPD, Grü­ne und BSW zusam­men. Jeweils knapp ein Drit­tel ihrer Wäh­ler­schaft sind Stamm­wäh­ler und Nichtwähler.

In den sozio­de­mo­gra­phi­schen Eck­da­ten offen­bar­te sich ein­mal mehr das alt­be­kann­te Mus­ter. Die AfD gewinnt am stärks­ten in jenen Grup­pen hin­zu, in denen sie ohne­hin schon sehr stark gewe­sen ist. Ins­be­son­de­re Arbei­ter und Men­schen mit for­mal ein­fa­chen Bil­dungs­ab­schlüs­sen geben der Par­tei ihre Stim­me. Für die SPD waren schließ­lich älte­re Frau­en (gan­ze 15 % der Wahl­be­rech­tig­ten), Aka­de­mi­ker und in der Stadt leben­de Men­schen die ent­schei­den­de Res­sour­ce. Die Pola­ri­sie­rungs­mus­ter ver­stär­ken sich lediglich.

Der Trend maxi­ma­ler Mobi­li­sie­rungs­kämp­fe prägt zuneh­mend den Par­tei­en­wett­be­werb bei Land­tags­wah­len in den ost­deut­schen Bun­des­län­dern. Die Alt­par­tei­en sind dabei kaum in der Lage, neue Schich­ten aus dem Nicht­wäh­ler­block zu akti­vie­ren, und kämp­fen daher mit einem für sie struk­tu­rel­len Defi­zit des Mehrparteiensystems.

Die Anti-AfD-Blo­cka­de funk­tio­niert nur noch durch sin­gu­lä­re Wäh­ler­ko­ali­tio­nen, die nicht mehr die pro­gram­ma­ti­sche Iden­ti­fi­ka­ti­on, son­dern die Abgren­zung zur AfD mit­ein­an­der ver­bin­det. Die SPD-Minis­ter­prä­si­den­tin Manue­la Schwe­sig hat die­se Logik im Wahl­kampf­ab­schluß mit der Kam­pa­gne „Die Frau gegen Blau“ auf etli­chen Pla­ka­ten und Wer­be­trä­gern im Land auf die Spit­ze getrie­ben. Man hat die viel­fach beschwo­re­ne Rück­ge­win­nung von poli­ti­schem Ver­trau­ens­ka­pi­tal gegen­über den ver­meint­lich „frus­trier­ten“ AfD-Wäh­lern längst auf­ge­ge­ben und hofft auf den Fak­tor „Zeit“, der am Ende knap­pe Regie­rungs­mehr­hei­ten sichern soll.

Somit beschrän­ken die Alt­par­tei­en ihre eige­ne Iden­ti­tät und ihren Posi­tio­nie­rungs­ho­ri­zont ledig­lich auf das Ver­hält­nis zur AfD.

In die­ser fak­ti­schen Neu­ord­nung der Wahl­kämp­fe ver­lie­ren logi­scher­wei­se auch Inhal­te, Pro­gram­me oder kon­kre­te Poli­cy-Vor­stel­lun­gen ihre Rele­vanz. Der Fokus rich­tet sich noch stär­ker als ohne­hin schon auf mit­rei­ßen­de Nar­ra­ti­ve, aus­drucks­star­ke Bil­der und vor allem auf star­ke Spitzenkandidaten.

Hier hat­te die SPD mit Manue­la Schwe­sig ihr stärks­tes Asset in der Hand, wel­ches sie in der Kam­pa­gne auch ent­spre­chend pro­fi­liert hat. Schwe­sig ist zwei­fel­los in ihrem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil und ihrem Macht­in­stinkt in der SPD-MV eine Ausnahmepolitikerin.

Anders als in Sach­sen-Anhalt, wo Ulrich Sieg­mund in allen Popu­la­ri­täts- und Bekannt­heits­wer­ten mit sei­nem Kon­kur­ren­ten auf Augen­hö­he war, ist der AfD-Minis­ter­prä­si­den­ten­kan­di­dat Leif-Erik Holm im direk­ten Duell stets deut­lich hin­ter Schwe­sig geblie­ben. Dies war aller­dings ange­sichts ihres lang­jäh­ri­gen Amts­in­ha­ber­bo­nus (seit 2017) auch nicht verwunderlich.

Die SPD hat in Meck­len­burg-Vor­pom­mern sonst nicht viel struk­tu­rel­le Ver­an­ke­rung bis auf die Minis­te­ri­al- und Ver­wal­tungs­ap­pa­ra­te. Trotz 28 Jah­ren unun­ter­bro­che­ner Regie­rungs­zeit hat die AfD die Sozi­al­de­mo­kra­ten bei der Mit­glie­der­ent­wick­lung bald über­holt. Im Bund sind die Ergeb­nis­se und Umfra­gen mit Abstand schlech­ter als im Land. In der Flä­che ist die Par­tei kaum prä­sent und auch in der zwei­ten Rei­he des Lan­des­ver­ban­des gibt es nur weni­ge Cha­ris­ma­ti­ker, die als mög­li­che Schwe­sig-Nach­fol­ger in Fra­ge kämen.

Die Lan­des­par­tei ist schick­sals­haft mit ihrer Vor­sit­zen­den ver­bun­den. Die­ses Per­so­na­li­sie­rungs­kon­zept ist weit­ge­hend auf­ge­gan­gen. Inner­halb von einem Jahr ist die SPD von einem Umfra­ge­tief von 19 % bis auf 35 % an die AfD her­an­ge­kom­men und in den letz­ten Tagen vor dem Wahl­ter­min sah es in den Umfra­gen sogar nach einem Über­hol­ma­nö­ver aus.

Der­weil konn­te die AfD mit ihrer Kam­pa­gne jedoch kaum in zusätz­li­che Mobi­li­sie­rungs­räu­me aus­grei­fen. Die Umfra­gen beweg­ten sich über ein Jahr genau im Sta­di­um zwi­schen 35 und 38 %. Ob in die­sem Bereich bereits die glä­ser­ne Decke erreicht war, kann zunächst dahin­ge­stellt blei­ben. Fakt ist, daß weder die Kam­pa­gne noch ihr per­so­nel­les Zug­pferd das Poten­ti­al voll­um­fäng­lich aus­schöp­fen konnten.

Der AfD-Lan­des­ver­band Meck­len­burg-Vor­pom­mern gilt in der stra­te­gi­schen Ach­se der Ost-Lan­des­ver­bän­de bereits seit sei­nem Bestehen als iso­liert. Ein gewis­ses Maß an pro­vin­zi­el­ler Selbst­ge­nüg­sam­keit ist unver­kenn­bar. Auch die Spit­ze in die­sem Wahl­kampf, Leif-Erik Holm, gilt nicht gera­de als Volks­tri­bun und gro­ßer Mobi­li­sie­rer, der Men­schen bewegt und mit­reißt. Der poli­ti­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stil wirkt eher drö­ge und wenig dyna­misch. Sowohl im inner­par­tei­li­chen Ver­gleich mit dem Sach­sen-Anhalt-Pen­dant Ulrich Sieg­mund als auch im Duell mit der SPD-Spit­zen­kan­di­da­tin Manue­la Schwe­sig wur­den die Defi­zi­te von Holm recht klar kontrastiert.

Ins­ge­samt dürf­te das Ergeb­nis der AfD in Meck­len­burg-Vor­pom­mern in Anbe­tracht der Erwar­tun­gen und selbst­ge­steck­ten Zie­le soli­de und gesichts­wah­rend geblie­ben sein. Den­noch haben sich in der Kam­pa­gne stra­te­gi­sche und struk­tu­rel­le Defi­zi­te offen­bart, die der Lan­des­ver­band wird auf­ar­bei­ten müssen.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (65)

Locke84

21. September 2026 23:28

Manuela Schwesig ist schon ein Phänomen, das muss man zugeben. Ich bin rechts, schon immer. Ich habe und werde niemals linke Parteien wählen. Seit 2013 wähle ich AfD. 
Und trotzdem mag ich Frau Schwesig. Sie ist mir aus irgendeinem Grund total sympathisch. Trotz all ihrer politischen Fehler (Corona u.a.). Ich kann es mir selbst schwer erklären. Mit ihrer Politik bin ich selbstredend überhaupt nicht einverstanden. 
Doch vielleicht ist es, weil sie eine wirkliche Landesmutter ist. (Sie ist ja im Gegensatz zu Merkel wirklich Mutter und trägt dies auch in ihre Politik). 
Ich schreibe dies, damit man das Ergebnis (der SPD) in MV verstehen kann. Wenn man z.B. Bundestagswahlumfragen für MV anschaut, dann sieht es ganz anders aus.

Boomerangry

22. September 2026 02:06

Die Wähler in M-V haben bei hoher Wahlbeteiligung die AfD zur stärksten Partei gemacht, FDP und erstaunlicherweise sogar die CDU zur Apo entsorgt und die verbliebenen drei Linksparteien in ein alternativloses Dreierbündnis gezwungen. Das ist allerdings den Fehlern der Gegner zu verdanken, nicht eigener Klugheit, und kann wie bei den Rückschlägen von 2021 beim nächsten Mal wieder ganz anders aussehen. 
Bereits in BaWü, dort kam die den-Chauffeur-in-Frankreich-Entenpastete-einkaufen-lassende SPD mit 5,5% noch rein, war der schwer vermittelbare Spagat gescheitert, mit einem Bundestagsabgeordneten anzutreten der nur Ministerpräsident werden will aber nicht von Berlin in den Provinzlandtag wechseln, während der Fraktionsvorsitzende mit Listenplatz 1 nur halbe Doppelspitze sein darf.
Auch inhaltlich die üblichen Sackgassen, etwa bei den Energieoptionen: obwohl in M-V doppelt soviel Strom produziert wie verbraucht wird lehnt die AfD immer noch das Elektroauto ab das insbesondere abzuregelnde Überschüsse einladen kann. Stattdessen jammert man über hohe Spritpreise und will immer noch nicht einsehen dass der hohe Ölpreis dafür ein Grund ist, und der andere die durchaus sinnvoll hohen Steuern zur Begrenzung der selbstgewählten glücklichen Abhängigkeit von Ölimporten. Die Option, mit Autogas fast ohne Besteuerung zu fahren, früher für 0,50€ pro Liter, hat immer nur eine Minderheit ergriffen, ca. 1%. Der 99%-Rest hat Steuern bezahlt, stets gejammert, aber nie gehandelt. Mit bequemen Luschen ist kein Staat zu machen.

RMH

22. September 2026 08:04

Es fanden Wahlen in einem Bundesl. mit ca 1,57 Mio Einwohnern statt. Da ist selbst eine OB-Wahl in München mindestens gleich bedeutsam, aber die Existenz dieser Zwergenländer wie MVP zeigt, dass D strukturell reformunfähig ist. Für 1,57 Mio Einw. leistet man sich ein Parlament, Ministerien, eigenen Verfassungsgerichtshof etc. - alleine die daraus resultierenden Versorgungs-& Pensionslasten soll wer von den 1,57 Mio Einw. stemmen? Es sollte eine Grenze geben, wonach ein Bundesl mindestens 6, besser 10 Mio Einwohner haben muss. Ebenso bedarf es auch einer Reform der kom. Strukturen, hier sind die neuen L meist besser aufgestellt, als die alten, wobei besser nur weniger schlecht bedeutet. Die AfD, schon selbst im Neofeudalismus in der Gier um möglichst viele Pfründe-Mandate angekommen, hat solche strukturellen Fehlstände nicht im Blick, nein, hätschelt populistisch sogar Regional-Patriotismen aller Art (siehe Thüringen, ca 2 Mio Einwohner, kann auch weg! Aber wohin dann mit Höcke & seiner Crew?). Schon ohne KI können 1/3 der Verwaltungsstellen einfach wegfallen, Beamte kann der Staat aber nicht entlassen & muss sie versorgen, was für ein Finanz-Tsunami, der sich im verborgenen abspielt. Alles sagen weiter so, kein Blick darüber hinaus, nirgends!
Ach ja: Wahl MVP: Die AfD hat grandios die Wahlschlacht gewonnen, den Krieg verloren & ihr Spitzenkandidat bleibt in Berlin. Guten Appetit für die nächsten vom Steuergeld bezahlten Fischbrötchen!

Maiordomus

22. September 2026 08:31

@DF.Vernünftige Analyse; erster Kommentar hier bewegt sich energiepolitisch auf rationalem Niveau, wiewohl ich als Vogel- und Naturfreund bekenne, kein Freund von Windrädern zu sein. Dabei Thema Elektroautos marktwirtschaftlich sehen und ein Miteinander beider Systeme als vertretbar betrachten. Das mit dem Sprit ist nun mal keine Grundsatzfrage, sondern tagespolitisch zu handhaben in Interessenvertretung des steuerlich ausgebeuteten Durchschnittswählers. Ohnehin wäre Neufundierung der Parteienlandschaft zu begrüssen, dabei bei Wahlsiegen nüchtern bleiben. Es gab schon immer das Steigerungsverhältnis: Freund - Feind - Parteifreund. Und die ideologischen Verhältnisse in Deutschland sind nicht so, dass längerfristig bei aller Wünschbarkeit der Wiederherstellung eines gesunden Patriotismus noch zuverlässig deutschnationale Mehrheiten zu erwarten wären. Anstelle der liberalismustheoretisch unbedarft gewordenen FDP wäre eine unideologische wirtschaftsorientierte *Nettosteuerzahlerpartei" zusätzlich wünschbar und statt CDU eine christlichsoziale Gläubigenpartei, die dann zusammen jeweils in Bund und Ländern als untereinander koalitionsfähig betrachtet werden könnten, so wie es  gegen ein halbes Dutzend linker Parteien gibt. In Bayern Freie Wähler mit Schlitzohr als Chef.        

Le Chasseur

22. September 2026 09:17

Danke für die aufschlussreiche Analyse.

RMH

22. September 2026 10:24

An der Wahl in MVP, aber auch der in Berlin, zeigt sich im Kontrast sehr, was für ein Ausnahmetalent mit Siegmund in SA am Start war. Die Spitzenkandidaten für MVP & Berlin hingegen verblassen noch mehr als ohnehin bereits nach der ersten Hochrechnung. Der für MVP bleibt in Berlin, genauso wie der Spitzenkandidat für BA-WÜ in Berlin geblieben ist, ohne dabei aber echte, bundesweite Bekanntheit oder Relevanz erzielt zu haben (ok, ein paar Einladungen zu Talk-Shows gab es). Im Ergebnis ist festzuhalten, dass nur Weidel & Chrupalla echte bundesweite Bekanntheit & Relevanz haben, ergänzt jetzt durch Siegmund, der nun mit Ihnen ein Trio bildet. Des weiteren hat Höcke nach wie vor bundesweite Bekanntheit, aber er kommt (aus der Bundesperspektive! Nicht aus der thüringischen!) immer mehr in die Rolle des Orakels vom Eichsfeld, des mittlerweilen "Alten vom Berge". Die Zukunft gehört daher dem Trio Weidel, Chrupalla & Siegmund. Dieses Trio sollte sich sehr darum bemühen, dass noch weitere AfD-Politiker zu ihnen in Bezug auf bundesweite Bekanntheit & Relevanz aufschließen können & Politiker, die sich als Spitzenkandidat für ein Land aufgebaut haben, sollten beim Landesverband bleiben & dort stark werden (die bayer. AfD hat bspw. durch den starken Zug nach Berlin bis heute das Problem, dass es vielen außerhalb der "Szene" schwer fallen dürfte, ein echtes Gesicht der AfD mit Bayern zu verbinden - das gilt für die anderen BL auch).

Karl

22. September 2026 10:47

Wenn die AfD in MV stärkste Kraft wird, die CDU unter 5% rutscht und zwei Drittel der Nichtwähler blau wählen, wäre gegenüber Holm mindestens ein Satz des Respekts fällig. Stattdessen wird er dafür abgewatscht, dass er kein Volkstribun und sein Stil „dröge“ sei. Manche hätten offenbar lieber einen Dampfplauderer als einen Wahlsieger. Dass eine Rede nicht automatisch schlechter wird, nur weil sie nicht nach Varieté und Unterhaltung klingt, scheint nicht mit den Kriterien des Autors zu korrespondieren. 
Gleich daneben der nächste große Wurf in den Kommentaren: Wahlen bitte erst ab sechs bis zehn Millionen Einwohnern, Zwergenländer zusammenlegen, Thüringen kann auch weg. Mitbestimmung beginnt also erst dann, wenn das Parlament so groß ist, dass niemand mehr weiß, wen er gewählt hat. Kleinräumige Strukturen sind kein Betriebsunfall, sondern Bedingung dafür, dass Politik noch greifbar bleibt. Man muss daraus keinen Wasserkopf züchten. Man kann Verwaltungen auch schlank halten. Das wäre mühsamer, als mit dem Lineal neue Riesenländer zu zeichnen und dann zu erklären, ab einer bestimmten Einwohnerzahl lohne es sich überhaupt erst Wahlen zu veranstalten. Demnach wären Luxemburg mit knapp 700.000 und Island mit 400.000 Einwohnern ebenfalls überflüssig – von anderen Kleinstaaten ganz zu schweigen. In Europa gibt es seit Jahrhunderten solche „Zwerge“, und gerade sie gelten oft als besonders funktionsfähig. Wahlen erst ab sechs Millionen Einwohnern wg einer Verwaltungsrechnung?

RMH

22. September 2026 11:40

@Karl, alles eine Frage der Perspektive. Wenn man sieht, wie man als Bürger durch Steuern & Abgaben geschröpft wird, nur damit sich ein Millionenheer an Beamte, Mandatsträgern mit Apparaten & neuerdings auch substaatliche Elemente namens NGOs gut versorgt fühlen, gleichzeitg die Bedeutung des Parlamentarismus immer mehr am Schwinden ist, da es nur um Mehrheiten geht, die dann irgendwas, irgendwo, irgendwie Beschlossenes durchdrückt, dann stellt sich aus meiner Sicht schon die Frage, ob dieser Zinnober in der derzeitigen Form überhaupt finanzierbar ist. Gut, wenn man stets >100 gut versorgte & nicht ehrenamtlich tätige Abgeordnete mit alle deren vom Staat bezahlten Angstellten braucht, um sich anständig "repräsentiert" zu fühlen, dann sollte man auch für noch mehr Steuern & Abgaben sein. Ich sehe in einer Verschlankung von Staat & Zahl der Bundesländer gewaltige Chancen, wenn man gleichzeitig schlagkräftige, über Finanzmacht verfügende Kommunen & kommunale Gebietskörperschaften ordentlicher Größe bildet, das Subsidiaritätsprinzip & endlich konsequent Bürgerbefragungen & Volksentscheide einführt & umsetzt - bis einschl, Bundesebene! Das imperative Mandat gehört für mich auch dazu.

Maiordomus

22. September 2026 12:14

@Karl. Kann Ihnen zu Kritik an RMH , dass nur Bundeslände in der Grösse von Ba-Wü, Bayern, Nordrhein-Westfalen oder bestenfalls wie die beiden Sachsen für eine föderale Demokratie "gelten" sollten, nur gratulieren. Dies aufgrund jahrelanger Beschäftigung mit Stadtstaaten, von denen Genf bis 1815 einer der interessantesten war, nicht nur der Reformation halber, die dort demokratisch eingeführt wurde, im 16. Jhd. legitim, insofern jede Reichsstadt nur eine öffentlich-rechtliche Konfession hatte als Verfassungsgrundlage. Für Geschichte der direkten Demokratie und Demokratie ist Glarus (28 000 Einwohner) von der Bedeutung her vielleicht nur noch mit Athen zu vergleichen und historisch hochinteressant für die direktdemokratische Verbindung von Rechten und Pflichten. Dort hatten sogar leibeigene Männer Stimmrecht, sofern sie Waffe trugen und kommunale Pflichten erfüllten, wobei aber führende Familien gewohnheitliche Privilegien hatten und es nie gleiche Rechte gab. Aber für alle verbindliche Pflichten bis hin zum Amtszwang wann gewählt! Der Vater repräsentierte beim "Thing" die Familie, Frau bewachte daheim das Herdfeuer.       

Ernestina

22. September 2026 13:03

@RMH
Bekanntheit ist nicht alles.
Ihre Bemerkung zu Björn Höcke als dem "Orakel vom Eichsfeld" bzw. dem "Alten vom Berge" hat mich zum Schmunzeln gebracht. Ja, hat etwas... 
In meinen Augen hat man Höcke jedoch bewusst und zu Unrecht aus dem Wahlkampf in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg herausgehalten.
Dennoch ist Höcke für mich der einzige, dem ich derzeit eine gute politische Arbeit in Regierungsverantwortung zutraue. Bei Ulrich Siegmund habe ich da (noch) meine Zweifel. Ob der "Showman" auch ein guter Realpolitiker sein wird? Die Zeit wird es zeigen... 

Valjean72

22. September 2026 13:36

@RMH: " ... aber er kommt ... immer mehr in die Rolle des Orakels vom Eichsfeld, des mittlerweilen "Alten vom Berge". Die Zukunft gehört daher dem Trio Weidel, Chrupalla & Siegmund"
---
Und was ist, wenn die AFD in Thüringen bei den nächsten Landtagswahlen (vielleicht kommt es bald zu Neuwahlen) das Ergebnis von Sachsen-Anhalt erreicht oder gar übertrifft? 
Ihre Position/Abneigung gegenüber Höcke und den von ihm vertretenen Positionen ist ja bekannt und tritt auch aus obigen Zeilen hervor. Siegmunds Positionen liegen aber gar nicht weit entfernt davon. Oder haben Sie Hoffnungen, dass es bei Siegmund einfacher wäre, ihn glatt zu schleifen und nach Ihrem Sinne einzuhegen?

Majestyk

22. September 2026 14:26

@ Boomerangry:
Niemand lehnt das E-Auto ab, es sei denn für sich selbst. Abgelehnt werden entsprechende Subventionen. Wenn Sie E-Auto fahren wollen, kaufen Sie sich eins. Aber machen Sie es wie ich, bezahlen dies bitte aus eigener Tasche und bezahlen bitte auch den genutzten Strom zum handelsüblichen Tarif.
Eine AfD, die mit auf den Subventions- und Nudgingzug aufspringt, braucht nun wirklich kein Mensch. Im Übrigen sollte sich jeder bewußt machen, was das Verbrenneraus für den Standort Deutschland und dessen Arbeitsmarkt bedeutet und wer von Elektrifizierung der Mobilität wirkllich profitiert. 
@ RMH:
21 der 50 US-Bundesstaaten haben weniger als 6 Mio. Einwohner, gar 40 weniger als 10 Mio.. Das Strukturproblem ist nicht Föderalismus, sondern fehlender echter Föderalismus und finanzielle Eigenverantwortung der Länder. Dann würden die Berliner jetzt nämlich selber die Suppe auslöffeln, die sie sich gekocht haben. Es steht natürlich nirgendwo geschrieben, daß Verwaltungen und Parlamente aufgebläht sein müssen und Staatsdiener oder Parlamentarier eine fürstliche Entlohnung benötigen. 40 der amerikanischen Bundesstaaten haben z.B. Feierabendparlamente. Und natürlich braucht ein Staat kein Berufsbeamtentum, wie unzählige Länder beweisen.
 

Majestyk

22. September 2026 14:37

Das Wahlergebnis in MV war erwartbar. Der verpaßte Parlamentseinzug der CDU natürlich ein Fest. Die AfD ist nun stärkste Kraft, wird aber nicht regieren können. So dürfte sich das noch eine Weile hinziehen, unserem Wahlsystem sei Dank. Mit nur Direktkandidaten (was wirklich demokratisch wäre), hätte die AfD in MV und SA die absolute Mehrheit, natürlich auch in Thüringen. 
Berlin war für mich die spannendere Wahl. Nicht nur, weil die Mauerschützenpartei jetzt den OB stellen wird, sondern weil 51 Prozent der Muslime links wählen. Was mich zwar mal so gar nicht überrascht, aber so langsam mal wachrütteln sollte. Noch spannender fand ich diesbezüglich die Wahl im Soziallabor Schweden. Dort konnte man nämlich schon mal in die deutsche Zukunft schauen. Frauen und Migranten wählen links. Mit beiden ist kein rechter Staat zu machen.

Platon

22. September 2026 14:51

"Sie ist mir aus irgendeinem Grunde total sympathisch." Dieses diffuse Gefühl zeugt von mangelnder Menschenkenntnis. Es scheint doch eher so, dass die in einem agressiv-hässlichen Rot auftretende Rotfrontkämpferin oder milder ausgedrückt die Hillary Clinton für politisch Ahnungslose sich vor dem rhetorisch blanken Herausforderer noch nicht einmal verstecken musste. Ich habe beide Wahlarenen gesehen. Respekt einzufordern, aber selbst aggressiv aufzutreten, den Herausforderer gnadenlos abzuwatschen - dafür Chapeau. Das zeugt von Durchsetzungsfähigkeit, die der Herausforderer nicht hatte und auch nicht hat. (Die hätte er übrigens auch nicht in der CDU.) Wer ein zweites Mal inhaltlich unverbereitet in die Wahlarena stolpert, dem fehlen am Ende 2 Prozent oder mehr, um Wankelmütige zu überzeugen. Was ich mich frage, ist, wer berät ihn, wer hat mit ihm die erste Wahlarena analysiert und die offensichtlichen Schwächen herausgearbeitet? Oder steckt eher Lern- und Beratungsresistenz dahinter? Ich empfehle das Sommerinterview von Kickl. So vorbereitet geht man in eine Sendung. Die deutsche Hillary hatte auf jeden Fall in allen Bereichen gute Berater und kann in weiteren 5 Jahren in "sympathischer" Weise mit Linken und Grünen vollendete Tatsachen schaffen. 

Artabanus

22. September 2026 15:16

@RMH
Die Schweiz hat 26 Kantone und MV hat fast genauso viele Einwohner wie der größte Kanton Zürich. Das Problem der BRD ist der Zentralismus nicht zuviel Dezentralisierung. Je zentralisierter desto größer die Machtkonzentration, desto mehr Blödsinn kann die Regierung anstellen. 

Ein gebuertiger Hesse

22. September 2026 15:35

@Fiß
"Ein gewisses Maß an provinzieller Selbstgenügsamkeit ist unverkennbar."
Ein sehr schönes Wort-Ort an die Leute aus MV.

Laurenz

22. September 2026 15:58

@Karl ... In meinen Augen haben Sie, Karl, bisher den einzigen Kommentar geschrieben, der von Logik & Verstand geprägt war. Der Rest geht unter ferner liefen. Der DF-Artikel ist gut, bis auf Ihre sinnige Bemerkung an der Einschätzung Leif-Erik Holms, die völlig daneben ist. Es ist mental ungesund, ein Ausnahme-Talent, wie Ulrich Siegmund, zum Maßstab zu erklären & die eigenen Erwartungshaltungen, wie es häufig beim Weibsvolk Usus ist, bis zu den Sternen reichen zu lassen. Leif-Erik Holm war 20 Jahre Radio-Moderator, davon 6 Jahre in Hessen. Der Mann kann vor Publikum reden. Daß Er etwas angepaßter wirkt, ist für den linken Norden eher vorteilhaft. Auch Dr. Kristin Brinker war eine gute Wahl. Sie setzte Sich als Landesvorsitzende in Berlin mit 2 Stimmen Vorsprung gegen Beatrix von Storch durch. Die Frau hat ganz gewiß was auf dem Kasten. & Berlin ist ein hartes Pflaster. Die AfD kann sich von & zu schreiben, solche Kandidaten aufstellen zu können. Den Mecklenburg-Pommeranzen, die Kinder/Enkel haben & SPD wählen, ist nicht zu helfen. Die eigenen Kinder/Enkel werden auf Schrott-Schulen geschickt, während Schwesig, welche die Qualität der Schulen vor Ort bestimmt, ihre Kinder aufs Internat schickt. Hier eine Schwachkopf-Energie-Debatte im am dünnsten besiedelten Bundesland aufzumachen, grenzt schon an linkem Schwachmatismus. Es gibt dort nur 80-90 Gastankstellen, die sich auch noch in 2 unterschiedlichen Betriebsstoffen unterscheiden. Natürlich geht es bei einem Bundesland nicht nur um Einwohner, sondern um territoriale Verwaltungseinheiten.

Platon

22. September 2026 15:58

"Wenn die AfD in MV stärkste Kraft wird, die CDU unter 5% rutscht und zwei Drittel der Nichtwähler blau wählen, wäre gegenüber Holm mindestens ein Satz des Respekts fällig." Meinen Sie nicht auch, dass es sich um einen Pyrrhussieg handelt und die Wahlergebnisse mitnichten zum Jubeln Anlass geben. Dazu ist die Zeit einfach zu kostbar. Rot-Rot-Grün werden in weiteren 5 Jahren zum Schaden des Landes unumkehrbare Tatsachen schaffen. Ich habe die Wahlarena von n-tv und dem ndr gesehen. Ich hoffte, dass Holm aus dem ersten Auftritt gelernt hat. Keineswegs.  Den zweiten Auftritt fand ich noch unerträglicher. Nun gut, wer nicht lernen will, wird von einer roten Stierkämpferin auf die Hörner genommen. Der harmlose Holm konnte einem leid tun. Mehr nicht. Ich habe kein Verständnis, wenn man aus Fehlern nicht lernt und dann weiter an falschen Stategien festhält. Auf einen groben Klotz gehört eben ein grober Keil, wenn ich eben nicht auf die Hörner genommen werden will. Weidel hatte in ihrer Rede zwei Tage vor dem Wahlkampfende angedeutet, wie man den Wahlkampf in M/V hätte führen müssen. Zu spät, um mehr als 40 Prozent zu erreichen.

Laurenz

22. September 2026 16:17

@Karl (2) ... Der Bonapartist @RMH votiert sicherlich für einen Einmarsch in Liechstenstein, Andorra, Monaco, Luxemburg, Vatikanstaat, San Marino, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Moldawien, Nordmazedonien, Montenegro, Malta, Island, Slowenien, die Kanalinseln & das Baltikum. Denn diese Staaten lohnen ja alle als Staaten nicht. Mit derselben Argumentation kassierte Bonaparte das I. Reich & zB Venetien ein. Natürlich geht es bei Bundesländern nicht nur um Einwohner, sondern um territoriale Verwaltungseinheiten. Sonst kassiert man die Nachteile des Zentralismus' in Frankreich. Beim Saarland, Bremen, Hamburg & Berlin würde es Sinn ergeben. Die Berliner stimmten 1996 natürlich für eine Eingemeindung Berlins nach Brandenburg, um auf Kosten der Brandenburger leben zu können. Aber die Brandenburger lehnten das mit deutlicher Mehrheit ab. Nur Bremen leistet sich 3 bezahlte Vollberufsparlamente. Man kann die Kündigung von Beamten indirekt forcieren, indem man Beamte völlig legal auf Halbsold setzt & die Gewährträgerhaftung generell abschafft. Öffentliche Körperschaften, die pleite gehen, besitzen nur noch einen Insolvenz-Verwalter.

RMH

22. September 2026 16:35

Ich gehe davon aus, dass mein Beitrag #22. September 2026 11:40, von den meisten, die sich an meiner Foderung nach einem anderen Zuschnitt der Länder abarbeiten, noch nicht gelesen werden konnte. In diesem hatte ich bereits einiges erläutert. Die wunderschöne Geschichte von Stadtstaaten & deren Vorbild für die Demokratie sind gewiss nicht auf solch profane Gebilde wie Bundesländer übertragbar, wo es eben keine ehrenamtlichen Abgeordneten, Stadtverordnete, aus eigenem Stand, eigenem Beruf & Vermögen gibt sondern alles bis zum letzten Bleistift vom Steuerzahler zu finanzieren ist. Dabei bilden sich dann unsägliche Doppelstrukturen, alle Ministerien mal 16, 16 x obere Landesgerichte x Anzahl pro Bundesland, 16x Verfassungsgerichte, 16 x Kultusministerien, 16x unterschiedliche Lehrpläne, 16xversch. Polizeistrukturen, Landesverfassungsschutzämter etc, etc, überall Beamte mit Pensionsansprüchen, wofür nirgends ausreichend Rückstellungen gebildet werden etc. Die Liste lässt sich verlängern. Und am Ende sind es dann Parteien, die unter parlamentarischem Theater, Dinge durchdrücken, bei denen sich der Bürger gerade nicht vertreten fühlt. Nur für den Lokalpatriotismus braucht man das nicht & nur Kirchturmromantiker sehen in diesem Verwaltungs-Bläh-Unwesen irgendwelche Vorteile.

RMH

22. September 2026 16:44

Ihre Position/Abneigung gegenüber Höcke und den von ihm vertretenen Positionen ist ja bekannt und tritt auch aus obigen Zeilen hervor.
@Valjean72, bullshit, mit Verlaub. Sie lesen meine Beiträge noch nicht lange oder nicht richtig genug. Ich habe Höcke immer als hoch integren Politiker in diesem Forum bezeichnet, den ich selber mehrfach auch Reden gehört habe, als er noch seine Ochsentour als Redner auch durch die alten Länder gemacht hat. Diese Wertschätzung wird nicht geschmälert, wenn ich manche seiner Positionen nicht teile. Gerade einige seiner neueren Äußerungen kann ich nicht unterschreiben. Aber bei Links-Sozialisierten wird aus Ablehnung in Sachfragen oder bei bestimmten politischen Einstellungen oder Punkten/Äußerungen bekanntermaßen immer eine allgemeine Haltungs-& Gesinnungsschwäche diagnostiziert. Und so unterstellen Sie mir eine Abneigung gegen eine Person, wo keine da ist. Ich halte Höcke für einen der sympathischten Politiker Deutschlands. Das kommt aber am ehsten rüber, wenn man ihn mal live hat reden hören oder an einem Stand ein paar Worte wechseln konnte (letzteres ist heutzutage naturgemäß ob seiner Karriere für Otto Normal Bürger meiner Kategorie vermutlich nicht mehr möglich, früher ging das aber).

Maiordomus

22. September 2026 16:55

@Artabanus. Sie haben am Beispiel der Schweiz gut verstanden, dass funktionierender Föderalismus Kleinräumigkeit bevorzugt. Leider wehrt man sich selbst in der Schweiz zu wenig gegen explosionsartige Beschleunigung der Einwanderung in den letzten Jahren. Unterdessen hat das von mir oben historisch skizzierte und gerühmte vergleichsweise souveräne Bergtal Glarus mehr als 43 000 Einwohner, was Existenz der Selbstgesetzgebung durch alle an der Volksversammlung präsenten Bürgerinnen und Bürger bald in Frage stellt. Dort stimmte man für Einwanderungsbeschränkung der Schweiz auf 10 Millionen und wird vermutlich auch Rahmenvertrag mit der EU verwerfen wegen der Möglichkeit, EU-Recht und europ. Gerichte könnten Beschlüsse der Landsgemeinde im vorhinein unmöglich machen oder hinterher kassieren. Man kann sich selbst in der Schweiz nicht mehr und erst recht nicht in Europa vorstellen, dass an der Landsgemeinde der Bürger als vereidigter Einmann bzw. Einefrau-Parlamentarier direkt mitentscheidet, wobei jetzt freilich die Bürgervereidigung abgeschafft wurde, dabei in Appenzell meines Wissens noch Usus: Globales Maximum an (beschränkter) Selbstregierung des "Volkes" wie zur Blütezeit Athens.      

Majestyk

22. September 2026 17:11

@ Platon:
"Respekt einzufordern, aber selbst aggressiv aufzutreten"
Ist nicht nur typisch links, sondern zudem die typisch weibliche Vorstellung von Gleichberechtigung. Und sobald Mann eine Frau mal argumentativ abwatscht, kann er sich sicher sein, daß sofort ein Weißer Ritter ums Eck geritten kommt.
"Dazu ist die Zeit einfach zu kostbar. Rot-Rot-Grün werden in weiteren 5 Jahren zum Schaden des Landes unumkehrbare Tatsachen schaffen."
Gilt für alle Bundesländer. Grundsätzlich ist aber nichts unumkehrbar, es kostet dann nur mehr und erfordert mehr Leidensfähigkeit. 
@ Karl; Laurenz:
Die Kritik an Leif-Erik Holm ist schon insofern ungerechtfertigt, als Kritiker es ja erst einmal selber besser machen müssen. Wahlkämpfe mit zwei Kandidaten halte ich allerdings prinzipiell für ebenso falsch, wie Doppelspitzen in einer Parteiführung. Das Ergebnis der AfD in MV ist großartig. Klar, mehr geht immer, weniger aber auch. 
 

fw87

22. September 2026 17:19

@Ernestina: "Dennoch ist Höcke für mich der einzige, dem ich derzeit eine gute politische Arbeit in Regierungsverantwortung zutraue."
Ich verstehe die Sorgen. Für eine Koalition braucht es vor allem politische Substanz und Sendungsbewusstsein, sonst wird's einen zerbröseln. Auch darf man nicht mit der hasenfüßigen Einstellung "Wo kann ich Kompromisse machen?" in Verhandlungen gehen, selbst wenn natürlich am Ende irgendein Kompromiss stehen wird, wie immer in der Politik. Wenn eine weltanschauliche relativ unbewaffnete AfD mit linksideologisch gefestigten Parteien (zu denen zweifellos auch CDU/CSU zählen) in Verhandlungen tritt, kann man mit guten Gründen Bauchschmerzen haben. Die AfD braucht noch Zeit, um sich programmatisch zu festigen. Dass die Brandmauer immer noch existiert, trotz der Stärke der AfD an den Wahlurnen, möchte ich fast als Werk der Vorsehung bezeichnen. 

Karl

22. September 2026 18:19

@RMH 22. September 2026 11:40
Ich plädiere nicht für einen Wasserkopf von Beamten etc. Im Gegenteil. Die meisten können weg. Diesen Zinnober kann niemand wollen, außer denjenigen, die davon sehr gut und gerne leben wollen.  Und das werden nicht weniger. Eine Verschlankung ist genau das, was auf der Agenda jeder Partei stehen sollte, wenn sie nicht nur ihre eigenen Interessen verfolgt. Aber nicht eine künstliche Schaffung von größeren, weil ökonomischeren (wobei das noch sehr fraglich wäre!) Verwaltungseinheiten. Ansonsten verweise ich auf @Majestyk 22. September 2026 14:26, Maiordomus 22. September 2026 12:14 und Artabanus 22. September 2026 15:16 die hierzu sehr gute Kommentare liefern. Erst den Apparat stutzen und nicht die Landkarte!

heinrichbrueck

22. September 2026 18:41

Interessant: "Frauen und Migranten wählen links. Mit beiden ist kein rechter Staat zu machen."
Die Sicherheitsmechanismen des Systems gewähren einen parteiischen Rahmen. Und wem dieser Rahmen nicht gefällt? Dann kann diese Person den Rahmen ablehnen oder kritisieren, aber innerhalb dieses Systems kann sie ihn nicht selbst außer Kraft setzen. Das ist eine Machtfrage. 
Wer den Rahmen festlegt, besitzt innerhalb dieses Systems auch einen Teil der Definitionsmacht darüber, was dort gesagt werden kann. Eine Diskussion innerhalb dieses Rahmens kann das eigentliche Problem nicht vollständig erfassen.
Ein gemeinsamer demokratischer Rahmen und ein eigener politischer Rahmen sind nicht dasselbe. 
Nicht jede Freiheit innerhalb eines Systems bedeutet bereits Selbstbestimmung über das System. Eigenständigkeit im eigenen Haus ist noch kein politisches Konzept. Politische Eigenständigkeit bedeutet, daß ein Gemeinwesen seine grundlegenden politischen Zwecke, Zugehörigkeitsregeln und institutionellen Ordnungen selbst bestimmen kann. 
Wenn jemand etwas politisch will, das seinem bisher als selbstverständlich verstandenen politischen Rahmen widerspricht, muß er zunächst erkennen können, daß dieses "Eigene" und der bisherige Rahmen nicht dasselbe sind.

nom de guerre

22. September 2026 18:55

Ein paar Anmerkungen: Herrn Holm kenne ich nicht als Politiker, wohl aber (bin in den Jahren, in denen er bei FFH gearbeitet hat, viel in Hessen Auto gefahren) als Radiomoderator. Dass er dröge sein soll und nicht reden könne, klingt schon etwas erstaunlich. Jedenfalls ist es abwegig, jemanden wie Siegmund zum Maßstab für alle anderen zu nehmen. Martenstein hat ihn bei Apollo News als mglw talentiertesten und charismatischsten Politiker der letzten 20 Jahre bezeichnet. Dem würde ich mich anschließen, nur dass mir auch für die Zeit davor, soweit ich sie bewusst erlebt habe, niemand vergleichbares einfällt. Vllt Strauß oder Brandt, dafür bin ich aber nicht alt genug. Man kann also niemand anderem vorwerfen, wenn er da nicht heranreicht.
Ferner ist es noch gar nicht so lange her, dass Wahlergebnisse von um die 40% als überholt galten, und seit den großen Demos gegen Rechts nach Potsdam sind noch nicht drei Jahre vergangen. Was soll also an dem Ergebnis in MV schlecht sein?
Zuletzt noch @RMH Ihre Bemerkung zur Existenzberechtigung kleiner Bundesländer ist leider unter Ihrem sonstigen Niveau. Es gibt Staaten, die nicht viel oder gar nicht größer sind. Sie würden vermutlich nicht den Baltischen Ländern nahelegen, sich von etwas Größerem schlucken zu lassen. Auch Slowenien ist sehr klein, und um die Verwaltung zu verschlanken, braucht man m.E. keine Zentralisierung, sondern nur den polit Willen.

Jan

22. September 2026 19:25

@Boomerangry
"...lehnt die AfD immer noch das Elektroauto ab das insbesondere abzuregelnde Überschüsse einladen kann. Stattdessen jammert man über hohe Spritpreise und will immer noch nicht einsehen dass der hohe Ölpreis dafür ein Grund ist, und der andere die durchaus sinnvoll hohen Steuern zur Begrenzung der selbstgewählten glücklichen Abhängigkeit von Ölimporten."
Einspruch. Der Verbrenner ist ein strategisch wichtiges deutsches Kern-Asset im globalen Wirtschaftswettkampf, besser gesagt: Wirtschaftskrieg. Die Chinesen haben den Anspruch, überall die Nummer 1 zu werden. Mussten aber einsehen, dass sie die Deutschen beim Verbrenner nicht schlagen können. Daher alles auf die Elektro-Karte. Das E-Auto ist ein chinesisches Kriegsmanöver gegen Deutschland und Europa. Die EU ebnet in geistiger Umnachtung den Chinesen den Weg und begeht technologischen Hochverrat. Die ganze CO2-Steuer samt Zertifikaten und Green Deal ist eine Art Friendly Fire. Dieser selbstschädigende Irrsinn muss sofort abgestellt werden, notfalls unter Drohung von deutschen Zahlungskürzungen oder dem Dexit. Beim E-Auto ist die Batterie das neue Öl, fast alle kritischen Rohstoffe müssen importiert werden. Der schon vor Iran hohe Spritpreis in D liegt an der unverschämten (!) Energiesteuer und CO2-Abgabe von fast 40% des Benzinpreises, zzgl. 19% MwSt. (Merkel I), also 59% Steuern und Abgaben. Davon werden E-Autos sowie die Wind- und Solarbarone subventioniert. 

AlbertC

22. September 2026 19:39

Die Wahlen in M-V und Sachsen-Anhalt sind für die AFD fast gleich ausgefallen. Ziemlich peinlich , die absoluten Prozentwerte zu vergleichen, wenn die AFD bei der letzten Wahl ca. 4 % im Ausgangswert weniger hatte.  Schwesig hatte als gut aussehende Frau einen Amtsbonus bei den vielen Wählern, die nach Aussehen und Auftreten wählen. Ziemlich simpel und sie hat mit die Frau gegen Blau alles richtig gemacht in der heutigen Zeit. Holm ist einer der sympathischeren und telegenen AFD-Kandidaten und hat als gebürtiger Norddeutscher dort auf keinen Fall geschadet und mit dafür gesorgt , dass die CDU raus ist.  Im Westen wäre ich froh, so einen professionellen Typ zu haben. Hier in Hessen sind die AFD-Spitzen seit der Gründung nicht ansatzweise bekannt. Holm hat wohl weniger Nichtwähler mobilisiert, aber die Chancen auf einer absolute Mehrheit waren eben auch erkennbar geringer. Gemessen am rechtsaffinen Wählerpotenzial wäre der schlechteste Wahlkämpfer der AFD wohl eher Herr Urban in Sachsen. Man muss Wahlkampf und Qualität der Kandidaten ohnehin auseinanderhalten. Der beste  AFD-Mann aus der Kombination Intelligenz, Seriösität und Standhaftigkeit ist Christoph Berndt, er wird aber nie den Siegmund-Faktor erreichen, kein Vorwurf. Das ist einfach nicht sein Stil. DIe BT-Wahlen werden immer noch weitgehend im Westen entschieden.  Da hoffe ich mal auf wenigstens einen vorzeigbaren Kandidaten, der über die reine AFD-Neigung zusätzliche (Nicht-) Wähler gewinnen kann. 

RMH

22. September 2026 19:39

Erst den Apparat stutzen und nicht die Landkarte!
@Karl, oder eben so. Das die ÖD-& generell die Staatsquote in D zu hoch ist, sollte zumindest Konsens in Kreisen sein, die vom Staat eigentlich nur ausgenutzt und kujoniert werden.

RMH

22. September 2026 19:45

@nom de guerre & andere, die ausgerechnet BUNDESLÄNDER mit Zwerg- & Kleinstaaten vergleichen: Eigentlich sollte bereits aus dem Fakt, dass BL eben nur Organisationseinheiten INNERHALB eines Landes sind schon folgen, dass der Zwergstaatenvergleich dem Prinzip folgt, dass man Äpfel mit Birnen vergleicht, weil beides Obst ist (leisten sich die Zwege nochmals Unterzwerge?). Zudem: Gerade die klassischen Zwergstaaten Europas oder anderen autonomen Gebiete existieren nur, weil sie einen jeweils ganz bestimmten ZWECK für die Nachbarn erfüllten/ erfüllen. Sie dienen damit größeren Einheiten. Wenn sie das nicht tun, wären sie ganz schnöde & profan weg vom Fenster. Dass das selbst @Laurenz, der sonst ein Näschen für Zweck- & Machtgefüge hat, nicht sieht & schlicht staatsromantisch argumentiert, überrascht. Für mich selber ist die Debatte keine neue Erfahrung. Ich plädiere schon lange für die Eingemeindung des Speckgürtel-Kaffs, in dem ich wohne, zur direkt angrenzenden Stadt & stoße damit regelmäßig auf Unverständnis. Von den gleichen Leuten übrigens, die sich später im Gespräch über Grundsteuern, Abwassergebühren etc. beschweren. Aber das mit schönen Planstellen & hauptamtlichem Bgm besetzte Rathaus muss ja finanziert sein.

Majestyk

22. September 2026 20:03

Noch etwas zum Charisma. Charismatische Kandidaten müssen nicht unbedingt die besseren Amtsinhaber sein. Charisma ist gut um Menschen zu begeistern und einzufangen, damit führt man aber keine Amtsgeschäfte und löst auch keine Probleme. Ich kenne keinen Kandidaten persönlich, sondern nur via Medien. Mir gefallen Holm und Siegmund, jeder auf seine Art. 
Da ja keine andere Partei mit der AfD spielen will, muß die AfD ja von alleine wachsen. Braucht verschiedene Arten von Köpfen, soll ja auch verschiedene Arten von Wählern ansprechen, alte wie neue Rechte, christlich Konservative, konservative Sozialdemokraten und selbst eine Type wie meiner Einer. 

AlbertC

22. September 2026 20:40

Die Wahlen in M-V sind für die AFD fast genauso ausgefallen wie in Sachsen-Anhalt. Dass der Autor den jeweiligen  Ausgangswert der AFD von 2021 und die Traditionen ausblendet ist da etwas peinlich. Die CDU wurde versenkt. Dass Schwesig mehr holt, ist dem Amtbonus und einem ähnlichen Faktor wie bei Siegmund geschuldet. Muss man mal objektiv sehen. Holm ist telegen, etwas zu nett, aber professionell und seriös, als Norddeutscher ein passender Spitzenkandidat, keiner hätte wohl mehr geholt. In Hessen und im ganzen Westen wäre man in der AFD froh, so jemand zu haben. Gemessen am rechtsaffinen Wählerpotenzial wäre übrigens Urban in Sachsen aktuell der schlechteste AFD-Wahlkämpfer. Ich kann dieses "nicht aggressiv genug" nicht mehr lesen.  Der gemessen an Intelligenz, Seriösität und Standhaftigkeit beste AFD-Landesvorsitzende ist C.Berndt, selbst der käme nicht an Siegmund ran, weil smarter Volkstribun nicht sein Stil ist. Wenn die CDU stur bzw. weiter so gelenkt erscheint und dafür auch noch saudumm die alleinige (!) Verantwortung übernimmt, geht es übrigens eher in Richtung RRG, da die dümmeren Wähler alles der CDU in die Schuhe schieben werden, obwohl es linke SPD-Grün-Politik + Rüstungswahnisnn ist, was im Bund passiert. 

Majestyk

22. September 2026 21:14

@ Jan:
"Das E-Auto ist ein chinesisches Kriegsmanöver gegen Deutschland und Europa."
Danke. Endlich bringt es auch mal jemand anders als ich auf den Punkt. Die Moderation mag meine Chinakritik meistens nicht so gern. 
Für mich gibt es zwei Dinge, denen man mehr auf den Grund gehen muß. Warum beschleunigte sich der Import von Muslimen seit dem Krieg gegen den (islamischen) Terror. Und warum findet ein subventionierter Wirtschaftsumbau statt, der die weltweit größte Konkurrenz begünstigt? 
Was mich zur dritten Frage führt. Warum nimmt Deutschland bei beiden Themen, Migration, wie auch Technologietransfer eine derart exponierte Stellung ein? 

Majestyk

22. September 2026 21:21

Der beste Wahlkämpfer für die AfD ist übrigens Friedrich Merz, findet auch Ulrich Siegmund. 

Laurenz

22. September 2026 22:09

@RMH @Laurenz ... Zweck- & Machtgefüge ... Ich verstehe Sie & Bonaparte ganz leicht. (Der geniale) Helmut Pemsel beschreibt das in Seinen (episch) maritimen Werken brillant. Aber Pemsel bezieht sich weniger auf die Zahl der Einwohner, sondern auf die Größe des Territoriums. (Man braucht auch eine kulturell politische Akzeptanz vor Ort.) Pemsel votiert auch gegen überschlanke, rein merkantile Gebilde, wie Karthago, die Hanse oder Venetien. Vielleicht recherchieren Sie auch mal die überschaubaren Verschlankungen von Milei. Die Recherche lohnt. Milei agiert zwar ähnlich, wie einst die Bundesbank, aber Er erschafft leider keine Institution. Damit hängt die Notenbankpolitik Argentiniens nur an Seiner Person, ein staatspolitisch gravierender Fehler. Hier kommt wieder die Sucht vieler Rechter nach den geschmierten Oligarchen-Bütteln Hayek & Mises durch, ein fatales Ansinnen. JD Vance ist da wesentlich klüger & sieht, daß ein Staat starke Institutionen braucht, um gegen die Oligarchen anstinken zu können, siehe China, wo immer mal wieder 100 Milliardäre verschwinden. Um auf den Artikel zurückzukommen. Berlin (3,7 Mio. Einwohner) machte als Teil Brandenburgs (2,55 Mio. Einwohner) verwaltungstechnisch Sinn, würde aber die Machtverhältnisse Brandenburgs zu Lasten der Brandenburger dramatisch verschieben. Wenn Deutschland überleben will, muß es Berlin als Hauptstadt überwinden. Das geht nur über eine Pleite & mit finanzieller Zwangsverwaltung.

Franz Bettinger

22. September 2026 22:35

@Majestik: Die Antwort auf ihre drei Fragen könnte Sie beunruhigen ;-) 

Majestyk

22. September 2026 22:44

@ RMH:
Was die Existenz von Zwergstaaten als Puffer oder Bank angeht, gebe ich Ihnen recht. Eingemeindung kann ein Vorteil sein, muß aber nicht. Für meinen finanzstarken Heimatort bedeutete die Gebietsreform nur Aderlaß. 
Was unsere Bundesländer angeht, könnte man überlegen, ob man sich Stadtstaaten leisten muß, aber generell ziehe ich einen föderal aufgebauten Staat vor. Bin kein Frankreich Experte, würde mich aber wundern, wenn deren Verwaltung merklich schlanker wäre. Die KI behauptet, daß in Frankreich mehr Leute in der Verwaltung arbeiten. Was es natürlich gar nicht braucht sind doppelte Verwaltungsstrukturen in Bund und Ländern. 
Weniger Bundesländer würden nicht automatisch weniger Apparat bedeuten. Als der SFB und der ORB zum RBB fusionierten wurden sage und schreibe 300 Stellen eingespart. So macht man in Deutschland Diät bei Verwaltungen. 
Natürlich hätte man die DDR auch als Bundesland eingliedern können, dann wäre das Ungleichgewicht aber noch größer. Ehrlich gesagt würde ich eher sogar westliche Bundesländer neu zuschneiden wollen. Mit den Rheinländern in RP verbindet mich mehr als mit den Westfalen in meinem Bundesland. 

Jan

23. September 2026 07:39

Auch wenn es für die AfD in MV zu keiner Regierungsmehrheit gereicht hat: Zum zweiten Mal bei einer Landtagswahl stärkste Partei zu werden, hat mächtig Respekt eingebracht. Dadurch findet eine weitere Normalisierung statt, die bis nach Westdeutschland wirkt. Es wird in Zukunft immer schwerer werden, die Partei dauerhaft von irgendwelchen Ansprüchen abzuschneiden oder per Geschäftsordnungstricks zu behindern. Die AfD ist nicht mehr die kleine Außenseiterpartei, die man einfach abledern kann und die Möglichkeiten, die Regierungsparteien wirksam zu kontrollieren, sind weiter gestiegen. Ein nächster wichtiger Schritt auf dem langen und steinigen Weg zur Macht. 

RMH

23. September 2026 07:52

"aber generell ziehe ich einen föderal aufgebauten Staat vor."
Ich auch, wenn ich für größere Bundesländer bzw. für einen Neuzuschnitt zu effektiveren Einheiten plädiere, dann beinhaltet das auch meine Befürwortung des Föderalismus an und für sich, denn sonst würde ich sagen, komplett weg damit. 
Nochmals: Die vielen Doppelstrukturen, die finanziert werden müssen und die nach fast 80 Jahren Bundesrepublik zu neofeudalen Pfründen mutierte Ausfransung von zigtausenden von Pöstchen, die dann maßgeblich über Beziehungen zu Parteien vergeben werden oder über deren Definition, welche Gesinnung ein Beamter haben MUSS, damit er Beamter werden, sein und Empfänger von Pensionsgaben sein darf, sind ein Problem, welches auch im Sinne der Demokratie angegangen werden muss. Wenn es mehr direkte MItbestimmung über Volksbefragung und Volksentscheide gibt, braucht man auch keine 16 Länderparlamente mehr, da genügen dann auch bspw. 10. Ebenso braucht nicht jedes Mikro-Land oberste Gerichte, wenn darin nicht das Ansinnen zu vermuten ist, dass man eben weitere Pöstchen für die "genehmen" Leute zur möglichst flächendeckenden Kontrolle und zum Kujonieren der Unbequemen haben will - und natürlich auch zur Versorung der "eigenen" Leute.

Valjean72

23. September 2026 08:08

@Jan: "Das E-Auto ist ein chinesisches Kriegsmanöver gegen Deutschland und Europa. Die EU ebnet in geistiger Umnachtung den Chinesen den Weg und begeht technologischen Hochverrat."
---
Es ist tatsächlich ein Wirtschaftskrieg, der aber mE nicht allein von China geführt wird. Schon der sog. Diesel-Skandal von 2015 ist als Teil dieses Kriegs gegen die deutsche Schlüsselindustrie zu begreifen.  
 
Deutschland wird von USA/EU und China in die Zange genommen und die deutschen Politiker, Industriekapitäne und Journalisten agieren seit 2015 krass wider die eigenen Interessen, geradezu als ob sie für fremde Interessen arbeiten würden ...

Laurenz

23. September 2026 08:13

@Majestyk @RMH ... Ihre Veränderungen an Bundesländischen Grenzen macht erst mal so kein Politiker mit. Rheinhessen ist heute noch kulturell hessisch. Würde man Rheinhessen Hessen zuschlagen, könnte man das mit dem Saarland zur Pfalz, ehemals Rheinland-Pfalz, kompensieren. Hieße dann halt Saar-Pfalz. Dann ist aber Mainz als Landeshauptstadt weg. Entweder macht man Saarbrücken dazu oder Kaiserslautern, schon sehr provinziell. Um den Länderfinanzausgleich abzuschaffen, muß das GG, Artikel 107, geändert werden. Dazu braucht man auch eine Zustimmung des Bundesrats. Nur damit könnte man u.a. das extrem teure Bremen zwingen, sich von Hannover aus regieren zu lassen. Hannover wird seinen Status als Landeshauptstadt nicht abgeben wollen. Genauso Kiel nicht an Hamburg. Sie sehen, Strukturen lassen sich nicht so einfach ändern, auch wenn wir diese den Amis zu verdanken haben. Die Einsparungen, auf die Sie & @RMH abstellen, lassen sich nur durch mehr Wettbewerb unter den Bundesländern selbst erzielen. Aber den entfesselt man nur, wenn man die Gewährträgerhaftung des Bundes abschafft. Das geht aber nur über eine Änderung des GGs, Artikel 109 & die Einführung eines Insolvenzrechts für Länder, Kreise & Kommunen. In den USA ist das im 11. Zusatzartikel zur Verfassung geregelt, no bail-out-Klausel. Detroit war mal mit 18 Mrd. $ pleite & die Bundesregierung unter Obama zahlte keinen Centavo. Aber das muß so wasserdicht sein, damit das BVerfG nicht dagegen entscheiden kann.

Mitleser2

23. September 2026 08:49

Bis vor ca. zwei Jahren hat die deutsche Autoindustrie massivste Gewinne in China gemacht. Für die CEOs hat das gereicht. Und das oberer Management wollte das genauso. Ich kenne einen von denen, der drei Jahre für VW in Shanghai war. Gated community, Gärtner, Koch, Putzfrauen, Privatschule. Und die chinesischen Ingenieure waren so toll und arbeitsam (was natürlich zutrifft). Total unkritisch bzgl. der möglichen Folgen.

Franz Bettinger

23. September 2026 10:41

Wenn das BSW jetzt in SA mit der AfD koaliert (und nicht nur toleriert) und in echte Verantwortung kommt, wird das BSW bundesweit einen gewaltigen Sprung nach vorne machen und das Duo AFD-BSW für Deutschland die Partie gewinnen. Wenn Sarah das jetzt nicht einsieht (was sie schon früher hätte kapieren müssen) und packt, ist das BSW Geschichte. Es ist die letzte Chance. Ansonsten wird der Weg für die AfD lang und länger. Jetzt keine halbe Sachen. Koalitieren! 

Valjean72

23. September 2026 11:33

Die WELT meldete am 09.09.2026:
 
"AfD erreicht in Ostdeutschland 45 Prozent – CDU mit 12 Prozent nur auf Platz 3"
 
Das Springer-Blatt bezog sich dabei auf ein Trendbarometer von RTL und NTV. Sollte das stimmen, und ich gehe tatsächlich davon aus, dass die AFD im Osten der Republik mittlerweile solche Stimmenanteile auf sich vereinen kann, dann wären schon die 43,8% in Sachsen-Anhalt nicht so wahnsinnig erfolgreich. 
 
Betrachtet man allerdings allein die an der Wahlurne abgebenen Stimmen, kam die AFD in Sachsen-Anhalt auf 51,2% der Stimmen und in Meck-Pomm auf ca. 44%. Das sieht dann schon deutlich anders aus.
 
Sollte obig zitiertes Trendbarometer einigermassen stimmen, dann muss die AFD in Sachsen-Anhalt mit ihrem populären Spitzenkandidaten weit über 45% liegen.
 
 

Laurenz

23. September 2026 12:47

@Mitleser2 ... Die westliche Automobilindustrie hatte die Asiatischen Märkte einfach nicht analysiert. Die Chinesen & Co. fahren, statt Autos, lieber fahrende Spielkonsolen. Ist ja auch amüsanter, wenn man in Bangkok stundenlang im Stau steht. Auch die gebildeten VW-Vorstände waren mit Rot-Grün in Hannover abgestimmt. Und solche Leute leben im Lalalula-Land. Wir kann VW davon ausgehen, den heimischen Markt nur noch mit E-Fahrzeugen zu beliefern, wenn das Deutsche Stromnetz das, wegen Überalterung, gar nicht hergibt? Eine Modernisierung des Deutschen Stromnetzes kostet locker 600 Mrd. €. Im Laufe einer solchen Bauzeit steigen durch eine trabende Inflation die Kosten gewiß auf über 1 Bio. €. Eine solche Summe ist aber auf Pump nur noch privat vorhanden. Der Deutsche Staat hat diesen Spielraum weitestgehend mit linken Kackprojekten in Gewinne von Bullshit-Unternehmen geblasen & verkonsumiert. Und warum sollten Bürger privat in ein neues Stromnetz investieren? Wo sollten da irgendwelche Renditen herkommen, in einer Gesellschaft, die bewußt deindustrialisiert wird? Daß die VW-Aktionäre die entsprechenden VW-Vorstände nicht längst gelyncht haben, kann nur damit zu tun haben, daß die Aktionäre aus demselben Holz geschnitzt sind.

Majestyk

23. September 2026 13:21

@ Mitleser2:
Die Gewinne in China erfolgten zuletzt aber auf dem Premiummarkt. China setzt im Gegenzug an, den hiesigen Massenmarkt zu erobern. Heimische Premiumhersteller reagieren, in dem sie vor allem im unteren Marktsegment die Produktpalette reduzieren. Natürlich ist bei teureren Modellen die Marge besser. Irgendwann endet man aber wie englische oder italienische Luxusmarken und kann die Entwicklungskosten nicht mehr auffangen. Es ist zudem ein Irrglaube, daß die Chinesen vor dem Premiumsegment haltmachen. Da entsteht langsam ein gewisser Stolz die eigenen Produkte zu kaufen. Der nächste Irrglaube, China könne gar keine Verbrenner, Gegenbeweis z.B. Geely i-HEV. Geely hat sich übrigens hunderte deutsche Ingenieure für seine Entwicklungsteams zusammen gekauft. Haben schon die Südkoreaner gemacht. Im Vergleich zu den Europäern hat sich General Motors effektiv verschlankt. Ob die Strategie aufgeht wird sich zeigen, im Moment macht GM ordentlich Gewinn und belächeln lassen müssen die sich auch nicht mehr. Speziell die Deutschen scheitern an der eigenen Hybris. Dennoch spielen politische Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle und die sind mehr oder weniger selbstmörderisch. 

Majestyk

23. September 2026 13:39

@ Valjean72:
Deutschland ist die EU, bzw. hat sich diese gekauft. Die Deutsche Umwelthilfe hatte zur Zeit des Dieselskandals ein Jahresbudget von 8 Mio. Inzwischen sind es 24 Mio. 10 Prozent der Gelder stammen von Bund und EU. Hinter den rigiden Regeln aus Brüssel stecken nicht die Amerikaner, sondern vor allem deutsche Ideologen., die auch die Marktöffnung für China verantworten. Die Abgasvorschriften und hohe Steuern für Verbrenner haben im Gegenteil dazu geführt, daß man die Amerikaner aus dem europäischen Markt gedrängt hat und die sich nun vorrangig auf den nordamerikanischen Markt konzentrieren. 
@ Franz Bettinger"@Majestik: Die Antwort auf ihre drei Fragen könnte Sie beunruhigen ;-)"
Ich bin mittlerweile schwer zu beunruhigen. Nur glaube ich nicht, daß meine eigene Theorie hier irgendwem gefällt. 

Valjean72

23. September 2026 14:18

@Majestyk: "Deutschland ist die EU, bzw. hat sich diese gekauft."
---
Die BRD ist der mit Abstand grösste Netto-Zahler in den EU-Haushalt, das ist richtig. Aber daraus abzuleiten, dass «Deutschland sich die EU gekauft habe», ist mE grundfalsch. Wo sehen Sie, dass die EU in den letzten Jahren originär deutsche Interessen vertreten hätte?
 
Wenn Sie sich die grosse EU-Osterweiterung von 2004 vor Augen führen, dann werden Sie feststellen, dass jeder dieser neu aufgenommenen mittelosteuropäischen Staaten zuerst der EU und anschliessend der NATO beigetreten ist.
 
Die NATO hat wie die EU ihren Sitz in Brüssel und mE können und müssen beide Organisationen als Komplementärorganisationen aufgefasst werden. Die eine bildet den militärischen und die andere den zivilrechtlich-wirtschaftlichen Arm.
 
Über den Zweck der NATO äusserte dich deren erster Generalsekretär, Lord Ismay Hastings, folgendermassen:
 
«to keep the Americans in, the Russians out and the Germans down»
 
Daran hat sich mE bis heute nichts geändert und es gilt eben auch für die EU, die ihren Beitrag dazu leistet, Deutschland industriell und wirtschaftlich ausbluten zu lassen …

Majestyk

23. September 2026 14:52

@ Franz Bettinger:
Sie haben vermutlich zu lange im Ausland gelebt, die meisten Teilnehmer richten ihren Blick zu sehr gen Osten. Wer Umverteilung will, der wählt die Originale. Hier wird immer behauptet, die Deutschen im Westen wären alle verblödet. Liegt daran, daß man sich zu viel in den eigenen Kreisen bewegt und zu sehr auf Medien schaut. 
Im Westen kommt zu viel Rußlandnähe nicht an. Im Westen sympathisieren vorrangig Akademiker mit den Palästinensern. Im Westen steht niemand auf Politiker oder Parteien mit SED Vergangenheit, auch nicht nach der x-ten Umbenennung. Wer im Westen rot wählt, der wählt SPD. 
Da kann man mich gerne dumm oder Nestbeschmutzer nennen, mit Achtungserfolgen im Osten gewinnt man nicht die Wahlen im Westen. Und wenn die AfD einen Partner braucht, dann eine andere rechte Partei und keine Linke, die den AfD Kurs nach der Wahl automatisch auf links zieht. Will die AfD irgendwann die CDU ersetzen, dann braucht sie wie die alte CDU eine Ersatz-FDP und nichts was Fleisch vom Fleisch der Linken ist.

Jan

23. September 2026 19:48

@Majestyk
"Deutschland ist die EU, bzw. hat sich diese gekauft."
Das kommt mir auch so vor. Vor allem die CDU/CSU ist in Brüssel ein mächtiger Antreiber der "Transformation", während sie in Deutschland ihre treudoofe Anhängerschaft hinter die Fichte führt und sich als Bremser des grünen Irrsinns inszeniert. Ein passendes Beispiel dafür neulich bei Wallasch.  
Warum ist die Union eigentlich so grundtief verlogen?
 

Mitleser2

23. September 2026 20:01

Valjean: Der Buhmann Amerika hilft niemand. Die EURO-xy Abgasnormen kommen rein aus Brüssel. Und ab EURO-4 aufwärts wurden sie pervers. Nur hat kein deutscher Politiker in Verantwortung je dagegen opponiert. Alles selbstverschuldet. 

Majestyk

24. September 2026 00:57

@ Valjean72; Jan:
Aus der Perspektive unsentimentaler Macht/ Kapital kann es sinnvoll sein, ein Stammhaus notfalls zu opfern, um einen Konzern übernehmen und die Identität wechseln zu können. Wenn man über den eigenen Tellerrand blickt, geht es ja nicht nur um Deutschland, sondern eben auch um Europa. 
 

Laurenz

24. September 2026 04:18

@Majestyk @Franz Bettinger ... Rußland-Nähe ... Die Redaktion mag es nicht, wenn ich Sie abkanzele. Sie tun aber alles dafür. Ihre Kommentare sind durchweg unter aller Sau, schlecht recherchiert, haltlose Behauptungen. Belegen Sie bitte die Rußland-Nähe der Linken & der AfD. Ihre Westnähe muß man sich leisten können. Dreckiges US-LNG kostet das 4fache Russischen LNGs. Die EU importierte 2026 bereits Rekordmengen an Russischem LNG. Weder Inder noch Chinesen kennen Ihre proviziellen US-Propaganda-Befindlichkeiten. Die handeln völlig opportun mit jedem, der gute Geschäfte verspricht. D.h. beide handeln im nationalen Interesse. Das macht fast der ganze Globus so, weil die Kuhtreiber militärisch nicht mehr ernst genommen werden. Wer sich von Kämpfern im Kartoffelsack mit Kalaschnikows aus Afghanistan vertreiben läßt & den Iran nicht besiegen kann, hat all sein Prestige verloren. Und wir sind die Stiefellecker der Loser aus Übersee. Wir gelten weltweit nur noch als der letzte Dreck. Ihre politischen Sichtweisen sind 1945 stehen geblieben. Denn schon 1953 konnten sich die USA nicht mehr gegen China & die Sowjetunion in Korea durchsetzen. Es hat aber 70-80 Jahre gedauert, bis die geo-politischen Realitäten in das globale Bewußtsein drangen. Und Sie, Majestyk, hören noch nicht mal den Einschlag im eigenen Haus.

RMH

24. September 2026 08:38

@Laurenz,
jetzt mal wieder locker werden, Ihr rant gegen @Big M hat die gleiche Einseitigkeit, die Sie ihm vorwerfen. Die Russen verschenken auch nichts oder vergeben Rabatte nach Sympathie. Das Gas aus den Gebieten der rus Föderation ist vor allem billig, weil es einfach zu gewinnen ist, ohne Rücksicht auf Naturschutzbefindlichkeiten oder dauerdemonstrierende NGOs oder Indigene. Russland muss das Zeug verscherbeln, weil es auch zu hohe Militärkosten hat (wie USA), Kriege ebenfalls schon lange nicht mehr eindeutig entscheiden kann (ging auch in Afghanistan los - gegen die Ukraine kämpft RUS mittlerweile länger als gegen D bei bescheidenerem Erfolg) und im Grunde ist RUS zu den von ihnen verschmähten USA gar nicht mal so unähnlich (Oligarchie hier wie dort, in RUS eben deutlicher erkennbar & es gibt keine Wahlüberraschungen, wie in USA).
Also was soll der Vergleich?
Deutschland wird in Sachen Energie immer von irgendwem abgezockt, mal waren es die Öl-Araber (in Folge dessen wurde auf Atomkraft gesetzt, die man dann geschliffen hat), dann diese und jene und der Traum von der regenerativen Energie hat auch gerade hier eine seiner Ursachen. Wird halt alles stümperhaft umgesetzt, in D und strategisch, langfristig denkt keiner.

Valjean72

24. September 2026 11:11

@Mitleser2: "Der Buhmann Amerika hilft niemand. Die EURO-xy Abgasnormen kommen rein aus Brüssel ...  Alles selbstverschuldet." 
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Für Sie mag es ein Buhmann sein, für mich Ergebnis der Beurteilung von Zusammenhängen und Interessenlagen.
 
Google KI:
"Der Einfluss der USA auf die EU-Abgasnormen ist tatsächlich einer der wichtigsten Katalysatoren für die europäische Umweltgesetzgebung ..."
 
Blauäuigkeit in Bezug auf geopolitische Leitlinien von Grossmächten, sowie das Ausblenden der Möglichkeit von Wirtschafts- und Finanzpolitik als Teil einer hybriden Kriegsführung, hilft uns tatsächlich nicht weiter.
 
Ich bleibe dabei, die EU wurde geschaffen, um Deutschland wirtschaftlich einzuhegen und um seine Wirtschaftskraft zunächst abzuschöpfen und mittlerweile um diese zu demontieren.
 

Laurenz

24. September 2026 14:39

@RMH @L. ... wieso unterstellen Sie mir Ihr Eigenes Schwarz-Weiß-Denken? Sie machen da keinen Unterschied zum werten Teilnehmer @Majestyk. Es gibt in Ihrem eingeschränkten politischen Bewußtsein nur pro- oder kontra, hopp oder top. Ich halte es vielmehr mit Alice Weidel, die sagt Germany first, oder mit Björn Höcke, Für Deutschland Alles. Wir haben gegenüber Orban einen kleinen Vorteil. Ohne Ungarn geht in Europa einiges, aber ohne uns nichts. Entweder sind die Europäer mit uns oder gegen uns. Das dürfen die sich aussuchen. Aber Orban nahm es in geopolitischer Weitsicht in Kauf, sich mit den Europäern im Niedergang anzulegen & ein Macht-Gleichgewicht zwischen Rußland/China einerseits & den USA andererseits herzustellen, was für die Zukunft Ungarns viel relevanter sein wird, als eine sterbende EU. Die Europäer werden Orban alternativlos folgen müssen. Selbst der LüFri hatte es verstanden, daß die Deutschen Steuerzahler nicht die Entwicklung Französischer Trägerflugzeuge bezahlen müssen, für einen Flugzeugträger, den sich die Franzosen eh nicht mehr leisten können. Auch die Force de Frappe & Franz. Kolonien werden bald Geschichte sein.

Ein gebuertiger Hesse

24. September 2026 15:02

@Majestyk
"Wenn man über den eigenen Tellerrand blickt, geht es ja nicht nur um Deutschland, sondern eben auch um Europa."
Das heißt Talleyrand!  ;-)
So, Leute, kommt's mal wieder runter.

Majestyk

25. September 2026 14:20

@ Valjean72:
"Die NATO hat wie die EU ihren Sitz in Brüssel und mE können und müssen beide Organisationen als Komplementärorganisationen aufgefasst werden. Die eine bildet den militärischen und die andere den zivilrechtlich-wirtschaftlichen Arm."
Nein, müssen Sie nicht. Nur von Leuten die glauben, daß eine Korrelation bereits eine Kausalität begründet. Auf die Idee kommt man nur, wenn man bereits ein vorgefertigtes Ergebnis im Kopf hat und dies nun untermauern will. 
Ich weiß sowieso nicht, wer den medialen Floh in die Welt gesetzt hat, die NATO würde Deutschland schaden. Völlig im Gegenteil. Die NATO ermöglicht der deutschen Rüstungsindustrie Absatzmärkte und für die Bundeswehr ergeben sich so Ausbildungskooperationen. Die meisten NATO-Einsätze waren gerechtfertigt oder zumindest geopolitisch begründbar, dienten durchaus auch deutschen Handels- und Sicherheitsinteressen. Die Bundeswehr hat in den letzten Jahren massiv an Einsatzerfahrung gewonnen. Im Übrigen muß sich niemand von der NATO bedroht fühlen, der kein NATO-Mitglied oder Nachbarland angreifen will. Wie Großbritannien, Österreich, Norwegen, Irland u.a. beweisen muß man kein NATO-Mitglied sein um der EU anzugehören und umgekehrt. Für die Gegenbehauptung hätte ich gerne eine Quelle. Für mich hat die NATO nur einen Haken und der heißt Türkei, die ja immerhin einen Teil von Zypern besetzt und im Nahen Osten als Aggressor auftritt. 

Laurenz

25. September 2026 16:57

@Majestyk @Valjean72 ... Die NATO ermöglicht der deutschen Rüstungsindustrie Absatzmärkte und für die Bundeswehr ergeben sich so Ausbildungskooperationen ... Wieder ein völlig lächerlicher Kommentar. Unsere Soldaten in Afghanistan durften nur im äußersten Notfall schießen. Alle anderen sind rein, & haben alles kurz & klein geschossen. Was soll man da lernen? Wir haben bisher überall den Schwanz eingezogen. Und wenn man gute Waffen baut, kann man die überall verkaufen. Krieg ist extrem teuer. Erdo blutet im Nordirak, in Syrien & in Libyen aus. Außerdem sind die NATO-Depots leer. Wir haben nichts zu verkaufen. Wir verfügen über 600 Taurus, von denen vielleicht 250 einsatzfähig sind. Das ist nichts. Im Westen hat auch keiner mehr Geld, Waffen zu kaufen. Wir kaufen teure Schrott-F-35 von denen jede 4. nur fliegt. Und das auch nur mit einem OK aus Texas. Sie faseln wieder & es wird einfach nicht besser.

Mitleser2

25. September 2026 17:39

@Majestyk: Nur kurz. Wir sind uns ja oft einig, aber hier gar nicht.
Bundeswehr in Afghanisten unf Mali möchten Sie ignorieren?
Und zur Ukraine gibt es viele Quellen, die was anderes sagen als die NATO-Propaganda. Lesen Sie z.B. mal auszugsweise Scholl-Latour von 2006 (Russland im Zangengriff). Und selbst der unverdächtige Henry Kissinger sah das differenziert.

Majestyk

25. September 2026 21:17

@ Mitleser2:
"Bundeswehr in Afghanisten unf Mali möchten Sie ignorieren?"
Die Probleme waren politischer Natur. Diese ganze Demokratie bilden ist natürlich Unsinn. Einsatzerfahrung konnte die BW trotzdem sammeln. Ich halte es prinzipiell für richtig, Handelsrouten wo nötig militärisch zu sichern, ebenfalls die Rohstoffversorgung z.B. mit Uran. Ich war da bei Horst Köhler, bin auch kein Pazifist oder Antimilitarist.
Afghanistan war nicht unser Bier. Den Einsatz in Mali fand ich richtiger als den Abzug. Der war ein Zeichen von Schwäche. Komisch, Rußland darf angeblich seine Interessen notfalls militärisch verteidigen, Europa/ Deutschland nicht? Erklären Sie mir das. Falsch finde ich diesen Quatsch mit den UN-Mandaten. Ich finde es geopolitisch aber richtig, die Konkurrenz notfalls mit allen erdenklichen Mitteln aus Märkten zu drängen. Mir persönlich gefällt ja auch, wie Trump es geschafft hat die Kontrolle über das venezolanische Öl zu erlangen und es nicht in die Hände anderer Mächte fallen zu lassen und bezüglich des Iran ist nur der Zeitpunkt falsch. Hätte man 30 Jahre eher machen sollen, als China noch schwach war und Rußland ebenfalls. Lieber einmal Iran als zweimal Irak. Lesen Sie mal Netanyahus Rede vor der UNO bei der Weltwoche. Ich bin ganz bei ihm. Wer islamischen Terror und Unterwanderung verhindern will, der muß Drahtzieher wie Katar oder den Iran ins Visier nehmen. Im Übrigen braucht es hier eine prowestliche Gegenstimme, auch mal überspitzt.

Laurenz

26. September 2026 15:15

@Majestyk @Mitleser2 ... Global besitzt nur der Prestige, der über militärische Optionen verfügt. Der einzige militärische Erfolg von NATO-Staaten in den letzten 80 Jahren war der Serbien-Krieg zur Sezession Jugoslawiens, gegen ein Volk von 6,5 Mio., dessen Existenz, laut @RMH, noch nicht mal lohnt. Die Irak-Kriege kann man vielleicht taktisch, aber strategisch nicht als Erfolg verbuchen. Wie in Afghanistan, außer hohe Spesen nichts gewesen. Die Irak-Kriege, waren wie Afghanistan, Libyen, Somalia & Mali asymmetrisch. Mehr können wir auch nicht finanzieren. Rußland ist in Afrika erfolgreicher, weil es Regimen dort Sicherheit billiger anbieten kann. Der Russe hat in Syrien Ihre zitierten Erfahrungen sammeln können. Jetzt ist der Ukraine-Krieg aber der erste symmetrische Krieg seit dem Korea-Krieg & der Westen kann den nicht finanzieren & erst recht nicht führen. Hier mußten Offiziere beider Kriegsgegner erst wieder Erfahrungen machen. Die Amis waren so dumm, den Ukrainern satellitengestützte Zielkoordinaten in Rußland zu geben. Fangen aber gleichzeitig einen reinen Luftkrieg gegen den Iran an, ohne über genügend (teure) Munition zum Angriff & für die Luftabwehr zu verfügen. Man kam nicht mal auf die Idee, daß nun die Russen den Iranern & den Houthis satelliten-gestützte Koordinaten über 13 US-Stützpunkte (& Ziele in Saudi-Arabien) übergeben, die in der Folge zerlegt wurden, wie auch Schiffsziele liefern.

Laurenz

26. September 2026 15:29

@Majestyk @Mitleser2 ... Die USA können sich den milliardenschweren Wiederaufbau ihre Stützpunkte sparen. Der Iran kann nur von innen oder symmetrisch besiegt werden, letzteres keiner im Westen mehr bezahlen kann. Weil der Iran nun in der Lage ist, die Welt zu erpressen, was die Russen bei den aktuellen Energiepreisen sicher geil finden, muß der Westen (völlig peinlich) um Frieden auf den Seewegen betteln, den es ohne das Canceln von Sanktionen gegen den Iran & Rußland nicht geben wird. Macron, der Ober-Schwachkopf, schickt jetzt Fremdenlegion mit Radar-Equip., etc. nach Saudi-Arabien. Saudi-Arabien (mit ca. 115k Mann Kampftruppen) ist 4x so groß, wie die Ukraine. Und die Fremdenlegion hat insgesamt nur noch 9k Mann, die Houthis 350k. Die Russen werden die Stellungen der Franzosen über Sattelit einpeilen & die Koordinaten an die Houthis liefern, die mit modernen Lenkwaffen die Franzosen ins Nirwana schicken werden. Der Westen hat fertig im Angesicht des Planeten.

heinrichbrueck

27. September 2026 15:18

@ Laurenz
"Außer Spesen nichts gewesen" ist zu harmlos. Die Spesen waren real. Sie zeigen sich in der Geschichte der afghanischen Drogenökonomie und ihren globalen Folgen. Doch das eigentliche Desaster bestand darin, daß der Westen über zwei Jahrzehnte enorme Ressourcen einsetzte und am Ende ein System hinterließ, das er nie wirklich kontrolliert hatte.
Besonders Europa, Rußland, Iran und Pakistan waren von Heroinabhängigkeit, Überdosierungen, HIV- und Hepatitisinfektionen sowie den damit verbundenen sozialen Belastungen betroffen. Die ökonomischen Gewinne der Produktion und des Handels wurden dabei entlang internationaler Schmuggelrouten verteilt, während ein erheblicher Teil der gesellschaftlichen Folgekosten bei den Konsumgesellschaften verblieb.
Die Söldnermentalität des Westens hatte einen untergeordneten globalen Plan, sichtbar in den Auswirkungen seines Masterplans und seiner fehlenden Kontrolle über die langfristigen Folgen. 

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