150 Jahre Gertrud von le Fort

von Moritz Scholtysik -- Im Frühjahr 1887 steht ein zehnjähriges Kind auf dem kleinen Bahnhof nahe dem Koblenzer Schloß, an der Hand der Mutter, die dort mit anderen Offiziersdamen Aufstellung genommen hat. Der Zug Wilhelms I. fährt langsam über die Rheinbrücke vorüber.

Noch ein­mal, so hat es Ger­trud von le Fort 1965 in ihrem Erin­ne­rungs­buch Hälf­te des Lebens fest­ge­hal­ten, sei­en damals die gro­ßen Gestal­ten des zwei­ten Rei­ches an ihr vor­über­ge­zo­gen. Daß sie hier eine dem Ver­sin­ken ent­ge­gen­ge­hen­de Epo­che vor­über­zie­hen sehen, habe kei­ner von ihnen geahnt. Der neun­zig­jäh­ri­ge Kai­ser kommt von Bad Ems, wo Kron­prinz Fried­rich Wil­helm wegen sei­ner Erkran­kung an Kehl­kopf­krebs behan­delt wur­de. Ihm blieb noch ein Jahr zum Leben. Das Kind, schreibt von le Fort über sich, weint dar­auf­hin jeden Abend in der dama­li­gen Kar­wo­che im Dun­keln über das Lei­den des Thron­fol­gers. In die­ser ein­drück­li­chen Erin­ne­rung fal­len bereits vie­le Moti­ve des Werks der spä­te­ren Schrift­stel­le­rin zusam­men: das Reich, der Glau­be und das stell­ver­tre­ten­de Opfer.

Gebo­ren wird Ger­trud von le Fort am 11. Okto­ber 1876 im ost­west­fä­li­schen Min­den als Toch­ter des preu­ßi­schen Offi­ziers Lothar Frei­herr von le Fort, dem sie ihren Sinn für Geschich­te ver­dankt, und sei­ner Frau Els­beth aus der Ucker­mark, einer Pie­tis­tin, die ihren Kin­dern täg­lich aus den Losun­gen der Brü­der­ge­mein­de vor­liest und so Ger­trud den Glau­ben schenkt.

Väter­li­cher­seits reicht der Stamm­baum zur pie­mon­te­si­schen Fami­lie Lif­for­ti zurück, die im 16. Jahr­hun­dert des refor­mier­ten Bekennt­nis­ses wegen Savoy­en in Rich­tung Genf ver­las­sen hat­te. Von dort aus zog es die Vor­fah­ren durch Euro­pa, sie dien­ten unter Peter dem Gro­ßen und Lud­wig XVI. sowie bei Water­loo in den Rei­hen der Eng­län­der. Pierre Lefort, Ger­truds Urur­groß­va­ter, dien­te eben­falls in Ruß­land und ließ sich danach in Meck­len­burg nieder.

Auch Ger­truds Kind­heit spielt sich nicht nur an einem Ort ab: Die Fami­lie folgt den Gar­ni­so­nen des Vaters von Min­den nach Ber­lin, Koblenz und Hil­des­heim. Wei­te­re Auf­ent­hal­te sind Hal­ber­stadt, Süd­ti­rol, Rom, Paris und zuletzt drei­ßig Jah­re Oberst­dorf – dort stirbt Ger­trud von le Fort hoch­be­tagt am 1. Novem­ber 1971. In Hei­del­berg, Mar­burg und Ber­lin stu­diert Ger­trud ab 1908 evan­ge­li­sche Theo­lo­gie, Geschich­te, Kunst­ge­schich­te, Lite­ra­tur­wis­sen­schaft und Phi­lo­so­phie, aller­dings ohne Abschluß. In die­sen Jah­ren gewinnt sie Ernst Troeltsch als Leh­rer und Freund und unter­hält spä­ter auch Kon­tak­te zu Theo­dor Hae­cker, Carl Muth, Edith Stein, ­Wer­ner Ber­gen­gruen und Rein­hold Schneider.

1920 muß ihr Bru­der Ste­phan nach sei­ner Betei­li­gung am Kapp-Putsch flie­hen, das Fami­li­en­gut Boek an der Müritz wird kurz dar­auf von der Regie­rung beschlag­nahmt. Die Ein­la­dung von Ver­wand­ten in ein kom­for­ta­bles Exil nach Genf schlägt Ger­trud aus.

Auch wenn Ger­trud bereits früh publi­ziert, erlangt sie erst mit dem Gedicht­band Hym­nen an die Kir­che Bekannt­heit, den sie 1924, zwei Jah­re vor ihrer Kon­ver­si­on in Rom zur katho­li­schen Kir­che, ver­öf­fent­licht. Die Hym­nen sind ein Zwie­ge­spräch der ein­zel­nen See­le mit der Kir­che und beschrei­ben zum einen ihren per­sön­li­chen Glau­bens­weg: »Ich bin in das Gesetz dei­nes / Glau­bens gefal­len wie / in ein nacken­des Schwert! / Mit­ten durch mei­nen Ver­stand ging sei­ne Schär­fe, / mit­ten durch die Leuch­te mei­ner Erkenntnis.«

Zum ande­ren beschreibt die Kir­che bild­haft ihre Anwe­sen­heit schon unter den vor­christ­li­chen Hei­den: »Sie­he, in mir knien Völ­ker, die lan­ge dahin sind, und aus mei­ner See­le leuch­ten nach dem Ew’gen vie­le Hei­den! / Ich war heim­lich in den Tem­peln ihrer Göt­ter, ich war dun­kel in den Sprü­chen all ihrer Wei­sen.« Damit schlägt die Kir­che eine Brü­cke, die Ger­trud mit ihrer Kon­ver­si­on selbst bau­en will, da sie die­se als Über­win­dung der Spal­tung und nicht als deren Bekräf­ti­gung versteht.

Der Schmerz und die Tra­gik die­ser Zer­ris­sen­heit, die ja nicht nur die Chris­ten­heit, son­dern auch ihr eige­nes Volk betrifft, kom­men am deut­lichs­ten in einem ihrer Haupt­wer­ke, Die Mag­de­bur­gi­sche Hoch­zeit von 1938, zum Vor­schein: Der jun­ge Pro­tes­tant Wil­li­gis Ahle­mann rei­tet als Unter­händ­ler Mag­de­burgs in das Quar­tier des alten Gene­ra­lis­si­mus Til­ly, der die Trup­pen der Katho­li­schen Liga und der kai­ser­li­chen Armee anführt. Mag­de­burg muß sich ent­schei­den, ob es zur Liga oder zu den pro­tes­tan­ti­schen Schwe­den hält. Til­ly soll in Mag­de­burg die Rück­ga­be katho­li­scher Kir­chen­gü­ter ein­for­dern. Der Feld­herr meint, man kön­ne die Schwe­den gemein­sam aus dem Reich jagen. Ahle­mann ent­geg­net, man kön­ne von Mag­de­burg nicht ver­lan­gen, »ent­we­der das Reich oder den Glau­ben« wäh­len zu müssen.

Til­ly wehrt ab: Ein Glau­be, der sich in die Rebel­li­on trei­ben las­se, sei kein Glau­be. Es kommt zu kei­ner Eini­gung. Am Ende jenes Abends steht der Feld­herr allein vor der Stan­dar­te mit dem Bild der Mut­ter­got­tes, zählt die Kugel­lö­cher in der zer­schos­se­nen Fah­ne und küßt die blaue Sei­de. Er weiß, daß er um den Sturm auf Mag­de­burg nicht mehr her­um­kommt. Die Autorin beschreibt hier den auf­rich­ti­gen Ver­mitt­lungs­ver­such zwei­er red­li­cher Män­ner, die um die Ein­heit des Rei­ches rin­gen, die mit der Glau­bens­spal­tung jedoch zer­bro­chen ist.

Schon 1932 erin­nert sie in den Hym­nen an Deutsch­land ihr Volk an den Auf­trag, Trä­ger des Hei­li­gen Römi­schen Rei­ches zu sein. Denn »Kai­ser­volk der Erde, beru­fen zur Kro­ne / Aller Kro­nen« zu sein bedeu­tet, die »Frie­dens­kro­ne der Völ­ker Chris­ti« zu tra­gen und damit auch, bereit zu sein zu lei­den: »Du Volk des Sie­ges / Und du Volk des Erlie­gens, / Held und Lei­der dei­ner Brü­der: / Wie blüht dir ewig im Schick­sal / Der dunk­le Dorn des Erlösers!«

Ger­trud mahnt, daß die Kro­ne auch eine Dor­nen­kro­ne ist, was in den spä­te­ren kla­gen­den Gedich­ten über die Zer­stö­rung des Krie­ges und die Ver­trei­bung noch­mals deut­lich wird. Die Autorin beweist ein hohes Maß an Mit-Lei­dens­fä­hig­keit mit dem Schick­sal ihres Vol­kes, der gro­ßen Ver­ant­wor­tung der Trä­ger­schaft des Alten Rei­ches nicht gerecht wor­den zu sein. Dies zeigt sich schon in ihrer Kind­heit, als sie sich im Kreuz­gang des Hil­des­hei­mer Domes ein­schlie­ßen läßt, um das Leben der alten Kai­ser zu betrach­ten, deren Bild­nis­se sie in einem Buch aus dem Frank­fur­ter Römer bei sich trägt.

Ihr Zugang zu den gro­ßen geschicht­li­chen Ereig­nis­sen ist also ein sehr per­sön­li­cher und empa­thi­scher, wes­halb sie den Men­schen immer auch in sei­ner sünd­haf­ten Natur zeich­net, mit Ver­wer­fun­gen und Brü­chen in allen Rei­hen. So man­cher ihrer Cha­rak­te­re läßt sich zu dem hin­rei­ßen, was sein Amt am wenigs­ten erlaubt. Die Insti­tu­tio­nen wie Kir­che und Reich ste­hen dabei nicht zur Debat­te. Hei­li­ges geht bei ihr durch fehl­ba­re Hän­de, ohne dadurch weni­ger hei­lig zu werden.

In ihrer Novel­le Die Letz­te am Scha­fott von 1931 tritt die Fehl­bar­keit des Men­schen erneut zuta­ge. In den his­to­ri­schen Rah­men der sech­zehn Kar­me­li­tin­nen von Com­piè­g­ne, die am 17. Juli 1794 in Paris von den Revo­lu­tio­nä­ren durch die Guil­lo­ti­ne hin­ge­rich­tet wer­den, wäh­rend sie das »Veni crea­tor« sin­gen, bet­tet Ger­trud die fik­ti­ve Figur der Blan­che de la Force, die aus Angst vor der Welt in den Kar­mel ein­tritt, aber aus Angst vor dem Mar­ty­ri­um die­sem wie­der ent­flieht. Blan­che sei vor ihr auf­ge­stie­gen als »Ver­kör­pe­rung der Todes­angst einer gan­zen zu Ende gehen­den Epo­che«. Aber ent­schei­dend ist, daß sie ihre Angst schließ­lich über­win­det, um am Ende allei­ne ihren Mit­schwes­tern sin­gend nach­zu­fol­gen, ehe sie von der revo­lu­tio­nä­ren Mas­se erschla­gen wird.

In Blan­che erscheint noch ein wei­te­res, für Ger­truds Werk cha­rak­te­ris­ti­sches Merk­mal, das wir auch in dem zwei­tei­li­gen Roman Das Schweiß­tuch der Vero­ni­ka von 1928 und 1946 fin­den, näm­lich eine Frau­en­ge­stalt, die ihr Hel­den­tum durch völ­li­ge Selbst­hin­ga­be und ‑ent­äu­ße­rung fin­det. Zudem wird auch hier erneut die inne­re Spal­tung des Vol­kes durch den Lei­dens­weg ein­zel­ner Per­so­nen betrach­tet: Die jun­ge katho­li­sche Vero­ni­ka, die in man­cher­lei Hin­sicht der Autorin ähnelt, steht zwi­schen ihrer Groß­mutter, dem »Ide­al der apol­li­nisch-klas­si­schen Huma­ni­tas« (Maria Esch­bach) eines Ste­fan Geor­ges, und dem jun­gen Dich­ter Enzio, dem Ver­tre­ter der dio­ny­si­schen Lebens­phi­lo­so­phie eines Fried­rich Nietz­sches, und geht für die­se bis an den Rand ihres eige­nen Glau­bens­ver­lus­tes. Der Kreuz­weg, für den ein­zel­nen wie für die ­Geschich­te, ist unausweichlich.

1966 schreibt Carl Zuck­may­er zum 90. Geburts­tag von Ger­trud von le Fort, sie erzäh­le »von mensch­li­cher Ver­stri­ckung und den laby­rin­thi­schen Wegen der See­le, sie dringt bis in die Tie­fen­schäch­te der Schuld und des Lei­dens, sie schenkt kei­ne leich­te Erlö­sung und kei­nen bil­li­gen Trost – der Him­mel, um den sie weiß, erscheint nicht in sanf­ter Ver­klä­rung, die Gna­de, die sie ruft, ergibt sich nur dem Schmerz­be­rei­ten, die hohen Mäch­te, die sie beschwört, sind von stren­ger, for­dern­der Gewalt. Und doch hebt sich aus jedem ihrer Dicht­wer­ke, den episch gefes­sel­ten und den hym­nisch gelös­ten, die fro­he Bot­schaft, das Evan­ge­li­um der Überwindung.«

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Kommentare (60)

das kapital

12. Oktober 2026 11:26

Die frohe Botschaft, das Evangelium der Überwindung. Klingt gut, doch das katholische Gemetzel von Magdeburg wird so nicht schöner. /// Ihr habt bemerkenswert lange geschwiegen. Wegen Buchmesse?

Maiordomus

12. Oktober 2026 11:40

Bei der Todesnachricht von Gertrud von le Fort machte ich im Deutschen Seminar meiner Universität auf den Tod dieser alten Dame der dt. Literatur aufmerksam, die damals, als die 68er ihre hohe Zeit hatten, bereits nachdrücklich zur Vergessenheit verurteilt war. Selber war ich noch über "Die Letzte am Schafott" und den "Traum des Pilatus", letzteres eine meisterhafte Novelle an Abitus geprüft worden, nicht zuletzt aber geprägt durch ihr Buch "Die ewige Frau" mit den Typologien "virgo sponsa mater", was damals bereits als zu stark "männerbezogen" galt. Bemerkenswert noch der Satz der le Fort: "Wenn der Mann fällt, dann fällt der Mann; wenn aber die Frau fällt, dann fällt ein ganzes Volk".

Mitleser2

12. Oktober 2026 19:50

1887. Diese Zeit wird heute völlig diffamiert. Auch leider hier wegen "preußischer Junker" von gewissen Teilnehmern. Dabei war es für viele die beste Zeit Deutschlands bis 1914 und dann erst wieder nach 1950. Man muss nur historische Bilder aus Bayern vom Oktoberfest anschauen. Pure Lebensfreude. Bayern war da eh ein guter, fast liberaler Staat unter Prinzregent Luitpold. Und 1/3 der Nobelpreise für Deutschland. Die Unfähigkeit von Wilhelm II ist was anderes. Und Versailles erzeugte dann Hitler. 

das kapital

13. Oktober 2026 10:15

@Mitleser 2 "Und Versailles erzeugte dann Hitler." Hat dann also Wilhelm II den Krieg und Versailles erzeugt? Gab es keinen Ausgleich zwischen Deutschland und Frankreich? /// Von 1925 bis 1929 blieb Aristide Briand in 14 aufeinander folgenden Regierungen Außenminister und setzte sich für Abrüstung, die Annäherung an Deutschland und internationale Zusammenarbeit ein. 1925 war er der Chefarchitekt der Verträge von Locarno. 1926 bekam er dafür zusammen mit dem deutschen Außenminister Gustav Stresemann den Friedensnobelpreis. /// Es war nicht Versailles alleine, sondern es gab ein reeles Bemühen um Ausgleich mit dem "Erbfeind". Und reichlich Haßprediger auf der deutschen Seite, die Millionen von Toten produziert haben, ein Drittel der Landesfläche verloren, mehr als 10 Millionen Vertriebene. Nationale / nationalistische Versager eben. Heißt ja wahrhaftig nicht, dass man nationale Interessen aufgeben oder schmähen soll. Ganz im Gegenteil, da ist Wertschätzung gefragt. Nicht Versailles sondern Deutschland hat die nationalistischen Großversager erzeugt. /// Berlin lag mal mitten in Deutschland. Auf halbem Wege zwischen Königsberg in Ostpreußen und Aachen. So wird es nie wieder sein dank dank der "Helden", die hier herangezüchtet worden sind.

Dietrichs Bern

13. Oktober 2026 10:55

Ich gebe zu, dass mir diese Sicht auf Glauben verschlossen ist. Wo soll da die frohe Botschaft sein? 

dojon86

13. Oktober 2026 12:26

@Mitleser2 Deutschland hatte sein Fenster zur Einigung mit Magdeburg verpasst. Le Fort war sich dessen ziemlich sicher bewußt und schrieb genau deswegen ihren Roman "Die magdeburgische Hochzeit". Nach dem westfälischen Frieden war das Reich nur noch eine leere Hülle. Die teilweise Einigung 1866-70 (teilweise weil viele Deutsche draußen blieben) kam zu spät, um bei der Verteilung der Welt, die im wesentlichen zwischen 1500 und dem Ende des siebenjährigen Krieges stattfand, ein Mitspieler zu sein. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Wilhelm der II hatte sicher seine Fehler. Sein größter, er redete gern und oft unbedacht. Aber er war nicht allein das Problem. Deutschland hätte einen gleichzeitig genialen und vorsichtigen  Staatsmann wie Bismarck gebraucht, der die schlechte geopolitische Lage Deutschlands klar erkannte und darum nicht noch eine weitere Front in den Kolonien wollte weswegen er gegen deren Erwerb war. Die im Krieg abseits der U-Boote nutzlose Kriegsflotte (das Steckenpferd des Kaisers) und die Kolonien erwiesen sich als jene Fehlinvestitionen, die uns den Krieg mit England brachten. Aber ob Bismarck gegen den Zeitgeist etwas ausrichten hätte können. Die abenteuerlustige deutsche bürgerliche Jugend blickte in die Ferne und voll Neid auf ihre Altersgenossen in Frankreich und Großbritannien, die scheinbar Welten eroberten. (Scheinbar, weil diese Eroberungen nicht lange hielten) Zuletzt war der einzige Verbündete die sterbende Habsburgermonarchie.

Monika

13. Oktober 2026 14:21

Pünktlich zum Jahrestag legt der Echter Verlag die "Hymnen an die Kirche" neu auf. https://philosophia-perennis.com/2026/09/17/die-kirche-ist-keine-echokammer-des-ich-gertrud-von-le-forts-hymnen-an-die-kirche-neu-entdeckt/
Ich bin mit den Büchern von Gertrud von le Fort  früh bekannt geworden. Sie standen in unserer Pfarrbibliothek. Heute schwanke ich bei der Lektüre mit der Bewertung zwischen "kritikloser Verklärung" und religiöser Herausforderung. Das gilt gerade auch für die "Ewige Frau". Ich bin aber der festen Überzeugung, daß unser heutiges liberales Frauenbild in einigen Jahren im Rückblick genauso wunderlich erscheinen wird. Das muß die Jugend dann beurteilen. 

Beta Jas

13. Oktober 2026 17:35

@Maiordomus
Das soll schon Schiller gesagt haben oder es wird ihm zugeschrieben, dass er geschrieben haben soll: "Es mögen Männer Welten bauen, / es steht und fällt ein Volk mit seinen Frauen."
Was glauben Sie, warum sich seit den späten 60er-Jahren alles um "die Frauen" dreht? Ich weiß nicht, was le Fort dazu zu ihrer Zeit schrieb – kenne nur die "Hymnen an Deutschland" von 1932. Diese waren christlich-patriotisch, sie sah die Deutschen als ein Volk von großer Bedeutung für Europa.
Dass sie kinderlos blieb, verdeutlicht aber eine gesellschaftliche Entwicklung, die damals schon in bestimmten Kreisen als Krankheit des Geistes verbreitet war, erst recht in denen vermögender Familien (Rittergut Boek), wie ihrer, wo es sich Töchter wie sie überhaupt leisten konnten, einen solchen saturierten Lebenslauf zu führen und als Schriftstellerin ihre Gedanken zu verbreiten.

Mitleser2

14. Oktober 2026 11:06

@das kapital: Ich sehe nicht, dass die Verträge von Locarno irgendwas an den Ergebnissen von Versailles geändert haben. z.B. kam damit die Anerkennung der Entmilitarisierung des Rheinlands. Und die Aufnahme in den Vökerbund, was half das denn?
Außerdem war das gar nicht mein Input. Mir ging es um die reale Lebenswirklichkeit in der Zeit bis 1914. Und die unglaublichen Fortschritte in Physik, Chemie und Ingenieurwesen. Röntgen, Haber-Bosch-Verfahren, um nur zwei zu nennen.

Majestyk

14. Oktober 2026 12:11

Eigentlich bin ich ja immer jemand, der auf eigene Fehler hinweist und zu Selbstkritik anregt. Aber auch ohne Kolonien oder Flotte hätte England kein zu starkes Deutschland in der Mitte Europas gewollt, welches England produktiv längst abgehängt hatte. Frankreich wollte Elsaß und Lothringen zurück und Rußland wollte zu den Dardanellen. Den Krieg allein den Deutschen in die Schuhe schieben zu wollen ignoriert die Interessen der Gegner. Gilt in abgewandelter Form übrigens auch für die Fortsetzung. Wenn ich eine heute beliebte Argumentation aufs Gestern übertrage. Was Deutschland im Osten korrigieren wollte, ging England und Frankreich nichts an. Der Totalitarismus des Regimes ist eine andere Geschichte und eben nicht Kriegsgrund.

Majestyk

14. Oktober 2026 12:30

@ Beta Jas:
"Dass sie kinderlos blieb, verdeutlicht aber eine gesellschaftliche Entwicklung"
Ich höre oder lese oft, diese oder jene Frau habe für Kinder ihre Karriere geopfert. Was ich noch nie gehört oder gelesen habe, daß diese oder jene Frau für ihre Karriere die Mutterschaft geopfert hat. 

Le Chasseur

14. Oktober 2026 13:46

@dojon86
"Die im Krieg abseits der U-Boote nutzlose Kriegsflotte (...) und die Kolonien erwiesen sich als jene Fehlinvestitionen, die uns den Krieg mit England brachten."
Manche sehen auch den Bau der Bagdadbahn als wichtigen Kriegsgrund:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bagdadbahn#Politische_Folgen
https://de.wikipedia.org/wiki/Bagdadbahn#Erster_Weltkrieg
Deutschland hätte einen Krieg gegen sich vermutlich nur vermeiden können, wenn es sich entschlossen hätte, ein Agrarstaat zu bleiben. 
 

Gimli

14. Oktober 2026 16:26

@majestyk 
"Was ich noch nie gehört oder gelesen habe, daß diese oder jene Frau für ihre Karriere die Mutterschaft geopfert hat."
Das ist fein beobachtet. Daraus könnte man einen feinen Feuilleton-Artikel machen.

dojon86

14. Oktober 2026 16:35

Ich habe die Bücher von Gertrude Le Fort nie gelesen. Ja ich kannte sie nicht einmal. Auf die Frage wer das war, hätte ich wahrscheinlich eine falsche Vermutung abgegeben.  Zumindest bezüglich der "Magdeburgischen Hochzeit" werde ich das nachholen. Aus dem wenigen was ich durch den Beitrag erfahren habe, vermute ich einmal, eine aus romantischen Gründen zur katholischen Kirche konvertierte Protestantin. Derlei Gefühle sind mir nicht fremd aber es bleiben Gefühle. Unsere Probleme sind andere und weitaus dringlichere. Im übrigen, Intellektuelle die zum Katholizismus überliefen, gab es in der Zwischenkriegszeit einige und nicht nur in Deutschland. Sogar diesbezügliche Nachzügler wie Ernst Jünger kurz vor seinem Tod.

dojon86

14. Oktober 2026 17:15

@Le Chasseur Es hätte allerdings auch einen der beiden verlorenen Kriege wenn auch mit insgesamt schlechteren Chancen gewinnen können. Man kann zweimal auf rot setzen und beide Male verlieren. Sei es wie es sei. Vergangene Entscheidungen zu analysieren kann nützlich sein, über sie zu jammern bringt nichts.

das kapital

15. Oktober 2026 06:07

@Majestyk Der erste Weltkrieg war doch ein österreiches Projekt, oder? Der zweite in gewisser Weise auch. Nun, da muss man schon an "Großdeutschland" glauben, um es für ein rein deutsches Projekt zu halten. /// Bismarck gilt nach wie vor. Deutschland muss seine Einkreisung durch die (anderen) Großmächte verhindern. Zu dessen Zeit waren das eben Frankreich England Russland und Österreich. Heute ist von den Großmächten noch Russland übrig geblieben. Die USA haben England ersetzt und China ist neu hinzugekommen. Ob Indien sich zu einer Großmacht entwickeln will und kann ist noch offen. /// Wir haben jetzt Amis, die versuchen, sich mit Russland zu verbünden, die Nordstream Pipeline aufzukaufen, Westeuropa auszuschalten ("Fuck the EU") , der ach so großartigen Ukraine die Verteidigungsmöglichkeiten via Starlink abzuklemmen, nachdem man sie in den Krieg gehetzt und Waffenstillstand verhindert hat. ///  Wer sich diese Art von Vorgehen näher betrachtet, kann durchaus Rückschlüsse auf die geopolitischen Strategien vor dem ersten und zweiten Weltkrieg ziehen. Die Äußerung eines US Militärs wurde mal öffentlich, wie großartig es sei, dass der Krieg nur ukrainische und russisches Opfer fordere, und kein einziger amerikanischer Soldat für diese Art der Geopolitik sterben müsse. Die Amis schauen immer zu, wie sich die Europäer gegenseitig niedermetzeln und ausbluten. Danach treten sie auf den Plan und erledigen den Rest.

RMH

15. Oktober 2026 08:09

Thema Ehe- und Kinerlosgkeit und Katholizismus:
Ich habe, obwohl evangelisch, meine katholische Frau katholisch geheiratet. Einen Priester aus der Herz-Jesu-Sozialisten-Fraktion in der Bekanntschaft zu haben (Gott hab ihn selig, er ist schon einige Zeit jetzt verstorben), kann auch seine Vorteile haben. Im obligatorischen Ehe-Vorbereitungs-Seminar sagte er zu mir: Sie wissen schon, katholisch ist die Liebe zum Leben und die Weitergabe dieser Liebe durch das sich schenken von Kindern. Dass die Kinder dann katholisch zu taufen sind, war ohnehin stillschweigende Grundbedingung für das ganze. Was ich daraus gelernt habe: Außerhalb von ordinierten & /oder durch andere Weihen zölibatär Lebenden, ist ein zentraler Punkt praktischen Kaltholizismus das Leben in Familie mit Kindern (so "Gott sie einem schenkt", also biologisch möglich). Ich beobachte bei nicht ordninierten kinderlosen Katholiken eine klare Tendenz, sich einen Wolken-Kuckucksheim, idealisierten Katholiszimus imaginär zu basteln, weil eben die praktische Alltagsumsetzung durch ein Familienleben fehlt. So auch bei einem Freund, der nur in katholischen Gegenden leben will, das katholische für einen idealen Lebensraum hält, selber aber die Frau, die er hätte heiraten können & mit der er Kinder hätte haben können, mit seiner Exzentrik vergrault hat. Jetzt schwadronniert er regelmäßig lautstark über katholisch versus protestantisch, ohne je den Punkt der Praxis getroffen zu haben. @Beta Jas hat dazu passendes auch für G.v.l.F geschrieben.

Le Chasseur

15. Oktober 2026 10:03

@dojon86
"Es hätte allerdings auch einen der beiden verlorenen Kriege wenn auch mit insgesamt schlechteren Chancen gewinnen können."
Wenn 1914 der Schlieffen-Plan funktioniert hätte, und sich Deutschland nach einer gelungenen Besetzung Frankreichs ganz, ganz klug verhalten hätte (keine Demütigung des Gegners, keine überzogenen Reparationsforderungen usw), dann hätte Deutschland den Krieg vielleicht gewinnen können.
Was den 2. Weltkrieg angeht, da glaube ich nicht, dass jemals die Chance bestand, dass Deutschland aus diesem Konflikt als Sieger hervorgeht.

Laurenz

15. Oktober 2026 17:11

Da hier meine Kritik verachtet wird, stelle ich Ihnen, Herr Scholtysik & der Redaktion, bei diesem Thema, Frau von le Fort, die entscheidende, ja fundamentale Frage, wollen Sie lieber von Bismarck oder vom Papst regiert werden? Für mich genügen im Sinne der Deutschen Revolution & der Deutschen Romantik beide nicht, aber nichtdestotrotz bleibt die Frage fundamental & eine Gemengelage, wie im I. Reich, ist für Rechte nicht akzeptabel.

Gracchus

15. Oktober 2026 17:41

Über die literarische Qualität der Dame bin ich unschlüssig. Da Sie @Monika hier die einzige sind, die sie gelesen haben, wären weitere Anmerkungen hilfreich.
Mein Vorurteil (mehr ist es nicht; oft stimmen sie nicht, aber irgendwie muss seine Lektüre auswählen) geht in Richtung @RMH - es klingt so dramatisch überhöht. 

Mitleser2

15. Oktober 2026 20:33

@Laurenz: Sie verachten das Kaiserreich. Ich nicht. Abgesehen von der Person. Man kann das aber trennen. Ich bin Bayer und damit fast automatisch Monarchist der südlichen Art. Heute bräuchte man eine Alpenrepublik aus Bayern, Schweiz, Österreich. Gerne auch Slowenien. Preussen sagt mir wenig. 

Laurenz

15. Oktober 2026 22:54

@Gracchus & RMH ... hier liegt der Hund begraben. Hatte das natürlich in meiner Fundamentalkritik an dem Artikel, wie immer drastisch ausgedrückt. Das ist auch notwendig, weil es sonst keine Aufmerksamkeit für die wesentlichen Fragen gibt. Was hat von le Fort für das Vaterland geleistet? Meine 4 Urgroßmütter aus dieser Generation alle mehr, denn alle hatten Kinder. Von le Fort war ab 1950 Herausgeber eines Mediums, und? Der katholische Autor verschweigt uns auch den fundamentalen Widerspruch von Troeltsch zur restlichen katholischen Korrespondenten-Bagage von le Forts, die sich politisch natürlich am Zentrum orientierte, als Reichsfeinde artikulierte. ... @Le Chasseur, Dojon86, Das Kapital, Majestyk, Mitleser2 ... Ihre kleinkarierte Debatte über das Scheitern Deutschlands zeigt das fundamentale Deutsche Problem. Sie alle sind mental nie über Willi II hinausgekommen, (außer @Das Kapital mit einem blauen Auge,) übrigens, wie das gesamte Deutschland nicht. So ist das eben, wenn man den geostrategischen Vernichtungswillen anderer intellektuell übersieht & man 2 fremd generierte Weltkriege verliert. Die Magdeburgisierung verdeutlichte nur den Trend zur zumindest politischen Säkularisierung, den andere schon hinter sich hatten. Eine nutzlos konstruierte oder auch keine Flotte, ein paar teure Kolonien oder keine, hatten 0 Einfluß auf den Vernichtungswillen Anglo-Amerikas. Das ist aber kein Artikel für diese Debatte.

das kapital

16. Oktober 2026 05:29

@Laurenz Es scheint, dass der eine oder andere (zu scharfe?) Post von Ihrer Seite nicht durchgekommen ist. / Bismarck oder der Papst ist ja im 19. Jahrhundert transmontan wunderbar diskutiert worden. Die eigentliche Frage war aber doch wohl hin zum 1.Weltkrieg: Bismarck oder ein Kaiser, der es vergurkt? Da ziehe ich selbstverständlich Bismarck vor. /// Im Übrigen: der Papst hat keine Truppen (mehr) Die Schweizergarde ist eher Folklore. Als Leibwache taugt sie, im Übrigen aber nicht. /// Das Christentum steht für politische Verfolgung bis auf den Tod. Erst waren die Christen die Gekreuzigten, dann haben sie selbst die Scheiter-haufen für andere aufgeschichtet und diese bei lebendigem Leibe verbrannt.Die Geschichte des Christentums ist auch eine Geschichte der Sündhaftigkeit und des massiven Machtmissbrauchs. Dennoch ist dort Kultur und spirituelle Substanz. /// Wo wäre Adenauer ohne Katholizismus ? Der wurde im Kloster versteckt und hat nur durch katholische Unterstützer das Dritte Reich überlebt. Unser Gemeinwesen gründet auf 2 Jahrtausenden Christentum. Im Guten wie im Schlechten.

Le Chasseur

16. Oktober 2026 09:05

@das kapital
"Bismarck oder ein Kaiser, der es vergurkt? Da ziehe ich selbstverständlich Bismarck vor."
Als Bismarck 1890 von Bord ging, war er bereits 75. 1898 ist er dann gestorben. Und wie gesagt: Deutschland hätte den 1. Weltkrieg vermutlich nur durch totale Unterwerfung verhindern können. Glauben Sie, dass Bismarck das getan hätte?
 

Monika

16. Oktober 2026 09:14

@Gracchus ; weitere Anmerkungen: 1. Hermann Hesse hat Gertrud von le Fort 1950 immerhin für den Nobelpreis vorgeschlagen. 2. In der Novelle  "Die letze am Schafott" , die sich auf das historische Ereignis der Hinrichtung der 16 Karmelitinnen von Compiègne 1794 bezieht , liest man: "Frankreich wird nicht gerettet werden durch den Eifer seiner Politiker , sondern durch Gebete und Opfer seiner Opferseelen: Heute ist die große Stunde des Karmel." Eine solche Sicht der Dinge ist dem westlichen Menschen fremd. Auch den eifrigen rechten Politikern . Zuletzt liest man über diese Opferseelen in Martin Mosebachs Buch über die Enthauptung der 21 koptischen Märtyrer in Libyen. In Deutschland ist ein solches Christentum undenkbar, denn hier genügt (noch) Haltung" und es braucht keine Märtyrer. In Frankreich haben immerhin 80.000 junge Katholiken im September in der Jugendvigil in szenischen Darstellungen ihrer Nationalheiligen gedacht. Die 16 Karmelitinnen wurden diesmal zwar nicht erwähnt, aber immerhin 2024 von Franziskus heilig gesprochen. Die Erinnerung an Gertrud von Le Fort in der Sezession hat mich überrascht. Weder positiv noch unangenehm. Einfach nur überrascht.

Monika

16. Oktober 2026 09:31

#Gracchus Wesentlich ist sicher auch das Glaubensverständnis von Gertrud von Le Fort, das sich durch all ihre Bücher zieht. Es ist die Glaubenserfahrung eines Kindes , das "durch alle Stockwerke des Seins gesunken ist bis auf den Grund der Dinge, welcher ein ewiger Grund ist, weil er ein göttlicher ist." Darin liegt eine unendliche Hoffnung : "Das Menschliche allein genügt nicht, auch nicht das "schöne Menschliche", für das wir uns einst miteinander begeisterten-vor der Revolution." ( in: Die  Letzte am Schafott) . Soweit sind wir heute nicht. Wie gesagt: Mich überrascht die Erinnerung an le Fort in Sezession. Überraschen würde es mich allerdings nicht, wenn etwa Götz Kubitschek sich als Eremit in eine Klause zurückziehen würde, ganz ähnlich Nikolaus von Flüe. Seine große Familie verlassen, natürlich in der Nähe bleibend. Anmerkung: Dies ist nur eine Fiktion, gerade auch nach der Lektüre des Romans "Yesteryear". Wer weiß? 

das kapital

16. Oktober 2026 10:18

@Laurenz II /22:54/ Wer die Welt beherrschen will, muss auch Deutschland und  die Ukraine beherrschen. /// Deshalb wurde ja auch Deutschland geteilt und wird die Ukraine geteilt. Weil die externen Großmächte gleich stark waren. /// Als dann die UdSSR weltmachtpolitisch am Schwächeln war, wurde ganz Deutschland us-amerikanische Kolonie und wurde überhaupt nicht mehr zur Verteidigung der us-amerikanischen Herrschaft gebraucht. So werden wir also beliebig weggesprengt, gelähmt, blockiert und ausgeplündert. Wer aufhört zu herrschen, der wird beherrscht. ///  Umgekehrt aber auch: wer nicht beherrscht werden will, der m u s s andere beherrschen. Der muss aus einer echten Demokratie "unsere" Demokratie machen und das Volk dauerhaft beherrschen, egal mit welchen Methoden. Selbst wenn er damit im Wesentlichen nur das Geschäft der Kolonialherren betreibt, wie Merz und von der Leyen. /// Für mich ist das System am 7. Februar 2022 gekippt. Biden erklärt Scholz sinngemäß : wir werden Nordstream vernichten. Damit vernichten wir die deutsche Industrie , eure Wirtschaft, euren Wohlstand endgültig. Scholz steht daneben und grinst blöd. Nix "Mr. President, if you touch Nordstream, we´ll touch you!" Für mich ist das Landesverrat.

Laurenz

16. Oktober 2026 10:18

@Mitleser2 @L. ... "Sie verachten das Kaiserreich" ... Nicht per se historisch. Staatspolitisch schon, wobei es in der Berliner Ex-Republik seit 30 Jahren kaum einen politischen Wettbewerb gab, den man in einer sogenannten Demokratie erwarten darf. Vielleicht ändert sich das aber gerade. Gerade hier, unter der aktuellen SiN-Ägide sollten wir es in Betracht ziehen, verkürzt ins Detail zu gehen. Was hätten wir sonst der Linken voraus? Haltung? lol? Ich lese seit 10 Jahren kaum noch Bücher, hatte Krah gelesen, hätte mich aber besser für Sellner entschieden. Wegen der früher vielen Reichs-Debatten auf der SiN las ich vor ein paar Jahren Hans-Ulrich Wehlers Buch über das II. Reich. Das war tatsächlich ein Augenöffner. Könnte quasi einen Artikel darüber schreiben, was gut am II. Reich & was beschissen war. Bei einer privilegierten, wie auch degenerierten Adelskaste programmiert man automatisch ein schlechteres Leistungsbild (Performance), das ist mit Frauen-Quoten auch nicht anders. ZB die SKL war im I. & II. Weltkrieg unter aller Sau. Der Münchner Gastwirtssohn, Franz von Hipper, war, als Bürgerlicher, der einäugige König unter den blinden Versagern der Marine. Die Deutsche Wissenschaft, die Deutsche Finanz, die Deutsche Industrie des II. Reichs waren trotz des II. Reichs 1A & nicht weil. Deutsche Geopolitik war fundamental naiv, idiotisch einfältig, zumindest nachdem Bismarck entfernt wurde.

Monika

16. Oktober 2026 10:29

An die Herren und Incels der Runde: Besonders schwülstig mutet heute das Buch: "Der Kranz der Engel" an, der zweite Teil von "Das Schweißtuch der Veronika" . Thema: Eine schöne gläubige Katholikin verliebt sich in Enzio, einen Gegner des Christentums. Sie hält an ihrer Liebe und an der Religion fest und wird darüber krank. Veronika bleibt standhaft, selbst als Enzio sie körperlich herrisch begehrt. Erst als sie sterbenskrank daniederliegt, wird Enzio geläutert. Nun, das kommt uns heute komisch vor. Aber: Beschreibt das "Herrengedeck" von Volker Zierke nicht ein ähnliches Dilemma, wenn auch in drastischer Sprache. Ein rechter ungehobelter Typ sucht in einer christlichen Frau letztlich seinen Halt. Also gibt es doch so was wie die "ewige Frau" ? Haha 😂 Und wer nicht diese edle und verklärte Frau und zukünftige Mutter seiner Kinder findet, wird zu einem bösen Incel und lästert über kinder- und ehelose Frauen ab. Das waren früher die ältlichen Fräuleins und Schriftstellerinnen.Letztendlich also nichts Neues unter der Sonne im rechten Geschlechterkrieg. Lustig und Gähn.🥱 

das kapital

16. Oktober 2026 10:35

@ Laurenz Teile der Debatte scheinen Ihren großkarierten Vorstellungen nicht zu entsprechen. Wahrscheinlich haben aber die meisten hier Freude daran, sich auch unterhalb des Leuchtturmniveaus auszutauschen. Im Vergleich zu anderen Foren geht es hier doch schon recht anspruchsvoll zu. Dafür Danke an die Redaktion und alle, die mitdiskutieren. /// Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von hier. Johannes 18:36.Frau Le Fort darf doch gerne in dieses geistige Reich eintauchen, auch als Kinderlose. "Meine Großmütter und Urgroßmütter haben mehr für die Menschheit geleistet, als eine kinderlose katholische Wundergläubige" ist wohlmöglich etwas zu egozentrisch und zu wenig dem Geiste zugewandt. /// Auch bei Monarchen gibt es so ne welche und so ne welche. Ludwig II steht für Neuschwanstein BASF und die Förderung des Demokraten Richard Wagner. Willi II steht für ein 1871 zu spät gekommenes Reich, dass sich selbst überschätzt hat und so einiges Elend in die Welt gebracht hat. Wenn der Kuchen schon verteilt ist, kannst Du nicht mehr Weltmacht werden. Mit Demokratie ab 1849 könnten wir in einem schöneren und besseren Deutschland leben.

Laurenz

16. Oktober 2026 10:37

@Mitleser2 @L. ... Gesellschaftliche Privilegierung bedeutet immer eine Art informeller Sozialismus. Auch die USA sind seit über 100 Jahren, aber im besonderen seit 1971 (Nixon) auch ein Opfer der Oligarchen geworden. Der gesamte militärische- oder Luft- & Raumfahrt-Komplex hat die USA, informell sozialistisch, ruiniert. Das Geld der Steuerzahler & die Staatsschulden der Steuerzahler von über 40 Bio. $ sind nicht weg. Das Geld hat nur wer anders. Durch diese Privilegierung gab es in der Summe hunderte falscher Entscheidungen, vor allem teure Kriege & Inflation. Aber die Amis hätten zumindest die theoretische Chance bessere Politik zu wählen, der Deutsche Wähler im II. Reich nicht wirklich. ... @Das Kapital @L. ... wir beide haben nur wenige Meinungsverschiedenheiten, was orientalische Religionen angeht. Diese Religionen sind alle linksextrem, zumindest wenn man die Schrift liest. & die Kurie ist nichts anderes als ein Politbüro, so wie es Jesus dem Simon Petrus versprochen hat. Klöster sind historisch wie Kolchosen organisiert. Für mich ist aber die fundamentale Reichsdebatte verfehlt. Was man aber unter diesem Scholtysik-Artikel diskutieren müßte, wenn man meint, den publizieren zu müssen, ist die politische Haltung von von le Fort & Konsorten. Wann & warum war die denn Deutsch & wann nicht? Das hat hier aber k/einer recherchiert.

Valjean72

16. Oktober 2026 12:42

das kapital: "Deutschland muss seine Einkreisung durch die (anderen) Großmächte verhindern. Zu dessen Zeit waren das eben Frankreich England Russland und Österreich"
---
Bei allem Respekt, aber Sie machen auf mich hier einen etwas verwirrten Eindruck. Österreich als Teil einer Deutschland einkreisenden Grossmachtkoalition zu begreifen, also darauf muss man erst einmal kommen.
 
Also Napoleon III. 1859 Kaiser Franz Joseph I. zu einem anti-preussischen Bündnis gewinnen und zudem dessen Akzeptanz der französischen Ansprüche auf das Rheinland haben wollte, entgegnete dieser im lapidar und vielsagend:
 
„Sire, ich bin ein deutscher Fürst!“  (s. hier)
 
Streichen Sie Österreich aus Ihrer Auflistung und Sie kommen der historischen Wahrheit näher. E, F & RUS hatten sich vor dem 1. WK darauf geinigt, das deutsche Mitteleuropa mit Krieg zu überziehen, um es zu zerschlagen.
 
Und das hatte wenig bis nichts mit einer vermeintlichen Unfähigkeit Wilhelm II. zu tun. Diese ist vielmehr Ausfluss einer gegen Deutschland gerichteten Geschichtsschreibung ...
 

Maiordomus

16. Oktober 2026 14:01

@Beta Jas. Kinderlosigkeit war zu Zeiten von Gertrud von Le Fort etwas ganz anderes als heute, weil damals zu viele Kinder noch das Problem war und beispielsweise in vielen Kantonen der Schweiz zum Beispiel Lehrerinnen, wenn sie heirateten, ihren Job aufgeben mussten, so wie überhaupt grosse Schriftstellerinnen , siehe die Droste, gegenüber der mir die Bachmann mit ihren vielen prominenten Bettgenossen verzwergt vorkommt, für die Kinderlosigkeit letztlich eine Bedingungen ihres Schaffens gehörte wie noch viele andere. In der kath. Kirche war die kinderlose Frau auch jenseits von Nonnendasein ähnlich Witwen durch einen speziellen Stand ausgezeichnet, konnte sich sogar zur Jungfrau weihen lassen, was neulich sogar wieder von "eher emanzipierten" praktiziert wird. Auch der Stand der Beginen, nicht mit Nonnen zu verwechseln, war eine Sinngebung des Ledigseins mit gewissen Freiheiten und Selbständigkeit. Leider kam es via Reformation so weit, dass nur eine verheiratete Frau wenn möglich als Mutter, als vollentfaltete Frau galt. Selber kannte ich noch Gertruds Gefährtin Eleonore von la Chevallerie, eine der noch wenigen Lutheranerinnen mit seit Reformationszeit kirchlich anerkanntem ledigem Status als "Fräulein" adligen Standes.    
 
 

Maiordomus

16. Oktober 2026 14:17

@RMH. In meiner Jugend orientierte ich mich noch nach einem katholischen Ethikbuch eines Benediktiners, der die Zivilehe für einen staatlichen Übergriff hielt, wiewohl noch die kath. Landeskirchen der Schweiz staatskirchlich vereinbart hatten, keine kirchliche Ehe zusammenzugeben ohne vorhergehende Zivilehe. Eine echte Schikane, mein ursprüngliches Hauptargument für konsequente Trennung von Kirche und Staat. Dabei war aber die sog. Mischehe erst recht eine rechtliche Zumutung. Zu germanischen Zeiten, als noch alemannische Recht galt, wurde selbst in St. Gallen, siehe Dokumente des Klosters, indes nicht beim Priester, sondern beim Brautvater geheiratet, dem Ablöse bezahlt werden musste, doch konnte die Braut nach einem Jahr wieder zurückgegeben werden /"Währschaft"/, wenn sie nicht schwanger wurde. Mit der Zeit wurden die Ansprüche immer grösser. Heute würde ich einen privatrechtlichen Vertrag als das einzig Richtige ansehen. Hoffe, dass der Irrtum der Homo- und sonstigen Binär-Ehe langfristig zum Verschwinden der im Prinzip veralteten öffentlichrechtlichen Ehe führt. Hingegen wären jenseits der Ehe Elternrechte zu legiferieren noch über den heutigen Status hinaus.          

Maiordomus

16. Oktober 2026 14:30

@Laurenz. Lieber von Bismarck oder vom Papst regiert werden? Hier müssen Sie sich in die damalige Zeit versetzen. Einer der grössten Gelehrten und Humanisten Deutschlands, der Karl Marx der Homosexuellen, jetzt begraben in Aquila, wo viele an sein Grab pilgern, entschied sich nach dem berüchtigten § 143 des preussischen Strafgesetzbuches für den Kirchenstaat, wo Homosexuelle nur in die Hölle, aber nicht ins Gefängnis kamen, auch weil es sonst zu vielen Ärger mit einschlägigen Geistlichen gegeben hätte. Würde Deutschland vom Papst regiert, wären wir auf jeden Fall eher durch Anarchie als durch Bürokratie gefährdet, so wie es übrigens in Spanien Anarchisten gab, welche die Inquisition der Polizei vorgezogen haben nach dem Motto. zitiere unvollkommen aus dem Gedächtnis: "Muerto Policia - viva la Santa Inquisicion!" Letztere konnte einen in Glaubenssachen schikanieren, machte aber bei weitem nicht den Vorschriftenaufwand eines modernen Staates und Ehebruch wurde mehr und konsequenter bestraft als Homosexualität und Hurerei, für die galt: "toleranda tamquam cloaca", also diskret handhaben, so wie ein Scheisshaus ein Randdasein fristen soll.       

Monika

16. Oktober 2026 14:37

@ Majestyk, "was ich noch nie gehört oder gelesen habe, daß diese oder jene Frau für ihre Karriere die Mutterschaft geopfert hat." Dann sind Sie entweder zu jung oder nicht in christlicher Umgebung aufgewachsen. Mir ist das Phänomen aus meiner Kindheit in den Sechzigerjahren durchaus bekannt. Lehrerinnen oder Kindergärtnerinnen blieben freiwillig ledig, weil sie sich  frei um die Kinder anderer Leute kümmern wollten, ohne selbst mit einer Familie belastet zu sein. Aber das nannte man nicht "Karriere". Es war eine Pflicht. Eine Selbstverpflichtung. Diese Frauen wurden mit Fräulein angesprochen und bestanden auch darauf. Eine Kindergartenleiterin  meines Sohnes, ein solches Fräulein, liebevoll Tante Rosi genannt, gestand mir mal, gerne selbst eine Familie gehabt zu haben. Auch die Ärztin meiner Kindheit war ein Fräulein, ein Fräulein Doktor. Christin, immer da für ihre Patienten. In ihrem Wartezimmer lagen keine Boulevardblätter rum, sondern Christl. Schriften und ich glaube,  Westermanns Monatshefte. Also Kulturelles. Das hatte schon etwas. 

Maiordomus

16. Oktober 2026 14:48

Gertrud von le Fort und literarische Qualität: Wie beim generationenmässig etwa gleichzeitigen George-Kreis, siehe den Heidelberger Volksschriftsteller und Freund von Karl Wolfskehl, Alexander Freiherr von Bernus, aber selbst bei "Rilke und Umgebung" gibt es zur damaligen Zeit auch bei hochbegabten Schriftstellern nicht wenige Elaborate in etwas geschraubter Sprache bis hin zu unfreiwilliger Komik, was faszinierende Trouvaillen und sogar Meisterleistungen nicht ausschliesst. Die Magdeburgische Hochzeit mag aus heutiger Sicht nicht jedermanns Geschmack sein, habe sie seinerzeit nicht fertig gelesen, behält aber wie zum Beispiel die historischen Romane der DDR-Autorin Schuder ihre zeitgeschichtliche Bedeutung. Über alles gesehen bleibt die le Fort eine bedeutende Autorin. Wer die historischen Romane von Klepper mit Gewinn zu lesen versteht, wird in der Regel auch mit le Fort etwas anzufangen wissen. Einer ihrer Weggefährten wurde der Balte Edzard Schaper. Schaper, le Fort und Bergengruen schätze ich als Novellisten, die Romane machen mir mehr Mühe mit Ausnahme des absoluten Meisterwerks "Der Letzte Rittmeister" von  Bergengruen, der den Nobelpreis wohl deshalb verpasst hat, weil damals das Baltikum politisch als quasi totgeschrieben galt.  
 

Maiordomus

16. Oktober 2026 15:07

@das Kapital.  "Die Schweizergarde ist eher Folklore?" Abgesehen davon, dass sie am Anfang der bedeutendsten militärgeschichtlichen Phase der Schweizer Geschichte stand, den quasi welthistorischen Italienfeldzügen bis hin zum  katastrophalen "Sacco di Roma"(1529) , sind Sie offenbar nicht im Bild, dass diese Leute zu den europaweit besten Sicherheitseinheiten gehören, deren Ehemalige in den Schweizer Kantonen und im Bund regelmässig Karriere bis nach ganz oben machen, abgesehen vom tragischen Schicksal des Lebensretters von Papst Johannes Paul II. , Gardekommandant Alois Estermann, dessen Biografie zu schreiben ich zurückweisen musste, von wegen noch zu vieler gesperrter Dokumente und nicht frei recherchierbaren Hintergründen seiner Ermordung. Der erste Kommandant der Schweizergarde, Marx Röischt, gehörte zu den Helden der Schlacht bei Murten, wurde Bürgermeister von Zürich und berief auf Empfehlung von Kardinal Schiner den strategisch hochbegabten Feldhauptmann und Feldprediger Ulrich Zwingli als Oberpfarrer nach Zürich. Die republikanisch orientierte Schweizer Reformation mit eindrücklichen Reformen radikalisierte sich dann freilich nach dem Tode des Ex-Kommandanten der Garde, hätte sich sonst wohl landesweit durchgesetzt.    

Majestyk

16. Oktober 2026 15:13

@ das kapital:
"Im Übrigen: der Papst hat keine Truppen (mehr)"
Wirklich? Ist der geistige Einfluß auf 17,8 Prozent der Weltbevölkerung keine Macht? 1,42 Mrd. Menschen verteilt über den ganzen Globus, die sich im Zweifelsfall zwischen Glauben und anderen Loyalitäten entscheiden müssen. Das ist mehr als eine Armee.
"Unser Gemeinwesen gründet auf 2 Jahrtausenden Christentum. Im Guten wie im Schlechten."
Dem Satz stimme ich zu. Darauf gründet das Abendland und die westliche Welt. Auch wenn Antiwestlern hüben wie drüben dies negieren. Nordamerikaner, Südamerikaner, Australier, Neuseeländer sind Nachfahren von Europäern und damit Teil der europäischen kulturellen Erbengemeinschaft. Chinesen z.B. sind keine Europäer, selbst wenn sie gerne Beethoven hören. 
Ich finde übrigens nicht, daß der Erste Weltkrieg österreichisch war. Bündnistreu sollte man schon sein, aber keinen Blankoscheck für einen Krieg ausstellen. Ein Bündnis gilt für den Fall, daß ein Partner angegriffen wird. Wenn der selber angreifen will, so ist das seine Angelegenheit. Dafür stürzt man seine eigene Nation nicht in einen Krieg. Das ist aber das Problem. Wilhelm II. war kein Nationalist, er dachte in dynastischen und imperialen Kategorien. Ähnliches gilt in meinen Augen auch für Hitler. Nationalisten respektieren alle Volksgruppen und brauchen keinen fremden Lebensraum, teilen aber nicht den eigenen. Somewheres sollten im eigenen Interesse nationalistisch denken.

Le Chasseur

16. Oktober 2026 15:39

@das kapital
"Biden erklärt Scholz sinngemäß : wir werden Nordstream vernichten. Damit vernichten wir die deutsche Industrie , eure Wirtschaft, euren Wohlstand endgültig. Scholz steht daneben und grinst blöd. Nix "Mr. President, if you touch Nordstream, we´ll touch you!" Für mich ist das Landesverrat."
Was hätte Scholz denn machen sollen? Wie hätte Deutschland die Amis denn "touchen" sollen? Scholz blieb nichts anderes übrig als dazustehen und blöd zu grinsen.

Majestyk

16. Oktober 2026 15:43

@ Laurenz:
Die USA werfen ja auch spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg viele libertäre Prinzipien über Bord. Bei denen wird auch subventioniert, was das Zeug hält. 
Der Erfolg der USA im Zweiten Weltkrieg gründete ja vor allem darauf, daß unter dem War Production Board die Zivilwirtschaft in die effektivste Kriegswirtschaft aller Zeiten umgewandelt wurde. Albert Speer wäre stolz darauf gewesen. Das Leih- und Pachtgesetz hätte man ohne zentrale Produktionssteuerung auch nicht in der Form umsetzen können. Für einen echten Kriegsfall halte ich das sogar für richtig, nicht aber für Friedenszeiten. Die Römer bestimmten im Krisenzeiten auch einen Diktator. Demokratie funktioniert im Frieden, nicht im Krieg. 
Der militärisch-industrielle Komplex in den USA gründet auf jene Zeit, der Leih- und Pachtvertrag war auch eine Basis für den dann folgenden globalen Freihandel und das abrupte Aussetzen des Vertrages war ein gerne unterschlagener Beschleuniger für den Kalten Krieg. Später dann haben die USA ihre Produktionswirtschaft eher Richtung Kreditwirtschaft transformiert. Eine Katastrophe für einen Großteil der eigenen Bevölkerung und Geißel für alle anderen.
Es gibt durchaus Kritikpunkte gegen US-Außenpolitik und deren Dominanz. Deren Gründungsmythos, das ursprüngliche libertäre Gedankengut und deutscher Opfermythos sind dazu aber nicht geeignet.

Laurenz

16. Oktober 2026 15:54

@Valjean72 & Das Kapital ... Bei Ihrer Habsburg-Debatte wäre es schon ratsam, mehr ins Detail zu gehen. Daß Österreich nicht zur Reichsgründung gehörte, lag an Österreich. Man war gegen den Deutschen Nationalstaat & wollte nicht auf die Kaiserwürde verzichten, Punkt. Obwohl man im Zweibund dann der Juniorpartner war. Habsburgs Konflikt mit Serbien erzeugte automatisch den Konflikt mit Rußland. Das war offensichtlich. Man rüstete aber nicht für diesen Konflikt. Dumm geboren, nichts dazugelernt? Die Abkühlung Deutsch-Russischer Beziehungen basierte exakt auf der politischen Schwäche des II. Reichs, eine Trump'sche Zollpolitik für Weizen, auf dem Privileg der Ostelbischen Juncker basierend. Desweiteren schloß man die Deutschen Börsen für den enormen Russischen Kapitalbedarf. Selbst, wenn man diese Entscheidung als richtig einordnen will, hätte man auf diplomatischen Wege Lösungen für Rußland suchen müssen, eben um eine Einkreisung zu verhindern. Größenwahn ist keine diplomatische Lösung.

Majestyk

16. Oktober 2026 16:04

Ich habe soeben gelesen, daß die Anführerin der größten rechten Partei Frankreichs, dem angeblichen Abwanderungswillen der Hälfte aller Moslems aus dem angeblich laizistischen Frankreich im Falle eines Wahlsiegs der Rechten entgegenzuwirken versucht, in dem sie versichert, der Islam sei mit einer säkularen Republik, die auf abendländische Traditionen beruht vereinbar. 
Der politische Islam, und einen anderen gibt es nicht, ist definitiv nicht mit dem Abendland vereinbar. Anstatt also den angekündigten freiwilligen Rückzug der Kulturfremden zu begrüßen, zeigt eine Le Pen jetzt schon, daß mit ihr keine Erneuerung Frankreichs/ Europas zu erreichen ist. Eine solche Anbiederung des Islam durch deutsche/ österreichische Oppositionsparteien muß mit aller Macht verhindert werden. Schon alleine deswegen muß es Grundkonsens aller Fraktionen der Gegenbewegung werden, daß unsere Kultur christlich geprägt ist und bleiben muß. Berechtigte Kritik muß im Zweifelsfall hinten angestellt werden. Die woken Bewegungen innerhalb der Kirchen müssen natürlich als anti-abendländisch gebrandmarkt werden. Selbst ich als Abtrünniger begreife diese Entwicklung aber als Zersetzung von innen heraus. Jetzt aber den christlichen Glauben als solches anzugreifen ist komplett falsch und sei es nur aus strategischen Gründen.

Majestyk

16. Oktober 2026 16:15

@ Laurenz:
Wir zwei sind uns in der Bewertung wie diese Regionen funktionieren sehr nah. Sie überziehen aber zuweilen. Und Sie übersehen einen Punkt, Sie müssen die Menschen nehmen, so wie Sie sind. Die meisten Menschen sind latent links und konsensbedürftig. Wir zwei sind, jeder für sich radikale Abweichler und werden nie die Norm sein. In meinem Fall ist das auch besser so. Ich finde vieler Ihrer Beiträge absolut großartig, weil Sie Ihr Denken nicht begrenzen oder sich selbst Denkverbote auferlegen. Ich mag das, wenn gedankliche Mauern eingerissen werden, selbst wenn ich inhaltlich nicht zustimme. Nur so entsteht nicht angepaßtes Denken. Nur werden weder Sie noch ich, jemals Mehrheiten hinter uns versammeln können. Wir sind Einzelgänger, Eremiten und Außenseiter, ich zumindest.

dojon86

16. Oktober 2026 20:44

@das Kapital 16.10 10:18 @Le Chasseur 16.10 15:39 Klar konnte Scholz den USA nicht den Krieg androhen. Aber er hätte seinen Gesichtsausdruck ändern und den restlichen Staatsbesuch sausen lassen können. Man kann durchaus Zeichen setzen, indem man grußlos eine Party verläßt. Klar hätte das nichts geändert. Trotzdem werden Kriecher von niemadem in der Welt geachtet.

Laurenz

16. Oktober 2026 20:47

@Maiordomus @L. ... Ihre Belehrung über die kirchliche Verfolgung Homosexueller ist ziemlich lasch recherchiert. Sie stimmt nämlich nicht. Kirchliche Strafen für Homosexualität & ähnliche "Vergehen" waren bis ins Frühmittelalter eher mal überschaubar, wie Sie schreiben. Das änderte sich im Hochmittelalter radikal. 1226 wurde auch endgültig die Übersetzung der Bibel in Volkssprachen verboten. Hier handelt es sich quasi um eine kirchliche Zeitenwende. Nur der heidnische Putsch auf dem Papstthron, die Renaissance, brachte für 100 Jahre Entlastung. Michelangelo wurde sogar gefördert. Die gemalten Frauen in der Sixtinischen Kapelle sind schon arg maskulinisiert, finden Sie nicht? Carvaggio wurde zwar nicht als Ledernacken-Schwuler verfolgt, aber als früher "Rockstar", der nicht, wie Sein berühmter Namensvetter, mit Marmor um sich warf, sich aber dafür durch die Straßen Roms prügelte, sich duellierte & Jüngelchen flachlegte. Hier sieht man auch, wie die Kunst einen Schutz bot. Im maltesischen Exil unterschrieb Carvaggio "die Enthauptung Johannes des Täufers" mit seinem eigenen Blut als frisch gekürter Ordensbruder. Nachdem Er aber einen Ordensbruder verprügelt hatte, mußte Er von der Insel fliehen. Der Mann lebte quasi ein Hollywood-Drehbuch. Es gibt auch 2 gute Filme über Carvaggio. Sind leider nicht in MLs Lichtspielführer zitiert.

Majestyk

16. Oktober 2026 20:56

@ Monika:
Ich war Meßdiener bis 12 und trug den Pfarrbrief rund bis 15. Mir war mein Umfeld christlich genug.
Von den Fräuleins im Kindergarten, die ich in den 70ern ja auch noch kannte, hatte ich vom eigenen Erleben die Nase voll. Ruhephasen im Dunkeln, Händchen reichen und anderen Schmuh gab es schon damals und ich fand so einiges ziemlich übergriffig, ohne das Wort zu kennen. Missionierung in der Arztpraxis fände ich auch übergriffig. 
Ob die Fräuleins aus Pflichtgefühl handelten weiß ich nicht, vielleicht fanden die auch nur einfach keinen Mann zum Erziehen. Was sind eigentlich unverheiratete Frauen ohne Kinder, Incelinnen?
Im Übrigen wäre Ihnen vielleicht bewußter, daß Männer immer noch keine Kinder bekommen können, wenn Sie sich weniger wokem Gendervokabular und Soziologensprech hingeben würden. Deutschlands Demografieproblem ist weiblichen Ursprungs. Nicht neue Männer braucht das Land, sondern einen Raub der Sabinerinnen.

Majestyk

17. Oktober 2026 00:39

Zu meinem Kommentar vom 16. Oktober 2026 16:15.
Es muß im ersten Satz natürlich Religionen heißen und nicht Regionen. Ich bitte um Entschuldigung 

das kapital

17. Oktober 2026 08:42

@ Le Chasseur Was hätte Scholz denn machen sollen? 1) Biden erklären: "If You touch Nordstream, we´ll touch you!" 2) Den US-Botschafter einbestellen. 3) Einen EU Beschluss herbeiführen, in dem der Schutz für Nordstream wenn auch nur formal gewährleistet und die amerikanische Kriegsdrohung gegen Deutschland verurteilt wird. 4) Nordstream zum Fall für den UN-Sicherheitsrat machen. 5) Maximal möglicher militärischer und geheimdienstlicher Schutz für Nordstream. 6)Die Niederländer u.a. mit ihren Geheimdienstwarnungen ernst nehmen. 7) Intern Wege finden, wie Deutschland die USA gleichwertig zerstören kann. Wenn Deutschland Wege hat (bisher hat es die nicht), die Energieversorgung genauso wirksam zu zerstören, wie die USA uns zerstören, nur dann werden sie von ihrem hybriden Krieg gegen Deutschland Abstand nehmen, sonst nicht. "Wenn ihr Nordstream zerstört, dann zerstören wir eure Pipelines." Die Amis verstehen nur die Sprache der Gewalt. Siehe Iran. Die sind so gerüstet und so strukturiert, dass sie diesseits eines Atomkrieges den Amis und Israel Einhalt gebieten können.

das kapital

17. Oktober 2026 09:29

@Laurenz " Größenwahn ist keine diplomatische Lösung." Wahrhaftig nicht. Danke für die Ergänzungen in Sachen Österreich. Ob großdeutsch oder kleindeutsch war ja schon 1848/1849 eine der großen Fragen.

das kapital

17. Oktober 2026 09:46

@ Le Chasseur "Deutschland hätte den 1. Weltkrieg vermutlich nur durch totale Unterwerfung verhindern können." Kühne These nach wie vor. Ja, der Lotse ist 1890 von Bord gegangen und 1898 in die ewigen Jagdgründe entschwunden. Er hatte den überragenden geopolitischen Sachverstand, um Deutschland zu führen und zu stärken. Andere hatten den eben nicht. Das eben ist das Problem. Deutschland hatte damals keine "Denkfabrik", die dort weiter macht, wo Bismarck aufhören musste. Keinen "deep state", der weiter Deutschland stärkt und sein Werk fortführt. Der Sachverstand kam mit Bismarcks Ende weitgehend abhanden. Ob Deutschland steht oder fällt, hing von wenigen überdurchschnittlich begabten Persönlichkeiten ab. Da war kein gutes dauerhaftes Netzwerk im Hintergrund. /// Wo ist eigentlich heute das erfolgreiche Netzwerk, das Deutschland und Europa stärkt? Alles hier ist transatlantisch durchseucht. Merz und von der Leyen dienen Blackrock. Deutschland dienen sie nicht. Niemand hier schützt und stärkt Deutschland. Alle treiben Deutschland und Europa in einen Krieg gegen Russland statt den Krieg zu  beenden. Trump will Diesel aus Russland. Wir selbst zerstören uns weiterhin.

Maiordomus

17. Oktober 2026 11:11

@Majestyk. Natürlich will le Pen mit dieser Aussage, welche nicht jedermann zum Nennwert nimmt, sich angesichts der demografischen Tatsachen in  Frankreich  "präsidentiell" machen. Und es gibt Millionen von Muslimen, die mir und vielleicht auch anderen hier näher stehen, und zwar um Welten, als Woke-Ideologen und Buchstaben-Anthropolog:Innen, kann die Reihenfolge mit u.a. "Q" mir nie richtig merken. Gewiss gibt es "brauchbare" Muslime, so wie ich andererseits Schülerinnen und sowieso Schüler hatte, die nachweislich als absolut extremistisch einzuschätzen waren und deren Einbürgerung, wahrscheinlich unterdessen erfolgt, ich als Verbrechen einschätze. Es gibt aber arbeitsame mittelständische Muslime, die für konservative "Abendländer" als bündnisfähig einzuschätzen wären.
Zwischen Ihnen und @L sehe ich markante Unterschiede, weil Sie sich fast nur über Bereiche äussern, in denen bei Ihnen seriöses Wissen durchklingt. Bei den eigentlichen akademischen Themen muss man sich täglich und lebenslang abmühen, mit Originaltexten und kritischen Gesamtwerkstudien, um nicht in der Banalität herkömmlicher auch universitärer Geschwätzwissenschaften, die von KI nachgeäfft werden, zu versaufen. Aber auch so wird man zum Aussenseiter.     

Le Chasseur

17. Oktober 2026 11:32

@das kapital 
"Wenn ihr Nordstream zerstört, dann zerstören wir eure Pipelines." Die Amis verstehen nur die Sprache der Gewalt."
Meinen Sie das ernst?
 "Siehe Iran."
Der Iran ist eine viel härtere Nuss als Deutschland. Deutschland kann man vermutlich mit drei richtig platzierten Sprengsätzen großflächig lahmlegen. Der Iran hat außerdem noch Russland und China im Hintergrund. Im Gegensatz zum Iran sind in Deutschland auch bereits Zehntausende US-Soldaten im Lande, und alle maßgeblichen Stellen sind nach 80 Jahren Besatzung mit Transatlantikern durchsetzt. Nein, gegen die Amis würde nur passiver Widerstand a la Ghandi funktionieren.
 
 

Le Chasseur

17. Oktober 2026 11:35

@das kapital 
"Deutschland hatte damals keine "Denkfabrik", die dort weiter macht, wo Bismarck aufhören musste. Keinen "deep state", der weiter Deutschland stärkt und sein Werk fortführt. Der Sachverstand kam mit Bismarcks Ende weitgehend abhanden."
Ja, ein Versäumnis Bismarcks, nicht rechtzeitig ein paar fähige Leute als potentielle Nachfolger aufzubauen.

Le Chasseur

17. Oktober 2026 11:50

@das kapital 
"Einen EU Beschluss herbeiführen, in dem der Schutz für Nordstream wenn auch nur formal gewährleistet und die amerikanische Kriegsdrohung gegen Deutschland verurteilt wird."
Die Polen und die drei baltischen Zwerge würden da schon mal nicht mitmachen. Sie erinnern sich vielleicht, wie der polnische Außenminister nach der Sprengung ein Foto des ausströmenden Gases auf Twitter gepostet hat, mit dem Kommentar "Thank you, USA". https://www.krone.at/2818486

Monika

17. Oktober 2026 12:31

@ Majestyk, Na, da kommen wir der Sache doch näher. Ich verkläre die "alten Zeiten" nicht. Das katholische, verklemmte Milieu kenne ich zu Genüge, die Verlogenheit und Verschrobenheit. Und natürlich haben wir uns schon als Kinder über die lächerlichen Federhütchen der ledigen Damen amüsiert. Alles bekannt. Genauso unmöglich werden uns die heutigen Zeiten mal erscheinen. Und nein, ich bin nicht woke,  aber ich beobachte die woken Zeiten . Das Demographieproblem halte ich nicht für weiblichen Ursprungs, sondern für eine  banale Realität in einem funktionierenden Sozialstaat, der sowohl Männern als auch Frauen ein angenehmes Leben ohne Kindern bietet und wo man die einfache Tatsache, daß nur Kinder Zukunft bieten, nicht mehr sieht. Das kann sich sehr schnell ändern. Ansonsten ist das Männer- und Frauen Gedöns kein Thema, das mich umtreibt. War es nie. Eher, warum die westlichen Konsumgesellschaften keine Zukunft mehr bieten wollen und können. Uns geht es einfach zu gut. Wir hatten das Paradies schon auf Erden. Das war's vielleicht schon. 🤔

Majestyk

17. Oktober 2026 14:00

@ das kapital:
"Alle treiben Deutschland und Europa in einen Krieg gegen Russland statt den Krieg zu beenden."
Sehe ich anders. Das Linksglobalistenkartell will den Konflikt mit Rußland. Wobei ich nicht finde, daß Rußland nur Unschuldsengel und Opfer ist. Seitdem die Linken die Kontrolle über die USA verloren haben, wollen Europäer die USA in diesem Konflikt drin behalten. Trump macht seine Angebote an Rußland ja nicht aus Eigennutz. Aber wie andere auch, muß die aktuelle amerikanische Regierung ihr Gesicht wahren. Die Amerikaner haben ganz andere Baustellen als die Ukraine. 
Was ich jetzt schreibe, kann ich nicht belegen, ist eher Ahnung oder Interpretation von Beobachtungen. Natürlich hat der Ukraine-Konflikt auch eine britische und amerikanische Note, aber für mich ist der Haupträdelsführer Deutschland. Man inszeniert sich vielleicht als Getriebener, aber schon die EU-Osterweiterung habe ich als Versuch wahrgenommen sich selbst zum Zentrum Europas zu machen. Hat ja auch funktioniert, die Deutschen führen doch in Brüssel eher das Wort als die Franzosen. Deutschland forciert auch Klimapolitik und arabisch/ afrikanische Masseneinwanderung. Und die Tendenz zu Meinungskontrolle und Einschränkungen von Redefreiheit ist ebenfalls vor allem auf deutschen Mist gewachsen. 

Majestyk

17. Oktober 2026 14:01

@ Maiordomus:
Natürlich taktiert Le Pen. Und dennoch, man ahnt schon jetzt, eine ernstzunehmende Remigration ist mit den Franzosen als Partner nicht zu machen. Kommt in der Bewertung darauf an, wie man selber über dieses Thema denkt. 
Ich werte Muslime als Menschen nicht ab. Das Problem Islam ist quantitativ und nicht qualitativ. Und selbstverständlich von Einheimischen hausgemacht.

Carsten Lucke

17. Oktober 2026 14:26

@ Laurenz
"Die gemalten Frauen in der Sixtinischen Kapelle sind schon arg maskulinisiert, finden Sie nicht ?"
Umgekehrt : Die gemalten Frauen dort sind feminisierte Männer.
Der arme Michelangelo kam nicht umhin, diese fremdartigen Dinger dort an die Wand zu werfen. Er versuchte also, das Beste draus zu machen. 
Tut einem in der Seele weh, auch heute noch.

Diogenes

17. Oktober 2026 19:16

@ DKapital: "Ob Deutschland steht oder fällt, hing von wenigen überdurchschnittlich begabten Persönlichkeiten ab." wie beispielsweise Kammler? Wissen Sie heute wirklich, das theoretische Szernarion einmal angenommen, daß wir alle nur Spielball jener sind, welche in den 20er Jahren (Ein Jahrhundert vor uns) das Wort Thule als Gesellschaft verband? Wo wir heute sind? Oh! 26! Ob es schläft oder wacht oder expandiert: Unerheblich. Widerspruch: Deutschlands Stand oder Fall hing von deutschen Menschen insgesamt ab; und ja, auch von Einzelführern - aber die Gemeinschaft brachte unter Führung kluger Köpfe das Resultat und nicht eine Person alleine. Obwohl... Demagogen wie Cicero oder Hitler - sie haben den Faktor Charisma in die Zählung eingebracht.  Charisma ist die Ausstrahlung der auch, aber nicht nur, mit der Glaubwürdigkeit zusammenhängt: Ob der Mensch durch seinen Geist und Körper das Sein ist, was er sagt das er ist. 

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