Internes

schneckeSo weitab vom Schuß zu leben wie wir in Schnellroda birgt neben tausend Vorteilen auch ein schmales Dutzend Nachteile. Die sind allerdings teils gravierend. Aufgrund unseres modernen Glasfasernetzes sind wir abgeschnitten vom DSL-Netz. Nun wollen wir ja gar keine Filmchen angucken, und auch sonstige Vergnügungen, die die Netzwelt bereit hält, entbehren wir gern. Aber mehr als fünf Minuten, bis gängige Seiten wie web.de oder amazon.de überhaupt geladen sind, möchte man dann doch nicht investieren.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Wenn ich hin und wie­der groß­städ­tisch unter­wegs bin, freue ich mich wie ein Kind, wie flott das gehen kann: Wenn das Kli­cken und Wei­terkli­cken so in etwa mit der Denk­zeit über­ein­stimmt. Wahnsinn!

Hier dage­gen ver­su­che ich die Sache nach Kräf­ten öko­no­misch zu gestal­ten: Wäh­rend eine Sei­te auf­ge­ru­fen wird, fege ich schnell mal das Büro, put­ze die Fens­ter oder fei­le Fin­ger­nä­gel: Din­ge, die ohne­hin hin und wie­der getan wer­den müs­sen. Am Ende nervt das Hin- und Her­has­ten aber, außer­dem stö­ren die Put­zu­ten­si­li­en im Büro.

Oder: Wenn eine Rund­mail aus­ge­schickt wird, hat eine Stun­de lang kei­ner der Büro­an­ge­stell­ten was im Inter­net zu suchen – das sind natür­lich Zustän­de des vori­gen Jahr­tau­sends. Unhalt­bar für ein Unter­neh­men! Seit Jah­ren suchen wir nach einer Lösung. Bei der Tele­kom, ande­ren Anbie­tern, bei in der Sache bewan­der­ten Freun­den, bei diver­sen Breitband-Initiativen.

Einen klei­nen Erfolg hat­ten wir dann Anfang des Jah­res zu ver­zeich­nen, nach­dem wir den 150. Men­schen zu Rate gezo­gen haben: Wir – obwohl wir das bis­lang als radi­ka­le TV- und Schüs­sel­geg­ner ver­wei­gert hat­ten – lie­ßen uns eine Satel­li­ten­schüs­sel aufs Dach bau­en, ganz ver­steckt natür­lich. Resul­tat: die Ver­bin­dung schlich nicht mehr dahin, sie setz­te sich holp­rig in Trab, immer­hin. Aller­dings sind die Lade­ka­pa­zi­tä­ten monat­lich begrenzt, und immer zur Monats­mit­te hin – also jetzt – herrscht Ago­nie. Nichts geht mehr – zumin­dest nicht übers Schne­cken­tem­po hinaus.

Wer was weiß, möge es mit­tei­len. Wenn’s hilf­reich ist, kriegt der/diejenige den Joa­chim Fernau – Bild­band geschenkt. Ges­tern sind die Bücher aus der Dru­cke­rei ange­lie­fert wor­den, so flott wie vereinbart.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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