50. Todestag Arnolt Bronnen

Widersprüchlich, faszinierend, abstoßend: Arnolt Bronnen, der 64jährig am 12. Oktober 1959 in Ost-Berlin starb und seine Laufbahn als Kaufhausangestellter begann, ...

 Gastbeitrag

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war Anar­chist, katho­li­scher Kon­ver­tit, Natio­nal­so­zia­list, Kom­mu­nist, ein Mit­strei­ter Brechts, Goe­b­bels’ Günst­ling beim Rund­funk, Wider­stands­kämp­fer in Öster­reich, Nachkriegsbürgermeister.

So ist Bron­nen mehr als nur die Per­so­ni­fi­zie­rung der Wirr­nis­se der Intel­lek­tu­el­len im 20. Jahr­hun­dert. Sei­ne jüdi­sche Her­kunft ließ er gericht­lich wider­le­gen. Den Haß auf den jüdi­schen Zieh- oder Zeu­ge­va­ter brach­te er 1920/22 auf Papier und Büh­ne. Er war Rene­gat, Oppor­tu­nist und Pro­vo­ka­teur, der “faschis­ti­sche Pic­co­lo” und die “Hyä­ne im Kin­der­zoo”. Er scho­ckier­te mit expres­sio­nis­ti­schen Thea­ter­stü­cken und sexu­al­neu­ro­ti­schen Exzes­sen, stör­te mit SA-Män­nern Tho­mas Manns Deut­sche Anspra­che in Ber­lin, ließ wei­ße Mäu­se wäh­rend der Kino-Pre­mie­re von Im Wes­ten nichts Neu­es auf das Publi­kum los und fand in der DDR sein Gna­den­brot als Theaterkritiker.

Er ver­öf­fent­lich­te 1929 den wohl wich­tigs­ten rech­ten Agit­prop-Roman Deutsch­lands, O.S. (zuletzt Kla­gen­furt 1995), über die Kämp­fe der Frei­korps in Ober­schle­si­en. Tuchol­sky schrieb einen berühm­ten Ver­riß. Und noch heu­te läßt sich über die­ses Buch treff­lich strei­ten. Und sei­ne Kin­der – Toch­ter Bar­ba­ra ist Schrift­stel­le­rin, Fran­zis­ka Schau­spie­le­rin (Schwarz­wald­kli­nik), Sohn Andre­as Unter­neh­mer – sind sich bis heu­te uneins über ihren Vater, den Chao­ten und Grenz­gän­ger (B. Bron­nen: Das Mon­okel, Mün­chen 2000) .

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