Über “Die Päpstin”

habe ich für die heute erschienene Junge Freiheit eine Kritik geschrieben. Obwohl zurückhaltende Bewertungen des Films, ...

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

… soweit ich sehe, domi­nie­ren: „Durch­fal­len“ wird so ein Film nicht, dafür sorgt schon das Publi­kum der Groß­ki­nos. Gemes­sen am sons­ti­gen Pro­gramm die­ser Licht­spiel­häu­ser ist “Die Päps­tin” eini­ger­ma­ßen anspruchs­voll. Ein glat­ter, hüb­scher Kos­tüm­film, nicht mehr, nicht weniger.
Mich hat bei der Pres­se­vor­füh­rung erstaunt, wie sehr der Grund­ton des Popu­lär­fe­mi­nis­mus, der die­se Mär­chen­ver­fil­mung durch­zieht, die anwe­sen­den Jour­na­lis­ten hin­ge­ris­sen hat.

Bei jeder Sze­ne, wo Johan­na Woka­leks smart-früh­mit­tel­al­ter­li­che Frau­en­power aus­bricht oder wo tum­be Patri­ar­chen frau­en­feind­lich los­blö­ken, kreisch­te das Publi­kum auf, wahl­wei­se freu­dig oder hämisch. Ich hör­te mit Grau­en, wie auf man­chen Kino­ses­seln Hän­de hem­mungs­los auf Schen­kel klatsch­ten, wenn auf der Lein­wand wie­der eine Alpha­mäd­chen-Poin­te geris­sen wur­de. Daß die Eman­zi­pa­ti­on Stamm­tisch­ni­veau erreicht hat – auch eine Erkenntnis!

Wie zahl­rei­che Rit­ter-Fil­me der jün­ge­ren Zeit wur­den Tei­le der “Päps­tin” bei uns um die Ecke gedreht, auf Burg Quer­furt. Mei­ne Kin­der und ich durf­ten als Sta­tis­ten mit­wir­ken. Ein Heim­spiel! Es war anstren­gend und lus­tig zugleich, am „Set“ waren wir „die Blon­dies“, die Agen­tur­da­men waren hin­ge­ris­sen von den arti­gen Kin­der­chen. Ich war gleich für meh­re­re Ter­mi­ne „gebucht“ wor­den, auch spä­ter in Mag­de­burg soll­te ich als besen­schwin­gen­de Burg­magd zuge­gen sein.

Dann kam per Anruf eine Absa­ge: alle Ter­mi­ne gestri­chen; „wir muß­ten umdis­po­nie­ren.“ Ich frag­te nicht nach, so wich­tig war´s nun auch nicht. Erst Mona­te spä­ter hör­te ich von einer Bekann­ten aus der Kos­tüm­schnei­de­rei, daß die „Blon­dies“ für einen Eklat am „Set“ gesorgt hät­ten. Man habe mich – unbe­deu­ten­de Sta­tis­tin! – „gegoo­gelt“ und ent­deckt, daß ich an „einem Ver­lag für Nazi­li­te­ra­tur“ betei­ligt sei. Aaah! Klar, daß so was „gar nicht geht“. Fast habe man sich von mir rein­le­gen lassen.

Na gut, nun also ohne mich. Sicher ist, ich hät­te die­sen Film unter­wan­dert und sei­ne Aus­sa­ge ver­formt, ver­mut­lich der­art, daß die Kreisch­da­men in der Pres­se­vor­füh­rung nichts zu lachen gehabt hät­ten. Unter zdf.de gibt´s einen vier­mi­nü­ti­gen Trai­ler, in dem wenigs­tens mei­ne Kin­der hüb­sche Kom­par­sen abgeben.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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